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Full text of "Die Fabeln Gerhards von Minden in mittelniederdeutscher Sprache zum ersten Mal herausgegeben"

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DIE FABELN 



GERHARDS VON MINDEN 

'I 

IN MITTELNIEDEEDEUTSCHEE SPEACHE 



ZUM ERSTEN MAL HERAUSGEGEBEN 



VON 



ALBERT LEITZMANK 



HALLE A. S. 
MAX NIEMEYER 

1898. 



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EDUARD SIEYERS 



IN DANKBARER VEREHRUNG. 



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Inhalt. 



Seite 
Vorwort XI 

Einleitung XVn 

I. Handschriften XIX 

(1. Die wolfenbütteler handschrift (W) s. xix. — 2. Bis- 
herige literatur s.xxrv. — 3. Das münchener bruch- 
stück (M) s. XXVI. — 4. Textkritische grundsätze 

S. XXVIII.) 

n. Verfasser XXXI 

(1. Das Zeugnis des Magdeburger Aesop s. xxxi. — 2. 
Die abfassungszeit s. xxxii. — 3. Zur Charakteristik 
s. xxxiv.) 

IIL Sprache XXXVH 

(1. Quellen und hülfsmittel s. xxxvn.) 

1. Vokalismus XXXIX 

(2. Berührungen zwischen a und o s. xxxix. — 3. Die 
beiden e- laute s. xli. — 4. Berührungen zwischen 
i und e s. xlu. — 5. Die Vertretung von mhd. cb, eiy 
• ie s. XLiv. — 6. BerühiTingen zwischen u und o 
s. xux. — 7. Die Vertretung von mhd. o, ou, wo 
s. L. — 8. Der mittelhochdeutsche diphthong iu 
s. LH. — 9. Der umlaut s. liu. — 10. Die quan- 
^ tität der vokale s. Lvn. — 11. Apokope und Syn- 

kope S. LX.) 

2. Konsonantismus LXIV 

(12. Die labiale s. lxiv. — 13. Die dentale s. lxv. — 
14. Die gutturale s. Lxvm. — 15. Metathesis des r 
s. Lxxn.) 

3. Zur flexion der pronomina und verba LXXTT 

(16. Pronominalformen s. lxxii. — 17. Verbalformen 

8. LXXIV.) 

(18. Ergebnis s. Lxxvm.) 

IV. Rhythmik LXXX 

(1. Prinzipielles s. lxxx.) 

1. Doppelt fallender typus (A) LXXXI 

(2. Regelmässige formen s. lxxxi. — 3. Formen mit 
erweiterter Senkung s. lxxxiv. — 4. Formen mit 



VI Inhalt. 

Seite 
fehlender Senkung s. Lxxxvn. — 5. Formen mit 
erweiterter und fehlender Senkung s. Lxxxvm.) 

2. Doppelt steigender typus (B) TjXXXTX. 

(6. Regelmässige formen s. lxxxix. — 7. Formen mit 
erweiterter Senkung s. xcn. — 8. Formen mit feh- 
lender Senkung s. xovi. — 9. Formen mit ei'wei- 
terter und fehlender Senkung s. xcvn.) 

3. Steigend -fallender typus (C) XCVm 

(10. Regelmässige formen s. xcvin. — 11. Formen mit 

erweiterter Senkung s. c. — 12. Formen mit feh- 
lender Senkung s. cn. — 13. Formen mit erwei- 
terter und fehlender Senkung s. cm.) 

4. Fallend -steigender typus (E) CHI 

(14. Regelmässige formen s. cm. — 15. Formen mit 
erweiterter Senkung s. cvn. — 16. Formen mit 
fehlender Senkung s. cix. — 17. Formen mit er- 
weiterter und fehlender Senkung s. cxi.) 

5. Dreihebige verse (18.) CXI 

(19. Ergebnis s. cxiv.) 

V. Quelle CXVI 

(1. Bestimmung der quelle s. cxvi. — 2. Einzelver- 
gleichung s. cxvin. — 3. Ergebnis s. clxv.) 

Die fabeln Gerhards von Minden 1 

Prolog 3 

1. Der bahn und die perle 3 

2. Der wolf und das lamm ". . 4 

3. Der frosch und die maus 5 

4. Der hund und das schaf 6 

5. Der hund und der käse 7 

6. Der löwe auf der jagd 8 

7. Die sonne auf der freite 9 

8. Der wolf und der kranich 10 

9. Die beiden hundo .' . 11 

10. Die beiden mause 12 

11. Der fuchs und der adler . . 15 

12. Der adler und die krähe 16 

13. Der rabe und der fuchs 17 

14. Der kranke wolf 18 

15. Der hund und der esel 19 

16. Der löwe und die maus 20 

17. Die schwalbe und der flachs . . . • 22 

18. Die frösche und ihr könig 22 

19. Die tauben und der falke 25 

20. Der dieb und der hund 26 



Inhalt. VU 

Seite 

21. Der schwangere berg 28 

22. Der hund und der hase 28 

23. Die fliege und der kahlkopf 29 

24. Der fachs und der kranich 30 

25. Das maultier und die fliege 31 

26. Das gefangene wiesei 32 

27. Der frosch und der ochse 33 

28. Das pferd und der esel 34 

29. Der wolf und der fuchs 35 

30. Die beiden ochsen 37 

31. Der lebensmüde esel 38 

32. Der hirsch unter den ochsen 39 

33. Der fuchs und die trauben 40 

34. Das wiesei und die maus 41 

35. Die räche des panthers 41 

36. Das pferd und der hirsch 43 

37. Das gastmahl des raben 45 

38. Die durstige krähe 46 

39. Das kind und die schlänge 46 

40. Der esel und der wolf 47 

41. Die böckchen und der bock 48 

42. Das gefundene schwort • . . 48 

43. Das schaf und der hirsch 49 

44. Der wolf und die sau 50 

45. Das lamm und die ziege 51 

46. Die hasen und die frösche 52 

47. Der löwe und der hirt 54 

48. Das pferd und der löwe 56 

49. Die fledermaus 57 

50. Der hirsch und sein geweih 60 

51. Frauentreue 61 

52. Die frau und der liebhaber 62 

53. Die Wölfe und die schafe 63 

54. Die axt und die bäume 65 

55. Der wolf und der hund 67 

56. Der wolf und der igel 70 

57. Der mann und der ochse 72 

58. Die beiden wÖlfe bei der ernte 72 

59. Der wolf und der fuchs 74 

60. Das Zicklein und der wolf 74 

61. Der maler und sein weib 75 

62. Die hirschkuh und ihr junges 76 

63. Die kranke weihe 77 

64. Das rechthaberische weib 78 

65. Der tod des eigensinnigen weibes 79 

66. Der wolf als könig der tiere 82 



rm lohalt. 

Seite 

67. Der wolt und der hitt 85 

68. Der unzurriedeue pfou 88 

69. Die jungen vögel und der TOgelsteiler 89 

70. Der äffe als könig 90 

71. Der eael und der 16we 94 

72. Der löwe und der fuchs 95 

73. Der mann und der löwe 96 

74. Das heimchen unii die ameise 99 

75. Die rii'lilauüo und iIm- mann 100 

76. Der schwangere manu 101 

77. Der drache und der mann 103 

78. Der maulesel ant der freite 106 

79. Der mistkSlfer und der ad!er 109 

80. Der eher und der ose! 110 

81. Die Schweine und der igel 111 

82. Der wolf und der igel lH 

83. Der hirt und die sehafe 113 

84. Der lesende wolf 114 

85. Der wolf und der schiffer 115 

86. Die Schlange und die feile 117 

87. Der unzufriedene hase 118 

88. Der wolt und die taube 119 

89. Die katze und der fiichs ISO 

90. Der kater als hischof ... 122 

91. Die frau und die henne 124 

93. Der wolf und der fuchs 125 

93. Die königawahl der bäume 127 

94. Der löwe und die Mren 130 

95. Der streit der glieder 133 

96. Der schwangere dieb 134 

97. Der betrogene ehemann 135 

98. Der betrogene ehemann 137 

99. Der bauer als arzt 142 

100. Der einäugige als richter 147 

101. Der dieb und der teufe! 149 

102. Der wolf und der widder 152 

103. Die affin und ihr Und 154 

104. Der mann und der diache 156 

105. Der neugierige knecht 158 

106. Der bestohlene bauer 159 

107. Der sei batsüchtige beter 160 

106. Der prozess um den toten vogel 161 

109. Die drei wünsche 162 

110. Der gierige fuclis 164 

111. Der wolf und der rabe 164 

112. Der bahn und der fuchs 165 



Inhalt. * IX 

Seite 

113. Der fuchs und die taube 167 

114. Der habicht und die tauben 169 

115. Der kämpf der tiere und käfer 170 

116. Der kahlkopf und die fliege . 178 

117. Der wolf und der bock 179 

118. Die nacbtigall und der habicht 182 

11^. Die hirten und die wölfe 183 

120. Der rabe in pfauenfedern 184 

121. Der kranke löwe und der fuchs 185 

122. Die ameise und die fliege 190 

123. Der äffe und der fuchs 193 

124. Die krähe und der widder 195 

125. Das gestohlene hirschherz 196 

Anmerkungen 201 

Register 294 



Vorwort. 



Die entwicklung der niederdeutschen spräche und literatur 
hat bisher nur auf einem kleinen und eng umschriebenen ge- 
biete, das noch dazu wie eine einsame insel in unbekannten 
wassern gänzlich für sich steht, eine eingehendere und auch 
hier durchaus nicht abschliessende wissenschaftliche behandlung 
erfahren: ich meine die gruppe von problemen, die sich mit 
dem inhalt und der form der altsächsischen bibeldichtung be- 
schäftigen, alles, was sonst für die aufhellung der älteren und 
mittleren periode des niederdeutschen getan ist, hält mit den 
auf diesem speziellen einzelgebiete vorgelegten Studien den ver- 
gleich nicht entfernt aus. für das mittelniederdeutsche im be- 
sondem steckt die streng wissenschaftliche arbeit auf allen 
linien trotz vereinzelter tüchtiger ausätze noch in den kinder- 
schuhen. man mag seinen blick wenden, nach welcher rich- 
tung man will, auf grammatik, metrik, Stilistik, textkritik, 
literatiirgeschichte, ethnographie, das arbeitsfeld gleicht überall 
mehr oder weniger einem noch kaum an den rändern er- 
schlossenen urwald, in den einzudringen grosse Schwierigkeiten, 
aber auch wie alle pionierarbeit grosse reize hat. von einem 
intimeren Zusammenhang der niederdeutschen Studien mit den 
andern zweigen der gemeinsamen mutterwissenschaft, von einem 
massgebenden einfluss dieser auf jene in resultaten und methode 
oder gar von einer lebendigen Wechselwirkung beider auf ein- 
ander ist wenig zu spüren, in der philologischen durchfor- 
schung der hochdeutschen perioden haben wir sichere gesichts- 
punkte und methoden durch lange arbeit ausgebildet, deren 
brauchbarkeit und tragweite sich durch die damit gewonnenen 
resultate dokumentiert, es gilt nun die gleiche strenge, metho- 
dische betrachtungsweise auf die eigenartigen probleme der 
niederdeutschen sprach- und literaturgeschichte anzuwenden und 



XII Vorwort. 

sie SO über den dilettantischen Standpunkt hinauszuheben, in 
dem sie im grossen und ganzen noch immer verharrt, als einen 
versuch auf diesem wege vorzudringen möchte ich das vor- 
liegende buch angesehen wissen, es stellt sich zur aufgäbe 
einen mittelniederdeutschen text in kritischer und exegetischer 
hinsieht nach dem strengen massstabe zu behandeln, den man 
an mittelhochdeutsche texte anzulegen gewöhnt ist und der 
allein den gewinn weiterwirkender, brauchbarer resultate ver- 
bürgt. 

Dass die vorliegende bearbeitung aesopischer fabeln, deren 
bedeutung und wert von Hoflfmann von Pallersleben vollständig 
verkannt wurde, wegen ihres hohen alters, ihrer sicheren dia- 
lektischen herkunft und ihres originalen Charakters einen voll- 
ständigen abdruck verdiente, brauche ich nicht eigens zu be- 
gründen, wir haben nicht so viele sicher lokalisierte denkmäler 
aus so alter zeit, als dass wir an diesen fünftausend versen 
achtlos wie bisher vorübergehen dürften. Gerhai'ds Aesop giebt 
uns zum ersten male ein klares bild, bis zu welchem grade 
von Vollendung die niederdeutsche dichtung des dreizehnten 
Jahrhunderts sich im genre der kleinen erzählung zu erheben 
fähig war und wie sich in ihr eigenes und angeeignetes, hei- 
mische auffassung und entlehnte technik, zu einer erfreulichen 
gesammterscheinung vermählten. 

Was die Schreibweise des textes betriflft, so konnte ich 
mich nicht eutschUessen die wechselnden formen der über- 
lieferten Schreibung sklavisch beizubehalten, wie dies bisher 
fast überall in editionen niederdeutscher texte geschehen ist, 
da ich keinen glauben an die tiefere bedeutung dieser verwil- 
derten Orthographie in mir aufzubringen vermag, ich habe eine 
normaUsierte Schreibung durchgeführt, wie ich sie auch in 
meiner für Braunes Sammlung übernommenen Mittelniederdeut- 
schen grammatik anzuwenden gedenke, und hoffe in ihr dem 
klangcharakter der laute, soweit das eine Orthographie kann, 
rechnung getragen zu haben, in betreflf der akzentuierung war 
ich lange im zweifei und habe erst ganz zuletzt die durch- 
geführten längenbezeichnungen (Zirkumflexe für die alten , quer- 
striche für die neuen längen) sammt und sonders gestrichen: 
es wirkte zu diesem entschluss die erwägung, dass derlei gram- 



Vorwort. xni 

matische hülfskonstruktionen in einen text streng genommen 
nicht hineingehören, zusammen mit ästhetischen gründen, dass 
ich den Schwierigkeiten der quantitätslehre nicht habe aus dem 
wege gehen wollen und meine positiven ansichten über die 
einzelnen fälle habe, lehren die durchgeführten akzente in dem 
grammatischen kapitel der einleitung. die interpunktion habe 
ich nach möglichst einfachen prinzipien zu gestalten gesucht: 
in dieser hinsieht können wir neueren herausgeber noch immer 
von Lachmann unendlich viel lernen, dessen krystallklare inter- 
punktion vielfach ein halber kommentar ist. 

Bei der betrachtung der grammatischen Verhältnisse habe 
ich mich streng auf das zu analysierende denkmal beschränkt 
und nur zwei nachweislich derselben gegend an^ehörige dichter 
regelmässig zum vergleich herangezogen, solche isolierung ist 
zunächst dringendes bedürfnis. die mittelniederdeutsche gram- 
matik ist fast gänzlich unangebauter boden. wir besitzen zwar 
ein darstellendes buch dieses titeis von Lübben mit der Jahres- 
zahl 1882: sein Standpunkt jedoch ist um ein halbes Jahrhundert 
älter und von den neueren anschauungen über sprachleben und 
Sprachentwicklung in keiner weise alteriert worden; Pranck hat 
ihm nach meinem dafürhalten im Anzeiger für deutsches alter- 
tum 8, 312 ein viel zu mildes urteil gesprochen, wie sehr 
Lübbens buch und die niederdeutsche Sprachforschung über- 
haupt bis in die jüngste zeit unter dem banne des buchstabens 
gestanden hat, lehrt unter anderm die umlautsfrage. mit diesem 
glauben an die autorität der Schreiber muss endgültig gebrochen 
werden; ein eingehendes Studium der modernen mundarten muss 
an seine stelle treten, wenn eine wissenschaftliche mittelnieder- 
deutsche grammatik möglich werden soll, ich betone ausdrück- 
lich, dass alle grammatischen beobachtungen und ansichten, 
die ich vortrage, zunächst nur für Gerhards zeit und dialekt 
geltung haben, was davon in einen systematischen auf bau einer 
mittelniederdeutschen grammatik übergehen kann, wird sich 
später zeigen, meine grammatischen kollektaneen aus andern 
denkmälem habe ich absichtlich fast ganz bei seite gelassen, 
um die analyse von Gerhards spräche von fremden bestand- 
teilen möglichst freizuhalten, auch die frage nach entstehung, 
ausbreitung und wesen einer mittelniederdeutschen Schriftsprache, 



XIV Vorwort. 

die neuerdings Tümpel wieder aufgenommen hat, kam für mein 
Untersuchungsgebiet nicht in betracht. besondere beachtung 
habe ich der schärferen Umgrenzung der hochdeutschen ent- 
lehnungen geschenkt: ausführlicher und mit vollständigerem 
material gedenke ich diese überaus wichtige frage in meiner 
Mittelniederdeutschen grammatik zu behandeln, auch auf die- 
sem gebiete kann man den stand der dinge, wie ihn Gerhards 
fabeln aufweisen, nicht ohne weiteres verallgemeinern. 

Der metrischen Untersuchung ist es zu gute gekommen, 
dass ich sie vor der drucklegung im ganzen und einzelnen mit 
Eduard Sievers durchsprechen konnte, auf dessen metrisch- 
rhythmischen grundanschauungen sie aufgebaut ist sie ver- 
sucht zum er^en mal Sievers' betrachtungsweise auf ein neues, 
bisher sehr vernachlässigtes gebiet anzuwenden, die auf diesem 
wege gewonnenen überraschend klaren und durchsichtigen 
sprachlichen und metrischen resultate sind einesteils eine will- 
kommene bestätigung für die fruchtbarkeit und richtigkeit jener 
anschauungen selbst, andernteils kommen sie meiner rückdatie- 
rung des denkmals in eine zeit, die noch mehr formverständnis 
besass, auf halbem wege entgegen, wer selbst derartige rhyth- 
mische Statistiken auf grund einer sinngemäss betonenden rezi- 
tation der einzelnen verse gemacht hat, weiss, dass ein einzel- 
vers mitunter Schwankungen in der auffassung unterworfen ist 
und mit gleichem rechte an zwei verschiedenen stellen unter- 
gebracht werden kann, je nachdem man den sinnesakzent mehr 
auf dieses oder mehr auf jenes wort legt, dass man nach längerer 
pause das ethos manches verses und mancher versreihen anders 
als vorher beurteilt auch in meiner vorliegenden Statistik wird 
man sicher mehrfach auf derartige zweideutige verse stossen. 
aber dieser umstand alteriert in keiner weise das gesammt- 
system der einzelnen typischen formen, das sich mit evidenz 
als richtig erweist, mag man auch einzelne belege aus einem 
fach herausnehmen und in ein andres einordnen, schwierig ist 
die frage, wieweit man rein rhythmisch begründete abweichungen 
von der natürlichen, sinngemässen betonung, wie sie auch in 
der prosa massenhaft vorkommen, annehmen darf, wie weit im 
besondem der usus des einzelnen dichters in dieser hinsieht 
geht mir will es nachträglich scheinen, als hätte ich in der 



Vorwort. xv 

annähme solcher abweichungen hie und da etwas weiter gehen 
sollen, als ich gegangen bin; dann wären noch einige spärlicher 
belegte versformen verschwunden und die wunderbare glätte 
der gerhardschen verse noch deutlicher und widerspruchsloser 
hervorgetreten. 

Die anmerkungen setzen sich zur aufgäbe alle schwierigeren, 
der erklärung bedürftigen stellen zu besprechen und den engen 
stilistisch -lexikalischen Zusammenhang der fabeln Gerhards mit 
der übrigen mittelniederdeutschen literatur möglichst eingehend 
aufzuzeigen, bei dem zustande der mittelniederdeutschen lexi- 
kographie, die einer wissenschaftlichen reform ebenso bedürftig 
ist wie die grammatik, war es nicht zu vermeiden, dass mir 
bei der langen beschäftigung mit dem texte und bei der aus- 
arbeitung der anmerkungen eine masse von berichtigungen und 
ergänzungen zu einzelnen artikeln des grossen Mittelnieder- 
deutschen Wörterbuchs zuflössen, die ich denn auch nicht habe 
zurückhalten wollen, da sie an andrer stelle schwerlich ver- 
wertbar gewesen wären und eine neue aufläge des Wörterbuchs 
vorläufig wohl nicht in aussieht steht in gleicher weise habe 
ich auf hervorstechende stileigen hei ten der mittelniederdeutschen 
dichtung, beliebte formein und Wendungen wie syntaktische 
erscheinungen, mein augenmerk zu richten versucht und dabei 
vergleichende ausblicke auf den mittelhochdeutschen gebrauch 
getan, ich glaube, dass es mit hülfe des Wortschatzes möglich 
sein wird die heiraat einer ganzen reihe von denkmälern ge- 
nauer zu bestimmen als bisher, und hoffe demnächst nach dieser 
richtung gehende Untersuchungen vorlegen zu können, in sti- 
listischer wie lexikographischer hinsieht war es mein prinzip 
die gesammte niederdeutsche dichtung älterer zeit in gleicher 
weise zu berücksichtigen, soweit dieselbe gedruckt vorliegt; nur 
wenige texte (wie z. b. der spiegel der laien und Josefs gedieht 
von den sieben todsünden) blieben mir unzugänglich, auch 
das, was in Gerhards wertschätz dialektisch wichtig ist, ist im 
kommentar eingehend besprochen, das am Schlüsse angefügte 
register wird für leichteres auffinden einzelner behandelter werte 
willkommen sein. 

Herr geheimer hofrat professor von Heinemann, ober- 
bibliothekar der wolfenbütteler bibliothek, hatte die grosse liebens- 



XVI Vorwort. 

Würdigkeit ein an das herzoglich braunschweigische Staatsmini- 
sterium gerichtetes gesuch um Übersendung des wolfenbütteler 
codex hierher nach Jena freundlichst zu befürworten und er- 
möglichte mir dadurch die haupthandschrift der fabeln in aller 
müsse zu benutzen, wofür ich ihm wie für mehrfache umgehende 
beantwortung einzelner fragen auch an dieser stelle herzlichen 
dank sage, eine kollation des münchener fragments verdanke 
ich herrn doktor Friedrich Panzer, die herren professoren 
Yiktor Michels und Hermann Paul haben die einzelnen 
korrekturbogen des entstehenden buches auf meine bitte einer 
durchsieht unterzogen; beiden bin ich für eine reihe von be- 
merkungen und winken zu besonderem danke verpflichtet, dass 
herr professor Eduard Sievers das buch vom entstehen an 
mit unermüdlicher freundlicher teilnähme begleitet hat, dass 
ich allgemeines und einzelnes vor und während des druckes 
mündUch und schriftlich mit ihm eingehend diskutieren durfte, 
hat mir die freude an der arbeit wesentlich erhöht; besonders 
verdankt der text seinen randbemerkungen und vorschlagen 
erhebliche förderung. in seine bände lege ich diesen versuch 
als ein schwaches zeichen meines dankes und meiner Verehrung. 

Jena, 6. juni 1898. 

Albert Leltzmann. 



EINLEITUNG. 



Leitzmann, Die fabeln Gerhards von Minden . 



I. Handschriften. 

1. Die wolfenbütteler handschrift (W). Die einzige, 
vollständig auf uns gekommene handschrift der vorliegenden 
fabeln ist im besitz der herzoglichen bibliothek in Wolfenbüttel 
und trägt jetzt die Signatur 997 Nov. es ist eine papierhand- 
schrift des fünfzehnten Jahrhunderts in quartformat und besteht 
aus einem seiner zeit von der inneren fläche des einbandes 
beim umbinden losgelösten pergamentblatt und hundert papier- 
blättern, von denen erst das fünfte die paginierung 1 aufweist, 
die dann bis 96 blatt für blatt bis ans ende der handschrift 
fortläuft; aus versehen ist dabei die ziflfer 91 doppelt verwendet, 
so dass die letzten fünf blätter falsche zahlen aufweisen, die 
hauptmasse der handschrift besteht aus acht lagen zu je zwölf 
blättern in der weise, dass das vierte unpaginierte blatt und 
blatt 1 — 11, blatt 12 — 23, blatt 24—35, blatt 36 — 47, blatt 
48 — 59, blatt 60—71, blatt 72 — 83, blatt 84—95 je eine 
läge bilden, die drei ersten unpaginierten blätter sind der 
ersten läge vorgeheftet, blatt 96 an die achte hinten angefügt, 
meinem texte sind am rande die blattzahlen der handschrift 
beigefügt, die ich im Oktober und november 1896 hier in Jena 
abgeschrieben habe. 

Die Schrift der fabeln ist schwarz, doch sind teilweise rote 
buchstaben, striche und linien verwendet, die anfangsbuch- 
staben der einzelnen fabeln sind rot geschrieben, im übrigen 
die initiale jedes verses rot durchstrichen, die vierzeiligen 
moralen am Schlüsse jeder fabel sind rot unterstrichen; am be- 
ginn jeder moral steht ein rotes paragraphenzeichen. die fabeln 
sind am rande fortlaufend gezählt, die zahlen von 2 an rot 
unterstrichen, ziemlich häufig sind rote, seltener schwarze 
striche innerhalb der verse als eine art Interpunktionszeichen 
bei schärferen Sinneseinschnitten gesetzt, die jedoch zuweilen 

an verkehrten stellen stehen, ich verzeichne sie wie auch alle 

b* 



XX Wolfenbütteler 

sonstigen randbeischriften in den lesarten unter dem texte, auch 
alle korrekturen und Streichungen der handschrift habe ich dort 
angeführt, so dass sich aus den lesarten ein genaues und voll- 
ständiges bild des wolfenbütteler codex gewinnen lässt. 

Wenn ich oben die handschrift die einzige vollständig auf 
uns gekommene nannte, so widerstreitet das einer behauptung 
ihres ersten beschreibers und wissenschaftlichen benutzers Hoflf- 
mann von Fallersieben, dieser sagt (Niederdeutscher Aesopus 
s. 6), dass die handschrift ursprünglich mehr als 125 gedichte 
enthalten haben müsse, „denn nach der lücke am Schlüsse des 
einbandes zu schliessen fehlen wenigstens drei lagen, jede zu 
zwölf blättern, also im ganzen noch 72 selten, worauf wohl 
noch 24 gedichte gestanden haben können", diese behauptung 
ist dann von Oesterley (Romulus s. xxix, vgl. auch Nieder- 
deutsche dichtung im mittelalter s. 29), wenn auch zweifelnd, 
wiederholt worden, der allerdings hinzusetzt, die verloren ge- 
gangenen blätter könnten auch wohl leer gewesen oder ander- 
weitig benutzt worden sein, so dass wir keinen textverlust zu 
beklagen hätten, schon von Heinemann hat in einem briefe 
an Leopold Hervieux vom 10. Oktober 1882, den dieser in 
seinem buche Les fabulistes latins 1,800 zitiert,^ die lücken- 
haftigkeit unsrer handschrift mit den werten bestritten: „Le 
manuscrit finit avec la fable 125 et je ne vois,aiiCune raison 
de croire, qu'il soit ä la fin mutiU, puisquHl conelut par la 
morale, qui est toujours aitacMe ä la fin des fablest daraufhin 
misst denn auch Hervieux einer eigenen, auf Hoflfmanns be- 
hauptung gegründeten Schätzung der anzahl der fehlenden fabeln 
(s. 799) keinen wert mehr bei. auch ich muss von Heinemanns 
auffassung unbedingt beitreten und Hoflfmanns ansieht als nicht 
begründet zurückweisen, zunächst ist unmöglich, dass, wie 
Hoflfmann meint, mehrere ganze lagen fehlen, da das letzte blatt 
der handschrift gar nicht das schlussblatt einer läge, sondern 
ein einzelblatt ist. ferner wäre es, wie von Heinemann richtig 
hervorhebt, ein merkwürdiger zufall, dass das letzte erhaltene 
blatt gerade mit dem Schlüsse einer fabel abschneidet, man 
müsste denn dem mutwilligen Zerstörer eine schwer begreifliche 
rücksicht auf die künftigen leser des von ihm misshandelten 
buches zutrauen wollen, dazu kommt der merkwürdige, sonst 



\ 



handschrift. XXl 

in dem ganzen werke nicht wieder zu belegende umstand, dass 
die letzte fabel auf blatt 96 mit einer doppelten vierzeiligen 
moral abschliesst, deren zweite mit einem j,aliud^^ an die erste 
angeknüpft ist und eine bei weitem ungeschicktere ausdrucks- 
weise zeigt, als dass wir sie unsrem dichter zuschreiben könnten, 
warum sollte der dichter auch seine sonst überall streng fest- 
gehaltene technik einer vierzeiligen moral in diesem einen falle 
Töllig willkürlich durchbrochen haben? vielleicht versuchte 
sich hier der Schreiber, der an das ersehnte ende seines pen- 
sums gelangt war, an einem moralverschen eigener erfindung, 
um damit die noch übrigen vier zeilen, nach seiner ansieht 
gewifs höchst passend zu füllen. 

Was die frage nach der herkunft und geschichte des codex 
betrifft, so müssen uns in erster linie die eintragungen auf dem 
pergamentumschlag und auf den dem eigentlichen texte vorher- 
gehenden vier blättern aufschluss geben, von welchen letzteren 
nur das erste leer ist. sie sind samt und sonders in rein 
niederdeutschem dialekt und von mindestens zwei bänden ge- 
schrieben, von denen keine mit derjenigen identisch ist, die 
den text unsrer fabeln geschrieben bat. von der einen band, 
vielleicht, wie wir gleich sehen werden, der der besitzerin des 
codex um die scheide des 15. und 16. Jahrhunderts, stammen 
die notizen auf dem Umschlag, zwei kleine bemerkungen auf 
der vorder- und eine auf der rückseite des dritten und das 
ganze vierte unpaginierte blatt. in der hauptsache sind es auf- 
zeichnungen über geliefertes vieh und eingegangene acker- und 
Pachtgelder; an verschiedenen stellen sind Jahreszahlen bei- 
geschrieben, die frühste 1499, die späteste 1524. mehr als 
diese ökonomischen register interessieren uns zwei eintrage 
andrer art auf dem Umschlag, der eine giebt uns willkommenen 
aufschluss über die damalige besitzerin der handschrift: I)yt 
boek kort toe mai^gryt van schonfeit genant van grastryp 
M CCGC XC Villi (fehlerhaft mitgeteilt bei Hoffmann s. 5). 
von den adligen geschlechtern von Schönfeld könnten wohl hier 
nur die beiden jetzt ausgestorbenen mecklenburgischen in be- 
tracht kommen (vgl. von Meding, Nachricht von adligen wappen 
s. 540; Kneschke, Neues allgemeines deutsches adelslexikon 8, 
307; Stammbaum des blühenden und abgestorbenen adels in 



\ 



xxn Wolfenbütteler 

Deutschland 3, 343 a), deren eines damals im westfälischen ge- 
sessen haben muss. bei grastryp, welcher name auch auf dem 
vierten blatte noch einmal begegnet, müsste man an das jetzige 
lippische dorf Grastrup-Hölsen im amtsgericht Salzuflen denken, 
wenn dieses nicht damals Gravestorp geheissen hätte (vgl. Preuss 
und Falkmann, Lippische regesten 2, 78. 84. 124. 287. 4, 118. 
427). der name macht keine Schwierigkeiten: mnd. strtpe be- 
deutet allgemein „streifen landes" (vgl. Mnd. Wörterbuch 4, 437 b; 
Versuch eines bremisch -niedersächsischen Wörterbuchs 4, 1068); 
das kompositum grasstrtpe als appellativum ist speziell für 
Grubenhagen belegt (vgl. Schambach, Wörterbuch der ud. mund- 
art der fürstentümer Göttingen und Grubenhagen s. 215 a). es 
liegt hier eine wohl nur lokal bekannte orts- oder flurbezeich- 
nung vor. der codex befand sich also um 1500 auf engrischem 
boden im besitz Margaretens von Schönfeld, die sich von Grastrip 
nannte, der zweite interessante eintrag des Umschlags ist fol- 
gende ins niederdeutsche umgesetzte, ursprünglich hochdeutsche 
vierzellige priamel aus Brants NarrenschifF 39,21, wozu Zarnckes 
anmerkung zu vergleichen ist (fehlerhaft veröffentlicht von Seel- 
mann im Nd. korrespondenzblatt 4, 67; vgl. auch s. 84): 

Der nerren raet vnd büller wercfh] 
Eyn staet gehoicen vp eyne [berch] 
Vn stroe dat yn den scko lych[t] 
Dy iiij verherren sych gyn ty[t] 

die versenden sind durch flecke zerstört, die reime beweisen 
den hochdeutschen Ursprung. — eine zweite band hat auf dem 
grössten teil des dritten unpaginierten blattes vergleichende 
münztabellen, man könnte sagen eine art kurszettel notiert, 
als münzenprägende städte und gemeinden sind hier genannt: 
Lübeck, Hamburg, Berg, Münster, Goslar, Deventer, Brabant, 
Kleve, Dortmund, Osnabrück, Göttingen, Lüneburg, Bremen, 
ZwoUe, Geldern, Prankfurt, Köln, Böhmen, Drenthe. am Schlüsse 
beider blätter steht die bemerkung, dass alle in diesen Ver- 
zeichnissen nicht aufgeführten raünzsorten verbodden gelt sein 
sollen, ob diese Zusammenstellungen für den numismatiker irgend 
welchen wert haben, kann ich nicht beurteilen, für unsern zweck 
genügt die tatsache, dafs in ihnen nichts enthalten ist, was der 
oben behaupteten lokalisierung im englischen widerspricht. 



handschrift. XXllf 

Von den späteren Schicksalen der handschrift giebt uns nur 
noch eine notiz auf dem ersten textblatte künde: Bibliotheca 
J. Niesert pastofis in Velen. 1815 (auch diesen eintrag hat be- 
reits HofiEmann s. 5 mitgeteilt). Joseph Niesert (1766 — 1841; 
Ygl. über ihn Eassmann, Nachrichten von dem leben und den 
Schriften münsterländischer Schriftsteller s. 238), der bekannte 
herausgeber der münsterschen Urkundensammlung und der ver- 
dienstlichen beitrage zur münzkunde des hochstifts Münster, war 
seit 1804 pfarrer in Velen, einem westfälischen dorfe zwischen 
Bocholt und Koesfeld. dass Niesert der spräche und literatur 
seiner westfälischen heimat trotz der eben genannten Publika- 
tionen keine besondere aufmerksamkeit schenkte, ist auch sonst 
bekannt (vgl. die bemerkung Nordhoflfs Germania 18, 282). mir 
scheint daher eine Vermutung von Heinemanns, die er mir 
gegenüber in einem briefe vom 4. dezember 1897 aussprach, 
durchaus plausibel, dass nämlich Niesert den codex nicht aus 
Interesse an seinem poetischen Inhalt oder dessen sprachlicher 
form, sondern lediglich wegen der darin enthaltenen münz- 
tabellen erworben habe, für uns ist heute das. Wertverhältnis 
umgekehrt; jedenfalls aber danken wir es dem velener pfarrer, 
dass er die handschrift vom wahrscheinlichen untergange ge- 
rettet hat. 

Über den dialekt des Schreibers der fabeln genügen ein 
paar bemerkungen. offenbar war es ein Mittelfranke, der den 
rein niederdeutschen text abschrieb oder eigentlich umschrieb, 
unbekümmert, ob er dabei den reim zerstörte oder nicht, voka- 
lismus und konsonantismus, über die ich mir eingehendere Zu- 
sammenstellungen ersparen kann, nötigen zu dieser annähme 
und zwar zu einer lokalisierung seines heimatsdialekts eher im 
moselfränkischen als im ripuarischen gebiete, aber die sprach- 
form kompliziert sich weiterhin noch dadurch, dass der Schreiber 
über seine mitteldeutsche mundart hinweg nach einer hoch- 
deutschen, schriftsprachlich normierten lautgebung strebte, ohne 
doch diese hochdeutsche spräche genügend zu beherrschen, da 
er andrerseits eine ganze menge niederdeutscher formen mecha- 
nisch aus der vorläge übernahm, so ist ein eigenartiges sprach- 
liches gemisch entstanden, das in der überlieferten form nie 
und nirgends gelebt haben kann, der von Zarncke so genannte 



\ 



' XXIV Bisherige 

Zwielichte dialekt (vgl. Hoflfmann Germania 13, 469; Nieder- 
deutscher Aesopus s. 5). so leistet er sich besonders im kon- 
sonantismus eine ganze anzahl hyperhochdeutscher formen oder 
vielmehr unformen (vgl. Behaghel, Schriftsprache und mundart 
s. 27): knaffe 98, 3. 5. 17. 101, 63; knyffm 34, 3. 10; ansichtxich 
109, 19; basz 11, 11; batx 11^ 72; bitxer 51, 4; dartxegen 53,6. 
98, 88; dertxen 49, 1; duttxe 103, 51; entmotxe 71, 1. 80, 3. 
102, 24; ernsthachtxigen 47, 37; holtx 68, 6; kattxei' 90, 26.31; 
luchtxen 13, 14; martxen 115, 77; mechtxich 43, 25; mytxen 
115, 71; moissen 94, 61; motxe 55, 2; muitxen 115, 175; ottxer 
115,78; ouet^moiss 21^22] plichtxich 101,11; sachtxich^yt 121,83; 
sichtxich 35, 10; spotxen 68, 4; trumpeixen 115, 169; txegen 
82, 26. 117, 12; txie 56, 1; unversichtxiger 83, 27; vluchtxich 
46, 18; fluitxen 115, 74; vorsichtxich 13, 23; vorsichtxicheyt 
119, 23; wintxer 9, 15. 21. 122, 11; anchen 44, 7; backen 99, 32 
bieh 77, 86; bleechen 56, 36; decken 123, 20; forcken 58, 20 
kackefi 65, 51; krucken 99, 136; Z^Äer 109, 19; locken 20, 14 
nacken 79,22; prechel 25,12. 57,3; sacÄ 32,6. 89,58; smecken 
97, 31; 5^acAm 35, 7. 65, 52. 99, 7. 31; strich 20, 29; ^rocÄe?^ 
20, 13; vordecheden 112, 23. die lesarten lassen das orthogra- 
phische bild der handschrift bei jedem werte klar "erkennen, 
das ich nicht ohne änderung in den text aufgenommen habe; 
nur die abkürzungen sind stets aufgelöst. 

2. Bisherige literatur. Die erste nachricht von unsern 
fabeln gab im jähre 1868 Hoflfmann von Fallersleben in einem 
aufsatze „Aesopus in niederdeutschen versen" in der Germania 
13, 469. nach einigen sehr summarischen Vorbemerkungen über 
die handschrift sowie über die anzahl und spräche der darin 
enthaltenen erzählungen teilt er hier vier stücke aus derselben 
mit, den prolog, die 1. und die 125. fabel „getreu nach der 
handschrift", die 115. „in der wahrscheinlich ursprünglichen 
gestalt". der abdruck der drei erstgenannten stücke ist bis auf 
geringe flüchtigkeiten genau, sehr misslich ist dagegen die für 
fabel 115 versuchte herstellung einer ursprünglichen gestalt: 
die für ein solches unternehmen unerlässliche genaue Unter- 
suchung der spräche, besonders der reime des ganzen denkmals 
hat Hoflfmann nicht angestellt, vielmehr giebt er nur eine um- 



literatur. xxv 

Schrift in ein mehr oder weniger ideales mittelniederdeutsch, 
wobei er mit sonst nicht belegten werten nichts rechtes anzu- 
fangen weiss (vgl. vers 71. 74. 137. 175). auch die wenigen 
beigefügten anmerknngen lassen zu wünschen. 

Sein hier (s. 469) gegebenes versprechen, später mehr aus 
diesem wolfenbütteler codex mitzuteilen, löste Hoffmann zwei 
jähre später ein durch herausgäbe des heftchens „Niederdeutscher 
Aesopus, zwanzig fabeln und erzählungen aus einer wolfen- 
bütteler handschrift des 15. Jahrhunderts", Berlin 1870. hier 
werden in der vorrede zunächst die einleitenden bemerkungen 
des Germaniaaufsatzes in etwas erweiterter gestalt wiederholt, 
dann zur vergleichung mit vier später wiedergegebenen fabeln 
die vier parallelen erzählungen des Magdeburger Aesop nach 
Wiggerts ausgäbe mitgeteilt, es folgt dann der abdruck von 
zwanzig fabeln in verbessertem texte mit kurzen erläuterungen 
in einer willkürlichen, von der handschrift abweichenden reihen- 
folge: 93 (der baumkönig), 54 (der axtstielsucher), 122 (ameise 
und fliege), 115 (die käfer- und wolfsfehde), 63 (die junge und 
die alte weihe), 114 (adler, Habicht und tauben), 112 (hahn 
und fuchs), 68 (der pfau), 111 (wolf und rabe), 58 (der alte 
wolf und der junge), 117 (wolf und bock), 85 (wolf und fähr- 
mann), 84 (der wolf als abc schütz), 70 (der affenkönig), 71 (esel 
und löwe), 121 (der kranke löwe), 78 (der maulesel auf freiers- 
füssen), 109 (die drei wünsche), 98 (frauenlist), 99 (der hofbauer 
als hofarzt). während die anmerkungen neben allbekanntem 
und neben verfehltem manchen wertvollen beitrag zur kritik 
und erklärung der fabeln entlialten, den ich dankbar meinen 
anmerkungen einverleiben konnte, kann man sich mit HofF- 
manns textgestaltung hier so wenig wie in dem Germaniaauf- 
satz einverstanden erklären, nicht nur sind eine ganze anzahl 
von werten des codex falsch gelesen, sondern vor allem die 
genaue Sprachuntersuchung auf grund des gesammten vorliegen- 
den materials auch hier wie früher versäumt worden, dazu 
kommt, dafs Hoffmann, wie mir scheint, als konjekturalkritiker 
nicht besonders glücklich ist. freilich muss man mit in recli- 
nung ziehen, auf welchem niveau die kenntnis der mittelnieder- 
deutschen spräche sich vor fast dreissig jähren befand, dürftig 
ist die am schluss des heftchens zusammengestellte „wortlese", 



XXVI Bisherige literatur. 

ein Verzeichnis von werten aus den dem Wortlaute nach nicht 
mitgeteilten fabeln des codex, sie erschöpft den sprachlich - 
lexikalischen reich tum unsres denkmals nicht entfernt; auch 
von den angeführten werten sind nicht alle stellen angegeben; 
falsche lesungen und missverständnisse laufen auch hier mit unter, 
schon diese knappe Übersicht zeigt, wie viel Hoflfmann einem 
späteren bearbeiter des codex zu tun übrig gelassen hat. natür- 
lich beruhen auf Hoflfmanns publikation alle angaben, die sich 
in den landläufigen handbüchern und sonst über diesen nieder- 
deutschen Aesop finden (vgl. z. b. Oesterley, Niederdeutsche 
dichtung im mittelalter s. 29; Gervinus, Geschichte der deutschen 
dichtung ^ 2, 524 anm.; Goedeke, Grundriss ^ 1, 481). 

Wenige jähre später hat Seelmann bei seinen vorarbeiten 
zur ersten vollständigen ausgäbe des Magdeburger Aesop, die 
dann 1878 unter dem irreleitenden titel „Gerhard von Minden*' 
erschien, eine abschrift des wolfenbütteler codfex genommen, 
bei dem engen Verhältnis beider Aesopdichtungen zu einander 
war Seelmann genötigt vielfach auch auf unser denkmal einzu- 
gehen und hat an verschiedenen stellen seines buches (s. xxvn. 
XXVIII. 167; anmerkung zu prolog 39. 24, 36. 29, 70. 95. 32, 
46. 36, 16. 37, 1. 46, 1. 48, 1. 7. 50, 1. 53, 1. 42. 56, 17. 78, 1. 
79, 1. 6. 81, 52. 87, 99. 96, l) einzelne zeilen zitiert oder be- 
sprochen, zu einer selbständigen publikation oder Untersuchung 
hat er seine abschrift nicht verwertet, doch durften andre for- 
scher aus ihr schöpfen: so Lübben im nachtragsbande des Mittel- 
niederdeutschen Wörterbuchs (6, 85 b. 99 a. 129 b. 198 a. 265 b. 
275a. 284b), Sprenger (Nd. Jahrbuch 13, 69) und Bachmann 
(Studien über Everhard von Cersne 1, 13 anm. 3. 71 anm. 2). 

Kleinere beitrage zur kritik und erklärung des hoffmann- 
schen textes haben Woeste und Sprenger geüefert, jener in 
seinen „Beiträgen aus dem niederdeutschen" (Zeitschrift für 
deutsche philologie 9, 225. 10, 119), dieser in einem besonderen 
aufsatz „Zum niederdeutschen Aesopus" (Nd. Jahrbuch 13, 69). 
ich habe die einzelnen vorschlage in den anmerkungen ver- 
zeichnet und besprochen. 

3. Das münchener bruchstück (M). Der rest einer 
zweiten handschrift unsrer fabeln, deren verlust nicht genug 



Münchener bruchstück. xxvil 

zu beklagen ist, da sie der zeit und der sprachform nach dem 
original bei weitem näher stand als die wolfenbütteler, ist ein 
einzelnes foliopergamentblatt, das die königliche hof- und Staats- 
bibliothek in München unter der Signatur Cgm 5249, 33 be- 
wahrt es ist zweispaltig in abgesetzten verszeilen von einer 
band des ausgehenden 14. oder des beginnenden 15. Jahrhun- 
derts sehr schön geschrieben. Keinz publizierte es 1886 unter 
dem titel „Bruchstück einer niederdeutschen fabelsammlung" 
in der Germania 31, 89. es umfasst die verse 121, 79 — 123, 36, 
die jedoch durch einen Schmutzfleck zum teil unleserlich ge- 
worden sind, bereits der erste herausgeber erkannte, obwohl 
nur Hoffmanns text damals vorlag, die Zugehörigkeit des frag- 
ments zu dem wolfenbütteler Aesop, die dann durch Seelmann 
auf grund seiner abschrift desselben bestätigt wurde (Nd. kor- 
respondenzblatt 10, 63). ich habe das blatt nicht selbst gesehen; 
auf meine bitte besorgte mir Friedrich Panzer eine genaue kol- 
lation, die eine reihe ergänzungen und besserungen der keinz- 
schen publikation ergab. 

Auch in diesem fragment sind die initialen der einzelnen 
verse rot durchstrichen, im unterschiede von der wolfenbütteler 
handschrift zeigt das bruchstück Überschriften über den ein- 
zelnen fabeln und die werte De syn darup (kirup) (vgl. 85,49) 
über den moralen, sämtlich rot geschrieben, am ende mancher 
Zeilen steht ein roter querstrich, wohl eine art Interpunktions- 
zeichen, eine eigenart der schrift, die uns hier nicht näher 
interessiert, erwähnt Keinz (s. 90). 

Die herkunft des blattes lässt sich nur indirekt bestimmen, 
eine band des 16. Jahrhunderts hat den titel des buches, dem 
es einst als Umschlag oder deckelschutz diente, darauf notiert: 
Forstregister der herrschaft Itter, Keinz führt, wie mir scheint, 
mit recht aus (s. 91), dass weder an die tirolische herrschaft 
noch an das dorf dieses namens im landkreise Düsseldorf zu 
denken sei, sondern an die alte herrschaft Itter westlich von 
Waldeck, südlich von Korbach. in der frage der provenienz 
der handsclirift weiter zurück zu gelangen ist leider unmöglich. 

Der dialekt des fragments ist rein niederdeutsch und steht 
jedenfalls dem des Originals ausserordentlich nahe; ja es dürfte 
wohl der annähme nichts entgegenstehen, dass die handschrift. 



xxvm Textkritische 

als deren einziges Überbleibsel es auf uns gekommen ist, sehr 
wohl direkt aus dem original abgeschrieben sein kann, da sie 
ihm auch zeitlich sehr nahe steht. 

4. Textkritische grundsätze. Ich beginne mit ein paai* 
bemerkungen über den kritischen wert der beiden handschriften. 
zwar sind uns in beiden zusammen nur 142 verse überliefert, 
doch lässt sich schon aus diesen ein kritisches urteil gewinnen, 
die vorhergehenden paragraphen dieses kapitels lehrten bereits, 
dass M bei weitem älter und in der konservierung der sprach- 
formen des Originals treuer ist als W. dasselbe resultat ergiebt 
sich bei einer vergleichenden betrachtung der lesarten. der text 
des bruchstücks M ist sprachlich reiner, metrisch glatter, in- 
haltlich häufig besser als der von W. wo die wörtliche Über- 
einstimmung weit genug geht, kann auch der text des Magde- 
burger Aesop gewissermassen als dritte handschrift herangezogen 
werden, da seine vorläge keine von unsern beiden handschriften 
gewesen sein kann, ausführlicher handle ich von dem gegen- 
seitigen Verhältnis beider fabelsammlungen an andrer stelle 
(vgl. s. XXXI anm.); hier nur die textkritische notiz, dass die les- 
arten des Magdeburger Aesop sich in der regel zu M und nur 
in den seltenen fällen, wo M augenscheinliche fehler hat, zu W 
stellen, wodurch die superiorität von M in kritischer hinsieht 
noch weiter gesichert wird. 

Ich stelle im folgenden die wichtigsten fälle zusammen, in 
denen die lesarten von M vor denen von W zweifellos den 
Vorzug verdienen. 

a) M bietet grammatisch besseres (genaueres darüber im 
dritten kapitel): 



121,86 


gemacht "W 


schreuen M 


121,89 


genesen W 


nexen M 


121, 104 


gesunt W 


xiind M 


121, 115 


gekomen W 


komen M 


122 , 60 


gebrech W 


hrek M 


123, 11 


geschafen W 


schapen M 


122, 28. 31. 56 


han "W 


hehbe M (vgl. Magdeburger Aesop 56, 
24. 27. 50) 


123,9 


hauen "W 


hebten M 



grundsätze. XXIX 

b) M bietet lexikalisch besseres (genaueres in den anmer- 
kungen) : 

121, 83 vomemest W volest M 

122, 37 künde W roden M 

in beiden fällen liegt die annähme, dass der Schreiber von W 
das seltenere wort der vorläge durch ein gewöhnlicheres ersetzt 
habe, näher als die umgekehrte. 

c) M bietet rhythmisch glattere verse: 

121, 84 sind die wart dich W sind de dy dar van M 

121 , 101 wulde dem teidff do W den wuljf do wolde M 

121, 106 das vorwundert mich W des wundert muk M 

121, 107 amptman W ämetman M 

121, 112 dar ynne ir prior syt "W dar gy xind ynne prior M 

121, 114 die sin so dol W de xind dol M 

121, 117 gerne den schaden W gherne yo dem schaden M. {ebenso 

Magdeburger Aesop 55, 131) 

122, 47 weide vorromest "W icolde romest M 

123, 25 vos xo der afen W vos do to der apen M 

d) M bietet inhaltlich besseres: 

121,94 dar yn W dar an M (ebenso Magdeburger 

Aesop 55 , 100) 

121, 105 her wulff W her voghet M (vgl. ratgever des 

königes Magdeburger Aesop 
55, 112) 

122, 33 is dich des W is dy al d . ,K (vgl. Magdeburger 

Aesop 56 , 29) 
122, 44 allet dat du rorest W al dat du hero . . . M (vgl. Magde- 

burger Aesop 56 , 40) 
122, 62 groisse sin W grot gerne syn M 

Diesen stellen gegenüber finden sich nur vier, an denen 
M augenscheinliche fehler hat, während, wie der Magdeburger 
Aesop bestätigt, in W das richtige erhalten ist: 

121, 110 hanschen W (vgl. Magdeburger Aesop hende M 

55, 122) 

122, 15 in denhuisen^ (vgl. Magdeburger Aesop in dem huse M 

56, 13) 

122, 16 den rychen dan W (vgl. Magdeburger Aesop der riken dar M 

56, 14) 
122, 17 ich ^y (vgl. Magdeburger Aesop 56, 15) vnd M 

Da uns nun die gute handschrift M nur für einen ver- 
schwindend kleinen teil des denkmals zur korrektur der voll- 



XXX Textkritische grundsätze. 

ständig erhaltenen, schlechteren W zur Verfügung steht, so ist 
für alle die partieen, wo wir W allein benutzen können, die 
herstellung des echten textes eine sehr missliche aufgäbe, wie 
oft z. b. der Schreiber von W änderungen wie die oben unter b) 
verzeichneten vorzunehmen sich gedrungen gefühlt hat, ist natür- 
lich gänzlich unberechenbar, einige fälle, in denen ich der- 
artige Verderbnisse sicher bessern zu können glaubte, vei*suche 
ich in den anmerkungen zu rechtfertigen, glücklicherweise 
giebt die sprachliche Untersuchung, die ich im dritten kapitel 
vorlege, einigermassen klare und gesicherte resultate, die für 
die herstellung des Originaltextes von wert sind, an bedeutend 
weniger stellen glaubte ich metrischen erwägungen einfluss auf 
die textgestaltung gestatten zu sollen, deren oberstes prinzip 
ein im wesentlichen konservatives bleiben musste. einer reihe 
von emendationsvorschlägen, die allein, ohne auch anderweitig 
gestützt zu sein, von der neigung diktiert wurden den subjektiv 
sicher erkannten und empfundenen rhythmischen tendenzen 
unsres dichters, soweit das möglich schien, auch in verderbten 
versen unter erheblicheren ab weichungen von der Überlieferung 
genugzutun, habe ich nur innerhalb des vierten kapitels eine 
stelle angewiesen, während ich im texte durch untergesetzte 
punkte das nach meiner Überzeugung beim metrischen vertrag 
zu tilgende bezeichnet habe. 



IL Verfasser. 

1. Das Zeugnis des Magdeburger Aesop. Im prolog 
des Magdeburger Aesop erzählt der dichter, wie die aesopischen 
fabeln in Griechenland entstanden, dann ins lateinische, schliess- 
lich ins englische übertragen wurden, dann heisst es weiter 
(vers 33)1): 

8tnt heft an düdesch ok en here 
en del bracht düsser besten merey 
dat dar en minsche tucht und ere 
bi und hövescheit jo lere : 
Qerart het he und was deken 
to Minden, so we ok spreken 
wolde dat alsunder wan, 
dat van godes bort da weren gan 
dusent und dre hundert jar 
und seventich, de hedde war. 

wenn man den ganzen prolog im zusammenhange überliest, so 
liegt klar am tage, dass mit diesen versen der dichter seinen 
kurzen historischen überblick über die Schicksale der aesopischen 
fabeln fortführt und abschliesst, indem er nach den drei aus- 
ländischen auch noch eines deutschen Vorgängers gedenkt, es 
erscheint mir schwer begreiflich, wie man jemals hat annehmen 
können, er habe mit diesen worten sich selbst gemeint, der 
Magdeburger Aesop sei also eine dichtung Gerhards von Minden, 
diese ansieht hat jedoch seit der ersten ausgäbe einiger fabeln 
dieses Aesop durch Wiggert 1836 niemals Widerspruch erfahren^ 



1) Bei meinen zitaten aus dem Magdeburger Aesop liegt nicht Seel- 
manns ausgäbe, sondern eine mehrfach genau kollationierte abschriit der 
handschrift zu gründe, die mir herr professor Hermann Dittmar in Magde- 
burg freundlichst zur Verfügung gestellt hat. sie entstammt der mitte der 
siebziger jähre, in denen sich Dittmar mit dem gedanken einer herausgäbe 
trug, ich darf hier auf einen demnächst in Pauls und Braunes beitragen 
erscheinenden aufsatz hindeuten, in dem ich Seelmanns ausgäbe auf grund 
dieses materials einer eingehenden kritik unterziehe und zugleich eine aus- 
führlichere Untersuchung des denkmals vorlege. 



xxxil Zeugnis des Magdeburger Aesop. 

auch nachdem man durch Hoffmann eine zweite niederdeutsche 
fabelsammlung wenigstens teilweise kennen gelernt hatte, erst 
Seelmann hat in der einleitung zu seiner ausgäbe der magde- 
burger fabeln (Gerhard von Minden s. xxu) den wahren Sach- 
verhalt erkannt: „Gerhard von Minden kann also nicht der Ver- 
fasser der ihm bisher zugeschriebenen fabeln sein, sondern muss 
ein andres, älteres fabelwerk verfasst haben, es kann nach dem 
oben gesagten nicht zweifelhaft sein, dass dieses werk in dem 
wolfenbütteler Aesop erhalten ist; denn wenn der dichter in 
dem Vorworte sich nicht selbst genannt hat, so kann er nur 
die absieht gehabt haben wenigstens durch lobende erwähnung 
den von ihm oft geplünderten Verfasser des älteren werkes zu 
entschädigen oder, wenn er nach dem vorgange der lateinischen 
fabelschreiber daran keinen anstoss nahm, der Wahrheit gemäss 
zu bekennen, dass nicht er, sondern jener Gerhard von Minden 
der erste ihm bekannte deutsche fabelschreiber sei." auf diese 
allein richtige interpretation der oben zitierten prologworte 
musste ein herausgeber notwendigerweise geführt werden, be- 
dauerlich ist es, dass Seelmann nicht auch im titel seines buches 
dieser auffassung räum gegeben, sondern die alte falsche be- 
zeichnuDg beibehalten hat. in späteren abhandlungen und 
notizen im Niederdeutschen Jahrbuch und korrespondenzblatt 
wendet er die ebenfalls unpraktische benennung „Pseudogerhard 
von Minden" an, die ich durch die von mir durchgängig ge- 
brauchte „Magdeburger Aesop" oder schlechthin „Aesop" ersetzt 
sehen möchte. Seelmanns auffassung fand denn auch bei fast 
allen kritikern seiner ausgäbe, soweit sie die frage überhaupt 
berühren, Zustimmung: so z. b. bei Strauch (Anzeiger für 
deutsches altertuni 5, 241) und Henrici (Jenaer literaturzeitung 
1878 s. 339). einzig Sprenger bekannte sich, wenn auch nicht 
ganz bedingungslos, zu der alten ansieht (vgl. Zu Gerhard von 
Minden s. 4; Nd. Jahrbuch 13, 69). 

Es unteriiegt somit keinem zweifei, dass ein Gerhard, dekan 
in Minden, Verfasser der uns in dem wolfenbütteler codex über- 
lieferten niederdeutschen fabelsammlung ist. 

2. Die abfassungszeit. Als abfassungszeit dieser dich- 
tung Gerhards giebt der magdeburger prolog die bestimmte 



Abfassimgszeit. xxxm 

Jahreszahl 1370. ich glaube, dass wir hier einen fehler des 
Schreibers oder schon seiner vorläge anzunehmen und vers 41 
twe statt dre zu lesen haben; wir erhielten dann die zahl 1270. 
der hauptgrund für diese annähme sind die historischen Zeug- 
nisse, während um 1370 kein dekan Gerhaid in Minden ur- 
kundlich bezeugt ist, vielmehr die dekane der hauptgemeinden^ 
besonders der dom- und Johannsgemeinde, nachweislich anders 
Messen, finden wir ein Jahrhundert früher einen Gerhard als 
dekan der domgemeinde innerhalb der jähre 1260 — 1278 in 
den Urkunden sehr häufig; schon Wiggert (Scherflein 2,81) 
wusste von ihm. ich brauche die näheren belege hier nicht 
zusammenzrt] stellen, da wir aus ihnen weder den familiennamen 
Gerhards noch sonst irgend etwas bemerkenswertes über ihn 
erfahren, sie finden sich in Holschers ausführlicher beschreibung 
des bistums Minden (Zeitschrift für vaterländische (westfälische) 
geschichte und altertumskunde 35, 2, 82 anm. 7) und würden 
sich aus neueren Urkundenpublikationen leicht vermehren lassen, 
da nirgends ein familienname Gerhards genannt wird, so dürfen 
wir wohl annehmen, dass er bürgerlicher herkunft war, wie es 
auch an sich das wahrscheinlichere sein würde. 

Dieser durch die historischen Verhältnisse nahegelegten 
rückdatierung unsres denkmals aus dem vierzehnten ins drei- 
zehnte Jahrhundert steht nicht nur nichts im wege, es lassen 
sich vielmehr noch weitere erwägungen anstellen, die die Wahr- 
scheinlichkeit derselben erhöhen, der dichter des Magdeburger 
Aesop hat etwa um 1400 gedichtet, Gerhard nach der bisherigen 
annähme 1370. wie kam jener dazu schon nach dreissig jähren, 
innerhalb welcher zeit das ältere werk unmöglich schon sprach- 
lich, stilistisch oder ästhetisch soweit veraltet und aus dem 
literarischen bewusstsein des publikums verschwunden sein 
konnte, dass eine neubearbeitung notwendig geworden wäre, 
sich an einer behandlung desselben Stoffes zu versuchen? es 
wäre das ein in der geschichte der älteren deutschen literatur 
ganz einzig dastehender fall, sonst beobachten wir immer nur, 
dass beliebte literarische stoffe, erst wenn ihre gangbaren be- 
arbeitungen aus irgend einem gründe der geschmacksrichtung 
des publikums nicht mehr entsprachen oder sonstwie schwer- 
verständlich geworden waren, einer modemisierung unterzogen 

Leitzmann, Dio fabeln Gerhards von Minden. C 



XXXIV Abfassungszeit. 

würden, auch in unserm falle wird es sich so verhalten haben, 
das 1270, offenbar unter den nach Wirkungen der lektüre der 
klassischen mittelhochdeutschen werke und im auf blick zu ihnen 
als mustern poetischer kunst geschriebene werk des dekans Ger- 
hard konnte nach 130 jähren auf ganz anders geartete ge- 
schlechter, deren literarische ideale sich gewandelt hatten, seiner 
Wirkung nicht mehr so sicher sein, erst nach einem solchen 
längeren Zeiträume konnte der wünsch nach einer moderneren 
bearbeitung entstehen, schliesslich lehrt auch eine vergleichung 
des gänzlich verschiedenen Charakters beider fabelsammlungen, 
ihrer erzählungstechnik wie ihrer metrisch- rhythmischen eigen- 
art, dass zwischen beiden dichtungen mehr als nur dreissig jähre 
verflossen sein müssen: sie tragen deutlich den Stempel ver- 
schiedener literarischer perioden. 

Gesteht man meinen darlegungen beweiskraft zu , so gehört 
der 1270 gedichtete Aesop Gerhards von Minden mit zu den 
ältesten poetischen erzeugnissen der mittelniederdeutschen lite- 
ratuf. er ist dann zeitlich gleich hinter der gandersheimer 
reimchronik und dem kaland, die nur wenig älter sind, einzu- 
ordnen; Gerhard ist ein Zeitgenosse Bertholds von Holle. 

3. Zur Charakteristik. Ein gesamturteil über die dich- 
terische leistung Gerhards versuche ich später nach betrachtung 
seines Verhältnisses zu seiner quelle im fünften kapitel zu fallen, 
hier seien ein paar charakteristische züge und bemerkungen 
zusammengestellt, die im stände sind manche selten seiner 
natur, eigenheiten seiner erzählungs- und darstellungsweise, 
den grad seiner literarischen und menschlichen bildung, näher 
zu beleuchten, es wird möglich sein einzelne striche des por- 
traits stärker und deutlicher hervortreten zu lassen, wenn uns 
auch tiefere blicke in seine individuelle geistesform versagt 
bleiben. 

Gerhard hat, wie die später vorgelegte Untersuchung er- 
giebt, eine lateinische prosaquelle umgedichtet und zwar, wie 
wir wenigstens auf grund unsrer kenntnis der älteren deutschen 
literatur behaupten müssen, ohne hinblick auf schon vorhandene 
bearbeitungen aesopischer fabeln, niederdeutsche sind uns nicht 
erhalten und werden in nennenswerter zahl nicht existiert haben; 



Zur Charakteristik. XXXV 

aber auch die hochdeutschen beispiele des Strickers, die Ger- 
hard bekannt gewesen sein könnten, zeigen keinerlei berührungen 
mit seinem fabelwerk, er hat also stil und technik seiner er- 
zählungen, wie wir annehmen müssen, im wesentlichen original 
geschaffen, wir sehen die Schwierigkeit der aufgäbe im anfang 
durch die noch etwas spröde und ungelenke behandlung hin- 
durchblicken, sehen seine fabulierkunst geschmeidiger und freier 
werden und schliesslich einen gewissen, ganz annehmbaren 
grad der gewantheit erreichen, der, wenn er sich auch mit 
der unendlich feineren künstlerischen höhe der mittelhochdeut- 
schen dichtung noch nicht messen kann, für seine zeit in 
Niederdeutschland immerhin bedeutend gewesen sein muss. ein 
wohlverwalteter reichtum der spräche lässt ihn Wiederholungen 
von Wendungen und versen ebenso sorgsam vermeiden wie 
flickworte und bedeutungslose versfüUsel. seine reimtechnik ver- 
einigt abwechslung mit Wohlklang, wie auch seine metrik sich 
an die besten mittelhochdeutschen muster anschliesst dass er 
den mittelhochdeutschen klassikem nacheiferte, ist eine unum- 
gängliche annähme, für die alles, gegen die nichts spricht, die 
überhaupt für die älteren mittelniederdeutschen dichter selbst- 
verständlich genannt werden darf, er erzählt anschaulich und 
lebendig, weiss Situationen auszumalen, versteht es den dialog 
zuweilen scharf zuzuspitzen; nach mittelalterlicher weise beruft 
er sich auf seine quelle und ihre Wahrhaftigkeit, den fluss der 
erzählung unterbricht er gern durch einen appell an die auf- 
merksamkeit seiner zuhörer. 

Wie weit Gerhards literarischer gesichtskreis war, welche 
poetischen werke seiner Zeitgenossen er kannte und schätzte, 
welchen mustern insbesondre er nachstrebte, ist leider nicht 
mit genügender Sicherheit festzustellen, ich habe in den an- 
merkungen ein paar Vermutungen nach dieser richtung hin 
ausgesprochen und zu begründen versucht, sicher scheint mir, 
dass er Berthold von Holle kannte, den damals bedeutendsten 
niederdeutschen erzähler. mit namen nennt er Salorao (54, 49), 
Aristoteles (7,22), Cato (112,60), Hippokrates (121,86), ohne 
dass man mehr als das traditionelle wissen über diese männer 
bei ihm voraussetzen dürfte, eine interessante anspielung auf 

die heldensage liegt 97, 45 vor, wenn ich die stelle richtig 

c* 



XXXVI Zur Charakteristik. 

deute; die ervvähniing des schatzhütenden drachen (104, 4; vgl. 
Magdeburger Aesop 41 , 4) kann ebenso gut aus einem Volks- 
märchen wie aus der heldensage stammen, dass Gerbard neben 
der geschriebenen literatur auch die volkstümliche spruchweis- 
heit seiner zeit gekannt und mannigfach verwertet hat^ würden 
wir auch ohne sein direktes zeugnis (98, 117) annehmen und 
durchfühlen, vielleicht steckt auch in dem streng durchgeführten 
gesetz der vierzeiligkeit seiner moralen, das ich sonst nirgends 
beobachtet finde, ein volkstümlicher usus; manches, was Uhl 
in seinem buche über die priamel anführt, scheint dafür zu 
sprechen, örtliche anknüpfung seiner fabeln verschmäht unser 
dichter ebenso wie jegliche tiernamen: seine quelle hat natür- 
lich beides nicht und er hält dementsprechend . die imaginierte 
fahelwelt von derartigen Zusätzen auch seinerseits frei; man 
darf daraus nicht schliessen, dass ihm die alten deutschen tier- 
namen wie Keineke, Isegrim, Brun, nicht bekannt gewesen 
wären. 



III. Sprache. 

1. Quellen und hülfsraittel. Eine Untersuchung der 
spräche Gerhards muss sich in der hauptsache auf das in den 
reimen vorliegende material stützen, das aus ihnen zu ge- 
winnende ergebnis wird naturgemäss immer einen mehr oder 
weniger beschränkten umfang haben , zumal wenn wie in unserm 
falle der sprachliche Charakter des Originals in einer bedeutend 
späteren handschrift die allerschwersten Schädigungen erlitten 
hat. manche wortformen wie z. b. der bestimmte und un- 
bestimmte artikel, das vor seinem Substantiv stehende adjektiv, 
die praepositionen und konjunktionen können im reime nicht 
vorkommen; so sind es gerade die allerhäufigsten Wörter, zu 
deren lautlicher festlegung das reimmaterial nichts beizutragen 
vermag, aber auch in vielen andern fällen giebt es zufällig 
keine reimbelege und wir sind daher vielfach auf Vermutungen 
und Schlüsse angewiesen, deren kompetenz nicht immer unan- 
fechtbar ist. ich stelle hier übersichtlich zusammen, welche 
hülfsmittel uns für unsre spezielle aufgäbe zur Verfügung stehen. 

Ein paar werte über Gerhards reimtechnik seien gleich 
hier gesagt, wo der reim für unsre Untersuchung wichtiger ist 
als bei der betrachtung der metrik. der reim in unsern fabeln 
ist durchgängig rein ; ausser den in dem paragraphen über die 
quantität später zu besprechenden sind nur vier ganz leichte 
fälle von reimungenauigkeit vorhanden, also ein höchst kleiner 
Prozentsatz, einmal erscheint an : am gebunden: an : vornam 
46, 29. zwei reime eothalten ein überschüssiges n: sochten : 
mochte 19, 3; siilde : wulden 92, 13. endlich reimt 79, 29 
tve7^e : der; die kürzung tver anzunehmen, die sonst nirgends 
belegt ist, scheint mir dieser vereinzelte reim nicht beweis- 
kräftig genug, rührender reim begegnet in sechs fällen, vier 
leichteren und zwei schwereren, envoldicheit : snedicheit 12, 23, 
vredesa?n : lövesam 18, 53, holt: beholt 56, 29, arsedteu'.bene- 



XXXVIII Quellen 

die7i 99, 91 sind unanstössig. über die heit-veime handelt 
Wilhelm Grimm ausführlich in seiner abhandlung zur geschichte 
des reims (Kleinere schritten 4, 150); 5am-reime belegt er 
(s. 154) im 13. Jahrhundert nur aus Herborts Trojanerkrieg und 
Mai und Beaflor; häufiger aus gedichten des 12. Jahrhunderts, 
bedenklicher scheinen levet : levet 46, 39 und sprak : sprak 84, 13, 
beide male in genau gleicher bedeutung und funktion: der 
zweite fall ist nicht zu bessern, im ersten könnte vers 40 bevet 
gelesen und 95, 12 verglichen werden. 

In Minden, Gerhards heimat, sind aus älterer zeit leider 
nur noch zwei denkmäler sicher zu lokalisieren und daher für 
die Sprachuntersuchung nach möglichkeit zu verwerten, das 
gedieht „Der minne regel" und die zwanzig lieder Eberhards 
von Cersne aus dem anfang des 15. Jahrhunderts und das fast- 
nachtsspiel „Claus bur" von Bado (vgl. Woeste Zeitschrift für 
deutsche philologie 1, 214; Goedeke, Grundrisse 2, 335) aus 
der reformationszeit, beide also ganz erheblich jünger als unser 
fabeldichter. Eberhard von Cersne (ausgäbe von' Wöber, Wien 
1861) schreibt nicht den reinen mindenschen dialekt. wenn 
auch sein Wortschatz die deutlichsten spuren seiner nieder- 
deutschen heimat aufweist, bestrebt er sich doch lautlich soviel 
als möglich die spräche der mittelhochdeutschen dichter zu 
schreiben und ist so zu einer höchstens als individualdialekt 
möglichen mischsprache gekommen, die Untersuchung über 
dieses merkwürdige, ziemlich einzig dastehende sprachamalgam 
ist auch nach den fördernden bemerkungen Bechs in seiner 
rezension von Wöbers ausgäbe (Germania 7, 485) und nach 
Bachmanns erst teilweise veröffentlichter abhandlung (Studien 
über Everhard von Cersne, berliner dissertation, Dresden 1891) 
noch nicht als abgeschlossen zu betrachten, neuerdings hat 
Behaghel (Schriftsprache und mundart s. 25) reimzusammen- 
stellungen aus Eberhard für seine besonderen zwecke veröffent- 
licht, bei dieser läge der dinge darf Corsnes spräche nur teil- 
weise und mit vorsieht herangezogen werden, ein rein nieder- 
deutscher dialekt liegt uns dagegen im Claus bur (ausgäbe von 
Hoefer, Greifswald 1850) vor; Hoefers am schluss seiner aus- 
gäbe beigefügtes reim Verzeichnis ist, soviel ich sehe, voll- 
ständig und zuverlässig. 



und hülfsmittel. xxxix 

Weiterhin sind mit der nötigen reserve, aber doch in 
weitem umfange, auch die modernen mundarten zur feststellung 
der sprachform heranzuziehen, der heutige dialekt Mindens 
und des mindenschen landes selbst entbehrt zwar noch einer 
wissenschaftlichen spezialbehandlung ; doch sind wir für das 
westfälische und für die engrischen nachbarmundarten wie das 
ravensbergische, lippische, göttingisch-grubenhagensche genügend 
unterrichtet, ich habe folgende grammatische und lexikogra- 
phische literatur benutzt: 

Jellinghaus, Westfälische grammatik; die laute und flexionen 
der ravensbergische n mundart mit einem wörterbuche. ^ 
Norden 1885; 
Hof&nann, Die vokale der lippischen mundart. berner 

dissertation. Hannover 1887; 
Greverus, Lippesche wörter und ausdrücke. Archiv für 

das Studium der neueren sprachen 8, 344; 
Echterling, Eigentümliche Wörter der plattdeutschen spräche 
im fürstentum Lippe. Die deutschen mundarten 6, 49. 
207. 35L 477; 
Schambach, Wörterbuch der niederdeutschen mundart der 
fürstentümer Göttingen und Grubenhagen. Hannover 
1858; 
Woeste, Wörterbuch der westfälischen mundart. Norden 
imd Leipzig 1882. 
durchgängig habe ich auch Wredes berichte über Wenkers 
Sprachatlas im Anzeiger für deutsches altertum zitiert, soweit 
das in ihnen niedergelegte material in betracht kam. 

1. Vokalismus. 

2. Berührungen zwischen a und o. a) Vielfach wird 
im mittelniederdeutschen a vor folgendem Id und It in o ge- 
wandelt, eine erscheinung, deren Ursache wohl in einer guttu- 
ralen klangfarbe des l zu suchen ist (vgl. Lübben, Mnd. gram- 
matik s. 9. 13; Nerger, Grammatik des mecklenburgischen 
dialektes s. 12. 115; van Holten * Idg. forschungen 5, 183); 
derselbe lautwandel begegnet im mittelfränkischen (vgl. Wein- 
hold, Mhd. grammatik 2 s. 33). für Gerhards dialekt beweisen 
ihn die reime: 



XL Berüliruiigen 

goltiwolt (mhd. walt) 70, 11; iwolt {nihd. gewalt) 77, 7; 
holt : beholt 56, 29. 

danach sind auch folgende reime mit o anzusetzen: 

beholt : olt 90, 7 ; 

boldeiwolde (mhd. walde) 16, 25. 54, 7. 115, 161; iwolde (mhd. 

^^cw^a/O 109, 3; 
entholden : kolden 75, 3 ; 
gewolden : holden 55, 29 ; 
kolden : wolden 55, 25 ; 
manniehvolt : tro/^ 70, 37 ; 
oWcn : wolden 99, 83; 

oltiwolt (mhd. t«?a/0 98, 3; : e«?o/^ (mhd. ^ee<;a/Q 32, 13; 
^^oWe : ÄoWe 54, 25 ; 
wolden : holden 115, 151. 

daneben finden sich aber einige a- reime, die wir als auf hoch- 
deutschem einfluss beruhend betrachten müssen: 

bestalt : manniehvalt 29, 3; 

misstalt : alt 44, 27 ; : walt 39, 1 ; 

Salt : alt 44, 29. 85, 41. 90, 51; igestalt 62, 11; 

Salden : alden 69, 35 ; 

walgestalt : alt 99, 79; 

walt (mhd. walt) : gestalt 73, 37 ; 

walt (mhd. gewalt) : gestalt 20, 23. 

Eberhard von Cersne zeigt keine beweisenden o-reime, 
wohl aber hochdeutsche a-reime (vgl. Bachmann 1, 63); Bado 
hat beholden : wolde 288. 366. über die modernen Verhältnisse 
vgl. Wrede 19, 99. 283. 21, 278. 279. 

b) Alte ablautsverschiedenheiten scheinen vorzuliegen in 
mnd. hälen, van, tval gegenüber mhd. holn, von, wol (vgl. 
Lübben s. 9; Nerger s. 25; Weinhold s. 32; Persson Idg. 
forschungen 2, 215). die ersteren formen hat natürlich auch 
Gerhard gewöhnlich: 

enthälen : betälen 80, 15 ; 

enthälde : betälde 24, 13 ; 

nälen: hälen 99, 59; 

an: van 90,29; idärvan 95, 17; iwärvan 96,9; 

van:gdn 115, 115; :7nan 50, 19. 65, 1. 87, 21; 

wal : sal 20, 17. 104, 41. 105, 37. 

doch findet sich auch das hochdeutsche tvol im reim: 

wol : bevöl 76, 3; : dol 121, 113; : hol 10, 21. 29. 65. 34, 9. 113, 43. 
115, 111. 145; lemetenhol 74, 3. 



zwischen a und o. XLI 

dass bevöl und nicht beväl anzusetzen ist, lehrt stdlibevöl 70, 27 
und bevöl : vorhöl 105, 19 (vgl. über diese form Seelmann Nd. 
Jahrbuch 18, 143). 

Eberhard bietet zwar gewöhnlich van, scheint aber wol 
zu bevorzugen (vgl. Bachmann 1 , 62) ; so bindet er wol : dol 
Minneregel 784, : hol 78, : sol (notenbezeichnung) 444. 456, 
: tripol 465, : vol 1223. Bado hat hälen : betälen 250. 484; 
van : an 107, : hän 732, : man 853, : stän 99. die mundarten 
zeigen meist die a- formen (vgl. z. b. Jellinghaus s. 6. 7. 14; 
Schambach s. 72a; Woeste s. 90a. 285b. 314a). 

c) Der vereinzelte reim bevälen : näUn 104, 45 könnte die 
Vermutung nahelegen, dass für Gerhards zeit schon der in 
vielen gebieten des niederdeutschen zu belegende lautwandel 
eines im silbenauslaut stehenden betonten ö zu ö (vgl. darüber 
Lübben s. 15; Nerger s. 24; Weinhold s. 65) anzunehmen sei. 
während wir bei Eberhard nur undirlachten : machten Minne- 
regel 421 finden, sind diese a- formen bei Bado ganz geläufig 
(vgl. Hoefers reimverzeichnis s. 105. 106). heute läuft die 
grenze der a- und o-formen in nächster nähe von Minden 
vorbei, das selbst noch ins a- gebiet gehört (vgl. Wrede 22, 98). 
an analogische Umbildung jenes einmaligen bevälen durch einen 
sonst vorkommenden Infinitiv bevälen für bevBleji (vgl. Mnd. 
Wörterbuch 1, 307b) darf man nicht denken, da 101, 13 sielen: 
bevelen gereimt ist. zudem scheint es doch nach den eben an- 
geführten tatsachen, dass jener lautwandel erst ins 15., in den 
anfangen vielleicht schon ins 14. Jahrhundert zu setzen ist. ich 
habe daher keine weiteren a in den text einsetzen mögen, ob- 
wohl sie die handschrift vereinzelt (66, 44. 102, 5. 6) bietet. 

3. Die beiden e-laute. Die zwei e-laute, der alte und 
der durch den umlaut aus a entstandene,, hatten im mittelhoch- 
deutschen, wie bekannt, verschiedenen klang und die dichter 
der besseren zeit bestreben sich sie im reim mehr oder weniger 
streng auseinanderzuhalten (vgl. Weinhold s. 40 sowie die dar- 
legungen von Wilmanns, Deutsche grammatik 1^, 256). für das 
niederdeutsche gebiet ist der unterschied beider e schon sehr 
früh ausgeglichen worden und schon die ältesten gereimten 
dichtungen nehmen an einer bindung von e und e keinen an- 



XLn Die beiden c- laute. 

stoss (vgl. Grimm, Deutsche grammatik 1^, 456. ^254; Nerger 
s. 17). das produkt des Zusammenfalls scheint, wie die berüh- 
rungen mit i zeigen, eher ein e-laut geschlossener als offener 
qualität gewesen zu sein, wie Eberhard und Bado (vgl. Bach- 
mann 1, 63; Hoefer s. 107. 108) hat auch Gerhard derartige 
reime: 

heger (Substantiv) : gener 1,7;: mer 66, 7 ; 

heg'er (verbum) : gener 52, 15; 

h'eren : rieren 103, 59; : sw&ren 113, 23; : vorheren 94, 33; : teeren 

94, 27;_ 
beschert : wert 3, 33. 93, 57 ; 
breste : leste 21, 11 ; 
enderve : vorwerve 74, 31 ; 
emeren : entb'eren 98, 91 ; 
erven (verbum und Substantiv) : sterven 123, 35; : vorderven 19, 21; 

: werten 7, 5. 66, 17; 
enerven : vorwerven 34, 15; 
ervet : vordervet 89, 63 ; 
gener: her 29, 15; 
g'ert: emert 5, 9; 
gevest: nest 118, 5; 
hegen : pl'egen 19, 5 ; 
helt:melt_ 125, 73; 
herde : werde 46, 13 ; 
k'elen : qteelen 115, 31 ; 

knechte : hechte 101, 57; : siechte 112, 53. 115, 61; 
merken : werken 54, 15; 
pert: gewert 100, 1. 21; iw'ert 106, 1; 
siechte : rechte 9, 29. 10, 7. 70, 77. 90, 45. 93, 47; : unrechte 

93,21; 
snieck&n '. g'ecken 97, 31; 
sterket : werket 54, 47 ; 
str'even : erheven 39, 5; 
trent : ütgesent 99, 125; 
velde: melde 54, 33; 
velde: selde 67, 9; 
vorderven : vorwerven 101, 27 ; 
were : beg'ere 98, 21; 
Werkes : merkes 21, 9. 

4. Berührungen zwischen i und e. Ein lautgesetz, 
das das niederdeutsche mit gewissen mitteldeutschen dialekten 
teilt, besagt: i wird in offener silbe zu e, das dann nach ein- 



Berührungen zwischen i und c. XLIII 

tritt der tonlänge B ergiebt; nicht mit gleicher regelmässigkeit 
werden auch einzelne i in geschlossener silbe zu e; häufig ent- 
spricht bei Wörtern, die doppelformen, eine ein- und eine zwei- 
silbige, haben, oder in der flexion ein i in geschlossener einem 
e in offener silbe (vgl. darüber Lübben s. 19; Nerger s. 25. 26; 
Weinhold s. 44. 56; Behaghel in Pauls gnindriss ^ 1, 698). 
bedingungen und räumliche wie zeitliche Verbreitung dieser 
erscheinungen müssen erst noch einer genaueren Untersuchung 
unterzogen werden, im wesentlichen dürften wir es wohl mit 
einem rein lautmechanischen Vorgang zu tun haben, einer 
immer mehr offen werdenden ausspräche des i, die schliesslich 
bis zu geschlossenem e führte (vgl. Wilmanns, Deutsche gram- 
matik 1 2, 285). doch kann man in einzelnen fällen auch die 
annähme analogiebildenden systemzwangs nicht vollständig ab- 
weisen, wie denn namentlich die lautgesetzliche doppelformigkeit 
in fällen wie spil speUs, vil vele durch analogische neubildungen 
herüber und hinüber schon früh gestört wird, für Gerhards 
dialekt beweisen den Übergang folgende reime: 

hede : vrede 107, 13 ; 

därweder : leder 99, 5 ; 

dedeilede 14, 25; miede 66, 67. 77, 69. 88, 3. 101, 33. 113, 27. 

125, 17; ihJrmcde 16, 13; isede 24, 15. 35, 41; 
ervet : vordervet 89, 63 ; 
gedegen : gedregen 56, 39; 
gelt: bevelt 36, 19; 
gert \ entbert 79, 37; 
geve : leve 18, 43; 
helde : spelde 11, 1; 
hert: Stert 115, 105. 181; 
herte : smerte 14, 5 ; 
kert : wert 9, 9 ; 
neven : dreven 94, 13; 
pert'.wert 48, 19. 100, 13; 
plecht : leckt 115, 107; 
rede miede 49, 17. 65, 23. 89, 39. 97, 23. 103, 5. 113, 65; : sede 

55, 67. 73, 5; : vrede 55, 7. 95, 13. 98, 15. 23. 113, 53. 115, 45; 

: unvrede 55, 77 ; 
vorrede : mede 9, 23 ; 
sege wiege 48, 31; 

stede : mede 56, 7; : sede 51, 21; : vrede 97, 19; 
teven : vordreven 9, 35 ; 
ve : gesche 115, 21 ; : nümmerme 83, 7 ; 



XLiv Vertretung 

vSder : weder 49, 41 ; 

vorgeten : toreten 53, 27; 

vortelt : entgelt 76, 45 ; 

wehen : bleken 56, 35 ; 

werken : kerken 17, 13; 

e^^eW (Substantiv) : stM 122, 39; : serer^ 98, 7; : ungelert 23, 7; 

ivorvert 10, 51; lunvorvert 32, 29; 
M7er^ (verbum) : ert 43, 27 ; 
t<;e»e/ : schevel 79, 33. 

für den Wechsel der vokale in ein- und zweisilbigen formen 
finden sich folgende beispiele: 

spil'.vil 70, 5. 102, 3; \wil 3, 43. 17, 23. 23, 11. 59, 13. 83, 29. 

88, 19. 99, 105. 101, 71; 
speUs : weUs 114, 17; 
Hl', wil 6, 9; 
vil\wil 36, 45. 64, 37. 67, 53. 78, 23. 116, 9. 

vele kommt aus mangel an reimworten im reime nicht vor, 
doch begegnet es mehrfach im Innern des verses. 

Auch dem dialekte Eberhards und Bados sind diese e- 
formen eigen (vgl. Bachmann 1, 63; Hoefer s. 107. 108). der 
Wechsel zwei- und einsilbiger formen ist bei jenem noch klarer 
erkennbar als bei diesem. 

5. Die Vertretung von mhd. ce, ei, ie. Eine umfassende 
behandlung dieses problems der niederdeutschen grammatik 
kann hier nicht gegeben werden (vgl. im allgemeinen Grimm, 
Deutsche grammatik 1^, 459. ^258; Lübben s. 25; Nerger s. 31. 
36. 131; Behaghel in Pauls grundriss2 1, 699. 703). für unsem 
text steht der auffassung nichts im wege, dass alle drei mittel- 
hochdeutschen laute durch ein ganz oder doch nahezu gleich- 
massiges e (Grimm spricht 1^, 262 vom „gleichförmigen blöden 
e-laut" des mittelniederdeutschen) vertreten sind; das gleich 
vorzuführende reimmaterial liefert den beweis dafür, die qua- 
lität dieses oder dieser sich nahe stehenden e scheint eine sehr 
geschlossene, zwischen e und t liegende gewesen zu sein, ich 
bin der meinung, dass auch die sonst in niederdeutschen hand- 
schriften häufig begegnenden Schreibungen ei und ie für e = 
mhd. ei und ie (unser codex kommt als von einem Mittelfranken 
geschrieben hier nicht in betracht), wo sie nicht als hoch- 
deutsche aufzufassen sind, nichts andres sind als unvollkommene 



von mhd. cb, ei, te. XLV 

versuche jenen zwischen e und t gelegenen, für das ehr leicht 
diphthongischen laut orthographisch darzustellen, ob ei etwa 
früher in offener als in gedeckter silbe monophthongisch wurde, 
wie man annehmen wollte (vgl. Grimm 1^, 251), kann aus Ger- 
hards reimen nicht beurteilt werden, heutzutage liegt Minden, 
was ei angeht, an der grenze des monophthongischen gebietes 
gegen das westfälische diphthongierungsgebiet (vgl. Wrede 20, 
96. 101). für ie gehört Minden heute zum ei-gehiete (vgl. 
Wrede 21, 287); dass diese diphthongierung schon zu Gerhards 
zeit angefangen habe, ist durch nichts wahrscheinlich zu machen, 
die reime Eberhards von Cersne und Bados stimmen zu denen 
Gerhards völlig, wenigstens steht einer parallelen interpre- 
tation derselben nichts im wege (vgl. Bachmann 1, 64; Hoefer 
s. 108. 109). 

a) Keime mhd. e (e, i) : ce, das niederdeutsche teilt sie im 
weitesten umfange mit den mitteldeutschen dialekten (vgl. Wein- 
hold s. 87). 

ere: schere 64, 13; lunmere 93, 59; : were 7, 3. 53, 41. 93, 11. 

98,49. 112, 7; 
eren : teeren 22, 19. 70, 29; 

here : mere 114, 1; : were 55, 41. 92, 11. 99, 145. 114, 21. 117, 49; 
heren : teeren 18, 23. 59, 1 ; 
mir: her 113, 9; 
pert : unvorvert 36, 23 ; 
sege wiege 49, 31; 
stre : teere 64, 23. 86, 5 ; 
stert : vorvert 115, 135; 
ungeseH : vorvert 11, 27; 
tmgeverde : perde 28, 15; 
unmere : lere 92, 19 ; 
vere : mere 21, 7 ; 
vorkeren : teeren 67, 49 ; 
vorkert : vorvert 72, 19; 
vorvert : ungelert 47, 9; : wert 10, 51 ; 
wert : unvorvert 32, 29. 

b) Reime mhd. e (e) : ei. 

delen: seien 99, 129; 
endech : envorswech 90, 49; 
kende : mende 108, 19 ; 
krede : lede 84, 25 ; 
sele : endete 100, 37 ; 
vede : lede 117, 1. 



XLVI Vertretung 

c) Reime mhd. ce : eL 

fel\del%,l\ 
. krech : leck 12, 3; : vlech 19, 9; 
wret : bei 55, 53. 

vlech habe ich vermutungsweise hierhergestellt; die form exi- 
stiert hochdeutsch nicht. 

d) Reime mhd. e (e, i) : ie, 

dede : mede 20, 5 ; 

der : er 122, 41; : mer 49, 21. 121, 57; : nümmermer 27, 15. 

125,53; iser 14, 11; 
herxler 122,21; 
leven : bieten 99, 13; 
mir : äpender 70, 67 ; 
ser : der 35, 7 ; : minschender 73, 45 ; 
we-.kne 48,27. 

e) Reime mhd. ce : ie. 

rfere : were 4, 13. 45, 17. 87, 3. 103, 3. 125, 33; 

deren : vorveren 46, 3; iweren 72, 15. 103, 53; 

kanteren : teeren 14, 13; 

Segen : dregen 98, 51', : vlegen 115, 71 ; 

seien : enleten 63, 13; 

were : der 79, 29 (vgl. s. XXXVII). 

viele verba auf -ereiiy mhd. -ieren^ braucht Bado im reim auf 
e, e und cB (vgl. Hoefer s. 109). 

f) Reime mhd. e<ehe : ei^ ie. dass das kontraktionsprodukt 
von ehe e war, wird durch die reime me : se 32, 35, se : twe 
97, 5, te : gesche 115, 21 bezeugt, warum Bachmann (1, 64) 
für Eberhard ei ansetzen zu müssen glaubt, vermag ich nicht 
einzusehen, auch Bado hat ein paar derartige reime (vgl. Hoefer 
s. 108). bei Gerhard reimen diese verba sehr häufig unter sich, 
merkwürdigerweise aber erst in der zweiten hälfte seines werkes: 
jSn : gesehen 76, 41. 121, 81; : imgeschen 105, 31; : sen 73, 11. 
97, 17. 98, 63. 101. 107. 99, 67. 121, 101; : ansen 93, 45. 
113, 31; ibesen 96, 11; igesen 89, 9. 100, 31] sm: sehen 76, 17. 
112, 49; : gesehen 97, 33; gesen : gesehen 98, 57. von bewei- 
senden fällen bietet er folgende: 

bm : gesehen 35, 25 ; 

enijm 57, 13; -.sehen 77, 7; : sen 73, 3; lümmesen 93, 15; :se- 

venten 7, 23; 
sien: sen 12, 17; 
besen: vlen 69, 31; 



von mhd. <», et, ie. XLVH 

beaetwUt 4t^,2R\ 
gesin : entvlen 113, 41 ; 
sen : entvlen 117, 55; : <cw 6, 15. 109, 25; 

vlenischen 115,197; :sen 71,11. 94,47; lensen 68,27; :ten 
90, 27. 

eine Sonderstellung nimmt der reim ben : sen 115, 69 ein; die 
lautverhältnisse des schwierigen wertes sind auch durch Kluge 
(Etymologisches Wörterbuch ^ s. 40 b) noch nicht genügend auf- 
geklärt worden, wenn wir von einer form mhd. bte^ ahd. bta 
ausgehen, müssten wir annehmen, die durch die silbengrenze 
ursprünglich getrennte gruppe te sei wie der hochdeutsche diph- 
thong ie behandelt worden, jedenfalls ist der vereinzelte reim 
mit dem seltenen werte kein gegenbeweis gegen unsre auf- 
fassung der e- reime. 

g) Reime mhd. ei : ie. 
benientvlefi 87, 17; 
berede : bede 102, 37 ; 
bles'.tores 27,17; 
d^^€n : menen 55, 31 ; 
denest : menest 55, 39 ; 
det : kennealet 119, 17; :wet 113,47; 
enlet : tobet 99, 33; : vorwet 92, 3; 
enlete iwete 91, 11; 
entslep : lep 13, 21; 
gedeltihelt 100,27; 
grep : lep 85, 45. 112, 25; : rep 11, 9. 16, 23. 32, 23. 56, 23; 

lanerep 16, 7; islep 125, 15; 
angrSp : ütlep 105, 23*; 
lef: blef 52, 3. 56, 33. 70, 43. 93, 81. 125, 41; : schref piolog 5: 

: tUdref 57, 1 ; 
meden : eden 102, 15; 
ret'.gWi 112,37; 
slep : begrep 96, 5 ; 
stefide : dende 35, 43; 
toret-.lit 27, 19. 35,33; 
vorlet : gebet 5, 7 ; 
wek : lögensek 72, 3. 

h) Eine besondere behandlung erfordern die reime, in denen 
substantiva auf mhd. -heit erscheinen, das gleich anzuführende 
material nötigt, wie ich glaube, zur annähme zweier formen^ ■ 
einer regelrecht niederdeutschen auf -ket und einer hochdeutsch 
fremdwortlichen auf -heit jene passt sich ganz in unser hier 



XLVIU Vertretung von mhd. a, ei, te. 

aufgestelltes schema ein, diese steht nur im reim mit sonstigen 
aus der hochdeutschen dichtersprache übernommenen worten 
und mit einzelnen dritten personen singularis praesentis von 
m- Verben, die regelrecht den diphthongen ei zeigen, ich gehe 
die falle einzeln durch. 

'het ist sicher anzusetzen in den reimen auf let 43, 5. 
57, 9. 118, 9. zweifelhaft sind die reime auf gemet 18, 17. 
115, 157, wo vielleicht lieber hochdeutsches gemeit gesetzt wird 
schon wegen des reims auf bereit 101, 41. 

'heit reimt einesteils auf die hochdeutschen formen bereit 
8, 23. 16, 15. 49, 3. 53, 13. 70, 71. 121, 83; geleit 47, 25; seit 
99, 81. die beiden letzten formen heissen sonst bei Gerhard 
dem dialekt gemäss gelecht und secht bereit für das auch von 
Gerhard (102, 37) gebrauchte niederdeutsche berede ist ganz 
sicher hochdeutscher Import; im Mnd. Wörterbuch 1, 241a steht 
kein einziger beleg. Gerhard wendet das für den reim so 
bequeme wort auch sonst zur gelegentlichen bindung seiner 
wenigen e^-formen (:deitl21^ 71; :geitl26^ 21; igeyneit 101^ 4:1] 
: seit 124, 17; sleit 50, 21), aber auch im reim auf e an (: aibet 
65, 5; : ket 10, 17). — andernteils reimt -heit eben auf solche 
ei-praesensfomien: deit 35, 51. 77, IS,, geit 119, 23. 

Eberhard, dessen spräche sehr stark durch lektüre der 
hochdeutschen dichter beeinflusst ist, liebt die reime auf -heit 
ausserordentlich und bindet mit verliebe andre hochdeutsche 
lehn Worte damit; in der Minneregel finden sich 49, in den 
liedern 7 falle, darunter 9 mit rührendem reim. Bachmann 
hat dieser gruppe von bindungen keine besondere aufmerk- 
samkeit geschenkt. Bado hat 6 fälle, darunter 4 mit rührendem 
reim; Hoefer (s. 109) setzt überall -ket^ was mir zweifelliaft 
scheint, da seine begründung (zu vers 160) auf schwanken 
fassen steht, wie es in den heutigen mundarten um die endung 
steht, ist mir nicht bekannt, würde auch für unsre frage 
nicht von bedeutung sein, da der seit der reformationszeit un- 
unterbrochen und immer stärker wirkende einfluss des hoch- 
deutschen gewiss die alten Verhältnisse wesentlich modifiziert hat. 
das zeigt z. b. ein blick auf Mecklenburg (vgl. Nerger s. 138). 

i) An den schluss stelle ich ein paar isolierte falle, von 
sonstigen Wörtern, die dem dialekt gemäss regelrecht e^ zeigen. 



Berührangen zwischen u und o. XLIX 

begegnet nur ei im reim auf entwei 104, 37. sonst reimen 
derartige formen nur unter sich, z. b. neien : vorweien 67, 31; 
seien imeien 106, 5. — in zwei Worten, in denen e einem mhd. 
ie entspricht, ist es vor doppelkonsonanz gekürzt worden und 
reimt auf kurzes e, das in dem einen falle mhd. e, in dem an- 
dern i entspricht: deme: gerne 88, 5. 91, 3; pleeht: leckt 78, 15. 
ähnlich bindet Bado leckt: recht 605. 877. — wenn mhd. kriec 
als krtck erscheint und 49, 11 auf rik^ 87, 5 auf twtck reimt, 
so haben wir es hier wohl mit einem entweder aus dem mittel- 
deutschen oder aus dem niederländischen in monophthongierter 
form aufgenommenen fremdwort zu tun (vgl. von Bahder, über 
ein vokalisches problem des mitteldeutschen s. 38). ebenso ist 
stren (mhd. zieren) als mitteldeutsches fremdwort anzusehen; 
es reimt stre : vtre 93 , 53. ferner scheint auch scktr für das 
gewöhnliche schere auf mitteldeutschem Import zu beruhen; es 
ist 114, 19 auf hir gebunden. — die verschiedenen dem mhd. 
ie entsprechenden, in den denkmälern belegten formen (vgl. 
Mnd. Wörterbuch 2, 107 a. 388 a) bedürfen noch genauerer Unter- 
suchung; Gerhard reimt gtivrt 119, 1. 

6. Berührungen zwischen u und o. Ähnlich wie i 
mit e fällt im niederdeutschen und teilweise auch im mittel- 
deutschen u mit zusammen (vgl. Lübben s. 12; Nerger s. 20. 
122; Weinhold s. 69). die immer offener werdende ausspräche 
des u war die Ursache dieses lautvorgangs. für Gerhards 
dialekt ist er nur vor n und r zu belegen, beweisend sind 
die reime: 

dör: vor 10, 59; 

dort '.hört 78,43; 

dröninge : köninge 18, 7; 

konde : wonde 19, 27. 108, 1 ; 

morden : worden 46, 17; 

Orden : worden 78, 73; 

söne : bewöiie 58, 1. 23. 103, 31. 

Ähnliche reime begegnen bei Eberhard und Bado (vgl. 
Bachmann 1, 63; Hoefer s. 111). 

Umgekehrt zeigt u für o das wort &?/cfc, wie der reim 
bücke : lücke 115, 121 beweist; vgl. über dieses wort und seine 
hochdeutsche gestalt Kluge Pauls und Braunes beitrage 9, 169. 

Leitzmann, Die fabeln Gerhards von Minden. d 



L Vertretong von 

7. Die Vertretung von mhd. Ö, otc^ tio. Über die 
mittelniederdeutschen langen o-laute besitzen wir eine Unter- 
suchung von Seelmann (Nd. Jahrbuch 18, 141), die leider erst 
in ihren anfangen vorliegt während die früheren gramma- 
tischen darstellungen (vgl. Lübben s. 24; Nerger s. 34) den 
zusammenfall aller drei laute in einheitlichem oder doch fast 
einheitlichem ö behauptet hatten, wies er nach, „dass es mittel- 
niederdeutsche dichter giebt, welche mit der peinlichsten strenge 
die verschiedenen Ö auseinanderhalten'' (s. 146). das dem mhd. 
«0, üe entsprechende d nennt er d\ das dem mhd. ö, ow, öu 
entsprechende ö^; unter 6^ oder anomalem' ö versteht er das 
Ö < a, ä in einigen vereinzelten, aber häufigen Wörtern wie 
vrd^ spök^ s6^ wö^ do, jö^ wöch^ bevöl. Gerhard gehört nicht 
zu den dichtem, die die drei o im reime auseinanderhalten, 
zwar reimt jedes d häufig mit sich selbst, ö^ 86 mal, Ö^ 74mal, 
ö^ 40 mal (wozu noch dd : vesperttliö 49, 59 kommt); daneben 
aber findet sich ö^ mit ö^ sowie 6^ mit jedem der beiden an- 
dern gebunden, wir müssen daher annehmen, dass sich die drei 
laute in Gerhards dialekt nicht so wesentlich unterschieden, 
dass die nach ausweis der modernen mundart vorhandene diflFe- 
renz die bindung unmöglich gemacht hätte. Eberhard bietet 
keine beweisenden reime, Bado reimt alle drei 6 unterschiedslos 
mit einander (vgl. Bachmann 1, 66; Hoefer s. 111). heutzutage 
liegt das mindensche land an der grenze des westfälischen diph- 
thongierungsgebiets gegen die monophthongischen gegenden (vgl. 
Wrede 19, 348. 353. 20, 108. 23, 209). 

a) Keime mhd. ö (o) : ou, 

dövdest : överhovdest 28, 37 ; 

högen : lögen 66, 27 ; 

vlöch : töeh 79, 23; : entöeh 104, 31; : aftoeh 124, 1. 

b) Reime mhd. ö (o, ou) (Seelmanns ö^) : uo (Seelmanns ö^). 

besöchte : dockte 54, 31 ; 

blöt : göt 76, 27 ; 

bot : göt 24, 1 ; 

bröt : dot 20, 31 ; : lot 4, 1 ; 

döihö 24,25; 

dön : hon 93, 73 ; : Ion 35, 47 ; 

gröt (mhd. gröx) : c?Ö^ 21, 19; : lot 37, 3; 

gröt (mhd. gruox) : not 8, 5; 



mhd. S, ou, uo. LI 

hd: 22,6; 

hören : schBren 18, 55; : wdlenvören 98, 87; 

hövdefi : enövden 14, 17; 

lopen : anröpen 41, 1 ; 

/ö<:do< 108,5; 

moehU\8oehteAl, 7. 51, 27. 77, 39. 82, 7. 107, 3. 115, 15; 

: sockten 19, 3; 
mochtest : socktest 43, 17 ; 
enmöchtest : socktest 78, 59; 
notiendöt 38, 13; 
sckövest : enlövest 113, 45; 
slochitdch 77,49; 
stotte : grotte 13, 7; 
<3:i>W 115,189; 
«£TocÄ:<öcÄ 121,43. 

c) Keime mhd. ö (Seelmanns ö^) : wo (Seelmanns d^). 

dd (mhd. io) : to 27, 13; : daWö 66, 87; : vrö 33, 9. 63, 11. 95, 23; 
do (mhd. tuon) : also 71, 33. 104, 23; : so 115, 101; : vro 85, 11. 

118, 15; 
j6 : ^Ö 18, 33. 103, 49; :vrd 36, 25; 
stol : Äet^ö/ 70, 27 ; 

^o:äÖ/44, 13. 115, 23; :vrd 10, 31. 37, 7; 
därto : so 74, 9. 

d) Reime mhd. ö (Seelmanns ö^) : ö (ou\ Seelmanns ö*). 

ddikd 13, 5. 28, 3. 33, 3. 73, 57; .vullenkd 47, 31; :vW 50, 13; 

: entvlo 35, 21 ; 
entvlö: also 116, 7; 
hdialso 52, 11. 76, 13. 78, 1. 118, 3; :jd 45, 1. 79, 17. 111, 7; 

ISO 64,5; :vrd 117,41; 
vullenkd: also 61, 11; 
spok : ök 65, 39. 

Ich schliesse hier noch die werter mit der gruppe oüw 
wie nouwen, schouwen, strouwen, vroutve an, zu denen sich im 
niederdeutschen noch rouwe und rouwen gesellen, sie reimen 
fast immer unter sich: scJiouwen : douwen 98, 37; : rouwen 
111, 3; strouwet : nouwet 69, 9; vrouwe : rouwe 10, 41; vrou- 
wen : bestrouwen 94, 39. wie die bindung vrouwen : trüwen 
91, 9 aufzufassen ist, kann zweifelhaft sein: wahrscheinlich ist 
hier trouwen anzusetzen wie im mittelfränkischen und mittel- 
niederländischen (vgl. Weinhold s. 128; Franck, Mnl. grammatik 
8. 50). tritt die gruppe ouw in den auslaut, so schwindet das 
w: es reimt snou : drou 25, 7; : hou 18, 47. 

d* 



Lll Mhd. tu. 

In gerückte für das regelmässige gerächte haben wir wohl 
ein lehnwort aus dem mitteldeutschen gerüfte zu sehBn; es ist 
21, 3 mit duckte gebunden. 

8. Der mittelhochdeutsche diphthong iu. Die nieder- 
deutschen handschriften bieten in den worten, die im hoch- 
deutschen den diphthongen iu enthalten, in der regel einfaches 
^^, dem von den grammatikem der lautcharakter eines langen 
ü zugeschrieben wird (vgl. Grimm, Deutsche grammatik 1^, 259. 
260; Lübben s. 24; Nerger s. 35). ich halte diese ansieht für 
unrichtig, glaube vielmehr, dass dieses u in vielen fällen, ähn- 
lich wie es Behaghel (Pauls grundriss^ 1, 705) für das mittel- 
deutsche ausführt, den lautcharakter eines langen ü gehabt hat 
Gerhard reimt die m- werte nicht nur unter sich, sondern ein- 
mal auch mit dem umlaut von ü: 123, 9 ist lüden : beküden 
anzusetzen, derselbe vereinzelte reim kommt auch in Berthold 
von HoUes Demantin 7249 vor; weder ich (Pauls und Braunes 
beitrage 16, 30) noch Vogt (ebenda s. 461) haben ihn seiner 

A 

zeit richtig gedeutet, beküden, das häufig als nebenform von 

A 

beköden in denselben bedeutungen wie dieses erscheint (vgl. 

A 

Mnd. Wörterbuch 1, 198 b), ist doch etymologisch von beköden 
vollkommen zu trennen; es gehört zu as. küd^ mhd. küt und 
entspricht genau dem ags. kydan^ wie schon im Versuch eines bre- 
misch-niedersächsischen Wörterbuchs 2, 664 richtig erkannt ist. 

A A 

für Minden wird die geltung des ü in lüde als ü noch ferner 

A 

durch Bados reim lüden : sntden 759 bestätigt. 

Mhd. vriunt^ das keinen echten diphthong enthält, obwohl 
es in den meisten dialekten wie im hochdeutschen nach ana- 
logie der werte mit echtem diphthong behandelt wird, heisst 
bei Gerhard vruntj wie der reim auf kunt 51, 43 beweist, der 
plural dagegen zeigt umlaut: vründe : künde 98, 73; : stünde 
66, 89. dieselben reime finden sich auch bei Eberhard (vrunt : 
kirnt Minneregel 2289; : grünt 2696) und Bado (vgl. Hoefer 
s. 111. 112) und sind auch für gewisse mitteldeutsche dialekte 
notwendigerweise anzunehmen, worüber eine genauere Zu- 
sammenstellung noch fehlt, es läge dann eine akzentverschie- 
bung in dem werte vor, durch die der ausfall des i ermöglicht 
wurde; kam sie rein rhythmisch zu stände, so hätte sie an den 



Umlaut. LIII 

von Kluge in Pauls grundriss^ 1, 391 behandelten fällen viel- 
leicht analogieen. auf demselben betonungswechsel muss die 
bei Johannes Ve^he konstant gebrauchte form vrerit beruhen, 
die wechselvolle geschichte des wertes in den dialekten bedarf 
einer Untersuchung. 

9. Der Umlaut. Hier muss ich den boden der Statistik 
verlassen und ein paar kurze theoretische bemerkungen zur 
rechtfertigung meiner textkonstitution einfügen, die zum ersten 
mal versucht in einem mittelniederdeutschen texte dem umlaut 
in weiterem umfange ein äusseres zeichen seiner existenz zu 
geben, positive reimbeweise für die von mir hergestellten um- 
laute kann ich nicht beibringen, da diese meist unter sich 
reimen und die im vorigen paragraphen besprochene reimbin- 
dung lüden : behüden 123, 9 erst beweisend wird, wenn man 
meiner ansieht über den lautwert des dem mhd. iu entsprechen- 
den mnd. Ü beitritt, ich kann daher hier nur darlegen, welche 
gründe mich zur annähme und einsetzung umgelauteter vokale 
bestimmt haben. 

Ich gebe zunächst einen knappen historischen überblick. 
Jakob Grimm läugnete in seiner letzten behandlung des ger- 
manischen vokalismus- (Deutsche grammatik 1^, 257. 260) das 
Vorhandensein von umlauten im mittelniederdeutschen für alle 
vokale ausser a ganz; erst später habe die niederdeutsche Volks- 
sprache dem hochdeutschen die umlaute der andern vokale nach- 
gebildet, diese ansieht ist im gründe bis heute in allen gramma- 
tischen arbeiten über das mittelniederdeutsche die herrschende 
geblieben, speziell für das mecklenburgische ist sie von Nerger 
(s. 39) aufs nachdrücklichste wiederholt worden. Tümpel hat 
in seiner Untersuchung über die niedersächsischen mundarten 
(Pauls und Braunes beitrage 7, 32) die frage ganz unentschieden 
gelassen, giebt aber die möglichkeit in den 6 ü der urkunden- 
texte Umlautsbezeichnungen sehen zu können zu; auch er möchte 
jedoch einen einfluss der hochdeutschen Schriftsprache für wahr- 
scheinlich halten, gänzlich abweisend in bezug auf die annähme 
von umlauten spricht sich Lübben in einer langen, mehr wort- 
als gedankenreichen auseinandersetzung (s. 29) aus, die man 
selbst nachlesen muss, um zu sehen, wie merkwürdige ansichten 



UV ümUnit 

▼om leben der spräche zwei jähre nach Pauls prinzipiell der 
Sprachgeschichte nodi möglich waren, demg^enüber haben 
Franck (Anzeiger für deutsches altertum 8, 319. 13, 212 anm.), 
Holthausen (Die soester mundart s. 12) und neuerdings Be- 
haghel (Pauls grundriss ' 1, 694) das Vorhandensein der mittel- 
hochdeutschen umlaute auch im mittelniederdeutschen in weitem 
umfange trotz des fehlens adaequater graphischer bezeichnungen 
behauptet folgende erwägungen bestimmen mich ihre ansieht 
zu teilen, ich darf mich hier teilweise auf ausführungen stützen, 
die ich vor neun jähren über denselben gegenständ bei gelegen- 
heit der umlautsfrage in Grieshabers predigten veröffentlicht habe 
(vgl. Pauls und Braunes beitrage 14, 478). 

Zwei gründe sprechen vor allem für diese ansieht erstens 
eine den tatsächlichen Verhältnissen entsprechende, naturgemässe 
anschaung vom wesen des physiologischen lautvorgangs, den 
wir mit dem namen umlaut bezeichnen und über den seit 
Scherers und Sievers' darlegungen kein zweifei mehr bestehen 
kann, die palatale klangfarbe eines vokalischen oder konso- 
nantischen i ging durch die unmittelbar vorhergehenden kon- 
sonanten hindurch auf den diesen vorhergehenden vokal über; 
derselbe wurde palatalisiert bei der palatalisiereuden Wirkung 
des i auf die zwischenkonsonanten , die das erste Stadium des 
Prozesses bildete, konnte der vokal der vorsilbe zunächst gar 
nicht in betracht kommen; vielmehr muss die palatalisierung 
auch in den fällen eingetreten sein, wo der vokal gar nicht 
umlautsfähig war, und sich dann aus den konsonanten wieder 
verloren haben. Wilmanns' bedenken gegen diese auffassung 
des Umlauts (Deutsche gramraatik l^, 270), die Schröder (An- 
zeiger für deutsches altertum 24, 29) teilt, haben mich nicht 
überzeugt nach aller Wahrscheinlichkeit müssen wir daher an- 
nehmen: in einmaligem lautgesetzlichem prozess erhielten alle 
vokale, bei denen dies überhaupt möglich war, palatale fär- 
bung; möglich aber war es bei allen, die nicht selbst palatal 
oder denen nicht umlauthindernde, antipalatale konsonanten- 
verbindungen vorgelagert waren, über die uns zuerst Braunes 
bekannte abliandlung aufgeklärt hat. ich spreche von einem 
einmaligen prozess: natürlich ist mir nicht unbekannt, dass 
man neuerdings zwei verschiedene, durch mehrere Jahrhunderte 



Umlaut. LV 

getrennte perioden des umlauts angenommen hat; man begegnet 
zwar dieser ansieht überall, aber es hat sie noch niemand be- 
wiesen oder nur lautphysiologisch wahrscheinlich machen können, 
das fehlen der Umlautsbezeichnungen in der Orthographie unsrer 
denkmäler ist kein gegenbeweis gegen diese durch die natur 
des lautmechanischen Vorgangs nahegelegte annähme, man 
schrieb im mittelniederdeutschen zunächst nur den umlaut des a 
wie im alt- und frühen mittelhochdeutschen nur den des a 
und üy weil für ähnliche laute besondere zeichen im aiphabet 
existierten, behielt aber im übrigen für die nuancierten laut- 
werte vorläufig die alten buchstaben bei, die ja doch vom 
sprechenden jeden augenblick richtig identifiziert wurden, die 
konsequenzen der erkenntnis, „dass die schrift der Veränder- 
lichkeit der laute nicht auf dem fusse folgt und oft ganz zu- 
rückbleibt'' (Grimm, Deutsche grammatik 1 2, 77 anm. 2), müssen 
auch für die älteren sprachperioden in aller strenge gezogen 
werden, eine genauere Untersuchung des umlauts und aller 
damit zusammenhängenden fragen, die das faktische material 
und die theoretischen erwägungen mit der gleichen schärfe be- 
rücksichtigen müsste, gehört zu den dringendsten erfordernissen 
der deutschen grammatik. 

Zweitens ist das zeugnis der modernen mundarten anzu- 
führen, die tatsache, dass alle modernen niederdeutschen 
mundarten den umlaut der vokale ausser a in ausgedehntem 
umfange, wenn auch nicht überall mit den hochdeutschen Ver- 
hältnissen genau übereinstimmend, zeigen, war natürlich auch 
den gegnern des mittelniederdeutschen umlauts bekannt, wurde 
jedoch von ihnen anders gedeutet, nach Jakob Grimm hätte 
die Volkssprache später die umlaute dem hochdeutschen dialekt 
„nachgeahmt"; Lübben will unentschieden lassen, ob sie durch 
nachahmung oder „einem allgemeinen bildungsgesetze zufolge" 
entstanden seien, das hauptargument für das nichtvorhanden- 
sein des umlauts bleibt aber bei allen das fehlen seiner graphi- 
schen bezeichnung, das wir eben als verhältnismässig belanglos 
erkannt haben, wahrscheinlicher ist die annähme, dass der 
umlaut in den heutigen mundarten im grossen und ganzen 
nichts andres ist als die lautliche fortsetzung eines schon im 
mittelalter vorhandenen, älteren umlauts, der in der schrift damals 



LVI Umlaut. 

sich noch keinen adaequaten ausdruck zu erobern vermochte, 
eine „nachahmung" des hochdeutschen dürfen wir doch wohl 
als mystisch abweisen, wenn damit nicht etwa fremdwortliche 
entlehnung gemeint sein soll, die natürlich vielfach stattgefunden 
haben wird, seit der kämpf des hoch- und niederdeutschen 
idioms ernster zu werden begann, eine frage, die uns hier 
nichts angeht, ist die, welche umlaute lautgesetzlicher, welche 
analogischer natur sind, dass namentlich im laufe der späteren 
entwicklung analogische neuschöpfung eintrat, ist begreiflich 
und daher erklärlich, dass der umlaut mehr und mehr bei ein- 
zelnen formenkategorieen eine funktionelle bedeutung erhielt 
und so aus einem scheinbar zwecklosen lautwechsel ein zweck- 
volles Unterscheidungsmerkmal wurde. 

Ich kann hier eine die mittelniederdeutsche und mittel- 
deutsche Orthographie betreffende Vermutung nicht unterdrücken, 
man hat die in jenen dialektgebieten so massenhaft auftretenden 
parasitischen i- und e-vokale bisher meist als längenzeichen 
(vgl. Behaghel in Pauls grundriss ^1, 701), zuweilen auch als 
andeutungen eines wirklich gesprochenen nachschlagenden vokals 
(vgl Lübben s. 3S) auffassen wollen, die von Tümpel gesam- 
melten beispiele wie auch eine durchmusterung mehrerer denk- 
mäler legen die deutung nahe, ob nicht in diesen Schreibungen, 
wenigstens teilweise, versuche vorliegen den palatalisierten laut- 
charakter der vokale anzudeuten, die vom umlaut betroffen 
waren, doch mangelt es hier noch an genaueren Untersuchungen; 
Nörrenbergs erklärung (Pauls und Braunes beitrage 9, 410) be- 
friedigt nicht durchweg. 

Ich habe nun in meinen text der fabeln Gerhards den 
umlaut überall da eingesetzt, wo ihn die heutige mundart bietet 
und eine herübernahme des betreffenden Wortes aus dem hoch- 
deutschen nicht dringend wahrscheinlich erschien, ich bin mir 
der gewagtheit meines Unterfangens vollständig bewusst und 
gebe a priori zu, dass Irrtümer dabei untergelaufen sein können, 
einige einzelfragen und strittige punkte sind in den anmerkungen 
besprochen, ich möchte auch die hier in diesem einzelnen 
denkmal eingeführten formen nicht in jedem falle als gemein- 
mittelniederdeutsche angesehen wissen, eine reihe einzelunter- 
suchungen für die verschiedenen denkmäler sind hier nötig; 



Quantität der vokale. Lvn 

vielleicht wird es mit ihrer hülfe gelingen in dieses schwierige 
und verwickelte kapitel der mittelniederdeutschen grammatik 
etwas mehr klarheit zu bringen. 

10. Die quantität der vokale. Eine ganze zahl von 
reimen Gerhards zeigt auf den ersten blick eine durch ver- 
schiedene quantität des vokals bewirkte reimungenauigkeit doch 
bleibt bei genauerer betrachtung nur ein sehr kleiner teil dieser 
fälle wirklich als unrein übrig, wenn wir die im mittelnieder- 
deutschen geltenden dehnungs- und kürzungsgesetze zur erklä- 
rung heranziehen, es traten schon in der mittleren periode des 
niederdeutschen (doch vgl. Jostes Nd. Jahrbuch 11, 91) folgende 
quantitätswandel ein: alle kurzen vokale in betonten offenen 
Silben wurden gedehnt, alle kurzen vokale vor r oder einer 
r-verbindung in geschlossenen silben wurden gleichfalls gedehnt; 
umgekehrt wurden lange vokale vor doppelkonsonanz, beson- 
ders vor cÄ- Verbindungen in geschlossenen silben verkürzt, die 
erste der genannten erscheinungen ist unter dem namen des 
gesetzes der tonlänge bekannt und von Nerger in einem auf- 
satze „Über die tonlangen vokale des niederdeutschen" (Ger- 
mania 11,452) ausführlich behandelt worden, zu dem einige 
bemerkungen gestattet seien (vgl. femer Lübben s. 3; Nerger 
s. 22. 126; Behaghel in Pauls grundriss^l, 691; Paul Pauls und 
Braunes beitrage 9, 101). wenn Nerger zunächst den physio- 
logischen Vorgang so auffasst, als ob eine art rhythmischen aus- 
gleichs zwischen stamm- und endungssilbe der eigentliche grund 
des eintretens der tonlänge sei, so kann ich einfach auf Pauls 
ausführungen (s. 102) verweisen, die den quantitätswandel laut- 
physiologisch einfach und vollkommen erklären, wichtiger für 
uns ist Nergers aus den neueren mundarten erschlossene er- 
kenn tnis, dass zwar ä mit a, nicht aber e mit e und ö mit o 
unterschiedslos in dem gleichen laute zusammengefallen sei. 
reime der letzteren art seien bei gut reimenden dichtem sehr 
selten, nur bei ungenau reimenden häufiger, was er mit recht 
für einen etwas verschiedenen klang der langen und der ton- 
langen vokale ins feld führt, für Gerhard stimmt diese beob- 
achtung: er gehört zu den verhältnismässig recht rein reimen- 
den dichtem und bietet daher auch nur sehr wenige unreinq 



Lvm Quantität 

e- und o-reime, während er von a-reimen eine ganze zahl 
sich gestattet, was dann die dehnung vor r anlangt, so gehört 
sie phonetisch in jenen grossen kreis von kombinatorischen 
lauterscheinungen, die in dem stimm ton dieses konsonanten 
ihren letzten grund haben; am ausf ährlichsten hat sie wohl 
zuerst Johannes Schmidt in seiner geschichte des indogermani- 
schen vokalismus (vgl. besonders 2, 373) behandelt; das nieder- 
deutsche teilt sie mit dem hoch- und mitteldeutschen (vgl. 
Lübben s. 9; Nerger s. 11. 23; Behaghel s. 692; Paul s. 106). 
ebenso verhält es sich mit der vokalkürzung vor doppelkonso- 
nanz (vgl. Behaghel s. 693; Paul s. 122). genau wie bei Ger- 
hard sind die reimverhältnisse auch bei Eberhard und Bado 
(vgl. Bachmann 1, 59; Hoefer s. 105. 106. 107. 108. 110. 111). 
nach abzug aller unter diese drei gesetze zu subsumierenden 
fälle bleibt dann nur eine geringe zahl wirklich ungenauer 
quantitätsbindungen bei unserm dichter übrig, die jedoch das 
sonst bei den mittelniederdeutschen dichtem übliche in keiner 
hinsieht überschreiten. 

a) Dehnungen in offenen silben: 

hevälen : nälen 104, 45; 
gäde : rode 98, 111; 
hönsprdkden : mäkden 14,9; 
jären : wedervären 58, 29; 
klage : möge 4, 3. 97, 13; 
laden : roden 121, 11. ,39. 125, 1; 
mäge : däge 88, 21 ; 

magen : drägen 51, 19; : klagen 120, 23; : beklagen 115, 33; : vor- 
sägen 94, 17; 
nälen : hälen 99, 59 ; 
Säle : gräle 70, 7 ; 
schaden : bräden 11, 17; 
schadet : vorrddet 42, 9; 
sökehaken : mäken 65, 51 ; 
stoäle : tomäle 17,9; 
trägde : jägde 36, 33 ; 
beden : reden 100, 19; 
sede : rede 42, 5; 
seden : reden 95, 5 ; 
vere : mere 21, 7 ; 
vordregen : legen 18, 1 ; 
dövdest : överhovdest 28, 37. 



der vokale. Lix 

b) Dehnungen vor r und r- Verbindungen: 

hart : geldrt 99,85; 

dar : här 99, 29; :jdr 119, 15; : öpenhdr 51, 9; : stvär 38, 3. 

113,7; :vär 47,11. 48,5. 67,35; :wdr 66,71. 113,35; 
gekärt :.ärt 81, 5; : wärt 9, 3; 
gewär : swär 77, 91 ; 
här : aldär 115,177; 
schär : vär 46, 27 ; 
war : (tör 85, 21 ; 

wärde : Ä^rde 115, 205; : rdrde 71, 23. 
ertiwert 103,15; 
geverde : /errfc 73, 21 ; 
kerde : ««^errfe 78, 17; 
kert : M?er^ 9,9; 
mir (mhd. werc) : ^cwgir 34, 1 ; 
mer (mhd. maere) : Äeir 113,9; 
per^ : unvorvert 36, 23 ; 
stert : vorvert 115, 135; 
ungeverde : perde 28, 15; 

irer^ : ungelert 23, 7 ; : vorvert 10, 51 ; : unvorvert 32, 29. 
Äörrfe : wörde 55, 61. 107, 11; 
hör den : worden 103, 7; 
hört : vormört 60, 19; : wört 59, 3. 64, 15. 65, 17. 70, 59.' 97, 9. 

100,29. 101,59. 102,43. 115,159; 
wört : gehört 29,13. 54,49. 71,37. 103,29; lungehort 98,47. 

c) Kürzungen vor doppelkonsonanz (die beispiele für sockte 
sind bereits oben unter 7b gegeben): 

betraeht : bedacht 125, 5; 

brachten : achten 70, 69; 

bracht : vorwracht 73, 31 ; 

gebracht : nacht 96, 1 ; 

da>chte : tvrachte 70, 63; 

bedachte : sachte 102, 27 ; 

macht : ^re^iacÄ^ 16, 21. 54, 5. 66, 21; 

sachte : brachte 103, 9. 

/*cÄ^ : nicht 32, 7 ; 

nichte : /*cÄ^e 78, 71. 

fto^^c i-entmotte 102,23; 

entmotte : ^ro^^e 71,1; 

ropt : bestopt 84, 23 ; 

stotte : grotte 13, 7. 

gerilchte : düchte 21, 3, 



LX Quantität der vokale. 

d) Ungenaue bindiingen: 

mäch : plach 81, 7; 

träch : gesach 25, 1 ; 

gaf: straf 36,9; 

nachtegal : gräl 68, 19; 

sal : gräl 10,43; 

Salden : alden 69, 35; 

anidän 13,19. 14,29. 15,11. 64,7. 99,149. 119,19. 125,45; 

igedän 58,3; :gän 20,1. 99,93. 120,9; :Äaw67, 29; :Ä;wm- 

paw 3,27; istän 70,19; 
c?ära^ : s/aw 36, 21; iwalgedän 50, 3; 
Äfraw : stän 97, 35; 
gewan : gän 66, 53 ; 
kan : entvän 25, 5 ; • 
enkan : gän 55, 65 ; 
fnan : dän 73, 19; : geddn 26, 13; : alsodän 115, 143; : ^ran 

99, 39; : angegdn 73, 1; : begän 47, 27; : vöregän 98, 71 ; : hän 

51,25. 64,1; : bestän 98,43; : vorstän 77,25. 94,67; : M^aw 

68,9. 76,25; 
ammetman : 5^a^ 121, 107; 
hövetman : stän 115, 155; 
5^an : began 46, 7. 47, 35; 
van : gän 115, 115; 
vande : stände 32, 21 ; 
klappen : äjoew 115, 137; 
dat : Äa^ 42, 7; : underlät 123, 23; 
^a^ : rät 115, 141. 
Ä^w(/e : mende 108, 19. 
enblicken : bestrtken 94, 41. 
5^0/ : bevöl 70, 27 ; 

vos : lös 29,43. 89,3. 112,3. 121,53; 
got : behot 67, 17. 

11. Apokope und synkope. Ich betrachte hier nur die 
durch den reim gesicherten erscheinungen, während die im 
inneren des verses aus metrischen gründen vorgenommenen 
oder empfohlenen änderungen im vokalismus unbetonter silben 
sich durch die im folgenden kapitel gegebene statistische behand- 
lung der einzelnen rhythmischen formen rechtfertigen müssen, 
über mittelniederdeutsche apokope und synkope im allgemeinen 
mangelt jeder ansatz einer Untersuchung; in Lübbens gram- 
matik z. b. sucht man nach einer behandlung der unbetonten 
vokale vergeblich, ich betone besonders, dass die im folgenden 



Apokope und synkope. LXI 

dargelegten Verhältnisse zunächst nur unserm denkmal ent- 
nommen sind und dass sich ihre etwaige weitere geltung erst 
durch sanmalungen aus andern dichtungen bestätigen muss. 
Eberhard und Bado helfen uns hier sehr wenig (vgl. Bachmann 
1, 66. 76). 

a) Die regel, dass e nach r, wenn der vorausgehende vokal 
kurz ist, apokopiert wird, teilt das niederdeutsche mit dem 
hochdeutschen, wenn auch in beiden sprachen analogiebildungen 
die Wirkungen dieses gesetzes teilweise aufheben, dass eine 
solche apokope in seinem dialekt auch nach langem vokal +r 
vorhanden war, zeigen einige reime Gerhards, der apokopierte 
und volle formen nach bedürfnis verwendet, was die phone- 
tische auffassung solcher formen anlangt, so ist die annähme 
sehr wohl möglich, dass nach verlust des vokals aus dem kon- 
sonantischen T ein sonantisches geworden, die betreffende silbe 
als solche also doch erhalten geblieben wäre; indessen habe ich 
in der rhythmischen Statistik des folgenden kapitels diese hypo- 
these als nicht genügend begründet unberücksichtigt gelassen, 
beweisend für die apokope sind folgende reime: 

dar : öpenbdr 51, 9; : swär 38, 3. 113, 7; : vär 10, 49. 47, 11. 

48,5. 67,35; 
gewär : swär 77, 91 ; 
öpenbdr : här (dativ) 55, 5 ; 
sehär : vdr 46, 27 ; 
swdr^: hdr 123,33; 
vdr : pär 118, 21. 
mer (mhd. mcere) : her 113,9; 
mer (nihd. mere) : der 49,21; : er 73,63; : gener 34,1; : ser 

86,7. 19; 
nümmermer : der 125, 53; 
ser : der 35, 7; : minschender 73,45. 

dementsprechend habe ich auch mit apokope, meist nach hand- 
schriftlicher gewähr, angesetzt: 

mer : der 121,57; : äpender 70, 67; : her 13, 17. 47,23; : ser 

25,15. 77,53.75. 99,95; 
nümmermer : der 27, 15; : ler 47, 55; 
ser : der 14, 11 ; : her 114, 13. 125, 49. 

man sieht, dass sich die fälle im wesentlichen auf wenige 
immer wiederkehrende werte beschränken, da nun neben den 
apokopierten formen auch die vollen im reime vorkommen und 



LXii Apokope 

hie und da im inneren des verses metrisch notwendig sind, 
schien mir eine durchgehende konsequente einfuhrung der 
apokope untunlich, zumal es viel wahrscheinlicher ist, dass der 
dialekt beide formen neben einander besass und der dichter 
nach metrischem bedürfhis bald die eine, bald die andre ver- 
want hat. 

b) Das niederdeutsche bevorzugt vielfach apokopierte formen 
von adjektiven und adverbien vor den zweisilbigen nebenformen, 
die hochdeutsch gewöhnlicher sind (vgl. Lübben s. 102; Nerger 
s. 103). Gerhard bietet folgende belege: 

hart : wärt (mhd. wart) 26, 1. 119, 5; iwärt (mhd. wert) 10,67; 

krech : lech 12, 3; 

licht : nicht 32, 7 ; 

recht : plecht 28, 1 ; 

snel : vel (mhd. vel) 15, 15. 26, 21 ; : vel (mhd. viel) 67, 7; : bevel 

77, 37 ; 
vidlensnel : vel (mhd. vel) 108,17; :vel (mhd. viel) 35, 1; ibevd 

67,23; 
träch : gesach 25, 1 ; 
vast : rast li5, 187; 
wret : bet 55, 53. 

Eberhard hat sehr viele derartige kürzungen (vgl. Bachmann 
1, 79). 

c) Apokopierte deklinationsformen, auch im mitteldeutschen 
mannigfach belegt (vgl. Weinhold s. 479. 483. 492), und zwar 
nominative, genetive und dative braucht Gerhard an folgenden 
stellen im reim: 

gaf : straf 36, 9 ; 

heft : gescheft 32,17; 

krän : dän 24, 19 ; 

man : ddn proIog 7. 

Schicht : nicht 32, 31 ; 

ticht : lüicht 43, 11; 

ttt : qutt 43,9. 51,17; 

tucht : lucht 113, 13. 

ärt : gekärt 81,5; iwärt (mhd. wart) 24, 5. 49, 29. 53, 15. 35. 

66,49. 90,37. 93,7. 96,19. 113,15; : mwärt 53,29. 68,33; 

: wärt (mhd. wert) 46, 41 ; 
bucht : tucht 44, 17; 
döt : mot 104, 33. 
misstalt : alt 44, 27 ; 



und Synkope. Lxni 

prts : wts 61,3; 
sin : in 60, 11; 
8t4eht : tucht 40, 1 ; 
ticht : gickt 58, 9 ; 
m : vltt 74,11; 
tucht : vrucht 44. 9; 
vluekt : ttuiht 58, 25. 

d) Allgemein niederdeutsch ist die häufige sjnkope des 
endvokals in gewissen verbalformen, vor allem in der zweiten 
und dritten person singularis des Indikativs des praesens und 
im Partizipium des schwachen praeteritums (vgl. Lübben s. 87; 
Nerger s. 67). Gerhard hat folgende beweisende reime für 
praesensformen: 

list : vrist 125, 11; 
vrist : sist 124, 5. 
bemant : lant 18, 9; 
heret : arhet 65, 5 ; 

hericht : nicht 21,17. 36,1. 115,209. 120,37; 
hesit : dit 121,33; 
hevelt : helt 66,11; 
• drift : vorgift 42, 11; 
ert : wert 103,- 15; 
gelt : hevelt 36, 19 ; 
heft igescheft 32,17; 
helt : melt 125,73; 
hot : spät 98,119; 
kraft : haß 7, 15; 

plecht : lecht 78,15; :recht 28,1. 56,27. 112,47; 
rät : lät 125,79 (wahrscheinlich unechte zeilen); 
recht : drecht 49, 61; : lecht 20, 43; : secht 66, 63; 
Schicht : licht 51,33; 
Schrift :gift 3,45. 101,73. 122,61; 
sint : miderwint 87, 19; : vint 75, 19. 79, 5. 81, 21. 82, 29;] : he- 

vint 51, 41 ; 
stelt : melt 122,59; 
velt : entgelt 70, 91; 
vorgift : blift 75, 9; 
vortelt : entgelt 76,45; 
wint : vint 79, 19. 115, 95. 

für partizipialformen sind beweisend: 

hehaft : kraft 48, 7. 73, 61. 115, 27. 201 ; 
betracht : bedacht 125,5; 
enwilt : vilt 117, 29; 



LXiv Apokope und synkope. 

geMt : kelt 100, 27 ; 

gevest : nest 118, 5; 

getount : sunt 77,89; 

got : hehot 67,17; 

hört : vorm ort 60, 19; 

munt : ungeumnt 86, 13; 

nicht: hericht 8,25. 27,9. 31,15. 65,69. 71,31. 82,25. 91,19; 

: gesticht 115,153; ivorplicht 99,137; 
p^t : unvorvert 36, 23; 
Schicht : hericht 98,97; 
spät : gevot 55, 9 ; 
stert : vorvert 115, 135; 
trent : ütgesent 99, 125; 
ungelert : «<>er^ 23, 7 ; 
z«>er^ (mhd. wert) : gehert 73, 65 ; 
«;ßr^ (mhd. «7^W) : ert 43, 27 ; : vorvert 10, 51 ; : unvorvert 32, 29. 

Hierher gehören endlich auch die synkopierungen zwischen 
dentalen in einzelnen praeteritalformen, die von Lübben (s. 44) 
falsch gedeutet werden (vgl. Nerger s. 80): 

ande : kande 40, 11; : vormafide 43, 15; 

botte : entmotte 102, 23 ; 

entmotte : grotte 71, 1; 

haste : taste 65, 47 ; 

raste : taste 65, 35 ; 

stotte : grotte 13, 7; 

vande : stände 32, 21. 

Eberhards spräche, die ungleich mehr von hochdeutscher 
lektüre beeinflusst ist, zeigt die dem dialekt entsprechenden 
verkürzten neben den hochdeutschen laugen formen im reim, 
wie es scheint, nach metrischem bedürfnis; doch sind die Ver- 
hältnisse bei ihm sehr verwickelt (vgl. Bachmann 1, 82. 84. 85). 
Bado liebt die synkopierten formen (vgl. Hoefer s. 107. 108. 109). 



2. Konsonantismus. 

12. Die labiale. Wie überhaupt fast durchgängig in den 
konsonantischen Verhältnissen zeigt Gerhard auch hier den ge- 
wöhnlichen niederdeutschen lautstand. 

a) Inlautend hat er p oder pp für mhd. /, ff oder jpÄ, 
in- und auslautend v und f entsprechend mhd. b und p (vgl. 
Lübben s. 50. 51. 52; Nerger s. 46. 47). beweisende reime sind: 



Labiale. LXV 

dräpen : läpen 110, 5; 

klappen : äpen 115, 137; 

ropt : bestopt 84, 23; 

Schoppen : bestoppen 55, 23. 

behove : grove 122, 31. 55; 

breve : Uve 92, 31 ; 

drift : vorgift 42, 11; 

enderve : vorwerve 74, 31; 

höve : löve 70, 3. 49. 99, 99. 113, 21; 

krafl : haß 7, 15; 

neve : geve 89, 19. 94, 69 ; 

neven : dreven 94, 13; 

Oven : 6ö2?ew 90, 31 ; : därenböven 90, 9 ; 

sehrift : giß 3,45. 101, 73. 122, 61; 

snävel : kävel 109, 23 ; 

vorgifl : bliß 75, 9. 

gaf\ kaf 64, 33; : straf 36, 9; 

/o/: ho f 70,23; 

b) In einigen worten hat Gerhard die Vertretung der gruppe 
ft durch cht, wie sie vielfach niederdeutsch in verschiedenen 
gegenden vorkommt (vgl. Lübben s. 61; Nerger s. 60; Weinhold 
s. 150). es sind folgende fälle: 

bedacJüe : sachte 102, 27; 

biccht : lucht 9, 11; 

knechte : hechte 101, 57 ; 

Iticht : <e*cÄ^ 113,13; ivlucht 113,55; : vrucht 03,23; 

nicht : gesticht 115,153; 

nichte : berichte 89, 13; : lichte 78, 71 ; 

sachte : brachte 103,9; 

stichte : tichte 37, 1 ; 

suchten : vrüchten 115, 5 ; 

vorköchte : brächte 20, 19. 

auch Eberhard und Bado kennen derartige reime (vgl. Bach- 
mann 1, 68; Hoefer s. 105. 109). was die heutige mundart an- 
geht, so liegt ein bericht über luft, lucht vor (vgl. Wrede 
19, 277), der das Vorhandensein des ch in der mindenschen 
gegend bestätigt. 

13. Die dentale, a) t entspricht regelrecht einem nihd. 
Xj XX und ix (Lübben s. 45; Nerger s. 52). es wird bewiesen 
durch die reime: 

Leitzmann, Die fabeln Gerhards von Minden. q 



LXVI Dentale. 

hat : dat 75, 1 ; : sat 18, 3; vat 11^ 71 ; 

heret : het 10, 17 ; 

blöt (mhd. bl6x):ndt 96,7. 121,97. 123,15; 

blöt (mhd. hluot):g6t 76,27; 

hotte : entmotte 102, 23 ; 

dat :gat 115, 123. 165; : MM2, 7; : Äa< 56, 17; sat 66, 73. 99, 87; 

istat 100,7. 105,3; : /ro^ 73,35; 
det : henneslet 119,17; itolet 46,15; :wet 113.47; 
dot (mhd. tot) : grot 94, 1 ; : not 70, 87 ; 
dot (mhd. tuot):gr6t 21, 19; wö^ 25, 17. 8.^, 43; 
dutte : kutte 103, 51 ; 
entmotte : grotte 71,1; 
^a<: ra< 115, 141; 
^ö^ (mhd. ^öä) : not 75, 11 ; 

göt (mhd. guot):mdt 55,83. 113,33. 114,23. 122,23; 
grot (mhd. ^röx) : 6ö^ 15, 17. 18,29. 49, 27. 37. 93, 17. 115,87. 

117, 59. 121, 1; : lot 37, 3; : not 12, 1. 19, 1. 36, 29. 54, 19. 

74, 1. 19. 76, 5. 31. 89, 53. 99, 9. 125, 63; 
grot (mhd. gruox) : not 8, 5 ; 
hat: hat 100,33; :sat 113,3; 
holt: beholt 56,29; 
hüt:üt 117, 31; 
tut : därüt 60, 9 ; 
överlüt : üt 46, 9 ; : därüt 20, 41 ; 
möten :gröten 94,61; 
not: vlöt 3, 19; 
rät:ldt 76,15; 

sat: bat 63,3. 118, 7 j :trat 114,5; 
satten : ratten 90, 13. 21 ; 
«e^^e : nette 69, 3 ; 
afgesat : hat 90, 47 ; 
schot: bot 15, 9; 
stat:geldt 69,11. 70,55; 
Stert : vorvert 115, 135; : erer^ (mhd. «(7eW) 103,19; : wert (mhd. 

mVO 122,39; 
stolt:holt 36,7. 68,5; 
^1^ : t;/^^ 24, 9; : vorwtt 123, 29; 
somertit : vlU 74, 11 ; 
vilt : schilt 115, 185. 

Ganz für sich steht der unreine reim wäter : väder 2, 3. 
heutzutage gehört das mindensche land einem gebiete an, das 
alle inlautenden t, die hochdeutsch verschoben sind, zu d er- 
weicht hat (vgl. Wrede 19, 108. 282), und teilt diese erschei- 
nung mit angrenzenden dialekten (vgl. Jellinghaus s. 55). es 



Dentale. LXVii 

dürfte gewagt sein die anfange dieses lautwandels schon in so 
frühe zeit zurückzuversetzen und doch scheint mir eine so 
schwere reimungenauigkeit bei Gerhards sonstiger praxis kaum 
möglich, dann würde die bindung, die nur dies eine mal vor- 
kommt, tadellos sein, in den text habe ich die Schreibung 
tvädei' nicht aufiiehmen mögen. 

b) Ebenso regelmässig ist d der Vertreter eines mhd. t (vgl. 
Lübben s. 42; Nerger s. 50), wie folgende bindungen zeigen: 

allegäder : väder 70,73. 94,51.57. 98,95. 115,91; 

bede : vrede 107, 13; 

beden (mhd. bäten) : reden ICO, 19; 

bekunde : lande 90, 3. 103, 35 ; 

bilde istilde 47,39; 

blide : hövetstrtde 53, 7 ; 

böde igöde 105, 15; 

drdde : gnade 82, 21 ; 

gndde : vullendräde 121,65; 

hande : enkande 93, 37 ; 

h&rde : werde 46, 13; 

kande : ande 40, 11 ; 

kerde : werde 78, 17; 

konde : wonde 19, 27. 108, 1 : 

laden : gäden 123, 1 ; : roden 121, 1 1. 39. 125, 1 ; 

geladen : säden 24, 17 ; 

lande : bewande 99, 151 ; : sande 66, 1 ; 

levende : evende 78, 49 ; 

meden : eden 102, 15; 

mtden : bestrtden 115, 199; 

moder : bröder 45, 15. 71, 5; 

redeidede 103,43. 123,3; imede 49,17. 65,23. 89,39. 97,23. 

103,5. 113,65; isede 55,67. 73,5; istede 121,41; 
vorrede : mede 9, 23 ; 
Salden : alden 69, 35 ; 
schaden : brdden 11,17; : gäden 7,19; 
schadet : vorrädet 42, 9 ; 
scheiden : melden 76, 39; 
strtden : mtden 98, 9 ; 
velde : melde 92, 27 ; : selde 67, 9 ; 
vörde : ivörde 94, 3 ; 
Tormanden : vanden 14, 3 ; 
vrede : mede 55, 43. 70, 57. 78, 55. 119, 3; : därmede 53, 11 ; : sede 

18,51; :8tede 97,19; 
wolde : holde 54, 25. 



e* 



1 



Lxvm Gutturale. 

14. Die gutturale, a) k entspricht regelrecht einem mhd. 
ch (vgl. Lübben s. 58; Nerger s. 57). bewiesen wird es durch 
folgende reime: 

enblicken : bestrtken 94, 41 ; 

entrdkde : mäkde 29, 37 ; 

mik : bik 11, 85 ; : strik 20, 29 ; 

snak'.sak 89,33; 

sökehäken : mäken 65, 51 ; 

spdk: 6k 65, 39; 

sprak : lak 92, 17; : sak 32, 5. 69, 25. 33. 89, 57 ; 

stäken : haken 99, 31 ; : mäken 99, 7 ; 

steken : brSken 115, 147; 

strik : ik 3, 29 ; 

strük : kukerlukük 112, 39; 

locken : locken 20, 13; 

weken: bleken 56, 35; 

werken : kerken 17, 13. 

Die stelle 48, 39, wo in der handschrift nicht auf das hoch- 
deutsche spricht reimt, halte ich für verderbt, da man Gerhard 
die form spricht schwerlich zutrauen kann, ich habe sechi in 
den text gesetzt, ohne zu glauben damit das richtige gefunden 
zu haben. 

b) g wird nicht wie im mittelhochdeutschen zu c, sondern 
zu ch verhärtet, wenn es in den auslaut oder vor tonlose kon- 
sonanten tritt (vgl. Lübben s. 60; Nerger s. 60). beweisend sind 
die bindungen: 

back : vor sack 3, 31 ; 

dach: sack 66,5. 76,21; lensach 88,9; igesach 112,5; : schock 

75,5. 93,5. 98,59; igeschach 92,5; 
endeck : envorsweck 90, 49 ; 
gesckack : plack 3,3. 95,15; ivorplach 109,15; 
jackt : mackt 22, 1 ; : nackt 32, 11 ; 
lack : sack 27, 1. 71, 21. 74, 23. 82, 3. 101, 3. 125, 43; : ensach 

77,57; isckach 47,21; : gesckack 99, 47; 
underlach : sack 115, 191 ; 

plack: sack 15,5. 51,5. 73,39. 83,11. 112,13; :sckack 11,4:1 \ 
plecht : leckt 78, 15; 
sack : slacH 48, 29. 55, 55 ; 
stock: töck 77,49; 
träck : gesack 25, 1 ; 

vl6ch:tdck 79,23; lentock 104,31; :aftdck 124,1; 
icrock : töck 121, 43. 



Gutturale. LXix 

back, das Gerhard auch sonst neben b^ke braucht (isach 
5, 1. 50, 1. 110, 1; : Schach 46, 25; itösprak 85, 3), muss wohl 
ebenso wie bei Berthold von Holle, wie Vogt in Pauls und 
Braunes beitragen 16, 460 gegen meine behauptung ebenda s. 41 
richtig ausgeführt hat, als hochdeutsches fremdwort angesehen 
werden, eine früher von mir angenommene form bak ist nir- 
gends belegt und auch Heynes ansatz einer solchen für die 
altsächsischen psalmen (Kleinere and. denkmäler 2 s. 106 a) be- 
ruht auf einem irrtum. wie der gleichzeitige gebrauch der ein- 
heimischen und der fremden form bei Gerhard zu erklären sein 
soll, weiss ich nicht, die geschichte des wertes (vgl. Kluge, 
Etymologisches Wörterbuch^ s. 23; Noreen, Abriss der urgerm. 
lautlehre s. 126. 221) bedarf überhaupt noch der aufhellung. 
vielleicht giebt eine vergleichende Zusammenstellung der damit 
gebildeten Ortsnamen (vgl. jetzt Jellinghaus Anglia 20, 268) über 
die geographische Verteilung beider formen noch wertvolle auf- 
schlüsse, die zur erklärung des dichtergebrauches dienen können. 

c) In einer anzahl von fällen reimt auslautendes ch auf k, 
wo ich keine uniformierende Schreibung mit ch einführen mochte, 
da die erklärung dieser auch sonst vielfach bei mittelnieder- 
deutschen dichtem belegten erscheinung (für Eberhard vgl. Bach- 
mann 1, 70; die ausführlichsten Zusammenstellungen giebt neuer- 
dings Behaghel, Schriftsprache und mundart s. 20) strittig ist. 
unhaltbar scheint mir die von Bachmann vertretene auffassung, 
„dass auslautend cä, gleichviel ob auf h oder g oder germ. k 
zurückgehend, und k (ck) in der spräche des dichters eine ab- 
schwächung ihres spezifisch lautlichen Charakters erlitten und 
bei ihrer geringeren intensität sich einander näherten" (s. 71). 
mag man eine mehr spirantische ausspräche des k oder eine 
mehr explosive des ch annehmen, man kommt zu keiner plau- 
sibeln Vorstellung von dem wirklichen klangcharakter; zudem 
ist es schwer glaublich, dass sich diese lautaffektion im weiter- 
leben der dialekte so spurlos sollte verloren haben, denn die 
modernen mundarten bieten für eine solche annähme keinerlei 
Stützpunkte, wir haben es hier zweifellos mit hochdeutschen 
einflüssen zu tun, wobei jedoch zu berücksichtigen ist, dass die 
auffassung für verschiedene dichter und denkmäler verschieden 
sein kann, einer so stark verhochdeutschten spräche wie der 



LXX Guttui-ale. 

des Eberhard von Cersne wird man direkte herübernahme der 
hochdeutschen lautstufe, also echte reine cA-reime ohne weiteres 
zuschreiben dürfen, nicht geht das bei unserm Gerhard an, 
dem sonst keine herübernahme einer hochdeutschen lautstufe 
als ganzer kategorie, sondern nur einzelentlehnungen nach- 
gewiesen werden können; und warum sollte gerade nur die 
gutturalreihe davon betroffen sein? ich glaube vielmehr, dass 
wir bei ihm keine hochdeutschen cA -formen, sondern unreine 
reime anzunehmen haben, die ihm und der zeit im hinblick 
auf die vielgelesene und bewunderte hochdeutsche (und zwar 
mitteldeutsche: vgl. Behaghel s. 26) dichtung als erlaubt galten 
und der bequemlichkeit und häufigkeit wegen auch nicht ver- 
mieden wurden, ein an hochdeutscher lektüre beständig ge- 
bildetes Sprachgefühl von damals mag hierin anders, weniger 
streng empfunden haben als wir wissenschaftlichen betrachter 
von heute, schliesslich ist der akustische unterschied beider laute 
auch gar kein so grosser, dass er diese deutung als bedenklich 
erscheinen liesse. folgende reime Gerhards gehören hierher: 

hach : tosprak 85, 3 ; 

gelach : sprak 73, 49 ; 

lachisprak 67,41. 121,45; 

plach: sprak 108,25; 

rtkiJcrtch 49, 11; 

sack: sprak 3, 21. 17,1. 26,3. 34,7. 60,13. 62,13. 71,25. 79,1. 

81,13. 97,39. 111,1. 112,41. 115,19; 
vorsach : bak 99, 101 ; 
Schach : stak 47, 1 ; : ungemak 35, 23 ; 
geschach : sprak 77, 11; 
slach : sprak 23, 5. 80, 9; 
sprak '.dach 117,19; lensach 108,11; 
V7'ek : wech 28, 9. 

Als wirklich unrein ist ferner der reim stväken : belachen 
41,11 anzusehen, die erklärung hierfür habe ich schon bei 
gelegenheit eines ähnlichen reims bei Berthold von Holle (Pauls 
und Braunes beitrage 16,47) gegeben: „was sollte ein nieder- 
deutscher dichter überhaupt auf lachen reimen? sollte er, weil 
es kein wort mit inlautendem ch weiter gab, lachen im reim 
vermeiden? es gab keinen andern aus weg als unreinen reim.'' 

d) Nach allgemein niederdeutscher weise schwindet h im 
auslaut nach langen vokalen und nach Z, im inlaut zwischen 



Gutturale. • LXXI 

vokalen, wobei mannigfache kontraktionen eintreten (eine reihe 
hierher gehöriger fälle sind schon oben unter 5f aufgezählt und 
werden hiör nicht wiederholt), nach l und vor s (vgl. Lübben 
s. 62; Nerger s. 62). Gerhard hat folgende beweisende reime: 

dd (mhd. do) : ho 13,5. 28,3. 33,3. 73,57; : vullenho 47,31; 

:vld 50, 13; lentvlo 35,21; 
do (mhd. tuo) : ho 24, 25 ; 
entvlö: also 116, 7; 
gd : nd 15, 21 ; 
höialso 52,11. 76,13. 78,1. 118,3; :jd 45,1. 79,17. 111,7; 

ISO 64, 5; : tö 22, 5; : vrö 117, 41 ; 
vullenho : also 61,11; 
nd:d 84,9; lentvd 101,67; :std 56,11; 
toivlö 115,189. 

bevölistol 70,27; ivorhöl 105,19; iwol 76,3. 
bestän : vorsmdn 1 25, 77 ; 
ddnislän 99,65. 125,7; 
geddn : vorsmdn 22, 17 ; 
daran : slän 36, 21 ; 

entvdn : kan 25, 5; : Idn 58, 31 ; : stdn 77, 45. 117, 5; 
gdnislän 31,1. 99,35; ibeslän 69,23; 
angd : anevd 89, 25; 
krdientvd 12,11. 124,11; 
kumpante : die 56, 37; : vortte 89, 15. 45; 
majestdt : vorsmdt 121, 29 ; 
stdn : sldn 70, 79 ; 
van : hdn 52, 13; : stdn 89, 21; : vo7'stdn 102, 35; itvalgedän 

36, 15; 
t^e : Äe 84, 3 ; ; nümmerme 83, 7 ; : se 53, 43. 112, 29 ; 
apenviihe 70,25; 
vorsmdn : övergdn 95, 29; 
tjriew : vortten 78, 9. 
bevälen : ^^afe7^ 104, 45 ; 
s^e/ew : bevelen 101, 13. 
«?os:/Ös 29,43. 89,3. 112,3. 121,53; 
e^as : las (mhd. /aī) 102, 41. 53. 

Inlautend g für gewöhnliches mhd. h zeigt das verbum 
högen (itögen 66, 27) und der plural des praeteritums von sm 
(segenidregen 98,51; wiegen 115,71; plege7i:ensegen 114:^9). 

Bei Eberhard sind dieöe rein niederdeutschen Verhältnisse 
vielfach durch hochdeutsche formen zerstört (vgl. Bachmann 
1, 72); Bado zeigt dieselben formen wie Gerhard (vgl. Hoefer 
s. 106. 107). 



Lxxn Metathesis des r. pronominalfoniien. 

15. Metathesis des r. Für diese im niederdeutschen 
nicht seltene erscheinung (vgl. Lübben s. 41 ; Nerger s. 42 ; zur 
phonetischen auffassung Behaghel in Pauls grundriss ^ 1,719) 
bietet Gerhard folgende reimbelege: 

brockt : vorwracht 73, 31 ; 
dachte : wrackte 70, 63 ; 
macht : toracht 68, 11 ; 
emen : bemen 93, 77 ; 
Süchten : vrüchten 115, 5. 

dieselben reime finden sich bei Eberhard (vgl. Bachmann 1,74); 
Bado bietet kein beispiel. 

3. Zur flexion der pronomina uLud verba. 

16. Pronominalformen, a) Einige formen des Personal- 
pronomens erster und zweiter person sind durch den gebrauch 
im reime sicher zu erschliessen. der genetiv singularis, der im 
inneren des verses mehrfach als mtner diner belegt ist, hat die 
nebenformen min dtn, wie die reime auf das possessivum ^n 
32,19. 68,3 beweisen. 

Was den dativ und akkusativ singularis angeht, so wäre 
nach Seelmanns formulierung (bei Babucke, Über sprach- und 
gaugrenzen zwischen Elbe und Weser s. 3) der heutige tat- 
bestand der mindenschen mundart der, dass Minden selbst noch 
mik dik kennt, in seiner umgegend aber schon mi di beginnt, 
diese angäbe ist nicht genau; vielmehr geht nach Babuckes er- 
mittlungen (s. 4), mit denen von mir eingezogene erkundigungen 
durchaus übereinstimmen, die mi-mik- grenze vom steinhuder 
meer direkt südlich über den Süntel und trifft die Weser bei 
Oldendorf, so dass also Minden mit seiner nächsten Umgebung 
ins mi' gebiet gehört, dass das mindensche gebiet einen über- 
gangsdialekt repräsentiert, ist schon vor zwanzig jähren von 
Behaghel (Germania 24,33) aus Firmenich konstatiert worden; 
vgl. auch Bremer, Beiträge zur geographie der deutschen mund- 
arten s. 17. Gerhard nun braucht in seinen gedichten mt und 
dt^ mik und dik unterschiedslos für dativ und akkusativ je 
nach dem reimbedürfnis, so dass für den inneren vers keinerlei 
richtschnur für die etwaige änderung der handschriftlich über- 



Pronominalformen. LXXIII 

lieferten formen gewonnen werden kann, vorausgesetzt, dass 
die eben erwähnte Sprachgrenze schon im mittelalter denselben 
verlauf nahm, würde sich diese tatsache aus der nähe eben 
dieser grenze sehr gut erklären, zumal man ganz wohl annehmen 
kann, dass Gerhard vielleicht nicht aus Minden selbst, sondern 
aus der östlichen Umgebung der Stadt, aus der nähe der mi- 
mik- grenze stammte, die beweisenden reime sind folgende: 

mtibt 6,13. 73,67; : darbt 67,19; igt (mhd. ie) 77,61; igt 

(mild, ir) 98, 77; ist 1, 5. 27, 7. 57, 11. 65, 63. 66, 31. 55. 61. 

70,51. 73,7. 78,65. 79,13. 93,55.75. 103,17. 115,49. 117, 

13. 17; lenst 112,35; ivrt 65, 19; 
dt i darbt 89, 5; : gt (mhd. ir) 43, 21 ; i st 13, 23. 34, 13. 68, 7. 

78,47. 85,25. 109,35. 121,37. 
mikigik 121, 105; : ik 60, 15. 125, 37; : sik 10, 15. 14, 21. 46, 35. 

48,13. 62,15. 69,27. 70,89. 83,9. 92,57; 
dikigik 113,17; lik 28,45. 82,9; isik 61,17. 

Der nominativ pluralis heisst we (:se 19,1.7. 79,7) und 
gt {: dt 4tS^ 21] :mt 98,77). — die obliquen kasus der ersten 
person pluralis kommen im reim nicht vor; ich habe sie überall 
ohne nasal angesetzt, weil das dem mindenschen und den um- 
liegenden dialekten gemäss ist (vgl. z. b. Jellinghaus s. 81). die 
nasalierte form entgegen dem dialekt einzusetzen, die nach Krause 
(Germania 16, 94) und Jostes (Johannes Veghe s. l; Nd. Jahr- 
buch 11, 89) schriftsprachlich galt, ist bei dem alter unsres 
denkmals keine veranlassung, zumal es auch sonst nirgends 
einflüsse einer etwaigen niederdeutschen Schriftsprache aufweist. 
— bei der zweiten person herrscht dieselbe kasusvermischung 
wie im Singular: ^^ ist dativ (:7iü 100,9) und akkusativ (:nü 
98,25); gik ist ebenfalls dativ {:dik 113,17) und akkusativ 
(:mik 121,105). auch hier ist also für den inneren vers kein 
prinzip zu gewinnen. 

b) Ausser dem personalpronomen sind noch einige formen 
des pronomens der dritten person dankenswerterweise im reime 
vorhanden, der nominativ und akkusativ singularis des masku- 
linums werden als he und en, der dativ singularis des femi- 
ninums als er, der nominativ pluralis als se erwiesen durch 
die bindungen: 

hiibe 84,11; i de SS, 21. 109,5; itwe 6,3; ive S4,S; läpenve 
70,25; iwe 8,11. 47,19. 48,3. 94,19; 



LXXiv Verbalfoi-men. 

enimen 50, 15; 

er : beg^ 65, 1 1 ; 

seitwe 6,17. 70,39; :ve 53,43. 112,29; ifce 119,9. 

Vom demonstrativpronomen, das zugleich als bestimmter 
artikel dient, sind ferner der nominativ singularis und der 
akkusativ pluralis des maskulinums als de (:twe 30,1; :he 
83,21. 109,5), vom Possessivpronomen der dritten person das 
femininum des Singulars als er (: her 49, 55; : wer 9, 5) im reim 
belegt. 

17. Verbalformen, a) Gerhard gebraucht im plural des 
praesens die endungen -ei und -en, von denen im verlauf der 
niederdeutschen Sprachgeschichte vielfach (doch vgl. Wrede 19, 
358. 22, 333) die erste allmählich von der zweiten verdrängt 
wird (vgl. Lübben s. 88; Tümpel Pauls und 'Braunes beitrage 
7,90.92), unterschiedslos neben einander, beweisend sind fol- 
gende reime: 

beset : vlet 46, 37 ; 

dotigot 30, 9. 36, 17. 48, 17. 92, 23. 109, 17; : möt 104, 33; : vrot 

14, 15; 
ert'.w^rt 103, 15; 

jaget : behaget 112,33; : vorsäget 113,37; 
stätigeldt 69,11. 70,55; irät 59,7. 121,25. 
breken : vorspreken 102, 45 ; 
Sven: leven 81, 19; 
galten : vallen 94, 43 ; 
hän : stdn 58, 27 ; : wän 125, 51 ; 
krdn : enldn 68, 23; 
stdnigdn 30, 15; : sldn 70, 79. 

Das niederdeutsche bildet participia praeteriti mit verliebe 
ohne das praefix ge-, das allerdings weit häufiger bei starken 
als bei schwachen verben fehlt (vgl. Lübben s. 91; Nerger s. 68; 
Behaghel in Pauls grundriss ^ 1^ 713). der wolfenbütteler codex 
unsrer fabeln hat in einer nicht geringen zahl von stellen der- 
artige formen ohne ge- aus seiner vorläge ungeändert herüber- 
genommen; gewöhnlich aber hat er sie durch die ihm geläu- 
figeren mit ge- ersetzt und dadurch den glatten rhythmus einer 
stattlichen zahl von versen ganz gegen den sonstigen usus des' 
dichters überladen und damit gestört, überall da, wo eine solche 
Störung evident war, habe ich daher die formen ohne ge- un- 



Verbalformen. LXXV 

bedenklich eingesetzt. Gerhard braucht nach metrischem be- 
dürfnis bald die längeren, bald die kürzeren formen, dies 
nebeneinander kann nicht in seinem dialekt bestanden haben, 
der vielmehr wie die meisten niederdeutschen mundarten das 
ge- bis heute nicht kennt (vgl. auch Jellinghaus s. 85; Hoff- 
mann an vielen stellen; Wrede 22,96; Bachmann 1,83.86); 
wir müssen daher wohl die ^re- formen auf den einfluss hoch- 
deutscher lektüre zurückführen, ebenso wie mit den partizipien 
steht es auch mit nominalbildungen mit dem praefix ge-, bei 
deren behandlung ich dasselbe prinzip befolgt habe; auch einigen 
komponierten verben habe ich das ge- aus denselben erwägungen 
genommen (vgl. Wrede 23, 212). 

Als hochdeutsche eindringlinge spreche ich ferner folgende 
vereinzelt vorkommende formen an: Itt (: ttt 58, 7. 68,25), geldt 
(igeit 66,65; ivorverlicheit 4:7^25)^ seit (: feem/ 124, 17; :vor- 
värenheit 99,81); gewöhnlich braucht Gerhard die formen seines 
dialekts licht, gelecht, secht. 

b) Mit verliebe zeigt der plural des praeteritums starker 
verba der vierten und fünften ablautsklasse statt des as. und 
mhd. ä den umlaut e, der natürlich nicht lautgesetzlich ent- 
standen sein kann, sondern am besten wohl mit Nerger (s. 32) 
durch ein eindringen der regelrecht umlautenden optativformen 
in den indikativ erklärt wird (vgl. auch Lübben s. 71. 72). Ger- 
hard bietet für diese formen drei beweisende reime: 

heden : reden 100, 19; 
seten : enleten 63, 13 ; 
vordregen : legen 18, 1. 

Eine vereinzelte ausweichung aus der vierten in die fünfte 
ablautsklasse liegt vor in breken worspreken 102,45; die form 
ist meines wissens sonst nicht belegt (doch vgl. ags. ^esprecen 
Sievers, Ags. grammatik § 391 anm. 1). 

Vom infinitiv sen, schm aus, der den Infinitiven starker 
verba der zweiten ablautsklasse wie tm, vlm gleichlautete, 
entstehen im niederdeutschen neue praesensformen jener verba 
nach der analogie dieser klasse und werden bald die gebräuch- 
lichen, besonders für die zweite und dritte person singularis 
(vgl. Lübben s. 73; Nerger s. 72; Behaghel in Pauls grund- 



Lxxvi Verbalforraen. 

riss 2 1, 736). auch Gerhard hat diese bildungen in folgenden 
beweisenden reimen: 

schüt : nedertüt 79, 35; : vlüt 115, 211 ; 
8ü8t : küst 124, 7 ; liüat 77, 87 ; 
8üt : vlüt 115, 195. 

c) Ich gebe schliesslich noch an, was über formen ein- 
zelner verba aus den reimen Gerhards zu ermitteln ist, und 
bediene mich dabei der alphabetischen reihenfolge. meistenteils 
handelt es sich um gemeinniederdeutsche erscheinuhgen. 

don hat im praesens deist deit und döt neben einander: 

deistisleist 23,13; 

deit : bar?nhertiekeit 35,51; : bereit 29,1. 39,15. 121,71; :geü 

60,17; ivorgeit 26,43; \gdtlicheit 77,13; isleit 65,15; 
endeit : uppesteit 95, 27. 
dotibrot 20,31; igrot 21,19; 
endot : not 38, 13. 

belege für die erste person dö sind schon oben unter 7 c gegeben. 

dräpen für mhd. treffen wird bezeugt durch die reime auf 
äpen 123,25 und läpeii 110,5. 

dregen für mhd. tragen erweisen die reime: 

dregen : plegen 115, 149; : regen 122, 13; : siegen 93, 25; 
gedregen : gedegen 56, 39. 

gän und stän haben im praesens gdt steit und gät stät, 
woneben auch einmal siSi erscheint: 

geit : bereit 125, 21; : deit 60, 17; : nederleit 66, 65; : sleit 25, 9; 

: vörsichticheit 119, 23; 
ümmegeit : ümmesleit 14, 33 ; 
vorgeit : deit 26, 23 ; 
uppesteit : endeit 95, 27. 
gät'.quät 29,47; 
misgät : dät 69, 37 ; 
stät : hat 64, 39. 
weder stet : /e^ 78, 35. 

die praeterita heissen genk gink und stunt: 

genk : i^ewÄ; 89, 1 ; 
gink : dink 62, 1. 98, 45. 
stunt : vunt 85, 39 ; 
enstunt : kunt 120, 31 ; 
stunden : begunden 58, 17 ; 
stünde : vründe 66^ 89. 



Verbalformell. Lxxvu 

hebben zeigt im praesens neben den regelrechten formen 
heft und haß mit verliebe das aus dem hochdeutschen des be- 
quemen reimes wegen herübergenommene hat; aus demselben' 
gründe ist die praesensform und der infinitiv hän sehr häufig, 
das Partizipium des praeteritums heisst hat beispiele: 

heft \ gescheft 32,17; 

hafti kraft 7, 15; 

hätidat 42,7; :ddt 57,15. 63,19. 73,27.55. 123,5; imissedat 

20, 45 ; : quät 20, 35. 36, 47. 44, 31 ; : stdt 14, 31 ; : stdt 64, 39 ; 
enhdt : rät 16, 43. 
hän: an 67,29; igeddn 83,25; :gän 98,65. 101,15; ikumpän 

24, 11; : man 51, 25. 64, 1; ispän 115, 163; : stän 58, 27; 

: vän 52, 13; : wän 125, 51. 
hat: bat 100,33; :dat 56,17; :sat 113,3. 

keren und leren zeigen kerde gekert lerde neben kärde ge- 

kart geläri: 

kerde : erde 14, 19; : werde 78, 17; 

kert:wert 9, 9; 

vorkert : vorvert 72, 19 ; 

lerde : geverde 73, 21. 

kärde : wärde 115, 205 ; 

gekärt : ärt 81, 5; : wärt 9, 3; 

gelärtibärt 99,85. 

läten ist durch den hochdeutschen eindringling län (:gän 
36,39. 77,67. 92,25; ikrän 68,23; lentvän 58,31) bereichert 
worden. lät:7'ät 125,79 darf ich unberücksichtigt lassen, da 
die verse wahrscheinlich unecht sind. 

Neben nömen (: vordömen 93,63) begegnen die hochdeut- 
schen formen ernenne?i (: Icennen 84, 7) imd genant {ivant 39, 7). 

Yon stn stehen im reim die praesensformen des Singulars 
bin, bist, is und die des plurals stn und sint für die erste 
und dritte person. beispiele: 

bin: in 78,63. 99,103; :sm 78,13. 92,39. 101,11; 

bist : Krist 13, 9; : list 49, 63. 52, 7. 92, 41 ; 

i8:mis 46,45; : wis 6,1. 28,43. 37,13. 40,15. 44,21. 45,19. 

78, 33. 85, 51. 102, 55. 105, 13. 111, 5. 113, 19. 115, 97. 118, 25; 
enis : wis prolog 9; 
stn:dtn 67,47. 92,37; :pin 30,11; 
sint : kint 7, 17; : rint 99, 131 ; : vint 75, 19. 79, 5. 81, 21. 82, 29; 

:bevint 51,41; :ioint 78,45; :underivint 87,19; 
ensint:kint 11, 11. 



Lxxvni Verbalformen. 

slän bildet die praesensformen sleist sleit: 

sleist : deist 23, 13; 

sleit : bereit 50, 21 ; : deit 65, 15 ; : geit 25, 9 ; 

ümviesleit : ümmegeit 14, 33. 

Von soUn sind folgende formen zu erwähnen: 

saliöveral 107,19. 124,13; \ ungeval 112,45; :wra/ 20, 17. 

104,41. 105,37; 
Salt : alt 44, 29. 85, 41. 90, 51 ; : gestalt 62, 11 ; 
8olt (= debetis) : holt 95, 7. 

Valien bildet das praeteritum vel {isnel 67,7; ivullensnel 
35, 1 ; : spei 46, 21), bevallen ebenso bevel (: snel 77, 37 ; : vullen- 
snel 67,23; :m'eZ 99,107). 

Von van heisst das praeteritum venk (:genk 89, 1; iZewA 
51, 31). 

wellen zeigt i^;^7, tvult und in der zweiten person pluralis 
wili: 

wilispil 3,43. 17,23. 23,11. 59,13. 83,29. 88,19. 99,105. 

101,71; :vil 36,45. 64,37. 67,53. 78,23. 116,9; 
wult : schult 77, 19. 104, 47 ; 
wilt : vilt 117, 29. 

weten hat im praeteritum wiste (-.liste 69,5) und vdsten 
{: listen 53,33). 



18. Ergebnis. Als resultate unsrer sprachuntersuchung 
lassen sich etwa folgende sätze aufstellen, der dekan Gerhard 
von Minden stammte wahrscheinlich aus Minden selbst oder 
doch aus der näheren, vielleicht östlichen oder nordöstlichen 
Umgebung, die spräche seiner aesopischen fabeln ist sein heimat- 
licher niederdeutscher dialekt, sowohl in den lauten als in den 
formen als, wie sich später in den anmerkungen zum texte 
herausstellen wird, im Wortschatz, nun kannte aber Gerhard 
zweifellos eine anzahl der klassischen werke der mittelhoch- 
deutschen poesie wie alle damals dichtenden Niederdeutschen, 
wenn auch sein stofif ihm keine gelegenheit gab irgend einen 
mittelhochdeutschen dichter direkt nachzuahmen, so zeigt sich 
doch der einfluss der hochdeutschen poesie neben der metrischen 
glätte seines werkes auch in vereinzelten dem hochdeutschen 



Ergebnis. LXXIX 

USUS entlehnten, seinem angestammten dialekte von haus aus 
fremden wortformen, die er als bequeme reim werte in derselben 
art herübemahm wie seine andern dichtenden Zeitgenossen, 
seine anleihen bei der hochdeutschen dichtung beschränken sich 
auf einzelformen; fremde lautkategorieen sind aller Wahrschein- 
lichkeit nach, wenn man meinen obigen ausführungen zustimmt, 
von ihm nicht zur anwendung gebracht worden, ich stimme 
daher nicht ganz mit der Stellung überein, die Behaghel in 
seiner höchst verdienstlichen und resultatreichen rede über 
Schriftsprache und mundart in den anmerkungen (s. 21) unserm 
fabeldichter anweist Gerhard gehört zu den niederdeutschen 
dichtem, die der hochdeutschen spräche nur sehr geringfügige 
opfer bringen und im wesentlichen mit ihrem erbgute hauszu- 
halten wissen. 



IV. Rhythmik. 

1. Prinzipielles. Während für die mittelhochdeutsche 
und auch für die mittelniederländische dichtung metrisch - 
rhythmische Untersuchungen und bemerkungen in masse ge- 
liefert worden sind und metrische fragen auch stets einen 
mittelpunkt des Interesses gebildet haben, fehlt es für die 
mittelniederdeutsche dichtung noch an jedem irgend energi- 
scheren ansatz zur erforschung der metrischen Verhältnisse, 
zwar sind von den herausgebem hie und da kurze metrische 
bemerkungen zu den von ihnen behandelten texten gegeben 
worden, aber nirgends ist man über andeutungen hinaus- 
gekommen, noch weniger gar zu einer systematischen dar- 
stellung des metrisch -rhythmischen zustandes auch nur eines 
einzelnen denkmals fortgeschritten, ein weiterer bisher stets 
begangener fehler ist der, dass man den massstab der beur- 
teilung der mittelniederdeutschen gedichte nicht aus diesen 
selbst auf statistischem wege zu gewinnen suchte, sondern mit 
den fertigen „gesetzen" der mittelhochdeutschen oder auch 
mittelniederländischen metrik an sie herantrat und diese darauf 
anwante, so gut oder so schlecht es gehen wollte, ein klassi- 
sches beispiel für die eine dieser richtungen sind Bartschs 
metrische anmerkungen zum Krane Bertholds von Holle, ein 
beleg für die zweite z. b. die dissertation von Seltz, Der vers- 
bau im Eeinke vos (Eostock 1890), meines wissens die einzige 
metrische arbeit über ein niederdeutsches gedieht, es ist ja 
allerdings von vorn herein zuzugeben, dass eine gewisse engere 
verwantschaft zwischen der niederdeutschen, hochdeutschen und 
niederländischen metrik bestehen muss, da alle drei literaturen in 
steter Wechselwirkung standen; indessen führt die Vermischung 
der aufgaben zunächst notwendig unzuträglichkeiten und Vor- 
eingenommenheiten mit sich. 



Prinzipielles. LXXXI 

Zur genaueren erkenn tnis der mittelniederdeutschen metrik 
führt nur ein weg: es müssen zunächst die wichtigsten denk- 
mäler einzeln auf ihre rhythmischen formen hin statistisch 
untersucht werden, es liegt auf der hand, dass sich dazu am 
ersten und besten solche werke eignen werden, die in keiner 
engeren beziehung zu werken andrer germanischer dialekte, 
also zu hochdeutschen oder niederländischen dichtungen stehen, 
solche weder nachahmen noch überarbeiten, es scheint daher 
die benutzung gerade des Eeinke für diesen zweck zunächst 
ungeeignet, während das in allen wesentlichen punkten origi- 
nale und selbständige fabelwerk Gerhards besonders brauchbar 
sein wird. 

Im folgenden gebe ich eine statistische Übersicht über die 
in den fabeln Gerhards vorhandenen rhythmischen verstypen, 
ich stütze mich dabei im prinzip auf die allgemeinen an- 
schauungen von Sievers, die er in seinen arbeiten über den 
altdeutschen reimvers (Pauls und Braunes beitrage 13, 121; 
Forschungen zur deutschen philologie s. 11) überzeugend dar- 
gelegt hat, und bediene mich der terminologie-, wie sie von 
ihm in jenen aufsätzen und in seinen Vorlesungen über deutsche 
metrik gebraucht wird, das mit diesen grundprinzipien erzielte 
resultat muss al§ ein neuer beweis für die richtigkeit und 
brauchbarkeit jener betrachtungsweise angesehen werden. 

Gerhards verse sind nur vom boden der alten volkstüm- 
lichen deutschen metrik aus zu verstehen und zu rhythmisieren. 
ihr grundschema ist ein dipodisches mit leichter oder mittlerer 
füUung und kleinen Intervallen. 

1. Doppelt fallender typus (A). 
2. Eegelmässige formen, a) mit stumpfem ausgang: 

ä) JLX1.XJLX1. völgen tö dem hüse min 3, 13. 

d^ it doch vil klene not 4, 20. 
dät he ümme ervestäm 7, 2. 

13. 24. 8, 16. 21. 9, 2. 15, 17. 19. 16, 30. 18, 28. 19, 17. 20, 7. 
11.18.44. 21,2. 24,27. 25,4.9. 26,11. 28,7.11.26. 30,3. 
33, 15. 35, 49. 51. 36, 4. 13. 39. 41. 39, 13. 14. 40, 5. 10. 44, 
15. 16. 46, 36. 47, 2. 25. 29. 55. 48, 21. 49, 23. 27. 30. 59. 64. 

Leitzmann, Die fabeln Gerhards von Minden . f 



TiXXXH Typus A: 

50, 8. 14. 51, 2. 52, 2. 8. 53, 4. 15. 55, 51. 58, 7. 10. 60, 3. 8. 
61, 18. 62, 15. 17. 63, 10. 64, 2. 65, 10. 13. 26. 64. 66, 25. 72. 
9.2. 68, 19. 69, 8. 32. 37. 70, 6. 16. 79. 71, 12. 26. 72, 2. 73, 
24. 35. 45. 47. 55. 68. 74, 17. 22. 75, 7. 76, 4. 5. 12. 35. 77, 62. 

63. 75. 78, 6. 24. 41. 79, 8. 81, 4. 9. 15. 83, 3. 17. 84, 20. 
85, 16. 26. 28. 50. 86, 14. 87, 6. 89, 24. 35. 44. 90, 25. 39. 52. 
91, 20. 92, 51. 93, 46. 52. 75. 95, 1. 27. 97, 8. 22. 34. 98, 54. 
72. 78. 82. 119. 120. 99, 46. 47. 50. 62. 126. 100, 10. 35. 101, 
9. 11. 39. 102, 36. 58. 104, 26. 47. 105, 10. 24. 108, 23. 25. 
109, 6. 14. 110, 2. 112, 26. 36. 115, 36. 49. 53. 103. 112. 169. 
193. 117, 24. 66. 118, 2. 8. 13. 19. 119, 23. 120, 29. 121, 20 
(verschleifung). 48. 85. 102. 103. 122, 49. 123, 19. 125, 3. 53. 
— 185 fälle. 

ß) X JLX1.XJLX1. Esöpiis en tvis Oreke was prolog 1. 

dat dichte heft doch Ure tols 10. 
en hdne ene pörlen vänt 1, 1. 

9. 2, 1. 5, 4. 6, 10. 18. 7, 1. 16. 22. 8, 15. 22. 25. 9, 1. 5. 15. 

10, 18. 27. 52. 61. 66. 68. 11, 2. 10 (verschleifung). 14. 23. 24. 

12, 1. 2. 3. 21. 24.' 13, 3. 15. 14, 1. 27. 32. 15, 1. 14. 18. 16, 1. 

4. 8. 15. 18. 20. 29. 31. 32. 38. 17, 23. 18, 17. 46. 48 (verschlei- 
fung). 19, 10. 15. 25. 20, 3. 25. 28. 32. 21, 1. 22, 6. 16. 17. 
23, 1. 2. 10. 12. 24, 3. 25. 25, 5. 11. 16. 26, 3. 8. 26. 27, 1. 7. 
15. 22. 28, 36. 39. 29, 1. 7. 16. 21. 44. 30, 11. 31, 1. 13. 32, 1. 

5. 9. 17. 23. 24. 25. 33. 33, 1. 34, 8. 35, 4. 6. 35. 39. 40. 50. 
36, 3. 11. 20. 26. 27. 28. 29. 44. 37, 9, 13. 39, 12. 17. 40, 4. 6. 

14. 15. 41, 5. 42, 1. 4. 43, 2. 3. 7. 19. 44, 13. 32. 45, 2. 14. 19. 

46, 7. 10. 34. 35. 44. 47, 11. 33. 36. 45. 53. 56. 57. 58. 48, 1. 2. 
8. 15. 18. 24 (verschleifung). 33. 41. 49, 2. 3. 6. 16. 24. 28. 37. 
40. 52. 53. 50, 3. 6. 15 (verschleifung). 20. 51, 3. 8. 9. 11. 12. 

15. 41. 52, 20. 53, 5. 6. 21. 30. 54, 43. 49. 55, 17. 35. 65. 73. 
84. 56, 18. 23. 24. 41. 57, 1. 2 (verschleifung). 4. 5. 6. 11. 14. 
21. 22. 58, 11. 20. 26. 59, 8. 14. 60, 4. 14. 61, 10. G2, 1. 8, 11. 
14. 18. 20. 23. 26. 63, 1. 3. 9. 17. 20. 64, 7. 8. 12. 22. 26. 30. 
34. 39. 65, 16. 27. 30. 43. 63. 66, 15. 30. 32. 34. 55. 59. 60. 62. 

64. G5. 66. 87. 91. 67, 1. 6. 7. 22. 23. 43. 47. 53. 55. 68, 1. 3. 5. 
8. 9. 14. 15. 69, 23. 27. 70, 5. 10. 14. 18. 20. 22. 32. 34. 36. 44. 

47. 52. 55. 68. 76. 86. 88. 89. 71, 7. 9. 10. 20. 25. 31. 72, 6. 8. 

13. 73, 8. 23. 26. 27. 28. 48. 50. 57. 67. 74, 1. 5. 11. 19. 75, 1. 



regelmässige formen. LXXXlii 

5. 11. 76, 2. 6. 10. 28. 77, 1. 12. 13. 15. 28. 42 (verschleifung). 

53. 54. 55. 57. 60. 68. 80. 82. 92. 78, 5. 7. 33. 37. 46. 48. 58. 63. 
70. 80. 79, 10. 13. 17. 24. 28. 38. 80, 6. 81, 14. 22. 82, 9. 13. 15. 

23. 28. 83,18. 28. 84, 4. 19. 22. 85, 8. 22. 38 (verschleifung). 41. 
48 (verschleifung). 49. 87, 7. 15. 20. 88, 1. 18. 89, 1. 6. 23. 26. 50. 
57. 90, 2. 8. 28. 92, 17. 34. 40. 52. 54. 93, 16. 17. 45. 94, 1. 23. 

54. 95,17. 96,2.3.19.21.25. 97,39.42.50. 98,6.25.27.35.36. 
53. 57. 65. 108. 99, 26. 33. 36. 58. 61. 82. 86. 88. 97. 104. 121. 131. 

100, 9. 27. 28. 31 (verschleifung). 101, 15. 36. 62. 63. 102, 4. 
12. 31. 49. 103, 12. 16. 18. 30. 34. 61. 104, 4. 33. 105, 8. 13. 
17. 19. 23. 25. 37. 39. 107, 10. 108, 4. 5. 7. 11. 32. 109, 10. 30. 

35. 36. 110, 11. 12. 111, 1. 9. 10. 112, 30. 31. 38. 45. 50. 113, 
3. 16. 44. 114, 6. 11. 115, 23. 30. 39. 42. 74. 87. 88. 100. 102. 
108. 146. 155. 157. 164. 210. 116, 4. 10. 20. 117, 6. 13. 21. 26. 
34. 38. 56. 60. 69. 79. 80. 118, 1. 9. 11. 18. 24. 119, 14. 15. 18. 
120, 2. 8. 22. 24. 3X). 39. 121, 1. 14. 34. 38. 71. 87. 93. 94. 106. 
108. 120. 122. 122, 4. 15. 18. 19. 24. 46. 51. 62. 123, 14. 21. 

24. 28. 124, 1. 3. 6. 7. 13. 16. 125, 9. 20. 21. 26. 42. 43. 44. 49. 
52. 55. 63. 70. — mit akzentverschiebung: prolog 5. 18, 53. 

36, 38. 52, 18. 118, 4. 121, 44. — 564 fälle. 

y) xx^x^-x^x^_ quam he dar lik enem koninge 18, 8. 

sine hörne ärsedie döt 3G, 17. 
it beivisde vor dem lomven göt 48, 17. 

28, 14 (verschleifung). 48, 38 (vielleicht tüget-, vgl. 78, G2. 81, 18). 
49, 56 (pk zu streichen?). 60. 66, 54. 93, 81. 104, 25 (vielleicht 
ware\ vgl. 6, 19. 13, 24. 62, 20. 89, 31. 104, 11. 105, 5. 8). 
117, 18. — mit akzentverscliiebung: 19, 34. — 12 fälle. 

6) xxxj.xi.xj.xi. dat du a7i n'ödeyi vmldcst h4lpe7i ml 

101, 61 (vielleicht als C wnld{'st an noden), 

b) mit klingendem ausgang: 

a) jxi^x JX1.X und du därenböven tveder 2, 12. 

und den sine kr^fte erven 7, 6. 
Iüchte7i tvö de viorgensterne 13, 14. 

24, 16. 33, 6. 35, 41. 44, 20. 47, 24. 51, 21. 54, 16. 55, 81. 
59, 9. 60, 1. 61, 19. 63, 13. 66, 39. 93. 70, 30. 71, 17. 73, 22. 
78, 28. 79, 25. 80, 11. 82, 11. 88, 3. 89, 42. 90, 11. 92, 13. 22. 
46. 93, 4. 63. 66. 94, 11. 95, 5. 19. 97, 48. 98, 41. 99, 56. 



LXXXiv Typus A: 

101, 20. 102, 2. 10. 20. 38. 103, 3. 35. 105, 21. 22. 107. 4. 13. 
112, 12. 20. 114, 17. 115, 93. 117, 36. 72. 121, 32. 115. 122, 
47. 125, 50. 62. — 61 fälle. 

ß)xjLXi.xj.xi.x en döre ächtet vrdses mere 1, 11. 

wo ddt he en tom döde bringet 2, 20. 
harmhärticliett de loüwe dede 16, 13. 

18, 43. 44. 56 (verschleifiing). 19, 8. 36. 35, 17. 38, 5 (verschlei- 
fung). 43, 15. 45, 17. 46, 18. 47, 14. 49, 18. 51, 40. 53, 23. 
31. 39. 41. 54, 1. 13. 35. 36. 55, 22. 42. 70. 56, 7. 35. 58, 15. 
21. 22. 59, 2. 63, 7. 64, 23. 24. 65, 36. 48. 51. 52. 53. 58. 66, 
3. 48. 75. 82. 68, 29. 38. 72, 16. 77, 5. 69. 78, 17 (verschlei- 
fung). 20. 30. 74. 75. 79, 32. 82, 7. 83, 5. 85, 20. 88, 7. 8. 89, 
51. 60. 93, 3. 53. 94, 35. 36. 44. 56. 95, 20. 97, 23. 98, 37. 
118. 99, 8 (verschleifung). 133. 136. 146. 101, 47. 70. 102, 8 
(vrerschleifung). 14. 33. 103, 24. 104, 7. 8. 12. 19. 105, 22. 107, 
3. 108, 14. 109, 4. 110, 13. 111, 4. 112, 57.- 113. 58. 114, 4. 8. 
115, 16. 84. 137. 148. 149. 206. 117, 64. 119, 11. 120, 3. 121, 
68. 112. 122, 14. 57. 123, 1. 35. — mit akzentverschiebung: 
122,43. — 114 fälle. 

y) X XJ.X 1.x ^x ^x vor de jegere sik hoden sölde 62, 4. 

söter mälik em vmylegen wölde 11^ 6. 

3. Formen mit erweiterter Senkung, a) erweiterte 
erste Senkung: 

a) jLXx^x ±xi. hüngerich blef de ädelär 12, 22. 

Iöne7i mit nier lögene 20, 26. 
häddestu dät dorch w^ gedän 26, 14. 

27, 8. 29, 46. 30, 16. 32, 4. 7. 34, 10. 44, 23. 58, 28. 67, 30. 
72, 5 {he lu^te?). 73, 64. 77, 56 (verschleifung). 81, 17. 102, 55. 
108, 9. 29 (verschleifung). 113, 6. 47 (hart; vielleicht als C nm 
spräk de vös). 116, 19. 118, 17. 125, 69. — 24 fälle. 

ß)xjLXxi.x^xi. de ädelar spräk nicht vere ensint 

11, 12. 
darm^de du vän dem heren min 

20, 12. 
tvat were mi um den pr^kel dln 

25, 12. 



formen mit erweiterter Senkung. LXXXV 

14. 26, 1 (das diminutiv stammt wohl vom Schreiber). 15. 29, 
41. 48. 49 (verschleifung). 35, 1. 41, 13. 45, 8, 47, 42. 48. 48, 
14. 16 (wohl süs zu lesen). 49, 11. 20. 61,14. 71, 3. 73, 43. 77, 
79. 87. 85, 14 (wahrscheinlich tohant zu streichen). 86, 8. 92, 
25. 94, 53. 98, 64. 99, 30. 105, 32. 108, 15. 111, 5. 119, 6. — 
33 fäUe. 

y) xjLX X X i-x j,xi. dat schr4ven hadde mester Ipokräs 

121, 86. 

d) JLXX1.XJLX1.X mdnnich heft därvan schaden nömen 

37, 11. 
düchte gik dat we mit mi were 98, 50. 
bolde se van dem velde qudmen 
99, 142. 
112, 11. — 4 fälle. 

e) JLX X X1.XJLX 1.x l^ver under düsser molen sweven 3, 9. 
10) x^xx 1.x JLX1.X we ivären sik wil vor üngevelle 6, 19. 

dat ik it doch van den j4nen lede 

14, 25. 
de minne de üp dem v^lde stünden 

58, 18. 

65, 57. 99, 59. 111 {sik zu streichen?). 103, 37. 110, 6. 112, 

58. 115, 72. 120, 4. 121, 22. — 12 fälle. 

b) erweiterte zweite Senkung: 

a)^X2^xxjLXi. it is tegen dem winter leert 9, 9. 

vlüchtich ho f sik en ander spei 46, 21. 
sülven hebbe ik dit üngemäk 48, 36. 

66, 88. 73, 36. 78, 42. 92, 38. 112, 6. 16 (verschleifung). 115, 

59. 107. 120, 1. — 12 fälle. 

ß) ^x 1.XXXJLX1. sülven hebbe we dit Ü7igemäk 19, 24. 

älk nemen se sik vländes an 46, 29. 
y)x_^x^-xx^x^. de müs damä ene beke such 3, 21. 

na vösses rode dem krdnen bot 8, 1. 
de vös darmede to hole lep 13, 22. 
28, 12. 45. 38, 3. 44, 29. 46, 22. 48 (vielleicht «iwm?). 49, 55. 
53, 29 (vielleicht die negation zu streichen; dann E doch ne 
wärt), 55, 4 (e?ien?), 69, 13. 76, 32 (verschleifung). 77, 21. 88. 
79, 20. 82, 29. 83, 27. 94, 50. 95, 7. 23. 28. 99, 40. 42 (schwer- 



LXXXVi Typus A: 

lieh korrekt, aber wie zu bessern?). 76. 137. 103, 19. 48. 105, 
12 (die negation zu streichen?). 109, 20. 112, 27 (sin?). 117, 
42. 70. — mit akzentverschiebung: 24, 28. — 35 fälle. 

d) xxjLXi.xxxj.xi. mcht vorh4f di böven de natüre d\>n 

27, 24. 

e) J.X1.XXJLX1.X d4 na jenigem vUsche stünde 66, 89. 

ddt he tvulde de wärheit reden 100, 20. 
102, 6 (verschleifung). — 3 fälle. 

t) XJLX1.XXJ.X1.X to gisel wülden se w4der setten 53, 20. 

men bölde dd se to holte quemen 26. 
alsüs schilt mannigem dünkelgdden 

78, 77. 

86, 6. 103, 4. 113, 11. 115, 152. — 7 fäUe. 

c) erweiterte dritte Senkung: 

a) J.X1.XJ.XX1. ddt en doch nicht ^gen enls prolog 9. 

höpden se des hartes en del 6, 8. 
sint so nlm betdlinge min 43, 20. 
53,47. 60,17. 69,31. 78,15.86,18 (die negation zu streichen?). 

87, 16 (die negation zu streichen?). 93, 72 (vielleicht so). 108, 3. 
109, 12. 112, 48. 117, 29 (die negation zu streichen?). 122, 7. 
125, 37. — 16 fälle. 

ß) x.LX}^x J.XX 1. dat dröch to Idne drogene glft 3, 46. 

dat 4rste del des koninges Is 6, 12. 

he dMget äl de ünder em sint 7, 18. 
10,55. 15,2. 16, 44 (die negation zu streichen?). 17,16. 18,20. 
26, 16. 29, 23. 30, 15. 36, 18. 19. 45, 9. 47, 30. 49, 1. 49. 67, 
2. 5. 69, 38. 70, 43. 65. 72, 9 (die negation zu streichen?). 74, 
21. 77, 2. 88, 19. 105, 40. 115, 96. 118, 25. 124, 12. — 30 fälle. 

y) mit akzentverschiebung: 

XXJ.X1.XJLXX1. de unschuldige nichtnetenenmäch 2, 1 7. 
ä) J.X1.XJ.XX1.X gdf he en vor Iwninges sture 18, 6. 

dörch den se tosdmene (jueme^i 46, 2. 
wültu dl na dögeden dwlngen 55, 38. 
98, 92 (verschleifung). 102, 24. 113, 66. 114, 3.-7 fälle. 

fi)x-ix^.x_ixx^x de 4sel enem loüwen entmötte 71, 1. 

dat hüs he em nicht rümen enwölde 

75, 16. 



fonnen mit erweiterter, mit fehlender senlnmg. Lxxxvn 

darümme se toadmene quimen 93, 2. 
102, 52. 115, 2Ö4. — 5 fäUe. 

d) erweiterte erste und zweite Senkung: 

a) xj.xxi.xx^xi. mit drogene wll ik beMlpen mlh 48, 13. 

to g^vende ml wai beMJdestü 74, 28. 
99,48 (vielleicht darboven). — 3 fälle. 

ß) JLXX1.XXJ.X1.X hlndene siele gi holden stille 94, 46. 
y) XJ.XX1.XXJ.X1.X de künde begünden en dntosprlngen 

117, 57. 

e) erweiterte erste und dritte Senkung: 

a) xj.xxi.xj.xxi. vil vögele hd tosdmene löt 37, 4. 

de hämeke spräk den lüden ik bot 74, 1 6. 

tor vlücht hadde sik de blinde vorpDcht 

99, 138. 
125, 74. — 4 fäUe. 

ß) J.XXX1.XJ.XX1.X mote gi to iisem Kminge keren 54, 21 
(ist vielleicht to zu inklinieren?). 

f) erweiterte zweite und dritte Senkung: 

ä) xjLXi.xxj.xxi. den dank men leder in mdnnigen vlnt 

75, 20. 
ß) XJ.X1.XXJ.XX1.X den hdgedöm se to koninge nemen 

93, 84. 

4. Formen mit fehlender Senkung, a) fehlende erste 
Senkung: 

a) ji^x^xi. göt dön de mistet' seckt 48, 40. 

32, 26 (schwerlich möglich; vielleicht manket zu lesen). — 
2 fäUe. 

ß) XJ.1.XJ.X1. min göt wll ik toisen dl 10, 26. 

de müs tö dem loüwen rep 16, 23. 
vil ünei'e und smächeit gröt 18, 29. 

20, 21. 30. 29, 3. 45. 30, 10. 32, 20. 33, 2. 34, 11. 35, 24. 31. 
36, 16. 42, 7. 43, 1. 4. 47, 26 (wahrscheinlich wart do). 50, 5. 
51, 23. 34. 55, 80. 57, 8 (vielleicht gedenet wal), 64, 16. 37. 
67, 38. 78, 1. 79, 1. 81, 8. 18. 84, 14. 85, 7. 17. 86, 1. 87, 9. 
92, 33. 93, 8. 71. 94, 21. 98, 103. 99, 122 (wahrscheinlich so 



LXXXVin Typus A : formen mit erweiterter mid fehlender Senkung. 

oder süs einzuschieben; vgl. 7, 1. 75, 8). 103, 28. 104, 40. 
105, 9. 38. 107, 1. 2. 108, 10. 109, 18. 113, 2. 115, 98. 117, 
14. 19. 121, 2. 23. 77. 124, 4. 125, 13. — 58 fälle. 

y)xx^^x^x^_ an en jök spen do vmlde de 30, 2. 

dat en man sine vroüwen säch 98, 2. 

d) X JL1.XJ.X ^x en vös snel darhm^ie statte 13, 7. 

en blök gröt und üngehüre 18, 5. 
en dorn schärp und üngehüre 47, 3. 
54, 32. 47. 77, 39. — 6 fälle. 

b) fehlende zweite Senkung: 

xj.X}^jLXi. en def wulde üt steleii gän 20, 1. 

67, 27 ( verschleif ung; vielleicht sprak he). — 2 fälle. 

c) fehlende dritte Senkung: 

a) J.X1.XJL1. Lunam und Satümüm 7, 14. 

44, 27 [missestalt oder misgestalt?). — 2 falle. 

ß) X JLX1.X jLi. u?id wönde tö Athenäs prolog 2. 

en össe und en wülf grls 6, 6. 
v^ allen en quat ndbur 19, 30. 
24, 12 (verschleifung). 35, 12. 44, 1 (vielleicht stede), 65, 6 
(arebet?), — 7 fälle. 

y) XX jLX2^x jLi. ivat bedüdet dlsse hdlsbänt 55, 50. 

(5)x_ix^_xji2_x en man an euer siät wönde 108, 1 

(vielleicht stede), 

d) fehlende erste und dritte Senkung: 

x-i^_x_i^. en hol en&t^ veltmüs 10,4. 

5. Formen mit erweiterter und fehlender Senkung, 
a) erweiterte erste und fehlende zweite Senkung: 

xjLXX 1.J.X1. se gingest dat wlf wisde nä 99, 70. 

b) erweiterte erste und fehlende dritte Senkung: 

X ±xxi.x±^ van mdnniger lele tvälvär 10, 45. 

entvängen tve dlssen vormünt 66, 38. 

c) erweiterte zweite und fehlende erste Senkung: 

a) J.1.X XJ.X 1. schüt tegen des bösen möt 99,154 

(kaum richtig, aber wie zu heilen?). 



Typus B: regelmässige formen. LXXXix 

/?)x_i^.xx^x^_ se gmk böven en wäter stän 97, 35. 

dorch göt Mdde ik vorglfit ml 105, 36. 

d) erweiterte dritte und fehlende erste Senkung: 

xx-i^.xjixx:LX em wart lif und sin rügge tobrökefti 

28, 20. 

e) erweiterte zweite und fehlende erste und dritte Senkung: 
J.1.XX ±i.x merlmtten und tvöltäpen 115, 79. 

2. Doppelt steigender typus (B). 
6. Regelmässige formen, a) mit stumpfem ausgang: 

a) 1.x ^x 1.x j. düsser wdJdat wüld^ ik di 3, 11. 

göden rät we grlpen an 27. 
de mit rechte n)<!kt enkdn 4, 24. 

1, 2 (verschleifung). 6, 5. 7. 11. 16. 7, 17. 9, 8. 10. 10, 6. 24. 
34. 36. 43. 49. 12, 12. 13, 6. 14, 12. 16, 22. 41. 18, 9. 22. 41. 
20, 17. 31. 21, 16. 17. 22, 15. 23, 5. 6. 25, 2. 6. 10. 17. 26, 7. 
13. 27, 16. 19. 29, 22. 30, 5 (verschleifung). 32, 11. 35, 11. 19. 
36. 36, 1. 2. 15. 37, 3. 5. 44, 11. 46, 11. 12. 25. 32. 38. 47, 21. 
46. 48, 4. 19 (verschleifung). 22. 26. 31. 49, 7. 14. 51, 16. 17. 
29. 30. 36. 44. 52, 7. 9. 53, 1. 45. 54, 44. 55, 3. 14. 45. 55. 66. 
56, 29. 58, 31 (verschleifung). 60, 9 (verschleifung). 61, 2. 3. 5. 
64, 4. 15. 18. 65, 7. 17. 38. 40. 45. 46. 59. 69. 74. 66, 8. 67, 8. 

18. 20. 36. 37. 40. 41. 68, 10. 23. 69, 12. 18. 70, 15. 21. 28. 
71, 22. 36. 72, 10. 73, 1. 3. 41. 65. 76, 3. 15. 17. 41. 45. 77, 

19. 25. 26, 64. 81. 78, 2. 8. 14. 45. 61. 62. 65. 69. 79, 16. 37. 
80, 7. 81, 12. 21. 82, 5. 83, 2. 7. 12. 19. 84, 21. 85, 2. 15. 39. 
46. 86, 2. 13. 17. 89, 25. 53. 90, 7. 92, 4. 23. 26. 42. 47. 48. 50. 
93, 35. 41. 94, 20. 37. 95, 15. 16. 21. 25. 97, 15. 17. 18. 27. 
98, 31. 34. 63. 79. 98. 113. 99, 34. 38. 75. 89. 109. 128. 143. 147. 
100, 5. 24. 30. 33 (verschleifung). 36. 101, 2. 17. 60. 73. 102, 3. 
104, 17. 24. 32. 49. 105, 7. 106, 1. 3. 107, 15. 108, 31. 109, 11. 
15. 28. 29. 111, 12. 112, 13. 14. 29. 35. 55. 113, 7. 20. 26. 52. 
55. 115, 14. 25. 28.. 64. 69. 73.. 77. 78. 95. 106. 109. 110. 139. 
141. 166. 182. 192. 194, 196. 209. 116, 3. 117, 55. 65. 118, 3. 
22. 119, 1. 120, 9 (verschleifung). 37. 121, 3. 6. 18. 35. 36. 45. 
61. 80. 122, 35. 37. 42. 45. 50. 123, 27. 124, 11. 15. 125, 10. 
38. 76. 77..— 276 fälle. 



xc Typus B: 

ß) X 1.x J.X 1.x j. van sinne wittert he tvas klök prolog 3. 

des schrdf he mdnnich kunstich bök 4. 
de vilen lüden noch sin Uf 6. 

7. 1, 8. 10. 2, 5. 6. 13. 3, 3. 4. 7. 17. 20. 22. 32. 37. 4, 26. 5, 

12. 7, 15. 8, 5 (verschleifung). 12. 13. 17. 24. 9, 3. 12. 13. 14. 

10 

15 

17 

35 

25 



5. 29. 30. 50. 51. 56. 11, 9 (verschleifung). 22. 13, 4. 5. 17. 
4. 6. 7. 8. 11. 15. 16. 20. 22. 16, 2. 3. 7. 9. 17. 19. 24. 37. 39. 
12. 18, 4. 10. 30. 42. 47. 49. 19, 13. 16. 20. 20, 24. 27. 29. 
42 (verschleifung). 21, 19. 22, 4. 23, 14. 24, 4. 9. 23. 24. 26. 
8. 13. 26, 4. 5. 12. 17. 22. 27, 2. 28, 3. 6. 9. 17. 23. 24. 25 

(verschleifung). 28. 40. 43. 47. 29, 5. 15. 17. 35. 43. 31, 8. 10. 

6. 12. 19. 33, 7 (verschleifung). 9. 10. 34, 9. 12. 35, 2. 7. 10. 
21. 22. 23. 32. 33. 34. 37. 47. 52. 36, 22. 23. 25. 31. 42. 45. 

7. 10. 14. 38, 9. 39, 4. 7. 8. 18. 40, 16. 41, 6. 14. 43, 6. 26. 

44, 2. 9. 17. 22. 31. 45, 4. 6. 12. 22. 46, 6. 9. 23. 28. 30. 37. 
6. 18. 23. 34. 48, 11. 12. 28. 29. 34. 35. 49, 12. 19. 38. 39. 
63. 50, 4. 9. 12. 19. 52, 6. 53, 14. 22. 35. 36. 54, 20. 39. 41. 
6. 10. 33. 53. 54. 56, 14. 20. 43. 57, 3. 16. 58, 12. 27. 60, 

13. 61, 1. 6. 8. 11. 12. 13. 62, 24. 63, 2. 64, 1. 5. 17. 27. 29. 

1. 2. 9. 21. 25. 41. 44. 61. 68. 70. 72. 66, 5. 12. 29. 35. 37. 
78. 98. 67, 3. 25. 26 (verschleifung). 28. 34. 35. 39. 52. 56. 

2. 22. 24. 26. 28. 34. 69, 24. 28. 34. 70, 9. 19. 24. 27. 38. 

45. 61. 62. 91. 71, 11. 28. 29. 72, 3. 7. 20. 25. 73, 11. 15. 
38. 44. 56. 58. 66. 74, 4. 13. 18. 25. 29. 75, 9. 10. 76, 21. 
27. 77, 7. 16. 38. 47. 49. 61. 65. 71. 78. 89. 91. 78, 16. 23. 
44. 68. 80, 5. 81, 7. 11. 24. 82, 6. 25. 83, 4. 23. 84, 2. 17. 
85, 12. 27. 30. 37. 51. 86, 9. 20. 87, 2. 10. 17. 88, 9. 10. 12. 

3. 4. 9. 12. 21. 33. 36. 56. 58. 61. 90, 6. 30. 33. 37. 91, 19. 
6. 9. 10. 37. 93, 23. 24. 57. 76 (verschleifung). 82. 87. 95, 
26. 29. 96, 4. 6. 9. 10. 15. 24. 97, 6. 16. 28. 33. 38. 40. 46. 



32 

14 

37 

28 

47 

44 

55 

5. 

65 

63 

68 

42 

16 

25 

34 

24 

89 

92 

24 

49 

110. 114. 99, 10. 15. 17 (verschleifung). 18. 24. 27. 52. 67. 69. 
71. 85. 95. 98. 101. 113. 114. 132. 156. 100, 6. 17. 21. 23. 101, 
1. 4. 67. 68. 72. 102, 35. 41. 47. 50. 53. 56. 103, 40. 46. 104, 5. 
10, 14. 15. 16. 30. 48. 105, 3. 4. 14. 20. 27. 30. 31. 33. 106, 4. 
15. 107, 20. 108, 18. 26. 27. 28. 109, 8. 22. 27. 110, 16. 

111, 7. 112, 2 (verschleifung). 4. 5. 9. 25. 39. 41. 49. 113, 9. 10. 
35. 42. 43. 56. 61. 114, 24. 115, 2. 4. 8. 11. 29. 58. 82. 85. 105. 



98, 3. 8. 18. 22. 44. 55. 58. 60. 70. 75. 90. 93. 99. 100. 104. 



regelmässige formen. xci 

117. 124. 142. 143. 144. 153. 165. 178. 181. 187. 212. 116, 2. 
16. 117, 3. 5. 8. 27. 32. 33. 39. 41. 67. 74. 75. 118, 10. 15. 21. 
119, 5. 9. 20. 120, 7. 13. 33. 121, 5. 17. 25. 28. 30. 33 (ver- 
schleifung). 50. 52. 62. 63. 64. 73. 79. 82. 97. 113. 114. 122, 17. 
20. 28. 60. 123, 13. 20. 30. 34. 38. 124, 9. 10. 125, 8. 14. 22. 

41. 46. 59. 67. 73. — mit akzent Verschiebung: 3, 5. 8, 23. 16, 

42. — 548 fälle. 

y) xx^_x_lX2-x_i över üse lif is sin gescheft 32, 18. 

is he dl dat rSke wäl en dtvds 66, 58. 
it enls gin wunder dat du düs 71, 30. 
82, 26. 87, 18. 101, 16. 108, 17. 112, 23. 115, 160. — 9 falle. 

b) mit klingendem ausgang: 

a) 1.x J.X1.X ±x an dem S7i6re vdlgde m^de 3, 40. 

dät de Mint mit rechter tichte 4, 9. 
wülf und glr de tüge heten 11. 

7, 5. 10. 11. 10, 10. 48. 54. 11, 17. 14, 3. 17, 13. 20. 18, 2. 38. 

19, 4. 37, 12. 46, 4. 48, 10. 49, 17. 41. 51, 27. 53, 7 (verschlei- 
fong). 42. 54, 10. 11. 23. 25. 28. 48. 55, 23. 25. 47. 59. 69. 56, 
2. 5. 38. 58, 5. 59, 1. 61, 20. 63, 5. 6. 64, 13. 35. 65, 24. 33. 
66, 17. 28. 42. 85. 67, 45. 49. 50. 69, 4. 6. 70, 1. 3. 4. 57. 71, 
15. 72, 17. 73, 6. 77, 4. 23. 29. 43. 74. 83. 78, 26. 27. 29. 40. 
55. 59. 60. 78. 79, 26. 81, 20. 82, 1. 12. 18. 87, 4. 13. 89, 17. 

20. 30. 52 (verschleifung). 90, 13. 16. 17. 21. 23. 91, 18. 92, 15. 
20. 27. 29. 93, 20. 48. 54. 59. 86. 95, 3. 4. 96, 13. 97, 4 (ver- 
schleifung). 13. 31. 98, 10. 11. 52. 84. 96. 106. 99, 92. 99. 123. 
130. 101, 5. 44. 52. 65. 102, 46. 104, 45. 105, 5. 15. 106, 9 (ver- 
schleifung). 107, 7. 109, 23. 110, 5. 7. 14. 112, 53. 113, 54. 57. 
115, 6. 38. 44. 75. 119. 121. 130. 134. 151. 162. 171. 174. 199. 
119, 3. 4. 8. 120, 26. 121, 9. 11. 116. 122, 9. 30. 58. 123, 3. 11. 
125, 1. 2. 18. — 164 fälle. 

ß) xi.xjlxi.xjlx he spräk du tvlömest ml dit wdter 2, 3. 

in dlsser beke stcm ik neder 11. 
de grep de müs na h^em sede 3, 39. 

4, 4. 7, 7. 8, 4. 19. 9, 17. 10, 9. 12. 69. 11, 16. 14, 4. 5. 16, 5. 
14. 17, 14. 19. 18, 37. 19, 7. 28. 35. 20, 6. 37. 39. 40. 26, 19. 
20. 28, 19. 21. 22. 34. 29, 31. 32. 31, 11. 35, 18. 42. 45, 18. 
47, 13. 49, 32. 51, 19. 53, 24. 33. 54, 7. 15. 18. 55, 27. 30. 32. 



XCII Typus B: 

40. 44. 57. 58. 62. 63. 75. 78. 56, 36. 39. 58, 2. 14. 17. 23. 59, 
12. 62, 3. 5. 6. 63, 8. 14. 65, 23. 47. 50. 54. 66, 2. 4. 9. 14. 23. 
24. 47. 51. 52. 69. 70. 81. 90. 94. 95. 67, 9. 13. 14. 15. 46. 69, 
3. 5. 10. 16. 19. 70, 2. 29. 49. 53. 63. 69. 70. 74. 77. 71, 2. 5. 6. 
72, 23. 73, 21. 74, 7. 75, 4. 14. 76, 20. 23. 34. 39. 77, 10. 24. 
34. 36. 40. 44. 70. 73. 78, 10. 11. 12. 18. 21. 25. 71. 76. 79, 3. 
29. 31. 80, 3. 4. 12. 16. 81, 19. 82, 8. 17. 22. 83, 13. 15. 84, 7. 
85, 9. 19. 33. 86, 5. 16. 87, 12. 88, 16. 22. 89, 14. 15. 16. 22. 
32. 37. 40. 46. 48. 59. 65. 90, 9. 14. 20. 41. 91, 1. 2. 3. 9. 11. 12. 
92, 7. 8. 11. 14. 28. 31. 44. 45. 93, 12. 25. 30. 32. 34. 38. 40. 50. 
65. 83. 85. 94, 3. 7. 8. 9. 10. 17. 27. 39, 43. 45. 60. 64. 65. 95, 

6. 9. 96, 14. 97, 14. 20. 30. 98, 16. 24. 61. 111. 116. 99, 5. 6. 

7. 11. 14. 32. 53. 63. 140. 141. 145. 100, 19. 101, 6. 14. 31. 43. 
48. 51. 56. 102, 5. 9. 23. 27. 28. 30. 34. 37. 103, 9. 14. 23. 44. 
53. 55. 57. 104, 1. 36. 106, 5 (verschleifung). 7. 12. 13. 14 (ver- 
schleifung). 112, 17. 22. 113, 38. 46. 53. 65. 114, 10. 115, 9. 31. 
45. 46. 65. 76. 80. 83. 91. 94. 120. 133. 138. 203. 116, 22. 117, 
16. 35. 51. 52. 61. 121, 10. 16. 30. 40. 66. 67. 75. 117. 122, 1. 

2. 5. 32. 56. 123, 4. 25. 36. 40. 125, 27. 28. 33. 57. 71. — mit 
akzentverschiebung: 43,18. 92,19. 101,28. 102,45. 123,26. 
— 317 fälle. 

y) X1.X J.X 2.x J.X X darum din dockte?^ ml wal evende 

78, 50. 
6) xx2.x^x^.x^x linder dissen reden qtiemen riden 

46, 19. 
söle gl se jümmer vlnden weder 

65, 65. 
könde men der bösen willen br4ken 
92, 56. 
115, 5. 116, 12. 117, 71. 121, 91. 92 (ist an zu lesen?) — 8 fälle. 

7. Formen mit erweiterter Senkung, a) erweiterte 
erste Senkung: 

a) 2_xx-iX2_x_i mester Esöpus dus heft an prolog 14. 

weidige here enwes nicht gräm 2, 8. 
over ses mdnden was ik nicht 9. 

3, 23. 13, 20. 18, 3. 19, 14. 20, 8. 46, 8. 55, 11. 61, 7. 70, 60. 
99, 108. 155.. 106, 2. 115, 68. 118, 6. 121, 13. — 18 fälle. 



formen üiit erweiterter Senkung. XCIII 

ß) X2_xx_iXA.x^ va7i mannigen regenwäters not 3, 19. 

we stricken us bede an en strik 29. 
de pögge den grünt de müs dat Idnt 35. 

7, 21. 9, 6. 11. 16. 12, 11. 13, 21. 14, 16. 28. 28, 2. 29, 50. 30, 
14. 37, 6. 45, 20. 51, 18. 42. 52, 14. 55, 79. 58, 4. 25. 61, 16. 

68, 6. 69, 25. 75, 12. 76, 31. 78, 43. 47. 84, 23. 85, 23. 97, 9. 
98,59.81.89.109. 99,9.19. 102,11. 104,39. 107,16. 108, 
24. 115, 60. 145. 121, 26. 54. 123, 7. 31. 33. 125, 47. — mit 
akzentverschieb ung: 4, 25. 28, 13. — 52 fiille. 

y) X X 1.XX ^x 1.x j. des enhebbe we leder n)cht geddn 
83, 26 (die negation zu streichen?). 

6) 1.x X JLX 1.x J.X Wille we schäpen üsen vrömen 17, 3. 

jeger mit hÜ7iden vll to tiden 46, 20. 
icetet dat dllet dät dar Uvet 39. 

77, 33. 93, 21. 31. 103, 42. 107, 18. 114, 22. 115, 66. 172. 
121, 42 (verschleifung). — 12 fälle. 

e) X 1.XX JLX 2^x ±x dan edeler tcisheii höge lere 1, 12. 

dat schäp hadde laden vor geriehte 

4, 10. 
geDlc und geltk sik kümpanie 6, 21. 

9, 18. 19, 31. 54, 24. 55, 67. 71, 24. 91, 8. 99, 74. 84. 102, 7. 
125, 65. — 13 fälle. 

t) XX 1.XX JLX 1.x J.X de planeten afkerden d)ssen schaden 
7, 19 (ist af zu streichen?). 

b) erweiterte zweite Senkung: 

a) 1.x JLX X 1.x j. noch geboren ik chme ivichi 2, 10. 

mit der tviillen want anders nicht 4, 1 7. 
an dat wäter he snelle spränk 5, 5. 

6, 15. 20, 22 (die negation zu streichen?). 36. 23, 8 (ist möjestu 
anzusetzen?). 35, 28. 46, 15. 51, 10. 32. 52, 10. 57, 19. 59, 4. 

69, 1. 71, 34. 87, 19. 21. 90, 1. 93, 7. 98, 47. 99, 65. 100, 7. 
101, 12. 102, 32. 104, 13. 115, 47. 52. 67. 123. 183. 186. 124, 
18. — 33 fälle. 

. li) X 1.x J.X X 1.x j. wulde tk di gev&n mit <lränke noch 3,15. 

ens quäden ddges is de ival wert 34. 
vil dicke drücht em dat sülve spil 44. 



XCIV Typus B: 

10, 22. 33. 11, 7. 14, 24. 27, 10. 38, 2. 42, 12 (verschleifong). 
45, 11. 46, 26. 46. 47. 47, 27. 48, 32. 49, 29. 51, 35. 53, 10. 
55, 16. 56, 17. 64, 3. 66, 36. 67, 4. 69, 7. 81, 16. 85, 44. 45 
(verschleifung). 93, 42. 99, 102. 103, 39. 50. 104, 29. 34. 41. 
115, 86. 131. 119, 22. 121, 27. 88. 125, 5. 64. — 42 fälle. 

y) XX i^x JLX X1.X 1. wille we der 7ieringe nemen war 17, 15. 

d) i,x J.XX >^x J.X wiilde nemen to slner ere 7, 3. 

Äo bewegen mit grötem trüren 8. 
alle kldgden se s)ne smarte 14, 6. 

19, 32. 20, 33. 51, 20. 53, 27. 55, 1. 70, 78. 71, 16. 78, 39. 
91, 13. 15. 93, 26. 94, 13. 98, 38. 86. 103, 52. 115, 71. 121, 
99. 122, 34. — 21 fäUe. 

6)x^_XJlxx^.x_iX he gäfdem manne na siner bede 54, 30. 

na dissen reden en selick leven 55, 28. 
de helpt di gerne na gröten dingen 37. 

54, 17 (verschleifung). 55, 72. 58, 16. 73, 9. 76, 19. 33. 77, 9. 
84. 78, 3 (wohl högste zu lesen). 89, 7. 90, 10 (wohl darboven), 
93, 10. 19. 43. 98, 88. 99, 55. 64. 103, 32. 106, 10. 107, 14. 
108, 13. 115, 33. 117, 49. 120, 23. 123, 12. — 28 fälle. 

t) X 1.x J.XXX 1.x JLX de suchtet jüinmer enen nien örden 
121, 111 (vielleicht e7ien zu lesen?). 

c) erweiterte dritte Senkung: 

a) 1.x J.X 1.x X j. v&r dem richte sölde de hünt 4, 5. 

dhier wälvart gän ik di wöl 10, 65. 
tu gerichte sülde men dar 18, 25. 

19, 33. 47, 35. 51, 37. 55, 49. 69, 26. 70, 11. 75, 13. 90, 27. 
50 (die negation zu streichen?). 93, 70. 99, 35. 117. 101, 25. 
104, 18. 50 (die negation zu streichen?). 112, 28. 40. 123, 29. — 
21 fälle. 

ß) x:^x J.X1.XX j. he spräk din wedersnäckende Hf 2, 15. 

to euer schüren lep se mit hast 10, 35. 
se worden vrö und tvörden gemeit 18,18. 

34. 26, 24. 27, 5 (ist das zweite se zu streichen und asyndeton an- 
zunehmen?). 35,20. 44,14. 49,4. 51,5. 53, 48 (vielleicht m 
7iicht zu lesen?). 58, 3. 19. 60, 10. 65, 4. 73, 32. 75, 6. 17. 



formen mit erweiterter Senkung. XCV 

83,20. 92,5. 96,16. 97,41. 99,28. 104,3. 112,3. 117,7. 
123, 15. 125, 75. — 28 fäUe. 

y) ^_x-^^x^_xx_ix dat de s4ge were min möder 45, 15. 

de süt gerne dat du em d^nest 55, 39. 
In des sülven koninges sdle 70, 7. 

73, 54. 92, 16. 93, 37. 94, 25. 102, 22. 103, 5. 31. 104, 46. — 
1 1 fälle. 

d) X 2^x JLX 1.x XJ.X van slner hüt na mäkde men bnngen 

31, 12. 
und desse ändern süstem und bröder 

45, 16. 
de em dat sine wülden vorteren 55, 60. 

70, 8. 85, 34. 91, 7. 94, 69. 70. 98, 19. 85. 99, 135. 151. 103, 
56. 106. 8. 113, 49. 115, 34. 122, 31. 123, 10. — 18 fälle. 

d) erweiterte erste und zweite Senkung: 

a) 1.XX JLXX1.X j. weset tvilköme gi göde man 70, 48. 

v)nl to vorwdrende gmis vorgdt 76, 8. 

ß) X i-xx ±xx^x ± behölt it alene dat )s mi Uf 56, 34. 

und widde sik nahen mit slner vlncht 

79, 22. 

de bringe tosämene spräk de man 

84, 15. 
86, 3.-4 fälle. 

e) erweiterte erste und dritte Senkung: 

a) 1.XX ±X2^xx j. künden er en dem änderm vorwet 92, 3. 

ene vor glk und ene vor mi 117, 17. 

ß) xi.xxj.xi.xxj. de Wile se levde mminigen dach 65, 60. 

enkünde sin künst do melde se bicht 

76, 38. 
ik vange desjdres männige inils 89, 1 1. 

94, 49. 115, 163. 120, 10. — 6 fälle. 

y) x:LXx_lX^_xxx-i de en över bnlt de ander över stech 

18, 14. 

ö) x^xx JX1.XX J.X an männigem schaden niote we levoi 

95, 11. 



xcvi Typus B; formen mit fehlender, 

f) erweiterte zweite und dritte Senkung: 

a) 1.x J.XX 1.x xj. shie kokene kädde bereit 29, 2. 

dörch de vede de ünder en was 53, 3. 

ß) i^x ±xxxi.xx ± und mit drogene den lüden entUchst 
12^, 8 (wahrscheinlich verschleifung von drögejie den anzu- 
nehmen). 

y) x^x^xxA.xxjL ik hebte levet so mannigen dach 117 ^20. 

d) xi^x ±x X1.XX JLX do se des hdniges fbke vwrn^men 94, 55. 

saltü vorwerven und mine genäde 
121, 65. 

8. Formen mit fehlender Senkung, a) fehlende erste 
Senkung: 

a) 1.J.X1.XJ. sin kint gar üngesert 11, 27. 

löf ere und dcirto pris 49, 5. 

ß) xi.jLXi^x± en ölt hünt aii ener jächt 22, 1. 

en jünk pert und schicket recht 28, 1. 

be7xh üp neder htr und dar 27. 
122, 25. — 4 fälle. 

fjxxi.j.xi.xj. he vorlet krönen ünde stdf 90, 36 

(wahrscheinlich te/; dann regelmässiges B). 

b) fehlende zweite Senkung: 

a) i.x±i.xj. ener vröuwen er man 51, 1. 

Ut und vdr he des näm 24. 
spreken ernst ünde spil 59, 13. 

95, 2. 103, 2 (sehr hart; vielleicht er egen), 121, 19. — 6 fälle. 

ß) X 1.x J.1.X JL süs wint en vdlsch böse man 4, 23. 

de jär min jünk ünde vröt 14, 15. 
spei als de hünt hädde ddn 15, 12. 

35, 26. 51, 25. 54, 19. 61, 9. 15 (vielleicht alsunder), 64, 32. 
65, 37. 62. 66, 21. 76, 9. 44. 77, 59. 78, 35. 93, 18. 62. 96, 5. 
99, 150. 101, 41. 103, 21. 112, 15. 117, 47. 68. 121, 51. 57. 
125, 6 (wal bedacht?). 35. — 29 fälle. 

y) XX 1.x jLi-x 1. it enhadde galt tt de plicht 4, 18. 

den ik göt und qudt hebbe ddn 14, 30. 



mit erweiterter und fehlender Senkung. XCVTI 

S) 1.XJ.1.XJ.X also pläch ök din vdder 2, 4. 

grls und grä gerne iv^ren 22, 20. 

wän ik drm stllde w^den 77, 35. 
98, 20 (wahrscheinlich is wal oder is gar zu lesen). 115, 128. — 
5 fälle. 

' €)x^x^^.x^x se repen an gdt den Mren 7, 12. 

he Idvde em win ünde s4ge 49, 31. 

me7i söM^ en dntwörden bünden 53, 17, 
55,21.29. 75,3. 89,19. 93,33. 102,51. 112,43. 113,28.117, 
63. — 12 fälle. 

C) xx^.x^^.x_ix dät it tvere let allen beren 94, 34. 

c) fehlende dritte Senkung: 

x^x^x^.^ vorgäderde ök en grdt her 49, 10. 

se spräk dat iverk besiät vri 65, 19. 

9. Formen mit erweiterter und fehlender Senkung, 
a) erweiterte erste und fehlende zweite Senkung: 

a) 1.XXJ.1.XJL slögen se itp enen grdl 10,44. 

männich vet b4n ml dat döt 55, 18. 
ß) xi.xxjl:lxj. de pögge tor müs spräk also 3, 6. 

he spräk ik ensäch ne wet Krist 13, 9. 
und heilen dat schäp dar it blef 56, 33. 
65, 56. 98, 80. 117, 54. — 6 fälle. 

y) X1.XX jii.x J.X se enwlste 7ioch stich eder stege 10, 53. 

des koninges bot ünde dede 54, 29. 
der werlt dat he ünsälich blive 107, 17. 
112,44. 125, 61. — 5 fälle. 

b) erweiterte zweite und fehlende erste Senkung: 

xi^jLXXi-Xj. en ölt düvarm to en do spräk 19, 23 

(ist to zu inklinieren?). 

c) erweiterte dritte und fehlende erste Senkung: 

.x>-^x^.xxji is war jünk it redet und alt 85, 42 

(vielleicht it redet junk\ dann regelmässiges E). 

d) erweiterte dritte und fehlende zweite Senkung: 

«) 1.x J.1.XXJ. dät de wülf were so täm 84, 6. 

legen gik hebbet doch dült 117, 12. 

Leitzmann , Die fabeln Gerhards von Minden. g 



xcvin Typus C: 

ß)xi,xj.^xx^ lat er vorstän jüwe beger 65, 11. 

he v)M vorsp^ üse geläch 73, 49. 
men dd he vlen sülde vorwöch 87, 8. 

98, 66. 122, 41. — 5 fälle. 

y) A.x_iA.xx^x van dem unschuldigen d^re 4, 13. 

dd sal rät Wrren der älden 69, 36. 
dät di göt mote vordomen 93, 64. 

e) erweiterte erste und dritte und fehlende zweite Senkung: 

XA.xx^^.xx-ix unschemige ivif männigen sckovet 

97, 47. 

3. Steigend -fallender typus (C). 

10. Regelmässige formen, a) mit stumpfem ausgang: 

a)i.x^xjLXi. üp dat läm de umlf do spränk 2, 14. 

gerne danken wüldestu ml 3, 12. 
eren gast de pögge dd 25. 

6, 1. 10, 46. 13, 1. 11. 14, 21. 22. 17, 21. 18, 7. 21. 27. 20, 46. 

21, 18. 24, 5. 26, 23. 27, 3. 13. 28, 4. 29. 30, 1. 4. 32, 2. 34, 
13. 36, 14. 46. 39, 15. 40, 8. 42, 3. 44, 7. 8. 21. 46, 31. 47, 12. 

22. 48, 6. 49, 9. 57. 58. 62. 50, 17. 51, 14. 52, 3. 53, 16. 37. 
54, 40. 56, 10. 19. 31. 60, 16. 62, 9. 64, 28. 65, 20. 67, 51. 
68, 7. 70, 26. 33. 71. 90. 71, 8. 73, 7. 46. 52. 60. 75, 14. 19. 
76, 16. 36. 37. 77, 45. 51. 85. 79, 12. 30. 80, 10. 82, 14. 19. 
20. 27. 30. 83, 8. 11. 22. 29. 84, 3. 85, 18. 25. 88, 17. 93, 13. 
94, 19. 97, 2. 45. 99, 23. 81. 110. 100, 2. 18. 101, 29. 71. 102, 
54. 104, 6. 42. 43. 105, 26. 35. 107, 5. 108, 8. 16. 22. 109, 13. 
17. 34. 112, 32. 113, 17. 19. 39. 40. 114, 23. 115, 22. 24. 101. 
116. 191. 116, 5. 117, 4. 28. 30. 40. 48. 118, 12. 20. 119, 10. 
120, 19. 27. 38. 121, 55. 59. 70. 83. 96. 122, 11. 123, 18. 125, 
29. — mit akzentverschiebung: 57, 9. — 145 fälle. 

ß) X1.XJ.XJLX1. doch IS dar schone lere bi prolog 12. 

de göde sproke geven kän 13. 
wal dät din gldfis vulsch'o^ie sl 1, 6. 

3, 38. 43. 4, 1. 5, 3. 6. 6, 3. 8, 11. 9, 4. 10, 15. 16. 23. 11, 32. 
12, 19. 26. 13, 2. 12. 24. 14, 31. 33. 34. 15, 13. 17, 24. 18, 54. 



regelmässige formen. XCIX 

19, 9. 12. 18. 20, 41. 45. 21, 20. 22, 12. 13. 23, 4. 7. 24, 1. 7. 
25, 18. 27, 12. 20, 28, 5. 31. 48. 29, 4. 6. 24. 39. 30, 13. 32, 10. 
13. 36. 33, 4 (verschleifung). 34, 6. 14. 36, 7. 12. 24. 32. 37. 
40. 48. 38, 1. 10. 14. 39, 10. 40, 3 (verschleifung). 7. 42, 8. 
43, 5. 8. 21. 22. 24. 27. 45, 1. 10. 21. 46, 43. 47, 1. 5. 10. 49. 
50. 51. 52. 48, 3. 51, 6. 52, 1. 13. 17. 53, 13. 55, 36. 46. 56, 
15. 28. 57, 7. 12. 15. 17. 58, 8. 32. 60, 18. 62, 10. 13. 16. 19. 
21. 25. 63, 11. 18. 64, 6. 21. 38. 40. 65, 55. 71. 73. 60, 45. 49. 
56. 61. 73. 97. 100. 67, 11. 19. 21. 29. 44. 48. 68, 16. 70, 31. 
37. 39. 40. 46. 75. 71, 13. 72, 1. 11. 73,2. 30. 74,2. 14. 23. 27. 
75, 2. 8, 76, 11. 43. 77, 11. 22. 27. 76. 78, 38. 79, 5. 15. 36. 
81, 1. 2. 13. 82, 3. 4. 10. 24. 83, 21. 24. 30. 84, 1. 5. 12. 85, 13. 
43. 52. 88, 2. 89, 2. 49. 90, 5. 40. 51. 92, 2. 57. 58. 93, 51. 
56. 61. 94, 15. 47. 95, 18. 96, 22. 97,36. 44. 98,45. 48. 99,41. 
79.90.-148. 100,8.32. 103,25.26.45. 105,29. 107,19. 108, 

12. 33. 110, 15. 112, 1. 46. 113,8. 34. 48. 51. 63. 115, 1. 7. 

13. 19. 56. 132. 167. 117, 22. 76. 119, 13. 17. 21. 24. 120, 35. 
121, 8. 69. 105. 107. 109. 110. 119. 122, 12. 40. 123, 6. 17. 
124, 17. 125, 11. 23. 32. 36. — mit akzent Verschiebung: 13, 23. 

— 247 fälle. 

y) xxi.xj.xj.xi. över ene beke spise vln 3, 14. 

dat en nä dem döde sparet nicht 31, 15. 
över äl min lif ik üngemäk 40, 9. 

15, 10 (vielleicht sinen). 65, 14 (die negation zu streichen?). 
99,49. 101,10 (die negation zu streichen?). 103,49. 115,150. 

— 9 fälle. 

b) mit klingendem ausgang: 

a) 1.XJXJ.X2.X dö de vös 7iicht vört enbrächie 11,15. 

an de lücht den snegel weder 12, 15. 
de van dieses Lines säde 17, 5. 

28, 15. 46, 1. 40. 53,8. 11. 59, 10. 66,13. 44. 76. 68, 17. 69,9. 
71, 18. 73, 18. 90, 11. 91, 6. 93,1. 49. 94,12. 100,38. 102,21. 
112,7. 113,12. 114,9.21. 115,37. 117,15.50. 121,15. 125, 
17. 39. — 33 fälle. 

ß) X1.XJ.XJX1.X em nemen lif und ingewede 4, 22. 

den tk do vele quädes dede 14, 26. 
alsüs de armen hülpe sachten 19, 3. 

g* 



C Typus C: 

44,19. 51,28. 53,32.34.40. 55,19.26. 56,8. 66,1.68. 67,16. 
72, 27. 74, 32. 77, 33. 89, 38. 90, 22. 44. 91, 16. 93, 11. 94, 
4. 31. 98, 42. 62. 99, 54. 77. 101, 33. 66. 102, 13. 103, 38. 60. 
104,20. 109,3.31.32. 111,3. 114,1. 115,113.114. 120,6. 
125, 40. 58. — 44 fälle. 

y) xxi.x^xj.xi.x wet^e dar en mösblat vorgebunden 

115, 125. 

84, 25 (die negation zu streichen?). — 2 fälle. 

11. Formen mit erweiterter Senkung, a) erweiterte 
erste Senkung: 

a) i^xx ±xj.xl. männich dem ändern schaden wU 

23, 11. 
binnen der tit de ddeler 49, 25. 
hädde dat v€ dem wülve hört 00, 19. 

65, 12. 70, 25. 98, 33. 112,24. 114,14. 121,24. 49. — 10 fälle. 

ß) i-xxx ^x^xi, mochte we mit wäre kärei hän 83, 25. 

sünge men mi nä und wäpen jö 111,8. 

y) xilXxj.xj.xi. de here dem. hünde speles pläch 15, 5. 

de7i vös he to hüs da mit sik näm 

29,42. 
so möge gi miden sUge pln 30, 12. 

46, 45. 50, 7. 64, 25. 72, 4. 73, 14. 83, 9, 10. 89, 22. 62. 101, 
74. 113,4. 115,41. 123,23. — 16 fälle. 

d) xxi.xxj.xj.xi. ik enhebbe di ginen böden sänt 29, 18 
(die negation zu streichen?). 

e) 1.XXJ.X J.X 1.x bölde se alle iö u^ jaget 113,37. 

l) 1.XXXJ.XJ.X1..X sülde se des wülves hülde werven 

66, 96. 

tj) X1.XXJ.XJ.X1.X de wülve de hünde tö sik nemen 53^ 2b, 

he hädde den rät tom ersten vünden 

54, 38. 
dar tk mi der hünde lose mede 89, 39. 

99, 12. 115, 32. — 5 fälle. 



formen mit erweiterter Senkung. CI 

b) erweiterte zweite Senkung: 

a) JLX^xxJlx^_ dünkt di nütte de Ure m\n 27,23. 

dar du m4de dat Uvent min 28,32. 
wd dem armen to möde Is 44. 

47,54. 90,38 (vielleicht dar allet van zu lesen). 103,11. 113, 
64. 115, 154. 125, 54. — 9 fälle. 

ß) xi.xj.xx^x 1. wal dat de fdbel nicht war ensl pro- 

log 11. 
van kümpanie des dünket ml 6, 14. 
dorch bitter wege to dörpe tö 10, 32. 

11, 13. 31. 23, 9. 26, 25. 28, 35. 46 (vielleicht walvar grot?). 
31, 3. 34, 5. 46, 27. 42. 47, 20. 48, 20. 49, 22. 33. 53, 43. 
56,16.44. 66,31. 68,4.12. 69,11.22. 73,63. 76,7. 77,86. 
90, 47. 93, 73. 98, 28. 99, 25. 51. 106 (ist drivm zu lesen oder 
he sprak zu streichen?). 101, 50. 103, 17. 47. 104, 31. 107, 
6. 9. 121, 78. 124, 8. 125, 24. — 43 fälle. 

y) XX1.XJLXXJLX1. miner mdder st4mne wal h6re Ik 

60, 15. 
68, 13 (ist an zu lesen?). — 2 fälle. 

d) >.x^xx^x>_x ine vroüwen de säke were 7, 4. 

US de ander natüre werde 46, 14. 

di eti alle to hiren nemen 90, 12. 
101, 34. 125, 34. — 5 fälle. 

€) xi.x±xx±x^x wan It der säke vorwünnen were 4, 14. 

van drem göde begävet weren 18, 24. 
de du, en dicke hefst vorgetögen 92, 43. 

3,10 (wahrscheinlich hirboven), 93,68. 115,150. — 6 fälle. 

c) erweiterte dritte Senkung: 

a) i^xjLX±xxi. kätte w4sel viande dln 10, 64. 

dorne und busche hinderden en 50, 16. 
lätet df en m^ster ik bhi 99, 103. 

101, 18 (die negation zu streichen?). 113, 31. — 5 falle. 

ß) xi^x^xjLXxi. dat wlltbrat gäns sils Uten de twd 6, 17. 

in rümem velde seligen nicht 32, 8. 
alsd se dede ere 4genen vrücht 45, 3. 
98, 26. 30. 100, 13. 14. 113, 18. — 8 fälle. 



CI£ Typus C: formen mit erweiterter, 

y) xi.xj.xj.xxi^x dat siner 4x€n 4vene qmme 54, 14. 

7nach Ik mi wdl mit siive bestöppen 

55, 24. 
do spräk de vös ik s4gge gik here 

94, 29. 

74, 31 (die negation zu streichen?). 78, 4 (die negation zu strei- 
chen?). 116, 21. — 6 fälle. 

d) erweiterte erste und zweite Senkung: 

a) 1.XX JLXX JLX 1. schemigen lüde de esel rep 71, 19. 

ß) xi.xx^xxjLX 1. darmede sik lachte des strides stömi 

115, 208. 

2, 16 (durch konjektur hergestellt). — 2 fälle. 

y) xi-xx ±xx ±x^x so wHU we männige müs entllven 

89, 18. 

108, 2 (vielleicht enen zu lesen). — 2 falle. 

e) erweiterte erste und dritte Senkung: 

a) i.xx^x-£XX2. were ik en mester göt were dat 99, 87 
(sehr zweifelhaft, aber wie zu heilen?). 

ß) >uXXjLX J.XX i^x hebbe ik up dinem wilde vorslägen 

22, 10. 

f) erweiterte zweite und dritte Senkung: 

a) 1.x J.XX JLXX 1. und vorlätenes levendes sin 31, 14. 

s\nt it nümmende schaden enplecht 

35, 13. 
tvärt it vele der ßger enwär 50,11. 
78, 66. — 4 fälle. 

ß) X1.X J.XXJLXX1. SO dat we tvorme noch vögele sin 79, 9. 

y) i^x J.XX J.XX i-x und mit siegen to dögeden bringen 

55, 64. 

12. Formen mit fehlender Senkung, a) fehlende erste 
Senkung: 

xi.j,xj.x 1. wert kriecht mdget alle sin 10, 63. 

se spräk mül de trächeit din 25, 3. 
en käl man an sömertU 116, 1. 



mit fehlender Senkung. cm 

b) fehlende zweite Senkung: 

a) i.Xjlj.x^ iverp ok tisch sinkedüs 101, 26. 

dät se döt vor em lach 116, 18. 

64, 31 (verschleif ung). — - 3 fälle. 

ß) xi.xj.^xx alsüs wart 4nv6ldiche\t 12, 23. 

en swäle U?i seien säch 17, 1. 
als stk dat Mrt ümmesäch 50, 10. 

71, 14. 114, 12. — 5 fäUe. 

y) xxx^^x>.x dat It en göt kese were 110,4. 

des heft en gdns hüs jur ere 112,8. 
de plecht men dl öpen vlnden 115, 
120. 

c) fehlende dritte Senkung: 

a) i^xjiXjLi. de to tiden vUn kän 32,34. 

düs de sömer herträt 114, 5. 
üp den vös de tickt quam 125,30. 

ß) X1.X j,xj.i. dorch dlne gröten wdldät 16,28. 

mit grötem törne und ündült 87, 1. 
so dät en hünt darbt quam 76, 9. 
117, 73. — 4 fälle. 

y) i.X2.xj.^x und darnd sin körn melen 106, 6. 

13. Formen mit erweiterter und fehlender Senkung. 

a) erweiterte erste und fehlende dritte Senkung: 
X1.XXJLXJL1.X noch jenigen ändern ünvrede 55, 77. 

b) erweiterte dritte und fehlende erste Senkung: 
xx^j.x S.XX1. övertret dller vögele sank 13, 16. 

4. Fallend -steigender typus (E). 

14. Regelmässige formen, a) mit stumpfem ausgang: 

a) jLXi.xi.xj. trägen ser de müs begän 3, 18. 

tröste linde spräk also 26. 
söchte des he nicht envänt 36. 



Civ Typus E: 

4,8. 5,11. 6,4. 7,23. 8,8. 11,21. 13,10. 15,21. 16,27. 

18, 33. 19, 19. 20, 23. 43. 22, 18. 24, 2 (verschleifong). 26, 21. 
27, 14. 28, 10. 30, 9. 32, 27. 29. 33, 3. 35, 25. 36, 9. 39, 16. 
43,9. 10. 14. 23. 44, 5. 6. 45, 7. 46, 16. 24. 33. 47, 31. 48, 27. 
49, 8 (verschleifong). 13. 34. 51, 13. 33. 52, 4. 55, 15. 34. 62, 
22. 65, 3. 5. 8, 18. 70, 17. 35. 85. 87 (verschleifimg). 71, 37. 
72, 26. 73, 51. 61. 63. 78, 53. 79, 14. 84, 13. 85, 24. 90, 34. 
49. 93, 5. 69. 94, 22 (verschleifimg). 96, 26. 97, 10. 11. 98, 67. 

77. 97. 99, 3. 20. 125. 101, 45. 46. 53. 54. 102, 43. 57. 103,20. 
33. 104,38. 44. 109,5. 9. 115,17. 20. 27. 40. 81. 104. 168. 190. 
117,23. 120,17.28. 121,4.7.46.60. 122,36. 124,14.— 
109 fälle. 

ß) X jlx 1.x ^x j. sprak vünde dl en wlse man 1, 3. 

grote ^re Ude he di dn 4. 
mit nickte tverstu nütte ml 5. 

7. 3, 8. 16. 31. 45. 4, 6. 7. 15. 16. 19. 5, 1. 7. 8. 9. 10. 6, 2. 9. 

13. 8, 2. 7. 18. 10, 17. 21. 25. 59. 62. 67. 11, 5. 6. 8. 28. 12, 4. 
5. 6. 18. 20. 25. 13, 18. 14, 2. 11. 23. 29. 15, 2 (verschleifung). 
9. 16, 10. 12. 16. 21. 40. 43. 17, 7. 11. 18, 13. 39. 19, 1. 2. 11. 
20, 2. 4. 21, 15. 22, 2. 5. 7. 14. 23, 3 (verschleifung). 24,11. 19. 

20. 25, 1. 26, 2. 6. 27, 4. 6. 9. 11. 21. 28, 18. 29, 8. 9. 10. 12. 

14. 20. 27. 29. 30. 40. 47. 30, 6 (verschleifung). 8. 31, 2 (ver- 
schleifung). 4. 6. 7. 9. 32, 3., 16. 31. 35. 33,16. 34,1.7. 35,5. 

8. 15. 27. 38. 45. 46. 36, 8. 10. 47. 37, 8. 38, 4. 13. 39, 2. 9. 
40, 1. 2. 13. 42, 2. 11. 43, 12. 13. 25. 44, 12. 24. 25. 28. 30. 
45, 5. 13. 46, 5. 47, 9. 19. 32. 41. 43. 44. 47. 48, 5. 7. 23. 42. 
49, 15. 26. 47. 48. 50. 51. 61. 50, 1. 2. 18. 21. 22. 51, 4. 31. 
38. 43. 52, 5. 12. 15. 16. 53, 9. 38. 54, 5. 6. 42. 46. 55, 5. 52. 
56. 83. 5G, 4. 11. 12. 13. 21. 22. 27. 30. 42. 57, 10. 13. 18. 
59, 3. 7. 60, 6. 11. 12. 62, 7. 12. 63, 4. 12. 15. 19. 64, 9. 11. 

19. 20. 65, 15. 22. 28. 29. 42. 67. 66, 6. 11. 16. 33. 50. 57. 71. 
74. 77. 83 (verschleifung). 84. 99. 67, 12. 17. 33. 54. 68, 11. 

21. 33. 35. 36. 69, 2. 14. 17. 21. 33. 70, 12. 13. 23. 41. 51. 56. 
59. 72. 81. 92. 71, 4. 27. 32. 33. 35. 38. 72, 12. 19. 73, 12. 13. 
19. 20. 29. 31. 34. 37. 39. 40. 59. 74, 6. 15. 20. 24. 30. 75, 18. 
76, 1. 13. 14. 26. 42. 77, 8. 14. 20. 46. 48. 50. 66. 72. 77. 90. 

78, 13. 36. 54. 57. 67. 79. 79, 2. 7. 11. 18. 21. 23. 80, 8. 13. 



regelmässige formen. cv 

14. 81,3. 5. 6. 10. 82, 16. 83, 1. 84, 9. 16. 18. 85,1. 3. 4. 5. 21. 
29. 31. 46 (verschleifung). 47. 86, 4. 7. 19. 87, 5. 22. 88, 11. 
13. 14. 89, 43. 54. 90, 26. 29. 35. 48. 92, 1. 18. 24. 39. 41. 
49. 53. 93, 14. 58. 88. 94, 2. 6. 16. 24. 38. 48. 67. 95, 8. 22. 
96, 7. 8. 11. 20. 97, 1. 5. 12. 25. 37. 43. 98, 4. 7. 17. 32. 43. 
46. 68. 76. 94. 101. 102. 107. 99, 1. 4. 16. 21. 29. 37. 57. 66. 
80. 96. 105 (verschleifung). 115. 118. 127. 144. 100, 1. 3. 4. 11. 
12. 22. 34 (verschleifung). 101,3. 30. 35. 40. 42. 49. 64. 102,42. 
103, 1. 15. 22. 29. 62. 104, 9. 23. 28. 105, 1. 2. 18. 28. 106, 16. 
17. 18. 108, 21. 34. 109, 2. 7. 25. 26. 33. 110, 1. 9. 111, 6. 11. 
112, 42. 47. 60. 113, 1. 5. 13. 14. 15. 25. 32. 36. 62. 114, 13. 
19. 20. 115, 12. 18. 26. 35. 48. 50. 57. 97. 111. 115. 118. 135. 
140. 158. 159. 184. 185. 188. 189. 195. 197. 198. 202. 207. 211. 
116, 6. 7. 9. 15. 17. 117, 11. 25. 31. 46. 53. 59. 118, 5. 7. 14. 

23. 26. 119, 2. 16. 19. 120, 14. 18. 21. 34. 36. 121, 29. 37. 47. 
56. 58. 72. 81. 84. 95. 101. 104. 121. 122, 16. 22. 23. 38. 39. 
52. 53. 54. 59. 61. 123, 5. 8. 16. 32. 37. 124,2. 5. 125, 4. 7. 15. 
16. 19. 25. 31. 45. 48. 51. 56. 60. 68. 78, 79. 80. — mit akzent- 
verschiebung: 2, 7. 22, 8. 53, 46. 66, 53. 72,21. 95,30. 99,72. 
103, 27. 109, 19. 115, 63. 121, 53. — 550 fälle. 

y) XX JLX 1.x i,x JL nümmer körne ik ünder diesen ddk 

10, 28. 
dat se nü nicht holden künnen so 

22, 11. 
dine grote und ok dlne wört 29, 13. 

3, 1 (wohl enen zu lesen). 5, 2 (wohl enen). 18, 35 (wohl enen). 
34, 2. 39, 11. 49, 54 (vielleicht das erste er zu streichen). 70, 
82. 74, 26 (die negation zu streichen?). 77, 41 (vielleicht söt\ 
79, 27. 98, 71. 115, 3. — 15 fälle. 

d)xxxj.xi^xi.x± to giner gndden kere dlnen sin 63, 16. 

b) mit klingendem ausgang: 

a) J.X1.X1.XJ.X hör wat secht darüp de wise 3, 42. 

Ut se eren gast dar schoüwen 10,11. 
döget dän grot \del 4re 70. 

12, 13. 14. 16. 13, 8. 14, 8. 14. 17, 4. 6. 18, 23. 19, 21. 27. 

24, 15. 46, 3. 47, 15. 39. 40. 48, 9. 51, 26. 55, 48. 71. 58, 29. 
70,58. 72,18. 73,53. 76,40. 78,72. 82,2.21. 88,4. 89,31. 



cvi Typus E: regelmässige formen, 

41. 90, 15. 18. 24. 42. 92, 30. 36. 93, 28. 67. 96, 18. 97, 3. 
98, 73. 74. 91. 112. 99, 13. 112. 101, 21. 37. 38. 55. 58. 69. 
102, 17. 26. 39. 103, 7. 54. 104, 21. 35. 108, 20. 112, 18. 33. 

113, 27. 50. 60. 115, 122. 122, 29. 123, 9. — 72 fälle. 

ß)xjLXi.xi.x^x de pögge iö der ivlgen spise 3, 41. 

se höpden ^res deles neten 4, 12. 
ivent liege)' ünde tage bMe 21. 

6, 20. 7, 9. 20. 8, 3. 10. 20. 10, 71. 14, 7. 16, 6. 18, 52. 20, 5. 
34. 28, 33. 32, 21. 43, 16. 17. 46, 13. 17. 47, 4 (verschleifong). 
38. 51, 22. 39. 53, 12. 18. 54, 2. 12. 26. 55, 8 (verschleifung). 

20. 31. 41. 43. 61. 68. 76. 82. 56,25. 26. 37. 40. 58,1. 6. 15. 30. 
59,11. 60,2. 65,31.32.34.49. 66,18.27.40.41.43.67.79. 
80. 67, 10. 31. 68, 32. 37. 69, 15. 30. 70,50. 54. 64. 73. 71,23. 
72, 15. 28. 73, 5. 10. 17. 74, 8. 76, 24. 29. 77,3. 17. 18. 30. 31. 
78, 9. 19. 22. 31. 32. 56. 73. 79, 4. 33. 80, 15. 83, 6. 14. 84, 26. 
85, 35. 36. 86, 15. 87, 3. 11 (verschleifung). 14. 88, 6. 21. 89,8. 
13. 29. 47. 63. 66. 90, 3. 4 (verschleifung). 31. 32. 43. 91, 4. 
10. 17. 92, 35. 55. 93, 9. 29. 39. 44. 47. 78. 79. 80. 94, 14. 18. 
28. 32. 40. 52. 57. 58. 63. 66. 95, 10. 12. 13. 96, 17. 97, 24. 29. 
98, 9. 12. 14. 15. 23. 51. 95. 105. 115. 99, 83. 119. 120. 124. 
134. 139. 100, 25. 101, 7. 8. 19. 22. 23. 24. 27. 102, 1. 15. 16. 
19. 25. 40. 103, 6. 8. 13. 41. 59. 104, 2. 11. 105, 16. 107, 11. 

21. 108, 19. 109, 24. 110, 3. 8. 112, 21. 113, 21. 29. 45. 59. 

114, 15. 16. 18. 115, 10. 15. 43. 129. 147. 161. 179. 180. 200. 
205. 117, 10. 43. 62. 119, 7. 120, 5. 11. 25. 121, 31. 41. 89. 
90. 100. 118. 122, 6. 10. 13. 48. 55. 125, 72. — mit akzent- 
verschiebung: 4,3. 10,72. 47,8. 78,51. 93,60. 107,22. 120,12. 
— 233 fälle. 

y) X j^xi^xi^x J.XX he sprdk mer mächt heft wülves togene 

59, 5. 
tvan wd7'heit und des vösses drogene 6. 

d) X X J.X i^xi^x JLX de natüre is er also gegeven 68, 30. 

dissen allen süstu datgenoget 31. 
dat gi vörtmer sin an göder Uve 92, 32. 

76, 30 (vielleicht varri). 97,19 (wohl eneii), 115,126 (die nega- 
tion zu streichen?). 125, 66 (vielleicht ari). — 7 falle. 



formen mit erweiterter Senkung. CVil 

15. Formen mit erweiterter Senkung, a) erweiterte 
erste Senkung: 

a) ^xxi.x i.x^ völge du ml vörgmi toil ik 3, 30. 

vere van ics doch was he sür 19, 29. 
össe mit üs an dlsser bucht 32, 15. 

56, 32. 93, 36. 115, 70. 170. 116, 14. — 8 fälle. 

ß) X ±xxi.x 1.x j. to herberge vrüntlik an er hüs 3, 2. 

und schulde dat um gelenet hrot 4, 2. 
de krän sprak ik wU ut dlsser not 8, 6. 

26. 13, 19. 26. 22, 3. 24, 6. 28, 30. 29, 33. 36. 31, 5. 32, 28. 
35, 16. 39, 3. 44, 18. 48, 25. 49,43. 58,9. 64,33. 66,7. 72,14. 
76, 46. 77, 37. 78, 64. 94, 5. 97, 26. 98, 56. 69. 99, 68. 93. 
101, 59. 105, 11. 34. 112, 37. 115, 177. 118, 16. 121, 74. 122, 

27. 123, 22. — 40 fälle. 

y) xxj.xxi.xi.xjL gei'ne lide we dl so sprak en ölt 32, 14. 

ik vorgelde di dat alsünder wdn 99, 45. 

S) X jLXXxi^x ^x j. mit schreiende de vds bat um sin Mnt 
11, 11 (schrien oder mit verschleif ung zu lesen?). 

e) jLXxi.xi,x JLX blive we "ander slnen irven 19, 22. 

solde se wulden dat erweren 83, 16. 
dore gi jÜ7nmer slner bMen 98, 13. 

49. 99, 44 (die negation zu streichen?) 102, 18. 103,51. 112,19. 
122, 33. — 9 fäUe. 

C) x-£.xx^.X2lXjix de weidige bdslik dama ringet 2, 19. 

den ädelar mit den slnen bräden 11,18. 
de loüwe mit slnem seren vöte 47, 16. 

53,19. 88,15. 89,64. 94,42. 99,31.73. 103,43. 112,51.52. 
113,30. — mit akzentverschieb ung: 122,44. — 14 fälle. 

b) erweiterte zweite Senkung: 

a) J.X 1.x X 1.x JL sjn'öken hebbet und vele ddn prolog 8. 

billik llde we dlsse pin 19, 26. 
brächte dar he an ener bucht 29, 34. 

32,32 (verschleifung). 33, 11. 47, 17. 53,2. 55,9. 99,149. 102, 
48. 115,51. 99. — 12 fälle. 



CVin Typus E: 

ß) X J.X 1.XX 1.x JL krank mode b\n ik vil arme wicht 

3, 24. 
dem wülve duckte dat tvesen hon 8, 14. 
vortornet here nu hebte dült 16,11. 

17,2.8. 23,13. 27,17. 31, 16. 46,41. 48, 39. 49,21. 52, 11 (viel- 
leicht ^wr zu lesen). 60,20. 61,4. 68,25. 27. 72,22. 73,42. 
79,6. 19. 35. 89,34. 93,6. 15. 55. 99,116 (verschleifung). 111,2. 
115, 201. 116, 8. 120, 20. 121, 98. — 31 fälle. 

y) X xjLX^xxi^xj. erem kinde lerde se d\sse dlnk 62, 2. 

sunder ängest bringen se ml wal iyi 
112, 56. 

6) j,x i.xx^xj.x komen dcit ik van dlssen b&ren 33, 5. 

schören \s se mit ener schere 64, 14. 
üpwart soket und nicht darneder^h^ 66. 

79, 34. 85, 10. 91, 14. 94, Ol. 62. 98, 87. 100, 37. 113, 22. — 
11 fälle. 

e) X JLX i^x X1.XJLX jo dfgesneden mit ener schüre 64, 36. 

beg4rich was he to slner raste 65, 35. 
vor dnderyi vogelen bl der sterke 68,18. 

69, 29. 72, 24. 89, 45. 94, 30. 41. 51. 99,60. 91. 104, 22. 117, 
44. 123, 2. — mit akzentverschiebung: 93, 22. — 15 fälle. 

c) erweiterte dritte Senkung: 

a) J.X 1.x 1.XXJ. trüre nicht min Uve kumpän 3, 28. 

mäken sält to eiviger tit 29, 28. 
wart dem mllde7i loiiwen en släch 
48, 30. 
56,3. 94,68. 96,12. 99,22. 104,27. 109,16. 115,21. — 10 fälle. 

ß) X.LX 1.X1.XX JL got herberge Is us hilde beschert 3, 33. 

de jungen worden springende grot 9,7. 
der smeker löf vil männigen drücht 
13, 25. 

18, 19. 26. 36. 45. 27, 18. 29, 19. 36, 30. 57, 20. 04, 10. 68, 20. 
73, 25. 33. 74, 10. 76, 22. 77, 58 (die negation zu streichen?). 
80,9. 98,5. 21. 99,2 (verschleifung). 102,44. 109,21. 110,10. 
112,59. 113,33. 115,136. 121,43. — mit akzentverschiebung: 
53, 44. — 30 fälle. 



formen mit erweiterter Senkung. Cix 

y) ^xi.x 1.XX J.X ddrvan wärt na schrevenem rechte 

90, 46. 
g^ve de genömenen hdve 106, 11. 
kriget dl de Idpenen knechte 112, 54. 

d) X JLX1.XXX X j,x nicht nütte en\s der hogesten vrie 6, 22. 

dat iv&en sine koninges sMe 18, 51. 
de te'nde min vor männigen ddgen 22, 9. 
19. 53, 28. 54, 31. 56, 6. 94, 33. 59. 99, 152. 105, 6. 114, 2. 
121, 76. — 13 fälle. 

d) erweiterte erste und zweite Senkung: 

a) J.X X ^xx2^x ^x süle gi sünder vortöch mi geven 98, 83. 
ß) x^x X1.XX 1.x J.X de rMe begünde de kdpman löven 100, 

26. 
gi heren ik blddeju ällegdder 115, 92. 

18,1 (die. negation zu streichen?). 117,58 (die negation zu 
streichen?). — 5 fälle. 

e) erweiterte erste und dritte Senkung: 

X j.xxi.x:^xx± mit rückende dref se männigen spök 

65, 39. 
mit vr^vele se tor emeten sprdk 122, 3. 

f) erweiterte zweite und dritte Senkung: 

a) j.x^xxi.xxj. tö sik körnen an grimmiger vdr 98, 29. 

brödes klene de gärige man 99, 39. 
ß) XJLX1.XX i^xx j. to nien dingen is männigem gd 96, 23. 
y) xjLXi.xxi-xx±x wo mochte dät enem koninge vogen 

93, 27. 

U7id rike mäken de tvllegi leven 99,78. 

g) erweiterte erste, zweite und dritte Senkung: 

-ixx^_xx2.xx^ mager is jümmer din kokene nicht 

55, 12. 

16. Formen mit fehlender Senkung, a) fehlende erste 

Senkung: 

a) J.1.X1.XJL Valien up enen sten 12, 17. 

völk dät mit erer schär 25, 3. 

dnkUtge und rechter ticht 43, 11. 
70, 66. — 4 fäUe. 



ex Typus E: formen mit fehlender, 

ß) XJL1.X 1.x j. en läm he darä?i vomdm 2, 2. 

vorsmdt yücht de wlse mdn 17, 22. 

er göt spräk ik lätei tö 18, 40. 

50. 24, 10. 25, 7. 15. 28, 8. 29, 11. 30, 7. 33, 8. 35, 9. 36, 21. 

35. 30. 43. 39, 1. 44, 10. 26. 48, 37. 51, 7. 52, 19. 54, 45. 50. 

55,13.74. 56,9. 60,7. 61,17. 66,22.46. 67,24.42. 70,67.80. 

74, 12. 76, 18. 77, 52. 84, 11. 85, 6. 11. 86, 10. 88, 20. 89, 10. 

55. 93, 74. 97, 7. 21. 98, 1. 99, 94. 104, 37. 108, 6. 30. 109, 1. 

113,41. 115,54. 55. 116,13. 117,37.45.78. 120,31.40. — 

63 fälle. 

y) XX JL1.X 1.x j. siner üiischült men nacht und dach 

2, 18. 

up den wech höven se sik vro 10,31. 

ik enmdch noch enwll er nit 33, 12. 

66, 26. 71, 21. 125, 12. — 6 fäUe. 

d) jLi-x 1.x ±x ddnknemich ml des w^senr 8, 9. 

mi dät is ungelogen 20, 38. 

bökstäve und de em^nen 84, 8. 
101, 57. — 4 fälle. 

fi) X jl}-x 1.x J.X sin Volk säl dem blllik hören 18,55. 

noch so eren dörst vornägen 38, 6. 
mit krdnkheit als he do mochte 47, 7. 
54, 8. 37. 55, 2. 7. 56, 1. 58, 24. 66, 86. 67, 32. 69, 35. 88, 5. 
89, 28. 90, 19. 45. 92, 12. 94, 26. 95, 14. 98, 117. 99,43. 129. 
101,13.32. 102,29. 107,8.12. 112,34. 115,173. 117,9. 119, 
12. 121, 12. — 32 fälle. 

V) X J.1.X 1.x JLX X dan du hir an dlssem Uvende 78, 49. 

rj) XX j.2^x 1.x J.X dat he 6k ichtes möge werven 123, 39. 
66, 10 (wohl enen zu lesen). — 2 fälle. 

b) fehlende zweite Senkung: 
(x) X JLX 1.1.x j. en hägedörn stünt darbi 89, 5. 

so stölt is nicht noch so h&r 122, 21. 
ß) JLX 1,1.x ±x nMen em stunt besünder 114, 7. 

wültu des nicht vortien 116, 11. 
y) X J.X 1.1.x J.X dine ögen klär nä und v&ne 13, 13. 

se mende düs quam se wSder 49, 42. 
den hägedörn. üsen heren 54, 22. 
27. — 4 fälle. 



mit erweiterter und fehlender Senkung. CXI 

c) fehlende dritte Senkung: 

X jLX^xi.jL dat sulve spräk de ivülf fiä 84, 10. 

77, 67 (verschleifang). — 2 fälle. 

d) fehlende erste und zweite Senkung: 

X j, 1,1.x ^ der jimkvroüwen er swel 99, 107. 

17. Formen mit erweiterter und fehlender Senkung, 
a) erweiterte erste und fehlende zweite Senkung: 

X J.XX i.i.x± dat dridde segg^ üt lere knackt 85, 32. 

b) erweiterte zweite und fehlende erste Senkung: 

a) X jLi.xxi.xjL de schdniivevel an euer nacht 96,1. 

dem unschuldigen dicke göt 99, 158. 
26, 18. — 3 fälle. 

ß) J.1.XX1.XJLX dntwörden dem stölten p^de 28, 16. 

eisllker van göde werden 103, 58. 
y)x-i^_xx^.xjix de vös künde di nicht vorwiien 92, 21. 

c) erweiterte dritte und fehlende erste Senkung: 

a) X jLi,x i^xx j. vor herberge krech se to hüs 10, 3. 

dorch schult de se hädde begdn 47, 28. 

sik gödes süs weren se en 73, 4. 
74, 9. 81, 23. 122, 26. — 6 fäJle. 

ß) jii,xi.x XJLX htr öf in jenigem Mnde 103, 36. 

y) X ±i.xi.x X J.X de zcäl kmi mit edelem ste?ie 78,52. 

ok sen dicke inännigen gecken 97,32. 

he stünt an de koninges löte 99, 100. 

d) erweiterte erste und dritte und fehlende zweite Senkung: 
x_^xx^.:LXX-l U7id strdfde des en'ogeden wort 100,29. 

e) erweiterte zweite und dritte und fehlende erste Senkung: 
a) xjLi.xxi.xxjL mit vdr quemen de bede hir vor 10,60. 
ß) XXJ.1.XX1.XXJ. enem üVxken und geven em lÖ7i 35, 48. 
Y) X J.1.X X1.XXJ.X 7nit ernsthächtigem grimmigem berde 

47, 37. 

5. Dreihebige verse. 

18. Neben den bisher aufgeführten dipodisch gegliederten 
versen mit vier hebungen hat Gerhard eine ziemliche anzahl 
deutlich dreihebiger verse, die nur mit gewalt und gegen den 



cxn Dreihebige 

sonstigen rhythmischen Charakter des Werkes mit vier hebungen 
gelesen werden könnten, in der regel treten sie paarweise auf; 
nur in einigen wenigen fällen sind drei- und vierhebige verse 
mit einander gebunden, in den vorderen teilen des werkes sind 
sie häufiger, späterhin seltener, im allgemeinen verweise ich 
hierfür auf Kauffmann, Deutsche metrik s. 128. eine genauere 
Untersuchung über alter und geschichte dieser versart fehlt uns 
noch, ich gruppiere die einzelnen formen im folgenden nach 
der folge der drei akzente. 

1. Eegelmässige formen, a) akzentfolge jiji:l: 

a) x^xjLX^x mit spöites üngellmpe 41, 4. 

11, 26 (verschleif ung). — 2 fälle. 

ß) xx_iXJix>_x und en siedes vredes plegen 19, 6. 

wo he dl man swdnger düchte 21,4. 
de der 4xen sUrke melde 54, 34. 

b) akzentfolge ±^±: 

d) j.x^xjLX holden de vil dicke 17, 17. 

längen wert mit stricke 18. 
des sal dln gesch4fte 20, 15. 
24, 13. — 4 fälle. 

ß) XJLX1.XJLX mit ändern deren armen 9, 19. 

de wert let slk entbärmen 20. 
de tüintertlt sik wände 21. 

22. 24. 26. 28. 29. 32. 33. 34. 35. 10, 2. 8. 14. 19. 38. 40. 58. 

11, 2. 3. 4. 20. 12, 7. 9. 14, 18. 20. 16, 25. 17, 9. 10. 18, 15. 
16. 31. 19, 5. 20, 14. 16. 20. 21, 3. 6 (verschleifung). 7. 8. 9. 11. 

12. 14. 24,14. 17. 21. 28,38. 29,37. 38. 34,3. 4. 15. 35,29. 43. 
36,5. 33. 34. 37, 2. 38, 12. 39, 5. 6. 40, 11. 12. 41, 1. 3. 8. 11. 
42, 5. 6. 10.. 44, 3. 4. 49,35. 45. 46. 54,3 (verschleifung). 66,20. 
70, 83. 86, 11. 93, 77. 98, 40. 103, 10. 115, 175. 176. 117, 1. 
120, 15. — 88 fälle. 

y) X xjlx >uX J.X mögen kläwen noch min snävel 12, 8. 

buten hart wat blstu binnen 10. 
mi in bösheit wüldest tacken 20, 13. 

35, 30. 44. 54, 4. 33. 66, 19. 70, 84. 80, 1. 2. 86, 12. 98, 39. 
100, 16. 113, 23. 115, 89. 117, 2. — 17 fälle. 



. verse. CXIII 

c) akzentfolge i.^jl: 
a) 1.XJ.XJLX dät dat härte grdde 36, 6. 

ß) xi.xjLX^x sodäner geste entsloge 9, 25. 

de eren wert vordriven 36. 
doch over 4n se Mägde 10, 20. 
39. 47. 14,13. 16,35. 18,11. 32. 20,9. 24,22. 26,10. 28,37. 
41. 29, 25. 26. 32, 22. 33, 14. 37, 1. 38, 7. 11. 49, 36. 113, 24. 
— 23 fälle. 

y) xx2i.xjLXj.x war er en mi sdch mi erde 14, 19. 

vrochten slk de pöggen alle 18, 12. 

41, 2 (wohl enen zu lesen). — 3 fälle. 

2. Formen mit erweiterter Senkung, a) erweiterte erste 
Senkung: 

a) JLXX1.XJLX worden in dlsser ivise 9, 27. 

Uve ik als ene vroüwe 10, 41. 
groier de ändern mäkden 14, 10. 
11, 19 (verschleifang). 41, 7. 69, 20—6 fälle. 
ß) JLXXX1.XJ.X vrochten se sik quädes m^rkes 21,10. 

Y) xjLXXi.x±x en müs wulde slk vorändern 10, 1. 

gans vroüde se slk to rechte 7. 
in männiger tele spise 13. 

42. 11,25. 30. 16,26. 28,42. 33, 13.' 34, 16 (die negation zu 
streichen?). 38,8. 54,9 (verschleif ung). . 100,15. 120,16. — 
14 fälle. 

d) xx^xxi.xj.x gi ensülen iis nicht vordiiven 9,31. 

dat he nümmeyides wülde missen 
115, 90. 

e) xi.xx^xjLX mit grimme de wert dar stümde 10,57. 

vorhege diii lif mit sinne 16, 34. 

b) erweiterte zweite Senkung: 

a)xjix^.xx^x mit bösheit droitde se rechte 9, 30. 

in keller molen und spiker 10, 37. 

de erden dar se se winne 16, 33. 
20, 19. 24, 18 (verschleifung). 26, 9. 41, 12. 42, 9.-8 fälle. 
ß) Xh.xj,xx^x in enem hole sik helde 11, 1. 

an 7m se alle do hovden 14, 17. 

c) erweiterte erste und zweite Senkung: 
x^xxA.xx^x und bliven des ewige kiieehte 115, 62. 

Leitzmann, Die fabeln Gerhards von Minden . h. 



CXIV Ergebnis. 

3. Formen mit fehlender Senkung, a) fehlende erste Senkung: 

a) XJL1.XJLX de künt spräk nicht lingen 20, 10. 

men spräk wülde em lingen 21, 5. 
mit dl shiem stechte 115, 61. 

ß) XXJL1.XJ.X dat du vrö mächst entspringen 16, 36. 

ene müs he da telde 21, 13. 

b) fehlende zweite Senkung: 
X ^_x_i>-x den gast der vorrede 9, 23. 

de eiien hönspräkden 14, 9. 
ffi ml süs ndjiichten 41, 9. 
1 0. — 4 fälle. 

4. Form mit erweiterter und fehlender Senkung, erweiterte 
zweite und fehlende erste Senkung: 

x^i.xx^x den ötmbdigen riken 11, 29. 



19. Ergebnis. Tabellarisch zusamraengefasst stellt sich 
das resultat der vorstehenden Statistik in bezug auf die häufig- 
keit der einzelnen typen und formen folgendermassen dar: 

A B C E 3 hobige 

regelmässige formen 939 1323 480 989 141 

erweiterte Senkung 206 323 133 215 36 

fehlende Senkung ...... 82 64 22 123 9 

erweiterte und fehlende Senkung. 8 26 2 21 1 

gesammtsumme 1235 1736 637 1348 187 

die Statistik giebt, wenn auch einige schwer heilbare, offenbar 
verderbte stellen zurückbleiben, ein klares und einheitliches 
bild. wir haben es in Gerhards werk mit einer verskunst zu 
tun, wie sie etwa bei den mittelhochdeutschen erzählern der 
zweiten hallte des dreizehnten Jahrhunderts gefunden wird, schon 
oben habe ich das grundschema seiner verse als ein dipodisches 
mit kleinen Intervallen und leichter oder mittlerer füUung be- 
zeichnet, die these Amelungs (Zeitschrift für deutsche Philo- 
logie 3,279), dass sich in der mittelniederdeutschen metrik die 
füUungsfreiheit und die übermässige Senkungsbelastung wieder- 
finde, wie sie die verskunst des Heliand und den roheren bau 
der mittelfränkischen gedichte der frühmittelhochdeutschen zeit 
charakterisiert, finden wir weder in unserm denkmal noch auch, 



Ergebnis. CXV 

wie ich wohl sagen darf, in den meisten andern mittelnieder- 
deutschen gedichten bestätigt, weitere statistische Untersuchungen 
über andre texte müssen lehren, wie weit die hier aus Ger- 
hards fabeln gewonnenen typen im einzelnen allgemeinere gel- 
tung haben. 

In sprachlicher hinsiQht fallt durch die metrischen Verhält- 
nisse licht auf einzelne punkte, über die eine betrachtung der 
reime uns nichts lehren konnte, elision wird je nach dem be- 
dürfnis des verses angewant oder vermieden, ebenso regelt sich 
der gebrauch der synkopierten und nichtsynkopierten formen 
nach metrischen rücksichten. bis zur evidenz wahrscheinlich 
sind eine reihe von inklinationen und verschleifungen geworden, 
die ich daher auch unbedenklich im text angedeutet habe, für 
derartige sprachliche erscheinungen giebt die rhythmik eines 
gedichtes, wenn klar erkannt und sachgemäss durchgeführt, die 
einzig sicheren kriterien. 



h* 



V. anelle. 

1. Bestimmung der quelle. Als quelle seiner fabel- 
dichtung giebt Gerhard selbst im prolog Esopus an, womit 
natürlich nicht das griechische original, sondern, wie wir gleich 
sehen werden, eine der spätlateinischen er Weiterungen der un- 
gemein beliebten fabelsammlung gemeint ist er nennt ihn tms 
Oreke und mesier (prolog 1. 14), wie auch im verlauf des werkes 
einigemale, meist in den moralen, de wise (3,42. 13,26) und 
de mester (26, 25. 40,13. 44,30. 45,19. 47,58. 48,40. 82,28). 
seinen namen erwähnt er dann in verschiedenen, formelhaft 
wiederkehrenden Wendungen im kontext der fabeln selbst: als 
ik in Esopo las (9, 2. 18, 28. 21, 2. 50, 8. 52, 2. 53, 4. 72, 2. 
76, 12. 95, 1. 99, 50 (obwohl diese erzählung gar nicht aus Aesop 
stammt). 118, 2), als ik in Esopo vinde (60, 1), mi bericht Esopiis 
(36, 2), Esopus secht (97, 1), Esopics secht us ene schickt (92, 1), 
Esopus secht und nicht enlücht (56, 42). ohne nennung eines 
Verfassers wird auf die quelle hingewiesen in allgemeineren 
Sätzen wie: als ik in dem boke las (36,4), secht dit bok (61,1), 
als ik i7i der mere las (96, 21), us segget olde und nie mere 
(114, 1), de Schrift us seit (124, 17), de schrift us lert (91,17), 
ok leret us de olde schrift (122,61), ok vormeldet u^ de schrift 
(101, 73), als ik las (63, 2. 66,98. 84, 2), als ik darvan lesen 
han (64,2), van disser sake ik vörbat las (90,40). einige male 
wird nach der im mittelalter üblichen art auf die Wahrhaftig- 
keit der quelle hingedeutet: de schrift iiicht lücht {13^26. 104,50), 
de schrift des ok ne enloch (52,19), darum en sprak, de nicht 
enhch 97,49). 

Nach den darlegungen Hervieux' in seinem grundlegenden 
werke Les fabulistes latins (1, 798), durch die Oesterleys be- 
merkungen und tabellen (Romulus s. xxix. xxxi) veraltet sind^), 



^) Oberflächlich und uds in keiner hinsieht fördernd ist die küi-zlieh 
erschienene abhandlung Wunsches über die mittelalterlichen pflanzenfabeln 



Bestimmung der quelle. cxvn 

kann es keinem zweifei unterliegen, dass Gerhards quelle der 
von ihm sogenannte D^nW complet du Romulus anglo-latin 
(abgedruckt unter dem titel Romuli miglid eunctis exortae 
fabulae 2,564; im allgemeinen vgl. darüber 1,775; Mall Zeit- 
schrift für romanische philologie 9,164; Warnkes ausgäbe der 
fabeln der Marie de France s. l) gewesen ist bestätigend tritt 
zu den schon von ihm geltend gemachten gründen noch die 
willkommene tatsache hinzu, dass fast alle im Deriv6 complet 
enthaltenen missverständnisse seiner quelle, der Marie de France, 
wie sie kürzlich Warnke in der einleitung zu seiner ausgäbe 
(s. lü) zusammengestellt hat, sich bei Gerhard getreu wiederfinden, 
diese lateinische prosa umfasst 136 nummern, Gerhards werk 
125. von diesen 125 fabeln Gerhards finden sich 123 im D4riv6 
complet; nur die geschichte vom bauer als arzt (99) und die 
zweite erzählung vom kahlkopf und der fliege (116; vgl. 23) 
haben dort keine entsprechung. diese scheint nichts als eine 
Variante zu der parallelen, für die fliege nicht tragisch enden- 
den fabel zu sein; von jener behauptet Hervieux (1, 799) sicher- 
lich mit recht, dass sie „sans dotäe n*avait pas la me^ne 
mngine que les 124 autres^'. es ist eine bearbeitung eines im 
raittelalter überaus beliebten stoöes (vgl. Benfey, Pantschatantra 
1, 515; B6dier, Les fabliaux s. 431; Gröber in seinem grundriss 
2, 1, 618), dessen schlussstück auch im pfaffen Amis vom Stricker 
(abschnitt 4 bei Lambel) vorkommt, soviel ich sehe, die älteste 
in Deutschland; für die unmittelbare quelle halte ich eher münd- 
liche tradition als die fassung von Jacques de Vitry (vgl. Gröber 
in seinem grundriss 2, 1, 196). 

Umgekehrt sind dreizehn fabeln des D^v4 complet von 
Gerhard nicht bearbeitet worden; er hat sie zweifellos fast 
sämmtlich absichtlich ausgelassen und wir können in mehreren 
fällen das motiv zur auslassung mit grösserer oder geringerer 
Wahrscheinlichkeit erkennen. 7 De leone (Hervieux 2, 568) ist 
nur eine Wiederholung des inhalts von 6 (= Gerhard 6). 53 De 
equo in agro (2, 600) erschien wohl zu unbedeutend, 54 De 



(Zeitschrift für vergleichende literaturgeschichte 11,373); der Verfasser schreibt 
(8. 432) Seelmann ungeprüft aus und zitiert Romulus nach Oesterley, kennt 
also nicht einmal das buch von HervieuK. 



cxvm BestimmuDg der quelle. 

homine et hirco et equo (ebenda) zu schattenhaft und allegori- 
sierend. 60 De vulpe et ursa (2, 606) fiel seines unzüchtigen 
Inhalts wegen aus. 70 De corvo et pullis suis (2, 612) ist eine 
schwache Wiederholung der grundidee von 69 (= Gerhard 62). 
Ib De domino et servo (2, 615) ist gar keine fabel, sondern 
nur ein epimythion, eine moral, nach Hervieux (anm. 1) viel- 
leicht zu 34 (= Gerhard 95). 86 De musca et cameh (2,624), 
113 De milite et latronibus (2,635) sind in der erfindung und 
moralisierung sehr schwach, die moral von 122 De acdpitre 
et noctua (2, 641) kehrt ähnlich auch in 23 (= Gerhard 45), 
24 (= Gerhard 46), 79 (= Gerhard 68), 96 (= Gerhard 27), 
133 (= Gerhard 91) wieder, für die letzten vier erzählungen 
weiss ich keinen grund der auslassung anzugeben: 123 De 
aquila et acdpitre et ardea (2, 641), 126 De- hir,uridine et 
passeribus (2, 643), 130 De homine (2, 645), 131 De sene et 
filio suo (2,646). neben einer bewussten übergehung, die mir 
an den aufgeführten stellen wahrscheinlich vorkommt, kann aller- 
dings das fehlen einzelner erzählungen auch darin seinen grund 
haben , dass sie schon in der Gerhard bei der arbeit vorliegen- 
den Romulushandschrift nicht standen, ich stelle aus Hervieux 
(1,784) zusammen, was für diese annähme in betracht kommen 
könnte: 131 fehlt in der zweiten trierer, 7 und 60 in der 
ersten göttinger handschrift des Derive co?nplet, demnach 
könnte, soweit unsre heutige kenntnis der Romulushandschriften 
reicht, diese erklärung nur für diese drei fabeln eventuell in 
betracht kommen, aus diesen fehlenden nummern den schluss 
zu ziehen, dass Gerhards werk uns nur fragmentarisch über- 
liefert sei, ist unstatthaft (vgl. Hervieux 1,799 und oben s. xx). 
Die anordnung der fabeln ist bei Gerhard eine freie, wohl 
selbständig gewählte, deren gründe allerdings nicht erkennbar 
sind; die anordnung in den handschriften des Originals ist eine 
durchaus einheitliche, von der keins der erhaltenen manuskripte 
abweicht. 

2. Einzelvergleichung. Im folgenden gebe ich eine 
eingehende vergleichung von original und bearbeitung, damit 
man die wichtigsten Übereinstimmungen und differenzen bequem 
übersehen kann, es wird nicht unangebracht erscheinen, dass 



Einzelvergleichung: prolog — 3, CXIX 

ich gleich hier das Verhältnis der einzelnen fabeln des Magde- 
burger Aesop zu denen Gerhards kurz andeute, wobei ich zu- 
gleich die Identifizierungen Oesterleys (Romulus s. xxxi) und 
Seelmanns (in den anmerkungen zu seiner ausgäbe) an einigen 
punkten berichtigen kann. 

Prolog = Romulus Incipit prohgus Esopi in lih'um fabu^ 
/arw?/i (Hervieux 2,564). der prolog ist frei, im wesentlichen 
kürzend bearbeitet. Romulus spricht noch von Griechenland 
als disciplifiariim mater et artmm, vom nutzen der fabeln für 
jung jLind alt, von der Übertragung des griechischen Originals 
durch Romulus ins lateiniische, durch könig Affrus ins eng- 
lische, unserm dicliter gehört die nennung Athens (2), die 
hervorhebung der beliebtheit der fabeln (6), sunne und man (7), 
endlich die beiden schlussverse, in deren zweitem das incipit 
der Überschriften anklingt. — Magdeburger Aesop prolog ist 
selbständig. 

1 = Romulus 1 De gallo et jaspide (Hervieux 2,564). in 
dem stübbe (2) = in minus digno loco; doch später in der 
überhaupt längeren rede des hahns: quare in sterquilinio jaces? 
ew tüise man (3) = homo gemmarum cupidus, die moral ißt 
frei. — . Magdeburger Aesop 1 ist selbständig. 

2 = Romulus 2 De lupo et agno (Hervieux 2, 565). der 
Wortwechsel zwischen wolf und lamm ist stark gekürzt und der 
hauptgedanke tu turbas aquam an den anfang gerückt, die 
beiden ersten verse sind Gerhards eigentum. 5 = nondum 
iransactis sex mensibus, 15. 16 heissen bei Romulus: sie mihi 
respondes in omnibus et reclamare non cessas? ich halte meine 
konjektur durchaus nicht für sicher; auch pater tuus , . , , de 
eodem in hoc loco mihi servivit, quod in te meHto redundabit 
könnte zu gründe liegen. — Magdeburger Aesop 2 ist selb- 
ständig. 

3 = Romulus 3 De mure et rana (Hervieux 2,565). die 
erzählung ist stark gekürzt, gut geschilderte einzelzüge mehr- 
fach weggelassen, hirenboven (10) ==> supra ortanum; 16 = 
favitque mus dictis ejus; vrolik (11) = mane igittir facto ; statt 
regen (19) bei Romulus ros, die scherzhafte Übertreibung mer 
(23) ist Gerhards eigentum, ebenso 33. 34 und die ironie in 37. 
statt der weihe (38) bei Romulus aquila. die beiden ersten 



CXX Einzel vergleichung: 

Zeilen der moral spricht im original der frosch. — Magdeburger 
Aesop 3 ist selbständig (nur 124 wörtlich = Gerhard 39). 

4 «= Romulus 4 De carte et ove (Hervieux 2, 567). die 
konjektur in 2 wird bewiesen durch concessisse und mutuasse 
im lateinischen text. die wohl nur des reimes wegen ein- 
geführten mage (4) fehlen im original. 8 = testimonium veri- 
tatis .... dederunt; statt des geiers (11) bei Romulus mihms; 
12 — 14 = partem habere sperabant in ove, si damnaretur; 
an winters tit (19) == et hiems erat; 20 hat nichts entsprechen- 
des; für lif und ingewede (22) nur pellis. — Magdeburger 
Aesop 4 ist selbständig. 

5 = Romulus 5 De cane, qui caseum tulit (Hervieux 2, 
567). enes keses formen voch (3) bei Romulus nur caseum. 
die moral ist frei. — Magdeburger Aesop 5 ist selbständig. 

6 = Romulus 6 De leone (Hervieux 2, 568). etwas ge- 
kürzt, indem eine nochmalige rekapitulation des resultats der 
teilung am ende fortgelassen ist. 1. 2 =» leonem omnibus bestiis 
dominari dicunt; 5. 6 = bubalus vero est ejus justitiarius ei 
lupus praepositus; 7 — 11 haben bei Romulus nichts entspre- 
chendes; 12 = prima pars primum decet; van kumpanie (14) 
= quia sum socius\ 15. 16 =« qui in tertiam partem loqui 
voluerity regis iram suscitabit] gans (17) = caudam et caput. 

' . — Magdeburger Aesop 6 ist selbständig. 

7 = Romulus 8 De sole (Hervieux 2, 569). hier finden 
sich grössere ab weichungen: die rede der weisen findet im 
original im rat der kreaturen, nicht vor Jupiter statt; die ge- 
nauere begründung der bitte ist fortgelassen; nicht die planeten, 
sondern ein machtspruch des Jupiter selbst verhindert die Ver- 
heiratung der sonne. 6 hat bei Romulus nichts entsprechendes; 
7. 8 = doluit universa creatura; 12 — 14 = clamantes in 
caelum Jovem et superos querulis voeibu^ pulsabdnt die moral 
heisst bei Romulus: melius esse habere unum dominum quam 
plures, worauf noch eine längere begründung folgt; woher 
stammt der hinweis auf Aristoteles und die zahl 17? — Magde- 
burger Aesop 7 ist selbständig. 

8 = Romulus 9 De lupo et grue (Hervieux 2, 569). am 
anfang ist der bericht weggelassen, wie der wolf bei einer mahl- 
zeit den knochen verschluckt, eine ratsversammlung der tiere 



3—11. cxxi 

beruft und hier vom fuchs an den kranich verwiesen wird, 
dessen kompetenz begründet wird. 5. 14. 18 haben bei Roraulus 
nichts entsprechendes; ungeseret (17) = sanum\ 19 — 22 -= cum 
tu manifeste seids gruinas caimes me maxime desiderare in 
ista infirmitaie, — Magdeburger Aesop 8 ist selbständig. 

9 = Romulus 10 De canicula volenti parere (Hervieux 
2, 570). etwas gekürzt, indem die aufforderung zum verlassen 
der höhle im original dreimal erfolgt; die beschreibung des 
winters ist poetisch ausgeschmückt, die prägnante schärfe der 
Schlussreden gehört Gerhard, springende (7) = ludere et saltare; 
9 =« hie7ns erat media] 17 — 19 = tolerando nos itsque ad 
amoena aestatis tempora, cum. exire poterimus et discurrere\ 
21. 22 = facta ergo aestate: 26. 27 = ivit ad mina^s; simpel- 
keit (33) = simplices. die letzten beiden moralzeilen sind Ger- 
hards eigen tum. — Magdeburger Aesop 9 ist selbständig. 

10 == Romulus 11 De mure urhano et silvestre (Hervieux 
2, 571). bedeutend gekürzt, namentlich durch weglassung kleiner 
Züge. 21. 22 = contigit autem, ut ipse uno die de foraminis 
angustia querulosus fieret et cibaria illa minus saporosa fierent; 
vre (31) = summo diluculo] die schlechten wege (32) fehlen 
im original; klu^ (33) = villa] 37 = ad molendina, ad cellaria 
et ad granaria\ 44 = pinguia fecerunt convivia'^ 47 = dominus 
domus\ 48. 49. 51. 57 — 60 haben bei Romulus nichts entspre- 
chendes; 53. 54 = angtdonim ignarus] 55 = in rimulam se 
contraxit\ 63 = homines .... timere debetis] 64 = mustelam 
hostem habetis, catti quoque praecipue cavendi su7it\ 66 — 68 
= si mihi foramen meum reddatur, vestra vobis granaria in 
perpetuum relinquo. die moral ist frei, die beiden Schlusszeilen 
Gerhards eigentum; idel ere (70) = hianis gloria, — Magde- 
burger Aesop 10 ist selbständig (54 klingt wohl nur zufällig 
an Gerhard 32 an). 

11 = Romulus 12 De vulpe et aquila (Hei-vieux 2,573). 
3 = parvuli sui; 4. 6. 7 haben nichts entsprechendes; 8 =^ dili- 
genter eos observavit; statt des vaters (10) nennt Romulus die 
mutter; 14 = quibus ille necessarius foret; 15. 16 ;= quod 
precibus nil faceret et clamoribu^', 18. 19 haben nichts ent- 
sprechendes; 22 == ipsam te salvans, si potesy 23. 24, 28 ge- 
hören Gerhard; ungeseji .{21) = sanum, die beiden schluss- 



CXXU Einzel vergleichung : 

Zeilen der moral stammen von Gerhard; 29 = divites elati et 
coniumaces, — Magdeburger Aesop 11 ist selbständig. 

12 = Romulus 13 De aquila et testudine et cornice (Her- 
vieux 2, 574). etwas gekürzt; die rede des adlers fehlt im 
original, snegel (3) = testudo'^ 4. 6 haben nichts entsprechendes; 
13. 14 = sumendi tibi formam ino7istrabo\ sten (17) = litus 
petrosiim\ 18 = regius ille cibiis neqiiaquam et^it abiciendus] 
20 fehlt im original; 22 = aquilam esuHentem fraiidavit. die 
beiden Schlusszeilen der moral sind Gerhards eigen tum; 23. 24 
= sie asttiti simplices infatuant — Magdeburger Aesop 12 
ist selbständig. 

13 = Romulus 14 De corvo et vulpe (Hervieux 2, 574). 
kese got (3) = pinguem easeum\ 4. 7. 8 haben nichts ent- 
sprechendes; bom (5) = in summa quercu\ 6 = laetds crod- 
tatio7ies iteravit] 11. 12 = pennae tuae plus nitent quam 
cauda pavonis\ 13. 14 =» oculi tut radiant ut stellac\ 15. 16 = 
rostri tui graiiam quis posset describere?\ 17 == Ms laudibus 
corvus deeeptUrS] 22 fehlt im original. — Magdeburgier Aesop 
13 ist selbständig. 

14 = Romulus 15 De lupo infirmo (Hervieux 2, 575). im 
original misshandeln die tiere den kranken wolf bei ihrem be- 
such, die 5 mit hinzufügung des hirsches nur nennt. 1 = 
lupus plenus annorum; 5. 6 haben nichts entsprechendes; 
7 = dissimili autem studio et animo\ 8 — 10 = alia^ enim 
venerunt, ut plangerent, aliae, ut eum, irritarent\ 11 — 13 
fehlen im original; 14. 15 = cum enim animosa aetas in flore 
fuit et fertiens\ 17 = tunc eram bestiarum gloria\ 18. 20 fehlen; 
21. 22 = si sanus eram,, congaudebant omnes; infirmo mihi 
compatiebantur; 27 fehlt bei Romulus; 29. 30 = sed modo 
indifferenter cruciant me et illae, quas despexi, et illae, quas 
protexi. die ersten beiden zeilen der moral im original als er- 
mahnung sich nicht zu überheben, die letzten Gerhards eigentum. 
— Magdeburger Aesop 14 ist selbständig. 

15 = Romulus 16 De divite et cane et asino (Hervieux 
2, 576). stark gekürzt; die erwägungen des esels, die einzel- 
heiten seines auftretens vor dem herren sind fortgelassen, sib- 
benhunt (1) = canis lascivus'^ 2 =^ alludebant ei (der herr und 
seine angehörigen); 6 = diligenter .... coepii observare; 8 = 



11 — 19. cxxiii 

discurrendo circa illum; den knecht (13) = send; 15. 16 haben 
nichts entsprechendes; mortlik (17) klingt an vix semivivtis an. 
die nioral ist Gerhards eigen tum. — Magdeburger Aesop 15 ist 
selbständig. 

16 = Romulus n De leoyie dormiente et mure (Hervieux 
2,577). etwas gekürzt, die art des entfliehens ist bei Gerhard 
unklar; bei Romulus rät die maus dem löwen erde zu einem 
hügel aufzuschichten und über diesen weg aus der grübe zu 
springen, mit speie gel (3) = accedentes; 4 = super cum 
saliens; 14 — 16 entsprechen bei Romulus: visum est ergo leoni 
tenueni fore gloriam, si murem damnaret\ kule (18) = fovea\ 
dorch wildes win (20) entstanden aus quae ad capiendas feras 
parata erat-,^ 21. 22. 34. 35 sind Gerhards eigentum; dru (37) 
= lacus; 38. 39 fehlen im original, die moral ist frei. — 
Magdeburger Aesop 16 ist selbständig. 

17 == Romulus 18 De hirundine (Hervieux 2, 577). die 
entwicklung ist im original abweichend: das schwalbengeschlecht 
schliesst mit den menschen einen bund gegenseitiger freund- 
schaft, worauf die schwalben in den häusern nisten; zur emte- 
zeit drehen die menschen stricke und netze aus dem flachs 
und das verderben der übrigen vögel bewahrheitet die Prophe- 
zeiung der schwalbe, die moral ist dementsprechend sehr frei 
gestaltet — Magdeburger Aesop 17 ist selbständig. 

18 = Romulus 19 Z>e ranis et rege earum (Hervieux 2, 
578). etwas gekürzt; am schluss fehlt eine erneute klage der 
frösche und deren Zurückweisung durch Jupiter. 1 = ranae 
?nultae seditiose niventes\ brok (2) = palus\ 5 = truncum vide- 
licet magnum\ 7 = praedpitaius totam conquassavit paludem; 
8 — 14 haben nichts entsprechendes; 17 == quietam regis man- 
suetudinem\ 21 == magnus igitur f actus est strepitus et nuigna, 
ut decuit, laetitia; 23. 24 fehlen bei Romulus; stuke (27) = 
ligneus\ 33 — 44. 46 — 48 sind Gerhards eigentum; 49. 50 = 

breves et longas devorat et deglutit\ 51. 52 fehlen, die moral 

ist frei. — Magdeburger Aesop 18 ist selbständig. 

19 = Romulus 20 De columbis, quae sibi falconem in 
regeni fecerunt (Hervieux 2, 579). etwas gekürzt. 5 — 7 fehlen 
im original; 8 = dum sceptra tenet\ 10. 11 fehlen; 12 = dissi- 
pando a^men earum trepidum; 15 — 18 fehlen; 19. 20 = solitae 



GXXrv Einzel vergleichung: 

nesdt tyrannidis obUvisci\ en olt duvarn (23) = una de senioH^ 
bus; 30 = hostis vicinior\ 31. 32 fehlen, die moral ist ab- 
weichend. — Magdeburger Aesop 19 ist selbständig (nur 19. 20 
ähneln Gerhard 35. 36). 

20 = Romulus 21 De füre et cane (Hervieux 2,579). im 
anfang und in der letzten rede des hundes gekürzt. 2 fehlt 
im original; spise (3) = panem*^ 6 fehlt; 8. 9 = cum tibi non 
sint aliquae, quae me cupidum reddant\ 10 — 16 haben nichts 
entsprechendes; 17 = novi etenim negotia tua; 18 fehlt; 19 — 21 
= tu cupis, ut vendam tibi pro parte domum et dominium^ 
26 — 28 fehlen; 29. 30 = reum misero laqueo me damnares; 
31. 32 = tunc mihi panem non porrigeres] loven (33) = labor 
et impensa\ 35 =±= meae custodiae se et sua commisit; 37. 38 = 
qui me diligenter a catiilo nutrivit'^ 39. 40 sind Gerhards eigen- 
tum; 41 = asperis latratibus\ 42 fehlt, die letzten beiden 
Zeilen der moral sind frei; lecht (44) = impenditur. — Magde- 
burger Aesop 20 ist selbständig. 

21 = Romulus 90 De monte parturiente (Hervieux 2,625). 
1 — 6 haben nichts entsprechendes; 7. 8 « timuerunt universi; 
9. 10 = futuri prodigii malum expectantes; 11 = post multas 
angustias et magnos gemitus\ 14 = m nsum conversi sunt] 
15. 16 = qui Ventura pericula timebant teken dot (24) = 
tribuunt und operantur. — Magdeburger Aesop 51 ist selb- 
ständig. 

22 = Romulus 91 De cane et domino suo (Hervieux 2, 
626), olt (1) = senio debilis redditus] 5 = a^riter eum corri- 
puit\ 7. 8 = cor quidem adhuc habeo\ 9. 10 haben nichts ent- 
sprechendes; 13 = olim fortis eram et laudibus digmcs\ 15. 16 
fehlen. 19. 20 = quotquot sumus, ad hanc inetain tendimus 
et pervenire cupimus, — Magdeburger Aesop 52 ist selbständig 
(nur 59 klingt an Gerhard 17. 18 an). 

23 = Romulus 92 De musca et calvo (Hervieux 2, 626). 
etwas gekürzt; die rede des mannes hat verschiedenen Inhalt 
4 fehlt; 5 = alapas sibi dedit. die moral ist frei, die beiden 
Schlusszeilen Gerhards eigentum. — fehlt im Magdeburger Aesop. 

24 = Romulus 93 De vulpe et ciconia (Hervieux 2, 626). 
statt des kranichs figuriert im original der storch, von dem 
eine maralisierende schlussrede weggelassen ist. to gaste (1) = 



19—28. cxxv 

ad prandium\ 2 fehlt; 3. 4 = liquidaque dbaria ei in patella 
apposuit\ slef (7) giebt sumere wieder; hungerich (8) «= jejunu 
et vacua] 9 = deinde post breve tempus\ betalde (14) = vicem 
reddere\ spise got (15) = bonos epulas; krulce (16) = vih^ea 
ampulla\ 18 = ut diligenter comedei^et] 19. 20 fehlen; 21. 22 
= prae angustia vasis\ mit ho7ie (23) = delusam] 24 fehlt, die 
beiden Schlusszeilen der moral gehören Gerhard. — Magdeburger 
Aesop 76 ist selbständig. 

25 = Romulus 94 De mnsca et mula (Hervieux 2, 627). 
in einzelzügen gekürzt und, namentlich im eingang, verändert, 
wo die fliege auf der Wagendeichsel sitzend eingeführt wird. 
1. 2 fehlen; prekel (4) und angel (5) geben aculeus wieder; 6. 7 
fehlen; 8 « verbis iuis nequaquam moveor\ 9 = yus, qui in 
seUa sedet\ 11 — ejus et minae timendae sunt-, 12 — 14 = tu 
misera et nullius valoris, qtiid mihi nocere poteris? die beiden 
Schlusszeilen der moral gehören Gerhard an; schanthake (15) 
= vilis. — fehlt im Magdeburger Aesop. 

26 = Romulus 95 De mustela et komine (Hervieux 2, 627). 
statt des herren (4) im original nur homo\ an disser not (5) = 
in ista captiviiate\ 7. 8 fehlen; für 9 nur domum tuum\ 15 = 
bene utique apud me promer iiisses\ 16 — 19 haben nichts ent- 
sprechendes; 20 == reliquias nostras; 21. 22 = diodt et miseram 
pelle exspoliavit. die moral ist frei. — fehlt im Magdeburger 
Aesop. 

27 = Romulus 96 De rana et bove (Hervieux 2, 627). brok 
(1) = paliides\ 2 fehlt; 3 = bovem magnum et turgidum in 
pascuis; mins lives dak (6) = ego\ 10 = non sie nobis videtur\ 
mer (11) == iteru7n\ 12 fehlt; 14 == quid modo vobis videtur?] 
15. 16 = non estis adhuc similis bovi\ 18 — 20 = rupta pelle 
sua per medium crepuit. 21. 22 = inde vulgare illud credimus 
tractum : non ie sie infles, ut crepes\ die beiden Schlusszeilen 
der moral gehören Gerhard. — Magdeburger Aesop 75 ist selb- 
ständig. 

28 «= Romulus 97 De equo et asino (Hervieux 2, 628).. 
vielfach gekürzt, in der erzählung wie in den reden. 2 — 4 = 
bene phaleratus argenteo freno et sella deaurata et aliis oma- 
mentis, quibus equi ornari solent\ 7 = gravi sarcina onustus\ 
grove bur (8) = tuam ruditatem] 10 =* vacuando viam\ 11. 



CXXVI Einzelvergleichung: 

12 fehlen; 14 — 16 = nee minaei equo respondere ausus est; 
17 = post breve vero temptis-^ 18 — 22 gehören Gerhard; mes 
dregen (25) = ut fimum duceret in agros; 27 fehlt; 30 — 34 
sind Gerhards eigentum ; 35 == ad nostrae serviiidis consortium 
devcnisti'^ 36 — 44 fehlen, erkeve dik (45) giebt nimis efferri 
wieder; die beiden schlasszeilen der raoral sind frei. — Magde- 
burger Aesop 59 ist selbständig. 

29 = Romulus 98 De lupo et vulpe (Hervieux 2, 629). 
vielfach gekürzt; die schlussrede des fuchses ist im original 
objektiv moralisierend. 1 — 4 = lupus congregavit magnam 
praedam in cubili suo\ walvart (5) = secure] 11 — 14 fehlen 
bei Romulus; 17 = fraudes tuas nimis agnovi; 18 fehlt; 19 = 
irata; viande diu (23) = inimicum gregis tili; 26 — 28 fehlen; 
30 — 32 = me semper servnm habebis et inunera digna a me 
recipies\ 33 hat nichts entsprechendes; a7i ener bucht (34) = 
latitantem; 35 = lancea sila tra?isfixum ad inferos rnisit; 
36 — 38 fehlen; gode (39) = praedam congregatam-^ 41 = vena- 
torum incursus. die moral ist selbständig. — fehlt im Magde- 
burger Aesop. 

30 = Romulus 99 De Iiomine et bobiis suis (Hervieux 2, 
629). 1 = bovem et vitulum; 5 fehlt; dorch lere (8) = adin- 
structionem; 10. 11 fehlen; 12 = aliter enim verberibus digni 
estis et stimulis. die moral ist Gerhards eigentum. — fehlt im 
Magdeburger Aesop. 

31 = Romulus 100 De negotiatore et asino suo (Hervieux 
2,630). etwas gekürzt; am schluss ist eine rekapitulation weg- 
gelassen, market (1) = nundinae\ mit groten siegen (3) = 
grai'iter] 7 fehlt; 8 — 11 haben nichts entsprechendes; bangen 
(12) = cribella et iympana. die moral ist ganz frei. — Magde- 
burger Aesop 63 ist selbständig (nur 7. 8 klingen an Gerhard 
5. 6 an). 

32 = Romulus 101 De cervo et bobus (Hervieux 2, 630). 
in einzelzügen der erzählung gekürzt, storm (1) = strepitus; 
3. 4 = bubus sociatus cum eis ad praesepia intravit] 6 = qiiid 
tibi voluisti .... hiic ad mortem venire? \ 7. 8 = levis ungula 
salvaret ifi campo\ nacht (11) = crepusculum\ 13 fehlt; 14. 15 
= tunc unus corpore grandis et gravis annis ait Uli: salvitm 
te quidem forte volumus] 17 = qui centum habet oculos\ 18 = 



28—36. cxxvn 

iüe est, qiii nobis domifiatur-, 20 fehlt; 23 «= comu latitafiiis 
insdus apprehendit\ knechte (24) = bubuld; 29 — 32 ^ gavisns 
ergo dominus cervum salvavit et in eo sibi complacuit. 33. 34 
= utile est fugere, — fehlt im Magdeburger Aesop. 

33 = Roniulus 102 De vulpe et uvis (Hervieux 2, 631). 
etwas erweitert; die reflexion des fuchses fehlt im original. 
dorck Inst (1) = esuriens; garden (1) = vinea\ 2. 3 = ermit 
aittem uvae in snblimi pendentes\ 7. 8 fehlen; 9 — 11 = acidae 
estis et minus maturae; 12 = nee est mihi cura de vobis. die 
moral ist nur wenig verändert. — Magdeburger Aesop 60 ist 
selbständig. 

34 = Romulus 103 De miistela et muribus (Hervieux 2, 
631). etwas gekürzt; im original stellt das wiesei nicht fallen, 
sondern verbirgt sich nur im mehl. musen (2) = mures venari\ 
2. 3 = arte juvari voluit, ut vitam habere posset; 5 fehlt; olt 
(7) = grandaeviis\ 9. 10 = minus cautos mures dedpere quidem 
potestis\ 11 fehlt. 14 == ars valet et ingenium; 16 = quod 
viribus posse fieri non invenitur. — Magdeburger Aesop 70 
ist selbständig. 

35 = Romulus 104 De panthei^a (Hervieux 2, 631). in 
einzelheiten gekürzt, in der Schilderung der räche des panthers 
erweitert, kule (1) = fovea\ 4 = qui lacum foderant; dat 
scliöne der (8) = quia sokt aspectus gratiam cuilibet dare\ 
gode (9) = qui ei compatiebatur\ 10. 11 fehlen; 13 == quae 
neminem laesit\ besecht (14) := animos temperavit; 17. 18 = 
mane redituri, ut mor^tuam extraherent\ 19 = vires recfuperans\ 
21 fehlt; heme (22) = cubilia\ 23 = pauds quoque diebus 
interpositis\ 26 — 33 fehlen; 34 = pecudes dissipavit mord&ns 
et devorans; 35 = aratores\ 37. 38 = Uli ergo, damna non 
curantes, tantum pro vita supplicabant\ 40 — 42 fehlen; defnde 
(44) = propitius fuit\ 45. 46 = et panem pmrexit^ 47. 48 == 
singulis aequa laiice merita recompensabo. die moral ist frei. 
— Magdeburger Aesop 71 ist selbständig. 

36 = Romulus 105 De equo et cervo (Hervieux 2, 632). 
in einzelzügen gekürzt. 1.2 = lis et discat^dia fuit inter equum 
et cervum,, 2 — 5 fehlen; 6 — 7 ist im original einzeln ausgeführt; 
9. 10 = invidebat ei munera naturae\ 13. 14 fehlen; 16 = 
magnum cervmn et pinguem\ 18 = carnes mensam multis 



cxxvm Einzel vergleichuDg: 

diehus honestabunt\ 19 = e^ coii^um non erit inutile, bursam 
enim ditabit argenteis] 20 — 22. 24 — 26 fehlen; 28 = m fugam 
versus, montes transiens et saltus; 29. 30 geben wohl emovit 
cervum wieder; 31. 32 = cursu meliori ab oculis eorum eripitur\ 
35. 36 fehlen; 37 = non apprehendimus , quod sequimtir\ 
38 fehlt; 39. 40 «= melius e?yo cessemus quam omnino defi- 
ciamus\ 41. 42 = nmi te sie posstdeo\ 44 = sed tu potius 
freno et calcaribus meis, velis nolis, oboedies. die moral ist 
Gerhards eigen tum. — Magdeburger Aesop 61 ist selbständig. 

37 == Romulus 106 De corvo et volucribus (Hervieux 2, 
633). wenig erweitert. 1 fehlt; tichte (2) = finxit; 3 = con- 
vivium\ 5 — 7 fehlen; 8 = clausis super eas januis\ 9 = vio- 
Unter ipsa^ i?ivasit et morte7n eis intulit] 10 fehlt die beiden 
Schlusszeilen der moral sind Gerhards eigentum. — fehlt im 
Magdeburger Aesop. 

38 = Romulus 107 De cornice sitiente (Hervieux 2,633). 
in einzelzügen verändert, emmer (2) = uma semiplena; 3 = 
qua7n evertere temptavit] 4 = quod cum fieri non posset, quia 
firmiter stabat\ 5. 6 scheinen missverständlich 2iut ad alias ivit 
artes zurückzugehen, das aber auch durch 7 gegeben sein kann; 
8 = calculisque viribus suis apiis siudiose invectis] 9 = supe- 
ravit aqua lapillos'^ 10 ^^ sie eornix sitim suam relevavit, 
11. 12 == hine est, quod didtur: fortior est ars viribus^ die 
beiden Schlusszeilen der moral gehören Gerhard. — fehlt im 
Magdeburger Aesop. 

39 = Romulus 108 De puero et colubro (Hervieux 2,633). 
im einzelnen etwas verändert. ki7it (1) = puer; 2 fehlt; ste7i 
(3) = magnus lapis\ 4. 5. 8 — 10 fehlen; k7'anke wieht (11) 
= miser\ 12. 13 fehlen, die ersten beiden zeilen der moral 
sind frei; to wicht (18) = inaequalia, — fehlt im Magdeburger 
Aesop. 

40 = Romulus .109 De asino et lupo (Hervieux 2, 633).- 
wenig gekürzt; die antwort des esels ist anders begründet; die 
reden sind im original indirekte. 1 = asi7ius olim infirma- 
batur\ 2 fehlt; 5 = cepit molliter palpare corpus efics\ 6. 8 
fehlen; 9. 10 = toium se languidum diodt; 11. 12 fehlen. de?n 
ungetrüwe7i (14) = malis et perversis\ 16 = semper tameii ad 
nequitias intendu7it, — Magdeburger Aesop 72 ist selbständig. 



36 — 45. cxxix 

41 = Romulus 110 De haedis et hirco (Hervieux 2,634). 
etwas erweitert, lopen (1) = veloci cursii fugientem\ olde^i (2) 
= magnum\ 3 — 5 = clamantes deriserunt eum\ sack um (6) = 
indignans i'espeocit] armen wichte {!) = miseri et ignaH\ 9. 10 
= sie vobis deridendus essem. die moral ist Gerhards eigentum. 
— fehlt im Magdeburger Aesop. 

42 = Romulus 111 De viatore, quiinvenit gladium (Her- 
vieux 2, 634). 1 = viator, dum ambiilaret\ tohant (2) = 
protiniis\ 3. 4 = qiiis ie perdidit? die, quaeso, mihi\ 6 fehlt; 
7. 8 = miiis me et ego multos, et cetera, 9 — 12 = malus 
mnltis nocere potest, sed iandem perit ipse. — Magdeburger 
Aesop 73 ist selbständig. 

43 = Romulus 112 De cervo et ove (Hervieux 2, 634). im 
anfang gekürzt, gegen den schluss erweitert, körn (4) = modiiwi 
frumenti] 7. 8 fehlen; 9 =^ diem rogavit sibi daii] 10 — 12. 
15. 16 fehlen; 17 — 20 = nimia in vobis est deceptio\ 21 — 24 
= habete vobis campos ad fugiendum et lupus nemus ad lati- 
tandum, die moral ist sehr frei; simpel arme (27) = simpli- 
citas pauperis. — fehlt im Magdeburger Aesop. 

44 = Romulus 22 De lupo et scrofa (Hervieux 2, 580). 
wenig erweitert. 4. 5 == cor am ea residens sie ait\ 6 fehlt; 
7 = audivi vos in partu laborare\ 9 — 11 = teneros partus 
modeste et lyiolliter suscipiendo\ 12. 14 fehlen; 17 = quam si 
properanter procul Jiinc recedas] 18 fehlt; 19 = est etenim 
turpe\ 21. 22 fehlen; 23. 24 = quod mater tua interrogata 
testabituT'^ 27. 28 = qiti torvis superciliis et parvulos recentes 
et timidam. possit terrere par entern, valschen (29) = perversis 
et fallacibus\ 30 fehlt; 31. 32 = blanda enim proferunt, sed 
venena trahujit. — Magdeburger Aesop 21 ist selbständig. 

45 = Romulus 23 De ove, quae agnum suum caprae com- 
misit (Hervieux 2, 581). 2 = commisit .... nutriendum\ 3 fehlt; 
4. 5 = nie ergo — cum grege caprarum Silvas et pascua fre- 
quentabat] des herdes (6) = caprarum] 7 = talibus cum verbis 
invasisse dicitur\ 8 fehlt; 9. 10 = quid tibi cum capris meis 
et haedis j cum tu sis agnus?\ 11. 12 = ineo igitur consilio 
ad matrem redibis et te tuo gregi sociabis\ 1^ = et ait agnus\ 
14 — 16 = quia nutricem capram matrem meam esse credebam\ 
17. 18 = e/ potius quam incognitae matri adhaerere voluL 

m 

Leitzmann, Dio fabeln Gerhards von Mindon. 1 



CXXX Einzelvergleichung: 

19. 20 = consuetiidine , quae secundaria est natura^ die beiden 
schiusszeilen der morai sind frei. — Magdeburger Aesop 22 ist 
selbständig. 

46 = ßomulus 24 De leporibus congregatis ad consilium 
(Hervieux 2,581). in einzelzügen mehrfach gekürzt; am schluss 
ist die rückkehr der hasen in ihre frühere lebensweise weg- 
gelassen. 3 — 5 = qualiter innato timori resistere possent] 
6 — 10 = ufitis eoruvi, ab emmenti loco silentium indicens, 
magnis vodbus exclamamt\ 11 — 14 = natvrae equidem ob- 
viandiim est et usu et viribus resistenduyn, nt fo7*tis et audax 
consuetudo altera fiat natura-, de mene det (15) = omne lepo- 
rum vulgus\ 16 = terrore concutitur\ 17. 18 «= data fide jiira- 
verunty quod, cum primo timor eos invaderet, litus adirent 
et de suminis i^pibus in mare se mitterent submergendos; 
19. 20 = cum hnec ita tractarent, ecce homines in equis cinn 
canibus adveniu7it; 21 = isti fvgiunt\ 22 — 26 fehlen; back 
(26) = palus', 27 — 29 = tota plebs ranarum fuger e coepit; 
seilen got (31) = celei^es socii\ 32 — 34 = frenate turpem fugam\ 
35. 36 = considerantes , quod nihil vivat expers thnoris', us 
blöden (38) = nostrum timor€m\ 40 = habet judicem et domi- 
num-, 41 — 44 = revertamur ergo nostrae naturae consentientes. 
die beiden ersten zeilen der moral sind frei; 47. 48 = ubique 
invenies tuum s^^perius, — Magdeburger Aesop 83 ist selb- 
ständig. 

47 = Romulus 25 De leone et pasto7-e (Hervieux 2, 582). 
etwas gekürzt; im original geht der könig selbst zur löwengrube, 
um das wunder zu sehen. 1 = feo venator; 3 = graviier spina\ 
4 = remedium sibi quaerens doloris; 7. 8 fehlen; 10 — 12 = 
quid age7-et, ignoravit-, 13 fehlt; 14 = sedit-, 15. 16 fehlen; 
17 = humili vultu pacem promisit; 18 = cogniia causa-, 20. 21 
= grates, quas natura praestitit, submisso capite et blando 
verbere caudae medico suo persolvit-, kule (23) = lacus\ 23 — 25 
= in quo rei trudebantur a leonibus devorandi-, 27 «= leonis 
medicus] 29 fehlt; wart entvar (30) = protinus agnoscens-, 
31. 32 = obseqitio, quo polest, eum veneratur', 33 — 36 = socios 
leones saevire volentes ambigit et defensat reum-, 37 — 40 fehlen; 
41. 42 = mirati sunt igitur, qui videbant, et regt visa refere- 
bant-, utwinnen (43) giebt extrahere-, 45 = qualiter scilicet apud 



45—49. cxxxi 

leonem promeruit] 46 — 48 fehlen, da das wundern des königs 
schon früher berichtet ist; 49. 50 = pius et justtis utriusque 
facta commendai] 5 1. 52 = dimittendo pastorem et decarcerando 
leonem\ 53. 54 = sie pastor gregi et leo redditus est nemori. 
55. 56 = bomini est benefacere et benefidi meminisse\ die 
beiden Schlusszeilen der moral sind frei. — Magdeburger Aesop 
23 ist selbständig. 

48 = Romulus 26 De eqiu) et hone (Hervieux 2,583). ver- 
einzelt gekürzt; die schlussrede ist im original moralisierend. 
3. 4 = praedae cupidus; 5 = gravi pefixusstis est metu\ sprak 
(7) = ait intra se\ 7 = angustiae mihi sunt tindique] got (11) 
= nobilis\ 12 = et misericors et pius \ 13. 14 = ipse simulato 
languori subvenire non dubitabit\ ledes pin (16) = miserum 
statum\ 18 fehlt; mi övel wert (20) = miser\ lam (23) = pedis 
tollet officium; 25. 26 = equo compassus est et eum consolari 
coepit et salutem ei promittere, quam ipse praestare posset; 
27 fehlt; 28 = flexis itaque genibus\ mit vlite (29) = curam 
adhibeat; milde (30) = pius\ 31 = frontem impie conquassavit\ 
32. 33 fehlen; 34 = ipso non invento\ he sach em na (35) = 
ad equum circumspidens, 39. 40 = nullus ergo debet — ini- 
quum fovere\ die beiden Schlusszeilen der moral sind frei. — 
Magdeburger Aesop 24 ist selbständig (nur 40 klingt stark an 
Gerhard 38 an). 

49 = ßomulus 21 De bestiis et volucribus (Hervieux 2, 
584). in einzelzügen gekürzt und durch Umstellungen ver- 
ändert. 2 == discordiam habuerunt] 4. 5 fehlen; 8 = congre^ 
gavit\ 10. 11 = inter volucres primatum tenens omnia volatilia 
in campum adduxit\ 14. 16 fehlen; 17 = haec itaque videns\ 
18. 19 fehlen; 20 = jus in utraque parte habere voluit; 21. 22 
= pedibus consimilis bestiis et pemiis volucribus aequalis; stark 
(23) = magnum et validum\ binnen der tit (25) = interea] 
26 = caelos adiit; 27. 28 = Jovem et superos, ut sibi faverent, 
rogavit et pretiosa ttilit munera\ 30 = placatus muneribus] 
31. 32 = promittit ei victoriam\ van sülkem tröste (33) = 
quibus promissis\ 35 = agmina disponens\ 36 — 38 fehlen; 
39. 40 = talibus itaque visis et auditis\ 41. 42 =^ pennis con*- 
fidens\ 44 fehlt; 45. 46 = bello igitur feliciter peracto pro 

parte volucrum\ 47 — 51 = vespertilimiis astutia in curia est 

i* 



cxxxn Einzelvergleichung : 

accusata et judicibiis causa commissa\ 52. 53 = qiii dederunt 
sententiam\ 54. 55 = pennis suis abrasis\ 56 = a coiisortio 
bestiarum segregata et volucrum\ 57. 58 fehlen; 59. 60 sind 
unklare wiedergäbe von in vespere volatura, ut res vocabulo 
consentiret. die moral ist frei umgestaltet. — Magdeburger 
Aesop 25 ist selbständig. 

50 = Romulus 28 De cervo ad fontem (Hervieux 2,585). 
etwas gekürzt; am schluss ist eine resignierte rede des hirsches 
weggelassen, back (1) = purum flumen\ 2 fehlt; 3 = placuit 
sibi forma sua pro partes 5 = tibias graciles; vin (6) = ra- 
mosa et alta\ 7 — 10 fehlen; 11. 12 = homines cum canibus 
adesse cer7iit\ 13. 14 = pedibus fugiendo insistitj donec optatum 
nemus eum redpit; 15 fehlt; 16 = sed nermis spinis hirsutum 
et ramis fugam ejus i?npedit\ 17. 18 = cornibus appi^ehensis 
et retentis. die moral ist Gerhards eigentum. — Magdeburger 
Aesop 26 ist selbständig. 

51 = Romulus 29 De homine rnortuo (Hervieux 2,585). 
in den einzelzügen stark gekürzt und durch Umstellung ver- 
ändert. 4 — 6 fehlen; 7 = eodem autem tempore^ 8 — 10 = 
iniquus quidam, in furto deprehensus, damnatus est suspendio] 

11 — 14 folgen später als miles furis culpam et poenam in 

Caput suum redundare timebat\ en Hdder vin (15) = quidam 
miles \ 20 — 22 = furem fiirtim sustulerunt et sepelierunt eum 
contra leges patriae et consuetudinis\ 23 — 26 = talibus igitur 
circumdatus angu^tiis\ 27 = ejus consilium ; 29. 30 = praedictam 
mulierem sibi satis familiärem] mit love (31) = benigne] 32. 
33 fehlen; 34. 35 = virum de tumulo sumas] 36 fehlt; 37 = 
dum vivus possit mortuo juvari\ 38. 39 fehlen; 40 = quis 
dicere poterit vel cogitare meum pendentem non esse kitronem? 
die moral ist frei gestaltet. — Magdeburger Aesop 27 ist selb- 
ständig. 

52 = Romulus 30 De matrona et amatore ejus (Hervieux 
2,586). etwas gekürzt und in den reden vernüchtert, stat (1) 
= civitas; 3. 4 = castitatis amica per tempus] lot (6) = sibi 
unxit] 7 — 9 = vironwi optime, quanto me vulnerasti amore! 
jjuam dulds est pectori meo tua dilectio!\ 10 — 12 fehlen; 
13 = non ideo, quia credam me solum esse tuum] 14 fehlt 
und ist unklar; 15. 16 = sed quia de te commoda colligo, 



49 — 54. cxxxiil 

quibus carere nolo. die moral ist Gerhards eigentum. — Magde- 
burger Aesop 30 ist selbständig. 

53 = Romuliis 31 De ove et lupo (Hervieux 2, 586). be- 
deutend gekürzt; die letzte rede der wölfe ist im original direkt 
vornomen (2) = magnam; stnt (2) giebt bellum, vede (3) dis- 
cordia wieder; veh weddere (5) = arietum agmina-^ 7. 8 fehlen; 
grot (10) = rapax\ 11. 12 = congressionein facere timuit; 
12 — 14 = fnisit igitur legatos suos ad partem adversam p7 
firma pace acturos et bo7ia concordia-^ 15. 16 = hanc igitur 
formam pads lupus obtuUt\ 18 = canes\ 19 fehlt; 21 = par- 
vulos luporu77i\ 22 — 24 fehlen; to holte (26) = ad sua\ 27 = 
pacis foedera rupe?mnt; 30 = tantae crudelitatis insdae^ 31 — 34 
sind Gerhards eigentum; 35 = quadam tarnen die prae desi- 
derio, ni fallor, parentimi et patriae] 36 — 38 fehlen; mit 
griiTime (39) = irati\ 40 fehlt; 42 = foedera statutae pacis; 
43. 44 = cecidit inerTnis et imbellis turba bide^itum, U7igetrüwe 
(45) = inimiciis\ 46. 47 sind frei; 48 = defensorem suum 
nu7iquam dimiti€7'e, — stark benutzt im Magdeburger Aesop 
32 (14 ähnlich Gerhard 1, 15.16 ähnlich 5. 6, 19. 20 ähnlich 
9. 10, 22 ähnlich 12. 13, 26 = 17, 31. 32 ähnlich 25. 26, 
39. 40 = 31. 32, 47 — 49 ähnUch 35 — 37, 51 = 41, 59 = 45, 
60 ähnlich 46). 

54 = Romulus 32 De fabro (Hervieux 2,587). etwas ge- 
kürzt und stark erweitert; die erste rede der eiche ist im ori- 
ginal objektive erzählung; der ahorn heisst 28 or7ms, 33 almis, 
2 fehlt; 3 — 6 = sed usum illius manubrio defidente habere 
71071 poterat\ S, d = ad silvam et arbores super hac necessitate 
coTisuluit] 10 — 18 fehlen; statt 19 — 26: lig7toru7n itaque tmlgus, 
ut scripta feruntj nemoris r€gime7i et do7ni7iatum albae spiTiae 
commiseraTit , cujus ergo habenda erat gratia, ut faber, qtiod 
petiitj obti7ie7^et\ 29. 30 = quod diclo dtius impletum est\ 32 =* 
securis industriam\ 34 fehlt; 7ner böme (35) = 077ine ge7ius 
ligfiorum] ek (36) = ardua quercu^\ S7 = gravi laesa vulnerCj 
38 fehlt; espe (40) = gracilis fraxi7iu^\ 40 — 42 haben nichts 
entsprechendes; mit bevende (43) = flebili voce] 45 = merito 
ve7iit super ??05 isla destructio] 46 fehlt. 47. 48 = sie sibi 
facit damnum et clade7n, qui hoste7n suum munit et armat] 
die beiden Schlusszeilen der moral sind Gerhards eigentum. — : 



CXXXiv Einzel vergleichung: 

stark benutzt im Magdeburger Aesop 33 (1 = Gerhard 1, 9 ähn- 
lich 13, 10 = 14, 11 = 9, 12 — 14 ähnlich 10 — 12, 20 ähnlich 
17, 21 = 19, 23. 24 == 21, 26 = 23, 27. 28 ähnlich 25. 26, 
29 — 31 - 27—29, 35. 36 ähnlich 31. 32, 37—39 = 35—37, 
47. 48 = 47. 48). 

55 = Romulus 33 De carte et lupo (Hervieux 2, 588). mehr- 
fach verkürzt und stark erweitert, in dem wolde (1) = m campo\ 
3 — 9 fehlen; 10 — 12 = care frater, quam pulcher es et ro- 
tmid?isl] 13—^16 = dominus eiiim suo me pascit pane\ 17. 18 
= et tota familia mihi proicit ossa\ 19 — 21 fehlen; 22 soll 
wohl et pinguia rasa coquinae solus drcueo wiedergeben; 
23. 24 fehlen; 25. 26 = cum pluit et ningit, sub tecto mane^'e 
possum nocte et die] 30—32 fehlen; 33. 34 = talem vivere de 
facili invenire poteris] 35 — 39 = 5^ dominu7n meum non con- 
temnas, ipse de te gavdehit et libenter te tenebit, si bonos 
mores et obsequium i7i pura fide promiseris] 41. 42 = domi- 
nus tuits prae omnibus mihi placet; 43 fehlt; 44 = itaque 
villam adeunt lupus et canis; 45 fehlt; leve seile (49) = socie; 
Jialsbant (50) = circuluSy vorher collatium; 51 = in collo tiio] 
tvrei (53) = contumax et ferox] 54. 55 = mordebam tarn notos 
quam ignotos] 56 = domifius .... verberibiis me domuit] 
57 — 60 = et vinclis dicendo et docendo, ne aliquem praeter 
furem et lupiim amplius morderem\ 61 — 65 == his ergo auditis 
lupus de proposito suo rnutatus; 66 — 77 sind ganz freie ge- 
staltung von drei kurzen, nahezu tautologischen Sätzen des Ro- 
mulus; 78 fehlt; 79. 80 = sie lupus ad silvam et canis rever- 
siis est ad villam, die moral ist Gerhards eigentum. — fehlt 
im Magdeburger Aesop. 

56 = Romulus 62 De lupo et herinacio (Hervieux 2, 608). 
«tark gekürzt; die begründung der kumpanie, mehrere reden 
beider tiere, einzelnes in der letzten entwicklung der erzählung 
ist weggelassen; die sechs schlussverse sind dagegen Gerhards 
eigentum. 1 = contigit una vice\ 2. 3 = se co7isociabant; 4. 
5 fehlen; 12 — 15 =- vocavit lupum, ut sihi fieret auxilium; 
16. 17 = ultimum mihi osculum dare poteris ] 19. 20 = quanta 
dilectione in articulo mortis positi ab invicem separati sumus: 
22 = nie] 23 «= labia dentibus ar7'ipiens] 25 = dimitte me 
kaltem adhuc, quoniam in brevi ambo capiemuv] 26 — 28 = 



54—59. cxxxv 

jiistum est et bene decet, ut södi tarn fideliter cönjuncii aut 
simul evadant aut simiil capiantur; 30 = in arborem, quae 
sibi erat vieina, contendit; 32 — 34 == fac cum öve mea per- 
missione, quod volueris, si te canum non absterret praesentia\ 
35 — 40 haben nichts entsprechendes, drögener (4:1) = deceptor\ 
die drei letzten moralzeilen sind frei. — stark benutzt im 
Magdeburger Aesop 81 (49 ähnlich Gerhard 16, 53. 54 ähnlich 
21. 22, 55 = 23, 56 ähnlich 24, 57. 58 :^ 25. 26, 61. 62 =- 
27. 28, 63. 64 ähnlich 29. 30, 75 = 33, 76—78 ähnlich 34—36, 
79 — 81 =-« 37 — 39). 

57 = Komulus 63 De rtistico et bove (Hervieux 2, 609). 
in einzelzügen gekürzt. 1 fehlt; 2 =» in vehiculo fimum evexit\ 
prekeln (3) == acuto stimulo] 4 = bos .... coepit improperare*^ 
5. 6 fehlen; 7. 8 = ego tuos labores frequenter adjuvi, ego rura 
tua a juvefitute mea iitiliter excoliii] 8 — 10 =« et tu me modo 
compellis, ut has immunditia^ laboriose educam; 12 = quis 
istum ßmum congessit: 13. 14 fehlen; 14. 15 =*= congessi ego, 
ego illum pedibus conculcavi; 16. 17 fehlen; 18 = non te pi- 
geat eam laboriose extrahere. die raoral ist etwas frei; 19 fehlt; 
20 = nequ^m servus, — teilweise benutzt im Magdeburger 
Aesop 82 (1. 2 = Gerhard 1. 2, 3 ähnlich 3, 5 =- 4, 13 ähnlich 
9, 30 ähnlich 20). 

58 =« Komulus 65 De duobus lupis (Hervieux 2, 610). sehr 
frei behandelt und stellenweise erweitert; im original sind die 
beiden wölfe nicht vater und söhn; einige wechselreden sind 
weggelassen. 2 — 4 = homines naturaliter lupos odiunt et eos 
inclamantj etiam cum nihil 7nali eis fa^re intendunt., 5. 6 
fehlen; am (7) ==* labor a^rorum\ 8 fehlt; 9 — 12 = si semel 
viderint nos benefaeere, credent deinceps similiter nos velle 
facere\ acker (l^) =- cnmpus\ 14 fehlt; 15 — 17 « coUegerunt 
manipulos\ 20. 21 = cum clamore valido sunt eos ifisecuti] 
22 fehlt; 24 == sicut consuevimus, agamits\ 25—27 fehlen; 
28 =* homines semper habebunt nos exosos, die moral ist Ger- 
hards eigentum. — stark benutzt im Magdeburger Aesop 64 
(1 = Gerhard 1, 2 ähnlich 2, 21 ^ 13, 22 — 24 ähnlich 14—16, 
35 ähnlich 17, 36 — 38 « 18 — 20, 39 — 42 ähnlich 21—24). 

59 = Eomulus 66 De lupo et vulpe (Hervieux 2, 610). etwas 
gekürzt; die vier Schlusszeilen sind Gerhards eigentum. 3 fehlt; 



CXXXVI Einzelvergleichung: 

5. 6 = justior qiiidem, ut mihi videtur, est causa vulpeciilae 
et Vera sunt forsan, quae loquitur\ sed mendacia lupi majoris 
sunt anctoritatis quam veritas vulpeculae; 7 — 10 haben nichts 
entsprechendes, die moral ist frei. — stark benutzt im Magde- 
burger Aesop 78 (5. 6 ähnlich Gerhard 3. 4, 17—20 ähnlich 
7—10, 23 ähnlich 11, 24 == 12, 29. 30 ähnlich 13. 14). 

60 = Romulus 67 De capi'a et de haedo suo (Hervieux 
2, 611). etwas gekürzt; die rede der ziege ist im original in- 
direkt, kint (2) = parvulus^ 3 = dum ad solita iret pascua\ 

4. 5 = nt diligenter observaret, ne quis obseratam domum 
intraret, donec ipsa veniret-^ 6 = lupus astitit ante fores\ 7. 
8 fehlen; 9. 10 = coepit vocem caprae imitaH, ut , . , , seratas 
subito panderet forest 11 = ille autem intus constitutus\ 12 
fehlt; risse (13) = rimula\ 14 = sie loeutus est\ 16 = sed 
neque caput ejus neque pedes agnosco. die ersten beiden moral- 
zeilen sind frei; 19. 20 = si haedus lupo credidisset, non 
credo, quod mortem erasisset, -^ fehlt im Magdeburger Aesop. 

61 = Romulus 68 De pictore et uxore sua (Hervieux 2, 
611). stark gekürzt. 2 — 4 fehlen; 5. 6 = quod qui pingebat, 
uxori suae ad suendum commendabat; 6. 7 = ut in singulis, 
quos ipse fecerat, tractibus ipsum consuendo imitaretur\ 8. 9 
fehlen; wet^k (10) = ineptum opus\ 11. 12 = coepit incusare 
operatricem de neglegentia\ 13 fehlt; 14. 15 == disce igitur pri- 
mum tractus tuos recto ordine formare, ut ego apte tuam va- 
leam iynitari prudentiam\ 16 fehlt. 17 — 19 = sie multi sunt, 
qui culpas suas in alios reflectunt et, unde ipsi corrigendi 
essent, alios corripiunt\ 20 fehlt. — fehlt im Magdeburger Aesop. 

62 = Romulus 69 De cerva hinnulum instruente (Hervieux 
2, 611). stark gekürzt und in einzelheiten verändert, hede (1) 
= pascua; kint (2) = hinnulus] 3. 4 = w^ sui cautelam gereret] 

5. 6 fehlen; man (7) = vefiatorem; 9 = quaesivit, quisnam hie 
esset\ 11 = ille, quem te oportet maxime timere\ 12 = dili- 
gentissime notare\ 13 = ipsum pavidum esse vidi] 14. 15 = 
consideravi enim, quod, cum de equo descendit .... quasi 
laiitando vadit\ 17 = quod manu gerit\ 18 = quod in media 
corda te^ietur; 19. 20 fehlen; 21. 22 = quanto magis ea ad se 
traxerit, tanto ciiius ad nos perve?iiet. die moral ist frei. — 
fehlt im Magdeburger Aesop. 



59 — 65. cxxxvn 

63 = Eomulus 71 De milvo (Hervieux 2, 612). wenig ge- 
kürzt, h^ank (1) = gravi mo7^bo\ beseten (1) = habuit nidum\ 
2 = 171 locOj ubi vicinum erat templum\ 3 = e^ in templo 
idolum\ 5. 6 = supplices orationes pro ipso co7*am idolo porri- 
geret] 7.S = si forte ipso miserante de aegritudine posset ha- 
bere remedium^ möjen (9) = eogere; 10. 11 = deos inaniter 
prece sollicitare\ 12 — 14 fehlen; 15 = templum et imagines 
saepe foedavimns\ 16 giebt quam misericordiam putas nos 
.... invenire posse? wieder. 17 = stuUorum est; genade san 
(18) = gratiam expectare et misericordiam; 19 fehlt; 20 = saepe 
injiiriis laeserint et offensionibus, — Magdeburger Aesop 77 
ist selbständig. 

64 = Eomulus 73 De homine et uxore Utigiosa (Hervieux 
2, 614). in einzelzügen gekürzt; der anfangssatz, der die frau 
als keiferin charakterisiert, und der scherz mit dem verstüm- 
melten orhipe pro fordpe ist weggelassen. 3 = aliquando 
.... in prato\ 4 = quod nuper dominus prati cum summa 
diligentia falcaverat\ 5. 6 = quam diligenter et congrue fal- 
catum est hoc pratum!\ 7. 8 = mentiris, ait rnulier, quoniam 
forcipe praecisum est; 9. 10 = semper, inquit vir, verbis meis 
contraria fuisti\ 11. 12 = sed tarnen hoc veresdo, quod pra- 
tum hoc vicinus mens falce demessuit] 13. 14 == deliras, ait 
mulier y quia forcipe factum, est; 15. 16 = secundum consue- 
tudinem tuam, inquit vir^ semper novissima vis retiner e verba; 
17. 18 fehlen; 19 = dejiciens illafu; 20. 21 fehlen; brak (22) 
= arripuerat; 23 = et fortiter premebat; 24. 25 = quo in- 
strumento praecisum est pratum?; 26 — 28 sind geändert; 29 
fehlt; 30 giebt incepit linguain incidere und linguain ampu- 
tavit^ das im original am schluss steht, wieder; 32. 33 fehlen; 
34 — 36 = forcipis formam et officium digitis ostentans. en- 
krigich (37) = litigiosi et contumaces; die beiden scfalusszeilen 
der moral sind Gerhards eigentum. — teilweise benutzt im 
Magdeburger Aesop 28 (42 ähnlich Gerhard 21, 45 ähnlich 24, 
49. 50 = 29. 30). 

65 = Romulus 74 Item de uxore mala et viro suo (Her- 
vieux 2, 614). in einzelheiten stark gekürzt; mehrere reden 
sind weggelassen; andrerseits bedeutend erweitert, vlet {!) = 
torrens; sat (1) = ibat\ 3. 4. = ut ex eo deduceret aquas ad 



cxxxvni Einzelvergleichung : 

faciendam piscinam\ 5. 6 fehlen; 7 = escas\ 8 fehlt; 9 — sie, 
inquit hämo, opus est\ 11. 13 — 18 fehlen; 19 giebt wohl miss- 
verständlich ipse quidem, sicut dig?iiis est, in perpetua sit ab- 
stinentia wieder; 22 — 28. 30 — 33 fehlen; 34 = resedit juxta 
mulierem; 35 fehlt; 36 = qitia .... t^ellet comedere'^ 37 = 
coepit se ab ipso elongare; 38 fehlt; 39 — 41 = muUer elon- 
gando, vir accedendo] 42 — 44 = ipsa forte in alveum fltientis 
aquae corruit et submersa est; 45 — 54 = occurrerunt ergo 
servi seetis fluvium ad vadum quoddam, ut eam ibi compre- 
henderent; 55. 56 fehlen; 57 — 63 = ut solebat v^ivens co7itra 
me niti, sie mortna contra impetiim yiititur fluvii; 64 — 66 
= expectate eam ad ortum fluminis et illiic p?'operate'^ 67 — 70 
fehlen, die moral ist Gerhards eigentum. — stark benutzt im 
Magdeburger Aesop 29 (53 = Gerhard 31, 55. 56 -= 33. 34, 69. 
70 ähnlich 51. 52, 78. 79 ähnlich 56. 57, 91 ähnlich 68,. 95. 
96 = 69. 70, 107. 108 = 71. 72). 

66 == Romulus 77 De leone volente regnum siium dimit- 
tere lupo (Hervieux 2, 616). etwas gekürzt; der wolf wird im 
original von den tieren, nicht vom löwen vorgeschlagen; die 
form der reden ist mehrfach geändert 5. 7 fehlen; över mer 
(8) = alias] 9 fehlt; Vormünder (10) == regem loco meo sub- 
stitiiendum ; 11 — 16 fehlen; 17 — 20 == filios non genui, ne 
forte vobis molesti fierent, et ideo regni heredem non habeo; 
21 — 35 fehlen; 36 = s?* misericors et pius esse velit, nescio; 
37. 38 = honestam quidem bestiajn eligistis; 39 — 46 = jura- 
mento confirmet, quod innocentes bestias non oceidat et caimes 
haedulium penitus adjuret\ 47. 48 = lupus, ambitione regni 
cupidus, quod exposdtur, proinittit et jurat\ 49 = confir- 
matus ergo in regno\ 50 = secundum consuetudinem suam\ 
liisten (52) = appetere; iviUbrat (53) =« carnes; hinde (54. 57. 
60) = bestia\ 56 = an bene olentem Iiaberet opihelitum an 
foetidum\ 57. 58 = foeiidissimus est anhelitus tuus\ 60 fehlt; 
62 = cui vindictae subjidendus esset] hon (64) = blasphemia; 
65 = dicH7it omiies, quia vivere nullatenus deberet] neder- 
leggen (66) = arripere et interficere\ 67 « comedit luptis, dans 
singulis de residuo partes-^ re (68) = alia bestia; 69 = a^se- 
rens se nunquam tmn beiu olentem sensisse; 70 fehlt; slagen 
(72) =^ adjudicatus est morti\ 73 = ocdsa est et devorata ut 



65—68. cxxxix 

prior] 74 fehlt; 75. 76 = posiea vero quaesivit de simia a 

simili casu] 78. 79 = domine , aiihelitus tuus ad titrumqite se 
habet: 80 — 82 fehlen; 83 = simulavit infirmitatem; 84 — 86 
fehlen; 87 = siiggesium e^t ei., 88. 89 = si forte desiderium 
alicujus carnis haberet'^ 90. 91 fehlen; 92. 93 = tunc confessus 
est desiderium se habere comedendi simiam ; worpen neder (94) 
= capta , , , . et ad devorandum prolata] 95. 96 fehlen. 97 — 
100 = sapiens quidam, gravatiis injuriis a domino suo sibi 
illatis: grate est, inquit, si tacuero, et, si locuttis fuero, gra- 
vius damnum pertimesco, — stark benutzt im Magdeburger 
Aesop 65 (1-8 = Gerhard 1—8, 11. 12 ähnlich 13. 14, 16 « 
17, 18 = 23, 19. 20 ähnlich 27. 28, 21. 22 =« 29. 30, 51 — 54 
ähnlich 39—42, 57. 58 ähnlich 43. 44, 61. 62 ähnlich 47. 48, 
63 — 65 = 51 — 53, 69 — 76 = 55 — 62, 79 = 65, 83. 84 -« 
67. 68, 86 87 = 69. 70, 91 = 74). 

67 «= Romulus 7S De venatoribus et lupo (Hervieux 2, 618). 
etwas gekürzt; im original versteckt sich der wolf nicht in 
einem sumpf, sondern im dombusch; die rede des Jägers fehlt 
bei Romulus. 1 — 6 = venatores, egressi cum multitudine 
canum, lupum insecuti sunt] 7 fehlt; 8 = iter per campum 
arripuit] 10 = 7'ogabat, .... w/ . . . . servaretur; 11 — 16 = 
si me ab immine7iti periculo servaveris, tibi et gregi tuo 
semper fidelis ero et commodus] 17 — 19 fehlen; 20 — 22 = 
absconde te in riibo, qui incinus est] 23 — 32 = fecit Continus, 
ut edoctu^ est a pastore, et supervenerimt venatores, solUdte 
requirentes, quo lupus divertisset] weyiken (33) « extendere] 
35. 36 = sed oculos fiocos habuit in rubo, in quo latitavit] 
37. 38 = sie Uli viam .... arripuerunt] 39 — 42 =» reversus 
ergo pastor ad lupum ait] gifstu mi (43) = accepturus sum 
44. 45 = pro eo, quod te celavi et venatores averti] 46 fehlt 
48 = digna a me deberent accipere munera; 49. 50 fehlen 
51 = vellem, quod oculi tut essent eruti] 52 fehlt. 53 = hoc 
exemplo .... arguitur] 55. 56 — sicut lupus, qui pastori bene 
promisit et salvatus ei maledixit, — fehlt im Magdeburger 
Aesop. 

68 = Romulus 79 De pavone (Hervieux 2, 619). etwas ge- 
kürzt und verändert; einzelne reden sind weggelassen oder ver- 
schmolzen ; in der aufzählung der tiere steht bei Romulus noch 



CXL Einzel vergleich uDg: 

die fledermaus. mit ungednlt (1) = maestus] 3 = qnod dulci 
organo vocis destiiutvs esset] 4 = ceterae volucres .... me 
contemnunt; 5 = quid efiim mihi valet decor pennarum?] 
6 — 8 = nihil mihi beatitudinis in hoc attributum esse timeo; 
here (9) = creator\ 9. 10 = desisie vanas iyigerere querulas; 
11—16 fehlen; 17 = tu decore splendes] 17. 18 = aquila vi- 
ribus viget; 19. 20 = lusdnia vocis placet dulcedine] 21. 22 = 
corvus cfvcitat; 23. 24 = columba gemit, grus tempus mon- 
strat et auguria, hirundo auroram modulis salutat; 25 = 
gallus horarum est vates] 26 — 30 fehlen; 31 — 34 = nullum 
natura dimisit immunem, die beiden ersten moralzeilen sind 
Gerhards eigentum; 37. 38 = pauper contentus eo, qtiod habet, 
dives est. — teilweise benutzt im Magdeburger Aesop 79 (1. 2 
= Gerhard 1. 2, 6. 7 ähnlich 9. 10, 29. 30 ähnlich 29. 30, 31. 
32 ähnlich 27. 28). 

69 = Romulus 81 De avibus et aucupe (Hervieux 2, 620). 
in einzelzügen gekürzt; im original ist das tränen der äugen 
des Vogelstellers durch trieföugigkeit natürlich begründet; mit 
der ersten rede des alten vogels bricht Romulus ab; liegt Ver- 
stümmelung des textes oder er Weiterung Gerhards vor? junger 
vögele (1) = avium; 4. = ut eas caperet; 5. 6 = visumque est 
avibus ] 7. 8 = tarn pium et misericordem hominem nunqua^n 
plus vidimus] 9 — 12 fehlen; 13. 14 = cum nos respidt, de 
pietate lacrimatury 15. 16 = qtiantum compatitur nostrae 
miseriae; 17 = tunc una, mtiltis periculis instructa] 18 — 25 
= cantus hominis., quos diligenter auscultatis, jam super nos 
retia ducent et, nisi citius recedatis, jam in saccum trude- 
mini] 26 — 34 fehlen (in verde 31 scheint vias nobis prae- 
parat zu stecken). 35 = multi salvati sunt] hören (36) = 
venerayida sunt et servanda] die beiden Schlusszeilen der moral 
sind frei. — stark benutzt im Magdeburger Aesop 74 (15. 16 
ähnlich Gerhard 11. 12, 19. 20 ähnlich 15. 16, 21—24 ähnlich 
17—20, 36. 37 = 25. 26, 40 — 42 = 29 — 31, 44. 45 ähnlich 
33. 34, 48. 49 = 37. 38). 

70 = Romulus 82 De rege et simia (Hervieux 2, 620). 
stark gekürzt, indem im original der hofstaat des affenkönigs 
genauer beschrieben und bei den fragen auf die einzelnen fami- 
lienglieder desselben näher eingegangen ist; andrerseits erwei- 



68—71. CXLI 

tert durch aufzählung der Schmuckgegenstände, das glückliche 
ende und sonstige kleine züge. 3 = transacto .... aliquo 
tempore] 4 fehlt; 5 — 8 = solita Interesse secretis regis et videre, 
qualia Uli exhibebantur servitia., 9 — 12 fehlen; 13 — 16 = ad 
consuetas reve^^sa est silvas et relicta regia domo coepit inter 
agrestes simias ipsa vivere agrestis\ 17 — 20 fehlen; 21. 22 = 
fecit se regem inter simias; 23. 24 fehlen; 25. 26 = et constituit 
alios judiceSj alios duces, alios comites, alios praefectos, alios 
mferioris ordinis ministros] 27—37 fehlen; 38 — 40 = contigit 
autem, tit duo homines Her agerent in vicino, nhi simiarum 
erat conventus] 41 fehlt; 42 — 44 = et erat unus mendax et 
alter verax] ei^sten (47) = senior] 48 — 50 fehlen; 51 = quid 
sibi de eo videretur, quis esset] 53. 54 = sitis omnium siini- 
arum dominus et imperator] 55. 56 im original genauer; 57. 
58 fehlen; 59. 60 = placuerunt valde haec verbd in conspectit 
regis] 61 — 64 fehlen; 65 — 67 = videns illum pro mendaciis Ulis 
sie honorari, cogitavit, quod vera loqnendo majorem adkiic pro- 
mereri posset ab Ulis honorem] 68. 69 = aceessit ergo ipse et 
cai'am rege astitit] 70 — 79 im original eingehender; 80 — 84 = 
rex vero, haec veritatis rerba minvs approbans iratusqiie homini, 
tradidit eum tortoribns, simiis scilicet, quae, aspere ei a^i-identes, 
morsibus et angustiis eum circumdedefrimt] 85 — 88 fehlen. 89. 
90 = nee enim aeque conveniunt falsitas et veritas nee diu 
commorari j)ossunt] die beiden Schlusszeilen der moral sind 
frei. — stark benutzt im Magdeburger Aesop 103 (27. 28 ähn- 
lich Gerhard 34. 35, 54 — 58 = 50 — 54, 65. 66 = 59. 60, 71. 
72 = 73. 74, 82 — 88 = 80 — 86, 89. 90 ähnlich 87. 88). 

71 = Romulus 83 De asiiio et leone (Hervieux 2, 622). 
wenig gekürzt. 3 =-- salve, care frater] ivo 7nach dat sin (4) « 
miro7^] bi'oder (5) = consanguineiim] 6 fehlt; 7. 8 = nee forma 
nee fortitiidine mihi possis aequari] 9 — 12 = tu tibi inaniter 
tisurpasj qiiod de te solo bestiae et ferae pavorem habeant\ 
13 = ostendam tibi] 14 = veni mecum in proximum montem] 
15 = sequitur itaque leo asinum in montem] 16 — 18 = drca 
quem major multitudo bestiarum et fei'arum convenerat] 19 
= asinns magnam et terribilem vocem emisit; 20 — 22 = ad 
cujus Sanum omnes bestiae illa^ nimis exterritae diffugiunt, 
quia tarn ineptam et terribilein vocem 7iunquam audierant] 



CXLn Einzelvergleichung: 

23. 24 « nee desistunt a fuga, quamdiu eum vident et audiunt] 
26 = quod ut vidit] de jene (27) = hestiae] 28 = et me timent; 
32 fehlt; 33. 34 = st ie nossent sicut ego, nmi utique te time- 
rent 35 — 38 = haec fabula monet illos derideri, qiii, cum 
viribus nil facere possunt, inanihus verbis se puiant esse tern- 
biles, — teilweise benutzt im Magdeburger Aesop 67 (1 = Ger- 
hard 1, 2 ähnlich 2. 33. 34 ähnlich 13. 14, 36—38 = 20—22, 
43 = 33). 

72 = Romulus 84 JDe leone et vulpe (Hervieux 2, 622). 
wenig gekürzt; die rede des löwen fehlt im original. 3 = in 
latebris suis] 4 = languorem finxit et .... i7i lecto aegritu- 
dinis se deposuit; 5 = tacius ergo desiderio recentium car- 
nium; 6 — 10 = bestias, quas devorare voluity ad se visitan- 
dum praedpit intrare; 12 = nmi i-ocata] 13. 14 « ipsam, 
quare non accederet, interrogavit] 15 — 20 fehlen; 21. 22 = 
vestigia terrent rne, omnia intus spectantia et nulla retrorsum\ 
23. 24 fehlen. 25. 26 = bonum est alterius damno instrui\ 27. 
28 = facile est intrare curias prindpwn et regum, sed non 
tarn facile ab Ulis exire. — Magdeburger Aesop 68 ist selb- 
ständig (nur 20 klingt an Gerhard 20 an). 

73 «= Romulus 85 De leone et homine (Hervieux 2, 623). 
stark gekürzt; der zweite löwe ist im original nicht der söhn 
des ersten; die erste rede des mannes fehlt. 1. 2 == leo et homo 
fuerunt socii\ 3. 4 = 6f dextras dederunt - pacis et amicitiae\ 
o = ut assolet inter bonos amicos] 6 — 12 fehlen; 15. 16 == 
qualiter homo leonem interfecerat] 17. 18 «= ecce, fm^tior est 
Jwmo hone] 21 — 23 = picturam constat hominis esse, non 
leonis; 24 = vera refers ] 25 — 28 = sequere me et ego ducam 
te, ubi rei veritas clarius apparebit] 29. 30 = duxit .... ad 
regis curiam; 32 = reus mortis; 33 fehlt; 34 = laiiiatis mem- 
bris ejus in momento eum exterminaverunt (die löwen im 
locus)] 35 — 38 = tunc leo, inde recedens, assmnpsit hominem 
secum et duodt eum in desertum] 39. 40 = ubi ipse conver- 
sari ei habitare solebat] 41. 42. 45 — 47 fehlen; 48 = male ergo 
pardtur ru^tico isti] 49 = debet ipse latebras nostras circicire 
et considerare, ubi laqueos ponat, quibus nos decipiat] 51 p= 
non sie erit] 52. 53 == non enim decet socium meum sub du- 
catu meo perire] 54. 55 fehlen; 57 = clamavit, ejus ope sal- 



71—76. cxmi 

vari cupiens'^ 59 = quid de pictura et re vera sibi videatur] 
60 — 64 = magna est . . , , harum verum differentia et magna 
est virtus et nohilitas tna. 65 — 68 = rerba operibus confir- 
mata majoris sunt auctoritatis quam ea, quae sunt sine ope- 
ribus. — teilweise benutzt im Magdeburgei' Äesop 69 (17 — 20 
ähnlich Gerhard 13—16, 24 ähnlich 20). 

74 = Eomulus 87 De cicada et formica (Hervieux 2, 624). 
wenig gekürzt. 1. 2 = hiemis tempore in egestate posita; eme- 
tenhol (3) =» domus formicae\ 4 fehlt; 6 — 8 = 5e domi nihil 
habet^e, unde viveret\ 9 fehlt; 11 = quid ergo in aestate ope- 
rata es et messis tempore? \ 12 — 15 «= quando ego et familia 
mea in ynagno sumus labore, currentes et congregantes in hör- 
reis nostrisj unde in hieme vivamus] 16. 17 =» ego tunc Ulis, 
qui laborabant, cecini] 18 — 26 haben nichts entsprechendes; 
27. 28 = si igitur ego modo indigerem, quid mihi porrigere 
vosses mefidicanti? die moral ist frei umgewandelt. — stark 
benutzt im Magdeburger Aesop 62 (1. 2 ähnlich Gerhard 1. 2, 
3. 4 = 3. 4, 25 — 28 = 23 — 26, 41. 42 = 29. 30). 

75 = Eomulus 89 De cohibro et homine (Hervieux 2, 625). 
wenig gekürzt. 1 = coluber hieme constrictus; 3. 4 == i/^ vivere 
posset] 5. 6 = ho77io ergo, ejus misertus, ipsum hospitio coU 
legit et tota eum hieme nuinvit] 8 = coepit coluber injuriosus 
fieri] 9 — 14 = et veneno suo domum et vasa infecit\ 15. 16 
= nee de voluntate sua exire ctiravit, nisi violenter ejiceretur, 
undanknemich (17) =^ iniqui et perversi; 19 = pro melle ve- 
nenurn reddentes] 20 fehlt. — fehlt im Magdeburger Aesop. 

76 = Eomulus 114 De divite, qui sanguinem minuit (Her- 
vieux 2, 635). wenig gekürzt; die beiden reden der tochter 
sind im original indirekt, utlaten (1) = minuere] 2 fehlt; 3. 4 
= filiae suae servandum commisit] 5. 6 = ut post moram me- 
dicus illum inspiceret et in eo infirmitatis suae certa signa 
inveniret; 7. 8 = filia vero neglegens sanguinem male eusfo- 
divit\ 9. 10 = canis namque accedens partim effudit et partim 
absorbuit] 11 fehlt; ho (13) = satis] deme (14) = socia] 15—17 
= tu sanguinem in ipso vasculo 7ninues et ad patris imperium 
medico j)raesentabis] 18 — 20 === placuit ei consilium et ipsa 
festinat ad factum\ 22 — 24 fehlen; 25 = secundum regulus 
artis meae] 26 — 28 = in sanguine isto manifesta est ejus, a 



CXLIV Eiuzelvergleichung: 

quo missiis est, wipraeg7iatio; 29. 30 = miratur iiide domi- 
nus nee mirari sufficit] 31 = tota domus stupei et miratur] 
32 fehlt; 33. 34 = medicum mendacem et deceptoretn judicant\ 
35 = eventum rei diligentius exquirunt] 36 — 38 = videns 
ergo puella medicum non posse falli, rem in ordine exposnit] 
39 — 42 = et patri ignominiam suam detexit. 43 — 46 = sie 
solet fierl manifestum, quod ab infideli et neglegenti minus 
fit honestum. — fehlt im Magdeburger Aesop. 

77 = Romulus 115 De homine et serpente (Hervieux 2, 636). 
in einzelzügen gekürzt, andrerseits stark erweitert, drake (1) 
= serpens] 1. 2 fehlen; 4 — ^ = ut singulis diebus Ute in va- 
sculo serpenii daret\ 7 — 10 = serpens hominem. diiavit] 11 = 
quodam tempore] 12 — 16 = serpenti grates rettulit] 17 — 22 
fehlen; 23. 24 = ego, utrum volo, vel bene vel male facere 
possum et divitias, cumplacei, confero; si mihi displicet, col- 
latas aufero] vorstan taten (25. 26) = jiarrare] 27 — 33 fehlen; 
35 = in pauperiem redeas] 36. 38 — 40 fehlen; 41 — 49 = 
cum solito more lac serpenti praeberet, socium caput ascia 
fundere conatus est; 50 — 52 = sed serpens callidus in antris 
se traxit et lapis ictum recepit et vubius] 53. 54 fehlen; 55. 
56 = iratus et statim ad vindiciam egressus, oves rustid in- 
vasit et plurimas earum iniäiles reddidit] 57. 58 = sequenti 
quoque die filium ejus in cunis int&rfecit] 59. 60 fehlen; 61 — 63 
= consilium tuum fuit ifiutile, unde, ut melius mihi consulas, 
nobis est necesse; 64. 65 fehlen; 66 — 69 = nescio, quid fa- 
cias melius, quam quod cum eo in primum, si possibile sit, 
redeas foedus\ 72 = temptaturus] 73 — 76 fehlen; 77 = vix 
poterit fieri] en (78) = amici] gat (79) = spelunca; 80 = re- 
cedere debetis; 81. 82 = merces vestra bona erit\ 83 — 85 = 
sed, 7iisi fallor, neuter de cetero bene credet alteri] bilen bik 
(86) = securis] 88 = praesens erit memoria serpentis. die 
moral ist Gerhards eigentum. — fehlt im Magdeburger Aesop. 

78 = Romulus 116 De mulo (Hervieux 2, 637). stark ge- 
kürzt, namentlich durch weglassung einiger reden, andrerseits 
sehr erweitert; dass der maulesel sich doch endlich zur ehe 
mit der maus entschliesst, steht im original nicht. 1 = de alto 
genere suum instituere intendebat conjugium; 2 — 6 = filiam 
solis sibi sponsam expetiit] 7 — 9 ^ si genu^ et potentiam in 



76 — 80. CXLV 

sponsa requiris] 10. 11 fehlen; 12 = osiendam tibi potentio- 
rem me\ 13 = nubem scilicet] 14 fehlt; 15 = abscondit; 16 = 
radios meos] 17 = venit igitur ad nubem \ 18 fehlt; 19 = si 
genus et potentiam in sponsa requiris] 20 = ostendam tibi 
potentiorem me, venium scilicet] 21 fehlt; 22. 23 = qid me 
dissipat et dividit in diver sas caeli piagas '^ 24 — 27 fehlen; 
28. 29 = filiam tuam .... sponsam expeto] 30. 31 fehlen; 
32 = si vires pensas] 33. 34 statt filiam muri expete; 35. 
38 — 53 fehlen; dA = da igitur mihi filiam tuam] 55. 56 
fehlen; 57 — 62 = si alicujus potentis filiam requiris, osten- 
dam tibi, cui ego resistere non valeo: mus] 63. 64 = tibi for- 
tissimus sum, me perfodit] 65 — 68 fehlen; 69. 70 = si talem, 
quae altioris est generis, assumpseris, .... erit sine dubio 
inter vos gravis dissensio] 71 = sed filia ipsius neptis mea est] 
72 — 76 fehlen. 77 = sie fit de Ulis, qui parem sibi nullum 
existima7it] 78 — 80 sind frei. — fehlt im Magdeburger Aesop. 

79 = Romulus 111 De scarabone (Hervieux 2, 638). stark 
gekürzt, scharnwevel (1) = scarabo] 3 = animoque inflatus 
sodis scarabonibus] 4 — 7. 10 = indignor satis, quod aliae vo- 
lucres nos parvi pendunt] 8. 9 = e/ neque vermes neque vo- 
lucres nos esse permittunt, sed mixtos nos esse dicunt] 11 = 
quae prima est inter eas] 12 fehlt; 13 — 16 = vox etenim yus 
non est dulcior, quam est mea, et alae suae non sunt meis 
pulchriora] 16. 17 = sed unum est, in quo me maxime deho- 
nesto] 18. 19 fehlen; 20 = in tellure repo] 21 = alas suas le- 
vans] 22. 23 = volebatque praevenire aquilam] 24 — 26 fehlen; 
27. 28 = ad dimissum fimum nesdvit redire] 29. 30 = nihil 
mihi esset, utrum dicerer vermis esse vel volucris] 31. 32 geben 
dum ego non subjicerer modo vulpi wieder; 33. 34 fehlen. 
35 — 38 = sie superbia iyianes decipit, qui . . . dum ad altiora 
coniendunt, ad priora redire volentes non inveniunt. — fehlt 
im Magdeburger Aesop. 

80 = Romulus 118 De apro et asino (Hervieux 2, 639). 
etwas gekürzt. 1. 2 = m via] rumen (4) = cedere et transe- 
undi copiam dare] 5 — 8 fehlen; 9. 10 = costa^ ipsius gravi 
ictu infestans] 11. 12 = scio plane, quo 7nunere dignus esses, 
si arma mea vellem in te coinquinare, die moral ist Gerhards 
eigentura. — fehlt im Magdeburger Aesop. 

Leitzmann, Die fabeln Gerhards von Minden. t 



CXLVi Einzel vergleichung: 

81 = Romulus 119 De porcellis (Hervieux 2, 639). etwas 
gekürzt; statt des igels ist bei Romulus der dachs eingeführt, 
weshalb am schluss auch ein andres erkennungszeichen , seine 
hundenatur, beschrieben ist; die erste rede ist im original in- 
direkt. 1. 2 geben abundantia erat glandis maxima et dimissi 
sunt pord cum pastonbus ad ncmora wieder; vlech sik (4) = 
se sociavit'j 5 = de geiiere ipsoftnn esse dixit\ 6— 8 = unde 
et meriio ipsis communicare debet^et in pascuis; 9 — 13 = cum 
autem postea vidit incrassatos porcos securibus siibduci et 
interfici; lüden (14) == carnificibus; 15 = in ?ne saevire non 
debetis] 16 = canis sum] 17. 18 fehlen; 19. 20 == nee humanis 
esibus aptus, 21. 22 = multi cupidi et astuti; 23. 24 sind frei. 
— fehlt im Magdeburger Aesop. 

82 = Romulus 120 De lupo et herinado (Hervieux 2, 640). 
2 = sodo jungebantur foedei'C] 3. 4 = conti git interim lupum 
.... in cippum intrare et captus est pede\ 4 — 6 fehlen; 9. 10 
= subvenire vobis minime possum] 11 — 14 = antequam sancti, 
a quibits ligatus estis, vos absolvant] multa enim .... sanctis 
vovistis, quae .... non bene persolvistis\ 15. 16 = carnium 
videlicet abstinentiani] 16 — 18 fehlen; 19. 20 = et inde vobis 
offensi permiserunt vos in laqueum venire] 21. 22 = agenditm 
ergo vobis est pro gratia eorum] 23 — 25 fehlen; 26 = divinae 
voluntati obciare nullatenus audeo, die moral ist Gerhards 
eigentum. — fehlt im Magdeburger Aesop. 

83 ==. Romulus 80 De pastore et artete (Hervieux 2, 619). 
wenig erweitert. 1 — 3 fehlen; 5 = excoriavit eum; 6 — 12 = 
vidensque imbelles oviculas nee fugere nee se def ender Cy cogi- 
tavit singulis diebus similiter facere] 14 = statuerunt; 15. 16 
= quod non permitterent eum de cetero aliquam excoriare; 
17 — 21 = nie autem, eorum decreta fallens, singillatim omnes 
usque ad unum arietem interfedt] 22. 23 fehlen; 24 — 26 = 
merito in nos t^enit ista destructio, quia, cum potuissemus nos 
defendissCj non fedmus. 27 — 30 == sie fit multis kofuinibiis, 
quos aliorum mala vel damna non gravant, donec ad ipsos 
perveniunt et ipsa ea sumunt — fehlt im Magdeburger Aesop. 

84 = Romulus 124 De presbytero et lupo (Hervieux 2, 642). 
wenig gekürzt, stark erweitert. 1. 2 = presbyter quidam] 3 — 6 
fehlen; 7. 8 =« docint lupum literas] 9. 10 = presbyter dixit 



81—87. cxLvn 

a et lupus simüiter] 11. 12 = presbyter ait b et lupus simi- 
liter] 13. 14 = c dixit presbyter et lupus dixit simüiter', 15 = 
modo congrega, ait presbyter, et syllabica; 16 = syllabicare 
nondum sdo; 17. 18 = mihi opiime videtur, quod hoc sonat: 
agnu^] 19. 20 fehlen; 21. 22 = quod in corde, hoc in ore, 23. 
24 = lingua clamat, quod cor amat; die beiden Schlusszeilen 
der moral sind Gerhards eigentum. — fehlt im Magdeburger 
Aesop. 

85 = Eomulus 121 De lupo et nauta (Hervieux 2, 640). 
wenig gekürzt, stark erweitert; im original verpflichtet sich der 
wolf erst auf dem wasser zur angäbe der drei Wahrheiten; der 
schluss nach der letzten rede des wolfs ist Gerhards eigentum. 
2 fehlt; grote hack (3) = fluvium-, 6 fehlt; 7 — 10 = tria vera 
mihi dicas pro pretio] 11. 12 = placuit hoc lupo; 14 — 18 
fehlen; 19. 20 für bene facit, qui bene fadt] jümmer (21) = 
satis; 22 — 27 fehlen; 28. 29 für qui sie non fadt, pejus fadt] 
30 fehlt; 31 = et istud non minus verum est; 32 fehlt; 33 — 37 
= tertium non habeo prae rnanibus, sed, interim quod litori 
approximamus y inde cogiiabo] 38. 39 = saltu se de nave ex- 
tulit et i7i sicco constitutus] 40 — 42 fehlen; 43.44 = quid- 
quid boni fit perverso, pe?'ditum est ex integro] 44 — 48 fehlen. 
49 — 52 = verum est lupi proverbitfm, quia male expenditur, 
quidquid malo iwpenditur. — fehlt im Magdeburger Aesop. 

86 = Eomulus 125 De vipera et lima (Hervieux 2, 643). 
sehr erweitert, adder (1) = vipera] 1.2 = in offidnam fabri 
ingressa] 3 = in limam offendit et, super eam se extendens, 
ipsam r ödere coepit] 4 — 10 fehlen; 11. 12 = cavendum tibi 
summope7x est, ne quid mihi de tuo remaneat, quia de meo 
parum deferes] 13 — 16 fehlen, die moral ist Gerhards eigen- 
tum. — fehlt im Magdeburger Aesop. 

87 = ßomulus 127 De lepore et cervo (Hervieux 2, 644). 
im anfang stark gekürzt, indem im original der neid des hasen 
auf den hirsch motiviert und eine längere rede des hasen ge- 
geben ist; später sehr erweitert, besonders durch die probe der 
veränderten gestalt. schepper (2. 5) = Jupiter] 4. 5. 7 fehlen; 
8. 9 = receptisque cornibus onerata fronte] 10 — 18 fehlen. 19. 
20 = sie inulti magnis hmzoribus inhiant] 20. 21 = cum eos 
gerere nesdant] 21. 22 fehlen. — stark benutzt im Magdeburger 



CXLVjii Einzel vergleichuDg: 

Aesop 84 (3. 4 ähnlich Gerhard 1. 2, 6 ähnlich 4, 13. 14 = 5. 6, 
17 = 7, 20 == 8. 9, 25. 26 ähnlich 17. 18). 

88 = Romulus 128 De lupo et columba silvestre (Hervieux 
2, 644). etwas erweitert. 1. 2 = Itipus vidit colurnbam sil- 
vesirem ramusculos colligere] 3 — 8 fehlen; al den dach {9) = 
tota die] 10. 11 = sed Jiunquam ie vidi bonam domum habere 
vel bonum ignem facere\ 12. 13 fehlen; 14—17 = semper, ex 
q?io vicini fuimus, te vidi oves frühere et congregare, sed nun- 
quam vidi te melius inde vestitum vel majorem habere fami- 
liam\ 18 fehlt. 19 = raptcrres et mali; 20 — 22 sind frei. — 
stark benutzt im Magdeburger Aesop 96 (1 — 6 = Gerhard 1 — 6, 
7 ähnlich 7, 8—17 = 8—17, 18 ähnlich 18). 

89 = Romulus 129 De catto et vulpe (Hervieux 2, 644). 
wenig gekürzt; stark erweitert, besonders durch wechselreden 
im anfang und einzelne züge später. 2. 4 fehlen; 5 = sub 
Spina] 6 — 22 für et inviceyn salutantes se societatem, inter 
se firmaverunt] 23 — 27 = qualiter succurres nobis, si opus 
fuerit?; 28. 29 fehlen; 30 = octoginta mihi sunt a^tutiae; 
31 —33 fehlen; sak (34) = sacculus] 35. 36 = sed ego iiunquam 
solvam sacculum, donec omnes aliae defecerunt; 37 = tot ar- 
tibus munitis'j 38 — 43 fehlen; 44 = ego enim non nisi solam 
habeo artein, qua vivere possum; 45 = nostra societas non est 
aequa] 46 — 49 fehlen; 50. 51 = ecce, duo leporarii . , . . in 
campo advolant; 52 = spinam circumgirando] 53. 54 fehlen; 
55 = saltumque fojciens Spinae se commisit auxilio; 56 fehlt; 
58 «= pro deo no7i parcas plus sacculo] 59 giebt quia neces- 
sitas instat wieder; 60 — 62 fehlen. 63. 64 = sie aliqui in 
multis artibus pereunt et aliqui sola sustentantur arte et 
honeste vivunt] die beiden Schlusszeilen der moral sind Ger- 
hards eigentum. — stark benutzt im Magdeburger Aesop 90 
(1. 2 = Gerhard 1. 2, 4 = 3, 5 — 14 = 5 — 14, 19 — 22 = 
15—18, 25 = 19, 28. 29 = 21. 22, 32 — 35 ähnlich 25 — 28, 
38 = 32, 40—44 = 34 — 38, 48 ähnlich 39, 51 — 54 ähnlich 
43 — 46, 55. 56 = 47. 48, 57. 58 ähnlich 49. 50, 59 = 51, 60 
ähnlich 52, 62 ähnlich 53, 63. 64 ähnlich 55. 56, 67 = 57, 
69 = 58, 71 = 61, 72 — 74 ähnlich 62 — 64). 

90 =^ Eomulus 132 De catto infulato (Hervieux 2, 646). 
stark erweitert, das original lautet: cattus sedit super foimacem, 



87—93. CXLix 

infulains et baculo suo innixuSy nmresque convocaiis et so- 
rices episcopum se esse diodt et ad benedictionem suam eos 
inclinari praecepit et sibi fieri oboedientes, cui antiqnus sorex 
sie respondit: carius est mihi, ut moriar paganus , quam quod 
sub vestra manu fiam, chHstianus, tunc ergo mures et sorices, 
a benediciione ipsius fugientes, in suis se latebris ocaiiltarunt 
et cattuSj 7nitram exuens, episcopatum deposuit die moral ist 
Gerhards eigentum: de ratte alt (52) giebt antiquus sorex wieder, 
obwohl Gerhard von einer solchen in der fabel selbst gar nicht 
redet. — fehlt im Magdeburger Aesop. 

91 = Romulus 133 De domina et gallina sua (Hervieux 
2, 647). sehr frei bearbeitet und erweitert. 1 — 4 fehlen; sökent 
(5) = cupiditas] 5. Q = ut ergo scalpere cesses] 7. 8 = volo 
tibi in die modium frumenti dare; 9 — 16 = si duos mihi 
modios in die dar es, adhuc tamen euperem et terram scalpere, 
17. 18 = natura modico contenta est; 19 fehlt; 20 = cujji- 
ditas autem saturari non potest — fehlt im Magdeburger 
Aesop. 

92 = Eomulus 134 De lupo et vulpe (Hervieux 2, 647). 
stark erweitert; der schluss von 33 an ist ganz Gerhards eigen- 
tum. 1 — 4 = lupuSy vulpi i7'atics, eam de furto arguit et 
vulpes econira plura ei crimina imposuit\ 5 — 8 = venerunt 
igitur ad simiam^, rogantes eam, quatenus ipsa mediairix inter 
eos fieret et tuipem illam discordiam componeret] 9 — 11 = 
ego absque leone hoc facere nequeo] 12 — 16 = quare sie non 
possetj 18 — 20 = quia super bi estis et instabiles; 21 — 32 für 

^ sedj si vestras voluntates frangere velitis et alter alteri cedere, 
tunc quidem potero vos recondliare und tujurabis, quod am- 
plius non fades furtum, et lupu^ jurabit, quod amplius non 
quaerety quod non amisit] 33 — 54 haben nichts entsprechendes, 
die moral ist frei. — fehlt im Magdeburger Aesop. 

93 = Romulus 135 De arboribus et rege earum (Hervieux 
2, 647). stark erweitert und in einzelzügen verändert; statt des 
nussbaums figuriert im original der weinstock, der wegen seiner 
schwäche die wähl ablehnt; auch der dorn lehnt ab und die 
Verlegenheit ist gross; er führt mit den bäumen einen längeren 
Wortwechsel; der Wahltag schliesst ergebnislos. 2 = in unum 
convefierunt locum] 3 — d = et de rege sibi constituendo trac- 



CL Einzel vergleichung: 

taverunt; 5 — 16 fehlen; 17. 18 = vineam elegit in regem ] 
19 — 28 sind im original, da der weinstock in betracht kommt, 
anders; 29 — 34 = eUgeriint ergo albam spinam, dicentes, quod 
bene deceret ipsam esse regem, quia valida esset et pulchra; 
36 = zinay quam genestam nominant] 37 — 54 haben nichts 
entsprechendes; 55 — 59 = mihi sceptrum merito concedetur, 
quia regnum cupio et rex esse debeo] gemis enim metim di- 
tissimiim est et nobile] 60 — 64 = cid ceterae respondentes 
dixerunt: in omni lignorum genere viliorem te neque paupe- 
rioi^em scimus] 65 — 72 fehlen; 73 — 77 giebt facere, inqnit, 
possum, ut herba vel arbor, quae subtus me sit, non crescat, 
quod, quae supra me sit, arefiat wieder; 78 = sed, ut hoc 
fiat, necesse est, ut ipsa ardeam\ 79 — 84 haben nichts ent- 
sprechendes, die moral ist Gerhards eigentam. — stark benutzt 
im Magdeburger Aesop 102 (3. 4 ähnlich Gerhard 3 — 5, 6 
ähnlich 6, 8 ähnlich 7, 9—11 = 8 — 10, 12. 13 = 11. 12, 
56 — 61 = 19—25, 62 — 64 ähnlich 26 — 28, 81 ähnlich 40, 
85 — 88 ähnlich 29 — 32, 91. 92 = 33. 34, 93 — 99 ähnlich 
35—41, 100 — 106 = 42 — 48, 140 = 60, 143—146 = 61—64, 
151. 152 ähnlich 67. 68, 156—158 = 80 — 82, 163. 164 ähn- 
lich 85. 86). 

94 = Romulus 136 De leone et filiis suis (Hervieux 2, 648). 
etwas gekürzt, andrerseits erweitert; im original findet vor dem 
kämpfe zwischen vater und söhn ein depeschenwechsel statt; 
die lange rede des fuchses ist Gerhards eigentum. 2 = con- 
iigit autem, ut mater filiorum morereiur] 3 = in regionem 
longinquam transire disposuit\ 4 = aliafn ducere volens uxo- 
rem\ öldesten{b) = primogenito] 6 fehlt; 7 = abiit\ 7 — 12 fehlen^ 
13. 14 = fratres suos, ut sibi hominium facerent, coegit] 15. 
16 = e?^at autem ursi filia, qu£im sibi junxit uxorem\ 16 — 20 
fehlen; 21 — 23 = pater quoque in 7'egione illa, in qua pro- 
fectus fuerat, nuptam desponsavit et ad celebrandas regales 
nuptias ad regnum suum redire paravit\ 24 — 28 fehlen; statt 
29 — 50 im original: vulpes autem, non tam in armis quam 
i7i artibus suis confidentes, Ulis insistunt et latas foveas et 
profundas in campo belli fieri praecipiunt et ramis melle illitis 
operiri et herbis\ 51 — 53 = die igitur staluto juvenis leo cum 
fratribus suis et inagno ursorum exercitu venu in campum et 



93—97. CLI 

quüibet fratrum equitavit ursurri] 54 fehlt; 56 = adramos de- 
Unitos accesseru7it: 57 = subruuntur in foveas\ 58 — 66 für 
et $ic patri cessit victoria et negatum sibi regnum recepit, 
68 = ipse potest militare., ere (69) = potestatem suam et ho- 
norem suum\ 70 = filio siio. — fehlt im Magdeburger Aesop. 

95 = Romulus 34 De contentione corporis (Hervieux 2, 589). 
stark gekürzt. 2 — 5 = contentio facta est aliquando inter 
partes corporis:, 7 = nostrae debetur gratiae, quod vos vivitis 
et valetisx 8—10 fehlen; 11. 12 =^ nos eyiim incessanter curi^i- 
muSy iiistanter agimiis et contrahimus , unde vos glonam ha- 
betis; 13. 14 = sie ergo siltiit rixa et immensa lis illa quievit\ 
15. 16 = pes itaque steiit quietus et inanus jacuit otiosa\ 
18 = frons dolere coepit; 19 — 21 im original genauer; 22 fehlt; 
23. 24 = Oalenus necessarius erat, sed tarde venit] 25. 26 statt 
sie igitur venit ad pedes mortalis egestas ventris et manus 
perierunt et caput ceddit. die moral ist Gerhards eigentum. — 
Magdeburger Aesop 34 ist selbständig (nur klingt 16 an Ger- 
hard 22, 20 an 30 an). 

90 = Romulus 35 De füre et scabrone (Hervieux 2, 590). 
stark gekürzt; im original ist das schlafen des diebes auf der 
wiese ausführlich durch eine poetische Schilderung der schönen 
Sommernatur motiviert, später dann die wehen weitläufiger aus- 
gemalt, scharnwevel (1) = scabro; 2 — 4 fehlen; wisch (5) = 
pratum] 6 fehlt; 7. 8 = scarabaeus cum subintravit und per 
inferiorem regionem est ingressus ; 9 — 11= venit ergo tande?n 
ad medicos et eos super hoc casu consuluit; 12 — 15 = at Uli 
gravidvmi eum esse dixerunt\ 15. 16 = 7 es igitur ista nova et 
stupenda p>er totam diffunditur vieiniam] 17. 18 = e/ audientes 
mirati sunt et timtcerufit valde\ 19. 20 « longo luctamine fati- 
gatus\ 21. 22 = per viam, qua subiit, regressus est 23 = 
talis est misera hominum consuetudo, ut semper novitatibus 
gaudeant\ 24 — 26 sind frei. — teilweise benutzt im Magde- 
burger Aesop 35 (1. 2 ähnlich Gerhard 1. 2, 11 = 11, 14 = 
14. 15). 

97 = Romulus 36 De midiere et proco suo (Hervieux 2, 
591). stark gekürzt und in einzelheiten vielfach verändert. 
3 = eos commisceri\ 4 — 8 für o, uthiam foret, quod sub 
umbra video\ 13 = o verum carissime, quid sibi voluit opta- 



CLII Einzel vergleichung: 

tivum illudy quod cum suspirio protulisii? \ 14 — 16. 18 fehlen; 
19. 20 = qualiter adolescens quidam, socius fori, amplexus 
tuos et laeta basia carperet et lasciva gaudia diiceret\ 21. 22 
fehlen; 23 — 28 = haec enim est antiqua fatuitas tua, omni 
scilicet visioni credere et somniis] 29 — 34 fehlen; wate7' (35) 
= doliuni cum aqua sub sole positum; 36 — 38 = hic ergo 
inspides et juvenem, de quo ais, invenies; gabbart (39) = vir; 
40 — 42 = procum non invenio, sed maritum video\ 44 — 46 
= bene igitur credere potes oculis tuis, qui sie te ßidice faU 
lunt? die moral ist Gerhards eigentum. — Magdeburger Aesop 
36 ist selbständig (nur klingt 28 an Gerhard 6 an). 

98 = Romulus 37 Iterum de mutiere et proco suo (Her- 
vieux 2, 591). stark erweitert; so sind z. b. die reden zwischen 
der frau und ihrem liebhaber sowie die erste anrede der frau 
an den mann Gerhards eigentum; am schluss leistet der ehe- 
mann im original noch vor der versammelten verwantschaft 
einen eid, dass seine beschuldigungen ungegründet seien, und 
ermöglicht so der frau die fortsetzung ihres Verhältnisses. 1 fehlt; 
knape (3) == quidam\ 3. 4: =^ ut ad silvam eam duceret ad 
Veneris commercia\ statt 5 — 27 nur dum virum sequentem 
vidit, dominum deseruit et fugiendo nemus petiit\ 28 — 32 = 
mulier vero .... virum venientem expectaidt; 33 — 44 haben 
nichts entsprechendes; 45 = statim de socio itineris inquisivit; 
46 — 50 = mulier autem, mulierum fidem testando, negavit 
verba et faxita, dicens se nee hominem vidisse nee juvenem 
novisse] 51 — 55 = homo ergo inde iratus per Joveni et su- 
per os visa confirmavit\ 56 fehlt; 57 = certa sum enim, quod 
in Signum mihi facta sunt ista\ statt 58 — 70 nur sie etenim 
matri meae acddit, sie contigit avae et atavae meae, anno 
quo missae sunt ad inferos fatis trahentibus illas\ me quoque 
fata vocant\ 71 — 75 = nunc ergo, dilecte mi, solum hoc su- 
perest, ut amicos nostros convocemus et parentes, quorum con- 
silio jura tori solvamus\ 76 — 88 = e/ cum portione substan- 
tiae, quae me contingit, ad claustru7n transeam, ubi meliorato 
vivendi studio breve spatium vitae, quod restat, redimere pos- 
sim in fletu et jejunio] 89 — 93 = quo audito vir, timens, ne 
substantiayn perdat et midierem] 93 — 103 fehlen; 104 — 108 
= rogat eam, ne sie velit fasere, et jurat se talia in joco di- 



97 — 101. cun 

odsse; statt 109 — 116 ein andrer schluss. die moral ist Ger- 
hards eigentum. — fehlt im Magdeburger Aesop. 

99 fehlt im Romulus (vgl. oben s. cxvn). — fehlt im Magde- 
burger Aesop. 

100 = Romulus 38 De equo vendito (Hervieux 2, 592). sehr 
erweitert; die meisten sätze des Originals sind in direkte reden 
umgeformt. 1. 2 = equiis exhibebatm* in foro venalis et pro 
marca dari debuit; 3 fehlt; 4 — 11 = venit ergo lidiator, qui 
marcam pro illo dare renmt, sed in mediatore pretium ponere 
voluit] quod venditori placuit] 12 — 14 = statuerunt ergo, uty 
qui primo superveniret , pretio nornen poneret] 15. 16 == hae 
itaqiie firmata condidone] 17 fehlt; 18 — 2b = contigit mono- 
culum adve?iire, qui, de equi pretio interrogatus , dixit eiim 
dimidiam marcam valere; 26. 27 = et plaeiiit emptori verbum; 
28 = sed venditori displicuit et, pactum negans, pretium re- 
cusavit] 29 — 31 fehlen; 32 — 34 = quia dimidium vidit equum, 
dimidiavit et pretium', si enim oculo non caruisset, marcam 
plene dixisset 35 — 38 = stultum est homini res suas sub 
ignotae aestimationis judieio ponere, — stark benutzt im Magde- 
burger Aesop 37 (l— 4 = Gerhard 1 — 4, 5 — 8 ähnlich 5 — 8, 
11 = 9, 12. 13 ähnlich 10. 11, 14 = 12, 19 = 15, 20. 21 ähn- 
lich 16. 17, 22 — 26 = 18 — 22, 29 = 23. 24, 32 = 26, 33. 34 
ähnlich 27. 28, 43 — 46 = 35 — 38). 

101 = Romulus 39 De füre et Satana (Hervieux 2, 593). 
stark erweitert, durch reden wie durch einzelzüge; im original 
fehlt z. b. die lange erste rede des teufeis, die erzählung der 
gefangennähme des diebes, die wörtlich wiederholten beschwö- 
rungen, die Schlusszeilen. 1 = für in spineto, dormiens sub 
alba spiiia] 2 fehlt; 3. 4 = Satanam adesse somniavit et excusso 
sopore, dum respicit, quem in somnis viderat, praeseiitem ha- 
buit] 5. 7. 8 fehlen; 9 — 11 = satis cognosco, quod tibi de jure 
propitius ero] 12 — 22 fehlen; 23 = meum procul dubio senties 
auxiliuni] 24 — 28 fehlen; 29. 30 = e^ invocato nomine meo 
securus intrabis ubique] 31 — 34 = für igitur, his monitis 
audacior f actus, fit etiam sceleratior] 35 — 38 fehlen; 40 — 42 
= qui protmus astans ait; ecce, assum\ ne dubites] 43 — 46 
für itenim dominum suum vocat] 47 ^ patiens esto] 48 — 50 
fehlen; 51 — 54 für tertio defensorem suum invocat] 55 = si 



CLIV Einzelvergleichung; 

quid potes, adjuva; 56 — 58 fehlen; 59 — 61 fitr moneo te per 
alham spinam, quae nostri foederis est testis et obses\ 62 — 70 
haben nichts entsprechendes. 71. 72 = praecipue qui in dia- 
bolo credit, ille deceptus erit\ 73. 74 = saepe videmus faüaces 
a fallacibus decipi et artem arte deludi. — stark benutzt im 
Magdeburger Aesop 38 (1 — 7 = Gerhard 1 — 7, 15. 16 ähnlich 
13. 14, 19. 20 ähnlich 17. 18, 22 ähnlich 22, 27 = 31, 28 ähn- 
lich 32, 29. 30 = 33. 34, 32 — 35 = 35—37, 49. 50 ähnlich 
45. 46, 51. 52 =- 47. 48, 57 ähnlich 51, 58 = 56, 63. 64 ähn- 
lich 61. 62, 65 = 65, 72. 73 =- 69. 70). 

102 === Romulus 40 De lupo et ariete (Hervieux 2, 594). 
stark erweitert, namentlich durch reden; der Schlussbericht wird 
im original nur als absieht des wolfes erzählt 1 — 5 fehlen; 
6 = vovit olim carnium abstinentiam] 7 — 18 fehlen; 19 — 21 
= cui ad mare piscatiojiis studio properanti-^ 22. 23 fehlen; 
24 ^= pinguis aries occurrit in nemoTe\ 25 fehlt; 26 — 30 für 
gravis est uterque casus, videlicet vel votum frangere vel talem 
perdere\ 31 — 33 = sed scio, quod sanguis ejus super me erit, 
si ipse sine custode hoc nemus pertranseat\ 34 fehlt; 35. 36 = 
qiiis etiam dabitur mihi spotisor, quod mare pisces offerat 
mihi venienti?\ 37. 38 = et nimis stultum est munera fortunae 
contemnere; 39 — 52 fehlen; 53. 54 = sit igitur iste nobis pro 
salmone. die raoral ist frei. — stark benutzt im Magdeburger 
Aesop 39 (1. 2 = Gerhard 1. 2, 7— 9 = 5 — 7, 10. 11 ähn- 
lich 8, 13. 14 ähnlich 9. 10, 15. 16 = 11. 12, 43. 44 ähnlich 
17. 18, 49. 50 = 23. 24, 51. 52 ähnlich 25. 26, 53 — 55 = 
27 — 29, 56. 57 ähnlich 30. 31, 59. 60 ähnlich 33. 34, 71 == 37, 
72 ähnlich 38, 73 ähnlich 41, 72 = 42, 75 ähnlich 39, 76 = 
40, 77 ähnlich 43, 79 ähnlich 45, 81 ähnlich 51, 82 — 84 = 
52 — 54). 

103 = Romulus 41 De simia et prole suu (Hervieux 2, 
594). stark erweitert, namentlich durch reden. 1 fehlt; 2 — 4 
= simia complacuit sibi in prole sua, quod visum est ei, quod 
forma natorum suorum incomparabilis esset \ 5 — 7 = quod 
aliae bestiae considerantes , qu^ae magisjocosae erant, simulata 
eos gratia venerabantur, 7natrem et liberos de forma commen- 
dantes; 8 — 12 für mater igitur, de data sibi laude superba, 
leonis fadem postulaint, ut egregios uteri sui foetus sub ejus 



101 — 105. CLV 

repraesentaret laudibus] 13 — 23 fehlen; 24 = nee tales nati 
meo judido su7it laudandi\ 25 =« quaelibet vulpes suae eaudae 
refert laudes\ 26 fehlt; unvro (27) = tristis et confusa\ 29 — 33 
fehlen; 34 — 36 = filiorum genus et formam eommendans\ 
37 — 40 = et rogavit iirsus, ut eos tangeret in amplexibus 
^uis et osculareiur eos\ 41. 42 fehlen; 44 == ^ninorem ei por- 
rexit ad osailandum^ 45 fehlt; 46. 47 = in guttur suum trusit 
devorandum\ 48 — 58 haben nichts entsprechendes, die moral 
ist frei. — stark benutzt im Magdeburger Aesop 40 (1. 2 ähn- 
lich Gerhard 1. 2, 8 ähnlich 6, 9 ähnlich .9, 12 = 14, 14 ähn- 
lich 16, 16 ähnlich 20, 19. 20 = 23. 24, 23 — 26 = 27 — 30, 
27. 28 ähnlich 31. 32, 33 = 39, 34. 35 « 40, 38 = 44, 45. 
46 ähnlich 51. 52, 49 = 55, 50 — 52 ähnlich 56 — 58); vgl. 
auch 85. 

104 = Eomulus 42 De dracone et homine (Hervieux 2, 
595). etwas erweitert; die erste und letzte rede des drachen 
sind im original nicht vorhanden. 1 — 3 = draco junxit cum 
homine quoddam foedus sodetatis et amicitiae et commorahantiir 
mm?xl; 4 — 6 fehlen; 7. 8 = fidem socii experiri cupiens; 
9 — 12 = hos igitur thesauros viro commisit servandos\ 13 == 
alius quoque ad me spectat thesaums; 14 — 21 fehlen; 22 = 
Ovum in medium attulit] 24 — 28 = de pura fide hoc oviim 
eustodito, quia in eo pendet vita et omnis salus mea\ 29. 30 
fehlen; 31. 32 = draco in viam ivit\ 33 — 38 « at ille, auri 
cupidus, de thesauro sibi obtinendo cogitavit et ovum, in quo 
draconis vitam consistere credidit, frangere sectim deliberavit, 
quod sine mora opere complevit\ altohant (39) = properando; 
41 — 46 für socii fidem aperte cognovit. die moral ist Ger- 
hards eigeutum. — stark benutzt im Magdeburger Aesop 41 
(1 — 5 = Gerhard 1—5, 7 ähnlich 6, 9. 10 ähnlich 7. 8, 11 — 
14 = 9 — 12, 15 — 17 = 15 — 17, 27. 28 ähnlich 21. 22, 33. 
34 = 27. 28, 37—42 ähnlich 31 — 36, 45—47 = 39 — 41, 
48 ähnlich 42, 52. 53 ähnlich 44. 45). 

105 = Koraulus 43 De eremita (Hervieux 2, 595). stark 
erweitert, besonders durch reden, klusenere (1) =« eremita-^ 
2 = perscnttari, ut fidem ejus cognosceret\ 3 fehlt; dorch sin 
werf (5) = ad confratres visitandos] 5 — 11 fehlen; 12 =* 
solumautem vas illud ibi reversum ne tangas, ne ronoveas; 



CLVI Einzel vergleichuDg: 

13 fehlt; 14. 15 == et, si quid forte opus est, ut sumas, nil 
tibi sit prohibitum\ 16 fehlt; 17 — 19 = servus de re inter- 
dicta sibi, quaenam esset, mirabatur; 20 — 22 fehlen; 23 = 
accedens igitur ad vasculu7n\ 24 = murem ibi absco?idiium 
incautus liberavit] 25 = reversus ergo tandem eremita\ 26 — 
30 = statim de vasis secreto servum interrogavit , utriim illud 
vidisset an non\ 31. 32 = et ait servus: vidi quidem, sed 
melius non vidissem; 33 — 36 fehlen. 37. 38 = sie perscru- 
tandi sunt servi'^ 39. 40 = super pauca fideles supra multa 
sunt constituendi, — . stark benutzt im Magdeburger Aesop 42 
(4 = Gerhard 4, 12 — 14 ähnlich 14 — 16, 15 — 21 == 17 — 23, 
22 ähnlich 24, 27. 28 = 31. 32, 29. 30 = 37. 38, 31 ähn- 
lich 39). 

106 = Romulus 44 De agricola, qui habuit equum unum 
(Hervieux 2, 596). das letzte gebet des banern ist im original 
in direkter rede. 2 fehlt; 3 = supplex ergo deum rogavit; 
4: ^ ut de munere divino alium equum acquire7'e posset] 5. 6 
= quod eo melius arare posset et agrum colere\ 7 = contigit 
furem solum ejus equum subtrahere\ 8 fehlt; 9 == vota sua 
mutavit et orationes\ 11 = subtractum equum; 12 — 14 für 
pro alio de ceiero tua munia non pulsabo. die moral ist frei. 
— teilweise benutzt im Magdeburger Aesop 43 (3. 4 «= Ger- 
hard 3. 4, 9 ähnlich 7). 

107 = Romulus 45 De homine, qui tarde venit ad eccle- 
Slam (Hervieux 2,596). etwas erweitert; der in der Überschrift 
angedeutete, im original im eingang erwähnte zug ist weg- 
gelassen, kich (1) = super genua prostratus\ bet (2) = ora- 
tiones\ 3. 4 fehlen; 5. 6 = deus, propitius esto mihi; 7 fehlt; 
8 = et uxori meae\ 9. 10 = ei^ filiis meis et amplius nullit 
11. 12 = quod cum alius forte audivit, oravit et ipse\ 13. 14 
fehlen; 15 = confunde istwn; 16. 17 fehlen; 18 = e^ uxorem 
siiam et filios suos et amplius nullum. das original hat keine 
moral. — stark benutzt im Magdeburger Aesop 44 (1. 2 = Ger- 
hard 1. 2, 3 = 4, 4 = 3, 6 — 8 ähnlich 6—8, 11 — 14 ähn- 
lich 11 — 14, 15 = 15, 16 ähnlich 16, 17. 18 = 17. 18, 24 
= 22). 

108 = Romulus 46 De urbano et monedula sua (Hervieux 
2,597). etwas gekürzt. 1 — 3 = urbanus quidam domitam 



105 — 110. CLVII 

hahuit monedulam, qunm crebra admonitione ad humanas 
voces iiistruxerat^ 4 — 6 == illam vero iniquo casu vieinus 
Sims morti dedit, dominus ergo — querimoniam suam coram 
judice deposuit] 8 fehlt; 9. 10 für damnosa purum est mors 
aviculae, nisi aliqua specialis causa fuerit in laude\ kleger (11) 
= urbanus] 12 fehlt; 13. 14 = verba enim et voces nostras 
mirabiliter expressit et inauditos modulos proferre consu.evit\ 
15 — 18 = citatur igitur vieinus, damni perpetrator, qui de 
reatu timidus, judicem placare intendens, pellem arietis ru- 
bricatam sub cklamyde sua secum tulit\ 19 — 21 = cujus ex- 
tremitatem judex considerans significationem. m et sermonis 
interpreiationem cognovit] 23 fehlt; 24. 25 = quos cantus vel 
qicalia verba habuit monedula nostra?] 26 = qui respondit\ 
27 = nee cantus ejus scio nee verba referre valeo\ 28 == tunc 
judex, captus m^unere pellis, ait\ 29. 30 = nee vita pretitim 
dedit nee morie sua grave damnum contulit die moral ist 
Gerhards eigentum. — fehlt im Magdeburger Aesop. 

109 = Romulus 47 De villano et nano (Hervieux 2,597). 
etwas erweitert. 1. 2 = quidam villanus cepit forte nanum 
monticulum\ 3 = ut dimitteretur\ 4. 5 = t?^um optionum 
potestatem homini dedit] 5. 6 fehlen; 7. 8 = mulier, ut optaret, 
vir um suum rogavit\ 9 fehlt; 10. 11 = affirmans se melius 
scire, quid foret optandum\ 12 — 14 = vir ergo mulieri duas 
optiones eoncessii] 15 = contigit itaque una die\ 16 — 18 fehlen; 
19 == ipsam r ödere spinam dorsi arietini\ 20 = cujus me- 
dullam satis desideratam cum attingere non posset\ 21 — 26 
= utinam haberes modo ferreum rostrum ad medullam hanc 
leviter extrahendam\ 27 = statim\ 28. 29 fehlen; 30 — 32 = 
tunc ait uxori: utinam^ esset modo fades mea sine rostro, velut 
ante fuit. die moral ist frei. — fehlt im Magdeburger Aesop. 

110 = Romulus 48 De vulpe et umbra lunae (Hervieux 
2, 598). 1 — 4 = vulpes quaedam de noete ambulavit secus 
fluentimi viditque umbram lunae in aquis apparere et caseum 
esse putavit] 5 — 9 = coepit igitur aquam lambere, sperans, 
quod exkausto flumine fundus aref actus caseum sibi 7xservaret', 
10 fehlt; 11. 12 = sie igitur non cessavit, donec se ipsum 
lambendo suffocavit. 13 — 16 = sie cupidus omnis tanto labore 
lucro insistit, quod se ipsum ante tempus perdit. — stark be- 



CLVIII Einzelvergleichung: 

nutzt im Magdeburger Aesop 45 (4 — 6 ähnlich Gerhard 2 — 4^ 
8. 9 ähnlich 6. 7, 10. 11 = 8. 9, 19 = 13). 

111 «= ßomulus 49 De Ivpo et corvo (Hervieux 2,598). 
etwas gekürzt. 3. 4 fehlen; 5 = felid hora natus\ 6 — 8 = mihi 
aiitem si talis daretur sedes, omnes, qui tndefent, magnis in 
me voeibus clamitarent 9 — 12 = sie iniquus quilibet alienae 
semper invidet felicitati, — Magdeburger Aesop G6 ist selbständig. 

112 « Romulus 50 De gallo et vulpe (Hervieux 2, 598). 
stark erweitert, voll (1) = sterqiiilinium\ 2. 3 fehlen; 4 = ante 
illum residens; 5 fehlt; 6. 7 = nunquam vidi voluctem tibi 
similem in decore\ 8. 9 fehlen; 10 = nee cui plus laudis de- 
betur pro voeis dulcedine\ 11. 12 fehlen; 13 — 16 «= patre tuo 
tantum excepto, qui, cum altius cantare voluit, oculos claudere 
cmisuevit; 17 — 20 fehlen; 21 = gallus igitur amator laudis '^ 
22 fehlt; 23 = lumina clausit et alta voce cantare coepit; 
24 — 26 = protinus vulpes, in cum irruens , , . . ad nemus 
deferens properavit\ 27. 28 = aderant forte pastores in campo, 
qui vulpem profugam canibus et clamoribus insequebantur] 
29. 30. 32. 33 fehlen; 34 — 36 = dicite, quod vester sim et 
quod nihil ad eos spectet rapina ista; 37—39 = vulpe igitur 
hidpiente loqui gallus, elapsus ab ore ipsius, auxilio pennarum 
mox in arbore summa refugium invenit\ 40. 41. 43. 44 fehlen; 
45. 46 = vae sibi, qui loquitur, cum melius deberet tacere\ 
47 fehlt; 48 — 50 = vae sibi, qui claudit oculos, cum potius 
eos deberet aperire; 51 — ^^56 fehlen, die moral ist Gerhards 
eigentum. — stark benutzt im Magdeburger Aesop 46 (7 = 
Gerhard 5, 8 — 10 ähnlich 6 — 8, 15 ähnlich 9, 21 ähnlich 11, 
29 — 33 = 13 — 17, 34 ähnlich 18, 35 — 38 = 19 — 22, 41— 
44 = 25 — 28, 47 = 31, 48 — 52 ähnlich 32 — 36, 53 = 37, 
55 == 38, 57. 58 = 39. 40, 61 — 63 = 43 — 45, 65-09 = 
47 — 51, 73 ähnlich 56). 

113 = Romulus 51 De vulpe et columba (Hervieux 2,599). 
etwas gekürzt, andrerseits stark erweitert; im original fehlen 
mehrere reden sowie der tragische schluss; der dort am ende 
stehende, von Hervieux als unecht eingeklammerte scherz der 
taube fehlt bei Gerhard. 1 = nivis tempore; 3 = in crucis 
summitate sedentem; 4 =^ e^ $am optavit\ 5. 6 fehlen; 7 = 
flante borea et aere nivibus et nimbis turbato\ 8 — 10 für locus 



110—115. cux 

inferior et nobis vicinior placere vobis deberet\ 11. 12 = vt 
co7ifabulando diem deduceremus] 13 — 17 statt parvi cordis 
sumus et timidi et inde pro securitate in eminenti libenter 
sedemus\ 18 — 21 fehlen; 22 — 24 *== recenter enim de curia 
venio, ubi Utes prohibitae sunt et rapinae et lectae sunt cartae 
perpetuae pacis] 25 — 30 fehlen; 31 = nee auderem pro vita 
mea curve vos respicere\ 32 — 34 fehlen; 35. 36 = ecce duo 
in equis canes trahentes per viam hanc insistunt, venandi 
studia, ut mihi videtur, promittentes\ 36. 37 fehlen; 38 = his 
ergo auditis vulpes ierrita\ 39. 40 fehlen; 41 — 43 = si prope 
sinty inquirit et, si latitando eos f allere possit , inte^rogat; 44 — 
46 fehlen; 47 — 49 statt de canibus enim, utrum literas pacis 
audierint vel non, se dubitare didt; 50 — 62 haben nichts ent- 
sprechendes. 63 — 66 = sie debet sapiens quisque adversarium 
siium alienare, 7iihil enim parit utilitatis familiariias hostis, 

— stark benutzt im Magdeburger Aesop 47 (4 = Gerhard 2, 
5 ähnlich 3, 7 ähnlich 4, 10 ähnlich 6, 13 ähnlich 9, 15 ahn- 
lieh 7, 16 = 8, 36 ähnlich 22, 42 ähnlich 24, 43. 44 ähnlich 
27. 28, 49. 50 ähnlich 29. 30, 53. 54 = 25. 26, 59. 60 ^ 33. 
34, 68 ähnlich 38, 71 — 74 -= 41 — 44, 77 — 80 = 47 — 50, 
88 — 93 = 53 — 58, 96 = 61, 97 ähnlich 62). 

114 = Romulus 52 De aquila, acdpitre et columbis (Her- 
vieuK 2, 600). wenig erweitert. 1. 2 = aquilam legem om- 
niiim avium traditum habemiis ab aiitiquis] 3. 4 = aedpiter 
autem, qui judex avium est vocatus; 5 fehlt; 6 == in sum^ni- 
täte que7xus resedit; 7 — 9 = subtus aquilam consedit in ramo, 
qui 'vicinior erat terrae; super terram vero .... columbae coU 
laudebant; 10. 12. 13 fehlen; 14 = si aquila, quae rex noster 
est, super me non a^sideret\ 15. 16 fehlen; 17. 18 = aliis vos 
ludis citissime implicarem\ 18 — 20 fehlen, die nioral ist frei. 

— stark benutzt im Magdeburger Aesop 48 (1 ähnlich Ger- 
hard 1, 2. 3 = 2. 3, 4 ähnlich 4, 7. 8 ähnlich 5. 6, 9. 10 = 
7. 8, 11 ähnlich 9, 12 — 15 = 10—13, 16 ähnlich 14, 17. 18 
= 15. 16). 

115 = Eomulus 55 De lupo et scarabone (Hervieux 2, 601). 
zu einer fast selbständigen dichtung erweitert, das original 
lautet: aestivo tempore lupus post nimiam voraginem dormire 
coepit et disjectis membris aditum posterioris orificii apertum 



CLX Eiuzelvergleichung: 

habuit scarabo autem per posterior a, quae aperta invenit, 
introivit coepitque titillare dormientem , donec evigilatnt. sie 
igitur lupus, kostem intrinsecus sentiens nee Valens ejieere, 
g?'avi periculo se subjiei debere timuit inter itaqite anocietatem 
scarabo per viam, qua venerai, egreditur. quem lupus ut 
vidit, indignanSy quod vermiculus tarn modicus sibi timorem 
incusserii, sie ait: st ie scivissem secreta verttris mei invasisse, 
non tantum timuissem, scarabo respondit: manifestum erit, 
cujv^ vires pi^aevaleant , quando ad certandum progressi fue- 
rimus. placuit itaque lupo vires siuis experiri in vermiculo 
et utrobique certamen promittitur, lupus vero bestias immensas 
et feroces convocat, quae omnes cervum, quia elegantis erat 
formae, ducem exercitus eligunt processuri igitur ad pugnam 
in ordine constituto incedunt sed lupus, antequain bellum 
committatur, hac voce suos admonuit: o insignes bestiae, quae 
ädtjocatae estis, vires vermiaulorum , quos cernitis, ne timeatis; 
tantum posteriora nostra ne introeant, omnibus modis prae- 
cavete. unde communi consilio actum est, ut quaelibet bestia- 
rum asserem culo alligaret, qui hostes, ne introirent, prohi- 
beret. ex adversa parte omne genus muscarum convocatur, 
quxie et alas habent ad vola^idum et ad saeviendum acutissimis 
armantur aculeis. assunt oestri, vespae, apes, cyniphes, muscae 
et dominum ipse scarabo cum universo comitatu suo, quem 
coittra mm tantarum bestiarum poterat convocare. primo igitur 
conflictu cerints signifer acies impetit, quem oester et vespa 
velut acutissimis jaculis figunt iii pectore, ceterum nondum 
pervenientibus ad certamen. expertus itaque cervus ferodssimi 
hostis jojcula et toto confusus corpore, valido conamine retro 
ventum cum sonitu emisit, cujus impulsu asser, quem pro 
clipeo ad posteriora suspenderat, fractus est et sie dux primus 
hosii terga dedit, dirupto taliter assere, in quo totius exercitus 
robur erat fidudae. lupus ceteros in fugam ho^iatur, fugia- 
mus, ait, instantissime , quia nulla spes esse poterit comitibus, 
ubi dux ipse, tanta virtute contritu^, expiravit moralitas: 
sie omnis exercitus de facili concutitur, cum viderit ducem 
suutn vel su£cumbe7'e vel terga vertere, — teilweise benutzt im 
Magdeburger Aesop 49 (4 ähnlich Gerhard 3, 29 ähnlich 23, 
47 ähnlieh 42, 51 = 50, 110 ähnlich 123, 114 = 97, 115 



115 — 118. CLXi 

ähnlich 98, 119 ähnlich 120, 130 ähnlich 144, 132. 133 ähn- 
lich 145. 146, 208 = 195, 209 ähnlich 196, 210 = 197, 211 
ähnlich 198, 218 ähnlich 200, 222. 223 = 203. 204). 

116 fehlt im Romulus (vgl. oben s. cxvn). — stark benutzt 
im Magdeburger Aesop 50 (1. 2 = Gerhard 1. 2, 5 = 6, 7 = 7, 
12 = 14, 16 ähnlich 12, 19 ähnlich 15, 20. 21 «= 16. 17, 
22 ähnlich 18). 

117 = Romulus 72 De capra et lupo (Hervieux 2, 613). 
im anfang etwas gekürzt, auch in der rede des bockes vor 
dem messesingen; andrerseits stark erweitert und durch einen 
längeren schluss nach der gefangennähme des wolfes vermehrt. 
1 — 14 fehlen; bück (2) =» capra\ 15. 16 = rogo, ut vivendi 
spatium mihi concedaSy donec dtms missas decantem\ 18 — 44 
fehlen; 45 = concedo, inquit lupus, quod rogas\ 46. 47 = 
constittita igitur in eminenti loco .... coepit alta voce clamare; 
48 — 53 = audierunt clamorem capellae vidni] canes et rustid, 
egressi de villis, lupum insecuti sunt et comprehendenint cum 
et fustibiis impie cedderunt; 54 — 76 haben nichts entsprechen- 
des, die moral ist Gerhards eigentum. — stark benutzt im 
Magdeburger Aesop 53 (7 = Gerhard 3, 9 ähnlich 5, 11 ähn- 
lich 6, 18 = 10, 21. 22 ähnlich 11. 12, 23 = 15, 25 = 17, 
29 = 20, 30. 31 ähnlich 21, 32. 33 = 22. 23, 35—43 = 
27 — 35, 46 ähnlich 38, 47 — 50 = 39-42, 51. 52 ähnlich 
43. 44, 55 ähnlich 45, 56 = 46, 58. 59 = 47. 48, 61 — 63 
ähnlich 51. 52, 67 — 69 = 53 — 55, 73 — 76 ähnlich 57 — 60, 
79. 80 ähnlich 61. 62, 81. 82 = 63. 64, 89—93 = 71 — 75). 

118 = Romulus 56 De aceipitre et philomena (Hervieux 
2, 602). etwas gekürzt; der kummer der nachtigall ist im ori* 
ginal ausführlich motiviert 1 = amda^ jungen (3) =« puUi; 
5 = consedit] 6 fehlt; 7 — 10 = supplex rogare coepit, ut Ulis 
parcef^et] 11 — 14 = facturus sum, qu^d petis, si cantu, ut 
solesy dulces melodiös dederis] 15. 16 = quuntos volueris can- 
tus te faciam audire\ 17 — 22 = qux)d ut mihi constare facias, 
longius a me recede .... ut timor omnis absit et libera voce 
laetitiam cordis valeam ostendere, 23 — 26 = sa&pe fit, ut, 
qui sapie7itia praeditus estincorde, et prciesentia illius , quem 
reveretur, eloquentia 7wn possit haberi. — Magdeburger Aesop 
31 ist selbständig. 

Leitzmann, Die fabeln Gerhards von Minden. i 



CLXli Einzelvergleichung: 

119 = Eomuliis 57 De pastoribus et lupis (Hervieux 2, 
603). stark gekürzt. 1 = consuetvdo fuit ab initio\ 2 — 4 = 
ut pastores contra lupos se defenderent\ b. (S = ut igitur hujus 
inveterati odii malum certo fine decidatur, homo mediator inter 
eos constituitur\ 7 — 9 fehlen; 10 — 12 = a pastoribus exigunt, 
ut ad tempics unius anni (vgl. 16) canes suos obsides con- 
stitua^it, ut eo firmius pax et concordia constituta servetur\ 
17 = non multo post tempore^ 18 = consuetudinem .... ite- 
rum assueseunt] 19. 20 = eo ferodus in pastores incursant, 
got (21) = domus vel castrum\ 21. 22 = bene munito et 
multis copiis pleno; vörsichticheit (23) = consilium et pru- 
dentia\ 24 = fädle domus cum suis divitiis direptione patebit. 
— fehlt im Magdeburger Aesop. 

120 = Romulus 58 De corvo, qui iuvenil pennas pavonis 
(Hervieux 2, 603). etwas gekürzt; die schlussrede der raben 
fehlt im original. 2 — 4 = honestujn putat, si eis cireumdatus 
incedere posset] 4 — 6 fehlen; 7. 8 = incedens ergo in Ms — 
inter pavones\ 9. 10 fehlen; 11. 12 = qui, ut imlerunt eum 
sibi dissi7nilem, contßmptui eum habuerunt\ 13 — 18 fehlen; 
19 — 22 = abiens ergo sie contemptus .... suisque similibus, 
ut ante solebat, se conjunxit] 23. 24 fehlen; 25 — 36 statt 
communicato inter se consilio penitus eum abjecerunt 37 = 
ista similitudo adaptetur illis\ keniiet nicht (38) = contem- 
nentes] die beiden Schlusszeilen der moral sind frei. — Magde- 
burger Aesop 54 ist selbständig (nur klingt 20 an Gerhard 12, 
26 an 15, 44 an 25, 59 an 32 an). 

121 = Romulus 59 De leone infirmo (Hervieux 2, 604). 
etwas gekürzt, namentlich in der vorderen hälfte; andrerseits 
stark erweitert und sehr frei behandelt; z. b. fehlen im original 
die genauere beschreibung der heilungsprozedur, die spottreden 
des fuchses und die schlussrede des wolfes. 2 — 4 = congre- 
gatae sunt ad eum universal bestiae; 6 = sollicite .... inter 
se disquirerent] 8 = industria et consilio] 12. 13 = ex eo, quod 
callida est; 14 — 16 = vocationem lupo commisit; vorsach (18) 
= supersedit] 19. 20 = asiitit igitur lupus coram leone; 22. 
24 — 30 fehlen; 31. 32 = mirw mhiis, aliquando blanditiis 
eam flectere attemptans; 33 = illa autem in sua calliditate 
et contumoMa perseverat; 34 — 36 für nisi tua in eam justa 



119 — 122. CLxm 

vindicta desaeviat] 37 — 40 fehlen; 41 — 43 = dum ista age- 
rentur, sedit vulpecula foHs, ad parietem auscultans, quid de 
ea leoni sit suggestum\ 44 = demisso capite et simulato cordis 
dolore] 47. 48 fehlen; 49. 50 = aliis bestiis debita solUcitudine 
pro rne agentibus sola obsequium mihi non praestitisti\ 51 = 
ifisuper et me vocantem te contemnere ausa fuisti] 52. 54 — 56 
fehlen; 57. 58 = ego quidem prae aliis de sälute tua tractavi; 
59 — 62 fehlen; 63 — 66 = satis tibi ignoscendum, inquit leo, 
sentioy si adhiic peritiam artis tuae in me efficaxdter oste7idet*is] 
67 — 75 fehlen; 76. 77 = fac comprehendi lupum et jtibe cum 
vivi(7n decoriari] 78 fehlt; 79. 80 = et in pelle ipsius calida 
fac involvi pectus tuum] 81 — 84 = et subito omnis aegritudo, 
quae te mohstaty a te ehngabituv] 85. 86 fehlen; 87 = prae- 
cipiente igitur leone\ 88 — 91 fehlen; 92 = lupu^ a tibiis siir- 
sunt usque ad aures decoriatur et fm^as extra palatium ejicitur\ 
93 — 96 für vulpecula manente^ ut ejus indu^tria modus medi- 
candi utiliter formetur\ 97 — 100 = ejectus autem lupus inter 
muscas et cynifes et vespas multa^ ab Ulis patitur persecu- 
tiones] 101 = affuit tunc vulpecula] 102 — 106 fehlen; 107 — 
110 = magni regis maximus consiliarius quam honeste in 
pileo castorino et in calceis lutrinis incedit!] 111 — 118 haben 
nichts entsprechendes. 119. 120 = sie multi in laqueum in- 
ddunty quem proximo suo tetenderunt] die beiden Schlusszeilen 
der moral sind frei. — stark benutzt im Magdeburger Aesop 
55 (7. 8 ähnlich Gerhard 3.4, 11 — 14 = 23 — 26, 16. 17 = 30, 
47 = 37, 74 = 76. 77, 93 — 96 = 87 — 90, 97. 98 ähnlich 92, 
99 — 104 = 93 — 98, 107. 108 = 101. 102, 121. 122 == 109. 
110, 131. 132 = 117. 118). 

122 == Romulus 64 De ape et musca (Hervieux 2, 609). 
stark erweitert und sehr selbständig behandelt; statt der ameise 
figuriert im original die biene, wodurch sich viele dififerenzen 
erklären. 1. 2 = coniendebant\ 4 — 22 im original anders; 
23 — 26 für et vos videtis, quod ego, si mihi placet, juxta 
regem sedeo velj si magis voluero, super caput ipsius sublimis 
existo] 27 — 46 fehlen; 47. 48 für gloriam tuam, quia vana 
est, audire non possum\ 49 — 58 fehlen, die moral ist Ger- 
hards eigentum. — stark benutzt im Magdeburger Aesop 56 
(1. 2 = Gerhard 1. 2, 5 = 6, 9. 10 = 9. 10, 11 — 16 = 13 — 



CLXiv Eiiizelvergleichung: 122 — 125. 

18, 17. 18 ähnUch 21. 22, 21 = 25, 22 ähnlich 26, 23 — 28 
= 27 — 32, 29 ähnlich 33, 32 = 35, 33 = 37, 37 — 40 = 
41—44, 42 = 45, 45. 46 ähnlich 51. 52, 49. 50 = 55. 56). 

123 = Romulus 76 De simia et vulpe (Hervieux 2,616). 
stark erweitert und in einzelheiten verändert 1 — 4 statt siinia 
vidit vulpem longmn ger entern caudam et dixit ei] 5 — 8 = 
mirovy quid tibi valeat haec longa cauda, et est res diss'imiliter 
divisa, cum tibi super fluit, ego autem et pueri mei sine ea 
nascimur et incedimus\ 9 — 18 fehlen; 19. 20 = vellem, ut 
una nobiseum eam divideres\ 21 — 24. 26 — 30 fehlen; 31 — 34 
= etiam si adeo esset prolixa et gravis cauda mea, ut eam vix 
trahere possem, nee tu nee pueri tui unquam i7ide honesta- 
rent^ir\ 35. 36 fehlen, die moral ist frei; rihe (37) = divites 
cupidi et avari, — teilweise benutzt im Magdeburger Aesop 57 
(7 = Gerhard 3, 21 ähnlich 7, 23. 24 ähnlich 11. 12, 49 == 
25, 63 ähnlich 36, 64 - 35, 66 ähnlich 38). 

124 = Romulus 88 De comice et artete (Hervieux 2,625). 
1 = cornix sedit aliquando in dorso arieiis; 2 = ei rosiro suo 
lanam ejus expilavit; 3 — 6 = eui iratus aries dixit: quare 
tota die in dorso meo resides et veUus meum rostro tuo lanias?\ 
7. 8 =» cur non etiam aliqua^ido canem equitas et eum non 
trahis?] 9. 10 fehlen; 12. 13 = ab antiquo enim docta sum, 
ubi sedere debeam et ubi non\ 14 = non est opu^, ut me 
instriuis. das original hat keine moral. — Magdeburger Aesop 
58 ist selbständig (nur 3. 4 klingt an Gerhard 1. 2 an). 

125 = Romulus 61 De leo?ie aegrotante (Hervieux 2,606). 
etwas gekürzt, namentlich in der vorderen hälfte; andrerseits 
stark erweitert. 1 = astiterunt ei; wisen (4) = quae artem 
medidnae noverunt\ 4. 5 = de infirmitate tua .... jain diu 
tractavimus multum sollicite] 6 — 12 für et libentissime tibi 
subveniremus nee possumus, nisi cor ce^'vi habeamus] 15 = 
quod casu depositum erat] 16 — 18 = vulpecula .... dolose 
furata est et comedit\ 19 — 29 fehlen; 30. 31 = vulpeculam 
autem suspectam de hoc habuerunt et incicsabant eam; 32 — 36 
im original anders; 37. 38 = coram ipso meam innocentiam 
declarabo'^ 39. 40 fehlen; 41 = consentiunt itaque bestiae; 
42 — 44 = astitit igitur coram leonc] 45 = cui et leo dixit \ 
46 — 50 fehlen; 51 — 53 = putas, o rex, quod cervus habuerit 



Ergebnis. CLXV 

cor?\ 54 — 59 fehlen; 60 = vix manus nostras effugit\ 61 fehlt; 
62 — 64 = si utiqiie cor habuisset .... ubi occidebatur, non 
venisset\ 65 — 69 fehlen; 70. 71 = verum est, ait leo\ 12 fehlt, 
die moralen, die echte wie die interpolierte, sind frei. — stark 
benutzt im Magdeburger Aesop 80 (15 — 18 = Gerhard 13 — 16, 
25. 26 ähnlich 27. 28, 33 ähnlich 31, 34 = 32, 41—44 = 
41—44, 49 = 59, 51. 52 = 61—63, 53. 54 ähnlich 65. 66, 
55. 56 = 67. 68, 58 = 72). 

3. Ergebnis. Wenn man die resultate der vorstehenden 
vergleichung zu einem gesammtbilde vereinigen will, kann man 
etwa folgendes als ergebnis der Untersuchung betrachten. Ger- 
hards Verhältnis zu seiner quelle (ausser der lateinischen prosa 
sind weder mittelhochdeutsche noch ausländische fabeldichter 
nachweislich von ihm benutzt worden) bleibt durch das ganze 
lange werk hindurch bis in das letzte fünftel ein nahezu gleich- 
massiges, im wesentlichen verfährt er kürzend, was nament- 
lich in den vorderen partieen der Sammlung, als ihm die Über- 
setzer- und bearbeitertätigkeit noch ein fremdes ungeläufiges 
handwerk und seine technik, wenn auch auf gute muster hin- 
blickend und hinarbeitend, noch eine werdende und tastende 
war, deutlich, zuweilen sogar störend hervortritt, die aller- 
meisten erweiterungen, die er daneben an seiner quelle vor- 
nimmt, haben ihre Ursache nicht in einem poetisch gestalten- 
den dränge, sondern in der notwendigkeit zu reimen, die zu 
allerlei mehr oder weniger bedeutungs- und belanglosen, allein 
versfüllenden Zusätzen verleiten musste. eine gewisse geschick- 
lichkeit in der abwechslung der reimwörter wird man Gerhard 
nicht absprechen können, erst in den späteren teilen des Werkes 
treten, erst schüchterner, dann freier, grössere erweiterungen 
des eigentlichen erzählungsstoffes auf, die nicht rein technisch - 
äusserlich, sondern aus einer lust am fabulieren und einem 
wenn auch immer recht bescheidenen sich regen selbständig 
gestaltender phantasietätigkeit zu erklären sind, ja es gelingt 
dem dichter dann und wann ordentliche kleine kabinetsstücke 
im genre der kleinen erzählung recht anziehend zu gestalten; 
ich erinnere an den beliebten schwank vom arzt wider willen 
und an die köstliche fabel vom kämpf der tiere und käfer. 



CLXVI Ergebnis. 

unzweifelhaft den glanzpunkt der ganzen Sammlung, ein dichter 
von gottes gnaden war dekan Gerhard freilich so wenig wie 
die mehrzahl unsrer mittelalterlichen dichter; poetisch -ästhe- 
tische bedürfnisse und triebe haben ihn gewiss nicht in erster 
linie zu seiner dichtung bestimmt; zudem fand er eine noch 
wenig für dichterische leistungen gebildete spräche und eine 
in den ersten anfangen stehende poetische technik vor. immer- 
hin bleibt sein Aesop, den er im hinblick auf die grossen der 
mittelhochdeutschen klassischen epoche in seiner muttersprache 
zu dichten unternahm, ein interessantes dokument aus einer 
leider nur so spärlich erhellten epoche in der entwicklung der 
niederdeutschen literatur. 



DIE 



FABELN GERHARDS VON MINDEN. 



Leltzmann, Die fabeln Oerhards von Minden. 



Prolog. 

Esopus en wis Greke was [la] 

und wonde to Athenas. 
van sinne, witten he was klok: 
des schref he mannich künstich bok. 
bispele he to lesten schref, 5 

de velen lüden noch sin lef, 
wo dere, böme, sunne und man 
sproken hebbet und vele dan, 
dal en doch nicht egen enis; 
dat dichte heft doch lere wis. 10 

wal dat de fabel nicht war ensi, 
doch is dar schöne lere bi, 
de gode spröke geven kan. 
mester Esopus düs heft an. 

1. Der hahn und die perle. 

En haue ene perlen vant 
in dem stübbe, he altohant 
sprak: ,vünde di en wise man, 
grote ere lede he di an. 

mit nichte werstu nütte mi, 5 

wal dat din glans vulschöne si. 

Prolog, vor 1 in roter färbe hie incipit prologus 1 eyn wys greke 
2 ind zo athenas 3 synne hey kloch 4 screff hey künstich boch 
(rot unterstricken) 5 byspelo hey zon screyff 6 die luden syn leyff 
7 we bome vnd maen 8 sprechen hant vnd vil gedaen 9 dass 
nyt en is 10 gedichte hat wys 11 der nit wair en sy 12 ist 
scheine by 13 die gude spreche geuen 14 meister esopus dus heuet 

1. 1 Eyn eyne 2 deme stubbe he fehlt alzo hant 3 sprach (roter 
strich) hie vunde dyr eyn wys 4 grosse leyde hie dich 5 myt nutze 
my 6 vul schone sy 

1* 



Prolog. 

Esopus en wis Greke was [la] 

und wonde to Athenas. 
van sinne, Witten he was klok: 
des schref he mannich künstich bok. 
bispele he to lesten schref, 5 

de velen lüden noch sin lef, 
wo dere, böme, sunne und man 
sproken hebbet und vele dan, 
dal en doch nicht egen enis; 
dat dichte heft doch lere wis. 10 

wal dat de fabel nicht war ensi, 
doch is dar schöne lere bi, 
de gode spröke geven kan. 
mester Esopus düs heft an. 

1. Der hahn und die perle. 

En haue ene perlen vant 
in dem stübbe, he altohant 
sprak: ,vünde di en wise man, 
grote ere lede he di an. 

mit nichte werstu nütte mi, 5 

wal dat din glans vulschöne si. 

Prolog, vor 1 in roter färbe hie inoipit prologus 1 eyn wys greke 
2 ind zo athenas 3 synne hey kloch 4 screff hey künstich hoch 
(rot unterstrichen) 5 byspelo hey zon screyff 6 die luden syn leyff 
7 we bome vnd maen 8 sprechen hant vnd vil gedaen 9 dass 
nyt en is 10 gedichte hat wys 11 der nit wair en sy 12 ist 
schoine by 13 die gude sproche geuen 14 meister esopus dus heuet 

1. 1 Eyn eyno 2 deme stubbe he fehlt alzo hant 3 sprach (roter 
strich) hie vunde dyr eyn wys 4 grosse leyde hie dich 5 myt nutze 
my 6 vul schone sy 

1* 



I 



4 1. 2. 

ik scharre und söke min gener, 
dat is min lust und min beger/ 

De perle, de en dore vant, 
de was des wisen altohant. 10 

en dore achtet vrases mere [ib] 

dan edeler wisheit hoge lere. 

2. Der wolf und das lamm. 

En wulf up ene beke quam, 
en lam he daran vornam. 
he sprak: ,du wlömest mi dit water. 
also plach ok din vader, 

des noch ses mant nicht sint vorgan: 5 

darum he böte moste entvan.' 
otmödigen antworde em dat lam: 
jWeldige here, enwes nicht gram, 
över ses manden was ik nicht 
noch geboren, ik arme wicht. 10 

in disser beke stan ik neder 
und du dar enboven weder: 
wo mochte ik wlömen dinen drank?' 
up dat lam de wulf do sprank. 
he sprak: ,din wedersnackende kif 15 

vorwan dinem v«der als di sin lif.' 

De unschuldige nicht neten enmach 
siner unschult, men nacht und dach 
de weidige boslik darna ringet, 
wo dat he en tom dode bringet 20 

7 ich ind soche myn geneer 8 das ist inyn ind myn begeer 9 die 
perlen die eyn 10 die wysen altzo hant 11 eyn doyr 12 wysheyt hoche 

2. 1 eyn wulff vff eyne beche 2 eyn lan hie dar an 3 hie sprach 
wlomest mich waszer 4 oich vater 5 secs maynt nit vorgayn 
6 dar vmme hie bosze intfain 7 oytmodige das 8 weidiger en wes nit 
9 ouer secs maenden ich nit 10 geborn ich armer 11 dysser bach stain 
ich 12 vnd dar en bouen 13 we ich wlomen dynen dranck 14 vm 
Wulff spranck 15 hie sprach dyns weder snachende kyff 16 van dy- 
nen alse dyr lyff 17 die vnschuldige nit geneszen en mach 18 syner 
vnschult (roter strick) ind 19 die bösliche dar na 20 we hie zo dem 



3. 



3. Der frosch und die maus. 

Enen poggen to sik nam en mus 
to herberge vruntlik an er hus; 
an ener mölen dat geschach. 
mit erer spise se em dar plach, [2a] 

doch sunder drank. des wart unvro 5 

de pogge tor mus sprak also: 
,din spise is got, diu sal is vin, 
doch wulde ik na dem sinne min 
lever under düsser mölen sweven 
dan sunder drank hir enboven leven. 10 

düsser waldat wulde ik di 
gerne danken, wuldestu mi 
volgen to dem huse min 
över ene beke: spise vin 

wulde ik di geven mit dranke noch.' 15 

de mus sprak: ,dat is wal min voch.' 
den wech se vrolik grepen an. 
tragen ser de mus began 
van mannigen regenwaters not, 
dorch de se gink, de pogge vlot. 20 

de mus darna ene beke sach: 
,ik mot torügge', se do sprak, 
,över dit mer enwil ik nicht: 
krank, möde bin ik vil arme wicht.' 
eren gast de pogge do 25 



tröste unde sprak also: 



3. 1 eynen pocgen zo sich eyn muis 2 zo \Tuntlich yr huiss 
3 eyner molen 4 myt sie 5 dranck vnvro 6 die pocge zo der 
muiss sprach 7 guid fin 8 ich synne myn 9 Heuer vnder düsser 
moelen sweiien 10 dranck hyr en bouen leuen 11 düsser waldayt 

wolde ich dyr 12 dancken myt myr 13 zo myn 14 euer eyne 
beche (roter strich) fin 15 ich dich geuen myt drancke genoch 16 die 
miiiss sprach das myn geuoch 17 sey vrolich grefifen 18 tragende 
seir muis 19 regen waszers noyt 20 die sie ginck die pocge vloyt 
21 die muis dar na eyne beche 22 ich moiss zo rucge sie sprach 
23 ouer dyssz meer en wil ich 24 kranck moydo ich armer 25 eyr 
die pogghe 26 sie vnd sprach 



6 3. 4. 

,goden rat we gripen an. 

trure nicht, min leve kumpan. 

we stricken us bede an en strik: 

volge du mi, vörgan wil ik. 30 

vil drade över disse bach 

wil ik di vören, nicht vorsach. [2b] 

got herberge is us hüde beschert, 

ens quaden dages is de wal wert.' 

de pogge den grünt, de mus dat laut 35 

sochte, des se nicht envant. 

des poggen gunst se do vornam. 

to dissem krige en wige quam, 

de grep de mus na erem sede. 

an dem snore volgde mede 40 

de pogge to der wigen spise. 

hör, wat secht darup de wise. 

We sinen vrunt bedregen wil, 
vil dicke drücht em dat sülve spil. 
süs merke an disser sülven schrift, 45 

dat droch to lone drögene gift. 

4. Der hund und das schaf. 

De hunt dat schap to richte lot 
und schulde dat um gelenet brot. 
unschüldich sachte sik der klage 
dat schap vor sik und sine mage. 
vor dem richte solde de hunt 5 

vortügen siner sake grünt. 

27 guden rayt wyr griffen 28 nit myn lieue 29 wir vns beyde 
eyn strick 30 mich vorghain ich 31 ouer dysse 32 ich dich voreD nit 
33 guid ist vns hude bescheeit 34 eyns die weert 35 pocge grund 
die muis 36 roter strich nach sochte en nach des rot gestrichen hie nit 
en vant 37 pocgen sie 38 zo dyssem eyn 39 die greff die niuiss eren 
40 vaigede 41 die pocge zo 42 hoir dar vff die 43 wie will 44 drucht 
silue spill 45 sus mercke siluen scrifft 46 das zo drogene gifft 

4. 1 die schaiff zo loit 2 ind beschuldigede vm gesent broit 
3 vnschuldicli sich clage 4 das schaiff (roter strich) sich vnd syne 
5 vur die 6 Verzügen syner sache 



4. 5. 



to tügen brachte he tohant 

twe, de weren des bekant, 

dat de hunt mit rechter tichte 

dat schap hadde laden vor gerichte: 10 

wulf und gir de tüge heten. 

se hopden eres deles neten [Sa] 

van dem unschuldigen dere, 

wan it der sake vorwunnen were. 

vorlüstich wart dat schap also 15 

der sake wart de kleger vro. 

mit der wullen, want anders nicht 

it enhadde, galt it de plicht. 

an winters tit do stunt it blot, 

des it doch vil klene not, 20 

went kleger unde tüge bede 

em nemen lif und ingewede. 

Süs wint en valsch böse man, 
de mit rechte nicht enkan, 

rechtverdiger goder lüde got: 25 

mit valschen tügen he dat dot. 

5. Der hund und der käse. 

De hunt gink över ene bach; 
enen andern he darinne sach, 
de enes keses formen voch 
als he in sinem munde droch. 
an dat water he snelle sprank 5 

und na dem andern kese rank: 



7 zo tugen hie zo hant 8 zwe die 9 die myt tychte 10 schaiff 
geladen had 11 wulff vnd ghyr die tzuge heszen 12 sie hoffeden yrs 
deiles geneszen 13 vnschuldigen diere 14 sache 15 vorlüstich dass 
schaiff 16 sache die cleger 17 myt 18 en hadde (roter strich) golt 
die 19 zyd bloit 20 cleyne genoit 21 cleger ind gezuge beide 22 lyff 
vnd iogeweide 23 sus eyn böse 24 der myt nit en kan 25 recht- 
uerdiger guder lüde guid 26 myt zugen hie das doit 

5, 1 der ginck ouer eyne 2 einen hie dar ynne 3 die eynes 
voich 4 hie sinen droich 5 watzer hie spranck 6 vnd ranck 



8 5. 6. 

den sinen he also vorlet, 
des andern he ok ne gebet 

En girich minsche dicke gert 
ens andern got und sik ernert 10 

nümmer van dem gode sin: 
ens andern hei dat is sin pin. 

6. Der ISwe auf der Jagd. 

Aller dere en könink is [Sb] 

m 

de louwe, secht men und is wis. 

an euer jacht en herte he 

venk. darmede weren twe 

siner ammeÜüde wis, 5 

en osse und en wulf gris. 

van der jacht recht sunder fei 

hopden se des hertes en del. 

der delinge sat up en tii 

de louwe sprak: ,ik delen wil 10 

dissen vank al sunder nit 

dat erste del des köninges is; 

dat ander del dar lege bi 

van kumpanie, des dunket mi. 

we dat derde wil na sik ten 15 

tegen mi, des wil ik sen'. 

dat wiltbrat gans süs leten de twe 

dem louwen, hinnen gingen se. 

We waren sik wil vor ungevelle, 
de se, to wem he sik geselle. 20 

7 hie vorleet 8 hie oich gebeet 9 eyn mynsche geert 10 eyns 
guid (roter strich) ind sich emeert 11 nummer guide 12 eyns heil 

6. 1 dier eyn koninck 2 der lewe vnd ist 3 eyner iacht eyn 
hertze hie 4 venck (roter strich) dar mede zwe 5 syner amptlude 
wys 6 eyn vnd eyn wnlff grys 7 yacht feill 8 hoffeden 

sie hei-tzes eyn deill 9 vff einen tzyl 10 der lewe sprach ich deilen 
11 vanck nyt 12 eirste deil köninges 13 deil legge by 14 dunckt 
myr 15 wer sich teyn 16 mir ich seyn 17 wilbrad gansz sus leszen 

Q 

die zwe 18 lewen hynnen gincgen sie neben 19 rot No bn 19 wer 
sich vngevelle 20 die sie zo hei sich 



6. 7. 9 

gelik und gelik sik kumpanie: 
nicht nütte enis der högesten vrie. 

7. Die sonne aut der freite. 

De sunne so dat vor sik nam, 
dat he ümme ervestam 
wulde nemen to siner ere 
ene vroiiwen, de sake were, 
dat he kinder möchte werven [4a] 5 

und den sine krefte erven. 
des worden alle kreaturen 
ho bewegen mit grotem truren. 
se quemen des to hogem rade 
mit den wisen, wo se drade 10 

disse vrie mochten keren. 
se repen an got den heren, 
Jovem und Mercurium, 
Lunam und Saturnum. 

se spreken: , merket disse kraft ^ 15 

de bi sik disse here haft: 
kricht he wif und wervet kint, 
he deliget al, de under em sint' 
de planeten afkarden dissen schaden, 
de sunne blef alsunder gaden. 20 

Der hedenen mesterboke les, 
besunder Aristoteles 
redet, dat vil beter en 
here si dan seventen. 



21 gelych ind geiych sich 22 nit nutze en is högesten 
7. 1 die sich 2 hie vmme emestam 3 zo syner 4 eyne roter 
strich nach vrouwen die sache 5 hie kindere mochte erweruen 6 vnd 
synen kreffte emen 7 wurden creaturen 8 hoch myt groszen 9 sie 
dess zo hogen 10 myt sie 12 sie reffen god dem 13 Jouem vnd mer- 
curium 14 lunam vnd saturnum 15 sie sprechen merckt krafft 16 die 
by sich dysse hat 17 hie wiff vnd weruet kind 18 hie all die vnder 
en sind 19 die af kerden 20 die bleiff all sunder 21 heidenen 
meister boche 22 bysunder Aristotiles 23 reidet das beszer (roter 
strich) eyn 24 sy seuentzeyn 



10 8. 

S. Der wolf und der kranich. 

Na vosses rade dem kranen bot 
de wuIf, dat he ut siner not 
em hülpe, went he hadde sloken 
in siner spisen enen knoken; 
he lovde em gave, he lovde em grot. 5 

de kran sprak: ,ik wil ut disser not 
di helpen snel mit miner kunst. [4 b] 

woldestu mit diner gunst 
danknemich mi des wesen, 

so saltu vele drade nesen.' 10 

mit sines halses snavel he 
den knoken halde siinder we. 
darna de kran sprak um sin Ion, 
dem wulve diichte dat wesen hon. 
he sprak: , dünkt di nicht gnade sin, 15 

dat ik ut dem halse min 
let ungeseret dinen kop, 
hals, har und dinen roden top? 
hefstu de boke rechte lesen, 
so westu, dat men nicht genesen 20 

kan an düsser süke min, 
men ete van dem vlesche din.' 

Ungnade und undanknemicheit, 
war de vor waldat sin bereit, 
de undersaten nesen nicht 25 

enkünnen, des wes van mi bericht. 

8. 1 deme boit 2 die wulff hie vsz syner noyt 3 hulpe hie 
geslochen 4 syner spysen eynen knochen 5 hie louede en gaue hie louede 
en gi'oit 6 der krain sprach ich vsz noit 7 dich helffen snell 
myt myner 8 myt dyner 9 dancknamich myr 10 vil genesen 

11 myt snauels nach sines rot gestrichen snauel hie 12 knochen wie 
13 dar na die krain sprach vm loin 14 wulue dass hoin 15 hie 
sprach dunckt dich nit genade 16 das ich vsz myii 17 liet vngeseret 
18 hair ind 19 heuestu die boche recht gelesen 20 dass nit 21 roter 
strich nach kan dusser suche myn 22 esze vleische 23 vngenade 
ind vndancknamicheit 24 wair die vur waldait bereyt 25 der vnder- 
saszen genesen nit 26 enkünnen (roier strich) dis myr 



9. 11 

9. Die beiden hunde. 

En teve, de dar swanger was, 
als ik in Esopo las, 
to ener andern was gekart, 
van der se wal entvangen wart, 
to telende de jungen er: 5 

darum se se let an ere wer. [5a] 

de jungen worden springende grot, 
des dem werde ok ser vordrot. 
it is tegen dem winter kert, 
to dem gaste sprak de wert: 10 

,to enge mi sülfs is disse bucht: 
mit juwen kindern in de lucht 
vorheft ju snel, dat is min rat.' 
se sprak: ,dorch got nicht werdet quat. 
vorwist US nicht an winters not: 15 

we werden to nichte und sterven dot. 
lat US den somer hir afwarden, 
so möge we lopen in de garden 
mit andern deren armen.' 

de wert let sik entbarmen. 20 

de wintertit sik wände 
an somers lust, do mande 
den gast der vorrede 
de wert, dar he sik mede 

sodaner geste entslöge. 25 

des gastes rede unvöge 

9. 1 eyn hunt die swager 2 ich 3 zo eynen anderen 4 dem sie 
entfangen 5 zo teylende die iungen eyr 6 dar vm sie leyt erer weir 
7 die iungen wurden gross 8 weirde och seir vordross 9 yegen ge- 
keert 10 zo sprach die weert 11 zo einge mich sulffs 12 myt vren 
kinderen die 13 vorheuet vch snell das ist myn rait 14 sie sprach 
durch nit quait 15 vorwyset vns nit wintzers noit 16 wyr zo 
ind steruen doit 17 laiss vns dem hyr äff wardon 18 mögen wir 
loffen die 19 myt anderen deyren 20 der weyrt leis sich vntbarmen 
21 die wintzer zyd sich 22 soymers roter strich nach lust gemande 
23 deme gaste (roter strich) voer rede 24 der weirt (roier strich) hie 
sich 25 sodanner entsloge 26 vngevoge 



12 9. 10. 

worden, in disser wise 

se sprak: ,nu varet lise, 

her wert, set an dit siechte.' 

mit bosheit droude se rechte: 30 

,gi ensüllen us nicht vordriven. 

gat gi, we willen bliven.' 

Mit simpelheit gelogen [5 b] 

vil mannich wert bedrogen: 
dat lere van den teven, 35 

de eren wert vordreven. 

10. Die beiden mSnse. 

En miis wulde sik vorandern, 
to wolde quam se wandern, 
vor herberge kroch se to hus 
en hol ener veltmus. 

de sülve mus gaf er gevoch, 5 

spise, drank und des genoch. 
gans vroude se sik to rechte, 
sint en van erem siechte 
was an er jegenede komen. 

al er got und eren vromen 10 

let se eren gast dar schouwen, 
des se sik mochten bede vrouwen, 
in manniger leie spise. 
dem gaste und sik to prise 

to allem willen bot se sik. 15 

se sprak: ,min vrunt, blif hir bi mik. 

27 roter strich nach worden dysser 28 sie sprach 29 weirt 

(roter strich) siet gesiechte 30 myt boisheit druwede sie 31 ir en 

sullen vns nit vordriuen 32 gait yr wir bliuen 33 myt 34 wiii 
35 dem teuen 36 die weirt vordreuen 

10, 1 eyn muiss sich 2 zo walde sie 3 vur kreich sie zo huiss 
4 eyn lioll eyner veltmuss 5 und 6 umgestellt 5 der siluen muiss gaff sie 
yr geuoch 6 die spise dranck ind 7 vrouwede sie sich zo 8 eyn eren ge- 
slechte 9 jtc yegenede gekomen 10 al fehlt eir gud vnd yren 11 leyt 
sie yren 12 sie sich beyde 13 leye spyse 14 deme vnd sich zo 
15 zo allen boyt sie sich 16 sie spi-ach myn frund blyif hyr by mich 



10. 13 

dat min sal di gans sin beret 

den Winter kalt, den somer het.' 

der dorpmns dat behagde, 

doch över en se klagde: 20 

de spise ensmakde er nicht so wol, 

des was en sake dat enge hol. 

to erem werde sprak se do: [6a] 

,wultu jümmer wesen vro, 

na minem hnse gank mit mi; 25 

min got wil ik wisen di'. 

,ik gan mit di', de veltmus sprak, 

,nümmer kome ik under dissen dak, 

bevelt mi din herberge wol.' 

alsüs vorleten se dat hol. 30 

up den wech hoven se sik vro 

dorch bitter wege to dorpe to, 

went dat se quemen an ene klus, 

dar de dorpmus was to hus. 

to ener schüren lep se mit hast, 35 

dar se wol entvenk den gast. 

in keller, mölen und spiker 

se vragde: ,is jemant riker,' 

sprak se mit hogem mode, 

,dan ik? an dissem gode 40 

leve ik als ene vrouwe.' 

do geven se sik to rouwe; 

an der sülven schüren sal 

siegen se up enen gral 

17 myn dy ganss bereyt 18 soimer heit 19 doi-ffmuiss behagede 
20 ouer eyn sie clagede 21 die en smachede yr nit 22 das ein sache 
einge 23 zo yren weirde sprach sie 24 ummer 25 mynen ganck myt 
mir 26 myn guid ich dir 27 ich ghain myt dir die veltmuiss sprack 
28 nummer komen ich vnder dack 29 beuellet myr 30 alsus vorleszen 
sie dass hell 31 vff houen sie sich au nach sich gestrichen 32 durch 
zo dorffe zo 33 biss das sie eyne cluis 34 die dorffmuis zo huis 
35 zo eyner schüren lieff sie myt 36 sie entfenck 37 molen ind 
spicher 38 sie vragede iemant richer 39 sprach sie myt bogen 
40 ich (roter strich) dyssem guide 41 leue ich eyne 42 gheuen sie 
sich zo 43 siluen schüren sali 44 sie vff oynen gi-aill 



14 10. 



van manniger leie walvar. 45 

alsüs quam gegangen dar 

der sülven schüren here. 

wert und gast begunden sere 

truren, stille wart it dar. [6b] 

se quemen alle in grote var: 50 

na erem rügge sloch de wert 

de veltmus wart noch mer vorvert: 

se enwiste noch stich eder stege 

noch des huses wide wege. 

to hole se do lopende quam, 55 

to erem üve wart er gram. 

mit grimme de wert dar stumde, 

so lange dat he rumde. 

den katten opende he de dör, 

mit var quemen de bede hir vor. 60 

de veltmus erem werde do 

tosprak: ,wo kanstu werden vro? 

wert, knecht, maget, alle sin, 

katte, wesel, viande din. 

diner walvart gan ik di wol, 65 

got help mi in mins bomes hol: 

din levent is mi alto hart. 

ade, ik wil to velde wart.' 

Süs lustich got und vrede mere 
doget dan grot idel ere. 70 

in vrede mach men got vorwerven, 
Ungnade dot vil grot vorderven. 



45 mannigerleye walvair 46 alsus dair 47 siluen schüren 48 weirt 
ind 49 roter strich nach truren is 50 grosse vair 51 yrem rucge 
sloich die weirt 52 die veltmuis s nach noch gestrichen vorueirt 
53 sie en wiste 55 zo sie loffende 56 zo yren liue yr 57 myt 
grymme die weirt stumede 58 hie rumede 59 katzen offende hie 
die doir 60 myt vair die beide hyr voir 61 die veltmuiss yi'en weirde 
62 zo sprach 63 weirt magit 64 katze dyn 65 dyner waluaii 
ghan ich dyr 66 helff mich myns 67 leuent myr alzo 68 adde 
ich zo 69 sus guid vnd mer 70 roter strich nach doget groiss ydel 
eir 71 guid vorweruen 72 vngenade doyt grois vorderuen. 



11. 15 

11. Der füchs und der adler. 

In enem hole sik helde [7ä\ 

en vos, dar baten spelde 
en tucht des vosses jungen 
mit wele und mit sprangen, 
en adelar des wart enwar, 5 

nicht vere wende he van dar 
up enem bome mit siner vrucht 
he övde siner arde tucht: 
der jungen vosse he enen grep, 
vil lüde he an den vader rep. 10 

mit schriende de vos bat um sin kint 
de adelar sprak: , nicht vere ensint 
an jenem bome de kinder min: 
er spise mot din sone sin.' 
do de vos nicht vort enbrachte 15 

mit schrien, bidden, he bedachte, 
wo he wröke sinen schaden, 
den adelar mit den sinen braden 
wulde he mit erer vesten, 

darunder he to lesten 20 

vüres brachte en michel del. 
he sprak: ,nu sü, war is din hei! 
des mordes sült de kinder din 
entgelden bi dem ede min.' 
de adelar sik bedachte, 25 

dem vosse he weder brachte 
sin kint gar ungesert; 
süs wart he vor dem vür vorvert. 

IL 1 eynen sich helede 2 eyn voss buszen spelede 3 eyn zucht 
iungen 4 myt ind myt 5 eyn adeler gewair 6 nyt veir hie dair 
7 vff eynen myt syner 8 hie ouede syner tzucht 9 iungen hie eynen 
greff 10 hie reiff 11 myt seilende der voss basz vm 12 der adeler 
sprach nit veir en sint 13 ghenen die kindere rayn 14 eyr mois syn 
15 der voss nit en brachte 16 myt scryen hie 17 we hie wroche synen 
18 adeler myt 19 wolde hie myt 20 dar vnder hie zon 21 vuirs eyn 
deyl 22 hie sprach su heil 23 der moder sult die 24 by eyde myn 
25 der adeler sich 27 gair vngeseyrt 28 sus hie vur den vuir vonieyrt 



16 11. 12. 

Den homödigen riken [7b] 

dem adelar salt geliken, 30 

den nicht enrüwet de homot sin, 
en nouwe vür der hellepin. 

12. Der adler und die krähe. 

En adelar dorch hungers not 
vloch boven enem water grot. 
vor visch he enen snegel kroch, 
it duchte em doch spise loch, 
snel verde he en up dat lant, 5 

nicht wekes he an eni envant. 
he sprak: ,du snöde dravel, 
mögen klawen noch min snavel 
van di mit nichte winnen? 

buten hart, wat bistu binnen?' 10 

dem adelar nakde sik en kra: 
,minen rat', se sprak, ,entva. 
here, wultu disser spise 
neten, bruke disser wise. 

an de lacht den snegel weder 15 

vöre unde lat en neder 
Valien up enen sten: 
ens vörsten spise machstu sen.' 
na erem rade dede do 

de adelar: de kra wart vre. 20 

de snegel wart der kreien dar, 
hungerich blef de adelar. 

29 dem oidmodyghen riehen 30 adeler geliehen 31 nit en ruwet 
die homoet 32 eyn vuir helle pin 

12, 1 eyn adeler durch noit 2 vloich bouen eynen waszer groiss 
3 vur roter strich nach visch hie eynen sneyl 4 id spyse leech 
5 snell vurde hie vff land 6 nyt weches hie ene en vand 7 hie 
sprach snoide drauel 8 mögen clauwen myn snauel 9 dir myt wynnen 
10 buszen bynnen 11 adeler nachede sich eyn 12 mynen raid he sprach 
intfa 14 geneszen (roter strich) bruche 15 die dan snelle 16 vore 
vnd laiss yn 17 vff eynen steyn 18 eyas forssten seyn 19 nach eyren 
raide 20 der adeler die 21 die sneyl kreyen 22 bleff der 



12. 13: 17 

Alsüs wart envoldicheit [8ä] 

bedrogen van der snedicheit. 
en here, de dat nicht besint, 25 

we dat sin got de böse wint! 

13. Der rabe und der fuchs. 

In en dorp en rave quam, 
na siner art he mit sik nam 
van danne enen kese got: 
an ßm vorhaven wart siA mot. 
up enen bom sat he sik do: 5 

he schrach lüde, he sank ho. 
en vos snel darhenne stotte, 
heriik he den raven grotte. 
he sprak: ,ik ensach ne, wet Krist, 
stolter vogel dan du bist. 10 

dine vedem dunket mi 
gelik ens pawen, vrouw^ di; 
dine ogen klar na und verne 
lüchten wo de morgensterne. 
darboven dines snavels klank 15 

övertret aller vögele sank.' 
to dissem love was so her 
dem raven, dat he wulde naer 
behagen dem vosse, wan he dan 
hadde: noch luder hof he an 20 

mit sänge, de kese em entslep. 
de vos darmede to holQ lep. 



23 alsus eynuoldicheit 24 sneidicheyt 25 eyn die das nit 
26 dass guid (roter strick) der böse 

13. 1 eyn dorff eyn raue 2 syner airt hie myt sich 3 eynen 

guid 4 en voihauen meid 5 vff eynen satze hie sich 6 hie scrach 
hie sanck 7 eyn voss snelle dar hen stotze 8 heerlichen hie raffen 
grotze 9 hie sprach ich en sach weiss crist 10 stoltzer vogell 

11 dinen vederen duncket mich 12 gelych eyns dich 13 ougen clair 
ind 14 luchtzen we der morgen steme 15 dar bouen dyns snauels 

olanck 16 ouer treet vogel sanck 17 zo loue heer 18 raffen dass 
hie 19 hee gedain 20 roter strich nach hadde hoff hie ain 21 myt 
roter strich nach sänge der entsleiff 22 d^r Voss dar myt zo leiff 

Leitzmann, Die fabeln Gerhards von Minden. 2 



18 13. 14. 

Lichtverdich nicht, vörsichtich si; [Sb] 

vor valschem love wäre di. 

der smeker lof vil mannigen drücht, 25 

de wise dat secht, de schrift nicht lücht. 

14. Der kranke wolf. 

En wulf to sinem older quam 
und sterven moste: he vornam, 
vele dere sik vormanden, 
dat se den seken wulden vanden. 
vos, esel, wedder unde herte, 5 

alle klagden se sine smerte: 
nicht alle doch mit liken danken 
quemen se to dessem kranken, 
de enen honsprakden, 

gröter de andern makden 10 

sin let he sprak: ,mi möjet ser, 
dat dit volk, de wilden der, 
nü sal nu süs hanteren. 
ichteswanner do dar weren 

de jar min junk unde vrot, 15 

do deden se nicht, so se nu dot: 
an mi se alle do hövden 
und alsüs nicht enövden. 
war er en mi sach, mi erde, 
wes weges ik mi kerde. 20 

was ik sunt, se vrouden sik; 
was ik krank, se klagden mik. 

23 lichtuerdich nyt vorsichtzich sy 24 vur valschen loiue wair dy 
25 smecher loiff drucht 26 die roter strich nach secht die scrift 
nit lucht 

14. 1 eyn wulff zo synen alder 2 vnd steruen hee 3 deir sich 
4 das sie siechen 5 voss vnd heii:ze 6 clageden sie smertze 7 nit 
myt geliehen dancken 8 sie zo krancken 9 der ein honspracheden 

10 grosszer das die anderen das macheden 11 leyt (roter strick) hie 

sprach mich moit seer 12 dass die deer 13 mich sus 15 die iair 
myn iunok vnd vroit 16 sie nit sie doit 17 mich sie houeden 18 vnd 
alsus nit en oueden 19 wair yr eyn mich mich eerde 20 ich mich 

keerde 21 ich gesunt sie vix)nweden sich 22 ich kranck sie clageden mich 



14. 15. 19 

gelevet hebbe ik disse tit, 

des were ik gerne des levens quit 

dat ik it doch van den jenen lede, [9 a] 25 

den ik do vele quades dede, 

do ik was an dem vloge min, 

so lede ik mit rechte disse pin: 

wen allent hacket mi nu an, 

den ik got und quat hebbe dan.' 30 

De wile en minsche lücke hat 
und jöget, so is grot sin stat: 
darna de wörpel ümmesleit, 
so vrimt und vremde em ümmegeit. 

15. Der hund und der esel. 

En man hadde enen sibbenhunt, 
dar spelde he mede mannich stunt: 
des speles wart en esel enwar. 
to euer tit he quam, aldar 

de here dem hunde speles plach: 5 

de esel nouwe darna sach. 
mit gelen Sprüngen vor he vort 
alüm den heren hir und dort, 
dem heren sprank he up den schot: 
sinen denst de esel ok so bot. 10 

mit sinen voten hof he an 
spei, als de hunt hadde dan. 
de here erschrach, den knecht he rep: 
gar bolde he tom heren lep. 

23 geleuet han ich zyd 24 ich leuens quyd 25 dass ich 
geonen leide 26 ich vill 27 ich myn 28 leide ich myt 29 mich 
30 ich guid ind quait han gedan neben 31 rot No 31 eyn mynsch gelucke 
32 vnd yoget (roter strich) groiss stait 33 dar na die worffei vmme 

slait 34 vrund vnd en vmme gait 

15, 1 eyn had eynen zobbon hund 2 speelde hie stund 3 speis 

eyn esell gewair 4 zo eyner zyd hie all dair 5 die deme 6 die 

esell nauw dar na 7 myt geyllen sprangen voir hie 8 al vm hyr vnd 

9 spranck hie vff schoiss 10 der esell och boit 11 myt voesszen 

hoeff hie 12 also der hund had gedan 13 die ei*scrach hie reiff 

14 balde hie zon leiff 

2* 



20 15. 16. 



sins speles Ion unmaten sDel 15 

gaf he dem esel up sin vel: 

mortlik sloch he sl^e grot 

vor denst, den he dem heren bot. 

Mannich ment behechlik sin^ I9b] 

des he mishaget: des is min 20 

rat, dat nümment to em ga, 
dat siner achte sta to na. 



16. Der ISwe und die maus. 

En louwe an enem woide slep, 
vii mannich mos en ümmelep 
mit speie gel alümme lank. 
stis en up sinen rügge sprank, 
ut sinem slape dat he mede 5 

gewecket wart: na sinem sede 
de mus he grimmichliken grep. 
, erbarm di', se en anerep, 
,du grote vörste, över mi: 

van ungeschicht so hebbe ik di 10 

vortömet. here, nu hebbe dult 
dorch doget din: ik hebbe schult' 
barmherticheit de louwe dede, 
tor mus he sprak: ,wat is hirmede 
beholpen miner herlicheit? 15 

min gnade sal di sin bereit* 



15 syns loin vnmatzen snell 16 gaff hie den vff vell 17 mort- 
lichen sloich hie slage groit 18 vur hie den holt 19 behechlich zo 
20 hie myshaget (roter strich) myn 21 rait (roter strich) numment zo 
en gha (verbessert aus ghan^ 22 das syner zo 

16. 1 eyn lewe eynen walde sleiff 2 muiss vm leiff 3 myt 
geil al vmme lanck 4 sus eyn uff rucge spranck 5 vsz sinen slaiffe hie 
6 sinen 7 die muiss hie grimmychliche greeff 8 dich sie an reeff 
9 grosse vorsste ouer mich 10 vngeschicht han ich dich 11 vortzornt 
(roter strich) heff gedult 12 durch ich han 13 barmhertzicheyt der 
lewe 14 zor muiss hie sprach hyr mede 15 beholffen (roter strich) 
mynor 16 myn dich 



16. 21 

an korter tat it darna schach, 

de mus an ener knien sach 

den sülven lonwen, dar he in 

gevallen was dorch wildes win: 20 

entwoldet was he siner macht, 

dar he klene hadde up dacht. 

de mus to dem lonwen rep: 

,du bist de here, de mi grep 

dort nesten an dem wolde. [loa] 25 

des wil ik di nu gar bolde 

mede delen minen rat 

dorch dine groten waldat, 

de ik do an der doget din 

vant: nicht is de Sterke min, 30 

dar ik di mede helpen kan. 

sla, here, dine klawen an 

de erden, dar se se winne: 

vorhege din lif mit sinne. 

so mach di bolde lingen, 35 

dat du vro machst entspringen 

van disser not, nt disser dru. 

süs höre miner lere nu.' 

der mus de louwe sachte dank: 

süs he na crem rade entsprank. 40 

Vele und dicke dat geschieht, 
dat en unmechtich arme wicht 
dem weidigen gift goden rat, 
den he nicht an sik sülven enhat 



17 kortzer zyd dar na 18 die muiss eyner 19 siluen lewen 
hie yn 20 geuallen roter strich nach was durch 21 hie syner 

22 hie dein had vff gedacht 23 die muiss zo lewen reeff 24 der 
die mich greeff 25 dart neisten walde 26 ich dich balde 27 mynen 
rait 28 durch groszen waldait 29 die ich 30 roter strich nach 

vant nit die stercke myn 31 ich dich helffen 32 clauwen 

33 roter strich nach erden dar sie wynne 34 lyff myt gesynne 35 dich 
balde gelingen 36 das 37 noit vsz dysser 38 sus hoir myner 39 muiss 
die lewe danck 40 sus hie eiren raide intspranck 41 vill vnd 42 das 
eyn vnmechtich armer 43 waldadigen gifft guiden rait 44 hie nit 
sich siluen en hait 



22 17. 18. 

17. Die schwalbe und der flachs. 

En swale lin seien sach. 
to andern vögelen se do sprak: 
,wille we schapen usen vromen, 
schaden wille we vorkomen, 
de van disses lines sade b 

komen mach us allen drade.' 
nicht hagede des rades vunt 
den andern vögelen: do tor stunt [iOo- 

dachte andern rat de swale. 
tohant se let tomale 10 

vorgadem eres slechtes stam: 
besundern rat se mit en nam, 
de en arrede möchte werken, 
se sprak: ,in huse und ok in kerken 
wille we der neringe nemen war 15 

und US nicht in der vögele schar 
holden, de vil dicke 
vangen wert mit stricke, 
de van dem vlasse wert getogen: 
dat is war und ungelogen.' 20 

Rat, de vromen bringen kan, 
vorsmat nicht de wise man. 
vil dicke schapt he deren spil, 
de nicht den vrunden hören wil. 

18. Die frSsche und ihr kSnig. 

De pöggen enkonden sik nicht vordregen 
an dem broke, dar se legen. 

17, 1 eyn swalelyn seyen 2 zo anderen vögelen sie sprach 3 wir 
schaffen vnsen 4 wir voir komen 5 die lynes 6 vns 7 nit behagede 
8 anderen vögelen zor stund 9 dachten anderen rayt die 10 zo hant sie leit 
zo male 11 vorgadderen yres sleichtes 12 bisunderen rait sie myt yn 13 die 
yn mochte wercken 14 sie sprach huise ind euch kerchen 15 wyr 
wair 16 vnd vns nit vögele schair 17 halden (roter strich) die 18 ge- 
vangen wirt myt 19 die den wirt gezogen 20 ist wair ind vngeloghen 
21 raid die 22 vorsmait nit die 23 schaffet hie 24 der nit hören 
18, 1 die pocgen en konden sich nit vordragen 2 den breche sie lagen 



18. 23 

Jovem den got de schare bat, 

süs enen könink he en sat: 

en blök grot und ungehüre 5 

gaf he en vor köninges stüre. 

in sins valles dröninge 

quam he dar lik enem köninge, 

de mit sterke sik bemant [Ua] 

und weidich tokumt in sin laut. 10 

van sülker tokumst valie 

vrochten sik de poggen alle: 

en itlik sochte sinen wech, 

de en över bult, de ander över stech. 

to lösten sik bemande 15 

en mank en, de bekande 

des köninges bequemicheit: 

se worden vro und worden gemeit, 

se negen em, se boden em pris 

und ere grot, dem köninge wis. 20 

gral und vröude hof sik dar 

van der poggen groten schar, 

dat se mit so godem lieren 

van erem gode begavet weren. 

to gerichte sulde men dar 25 

to losten gan: do wart men enwar, 

dat er here en stuke was, 

als ik in Esopo las. 

vele unere und smaheit grot 

en vor dem andern em do bot. 30 



3 Joueni god die schair 4 sus einen koninck hie 5 eyn block 
groiss ind vngehure 6 gaff hie yn köninges sture 7 valles wacÄ in 
rot gestrichen syns dröninge 8 hie gelich einen köninge 9 der myt 
sterche sich 10 ind zo knmpt 11 sulcher zokumpst 12 vruchteden 
sich die pocgen 13 eyn itiich 14 der eyn euer der oner 15 zo 
den sich 16 eyn manck die 17 köninges 18 sie wurden ind 
wurden gemeyt 19 sie yn sie beiden yn prys 20 vnd groiss köninge 
wys 21 grail ind vroude hoff sich dair 22 pocgen groisse schair 23 das 
sie myt guden 24 yren begauet 25 zo dair 26 zon gain (roter 
strich) gewair 27 yr eyn stuohe 28 ich 29 viell vneer ind 

smacheit groiss 30 eyn vur den anderen en boit 



24 .18. 

mit storme se do lepen 

vor eren got, se repen: 

,wapen hüde und jümmer jo! 

an dissen blök wo kome we to? 

enen andern könink us tohant [in] 35 

gif, wultu nicht vorstüren de lant 

he enkan noch dansen oder springen, 

spreken, ropen ofte singen, 

des nachtes noch des morgens vro/ 

er got sprak: ,ik latet to. 40 

juwen schrei und juwen storm, 

den wil ik breken: dissen worm 

ik gik to enem heren geve. 

en itlik em to hulden leve.' 

en slangewas de here genant. 45 

de hadde se um düs tohant: 

se weren wis, se weren snou, 

se alle he vor de fcöppe hou; 

se weren kort, se weren lank, 

int lif he se alle dwank. 50 

dat weren sine köninges sede: 

süs makde he den poggen vrede. 

Sachtmödich unde vredesam 
sal sin en here lovesam: 

sin Volk sal dem billik hören, 55 

so endarf se gin tiranne schören. 

31 myt sie lieffen 32 viir god sie rieffen 33 wafPea hüte 
ind iummer yo 34 block we wir zo 35 eynon anderen koning vns 
zohant 36 giff (roter strich) nit vorsturen diu land 37 hie en kan 
38 sprechen roiffen offte 39 nachtis 40 eyr sprach ich latzet zo 

41 vren screy ind vren 42 ich brechen 43 ich vch zo eynen gheue 
44 eyn ytlich en zo leue 45 eyn der 46 die sie vm dus zo hant 
47 sie wys sie snow 48 sie hie vur die koppe houw 49 sie kurtz 
sie lanck 50 lyff hie sie dwanck 51 syns köninges 52 sus machede 
hie 53 sachtmödich ind 54 eyn louesam 55 den billich hören 
56 en darff sie ghin tyranne scheren 



19. 25 

19. Die tauben und der falke. 

De daven schaden unde not 
jo leden allewege grot: 
aldüs de armen hülpe sochten, 
enen heren, de se mochte 

beschermen unde hegen [i2a] 5 

und en stedes vredes plegen. 
an dissen rat se sament quemen: 
den valken se to heren nemen. 
do he der herschop weide kroch, 
mit liste he sik bi se vlech. 10 

sin art en doch to losten droch: 
war he se sach, he dorch se vloch. 
de enen hir, de andern dar 
grep he; süs vor he mit der schar, 
to lesten disser weide grot 15 

dem armen gente ser vordrot. 
,övel varen', spreken se, 
,is hir: darvan wo kome we? 
siner tirannien nicht 

he kan vorgeten, dat is slicht. 20 

alle möte we vorderven, 
blive we under sinen erven.' 
en olt duvarn to en do sprak: 
,sülven hebbe we dit ungemak 
US maket van dem köre sin, 25 

billik lide we disse pin. 



19. 1 die duuen ind noet 2 allwege groit 3 aldiis die hulpe 
4 eynen die sie mochten 5 ind heghen 6 vnd yn 7 rait sie 8 sie 
zo 9 hie herschoff 10 myt hie sich by sie vleech 11 yn zon 
droieh 12 hie sie hie durch sie vioich 13 die hyr die anderen 
14 greif hie (roter strich) sus voir hie myt schair 15 tzon diszer 
groiss 16 seer vordroiss 17 ouel gevaren sprechen sie 18 ist hyr 
(roter strich) dar van k. wie 19 syner tyrannyen nyt 20 hie vorgeszen 
dass 21 moisze wir vorderuen 22 bliue wir vnder synen eruen 23 eyn 
alt duffarnd zo yn sprach 24 siluen han wir vngemach 25 vns 
gemachet koir 26 billich wir 



26 19. 20. 

ichteswanner men doch konde 

sik vor em höden, dar he wonde 

vere van us: doch was he sur, 

US allen en quat nabur. 30 

nu hebbe we sülven en geladen 

unde koren to usem schaden.' [i2b] 

Lif und got de. gerne vorlüst, 
de imtrüwe böse heren küst. 
up dat di gröter schade mide, 35 

vil lever du den klenen lide. 

20. Der dieb und der hund. 

En def wulde ut stelen gan: 
en hunt wart siner sichtich an. 
de def dem hunde spise bot: 
he enwulde er nicht, men grote not 
de hunt dem sülven deve dede. 5 

de def sprak: ,vrunt, nu hef doch mede: 
waran kan ik schaden di 
eder wat vromen kanstu mi 
mit dinen goden bringen?' 

de hunt sprak: , nicht lingen 10 

sal di dorch de gave din, 
darmede du van dem heren min 
mi in bosheit wuldest tocken 
to di und also locken: 

des sal din geschefte 15 

alsüs nicht werven krefte. 

27 ichtiswaaner künde 28 sich vur yn huiden hie wunde 29 veir 
vns hie suir 30 vns eyn quaid nabuir 31 han wir siluen yn 32 vnd 
gekorn zo vnsen 33 lyff vnd guid die vorlast 34 die vntruwe böse 
kust 35 vff das dir groiszer 36 leuer cleynen 

20. 1 eyn dieff vsz ghan 2 eyn syner 3 der diefp boit 
4 hie en wulde eir nit (roter strich) groisze noit 5 der siluen 6 der 
dieff sprach heff 7 war an ich dyr 8 myr 9 niyt guden 
10 der sprach nit gelingen 1 1 dich (roter strich) durch die ghaue 1 2 dar 
med myn 13 mich boisheit trochen 14 zo dyr ind lochen 15 ge- 
schefffce 16 alsus nit weruen 



20. 27 

din geschefte wet ik wal: 

nümmer di dat dien sal. 

du wuldest, dat ik vorköchte 

und quatlik an di bröchte 20 

dit hus und den heren min 

um din brot: dat ensal nicht sin. [isa] 

queme ik an dine walt, 

ik wet, din kunst is so gestalt, 

du wuldest mi der drögene 25 

Ionen mit nier lögene. 

went openbar is und gin bicht: 

de ungetrüwe trüwet nicht. 

du hengest lever an en strik 

min lif, des gelöve mik, 30 

wen din hus und ok din brot 

mi nerde, als min here dot. 

groten loven alsüs tovoren 

des heren min hadde ik verloren, 

de mi getrüwet, wes he hat: 35 

dede ik anders, so were ik quat. 

van enem welpen heft he togen 

mi, dat is ungelogen. 

def, warde klene dines vromen: 

he sal di heten willekomen.' 40 

süs rep de hunt, mer överlut: 

de wert dat horde, he quam darut. 

Got is dat und j (immer recht, 
wat men an den trüwen locht: 

17 gescheffte weis ich 18 nummer dich dyen 19 ich vorkoffte 
20 vnd quaitlich dich brochte 21 huiss vnd myn 22 vm broit en sal 
nit 23 ich gewalt 24 ich weis 25 mir drogene 26 myt nyner logene 
27 openbair ist vnd ghin 28 der vngeti*uwe getrüwet 29 lieuer eyn 
strich 30 myn liff (roter strich) geloue mich 31 huis vnd eich 
broit 32 mich neirde myn doit 33 groiszen gelouen alsus zo vom 
34 myn had ich vorlorn 35 der mich getrüwet hie 36 ich ich 
quaid 37 eynen welffen hat hie gezogen 38 mich ist vngelogen 

39 dieff deine dynen 40 hie dich heiszen wilkomen 41 sus reiff 
der hund ouer luid 42 der werd das hoirde dar vsz 43 guid ist 
vnd am rande nachgetragen iummer 44 anden truwen 



28 20. .21. 22. 



we rechte trüwe an sik hat, 45 

de dot seiden missedat 



31. Der schwangere berg. 

En berch sodaner gröte was, 
als ik in Esopo las, 

van em was en gerüchte, [isb] 

wo he al man swanger düchte: 
men sprak, wulde em lingen, 5 

grot wunder sulde he bringen, 
wat na was unde vere, 
vorverde disse mere: 
van selsenheit des werkes 

vrochten se sik quades merkes. 10 

süs stumde he mit breste, 
de berch, went an dat leste 
ene mus he do telde: 
van lachen al dat weide, 

dat sik van disses berges tucht 15 

dar bevoren hadde vriicht. 

Desse fabel di bericht: 
groten löften löve nicht 
vU mannich loft und trüwet grot, 
de doch gar klene teken dot. 20 

33. Der hnnd und der hase. 

En olt hunt an ener jacht 
den hasen grep na siner macht: 



45 wie truwe sich hait 46 die doyt missedait 

21, 1 eyn sodanner grosze 2 ich 3 eyn gerüchte 4 hie all 
dachte 5 sprach gelingen 6 groiss hie 7 vnd veire 8 vorueirde 
meire 9 seltzenheit werckes 10 vruchteden sie sich quaidis merckes 
11 sus stumede hie myt 12 die want 13 eyne muis hie telede 
14 welede 15 sich dis zucht 17 dich 18 groiszen loifften geloue 
19 louet ind truwet groit 20 der cleyne zechen doit 

22. 1 eyn alt hund eyner yacht 2 greff syner 



22. 23. 09 

de hase dem hunde doch entquam. 

des hundes here dat vornam: 

he sehalt up en, he strafde en ho. 5 

de hunt süs sprak dem heren to: 

,du west wal, dat min herte got 

wandages was und ok min mot: 

de tende min vor mannigen dagen [i4a] 

hebbe ik up dinem wilde vorslagen, 10 

dat se nu nicht holden künnen so, 

als se to tiden deden do. 

do was ik lef und lovesam: 

nu strafstu mi und bist mi gram. 

mines olders lat doch mi 15 

nu neten: dat getemet di.' 

De olden, de dar got gedan 
hebbet, saltu nicht vorsman: 
gedenke, dat we alle mit eren 
gris und gra gerne weren. 20 

33. Die fliege und der kahlkopf. 

En vlege enen kalen stak, 
en möde ser dat ungemak: 
mit grimme ho na der vlegen sloch. 
dat was sin egen ungevoch: 
up sin höft quam em de slach. 5 

to der vlegen he do sprak: 
,du bist en gast al ungelert: 
warum möjestu dinen wert? 

3 der intquam * 5 hie vff yn hie straffede hoc 6 der sus 
sprach zo 7 myn hertze guid 8 wandagis ind euch myn moid 

9 die tzende myn viir yagen 10 han ich vff dinen 11 das nu nit 
kunnen 12 sie do zon zyden 13 ich lieff ind louessam 14 straffestu 
mich ind mich 15 myns laiss myr 16 geneszen das getzemet 
dyr 17 die alden die guid gedain 18 haut (roter strich) nit voi"smain 
19 gedenck das wir myt 20 grys ind grauw 

23, 1 eyn vloige stach 2 moide sier vngemach 3 myt 

grymrae hie vleigen sloich 4 dass wass eigen vngevoich 5 vff 
houfft die 6 zo vleigen hie sprach 7 eyn all vngeleert 

8 war vm moystu weiit 



30 23. 24. 

ik mende wreken de bosheit din: 

de wrake kamt dem höfte min.' 10 

Mannich dem andern schaden wil, 
dem sülven kumt des schaden spil. 
vorsü di, er du den schaden deist; 
des lik so sü an, wen du sleist [ubi 

34. Der ftichs und der kranfch. 

En vos den kran to gaste bot: 
spise wulde he em geven got. 
en mos de vos em kokde do: 
up enen sten he got dat so, 
dat de kran ne vrouwet wart 5 

der spise. de vos na siner art 
dat richte alene to sik slef: 
de kran also hungerich blef. 
wat Schach dama in korter tit? 
de kran dachte, in sinem vlit, 10 

wat spise dat he möchte han, 
darmede he sinen kumpan 
erde und enthalde 
und waldat so betalde: 

spise got na sinem sede 15 

he an ene kruken dede. 
de vos wart dar geladen: 
der spise sulde he sik saden 
in gastes wise, als de kran 
in sinem huse hadde dan. 20 

9 ich zo wrechen die 10 die wraohe knmpt houffde myn 11 den 
anderen 12 siluen kumpt spill 13 vui-su dich 14 gelich su wem 

24, 1 eyn voss kranen zo boet 2 hie gheuen goed 3 eyn 
moess der voss kochede 4 vff eynen stein hie goit dass 5 dass der 
krane gevrouwet 6 spyse (roter strich) der voss nach sjTier 7 hie 
alleine zo sich sleiff 8 der bleiff 9 geschach dair na kortzer zyd 
10 der krain sinen vlyd 11 spyse hie mochte hain 12 dar myt hie 
kumpain 13 eyrde ind inihalede 14 vnd wall das betzalede 15 guid 
sinen seede 16 hie eyne kruchen 17 der voss 18 hie sich 

19 die krain 20 sinen huise gedain 



24. 25. 31 

der kruken depe dwenge 
und eres halses enge 
den vos mit hone leten stan, 
als he dem kranen hadde dan. 

Nicht anders dinem vriinde do, 25 

men als du gerst: dat rade ik ho. [isa] 

waldat wert vorgeten nicht: 
mishandelunge nimt ok er plicht. 

25. Das maultler nnd die fliege. 

En mul an ener karen trach 
gink, en vlege dat gesach. 
se sprak: ,mul, de tracheit din 
wecken sal de prekel min. 

min angel, wat he steken kan, 5 

sal din tracheit wal entvan.' 
de mul sprak: ,du bist gar snou. 
wat is mi, wicht, um dine drou? 
dissen, de hir vor mi geit, 
de mi treckt und sere sleit, 10 

den vrüchtet al dat levent min. 
wat were mi um den prekel din? 
wat kan din drou? wat kan din list? 
du schamel van giner doget bist' 

En schanthake dröuwet mer 15 

und tömet up den goden ser, 
dan de vrome jümmer dot, 
dem doch de stümper wiken mot. 

21 kruchen deiffe 22 vnd eyrs 23 dem voss myt leiszen stain 
24 hie den had gedain 25 nyt dinen frunde 26 begeirst dass ich 
27 waldait wart vorgesszen 28 myshandelunge nympt euch eir 

25. 1 eyn mull eyner traich 2 ginok (roter strich) eyn vleige 
3 sie sprach muill die 4 die preckel myn 5 myD hie stechen 

6 traicheit intfan 7 der muill sprach snouwe 8 wass ist mir vm 
din drouwe 9 die hyr vur mich 10 der mich vnd seir 11 dem vrüchtet 
all leuent myn 12 mich vm prechel 13 druw 14 schäm ghiner 
15 eyn schaimthache druwet meer 16 vnd zornet vff gülden seir 17 die 
vromen iummer doet 18 den die stumffer wichen moet 



32 26. 



36. Das gefangene wiesei. 

En wesel an ener dwenge wart 
bevangen unde holden hart: 
entkörnen konde it nicht, it sach. 
to sinem heren it do sprak: 
,an disser not du billik mi 5 

Salt gnedich sin, sint dat ik di [i5b] 

yele godes hebbe dan 
und jo na dinem besten stan 
an huse, schüren und garden. 
war men der müse warden 10 

plach in al der herae din, 
wat ik der sach, de weren min.' 
to dem wesel sprak de man: 
,haddestu dat dorch mi gedan, 
vorwar haddestu de gnade min. 15 

men anders was de meninge din: 
wan du de müse an dine dru 
al bracht haddest, so wuldestu 
di lik den müsen underwinden, 
in kästen, wimen, wes du vinden 20 

kondest. des sal nu din vel 
und du entgelden vele snel.' 

Löves, trüwe dankes deit, 
tomale undankneme vorgeit: 
darum verloren, de mester secht, 25 

is, dat men an den bösen lecht. 



26. 1 eyn weselgin eyner 2 beuangen (roter strich) ind gehalden 
3 künde nyt id 4 zo sinen id sprach 5 noit billich micli 
6 sin genedich ich dich 7 vil guides han gedain 8 ind io dinen bessten 
stain 9 huise schüren ind 10 muise 11 roter strick nach plach all 
heyme 1 2 ich die myn 13 zo sprach die 14 durch mich gedain 
15 vorwair die myn 16 die 17 die muise 18 all gebracht 

19 dich gelych musen vnderwinden 20 wymen 21 roter strich nach 
kondest sali voll 22 vnd vill snell 23 loues tiuwe danckes dyt 
24 zomaill vndanckneme vorghyt 25 dar vm verlorn der meister sprecht 
26 ist (roier strich) dass bösen 



27. 33 

37. Der froscli und der ochse. 

En pogge an enem broke lach 
mit eren kindern, dar se sach 
enen ossen weiden grot: 
se wunschde wesen sin genot. 
se bles sik up, ton kindern se sprak: 5 

,mi dünket, dat rains lives dak -[ißa] 

gelik dem groten ossen si. 
is dat also, dat segget mi.' 
de kinder spreken: ,wes bericht, 
bi giner raate dünkt us dat nicht.' 10 

mer blasens lede se sik an: 
darvan de pogge gröter dan. 
to den kindern sprak se do: 
, kinder, wo dünkt gik nu to?' 
de kinder spreken: ,nümmermer 15 

werstu lik dem groten der.' 
tom derden male de pogge bles 
und gans an erem velle tores, 
dat se sülven sik toret: 
alsüs de pogge er levent let. 20 

En biwort is und en olt dicht: 
van övermot torit di nicht, 
dünkt di nütte de lere min, 
nicht vorhef di boven de nature din. 



27. 1 eyn pocge eyme broche 2 eiren kinderen sie 3 groiss 
4 sie wun Schede zo genoit 5 sie bleiss sich vff zon kinderen sie sprach 
6 mich gedunckt myns lyffs dack 7 gelych groiszen sy 8 ist 
das seggent my 9 die kindere sprechen 10 by ghiner maisze dunckt 
vns das 11 sie sich 12 dar van die pocge groszer 13 zo kinderen 
sprach sie 14 kyndere we dunckt uch zo 15 die kindere sprechen 
nummeer 16 wyrstu gelych groszen dier 17 zo dem drydden mail 

der pocge bleiss 18 ind ganss eiren zo reiss 19 dass sie siluen sich 
zo reit 20 alsus der pocge sin leuent leit 21 eyn byword ind ein 
gedieht 22 ouermoiss zo ryd dich 23 duncket dich nutze die leir myn 
24 nyt vorheff dich bouen die natuir 



Leitzmann, Dio fabeln Gerhards von Minden . 



34 28. 



38. Das pferd und der esel. 

En junk pert und schicket recht 
mit allem gerede, so men plecht 
der heren perde siren ho, 
stolt simeret gink it do 

an enes weges dwenge stan, 5 

dorch den en esel sulde gan 
ok mit ener börden sur. 

dat pert sprak: ,du grove bur, [let] 

wo bistu, dravel, also vrek, 
dat du nicht enrumst den wech? 10 

vrüchtestu nicht de siege min, 
de werden mögen dem live din?' 
de esel erschrak und wart unvro: 
nicht enwiste he, wat he sulde do 
van des hingstes ungeverde 15 

antworden dem stolten perde. 
wat Schach nicht lange na der tit? 
de hingst wart siner Schönheit quit: 
em worden krenket sine knoken, 
em wart lif und sin rügge tobroken 20 

van steken, breken und tomeie, 
van langen reisen manniger leie. 
van sinem heren wart he sant 
to enem dorpe up dat laut: 
alsüs bedrövet moste he mes 25 

dregen und geliken des 



28, 1 eyn ionck peird ind geschicket 2 myt allen gereide 3 peirde 
zo syren 4 tzimeret ginck id 5 eyns stain 6 durch eyn esell 
ghain 7 ouch myt eyner buirden suir 8 perd sprach grouer buir 9 we 
drauel vrech 10 das nit en rumest 11 vruchtes du nit die myn 
12 die mögen liue 13 und 14 umgestellt 13 der erscrach ind 
vnvro 14 nit en wiste hie hie 15 hinxstes angeveirde 16 peirde 
17 geschach nit zyd 18 der hinxst schoinheit quyd 19 en ge- 

ki*eucket knochen 20 en lyfF ind rugge zo brechen 21 stechen 
brechen ind tomeye 22 reysen leye 23 sinen hie gesant 24 za 
einen dorffe vff 25 alsus bedroifft hie mess 26 ind geliehen dess. 



28. 29. 35 

berch up, neder, hir und dar. 

do des de esel y^SLit enwar, 

to dem perde sprak he do: 

,got gröte ju, Junker jümmer vro! 30 

war is de mot, de Schönheit din, 

dar du mede dat levent min 

erschrickdest und nicht wuldest laten 

mi mit di gan up ener Straten? 

bistu nu worden en gnote min, [i7a] 35 

wo temet dat der Schönheit din? 

dat du so mödich dovdest 

und mi so överhovdest, 

wo stolt du werest van sirde rik, 

mi dünkt, du sist nu min gelik 40 

an dissem werke worden 

und varen an minen orden, 

daran du lerest, dat is wis, 

wo dem armen to mode is.' 

Dorch lücke nümmer erheve dik 45 

noch grote walvar, dat rade ik. 
den armen kenne, vrüchte got, 
so enwerstu nicht der lüde spot. 

39. Der wolf nnd der fachs. 

Mit vorsieht, als de wise deit, 
sine kökene hadde bereit 
de wulf und sin hus bestalt 
mit rovder spise mannichvalt: 

27 uff hyr ind 28 der gewair 29 zo peirde sprach hie 
30 grosze uch iuncher iuminer 31 wair die moit die schoinheit 32 myt 
leuent myn 33 erschrichedest (roter strich) ind wnldes laszen 34 mi 
fehlt myt dir ghain vff eyner straszen 35 geworden eyn genotze myn 
36 we tzemet schoinheit 37 dass moedich douedest 38 vnd mich ouer 
hovedest 39 we stoltz weirst syrode ryoh 40 mir dunokt syst myn 
gelych 41 wercke geworden 42 vnd ge varen mynen 43 dar an 
leirst ist 44 we zo moede 45 durch gelucke nummmer erheue dich 
46 groisze walvair raide ich 47 vrucht god 48 en weirstu nyt lüde 

29, 1 myt vorsycht der wyse deyt 2 syne kochene had bereyt 
3 der wulff (roter strich) ind huis 4 myt reifer der mannichfalt 

3* 



36 29. 



an disser walvart do he sat, 5 

vorvor de vos vil drade dat 

in gastes wise quam he do 

tom wulve unde sprak also: 

,mi möjet, dat ik lange di 

nicht vandet hebbe noch du mi 10 

dorch vruntschop, de twischen di 

jo vaste blift und ok bi rai.' 

,dine gröte und ok dine wort,' [^7b] 

de wulf sprak, , hebbe ik wal gehört. 

kündestu hir krigen din gener, 15 

dorch mi du quemest nümmer her. 

du west, din droch is mi bekant: 

ik en hebbe di ginen boden sant' 

in torne und in schemiger var 

tohant so genk de vos van dar: 20 

he quam, dar he den herde vant. 

he sprak: ,wultu nu tohant 

di wreken an dem viande din, 

an dine wolt dat levent sin 

ik wil di drade bringen: 25 

di sal also gelingen, 

dat du di siner vare quit 

maken salt to ewiger tit' 

de herde sprak: ,mach dat also 

gesehen, des saltu jümmer vro 30 

up eventüre van mi werden, 

de wile ik leve up der erden.' 



5 waluart hie satz 6 vorvoir der voss datz 7 hie 8 zon 
wulffe ind sprach 9 mich moyet dass ich dich 10 nyt gevandet han 
mich 11 durch fruntschaff der tzwisschen dich 12 blifft vnd euch by 
mich 13 grosze vnd euch woird 14 der wuIff sprach han ich gehord 
15 kündestu hyr geneer 16 durch mich numraer heer 17 mich 18 ich 
en han dich ghinen boeden gesant 19 zorne ind schamyger vair 20 zo 
haut genck der voss dair 21 hie hie heerde 22 hie sprach 
zo haut 23 dich wrechen den 24 walt leuent 25 ich dich 
26 dich 27 dich syner vair quid 28 machen zo ewicher zyd 29 der 
heerde sprach 30 gescheen (roter strich) iummer 31 vnd ouentuir 
myr 32 die ich lieue uff erden. 



29. 30. 37 

den herde de vos an liser tucht 
brachte, dar he an ener bucht 
den sülven wulf stak dorch sin lif: 35 

süs endiget wart der twier kif. 
de vos do nicht entrakde: 
vil bolde he sik makde, 
dar he des wulves gode vant. 
mer als he sik der underwant, 40 

en jeger mit sinen hunden quam: [isa] 

den vos he to hus do mit sik nam. 
,owe mi armen', sprak de vos, 
,we gift mi disser hunde los? 
bedacht sulde ik mine not 45 

hebben und nicht ens andern dot.' 
We denket up ens andern quat, 
em sülven dat seiden vöregat: 
vil dicke he an ene kulen velt, 
de he enem andern heft bestelt. 50 

30. Die beiden ochsen. 

Junk und olt en ossen twe 
an en jok spen: do wulde de 
junge mit den hörnen sin 
sik entslan des jokes pin. 

mit dem olden makde he strit: 5 

des jokes wulde he wesen quit. 



33 heerde die voss lyser (wise gestrichen) zucht 34 hie eyner 

35 siluen wulff stach durch lyif 36 sus geendigit tzwier kyff 37 die 
VOSS nit en trachede 38 baldo hie sich machede 39 hie Wulffs guide 
vand 40 hie sich vnderwant 41 eyn yeger 42 hie do myt sich 
zo huis 43 myr sprach der voss 44 gifft mich loss 45 ich 
myne noit 46 han (roter strich) vnd eynes anderen doyt 47 wer 

gedenckt vff eyns anderen quaet 48 en siluen voire gaet 49 he fehlt 
eyne kule 50 die hie eynen anderen hat 

30. 1 junck vnd alt (roter strich) eyn tzwe 2 eyn iock spon 

(roter strich) wolde die 3 myt hoirnen 4 sich entslain iockes 
5 myt alden machede hie stryd 6 iockis hie quid 



38 30. 31. 

de man sprak: ,dit hebbe ik dan 
dorch lere, wo gi solden gan 
endrachtlik mit seden got 

hima, als de olden dot, 10 

de Werkes wal bewonet sin: 
so möge gi miden siege pin/ 
Der goden olden sede got 
gift mannigen jungen stolten mot. 
geseden wal tosamene stan, 15 

ungelik let torügge gan. 

31. Der lebensmttde esol. 

To markte wulde en kopman gan: [ist] 

dorch spödicheit begunde he slan 
mit groten siegen den esel sin. 
de esel dachte: ,disse pin 

mi nümmer vorlet ach, were ik dot, 5 

so queme ik doch ut disser not.' 
it Schach, de sülve esel starf. 
na sinem dode he vorwarf 
ni ungemak: he wart geschint, 
als al sin siechte dat bevint. 10 

vor wart he slagen mit den rungen, 
van siner hut na makde men bungen. 

Den hir nicht strafet tracheit pin 
und vorlatenes levendes sin, 
dat en na dem dode sparet nicht 15 

des düvels siege, des si bericht. 

7 der sprach han ich gedain 8 durch liere yr gain 9 endracht- 
lich myt guid 10 hyr na die alden doit 11 die werckes 12 möge 
yr (lyden gestrichen) myden 13 guden alden goid 14 geuet iungen 
stoltzen meid 15 ghesede zo samen 16 vngelych lass zo rugge ghain 

31. 1 zo marckde eyn gain 2 durch spoedicheit hie zo slain 
3 myt groszen (esell rot gestrichen) esell 4 der esell 5 mich nummer 
vorleiss euch ich doit 6 se ich usz noit 7 id geschach der silue 
«seil starff 8 sinen hie vorwarff 9 nie vngemach hie 10 also all 
gesiechte 11 voir hie geslagen myt 12synerhuit machede 13hyrnyt 
straffet 14 vnd vnrlaet des leuendes 15 dass yn spairt 16 duuels sy 



32. 39 

33. Der hirsch unter den ochsen. 

Der jeger storm en hert vornam, 
in en dorp it nouwe quam: 
it selde sik an ene schar 
ossen an enem stalle dar. 

en osse to dem herte sprak: 5 

,wo kumstu hir an dissen sak? 
konden di dine vöte licht 
in rumem velde seligen nicht?' 
dat herte sprak: ,nicht melde mi 
in disser not, ik bidde di. 10 

lat mi hir went an de nacht, [i9a] 

dat ik entkome disser jacht 
und disser groten hunde wolt.' 
, gerne lide we di', do sprak en olt 
osse, ,mit us an disser bucht: 15 

mer denke up ene nie vlucht 
vor enem, de vele ogen heft 
(över use lif is sin gescheft), 
dat de nicht sichtich werde din.' 
de wert na dem sede sin, 20 

tohant he sine ossen vande: 
mank den so vant he stände' 
dat hert bi sinen hörnen grep, 
he bolde sine knechte rep. 

he vragde, wo dat herte dar 25 

mank siner ossen schar 

32. 1 yegere eyn hertz 2 eyn dorff 3 sellede sich eyne 

sohair 4 roter strich nach ossen eynen dair 5 eyn zo hertze 
sprach 6 we kumpstu hier sach 7 dich vosse 8 ramen 

9 das hertze sprach nit mich 10 noit ich dich 11 lais mich hyr 

bis die 12 das ich intkome iacht .. 13 groszen walt 14 wir 
dir (roter strich) sprach eyn alt 15 roter strich nach osse myt vns 

16 dencke vff eyn 17 eynen der ougen het 18 euer vnse lyff ist 
geschefft 19 das die nit dyr 20 der weird nach seede 21 zo 
hant hie 22 manck hie 23 hertz (roter strich) by hoimen greff 
24 hie halde reff 25 hie vragede hartze dair 26 manck sine 

schair 



40 32. 33. 

komen were an sinen stal: 
«nicht weten we dat', se spreken al. 
,is dat also', sprak de wert, 
,de8 sal dat hert sin unvorvert' 30 

de vroude sik der selsen schiebt: 
quades dede he dem herte nicht. 
Men spreket, it si ok en man, 
de to tiden vlen kan. 

ok lert di disse fabel me: 35 

to dinem gode sülven se. 

33. Der ftiehs und die trauben. 

Dorch lust an enen garden quam [i9b] 

en vos, dar he win vomam 
wassen an den ranken ho: 
,wo möchte ik hiran,' dachte he do, 
, komen, dat ik van dissen beren 5 

möchte mine lust erneren?' 
aldorch den willen hadde he not: 
de hocheit em dat vorbot. 
,sur und nicht ripe', sprak he do, 
,sint disse druven und to vro 10 

togekomen an disser tit: 
ik enmäch noch enwil er nit' 

Vil mannich wil darna wrangen, 
dat he nicht afgelangen 

kan mit allen kreften sin: 15 

de unmacht deit dem sülven pin. 

27 gekomen stall 28 nyt wessen ^vir das ("roter strich) sie sprechen 
all 29 ist sprach der weirt 30 hertz vnuorueirt 31 die sich 
geschieht 32 hie hertze 33 spricht sy ouch eyn 34 der zo 
zydon vleen 35 ouch leirt dich disser fahulen meer 36 zo dinen guide 
siluen sie 

33, 1 durch eynen gairden 2 eyn voss hie wyn 3 rancken 
4 mochte ich hyr an hie 5 roter strich nach komen ich 6 mochte 
myne 7 all durch hadden hie noit 8 die hoicheit .dass vorboit 9 suir 
ind nyt lyffe sprach hie 10 druuen ind zo 11 zogekomen zyd 12 ich 
en mach en wil eir nyd 13 will dar na 14 hie nit äff gelangen 15 m^-t 
krofften 16 der vnmacht deji; siluen 



34. 35. 41 

34. Das wiesei und die mans. 

En wesel olt, do it nicht mer 
konde miisen, sochte it sin gener 
an kunst, wo it mit knipen 
und Valien möchte gripen 

to siner herginge müse so: 5 

dre junge müse grep it do. 
en olt mus dat vil snelle sach, 
alsüs se to dem wesel sprak: 
,alsülke deren machstu wol 

locken in diner knipen hol. 1^ 

din kunst wal bekome di: 
in dine dru nicht bringestu mi.' [20a} 

Disse fabel leret di, 
dat kunst und wisheit nütte si. 
mit kunst machstu vorwerven, 15 

dat krefte di nicht enerven. 

35. Die räche des panthers. 

En panter in ene kulen vel: 
dar quemen lopen vullensnel 
volk, dat mit erer schar 
de kulen hadden maket dar. 
dat panter lach an groter not: 5 

en itlik sinen schimp em bot. 
mit stenen, staken stormden ser 
se alle up dat schöne der. 

34. 1 eyn wesell alt nyt meer 2 muisen künde (roter strick) 
geneer 3 myt knyffen 4 vnd mochte gryffen 5 zo syner geberge 
muise 6 drey iunge muise greiff id 7 eyn muiss 8 alsus sie zo wesell 
sprach 9 alsulche 10 lochen dynerknyfen II dich 12 nit 
mich 13 fabbel liert dich 14 das ind nutze sy 15 myt vor- 
weruen' 16 kreffte dyr nit en eruen 

35. 1 eyn panthier eyne vell 2 loffen vuUen snell 3 myt 
schair 4 die gemachet dair 5 panthier groiszer noit 6 eyn 
ytlich schymff en boit 7 myt steinen stachen stormeden sie seir 8 roter 
strich nach se vff schone deer 



42 35. 

dat Schach, dat en gode man 

des panters not wart sichtich an. 10 

he sprak: ,vrundes, hebbet dult: 

anset dis deres unschult, 

sint it nümmende schaden enplecht' 

van sülken reden wart besecht 

dat volk: en del em worpen brot, 15 

to nerende sik an siner not 

went morgen, dat se weder quemen 

und dat also van danne nemen. 

siner Sterke krech it trost, 

van snellen Sprüngen wart it vorlost 20 

und sinem dode also entvlo: 

an sine heme quam it do. [20b] 

in korter tit it darna schach, 

dem panter sin ungemak 

rüwde, dat em was gesehen, 25 

sint em sin lif, höft und ben 

gemöjet worden sunder schult 

van den buren: an siner dult 

hirüm he nicht ensumde, 

sine heme he do rumde. 30 

he quam mank der buren schar: 

den enen hir, den andern dar 

he vrochtlik ümmekomen let, 

er quek he jagde und toret. 

dat gent, dat bi dem plögen was, 35 

des gelik ser kume nas: 

9 geschach oin guider 10 panthiers noit sichtzich 11 hie 

sprach hat gedult 12 an siet diers vDSchalt 13 nümmende zo en 

plecht 14 solchen 15 eyn deil en woi'ffen breit 16 zo sich syner 
noit 17 bis das sie wieder 18 vnd 19 syner sterche kreich id troist 
20 sprangen wairt vorloist 21 vnd synen intvloe 22 syne heyme doe 
23 kortzer zyd dar na geschach 24 panthier vngemach 25 mwde 
yn geschein 26 syn lyff houfft ind bein 27 gemoiet wurden 28 dem 
geboren syner 29 hyr vm hie nit en sumede 30 syne heyme hie 
mmede 31 hie manck buirer schair 32 eynen hyr anderen dair 
33 hie fruchtlich vmme komen leit 34 eir queck hie yagede ind zo reit 
35 ghenne by plogen 36 gelych seir genas 



35. 36. 43 

se beden gnade sunder kif 

vor anders nicht dan vor er lif. 

dat panter to den buren sprak: 

,ik wet wal, we mi ungemak 40 

nest an jener knien dede 

na juwen buren bösen sede: 

ik wet wal, we mi stende; 

ik wet ok wal, we mi dende; 

ik wet den, de an miner not 45 

mi sterkde unde rekde brot: 

na sinem denste wil ik don 

enem itliken und geven em Ion.' 

Schade noch vordöme nicht l2ia\ 

den rechten und dem gerne schiebt 50 

gnade, de barmherticheit 
vor schult und unschuit gerne deit. 

36. Das pferd und der hirsch. 

Pert und herte konden nicht 
sik vordregen, mi bericht 
Esopus: dit de sake was, 
als ik in dem boke las. 

dem perde sere möde, 5 

dat dat herte gröde 
an sines lives formen stolt. 
hirüm enwas it em nicht holt: 



37 sie genade kyff 38 nit vur eirer lyff 39 panthier zo 
sprach 40 ich weiss wer mich vngemach 41 neyst ghenner 

42 nach vren böse 43 ich weis wer mich steynede 44 ich weis 
euch wer mich deynede 45 ich weis der myner noit 46 mich 
stercheden ind rechede breit 47 nach sinen deinste ich dein 48 eynen 
ytlichen (rote7' strick) ind gheuen en loin 49 vordoeme 50 klammer 
nach rechten ind den gemen 51 genade (roter strick) die barmhertzioheyt 
52 ind vnschult deyt 

36. 1 peird ind hertz 2 sich (roter strick) mich 3 roter strich 
nach Esopus die sache 4 ich boche 5 peirde seir moyde 6 dat 
dass hertze groyde 7 syns lyffs stoltz 8 hyr vmb en was id nyt 



44 36. 

wat em de nature gaf, 

dat allet was des perdes straf. 10 

dat pert to enem jeger quam, 

alsülke rede it vor sik nam: 

,mester, wultu hören mi, 

enen rat ik geve di, 

wo du wisse mögest Tan 15 

en hert grot und walgedan: 

sine home arsedie dot, 

sin vlesch is diner kökene got, 

sin hut di.ok wal penninge gelt.' 

de jeger sprak: ,mi wal bevelt 20 

din rat: wo kome ik daran, 

dat ik dat herte möge slan?' 

,mi saltu riden', sprak dat pert, [21 b} 

,alan dat hert alunvorvert 

ik wil di bringen morgen vro, 25 

dat du dit vuUenbringest jo.' 

de jeger an dat herte quam. 

dat hert de vlucht to berge nam: 

de jeger mit gebrechte grot 

dem herte dede mannige not. 30 

mit snellen Sprüngen van der vart 

it quam also, dem perde wart 

ok sin del, dat it tragde: 

nicht min de jeger jagde. 

dat pert sach, dat ümme süs 35 

de Jacht was; it sprak aldüs: 

9 die natuire gaff 10 peirdes straff 11 peird zo eynen yeger 

12 alsulche reide id sich 13 meister hoiren mich 14 eynen i-aid 
ich gheue dich 15 we mögest vain 16 eyn hertz grois ind walgedain 
17 hoirno artzedie doet 18 vleisch dyner kochene guid 19 huid dich 
euch 20 der yeger sprach mich beuelt 21 raid (roter strich) ich dair an 
22 dass ich das hortze möge slain 23 mich ryden sprach peird 24 al 
an dass hertz al vnuorueirt 25 ich dich vroe 26 yo 27 der yeger 
hertze 28 hertz die zo 29 der yeger myt groiss 30 hertze 
noit 31 myt sprangen vairt 32 roter strich nach also peirde wairt 
33 euch deyl (roter strich) tragode 34 nyt myn der yeger yagede 

35 perd vm siis 36 die yacht roter strich nach was id sprach alsus 



36.37. 45 

,we schapen nicht, des dünket mi. 

orlof mi gif, des bidde ik di: 

beter is, we aveian, 

wan dat we möde heme gan.' 40 

,menstu', sprak de jeger do, 

,dat ik din lif besitte so, 

dat ik do den willen din? 

du volgen salt den sporen min.' 

Sik sülven rouwet de nicht vil, 45 

de den andern jagen wil. 
ok mannich is dem andern quat 
dorch dat em got gegeven hat. 

37. Das gastmahl des raben. 

Ut sinem sinne stichte [22a] 

de rave unde tichte 
ene wertschop, de was grot: 
vil Yögele he tosamene lot 

in en sal, en michel schar. 5 

de ladenen geste quemen dar, 
se hopden alle werden vro: 
alümme slot de rave to. 
en allen he dat levent nam, 
en van en allen nicht entquam. 10 

Mannich heft darvan schaden nomen, 
dar he mende schapen vromen. •- 
vil mannich ok bedrogen is 
in godem loven, dat is wis. 

37 wyr schaffen nit dis dunckt mich 38 orleff mich giff bid ich dich. 
39 beszer wyr aue lain 40 dass wir moide heyme gain 41 meynstu 
sprach der yeger 42 ich lyff besitze 43 ich 44 myn 45 sich, 
suluen ruwet der nit 46 die anderen yagen 47 ouch anderen 

quaid 48 durch roter strich nach dat god gegeuen haid 

37. 1 vsz sinen synne stichtede 2 der raue ind dichtede 3 eyn 
werschaff groiss 4 vill vögele hie zo samen loyt 5 eyn sali eyn michchel 
schair 6 die geladen gesste dair 7 sie hoffedon 8 all vmme sloiss 
der raue zo 9 hie das leuent 10 eyn em nit 11 hat dar van 
genomen 12 hie schaffen 13 ouch 14 guiden gelouon ist wys 



46 38. 39. 



38. Die durstige krähe. 

Dorch dorst en kra to water quam, 
in enem emmer se dat vornam. 
dat water wulde se langen dar: 
se enkonde nicht, he was to swar. 
se enkonde en ok nicht to sik bögen 5 

noch so eren dorst vornögen. 
up dissen rat se dachte: 
vil stene se darin brachte, 
dat water wos, dat stente sank: 
alsüs de kra des waters drank. 10 

In disser mere merke, 
dat kunst vorwinnet Sterke: 
mit kunst vorwinnet mannich not, [22b] 

dat he mit Sterke nicht endot. 

• 

39. Das kind und die schlänge. 

En kint quam an enen walt 
van ungeverde ser misstalt. 
it stotte sik dar an enen sten, 
darvan it serde sine ben: 

darum began it streven, 5 

dat kint, und wulde erheven 
den sülven sten. darunder vant 
it enen worm, de was genant 



38. 1 durch duist eyn kreye zö waszer 2 eynen sie 3 waszer 
sie dair 4 sie konde hie zo swair 5 sie eD konde euch Dit zo 
sich (nam gestrich&ii) boegen 6 eiren vomoegen 7 vff raid sie 
8 vill steyne sie dar io (über der xeile eingeschoben) 9 waszer steynte 
sanck nach 9 das hie myt stercke nit e gestrichen 10 alsus die kreye 
waszers dranck 11 meire mercke 12 vorwynnet stercke 13 myt vor- 
wyanet noit 14 hie myt sterche nit en doit 

39. 1 eyn kind eynen 2 vngefeirde sier mystalt 3 stotze 
sich eynen stein 4 dar van sierde syne bein 5 dar vm begain 
zo streuen 6 roter strich ncteh kint ind erheuen 7 siluen steyn 
dar vnder 8 eynen roter strich nach wenn der 



39. 40. 47 

en slange, de tom kinde sprak: 

,wes deistu, dor, mi ungemak? 10 

nicht hef up den sten, du kranke wicht: 

it is van dinen kreften nicht. 

vlü van hir, nicht erre mi, 

dat ik nicht endöde di.' 

Swe na dummem sinne deit, 15 

kindes Ion is em bereit: 
darümme des beginne nicht, 
wat dinen kreften is to wicht. 

40. Der esel und der wolf. 

De esel lach an euer sucht: 
de wulf bewisde sine tucht 
in siner krankheit vande he jo 
den esel unde vragde en do, 
tastende an dat corpus sin: 5 

,wat schelt di, leve kumpan min? 
in wilker stede klagestu di? 
ane var dat segge mi.' [23a] 

,över al min lif ik ungemak 
hebbe', do de esel sprak: 10 

des wulves art he kande, 
gin sunt he nergen ande. 

Di leret disses mesters dicht: 
dem ungetrüwen löve nicht, 
dem valscheit angeboren is, 15 

valsch blift he jümmer, dat is wis. 

9 eyn roter strich nach slange die zon sprach 10 weis deystu 
doir mich vngemach 11 nyt heff vff steyn krancke 12 krefften 

13 vluj hyr nyt mich 14 das ich uyt en dode dich 15 swer 
dummen synne deyt 16 lein ist bereyt 17 dar vmme begynne 
18 krefften zo 

40. 1 der eyner 2 der wulff bewisede syne zucht 3 syner 

krancheit vainde hie yo 4 esell ind vragede yn 6 scheelt dich lieue 
kumpain myn 7 wylcher clagestu dich 8 vair das sage mich 

9 euer myn lyff ich vngemach 10 han (roter strich) der esell sprach 
11 wulues aird hie 12 ghin suntheyt hie 13 dich liert meistere 

14 den vngetruwen loue 15 den an geborn iss 16 blifft hie iummer wiss 



48 41. 42. 



41. Die bSckchen und der boek. 

Dre höken segen lopen 
enen olden bück, anropen 
begunden se en mit schimpe: 
mit Spottes ungelimpe 

vormerden se sin ungemak. 5 

de bück sach um, to en he sprak: 
jwiste gi armen wichte, 
vor wem ik vio, mit nichte 
gi mi süs naj achten 
und dorlik anwuchten.' 10 

De jungen und de swaken 
de olden dicke belachen: 
to manniger tit de olde kan 
vlen, des de junge ne besan. 

43. Das gefundene schwert. 

En man an enem wege vant 
en swert, to em he sprak tohant: 
,leve swert, hir we heft di 

vorloren? des berichte mi/ [23b] 

dat swert dem manne sede 5 

alsülke körte rede: 
,en man mi vorloren hat 
und ik der vele, wete dat.' 

De böse mannigem schadet: 
to lösten en vorradet 10 



41. 1 drey hochen siegen loffende 2 eynen an roffende 3 roter 
strich nach begunden sie myt schimfFe 4 myt vDgelymffe 5 vor- 
werden sie vngemack 6 der vmme zo hie spracli 7 yr 8 ich vloe 
(roter strich) niyd 9 ir mich sus na iucheden 10 vnd dorlichen an 
wucheden 11 die iungen vnd die swaichen 12 die alden 13 zo 
zyd der 14 vlein (roter strich) die iunge 

42. 1 eyn eynen 2 eyn sweiii (roter strich) zo hie sprach zo 
hant 3 lieuer sweirt hyr wer hat dich 4 vorlorn (roter strich) mich 
5 sweirt den 6 alsulche kortze 7 eyn mich vorlorn 8 vnd 
ich vill (roter strich) weisze 9 der boise mannigen 10 zon lösten 
am rande nachgetragen 



42. 4:\ 49 

sin valscheit und sin böse drift, 
darmede he mannigen so vorgift. 

43. Das schaf und der hlrsch. 

Dorch schult to dem schape quam 
dat herte und to tilgen nam 
den wulf. it sprak: ,betale mi 
min korn, dat ik lende di.' 
des wulves jegenwördichet 5 

erschrickde mer und schapde iet 
dem schape wen des hertes dram. 
doch dissen sin it vor sik nam: 
dages bat it unde tit, 

dat it möchte werden quit 10 

anklage lind rechter ticht 
des hertes, it bedrövde wicht, 
alene quam dat hert also 
weder, des dat schap wart vro. 
dat herte sine schulde ander 15 

dartegen sik dat schap vormande. 
it sprak: ,sint du van weide mochtest, 
unrechte schult du an mi sochtest. 
so rechte sam de schulde din [24 a] 

sint, so nim betalinge min. 20 

to diner vlucht so geve ik di 
dat wilde velt: dat hebbe gi. 
schulen in des waldes dru 
gif dinem valschen tügen du.' 

11 syn ind boise drifft 12 dar myd hie vorgifFt 

43. 1 durch zo schaiff 2 dat hertz vnd zo zuge 3 wulff 
{roter strich) id sprach betzale (klammer gestrichen) mich 4 myn dass 
ich leende dich 5 wulffö yegenwordicheyt 6 eracbrickede meer ind 

schaffede leyt 7 schaiffe (roter strich) hertzes 8 id sich 9 bath id 
vnd zyd 10 das mochte quyd llanclageind tzicht 12 hertzes ^ro^er 
strich) id bedroifFde 13 alleyne hertz 14 roter strich nach weder 
schaiff 15 hertz 16 dar yegen sich schaiff 17 sprach machst 18 vn- 
rechte mir sechst 19 die 20 sind (roter strich) nym betzalunge 
myn 21 zo dyner vluicht geue ich dir 22 haue yr 23 schulent 
24 gyff dinen zugen 

Loitzmann, Die fabeln Gerhards von Mindon. 4 



50 43. 44. 

En mechtich vaken dat begint, 25 

daran de simpel en vorwint: 
alsüs de simpel anne wert 
van valschen tügen dicke ert 

44. Der wolf und die sau. 

De wulf an ene stat quam, 
dar ene rangen he vomam: 
van krankheit was se swanger. 
he sat sik up den anger 

vor se unde sprak also: 5 

,moder, du sali wesen vro. 
anken, suchten horde ik di: 
di to denste bede ik mi. 
ik wil mit samfter söten tucht 
entvan dine jungen vrucht 10 

de is klenlik unde krank: 
daran wil ik vordenen dank.' 
de ränge sprak dem wulve to, 
mit sülken worden sachte se so: 
,kumstu dorch de hülpe min, 15 

beter kan di nümmer sin, 

men dat du rumest disse bucht. [24 b\ 

ik danke di, nabur, diner tucht: 
dat weren jümmer swake sede, 
dat dar weren menne mede, 20 

dat alene vroulik is. 
wultu des vorder werden wis, 

25 eyn mechtzich begyot 26 dar an der sympell 27 alsus der 
sympell 28 zugen 

44. 1 der wulff eyne stad 2 eyne hie 3 krancheit was. 

hie 4 hie sattze sich vff 5 vur sie vnd sprach 7 anchen suchten 
huirde ich dich 8 dir zo ich. mich 9 ich myt samffert sotzea 

Zucht 10 entfain iungen 11 die kleynlich ind kranck 12 dar an 
ich vordeynen danck 13 die sprach wulfFe zo 14 myt sulchen 

antwoi*den sie 15 kumpstu durch die hulffe myn 16 besser dich nüm- 
mer syn 17 dattu 18 ich dancke dych nabuir zucht 19 iummer 
swache 20 manne 21 alleyne vroulich 22 vorder 



44. 45. 51 

vrage darum de moder din: 

min tüch sal se des jümmer sin. 

din vader sülven nicht enkan 25 

dar sin noch nin vrömet.man, 

de mit siner misstalt 

vorveren möchte junk und alt.' 

Den valschen nümmer du löven salt, 
de mester leret junk und alt: 30 

se spreken got, se menen quat, 
vorgift er herte jümmer hat 

45. Das lamm und die ziege. 

En schap er lam der segen ho 
bevol, dat se it nerde jo, 
also se dede ere egene vrucht: 
stis quam dat lemkin mank de tucht 
der hökene und in ere schar. 5 

des herdes hunt wart des enwar. 
scharp he to dem lemkin sprak: 
,got geve di, vasel, ungemak! 
wo kumstu mank de hökene min, 
de nicht als du geschapen sin? 10 

vorhef di bolde na diner schar [26a\ 

und diner moder, der nim war.' 
mit vrochten sprak dat lam also: 
,süs lange hebbe ik lövet jo, 

23 dar dan vm die 24 myn zuich sali sie iummer 25 roter strich 
nach vader suluen nyt en kan 26 roter strich nach sin nyn vromet 
27 die myt syner mysstalt 28 vorueren mochte iunck vnd 29 nummer 
louen 30 der meister liert ianck vnd 31 sie sprechen guid sie meinen 
quayt 32 vorgifft eir hertze iummer hait 

45. 1 eyn schaiff zegen 2 beuoil (roter strich), sie id neirde 

(am rande nachgetragen) iummer yo 3 sie frucht 4 sus iemghin 

manck zucht 5 üoichene (roter strich) ind erer schair 6 heirdes 

en wair 7 scharff hie zo Iemghin sprach 8 gheue dich vngemach 

9 we kumpstu manck die hoichene myn 10 die nit also geschaffen 

11 vorheff dich balde dyner schair 12 jo vor vnd rot gestrichen dyner 

nym wair 13 myt vruchten sprach 14 sus han ich gelouet yo 

41c 



52 45. 46. 

dat de sege were min moder 15 

und desse andern süstern und broder: 
süs mende ik, dat mi beter were 
bekant dan unbekande dere. ' 

De mester spreken, wonheit is 
de ander natura, dat is wis: 20 

süs mannich quat van wonheit plecht, 
dat doch sin bort nicht buten secht 

46. Die hasen und die firSsche. 

Enen rat de hasen nemen, 
dorch den se tosamene quemen, 
wo dat se vor andern deren 
nicht mer vrüchten noch vorveren 
sik wolden giner leie wis. 5 

en ut den allen, de den pris 
des rades vant, gink hoge stan 
boven se alle und began 
des rades ende spreken ut. 

süs sprak he to en överlut: 10 

,der naturen wederstan 
und den kreften wedergan 
men sal, up dat de wonheit herde, 
US de ander nature werde.' 
desse rede de mene det [25 b\ 15 

lovde gans und ho tolet: 
se sworen, dat se sülven morden 
sik wulden, er se vlüchtich worden. 

15 die zege myn 16 vnd anderen susteren vnd 17 sus ich mich 
besser wer 18 den vnbekanden der 19 die meister sprechen wonheyt 
20 die natuir ist wys 21 sus; quaid woinheyt 22 geboii*t nit vssen 

46. 1 eynen rait die 2 durch sie zo saraen 3 we sie vur 
anderen deeiren 4 nit vrüchten vorueren 5 sich laszen ghinerleye 
wys 6 eyn vss die prys 7 raides ginck hoich stain 8 bouen 
sie alle über der xeile eingeschoben ind begain 9 raides sprechen vss 
10 sus sprach hie en euer luit 11 weder stain 12 ind krefften weder 
gain 13 roter strich nach sal vff die woinheit 14 vns die natuir 
15 die meyne deyt 16 louede vnd zo leit 17 sie sie suluen 

morden 18 sich roter strich nach wulden sie vluchtzich worden 



46. 53 

under dissen reden quemen riden 

jeger mit hunden vil to tiden. 20 

vlüchtich hof sik en ander spei, 

er en dat över den andern vel, 

de ene hir, de ander dar: 

vlüchtich wart de grote schar. 

an der vlucht do sülves schach, 25 

se vloen alle dorch ene bach. 

van erem storme der poggen schar 

daran gelegen quam in var: 

alle nemen se sik vlendes an. 

en van den hasen dat vomam, 30 

he sprak: , höret, seilen got, 

sachte sätet juwen mot. 

nicht tomale disse rat 

US doch noch uses vlendes dat 

nicht levet, des gelövet mik, 35 

dat nicht derve vrüchten sik: 

bi dissen poggen dat beset, 

de US blöden alle vlet. 

wetet, dat allet, dat dar levet, 

under heren dwange levet 40 

we don na user naturen art 

und vlen in nöden to velde wai-t [26a] 

und söken nicht des waters grünt: 

dat dünket mi de beste vunt' 

Dat diner naturen egen is, 45 

deistu dartegen, so deistu mis. 

19 mer vnder ryden 20 yeger myt zo zyden 21 vluiohtich hoff 
sich eyn 22 eir eyn ouer anderen 23 der eyne hyr der dair 
24 vluichtich die groisse schair 25 vluicht silaes 26 sie vluin 
durch eynen 27 eren pocgen schair 28 dar an roter strich nach 
gelegen vair 29 sie sich vleendes 30 eyn 31 hie sprach höret 
gesellen guid 32 satzet vren moid 33 nyt zo maill rait 34 vns deich 
(roter strich) vnses vleendes 35 nyt lieuet gelouet mich 36 dat nyt 
dorne vrüchten sich 37 hy pocgen beseet 38 die vns bloeden allen 
vleet 39 wesset allit lieuet 40 vnder lieuet 41 wyr dein 
vnser airt 42 vnd vleen noden zo 43 vnd sochen nyt waszers 
44 das dunckt mich der 45 dyner 46 deystu dar yegen deystu 



54 46. 47. 

ervare, söke der üverlde rink: 
en itlik vint sinen överiink. 

47. Der ISwe und der hirt. 

In ener jacht dem louwen schach, 
dat an sinen vot en stak 
en dorn scharp und ungehüre: 
der plage enwiste he gine stüre. 
in sülker not to wolde quam 5 

he enen herde dar vornam. 
mit krankheit als he do mochte, 
otmödigen he den herde sochte: 
de herde wart des ser vorvert, 
sint he des was alungelert, 10 

wer vlen he sulde of vechten dar 
vor des starken louwen var. 
jo doch to sinne quam he weder: 
he sat sik up de erden neder. 
aldüs quam in suchter mote 15 

de louwe mit sinem seren vote: 
vredes teken vornam de man. 
des louwen ser he sik vorsan: 
he loste en van des dornes we. 
de louwe negde, ho dankde he [26b] 20 

sinem arsten. darna schach, 
dat de louwe vangen lach 
an ener knien, dar er mer 
ane hadde en könink her, 

47 eniare soche rynck 48 eyn ytlich ouerlinck 

47. 1 eyner yacht lewen geschach 2 das vois ene stach 

3 eyn scharff ind vngehuir 4 en wiste hie ghinen stuir 5 solcher 
noit zo 6 hie eynen heirde 7 myt krancheit hie 8 otmödigen 
hie dem heirde 9 der heirde sier vorueirt 10 hie all vngelieii; 

11 wair vleyn hie off 12 staroken lewen vair 13 zo synne hie 
14 hie Satze sich vff die 15 aldus suchten raoitze 16 der lewe myt 
sinen sioren voitze 17 tzechen der 18 lewen sier hie sich 19 hie 
leiste domis wie 20 der lewe neigede danckede hie 21 sinen 
roter strich nach arsten dar na geschach 22 der lewe 23 eyner hie 
24 an had eyn koninch here 



47. 55 

louwen to vorverlicheit. 25 

dar sülves wart ingeleit 

des louwen arste, de arme man, 

dorch schult, de he hadde began. 

wat Schach an der kulen dar? 

de louwe wart sins arsten enwar: 30 

dank, den he em konde do 

bewisen, dede he vuUenho. 

de andern louwen wulden dar 

den man toriten sunder spar. 

siner wer de louwe began: 35 

he gink vor sinen arsten stan. 

mit ernsthachtigem grimmigem berde 

de louwen alle he vorverde 

und mit sinem starken bilde 

he de sülven louwen stilde. 40 

dit Wunderwerk und disse schiebt 

dem köninge blef vorswegen nicht 

utwinnen let he do tohant 

den man: van em do wart bekant, 

wat denst de man dem louwen bot, 45 

do he was an siner not. 

grot wunder des de könink nam. [27 ä\ 

wat dede de here lovesam? 

in siner wisheit doget do 

der beder dat begnade he jo: 50 

den armen man, den louwen vin 

gaf bede los de gnade sin. 

25 lewen zo vomerlicheyt 26 (silfffc rot gestrichen) siluis ingeleyt 
27 lewen roter strich nach arste der armer 28 durch die hie had begain 
29 geschach 30 der lewe syns gewair 31 danck hie 32 bewysen 
(roter strich) hie vullen ho 33 die anderen lewen 34 zo ritzen spair 
35 syner weer der lewe 36 hie ginck vur stain 37 myt emsthachtzigen 
grymmigen geberde 38 die lewen hie alle voruerde 39 vnd myd sinen 
starchen 40 hie die suluen lewen 41 wunder werck ind 42 koninge bleeff 
43 vss wynnen leyt hie zo hant 44 roter strich nach man en 45 der 
lewen boet 46 hie syner noet 47 -grois der koning 48 der louesam 
49 in fehlt syner wysheit 50 beider daet begenadede hie (do gestrichen) yo 
51 dem dem lewen fyn 52 gaff beide lois die 



56 47. 48. 

ton schapen wart de man tohant 
und de louwe to wolde sant. 

Waldat saltu nümmermer 55 

vorgeten, van dem louwen ler: 
sint, wat men in den goden lecht, 
is wal bewant, de mester secht. 

48. Das pferd und der ISwe. 

En pert an ener weide nam 
sin voder, dar ei;i louwe quam, 
na sinem sede sochte he 
sin gener: dat dede we 

dem perde, it quam in grote var. 5 

do it sach den louwen dar, 
it sprak: ,mi heft alüm behaft 
mit lede disses louwen kraft, 
vle ik, so bin ik verloren, 

ane were jo tovoren.' 10 

it dachte süs: de louwe is got, 
milde und barmhertich is sin mot: 
mit drögene wil ik behelpen mik, 
van adele he vorbarmet sik. 
it krassde mit den voten sin [27b] 15 

de erden: alsüs sins ledes pin 
it bewisde vor dem louwen got. 
de louwe, also de goden dot, 
um sin iet vragde he dat pert. 
it sprak: ,ach, here, mi övel wert: 20 

53 zon schaiffen der zo hant 54 vnd der lewe zo gesant 55 waldaet 
nummermeer 56 vorgesszen lewen leer 57 guiden 58 wall der meister 

48. 1 eyn peird eyner 2 voeder (roter strich) eyn lewe 3 sinen 
hie 4 geneir (roter strich) wie 5 peirde (roter strich) groisze vair 
6 lewen dair 7 id sprach mich hat all vm behafft 8 myt leide lewen 
krafft 9 vlee ich ich vorloni 10 weer io zo vorn 11 id dach sus der 
lew ist guid 12 mylde ind barmhertzich meid 13 myt drogene ich 
behelffen mich 14 hie sich 15 id crasszede myt voiszen 16 roter 
strick nach erden alsus syns leides 17 id bewisede (roter strich) vur den 
lewen guid 18 der lew die guiden doyt 19 vm leyt vragede 
hie peird 20 id sprach mir ouel 



48. 49. 57 

hinden an dem vote min 

is en dorn, des mot ik sin 

des dodes ofte j (immer lam.' 

van barme he do tom perde quam: 

he tröste dat pert, he lovdj it sunt 25 

und des dornes wisse vunt. 

alsüs dorch dat sülve we 

sat sik de louwe up sine kne. 

als he mit vlite darna sach, 

wart dem milden louwen en slach 30 

vor sin höft unbarmich grot: 

süs siner trüwe de louwe not. 

de louwe weder to sik quam 

und sinen viant nicht vomam. 

he sach em na, alsüs he sprak: 35 

,sülven hebbe ik dit ungemak 

gemaket dorch dine pin: 

dat betüget wal dat hövet min.' 

Dem undanknemigen saltu nicht 
got don, de mester secht: 40 

sint allet, dat dar levet, secht, [28a] 

vorlüs is, dat men an en locht 

49. Die fledermaus. 

Van derten und van vögelen al 
wart upgeropen strides schal: 



21 voisze myn 22 is fehlt eyn roter strich nach dorn moiss ich 
23 dodis (roter strich) of iummer 24 barmhei*tzicheit hie zon peirdo 
25 hie peird hie louede id gesunt 26 vnd dorais 27 alsus silue wie 
28 Satze sich der lewe vff 29 hie myt vlysze dar na 30 mylden lewen 
eyn 31 houfft vnbarmich greis 32 sus syner truwe der lew genois 33 der 
lewe ZG sich 34 ind nyt 35 hie na über der xeile rot nachgetragen 
alsus hie sprach 36 siluen han ich vngemach 37 gemachet (roter 
strich) durch 38 bezuget houft myn 39 vndancknemigen 40 guid 
dein (roter strich) der meister spricht 41 lieuet (t Ober der xeile nach- 
getragen) 42 vorluiss roter strich nach is yn 

49. 1 dertzen ind vogelen all 2 vff geroffen strydes schall 



58 49. 

se scheiden um er werdicheit, 

wem vor den andern were bereit 

lof, ere und darto pris. 5 

de louwe als en könink wis, 

alle der to siner schar 

sammeld? he wal dusent par: 

des gelik de adeler 

vorgaderde ok en grot her 10 

van vögelen als en vörste rik. 

se worden ens, wo dat den krich 

enden sulde en herlik strit 

wat geschach tor sülven tit? 

en vledermus ok dat vornam: 15 

se to dem perlemente quam. 

do se horde disse rede, 

do wulde se to stride mede: 

se woch dat lücke hir und dar. 

se tekende sik to beder schar: 20 

van Voten wulde se sin en der, 

jo doch so künde se vlegen mer. 

stark sach se des louwen schar: 

se helt sik to den müsen dar. 

binnen der tit de adeler 25 

to hemel vloch aldorch sin her: [28b] 

Jovi sinem gode grot 

he löfte unde gave bot. 

dem sülven gode na siner art 

leve to der gave wart: 30 

3 sie scheelden vm eir werdicheyt 4 vur anderen were am rande 
nachgetragen bereyt 5 loff eir vnd dar zo prys 6 der lewe eyn kontng 
wys 7 deir zo syner schair 8 hie dusint pair 9 gelich der 10 vor- 
gadderde euch eyn grois 11 vogelen (roter strich) eyn forste greis 
lych 12 sie eyns eyn krych 13 eyn heerlich stiyd 14 zo der siluen 
zyd 15 eyn vleidermuiss oucb 16 sie zo 17 sie hoirde 18 sie zo 
stryde 19 sie weich gelucke hyr vnd dair 20 sie (roter strich) tzechende 
sich zo beider schair 21 voiszen sie eyn deir 22 sie vleegen meir 
23 starch sie lewen schair 24 sie sich zo muiser dair 25 bynnen zyd 
der 26 zo vioich al durch heer 27 Joui sinen groit 28 hie louede 
(roter strick) vnd gaue boet 29 siluem nach syner 30 lieue zo ghaue 



49. 59 

he lovde em win unde sege 

und siner wedersaten vlege. 

van sülkem tröste de adelar 

vrolik quam to siner schar: 

he schickde sine spissen, 35 

dat he der siner missen 

nicht wulde van der gnaden grot, 

de em sin got van boven bot 

den trost de vledermus vornam: 

vil snel an dissen sin se quam. 40 

ere klet dat weren veder, 

se mende: düs quam se weder 

ton vögelen und to en sik gaf, 

dar se sik hadde togen af. 

mit säte wart geendet 45 

de krich und wederwendet: 

geandet wart tor sülven stunt 

der vledermus behende vunt 

mit klage van den vögelen dar, 

wo dat se sik van etev schar 50 

gewesselt hadde sunder not. 

nu höre, wat de hupe bot: 

van beden schichten ordelt wart, [29a] 

dat men er dorch er untrüwen art 

afnemen solde de vedem er 55 

und ok scheden van der dere her. 

dorch dat noch de vledermus 

is noch hir noch dar to hus: 



31 hie louede ind 32 ind syner wedersaszen 33 sulcben troiste 
der 34 vrolich zo syner schair 35 hie schickede 36 hie myssen 
37 nyt roter strich nach wulde groit 38 [der god bouen boit 
30 der vledermuiss 40 vill snell sie 41 eir cleyt 42 sie dus sie 
43 zon vögelen vnd zo sich gaff 44 sie sich gezogen äff 45 sasze 
46 die kiych vnd 47 geandeyt zor siluen 48 vleidermuiss 49 ciaige 
vögelen dair 50 we sie sich eirer schair 51 noit 52 hoir der huffe 
boit 53 beiden geordelt wairt 54 eir durch eirer vntruwen airt 55 äff 
nemen die vederen eir 56 ind euch scheiden deire 57 durch die 
vleidermuiss 58 hyr zo huiss 



60 49. 50. 



des wart se gebeten do 

in latino vespertilio. 60 

Utscheden sal men und is recht, 
de up beden schuldem drecht 
dorch dat di leret disse list: 
blif, dar du geschicket bist 

50. Der hirsch und sein gewelh. 

Dat herte quam up ene bach 
dorch dorstes not, daran it sach 
sins lives formen walgedan: 
jo doch mishagde em daran 
de klenheit der bene sin. 5 

do lovde he de twiger vin, 
darmede sin höft gesiret was, 
als ik in Esopo las. 
na dissen reden dit geschach, 
als sik dat hert ümmesach, 10 

wart it vele der jeger enwar 
und erer hunde mannich par. 
sin er bene brukde he do: 
bolde he to wolde vlo. 

der Jacht were he entkörnen, men [29b] 15 

dorne und büsche hinderden en. 
dat was al der hörne schult: 
dar blef dat hert an siner dult 

Vil dicke priset dat en man, 
dar let em wedervaret van: 20 



59 sie gebeszen 60 vesper tilio 61 vsz scheiden salinen ind 62 der 
vff beiden schulderen 63 durch dich Hert 64 blyff 

50. ihertz uffeyne 2 durch noit (sckwarxer strich) d&i Siu 3 syns 
lyffs walgetain 4 misshagede yn dar an 5 die cleynheit beyne 6 lo- 
uede bie die zwiger flu 7 dar myd boufft gezyret 8 icb lass 10 sieb 
bertz vm sacb 11 id viil yegere gewair 12 vnd pair 13 syner 
beyne brucbede bie 14 balde bie zo walde vloy 15 iacht bie schwarxer 
strich nach entkernen 16 doime vnd buisscbe 17 all boirne 18 bleeff 
bertz syner 19 vill pryset eyn 20 leyt en weder varet 



50. 51. 61 

vil klene he dar ok up sleit, 
dar Saide em is van bereit. 

51. Frauentrene. 

Ener vrouwen er man 
afstarf, des se sorge wan. 
se schreide up dem grave sin: 
sin dot was er en bitter pin. 
nü gröter liden jenich man sach, 5 

dan um den man de vrouwe plach. 
dat Schach an der sülven tit, 
dorch misdat wart sins lives quit 
en def: an ener galgen dar 

wart de hangen alopenbar. 10 

geboden was bi lives not, 
dat nemant, de den sülven dot 
vrochte, solde en houwen af 
noch em graven minschengraf. 
dar sülves wende en ridder vin, 15 

de des doden siüde sin 
en vorwarer siner tit. 

des hangenen minschen wart he quit [30a] 

vormiddest vründen unde magen/ 
de den hangenen minschen dragen 20 

hadden ut der galgen stede 
und graven na der vründe sede. 
de schult up den ridder quam: 
let und var he des nam, 

21 cleyne hie och uff sleyt 22 berejrt 

51. 1 eyner eir 2 äff starf (roter strich) sie soirge nam 3 sie screide 
vff graue 4 doit eir eyn bitzer 5 nu groiszer lyden ienich 6 vm die 
7 goschach siluen zyd 8 durch mysdait syns lyffs quid 9 eyn deeff 
eyner dair 10 die gehangen all offenbair 11 by lyffs noit 12 die 
siluen doit 13 fruchtede (roter strich) äff nach en rot gestrichen äff 
14 ene grauen mynschen graff 15 silues eyn ritter fin 16 die 17 eyn 
syner zyd 18 mynschen hie quyd 19 vormyddest vrunden vnd 
20 die mynschen gedragen 21 roter strich nach hadden uss 22 vnd 
gegrauen frunde 23 die vff ritter 24 lejrt ind vair hie 



92 51. 52. 

not be bestalt solde ban 25 

bode um den vordömden maiL 

rat und trost, als be wal mocbte, 

he an der sülven rronwen sochte, 

der Yorstonren was er man: 

Tmntschop, ganst he to er san. 30 

den ridder se mit love entvenk. 

se sprak: , ridder, gi ensült nicht lenk 

truren ümme disse schiebt 

min man, de dar graven licht, 

sal an des hangenen stede han, 35 

Hint dat j (immer mach bestan, 

dat dat levent redde den dot: 

süs kome gi ut juwer not 

ok latet gik dar nicht vor gresen: 

men secht, he heft de def gewesen.' 40 

Nicht alle vrouwen trtiwe sint, 
in mannigen boken men dat vint: 
vorgeten is de dode vrunt, 
wan on leve wert er kunt 

53. Die fran und der liebhaber. 

In ener stat on vrouwe was, [30b\ 

als ik in Ksopo las. 
mannich jar er küscheit lef 
was, daran se also blef: 

to leston kerde sik er mot 5 

to onom jungen, den se lot 

iI5 hio solilo In^stalt luiin 26 hoede vm vordomeden 27 i"ait vnd 
tnust hio 2S hio siluon 29 vorstonien eir 30 vruntscLaff hie zo eir 
lU niltx>r sio luyt louo outfenck 32 sio sprach ritter \t en sult nit lenck 
vU) viu 3-1 i»yu dio grauen 35 an den hain 30 iummer bestain 
37 dÄJ» Knu>nt doyt 38 sus yr uss vrer noit 39 euch laiszet uch nyt 
40 hio h«t d\>r dkxflt 41 truwe 42 bochen beviut 43 vorgeszen der 
(hmt 44 oyw liou<\r wiit eir 

%1i\ l eynor stait eyn vrowe 2 ioh 3 iar der kuisoheit liefif 4 roter 
*fmA wrt«*A wüs dar an sie bleiff 5 lom sich eir ine\-t 6 zo eynöi 
iu\\^>i\ ^^ loit 



52. 53. 63 

se sprak: ,wete sunder list, 

dat du mi de lefste bist, 

den ik ju up erden wan.' 

he sprak: ,vrouwe, dat neme ik an 10 

und danke des juwer leve ho. 

doch wet ik juwen sin also: 

wal dat gi mer der leven han, 

doch sal juwe sin min, vrouwe, van. 

sint bi gik is, des ik beger, 15 

dat juwe sal sin min gener.' 

Wal dat men lest van vrouwen got 
unstedicheit und wankelmot, 
de Schrift des ok ne enloch: 
wis was de, den ne wif bedroch. 20 

53. Die wSlfe und die sehafe. 

Wulf und schap up ene tit 
nemen enen vornomen strit 
dorch de vede, de under en was, 
als ik in Esopo las. . 

dat schap mit velen wedderen quam: 5 

de wulf dartegen wülve nam, 
junk und olt, darmede he bilde [3id\ 

quam tom sülven hövetstride. 
dat schap brachte ok an siner schar 
vil groter hunde. do der enwar 10 

wart de wulf, sin mot darmede 
erschricket wart: um enen vrede 

7 sie sprach wesze 8 mir die liefste 9 ich ye vff 10 hie sprach 
dass nemen ich 11 vnd dancke vre leue 12 weiss ich vren 13 yr 
meer lieuen 14 soll vr myner vrouwen 15 by uch ich 16 vre 
myn geneer 17 guid 18 vnstedicheyt vnd wanckelmoit 19 die scrifft 
ouch en loich 20 wys der (roter strich) wyff bedroich 

53. l wujff vnd schaiff vff eyne zyd 2 eynen stryd 3 durch die viede 
die vnder 4 ich 5 schaiff myt 6 die wulff dar tzegen wulfe 7 junck 
vnd alt dar myd hie 8 zo dem siluen houfft stryde 9 schaiff ouch syner 
schair 10 groiszer en wair 11 der wolff (roter strich) moet dar mede 
12 vm eynen 



64 53. 

sprak he tohant mit lesicheit, 

de siner list ju was bereit 

bolde van der wülve art 15 

disse vunt gevunden wart: 

men solde en antworden banden 

de olden van den sülven hunden 

und solde se dar nicht mede letten; 

to gisel wuiden se weder setten 20 

den schapen junger wülve schar 

en michel del. tohant wart dar 

en sone und en vrede geven, 

daran se sament sulden leven. 

de wülve de hunde to sik nemen. 25 

men bolde, do se to holte quemen, 

wart de vrede van en vorgeten: 

algader se de hunde toreten. 

der schape gisel doch ne enwart 

gemöjet na der goden art. 30 

hirunder ok de wülve dachten, 

wo se to hus er jungen brachten: 

se gingen sliken al mit listen, 

dar se de sülven jungen wisten. [stb] 

to ener tit na erer art 35 

de jungen hulden: als dat wart 

van den olden hört, tohant 

der wülve. schar do wart vormant. 

mit grimme se ton schapen Sprüngen 

und se van aller were drungen. 40 

13 sprach hie zo hant mjrt leysicheit 14 die syner lyst ye bereyt 
15 balde wulfe airt 16 wairt 17 gebunden 18 die dem siluen 
19 vnd sie nyt letzen 20 zo gyzel sie setzen 21 schaiffen iunger 
wulfe schair 22 eyn deil wart zo hant 23 eyn soin (roter strich) ind 
eyn frede gegeuen 24 dar an sie leuen 25 die wulfe die zo sich 
26 balde sie zo holtze 27 die vorgetzen 28 all gader sie die zo 
retzen 29 schaiffe gyzell en wart 30 gemoyet (roter strich) nach 
guiden airt 31 hyr vnder euch die wulffe 32 sie zo huis eir iungen 
33 sie slyszen all myt 34 sie die silaen iungen 35 zo eyn er zyd nach oirer 
36 die iungen huleden 37 alden gehoirt (roter strich) zo hant 38 wulue 
schair 39 myt grymme sie zon schaiffen 40 ind sie weir 



53. 54. 65 

se spreken, dat en broken were 
sone, vrede weder ere 
an eren jungen: darmede se 
vordelgden dat unschuldige ve. 

We des ungetrüwen schont, 45 

untrüweliken wert em lont. 
denk ok an der schape vorlüs: 
de di beschermet, nicht en vorküs. 

54. Die axt und die bänine. 

Ene exen hadde en smit gemaket, 
van snede und van schicke raket: 
doch künde he nicht besinnen, 
wo he en helve möchte winnen, 
darmede he der exen macht 5 

vorvöre, als he hadde dacht, 
alsüs mit sorgen gink he holde 
dorch rat to dem grönen wolde: 
de böme begunde he söken, 
elren, dannen unde böken, 10 

alhorn, widen unde linden 
und alle, de he künde vinden. 
he vragde, war he en helve neme, [32a] 

dat siner exen evene queme, 
dar he de mede möchte merken 15 

und ok sinen willen werken: 
dat wulde he holden na erem rade 
und en des danken vullendrade. 

41 sie sprechen das em gebrochen 42 seine 43 iungen (roter strick) 
dar mede sie 44 vordelegeden vnschuldige vee 45 wer vngetruwden 
scheint 46 vntruwlichen geloint 47 denck euch schaiffe vorluiss 
48 der dych nit vorkuiss 

54. 1 eyne had eyn smyd gemachet 2 ind geracfiet 3 hie nyt 
4 we hie eyn helue mochte 5 dar myd hie 6 vorvoire hie had gedacht 
7 alsus myt ginck hie balde 8 durch rait zo gronen walde 9 die boome 
hie zo soeben 10 ind bochen 11 wyden vnd 12 vnd die hie 13 hie 
vragede wair hie eyn helue 14 euen 15 hie die mochte merchen 
16 vnd ouch werchen 17 hie eren 18 vnd dancken vullen di*ade 

Lcitzmann, Die fabeln Gerliards von Minden. 5 



66 54. 

do sprak en ek, de was grot: 

,dorch disse bede und juwe not 20 

möte gi to usem köninge keren, 

dem hagedorn, usem heren, 

den we darto hebben koren 

to mannigen jaren hir bevoren, 

wat de büt an dessem wolde, 25 

dat men dat sunder were holde.' 

de hagedorn en do sande 

to dem alhorn, de bekande 

des köninges bot unde dede: 

he gaf dem manne na siner bede 30 

en helve, dar he mede besöchte, 

of kraft siner exen döchte. 

enen alhorn he do velde, 

de der exen sterke melde. 

he hou darna mer böme neder 35 

und quam so to dem eke weder 

und hou dem en grote wunden: 

he hadde den rat tom ersten vunden. 

dorch dat mit klage he do sprak 

to der espen: ,ungemak [32 b] 40 

und ewich let us wedervert: 

dit exentüch us al vorhert' 

mit bevende de espe do 

to dem eke sprak also: 

,us egen is disse schult: 45 

darum we hebben möten dult' 

19 sprach eyn eech der groiss 20 durch vnd vre noit 21 motze 
yr zo vnsem koninge 22 vnsen 23 den fehlt wir dar zo han gekoren 
24 zo yaren hyr heueren 25 der gebuid dessen walde 26 das s. haldo 
27 die 28 zo ahom die 29 köninges gebod (roter strich) vnd 30 hie 
gaff syner 31 eyn helue hie besöchte 32 off kracht syner dochte 
33 eynen ahom hie 34 die sterche 35 hie how dar na meer boeme 
36 vnd zo eeche 37 vnd how eyn groisze 38 hie had raid zo 
dem eirsten gevunden ,39 durch clage nach durch rot gestrichen myt 
clage hie sprach 40 zo vngemach 41 vnd leyt vns wederuert 
42 dyt exen tzuch vns 43 myt bouende die 44 zo eeche sprach 
45 vns eigen 46 dar vm wir hauen moiszen 



54. 55. 67 

Welk man sinen viant sterket, 
let und schaden em dat werket: 
dit sint ok Salomones wort, 
de war sint und vU. gehört 50 

55. Der wolf und der hund. 

In dem wolde to ener stunde 
de wulf motte enem hunde, 
de was vet und stark genoch: 
van isern he enen halsbant droch 
van tacken scharp, nicht openbar, 5 

en del vorborgen in dem har. 
de wulf sprak um enen vrede. 
darna begunde he disse rede: 
, seile, ik segge di sunder spot, 
du bist so rechte wal gevot 10 

vet is din lif, din hut is slicht: 
mager is jümmer din kökene nicht' 
de hunt sprak: ,it si di secht, 
dat min here miner plecht 

wal und lide nümmer not: [33a] 15 

mi sadet dicke sin egen brot 
ok is mi sin gesinne got: 
mannich vet ben mi dat dot, 
dat ik doch nicht dorch hunger gnage. 
dat makt, dat ik em wal behage. 20 

ok darf ik nicht buten naschen: 
se latet mik er vate waschen. 

47 wellich sterchet 48 leyt vnd weichet 49 sind euch salo- 
inonis woird 50 die wair sind (roter strich) vnd vill gehoird 

55. 1 walde zo eyner 2 der wulff motze eynen 3 der vetz vnd 
starch genoich 4 ysern hie einen droich 5 tachen scharfF nyt offenbair 
6 eyn deil hair 7 der wulff sprach vm eynen 8 dar na hie 9 ge- 
selle ich sage dir 11 vetz lyff huid nach 11 der hunt sprach it sy 
dich gesecht rot und schwarx gestrichen 12 iuramer koichene 13 der 
hunt sprach sy dich gesecht 14 myn myner 15 roter strich nach 
wal vnd lyde nummer noit 16 mich saidet egene breit 17 euch 
mich gesynne guid 18 bein mich doit 19 ich nyt 20 machet ich 
21 euch darff ich nyt buszen nasschen 22 sie laiszet mich eir vaitze wasschen 

5* 



68 55. 

in den schüren unde schoppen 

mach ik mi wal mit stive bestoppen. 

in dem huse vor dem kolden 25 

mach ik mi alsüs makes wolden.' 

do sprak de wulf: ,di is gegeven 

na dissen reden en selich leven: 

möchte ik en jar des gewolden, 

dat mi en got man wulde holden, 30 

to danke wulde ik em denen 

und en mit allen trüwen menen/ 

,dit mach di sehen,' sprak do de hunt, 

,wal an disser sülven stunt: 

min here of ok en ander man, 35 

de allerbest di vöden kan, 

de helpt di gerne na groten dingen, 

wultu di na dogeden dwingen. 

de süt gerne, dat du em denest' 

do sprak de wulf: ,of du dat menest, 40 

so help, dat mi entva din here: 

mit em ik allerlevest were.' isst] 

düs weren disse twe to vrede: 

to hus de hunt, de wulf gink mede. 

als it süs und so geschach, 45 

de wulf den halsbant liggen sach 

um den hals dem sülven hunde. 

vragens do de wulf begunde: 

,leve seile, do mi bekant, 

wat bedüdet disse halsbant, 50 

23 schüren vnd schoffen 24 ich mich myt bestoffen 25 den 
hülse vur den kalden 26 ich mich alsus gemaches gewalden 27 sprach 
der Wulff dich gegeuen 28 Dach eyn leuen 29 mocht ich eyn iar 
gewalden 30 mich eyn guid halden 31 zo dancke ich deinen 32 vnd 
ene myt tniwen meynen 33 dich geschein sprach der 34 siluen 
35 myn off euch eyn 36 der aller best dich voeden 37 die helfft 
dich groiszen 38 dich nach . 39 die suit en deinest 40 sprach der 
Wulff off meinest 41 helff mich entfa 42 myt eme ich aller lieuest 
43 dus zwe zo 44 zo huis der der wulff ginck 45 als sie sus so 
46 der wulff 47 vm den den siluen 48 der wulff 49 lieue geselle 
mich 50 bedudet 



55. 69 

de um dinen hals di lecht?' 

de hunt, de sprak: ,it si di secht. 

ik was in jöget also wret, 

dat ik vorverde unde bet 

vriint und vrömde, wat ik sach: 55 

darümme wart mi mannich slach. 

darna min here mi to leve 

gaf mi den bant, dat ik de deve 

und dem wulve solde weren, 

de em dat sine wulden vorteren.' 60 

des wulves mot na dissem werde 

tohant sik karde, de he horde, 

dat he sik sulde laten dwingen 

und mit siegen to dogeden bringen, 

der he nicht noch sin siechte enkan. 65 

he sprak: , seile, ik wil gan. 

ik danke di lere und goder rede: 

ik mot na minem olden sede 

bliven vort na disser sake 

in vriheit und in ungemake. [34 a] 70 

wallust werde di to leve: 

alene höde di vor de deve. 

vor mi saltu alvelich gan: 

din halsbant is also dan, 

dest ik beholde mine sinne, 75 

nicht kriges ik mit di beginne 

noch jenigen andern unvrede.' 

düs nemen ende disse rede. 

51 der vm dich 52 der der sprach id sy dich gesecht 53 ich 
yoget so wreet 54 ich vorueerde ; iüd beis 55 vnd vromde ich 
56 dar vm mich 57 dar na myn mich zo lieue 58 gaff mich ich 
die diene 59 vnd wulfe 60 die eme vortzeren 61 wuIffs moet 
dissen woirde 62 zo hant sich hie hoirde 63 hie sich laszen 64 vnd 
myt sleegen zo 65 hie nyt en kan 66 hie sprach geselle ich gain 
67 ich dancke dich vnd gnder 68 ich moet mynen 69 bliuen sache 
70 vryheit vnd vngemacho 71 dyr zo lieue 72 alleyne hode dich 
die diene 73 vur mich all velich gain 74 gedain 75 ich myne 
synne 76 nyt ich myt dich begynne 77 yenigen anderen vnvrede 
78 dus neynien 



70 55. 56. 

to dorpe de hont nam sinen gank: 

de wnlf na dem holte sprank. 80 

Lever wil de böse leren 
in ungemake danne streven 
na lere unde werven got: 
sin leven he dos enden mot. 

56. Der wolf und der Igel. 

Men secbt, dat np enem tie 
wolf and egel kumpanie 
loveden in sammender plicht: 
entvlen sulde en dem andern nicht, 
in wat not se jümmer qnemen. 5 

düs scbach, dat se tosamene nemen 
en schap bi enes dorpes stede: 
dar lep de wulf to holte mede 
und let sinen kumpan dar. 

als de sach der hunde schar, 10 

alsüs rep he dem wulve na: 
,en klene, leve seile, sta! 

vorlat mi nicht an disser not: [34b] 

ik sen nicht anders dan den dot. 
um alle trüwe wende di: 15 

dorch kumpanie so küsse mi, 
de we tosamene hebbet hat, 
und segge minen vründen dat, 
dat we aldüs scheden sin, 
dat en din trüwe werde schin.' 20 

79 zo dorffe der hund ganck 8Q der wulff holtze spranck 81 Heuer 
der böse Heuen 82 vngemache dan streuen 83 nach Here (roter strich) 
vnd weruen guid 84 leuen hie dus moed 

56. 1 das vff eynen tzie 2 wulff ind egeU 3 loueden samendener 
4 entfleyn eyn den anderen 5 noyt sie iummer 6 dus sie zo samene 
7 eyn schaiff by eyns dorffes 8 leeff der wulff zo holtze 9 vnd leet 
kumpain dair 10 die schair 11 alsus reeff hie wulfe 12 eyn cleyne 
Heue gesolle 13 vorlaiss mich nyd noyt 14 ich sein nyt doit 15 vm 
truwe dich 16 durch küsse mich 17 die wyr zo samen hant gehat 
18 vnd sage mynen fronden 19 dass wir aldus gescheiden 20 dass yn truwe 



56. 71 

de wulf em do bot sinen munt: 

de egel als en böse hunt 

en vaste bi der nasen grep. 

de wulf van groter pine rep: 

,lat af, we möten sterven bede.' 25 

de egel sprak: ,vröude unde lede 

sint seker trüwer selschop recht: 

got wert des Ion, de trüwe plecht/ 

do se quemen in dat holt, 

de egel sprank in sin beholt. 30 

to dem wulve sprak he do: 

, seile, nu machstu werden yro 

und halen dat schap, dar it blef: 

beholt it alene, dat is mi lef. 

de hunde sint to dorpe weken, 35 

sint ik er nicht enhöre bleken.' 

de wulf do sprak: ,al kumpanie, 

bidde ik got, di vorhat die, 

also mi disse is gedegen: 

mit schaden hebbe ik di gedregen.' [35a] 40 

En drögener sik sülven drücht, 
Esopus secht und nicht enlücht: 
ok kumt he dicke up sinen man, 
de sik mit drögene weren kan. 



21 der wulff eme boet 22 der egell eyn boese 23 by greff 
24 der wulff groiszer reeff 25 laissz äff wir moisszen steruen beide 
26 der egell sprach (roter strich) vroude vnd leide 27 secher ti'awer seischaff 
28 guid werd loin der tniwe 29 sie 30 der egell spranck 31 zo 
wulffe sprach hie 32 geselle 33 vnd schaiff id bleff 34 behalt id 
alleyne dass ist myr leeff 35 die sind zo dorffe gewechen 36 ich eir 
nit en hoire bleechen 37 der wulff sprach alleyne 38 ich god (roter 
strich) dyr vorbatz 39 mich 40 myt han ich dich 41 eyn drögener 
sich suluen dmcht 42 vnd nit en lucht 43 euch kumpt hie vff 44 der 
sich myt drogene 



72 57. 58. 



57. Der mann und der ochse. 

En man hadde enen ossen lef, 
darmede he sinen mes utdref. 
do he mit prekelen en stak, 
mit tome do de osse sprak: 
,mit imgevoge drifstu mi. 5 

du möchtest vil wal bedenken di, 
dat ik mit trüwen hebbe di 
gedenet: nu sleistu mi. 
dat ik disse uDvledichet 

uttrecken sal, dat is mi lef 10 

de man sprak: ,nu berichte mi, 
we disses messes sake si/ 
,der warheit mot ik jümmer jen,' 
de osse sprak: ,ik bin er en, 
de dissen mes gemaket hat/ 15 

do sprak de man: ,din egen dat 
und ok diu munt bekennet des: 
uttrecken saltu dissen mes.' 

Disse osse bedüdet recht 
den schalk und unbeschedenen knecht, 20 

de strafen t dorch de schulde sin [35 b] 

nicht liden wil noch ander pin. 

58. Die beiden wSlfe bei der ernte. 

En olt wulf sprak to sinem sone: 
,du west, de lüde sint bewone. 



57. 1 eyD einen lieff 2 dar myd hie mess usz dreff 3 hie 
myt (pei rot gestrichen) prechlen ene stach 4 myt zorne der sprach 
5 m3rt vngeuoge driffstu mich 6 mochtest vill hedencke dich 7 dass ich 
myt truwen haue dich 8 gedeynet (roter strich) mich 9 dass ich vnvle- 
dicheit 10 vssz trecken myr lejt 11 der sprach jny 12 wer 
Sache sy 13 warheyt moiss ich iummer ghein 14 der osse über der 
xeile nachgetragen sprach ich eir eyn 15 der mess gemachet 16 sprach 
der egene 17 vnd euch 18 vssz trecken mess 19 hedudet 20 schalck 
(roter strich) vnd vnbescheidenen 21 die straffent durch die 22 nyt wiU 
58. 1 eyn wulff sprach zo syme 2 die lüde sind 



58. 73 

war se us set, se ropen us an, 
wal hebbe we arges nicht gedan. 
dissen rat wil ik us vinden, 5 

dat we US willen underwinden 
denstes in des ames tit, 
dar dan den lüden macht an lit: 
so laten se mer van böser ticht, 
sen se user doget gicht, 10 

und lat darmede hennegan, 
wes we en schaden hebben dan/ 
hirmede gingen se up den acker. 
se weren willich unde wacker: 
de ene warp de garven neder, 15 

de ander richte se bolde weder, 
de garven dregen se begunden. 
de menne, de up dem velde stunden, 
do se der wülve worden enwar, 
se lepen mit den vorken dar. 20 

darto se al de hunde repen: 
de wülve na dem holte lepen. 
do sprak de wulf to sinem sone: 
,we don, so we sint bewone: 
we richten us alle na der vlucht 25 

nicht helpet us der minschen tucht, [36a,] 

de we bewiset wulden han: 
nicht se na usem denste stan.' 
Love enkan to ginen jaren 
dem ungetrüwen wedervaren: 30 

3 wair sie yds siet sie reffen vds 4 haue wir nit gedain 5 raid 
ich vns 6 das wir vns vnderwinden 7 zyd 8 luden lyt 9 lassen 
sie meer boiser tzioht 10 sein sie vnser 11 vnd laszet dar myt hinnen 
gain 12 wir yn schaiden han gedain 13 hyr mid sie vff 14 sie vnd 
15 der eyne warff die garuen 16 der richtede sie balde 17 die garuen 
sie 18 die die vff 19 sie wulue wurden gewair 20 sie lieffen myd 
forchen dair 21 dar zo sie all die reiffen 22 die wulue holtze lieffeE 
23 sprach der wulff zo sinen 24 wir dein wir sind gewone 25 wir 
vns allen nader {mit trennungsstrich nach a) vluicht 26 nit helffet 
vns menschen tzucht 27 die wir hain 28 nit sie vnsen deinste stain 
29 geloue en kan zo ghinen yaren 30 vngetruwen weder varen 



74 58. 59. 60. 

möchte he göde ok wal entvan, 
doch kan he nicht vau quadem lan. 

59. Der wolf und der faehs. 

Wulf und vos vor erem heren, 
dem louwen, dorch er twidracht weren: 
en itlik sprak sin sülves wort 
als de louwe de hadde hort, 
he sprak: ,mer macht heft wiüves lögene 5 

wan warheit und des vosses drögene: 
hirümme wil ik hebben rat 
mit dissen, de hirümme stat, 
de hir wal to raden künnen, 
de gelik gik beden günnen.' 10 

Alstis ik disse mere düde: 
wan valsche und ungetrüwe lüde 
spreken ernst unde spU, 
gin man dat gerne löven wil. 

60. Das Zicklein und der wolf. 

Als ik in Esopo vinde, 
en sege sprak to erem kinde: 
,ik wil in de weide gan. 
tosloten lat de döre stan: 

ik kome weder altohant.' 5 

de wttlf stunt bi des huses want [36b] 

und wart disser rede vro. 
höre, wat he dede do. 

31 mochto hie gade ouch entfaiQ 32 hie nit quaden lain 
59. 1 Wulff ind voss vor eiren 2 lewen (roter strich) durch eir zwi- 
dracht 3 eyn j*tlich sprach sins silffs w oird 4 der lew die had gehoird 5 hie 
sprach hat des wulffe logone 6 warheyt (roter strich) vnd drogene 
7 hyr vm ich hauen rait 8 inyt die hyr vm staid 9 die hyr zo 
kuimen 10 der gelych uch beiden gunnen 11 alsus ich meire dade 
12 vnd vngetruwe lüde 13 sprechen vnd spill 14 ghin des louen will 
Oih 1 ich 2 eyn tzege sprach zo eren 3 ich die gain 4 zo 
slotxen laiss die doire stain 5 ich alzo haut 6 der wulff stund by 
huises 7 ind S hoir hie 



60. 61. 75 

als en sege makde he lut, 

up dat dat höken queine darut 10 

dat höken dachte an sinem sin: 

erkenne, wen du latest in. 

dorch ene rissen it do sach. 

aldüs it to sik sülven sprak: 

, miner moder stemne wal höre ik: 15 

vöte und höft nicht dreget mik.' 

Nummer it em övele geit, 
de na der olden rade deit. 
hadde dat ve dem wulve hört, 
vorwar it were van em vormort. 20 

61. Der maier und sein welb. 

Van enem meler secht dit bok, 
de sins malens was so klok 
und des wulde hebben pris 
vor andern mestern. an disser wis 
sinem wive was so ga 5 

to siner kunst: se neide na 
alle de varwen, de he strek, 
se weren wit, bla, rot of blek. 
to euer tit dat geschach, 

en werk de sülve meler sach, 10 

darum he strafde vuUenho 

dat sülve wif. se sprak also: [37a] 

,dat gi mi strafet, dat is hat: 
entwörpe gi bat, ik neide bat. 

■ ' — ■ ■ ■ ■ ■ — I ■■—■■—■ 111 ■■ ■ . .1 ■!■ Tl I.— — !■ 

9 eyn tzege machede hie luid 10 vff das hochen dar vss 
11 hoichen sinen 13 durch eyne rytzen id 14 aldus id zo sich siluen 
sprach 15 myner stempno hoir ich 16 voisse vnd houfft dreeget mich 
17 nummer id ouell geyt 18 die alden raide deyt 19 das wulfe 
hoirt 20 vorwair id vonnoirt 

61. 1 eynen boich 2 die syns kloich 3 vnd hauen prys 4 an- 
deren meisteren wys 5 synen wiue gha 6 zo syner roter strich 
nach kunst sie neyde 7 die die hie streech 8 sie wyt blaw reit off 
bleech 9 zo eyner zyd 10 eyn werck der silue 11 dar vm straffede 
vullen ho 12 silue wiff hie sprach 13 das yr mich straffet das ist 
14 entworffe yr bet ich neyde 



76 61. 62. 

des wil ik sin sunder schult' 15 

süs moste de meler hebben dult. 

It schüt, dat en ander dik 
strafet, de tom ersten sik 
sülven sulde schüldich wisen: 
we dat dot, den sal men prisen. 20 

63. Die hirschkuh und Ihr Junges. 

En binde an ener hede gink: 
erem kinde lerde se disse dink, 
dat it in veide und an wolde 
vor de jegere sik höden solde. 
to ener tit se bede quemen 5 

vor enen wolt, dar se vornenien 
mit schote riden enen man. 
de junge rep de moder an: 
,wat is dat? dat segge mi.' 

se sprak: ,dat is, ik segge di, 10 

en jeger, den du vrüchten salt: 
und merke, wo he si gestalt' 
,he vrüchtet us,' dat junge sprak, 
,sint ik en van dem perde sach 
stigen unde hüden sik. 15 

mer wat is dat, berichte mik, 
dat he bi dem perde vört?' 

se sprak: ,waii he dat middel rört, [37b] 

dat het en snor des bogen sin, 
so wäre du den likam din: 20 

15 ich 16 sus der hauen 17 id geschult eya dich 18 straffet 
(roter strich) der zon eirsten sich 19 suluen sal schüldich wysen 20 wer 
doyt salinen prysen 

62. 1 eyn eynor heide ginck 2 eren leirde sie dinck 3 id vnd 
4 die yegere sich hoden 5 zo eyner zyd sie beide 6 vur einen walt sie 
7 myt schotze eynen 8 die iunge reiff die 9 ist das sage mich 
10 sie sprach ich sage dich 11 eyn yeger frachten 12 vnd merche 
hie sy 13 hie fruchtet vns (roter strich) iunge sprach 14 ich peirde 
15 stygen (roter strich) vnd hudde sich 16 ist mich 17 das hie by 
peirde voirt 18 sie sprach hie das myddel roii-t 19 eyn snoir böigen 
20 waire licham 



62. 63. 77 

wan he den lise na sik tut, 
selich is de, de dan vlüt' 

Den schaden er de dumme wint, 
er he sik jümmer des besint: 
darum het dat en wise man, 25 

de vörsen sinen schaden kan. 

63. Die kranke weihe. 

En wige krank beseten was 
bi enem tempel, als ik las. 
en afgot an dem tempel sat: 
darum de kranke wige bat 
erer moder, dat se dede 5 

to dem gode trüwe bede, 
dat he er wulde gnedich wesen, 
dat se der süke möchte nesen. 
de moder sprak: ,du möjest mi, 
dat ik ümme süs vor di 10 

to dissem gode bede do. 
du west wal, dat we spede und vro, 
wan we up dem tempel seten, 
na user art des nicht enleten, 
darup we scheten und darin: 15 

to giner gnaden kere dinen sin.' 

Vorwar is dat en dumme man, [ssa] 

de gi van dem genade san, 
den he vor sine gode dat 
mit bosheit gi mishandelt hat. 20 

21 hie lyse sich tzuit 22 ist der (roter strich) die dan vluit 
23 der 24 hie sich iammers 25 dar vm eyn wyser 26 die voir sein 

63. 1 eyn kranck besetzen 2 by einen ich 3 eyn afFgot 4 dar 
vm die krancke wyge 5 sie 6 zo truwe 7 hie eir genedich 8 das 
sie suche mochte genesen 9 die sprach moiest mich 10 ich vm 
sus vur dich 11 zo 12 wir stede vnd 13 wir vff seszen 14 nach 
vnser aird nit en leszen 15 dar vff wir schesszen vnd dar in 16 zo 
ghiner genaden 17 vorwair ist das eyn dummer 18 die ye 19 hie vur 
sinen guiden dait 20 myt ye myshandelt hait 



78 64. 

64. Das rechthaberische weib. 

Mit sinem wive gink en man, 
als ik darvan lesen han, 
to ener tit över ene wisch, 
de em dachte wesen vrisch. 
he sprak: ,den man ik prise ho, 5 

de disse wisch kan meien so/ 
dat wif sprak: ,dar is logen an: 
it is mit ener scheren dan.' 
he sprak: ,dat is din olde lif: 
din wedersnak makt mannigen kif. 10 

noch dünket mi up allen wan, 
it is mit ener seisen dan.' 
se sprak: ,gülde it ok juwe ere, 
scheren is se mit ener schere.' 
jSal dan jo dat leste wort,' 15 

de man sprak, ,van di sin hört? 
en böse jar sal di bestan, 
du geist na an minen wan.' 
tor erden warp he do dat wif, 
mit vüsten sloch he ok er lif, 20 

an eren munt en holt he stak, 
darut he ere tungen brak: 
darmede he se dwengde sere. 
he sprak: ,noch sprek, nin seise were, [38b] 

darmede de wisch, gemeiet wart.' 25 

dat wif blef bi der sülven vart 

64, 1 myt sinen wiue ginck eyn 2 ich dar vaagelesen (mit tren- 
nungsstrick nach n) 3 zo eyner zyd zouer (z rot gestrichen) eyne 

4 die eme 5 hie sprach ich 6 die meyen 7 wiff sprach ist 
8 ist myd eyner gedain 9 hie sprach lyff 10 weder snach machet 
kyff 11 dnnckt mich yff waia 12 myt einer seyszen gedain 13 sie 
sprach gulde euch vr 14 geschoren sie myt eyner 15 io word 
16 der sprach dir gehord 17 eyn hose iar dich bestain 18 nach 
mynen wain 19 zo der warff hie wiff 20 myt fuisten sloich hie ouch 
eir lyff 21 eyn hie stach 22 dar vss hie eir brach 23 dai' myd hie 
sie (am rande nachgetragen) dwengede seer 24 hie sprach Sprech eyn 
seisze 25 dar myd der gemeyet 26 wyff bleiff by siluen 



64. 65. 79 

und, als se mochte, sprak se so: 

,it heft dan en schere je' 

do se em weke nicht engaf, 

do snet he er de tungen af 30 

und als vor vragde he noch: 

mit nichte halp it em doch. 

de plage se achte wo en kaf: 

en teken se dem manne gaf 

mit twen vingern, dat it were 35 

jo afgesneden mit euer schere. 

En enkrigich minsche wil 
mit sinem wive winnen vil: 
en hopen jo darane stat, 
wal dat he bösen ende hat. 40 

65. Der tod des eigensinnigen weibes. 

Bi enem vlete sat en man 
mit sinen knechten, dar he van 
leden wulde enen dik, 
de sulde hebben ginen gelik: 
darto weren se beret. 5 

doch spreken se: ,dit arbet. 
eier, spise und er gevoch, 
latet US der werden noch.' 
he sprak: ,mit willen sal dat sin: 
des gat to dem wive min. 10 

lat er vorstan juwe beger: [soa] 

över van mi nicht segget er, 

27 vnd alse sie sprach sie 28 id had gedain eyn yo 29 sie 
dem werche nit en gaff 30 sneet hie die zuDgen äff 31 vnd alse hie 
voir vragede hie 32 myt halff id eme 33 sie sie achtede we eyn 
kaff 34 eyn zechen sie gaff 35 myt zwen vyngeren wer 36 äff 
gesneden myt eyner scher 37 eyn eynkrygich mensche 38 myt sinen 
wiue vill 39 eyn hoffen io dar anne stait 40 hie bösen hait 

65, 1 by eynen vleisze sath eyn 2 myt hie 3 leiden eynen 
dych 4 der hauen ghinen gelych 5 dar zo sie bereyt 6 dorch 
sprechen sie arbeyt 7 eyger spyse vnd eir geuoich 8 laszet vns 
genoich 9 hie sprach myt 10 gaet zo wiue myn 11 laszet eir 
vorstain vr begeir 12 nyt euer van mich saget eir 



80 65. 

want gi des wal inne sin, 

dat se nicht enhört de bode min 

of icht um minen willen deit 15 

noch up mi ene bonen sleit' 

do de vrouwe hadde hört 

hirvan disser knechte wort, 

se sprak: ,dat werk bestat vri: 

goder spise, lövet mi, 20 

wil ik gik schapen juwe voch. 

den kuckuk latet bi der ploch 

und hebbet hirvan gine rede: 

ik wil sülven komen mede.' 

darna tohant up enen dach, 25 

als men disses werkes plach, 

de vrouwe bi dem vlete sat 

und vrolik mit den knechten at. 

de man quam to en altohant, 

wal was em dar gin bode sant: 30 

de knechte entvengen eren heren. 

an en se sik nicht wulde keren, 

so se plach to allen tiden: 

he sat sik doch bi ere siden. 

begerich was he to siner raste: 35 

dorch hunger he tor spise taste. 

van em se wek hir und dar: 

eres vrevels nam he war. [39 b] 

mit rückende dref se mannigen spok: 

des gelik he dede ok. 40 

13 yr ynne sind (d schwarx gestrichen) 14 das sie Dyt en hoirt 
boide myn 15 off (sie rot gestrichen) ycht vm mynen deyt 16 vff 
mich eine sleyt 17 liad gehoirt 18 liyr van (roter strich) woird 
19 sie sprach werck bestait vry 20 guider gelouet myr 21 ich 
uch schaffen vr genoich 22 kuckuch laszet ploich 23 vnd hauet 

hyr van ghine 24 ich siluen 25 dar na zo hant vff eynen 26 wyreks 
27 die by vleisze 28 vnd vrolich myd 29 der zo alzo hant 
30 yn ghin boede gesant 31 die entfengen 32 sie nach an rot ge- 
strichen em sie sich nit 33 sie zo zyden 34 hie setze sich by syden 
35 hie zo syner 36 durch hie zoir 37 sie weich hyr Amd 38 ei*s wre- 
uels hie wair 39 myt nickende dreeff sie spoich 40 gelych hie euch 



65. 81 

se let nicht af, se ruckde alvort. 

to lesten quam se up den ort 

des overs, do it to gründe sank: 

se vel dar in und gans vordrank. 

van den knechten wart en schricht 45 

dorch dat wif um disse Schicht: 

mit aller macht und ok mit haste 

en iklik in de beke taste 

und sochten ere leven vrouwen, 

dat se de weder möchten schouwen. 50 

se wulden ere sökehaken. 

mit hoppenstaken lenger maken 

und söken al dat water neder, 

dat se se möchten krigen weder. 

do sprak de man: ,gi knechte got, 55 

dem werke gi unrechte dot: 

wat mene gi, dat se neder vlete 

und nicht an. erem dode nete 

eres kriges, des se plach, 

de wile se levde, mannigen dach 60 

und des dorch gine sake let? 

wat ik er bat ofte het, 

toweder was se jümmer mi. 

hirvan gik geraden si: 

söle gi se jümmer vinden weder, [40a] 65 

upwart söket und nicht darneder/ 

se deden, dat de here het: 

se sochten upwart dorch den vlet. 

41 sie leit liit äff sie all vort 42 zon sie vff oirt 43 ouers 
(roter strich) do zo sanck 44 sie vell dar yn vnd vordranck 45 dem 
eyn 46 durch wyff vm 47 myt vnd ouch myt 48 eyn iclich die 
beche 49 vnd eiren leuen 50 sie die mochten schowen 51 sie 
eire soche hachen 52 myt hoffen stachen machen 53 vnd soichen all 
dass wasszer 54 sie sie mochten 55 sprach der yr guid 56 werche 
yr vnrechte doit 57 meyne ir sie vleitze 58 vnd nyt eren genetze 
59 eirs sie 60 der sie lieffde 61 vnd durch ghine sache leit 

62 ich eir offte heyt 63 zo weder sie iummer my 64 hyr vin uch 
geredet sy 65 sole yr sie iummer 66 vffwart soichet vnd nyt dar neder 
67 sie der heyt 68 sie vffwart durch vioit 

Leitzmann, Die fabeln Gerhards von Minden . b 



82 65. 66. 



wart se vunden ofte nicht, 

nicht ik des wet, des 'sit bericht. 70 

Dorch enes wives kriges not 
wart Samson blint und nam den dot: 
en böse wif dat werken kan, 
dat er wikt en vrome man. 

66. Der wolf als kSnIg der tiere. 

To ener tit de louwe sande 
na allen deren in dem lande, 
dat se to sinem hove quemen 
und sinen willen dar vornemen: 
se quemen alle up enen dach. 5 

de louwe sprak, do he se sach: 
,ik segge gik, vründe, min beger. 
ik wil varen över mer: 
dar sal mi nümment inne letten. 
enen Vormünder wil ik setten 10 

gik allen, of it gik bevelt, 
de sines modes si en helt 
und van horten unvorsaget. 
of it gik allen wal behaget' 
den rat de dere satten do 15 

to en. he sprak to en also: 
,ik bin leder sunder erven. l^ob] 

ok löve ik, dat ik gine werven 
vorhat kan bi minem live: 
süs vrüchte ik, dat ik blive. 20 



69 sie gewunden offte 70 nyt ich weyt syt * 71 durch eyns 
wiues kiyges noit 72 sainpson blind vnd doit 73 eyn hoise wiff 
weichen 74 eir wichet eyn vromer 

66. 1 zo eyner zyd der lew 2 dieren 3 sie zo sinen loue 4 vnd 
5 sie vff eynen 6 der lew sprach hie sie 7 ich saghe vch frunde 
myn begeir 8 ich euer meer 9 mich numment ynne letzen 10 eynen 
voirmunder ich setzen 11 vch off id uch beuelt 12 der synes 
sy eyn 13 vnd hertzen vnuersaget 14 off id uch 15 rait die 

diere satzen 16 zo ein (roter strich) hie sprach zo em 17 ich 

leider eruen 18 euch gelouen ich ich ghine weraen 19 vorbatz 
by mynen liuo 20 sus vnichte ich ich bliue 



66. 83 

up enen man hebbe ik dacht, 

de gi was van groter macht. 

de mach sin dink also ankliven: 

to langen tiden mach he bliven 

mechtich in dem rike min, 2b 

wo he rechtverdich wille sin. 

an eren wil ik enen bögen . 

und van stunt gik allen tögen, 

dat gi em wesen underdan.' 

den wulf let he dar vöregan. 30 

he sprak: ,de köre nu juwe si: 

bevelt he gik, dat segget mi.' 

de olden spreken: ,disse man, 

we weten, dat he raden kan, 

und s Ulkes rades he is vul, 35 

wulde en nicht dregen sin olde schrul: 

to dinem rade an disser stunt 

eritvangen we dissen vörniunt. 

oft he use here blive, 

bevel em, dat he nicht entlive 40 

de kranken, de he mach vorheren 

und de sik nicht künnen weren. 

vorsweren sal he und vorloven [4ia] 

alle vlesch und schapekoven, 

dat he dar nicht sal neger gan, 45 

dan du, here, hebbest dan.' 

de wulf swor allet, dat he solde: 

der wolt he nicht entberen wolde. 



2 1 vff einen han ich gedacht 22 der ye groiszer 23 der 

dinck an cliuen 24 zo zyden hie bliuen 25 ryche myn 26 hie 

rechtuerdich 27 ich eyne hogen 28 vnd stund uch tzogen 29 dass 

yr vnder dain 30 wulff leit hie voir gain 31 hie sprach der koire 

vre sy 32 beuelt hie vch saget my 33 die sprechen dissen 

34 wir wesszen hie 35 vnd sulches liie 36 em nyt dreegen 37 zo 

dinen stund 38 entfangen wir voirmund 39 offt hie vnse bliue 

40 beuel hie nit entliue 41 die kranchen die hie 42 vnd die sich 

nyd kunnen geweren 43 hie vnd verlouen 44 vleisch vnd schaiffe kauen 

45 das hie nyd neger sal gain 46 hast gedain 47 der wulff swoir 

dit hie 48 gewalt hie nyt 

6* 



84 66. 

wal dat he düs en könink wart, 

doch blef he bi der olden art. 50 

de louwe vor, de wuIf blef here. 

darna nicht lank era luste sere 

wiltbrades, dat he düs gewan: 

ene binden het he to sik gan. 

he sprak to er: ,nu segge mi, 55 

of mi icht vul min adem si.' 

de binde sprak: ,vul als en as 

is he di, dat röke wal en dwas.' 

de wulf tobant de dere rep, 

der bolde vele to eni lep. 60 

he sprak: ,gi heren, segget mi, 

wat böte of sin bröke si 

of wat dar si des jenen recht, 

de hon up sinen heren secht/ 

se spreken: .an sin lif it geit' 05 

de binde wart dar nederleit: 

he at darvan, se eten mede. 

bi enem re he ok so dede, 

dat sinen adem wulde loven. [4ib] 

do erst de wulf begunde doven: 70 

darum dat it nicht sachte war, 

dorch dat wart it slagen dar. 

se eten alle mit em dat: 

jo doch so enwart de wulf nicht sat. 

darna he up de apen dachte, 75 

wo he de to valle brachte. 

49 hie dus eyn koning 50 bleeff hie alden 51 der lew roter 
strich nach vor der wulff bleff 52 dar na nit lanck histede 53 wilbredes 
hie dus 54 eyno heit hie zo sich gain 55 hie sprach zo eir sage my 
56 off mir vuil niyn sy 57 der sprach (roter strich) vuil eyn aes 
58 hie dir (roter strich) rocho eyn dwaes 59 der wulff zo hant die 
diere reeff 60 balde vill zo leeff 61 hie sprach yr saget mir 

62 botze off breche sy 63 off sy genneu 64 der hoin vff 

65 sie sprechen lyff id geyt 66 die neder geleit 67 hie as dar 
van sie esszen 68 bv einen ree hie euch 69 louen 70 eirst der wulff 
zo douen 71 dar vm nit wair 72 durch geslagen dair 73 sie eszen myt 
one 74 en wart der wulff nit 75 dai* na hie vff die afen 76 hie die zo 



66. 67. 85 

de warnde disser twier dat, 

dat se noch got noch sachte quat 

den adem eres leven heren: 

daran he sik nicht wulde keren 80 

noch an den reden laten nögen. 

he wulde dat noch anders vögen: 

van drögene sachte he sik krank. 

de andern mosten ginen wank 

van em don: se mosten lesen 85 

darna, wo he möchte nesen. 

de öldesten en vragden do: 

,hefstu jenige lust darto, 

de na jenigem vlesche stünde? 

dat weren viande ofte vründe, 90 

dar sal men mede redden di.' 

,apenvlesches lüstet mi/ 

sprak he to den andern weder. 

diis wart de ape worpen neder: 

dorch dissen rat se moste sterven, 95 

sulde se des wulves hulde werven. [42a] 

To ener tit beswaret was 
van sinem heren, als ik las, 
en wise, de dar sprak also: 
,ik spreke, ik swige, ik breke jo.' 100 

67. Der wolf und der hlrt. 

En siot an enem lande lach, 
vil jeger dar to wonene plach: 

77 die warnede zwier dait 78 sie guid quaid 79 die 
eirs lieuen 80 dar an sie sich nit 81 laszen genügen 82 hie 

vogen 83 drogene hio sich kranck 84 die anderen ghinen wanck 
85 dein (roter strich) sie 86 dar na (roter strich) hie mochte genesen 

87 die öldesten erae vrageden 88 heuestu yenige dar zo 89 die 
yenigen vleische stunde 90 viand frunde 91 dych 92 äffen vleisches 
lustet mich 93 sprach hie zo dem anderen 94 dus der afe geworffen 
95 durch raid sie steruen 96 sie wulffes wemen 97 zo eyner 
zyd 98 sinen ich lass 99 eyn roter strich nach wise der sprach 
100 ich spreche ich ich breche yo 

67. 1 eyn eynen 2 jeger vil zo 



86 67. 



so vel it so, dat er en del 

utreden jagen alup en hei. 

se worden enes wulves enwar: 5 

se losden al de bände dar. 

der hunde wart he sichtich snel: 

iip de vlueht he bolde vel. 

to enem herde an dem velde 

dorch velicheit de wuIf sik selde. 10 

düs sprak de wulf: ,mi melde nicht! 

ik love dat an rechter bicht, 

dat ik di nümmer wille schaden 

noch kumpanie jümmer laden 

up din vorderf of up din sinde, 15 

wo ik an di nu trüwe vinde.' 

de herde sprak: ,dit were got. 

wultu seker sin behot, 

hir is en dicke brok bi mi 

und en dornebusch darbi. 20 

dar blifstu wal, des trüwe mi: 

mit nichte wil ik melden di.' [42b] 

de rat dem wulve wal bevel: 

int brok sprank he vuUensnel. 

schir quam der jeger en aldar: 25 

des wulves spore he wart enwar. 

tom herde he sprak: ,westu icht, 

war blef de wulf, dat böse wicht, 

den ik bi di hir spöret han? 

segge mi dat van stunden an. 30 



3 eir eyn deil 4 vss reiden yagen all vff eyn heil 5 sie wurden eyns 
Wulffs gewair 6 sie loseden all die dair 7 hie snell 8 vff die flucht 
hie balde vell 9 zo eyme heerde 10 durch uelicheit der wulff sich ge- 
selde 11 dus der wulff sprach (roter strich) nyt melde mich 12 ich geloue 
das 13 dass ich dich numer 14 iummmer 15 vff vordei"ff off yH 
gesinde 16 ich dich truwe 17 der heerde sprach guid 18 secher 
behoid 19 hyr ist eyn broich by mich 20 vnd dar vm eyn dorne bysch 
darbi fehlt 21 getrawe mich 22 myt will ich dich 23 die raid wulue 
beuell 24 in dat broich spranck hie vullen snell 25 schyr yeger eyn al dar 
26 Wulffs spoir hie gewair 27 zom heerde hie sprach ycht 28 bleeff der 
Wulff böse 29 ich by dich hyr gespoirt hain 30 sage mich ain • 



67. 87 

den pels wil ik em laten neien: 
gin ve sal he mer vorweien.' 
de herde wenkde mit der hant, 
dar men des wulves nicht envant: 
nier mit den ogen sach he dar, 35 

dar de wulf lach in der var. 
do de jeger nicht envant 
den wulf, he ret hin tohant. 
als do de herde nicht vornam 
mer den jeger, he do quam 40 

to dem wulve, dar he lach, 
alsüs he to eme sprak: 
,wat lones, seile, gifstu mi, 
dat ik mit trüwen hebbe di 
düs geholpen van der bane?' 45 

he sprak: , airecht hefstu darane: 
din hant und ok de stemne din 
vorwar wal lones werdich sin. 
men du salt mi nicht vorkeren, 
dat ik wünsche, dat di weren [43a] 50 

broken ut de ogen din, 
de, dar ik lach, mi deden pin.' 
Dit bispel ik süs düden wil: 
der lüde leder vint men vil, 
de volgen disses herdes dat; 55 

se loven got und wünschen quat. 



31 ich laszen neyen 32 ghin vee sali hie vorweyen 33 der 
wenckde myt 34 Wulffs nit en want 35 myt ougen hie dair 36 der 
Wulff vair 37 der yegere nid en vant 38 wulff hie reit hen zo hant 
39 der heerde nit 40 roter strich nach mer yegere hie 41 zo 
wulffe hie 42 alsus hie zo sprach 43 Ions geselle gyfstu mich 44 ich 
myd tniwen haue dich 45 dus geholffen 46 hie sprach all recht hastu 
dar ane 47 vnd euch die stempne 48 vorwair 49 mich nyt 50 ich 
wünsche dich 51 gebrochen vss die ougen 52 die (roter strich) 

ich roter strich nach lach mich dede 53 bypil ich sus duden 54 lüde 
leider 55 die wulfs dait 56 sie louen guid vnd wünschen quaid 



88 68. 

68. Der unzufriedene pfau. 

En pawe stolt mit ungedult 
gaf sinem schepper disse schult, 
besunder dorch de stemne sin. 
he sprak: ,de vögele spotten min. 
wat helpet mi de vedern stolt? 5 

ik werde mi sülves nüramer holt 
um dit brek. dat klage ik di:' 
darum it di tom horten si.' 
de here sprak: ,en dumme man 
heft di bracht up dissen wan. 10 

du süst, dat ik van miner macht 
hebbe alle vögele schöne wracht: 
ane di alene, nu strafestu mi. 
de aldach underwisen di, 

dat iklik sines amtes plecht, 15 . 

dat em sin bort heft angelecht, 
du bist stolt: den ame merke 
vor andern vögelen bi der sterke. 
drosseln unde nachtegal 

mit sänge stiebten mannigen gral: [43b] 20 

de rave heft ok sinen klank, 
wal heft he ginen söten sank, 
duven, swalen unde kran 
van erer stemne nicht enlan: 
de hane kündiget us de tit. 25 

de üle schulet, dar se lit: 

68. 1 eyn paw stoltz myt vngedult 2 gaff sinen scheffer 3 bysunder 
durch die stempne 4 hie sprach die vögele spotzen myr 5 helffet mich 
die vederen stoltz 6 ich mich silffs nummmer holtz 7 vm gebrech 
clage ich dy 8 dar vm id dir zon hertze sy 9 der sprach eyn dummer 
10 hat dich gebracht vff 11 sust das ich myner 12 han aller vögele 
schone ge wracht 13 an dich alleyne straffes du mich 14 die allen dach 
vnderwisen dich 15 iclich synes amptes 16 das geboirt hat an gelecht 
17 stoltz (roter strich) dem mercke 18 vur anderen vogelen by stereke 
19 droislen ind nachtegail 20 myt graill 21 der raue hat euch clanck 
22 hat hie ghineu soiszen sanck 23 duuen vnd krain 24 stempne nyd 
en lain 25 der kundiget vns die zyd 26 der vle sie lyt 



68. 69. 89 

de andern vögele mot se vlen, 

dat se bi lechte er nicht ensen. 

hirüm mot se der müse leven: 

de nature is er also gegeven. 3G 

dissen allen süstu, dat genöget 

an dem, dat de nature en vöget: 

düs westu, dat van slner art 

icht vuUenkomen ne enwart' 

Nature, secht men, unde got 35 

um süs nicht don alsunder spot: 
düs selich is de, dem genöget 
daran, dat em is togevöget. 

69. Die jungen vögel und der Vogelsteller. 

Junger vögele wart enwar 
en vogeler an ener schar 
an enem velde, da? he sette, 
se to van in sinem nette. 

dat junge der, dat nicht enwiste 5 

disses vangens olde liste, 
se spreken: ,set dissen goden man, 
wat he US al godes gan: 

in dit velt he körne strouwet \44a] 

und sik darto mit willen nouwet. 10 

set, wo de vögele bi em stat! 
schouwet vorhat sin gelat: 
van leve tränen de ogen sin. 
dorch US so heft he disse pin, 

27 die anderen vögele moit sie vlein 28 sie by nit en sein 29 hyr 
vm moet sie muse lieuen 30 die natuir gegeuen 31 roter strich nach 
allen sustu genöget 32 das der natuir em voget 33 dus syner aiit 
34 vullenkommen en gewaii: 35 natuir vnd god 36 vm sus nyd doia 
(roter strich) al sunder 37 dus der (roter strich) genöget 38 dar 
an - roter strich nach is zo geuoget 

69. 1 vögele en wair 2 oyn eyner schair 3 eynen hie setze 
4 sie zo vaen sinen netze 5 iunge deir nyt en wiste 6 lyste 7 sie 
sprechen siet vm guden 8 hie vns all guides gain 9 hie sti-owet 
10 vnd sich dar zo myt 11 siet die vögele by stait 12 vorbatz 
gelait 13 lieue die ougen 14 durch vns hait hie 



90 69. 70. 

dat he sik över us vil armen 15 

um sine göde wil erbarmen.' 

en vogel do van older wis 

sprak: ,gi geven dissem pris, 

de gik dat levent gerne neme, 

of it em darto queme. 20 

gi seggen, dat he lide pin 

und dat ok tränen de ogen sin: 

dat dot he, dat we neger gan 

und dat he möge us beslan. 

so vare we alle in sinen sak.' 25 

he vor up, ton andern he sprak: 

,we mede wil, de heve sik: 

in sinen sak bringt he nicht mik.' 

de olden vögele vlogen mede. 

de jungen na der jungen sede 30 

wulden dar de verde besen 

und na sinem nette vlen: 

süs quemen se in enen sak, 

also de olde vogel sprak. 

We vort varen wil mit Salden, 35 

de sal rat hören der alden: [44b] 

anders em dat missegat. 
dat pröve bi der vögele dat. 

70. Der äffe als kSnig. 

Enen apen hadde en here, 
en könink, tarn to siner ere 

15 hie sich ouer vns 16 vm syne guide 17 eyn vogell alder wys 
18 sprach (roter strich) yr geuen dissen prys 19 der uch lieuent 20 off 
id dar zo 21 yr sagen das hie 22 vnd das euch die ougen 23 doit 
hie dass wir gain 24 vnd hie möge vns beslain 25 vaire wir all sack 
26 hie voir uff zo den anderen hie sprach 27 wer der heue sich 28 sack 
bringet hie nit mich 29 die vögele 30 die iungen nach iungen 31 die 
ueert besein 32 vnd sinen netze vlein 33 sus sie einen sack 
34 die vogell sprach 35 wer will myt 36 der raid hoiren olden 
37 emo misgait 38 proue by vögele 

70. 1 eynen afen had eyn 2 eyn koning tzam zo syner 



70. 91 

togen lank an enem hove, 

als men plecht to vörsteii love. 

de ape hadde merket vil 5 

ernstes unde schimpes spil 

in des sülven köninges sale 

und des gelik in mannigem grale. 

darna den. apen toch sin art: 

en def he sines heren wart. 10 

kleder, smide, sülver und golt 

droch he an enen widen wolt. 

darna he ene grote schar 

vorgaderde der apen dar: 

sines heren stunt he af 15 

und sik to den apen gaf. 

Wunderwerkes mannich par 

began he mank der apen schar: 

de stoiten kieder toch he an. 

de andern gingen vor em stan: 20 

,use könink saltu sin,' 

se spreken, ,dorch de Schönheit din'. 

tohant he dorch dat sülve lof 

aldüs bestelde sinen hof: 

hertogen, greven makde he [45a] 25 

van dem sülven apenve. 

he let sik selten sinen stol: 

als en könink he bevol, 

dat en de alle solden eren, 

de an sinem bode weren. 30 



3 getzogen lanck einen houe 4 zo forsten loue 5 der afe had 
merchet vill 6 vnd spill 7 siluen köninges 8 vnd gelich m an- 
nigen 9 dar na dem afen zoich airt 10 eyn dieff hie syns wairt 
11 cleider smydo siluer vnd 12 droich hie einen 13 dar na hie eine 
groisze schair 14 vorgadderde afen dair 15 synes stont hie afiP 
IG vnd (gaff schwarz gestrichen) sich zo afen gaff 17 wunderwerches pair 
18 begain hie manck afen schair 19 die stoltzen cleider zoich hie 20 die 
anderen vur eme stain 21 vnse koning 22 sie sprechen (roter strich) 
durch die schoinheit 23 zo hant hie durch silue loiff 24 aldus bestellte 
hoff 25 hertzogen greuen machede hie 26 siluen afen vee 27 hie leis sich 
setzen stoil 28 eyn koning hie beuoil 29 ene die 30 die sinen boede 



92 70. 

to ener tit sik makde dat, 

de ape an siner krönen sat: 

mannich ape vor en quam. 

en hövetgolt he vor sik nam, 

vingern stak he in de hant, 35 

en vörspan ok sik vörebant 

und des gelikes mannichvolt. 

düs quemen gangen dorch den wolt 

van eventüren seilen twe: 

dit perlement ansegen se. 40 

lik weren se van seden nicht: 

de ene valsch, de ander dicht. 

dem enen was de lögene lef : 

de ander bi der warheit blef. 

als der de könink wart enwar, 45 

se mosten vor en kernen dar. 

de könink sach den ersten an: 

,weset wilkome, gi gode man,' 

he sprak; ,du bist to minem hove. 

wo stan ik, sprek, an dinem love? 50 

wat heren dünkt di, dat ik si 

und alle, de hir stan bi mi?* 

de sülve sprak: ,du bist en here, [45b] 

en könink werdich groter ere. 

de heren, de hir bi di stat, 55 

den vörsten lik is er gelat: 

sunder wan dar machstu mede 

maken dinem lande vrede.' 

31 zo eyner zyd sich machedo 32 der afe 33 afe vur em 34 eyn 
houet golt hie vur sich 35 stach hie die 36 eyn voir spart euch sich 
voir bant 37 vnd geliches mannichualt 38 dus gegangen durch walt 
39 euenturen gesellen zwe 40 an segen sie 41 gelych sie nyt 42 der 
eyne der 43 eynen die logene leeif 44 der by bleeff 45 der 
koning gewair 46 sie vur eme däir 47 der koning eirsten 48 yr 
gude 49 hie sprach (roter strich) zo mynen houe 50 stain ich Sprech 
dinen loue 51 dunckt dich dass ich sy 52 vnd die hyr stain by 

my 53 der silue sprach eyn 54 eyn koning groiszer 55 die die 
hyr by dich stait 56 forsten gelich gelait 57 wain 58 machen 
dinen 



70. 93 

de könink sprak: ,vruiit, dine wort 

hebbe we gerne van di hört/ 60 

he let em geten in der stunt 

an sine hant wal seven punt. 

dat sach de ander unde dachte, 

wo he sik van dem apen wrachte. 

he dachte: kan de lögene dat 65 

schapen, so trüwe ik bat 

der warheit jo neten raer. 

do nemen en de apender 

und vor den könink se en do brachten. 

to em de sprak: ,du salt ok achten 70 

mines hoves werdicheit: 

min gnade sal di sin bereit. 

wat Volkes sin we allegader?' 

he sprak: ,en ape was din vader 

umi des gelik de moder din: 75 

dat dünket mi de warheit sin. 

wultii di siiiven merken rechte, 

gi sint alle van enem siechte, 

du und de dar bi di stan.* 

do het en de könink slan, 80 

dorch dat he hadde sproken war. [46a] 

alle voren se em in de har: 

se kleiden en und beten, 

sine kleder gans toreten. 

kume he vor en genas, 85 

men dat he en to mechtich was. 



59 der koning sprach vrund word 60 han wir dir gehord 61 hie 
leis geszea stund 62 seuen pund 63 do sach der vnd 64 we hie 
sich afen 65 hie die logene dass 66 schaffen tmwe ich bass 67 war- 
heji; yo geneszen moer 68 die afen deer 69 ind vur koning sie 70 zo 
der sprach euch 71 mynes houes werdicheyt 72 myn dich bcreyt 
73 wii* alle gader 74 hie sprach eyn afe 75 vnd gelych die müder 
76 duncket mich die warheyt 77 dich siluen merchen 78 yr eyme 
79 vnd die by dich stain 80 heyt der koning slain 81 durch hie 
had gesprochen wair 82 voeren sie en die hair 83 sie cleiden yn vnd 
beszen 84 vnd sine cleider zo retzen 85 hie vur genass 86 hie 
cm zo 



94 70. 71. 

anders were he bleven dot: 
alsüs he dar der warheit not. 

De lögene und de warheit sik 
uieht parreren, löve mik: 90 

beholt de warheit wal dat velt, 
vil mannich er doch dicke entgelt. 

?!• Der csel und der löwe. 

De esel enem louwen entmotte. 
mit sülken worden he en grotte: 
,got gröte di, leve broder min!' 
de louwe sprak: ,wo mach dat siu, 
dat du mi nömest dinen broder? 5 

nicht heft getelet mi din moder. 
an Sterke noch an forme mi 
bistu lik: wes dünket di?' 
de esel sprak: ,ik hebbe an mi, 
des du unrechte römest di, 10 

dat alle der, wan se mi sen, 
vrüchten und to holte vlen. 
sal ik de warheit wisen di, 
up jenen berch volge mi.' 

an den berch se bede quemen: [46b] 15 

vil der dere se dar vornemen, 
de sik to dem louwen drungen 
und mit leve to em sprungen. 
schemigen lüde de esel rep, 
dat allet dar to holte lep, 20 

87 hie gebleuen doit 88 alsus hie genoit 89 die logene vnd 
die nicli nach warheit rot gestrichen . sich 90 nyt pareren geloue 

mich 91 behalt die uelt 

71. 1 der esell eyuen lewen entmotze 2 myt sullchen werde hie 
grotze 3 grosze dich lieue myn 4 der lewe sprach 5 mich nomest 
6 nyt hat getzelet mir 7 sterche mich 8 gelich (roter strich) dnncket 
dich 9 der esell sprach ich han mich 10 vnrechte romest dich 1 1 deer 
sie mich seen 12 vrüchten vnd zo vleen 13 ich die dich 14 vff 
gheunen mich 15 sie beide 16 vill deere sie 17 die sich zo lewen 
18 vnd myt leue zo 19 schamigen der esell reiff 20 zo lieff 



71. 72. 95 

dat dar -stunt jergen ofte lach: 

de en horde eder sach, 

van vlucht er gin den andern warde, 

de wile de esel also rarde. 

de esel to dem louwen sprak, 25 

do he disset vleent sach: 

,nu sichstu, dat de jene mi 

so sere vrüchten also di.' 

darto de louwe sachte alsüs: 

,it enis gin wunder, dat du düs 30 

vorverest, de di kennen nicht 

hirümme wes van mi bericht: 

bekanden se di, als ik do, 

nünimer vlöen se di also.' 

Belachet wert vil dicke en man, 35 

de mit kreften nicht enkan 
schapen, men dat sine wort 
vor andern sülen sin gehört 

112. Der löwe und der fuehs. 

Van Jacht en louwe möde was, 
als ik in Esopo las. 

an ene stede he do wek, [47a] 

daran he sik lede lögensek. 

lust he van verschem vlesche nam: 5 

aldüs van sinen boden quam 
en del der dere, dar he lach, 
van den he sines lusten plach, 

21 yergen off 22 der ene hoirde 23 vluicht ere ghin anderen 
wairde 24 der der esell. rairde 25 der esell zo lewen sprach 

26 hie 27 das die genne mich 28 seere fnichten dich 29 dar zo 
der iewe alsus 30 id en is ghin dattu dus 31 voruerest die dich 
32 hyr vm mir 33 sich dich alle ich 34 nummer vluyn sie dir 35 wirt 
vill eyn 36 der myt krefften nyt en kan 37 schaffen (roter strich) word 
38 vur anderen seien gehord 

72. 1 yacht eyn Iewe mode 2 ich 3 eyne hie weich 4 dar 
an hie sich logen seich 5 hie verschen vleische 6 aldus geboden 
7 eyn deol deere hie 8 hie 



96 72. 73. 



SO dat van em gin weder enquam 

mit dem live, dit voniam 10 

de vos, de ok gekomen was, 

doch ungeladen, up den plas. 

he sach dat und nicht neger dar 

he wolde: des wart de louwe enwar. 

,her vos, ik mende, dat gi weren,' 15 

de louwe sprak, ,vor andern deren 

mi so vruntlik, dat gi solden 

to mi komen, wan gi wolden. 

wo sint gi mi alsüs vorkert?' 

de vos sprak: ,here, ik bin vorvert: 20 

votspore sen ik ener schar 

hirin gegangen und nicht van dar. 

mit juwen hulden wil ik wesen 

hirbuten. wal söle gi genesen!' 

Den enes andern schade wis 25 

maket, de mach hebben pris. 
ok vil tor vörsten hove komen, 
darvan se bringen ginen vromen. 

73. Der maun uud der löwe. 

Kumpanie hadde en man [47 b] 

mit enem louwen angegan: 
en tom andern sulde sen 
sik godes, düs weren se en. 
dat schach, dat na der vründe sede 5 

to dem louwen disse rede 



9 ghin en quam 10 liue (roter strich) 11 der voss (roter strick) 
ii& ouch 12 vngeladen vff 13 hie dat em nit dair 14 hie 
voter strick nach wolde der lew gewair 15 voss ich yr 16 der lewe 
aprach (roter strich) vur anderen 17 mir vruntlich yr 18 zo mir 
ii* 19 yr mich alsus vorkeord 20 der voss sprach ich vorueerd 
2*1 voesspoir sein ich oyner schair 22 hyr in vnd nyd dair 23 myt 
Ti'en ich 24 hyr buiszen sole yr 25 eyns anderen wys 26 machet 
der hauen prys 27 ouch zo der forsten houe 28 dar van sie ghinen 

73, 1 kvmpanie had eyn 2 myt enen lewen an gegan 3 eyn zo 
dem anderen sein 4 sich gudes dus sie eyn 5 geschach dass nach 
irunde 6 zo lewen 



73. 97 

sprak de man: ,dat dünket mi, 

dat doget unde sterke si 

mer an dem minschen wan an dem louwen, 

wal kan he mit der sterke drouwen. 10 

ik wil di bringen, dar du sen 

de warheit salt und mi der jen.' 

he brachte en bi ene want, 

daran he den louwen malet vant, 

wo dat en man dem louwen brak 15 

up sinen munt. de man do sprak: 

,vrunt, schouwe hir des mannes sterke 

und bi dissem melse merke.' 

,we heft dit', sprak de louwe, ,dan, 

en louwe malet of en man?' 20 

he sprak: ,en man heft dit, ge verde, 

malet, sint de louwe lerde 

ne malen, also dünket mi.' 

,ik stan to der warheit di,' 

de louwe sprak: ,nu wille we gan 25 

dorch lust up enen andern plan, 

dar du ok an des louwen dat 

salt schouwen, wat he sterke hat.' [48a] 

he brachte en up enen plas, 

dar enes vörsten louwe was: 30 

darsülves wart dem louwen bracht 

en, de sin levent hadde vorwracht. 



7 sprach der roter strich nach man dass duncket mir 8 ind 
sterckede sy 9 menschen lewen 10 wall hie myt sterche 11 ich 
dich sein 12 ind mich gein 13 hie ene by eyue 14 dar an hie 
den rot aus dem korrigiert lewen gemailt 15 we eyn lewen brach 
16 vff roter strich nach muht der sprach 17 ffrund hyr sterche 
18 vnd by disem gemelse merche 19 wer hat sprach der lewe gedain 
20 eyn lewe gemalet off eyn 21 hie sprach eyn hat geuerde 22 ge- 
malet (roter strich) sind der lewe leerde 23 dunckt mich 24 ich stain 
zo wairhoit dich 25 der lewe sprach wir ghain 26 durch vff einen 
anderen piain 27 ouch lewen dait 28 hie sterche 29 hie vff eynen 
30 eyn es foi'sten lewe 31 dar silffs lewen gebracht 32 eyn der 
leuent had 

Leitzmann, Die fabeln Gerhards von Minden. 7 



98 73. 



des wapen erst de louwe tosplet 

und gans den man darna toret. 

dama als de minsche dat 35 

schouwet hadde, de louwe trat 

mit em an enen widen walt: 

de was gar greselik gestalt. 

he brachte en, dar de louwe plach 

to wonende und dar he sach 40 

stolter louwen mannich par: 

van lede kropen em sine har. 

en sone des groten louwen do 

den vader grotte und sprak also: 

,7ader, us mishaget ser, 45 

dat du disset minschender 

bringest an de heme din. 

verloren sal de kerle sin: 

he wil vorspen use gelach.' 

de louwe to dem sone sprak: 50 

,sone, dat enmach nicht sin, 

dat ik dissen kumpan min 

late van den minen sterven: 

dine hulde sal he ok werven, 

lik als he de mine hat' l^st] 55 

do disse man sach disse dat, 

mit vrochten bat he gnade ho. 

de louwe vragde ene do: 

,wo dünkt di um den malden man?' 

he sprak: ,nümment strafen kani 60 



33 waflfen yrst der lew zo spielt 34 vnd dar na zo reyt 35 dar 
Da der mynsche 36 geschouwet had der lew 37 myt eine eynen 
38 der greselich 39 hie der lewe 40 zo vnd hie 41 stoltzer 
lewen palr 42 leide troffen hair 43 eyn son groszen lewen 
44 grotze Ind sprach 45 vns myshagot seer 46 dass mynschen deer 
47 die heyme 48 verlorn sali der kehi 49 hie vorspeen vnso 
50 der lew zo sprach 51 en mach nit o2 dass du kumpain niyn 
53 lasze mynen stenien 54 hie euch weruen 55 gelich hie die 
niyne haet 56 daet 57 vi*uchten hie genade 58 der lewe vragede 
59 we geduncket dich vm gemailden 60 hie sprach numment straffen 



73. 74. 99 

Sterke und der louwen kraft 
we dem, den he heft behaft! 
du und de dine sint loves er 
werdich und dine doget mer.' 

Wolt und macht mer hebben wert, 65 

de van den werken sint gehert, 
wan rede, dar de werke bi 
nicht sint: des gelöve mi. 

74. Das heimchen und die ameise. 

En hemeke let hungers not 
und in dem winter külde grot: 
se gink vor en emetenhol, 
daran se körne wiste wol. 

der emeten se klagde, dat 5 

se nicht enhadde dröge of nat, 
dar se sik möchte mede weren 
des hungers not und sik emeren: 
der herberge bat se darto. 

des sprak se to der hemeken so: 10 

,wat dedestu an somertit, 
do ik dede minen vlit 

und mit den minen nicht enslep, [49a] 

men hir und dar to velde lep 
und warf do, des ik hadde not?' 15 

de hemeke sprak: ,den lüden ik bot 
denest mit dem sänge min: 
darum ik lide disse pin 

61 sterche vnd lewen krafft 62 wie deme hie hat behafft 63 ind 
der loues (w sehwarx gestrichen) eer 64 roter strich nach werdich 
vnd meer 65 gewalt vnd hant woird 66 die werchen gehoirt 
67 die wercho by 68 nyt rot&r strich nach sint geloue myr 

74. 1 eyn hemeche leet noit 2 vnd kulde groit 3 sie ginck vur 
eyn ametzen hol 4 dar an sie 5 dar ametzen sie clagede dass 6 sie nit 
en hadde droge off nass 7 sie sich mochte 8 noit (roter strich) vnd sich 
9 die sie dar zo 10 sprach sie zo hemichen 11 somer zyd 12 ich 
mynen vlyd 13 vnd myt mynen nyt en sleeff 14 hyr vnd zo leeff 
15 vnd warff ich noit 16 die hemiche sprach (roter strich) luden 
ich boit 17 denst myt deme myn 18 dar vm ich 

7*' 



100 74. 75. 



van vorste und ok van hungere not^ 

,din Ion was in der maten grot: 20 

dat ledich gan,' de emete sprak, 

,maket di dit ungemak. 

do al dat velt vul kornes lach, 

vil dicke ik di daruppe sach: 

do gingestu pipen als en mus, 25 

du endrögest aver nicht to hus. 

sold ? ik dorch not di bidden nu 

to gevende mi, wat beheldestu?* 

We sik mit eren wii began, 
mit vlite mot he dama stan, 30 

dat he dorch not nicht bidden enderve: 
darum in tit he got vorwerve. 

75. Die schlauge und der mann. 

Dorch winters not en slange bat 
van enem manne gnade, dat 
he en de tit wulde entholden 
und ok vorwaren vor dem kolden. 
van mildicheit des mannes schach 5 

dem slangen got vil mannigen dach, 
darna als de somer quam, 

den olden schrul süs vor sik nam 1^9 b] 

de sülve slange mit vorgift, 
de alle tit bi eme blift: 10 

he de in alle vate got 
und brachte den man in gi^ote not 



19 voirsto vnd ouch noit 20 loiu matzen groiss 21 gain (roter 
strich) zo emo sprach 22 machot dir vngemach 23 all vull kornis 
24 ich dich dar vffo 25 pyffen eyu muiss 26 on diogest auer nit zo 
huiss 27 icli durch noit dich 28 zo geiiendo mich (roter strich) 29 wer 
sich myt begaiu 30 myt vlytzo moit hio dar na staiii 31 das hie 
durch noit nit on deruo 32 dar vm zyd hio guid vorwerue 

75. 1 durch noit eyu 2 einen genade 3 hio ene die zyd 
4 vnd ouch vur den 5 myldichoit goschacli 6 den slangen dede 
guid vill 7 dar na der 8 sus vur sich 9 die silue myt vorgifft 
10 die zyd by blifft 11 hie die vaiszo goit 12 vnd groisze noit 



75. 76. 101 

und de sine in mannige pin 

vor de göde und waldat sin. 

darto mit willen, als he solde, 15 

dat hus he em nicht rumen enwolde. 

Dit is der undanknemigen dat : 
vor got se j (immer geven quat - .. ' 

und darto voi'giftieh sint; --^ .' 

den dank men leder in mannigen vjüt. 20 

j 

76. Der schwangere mdnii. 

Utlet en rike man sin bTot 
dorch not, als noch -vil mannich dot. 
siner dochter, der he wol 
trüwde, he dat blot'bevol: 

daran sulde en mester grot 5 

erkennen sines lives not. 
van lichtem mode de dochter dat 
wal to vorwarende gans vorgat, 
so dat en hunt darbi quam, 
de dat an sinen corpus nam. 10 

de sülve dochter maget was, 
als ik in Esopo las. 
bedrövet was de dochter ho. 
en derne sprak to er also: 

,in dat vat, dat is min rat, [50aj 15 

snel dins sülves blödes lat 
und lat dat dcan mester sen.' 
se sprak: ,dat sal jümmer sehen: 

13 vnd die 14 vur die guide vnd 15 dar zo myt also hie 16 huis 
hie erae nit en wolde 17 vndancknamygen dait 18 vur guid sie iummer 
geuen quait 19 vnd dar zo vorgifftich sind 20 danck leider vind 

16. 1 vssz leet eyn riche bloit 2 durch noit (roter stri^ih) doit 
3 syner hie 4 geti-uwede (roter strich) hie bloit beuol 5 dar an 
eyn meister groisz 6 syns lyffs noit 7 lichten die dat] was 8 zo 
vorgass 9 eyn dar by 10 der 11 die sulue 12 ich 13 bedrouet 
die 14 eyn sprach zo eir 15 vass das myn raid 16 snell dyns 
silues bloides lait 17 vnd lass meister sein 18 sie sprach iummer 
schein 



• • 



102 76. 

wal is en mester aler bedrogen 
so got als de alungelogen.' 20 

de mester quam: dit blot he sach. 
he sprak: ,ik hebbe mannigen dach 
.. der arsedie vele plogen: 

',• - bi warheit bin ik nu bedrogen. 

m 

\ .- mi endrege kunst und al min wan, 25 

- ' ; mit kinde is disse gode man 
-.-of sunder twivel, de dit blot 
hij^in ut sinem live got.' 
de manjhegunde sere sorgen 
van dem avende went an den morgen 30 

und alle de sine dorch de not: 
he mende, he were mit kinde grot. 
vil sprak der lüde, de mester löge, 
want em sin kunst darane dröge. 
do men do tor warheit quam 35 

und de dochter ok vomam, 
dat den mester dregen nicht 
enkunde sin kunst, do melde se bicht. 
se sprak: ,den mester nümment scheiden 
sal: ik mot mi sülven melden. 40 

minem vader wil ik jen 
up gnade, wo hir is gesehen.' 

Süs wart vil mannich sake kunt [506] 

und openbar, wan de grünt 
und de warheit wart vortelt 45 

der drögene, der en man entgelt. 

19 eyn meister al eer 20 guid der (roter strich) all vngelogen 
21 dem meister bloit hie 22 hie sprach ich haa 23 artzedie vill ge- 
plogen 24 by ich 25 mich en drege vnd all myn 26 guide 27 off 
zwiuel der bloit 28 hyr in usz sinen liue goit 29 der seere zo 
30 auende bis 31 vnd die durch die noit 32 hie hie myt groit 
33 vell sprach lüde der meister löge 34 dar anne droge 35 zoir 
36 vnd der euch 37 dem meister gedregen 38 en künde roter strich 
nach kunst sie 39 sie sprach meister numment 40 roter strich nach 
sal ich moiss mich siluen 41 mynen ich geen 42 vff genade hyr ist 
gescheen 43 sus sache kund 44 vnd offenbar der grund 45 vnd die 
wairheit vortzelt 46 drogene eyn 



77. 103 

77. Der drache und der manu. 

En drake an ener rissen lach, 
en man darbi to wonende plach: 
de hadde disse kumpanie 
mit dem draken, dat he drie 
des dages, wan he drinken solde, 5 

söter melik em vorplegen wolde. 
hirümme sülver unde golt 
de drake brachte an sine wolt: 
alsüs de man boven sin gelike 
wart binnen körten jaren rike. 10 

to ener tit darna geschach, 
de man süs to dem draken sprak: 
,wo mach ik disse gotlicheit 
verschulden, de mi armen deit 
din doget, leve here min? 15 

hirüm din egen wil ik sin.' 
de drake sprak: ,in diner trüwe 
mi nöget wal. wo it mi rüwe 
nicht hirna dorch dine schult, 
mit willen don ik, wat du wult: 20 

mer brekestu jenigen loven mi, 
dat mach to schaden komen di. 
ik mach geven unde nemen: 
dorch mine wolt mach mi dat temen.' 
disse rede let de man [5ia] 25 

siner vrouwen na vorstan. 



77. 1 eyn drache eyner 2 eyn dar by zo 3 der 4 myt 
drachen hie 5 hie drincken 6 soiszer meUich 7 hyr vm siluer vnd 
8 der drache siner 9 alsus der bouen geliche 10 kurtzen iaren 
riebe 11 zo eyner zyd dar na 12 der sus zo drachen sprach 
13 we ich guitlicheit 14 vorschulden den men mich 15 lieue myn 
16 hyr vm ich 17 der drache sprach dyner truwe 18 mir genoget 
roter strich nach wal id mich ruwe 19 njrt hyr na (roter strich) durch 
myne 20 myt dein ich 21 brechstu yenigen gelouen myr 22 zo dyr 
23 ich geuen vnd 24 durch myne gewalt mich tzemen 25 leiss 
der 26 syner vorstain 



104 77. 



se sprak: ,de rede möjet mi. 

hirümme wil ik raden di: 

du machst sachte sunder schulde 

vorlesen disses draken hulde. 30 

wan he in sinem grimme queme 

und use got und levent neme, 

were ik en man als din gelike, 

ik wulde en lever döden rike, 

wan ik arm sulde werden 35 

dorch klene schult up disser erden.' 

dem manne der vrouwen rat bevel: 

an sik he dachte, wo he snel 

dit werk vullenbringen mochte. 

aldüs den draken he do sochte: ' 40 

söte melik he do bolde nam, 

darmede he vor de rissen quam 

vor dat hol na siner wise. 

he sat se dar und gink do liso 

bi des gates siden stan: 45 

de drake quam und wulde entvan 

sins vrundes spise, als he plach. 

nu höre, wat dem draken schach. 

mit ener bilen na em sloch 

de man: de drake weder toch 50 

in dat gat dat hövet sin. 

en sten nam des houwens pin. [6ib] 

dem draken dit vorsmade ser: 

dem manne he nicht lövde mer. 



27 sie sprach die moyet mich 28 hyr vm ich dich 80 vor- 
leisen drachen 31 hie syme grymme 32 vnd vnse guid vnd leuent 
33 wer ich eyn geliche 34 ich yn lieuer doiden riche 35 ich 
36 durch deine vff 37 raid beuell 38 sich hie hie soell 39 werck 
40 aldus drachen hie 41 soisse meilich hie balde 42 dar myd hie 
vur die 43 vur nach 44 hie satte sie vnd ginck 45 by lochis 
syden stain 46 der drache ind entfain 47 synes frundes hie 
48 höh' drachen 49 myt eyner bylen sloich 50 der roter strich nach 
man der drache tzoich 51 loch houfft 52 eyn stein 53 drachen 
seere 54 hie nyt geloiffte meere 



77. 105 

van grimmicheit des tornes sin 5o 

dede he des mannes quecke pin: 

sin kint, dat in der wegen lach, 

he dode und nicht över ensach. 

do disse man dit vornam, 

mit jamer he tor vrouwen quam. 60 

he sprak: ,mi rüwet, dat ik gi 

dede, dat du redest mi: 

westu ginen betem rat? 

jümmer wrekt he disse dat 

und an us sülven disse Schicht' 65 

se sprak: ,so wet ik beters nicht, 

mer, wulde he sinen tom lan, 

du suldest weder to em gan 

und nemen dine gave mede.' 

de sülve man dat aver dede: 70 

he nam der melik in en vat, 

he rep den draken unde bat, 

dat he em wulde weder geven 

sine hulde und lete leven 

vorhat sine have mer 75 

sint em sin dorheit rüwde ser. 

de drake sprak: ,dat mach wal sehen, 

dat we wal weder werden en. 

de melik lat vor dem gate stan: [52a] 

darvan so saltu vere gan. 80 

diner gave wil ik di 

wal danken, des gelöve mi: 



55 giymmicheit tzornis 56 hie queiche 58 hie doidede vnd 
nyt ouer en sach 60 myt yamer hie zor 61 hie sprach mich (v schwarz 
gestrichen) ruwet das ich yr 62 deide dass myr 63 ghinen besszeren raid 
64 iummer wrechet hie dait 65 vnd vns siluen 66 sie sprach weis 
ich besszers nyd 67 hie zorn laen 68 zo en gain 69 vnd gaue 
70 der silue auer 71 hie mellich eyn vass 72 hie reiff drachen 
vnd batz 73 hie geuen 74 vnd leissze Heuen 75 vorbatz haue 
meer 76 doiiheit i-uwede seer 77 der drache sprach das schein 
78 wir eyn. 79 die mellich lass vur loche stain 80 dar van veere 
ghain 81 dyner ghaue ich dich 82 dancken geloue mich 



106 77. 78. 

mer ik vrüchte, dat we werden 
so gode vründe nicht mer up erden, 
als wo vördes, löve mik, 85 

. sint ik mot denken der bilen bik 
und, wan du in dine wegen süst, 
dins kindes dot di to herten tust' 

War vrunt van vrunde wert gewunt, 
alene wert de 'wunde sunt, 90 

wan he der naren wert enwar, 
so wert ein jo sin herte swar. 

78. Der maulesel auf der freite. 

En mul, wulde vrien ho, 
to der sunnen sprak also: 
,du bist de högeste, de nu levet, 
und sint di nümment weder enstrevet, 
so saltu dorch de sterke min 5 

geven mi de dochter din.' 
de sunne sprak: , geselle got, 
hefstu settet dinen mot 
na weide ringen unde vrien, 
so machstu miner wal vortien. . 10 

doch sunder rat ik nicht vordrive 
di wil ik wisen wal to wive: 
tor wölken kere dinen sin. 

de is starker dan ik bin, I52b] 

sint de mi to nemende plecht 15 

al minen schin und al min locht.' 

83 ich vruchto wir 84 guide frunde nyd vff 85 wir voir des 

geloue mich 86 ich moiss dencken bich 87 ind sust 88 dynes 
doit dich ZG hertzcQ tzust 89 wair frund frunde ward 90 alleine 
werd die gesunt 91 hie gewair 92 yo hertze swair 

78, 1 eyn muil 2 zo sprach 3 der hogeste der leuet 4 vnd 
die numment en streuet 5 durch die sterche myn 6 mich geuen die 
7 der sprach guid 8 hastu gesatzet meid 9 gewelde vnd 10 myner 
vortzien 11 raid ich nyd vordriue 12 dich ich wysen zo wiue 13 zo 
der wollchen keere 14 der starcher ich 15 die mich zo 16 all 
mynen vnd all myn 



78. 107 

« 

hirmede he sik tor wölken kerde. 

de en entvenk in liker werde 

und sachte: ,wultu hoge wiven, 

dat machstu mit dem winde driven: 20 

dat mach di komen wal to lücke. 

de spaldet mi an dusent stücke 

und drift mi vor sik, war he wilj: 

van em lide ik plage vil.' 

do sprak de mul ok to dem winde: 25 

,vrunt, ik starkers nicht envinde, 

dan du bist: so mach sik temen, 

dat ik dine dochter nemen 

wil to wive na der echte. 

de vruntschop kumt us beden rechte.' 30 

de wint tom mule sprak: ,ik merke, 

din vrien steit na groter sterke. 

so segge ik di, dat starker is 

dan ik en mure: dat is wis. 

dat si mi lef eder let, 35 

mit kraft se mi jo wederstet.' 

de mul ok to der muren sprak: 

,ik hebbe let und ungemak: 

kost und arbet ik nicht enspare, 

er ik kome und vorvare, 40 

dar ik na dem willen min [53a] 

vrien möge ene vrouwen vin. 

ik hebbe gewesen hir und dort: 

nicht vinde ik likes miner bort. 

17 liyr inede hie sich zor wolchen 18 der entfench gelicher 
19 vnd hoige wiuen 20 myt driuen 21 dich zo lucke 22 der mich 
stucke 23 vnd drifft mich vur sich hie 24 ich vill 25 sprach der muil 
ouch zo 26 ff mild ich starches üit en vinde 27 sich tzemen 28 ich 
29 will (roter strich) zo wiue 30 die vruiitschaff kmupt vns beiden 
31 der zo dem muil sprach ich merche 32 steyt nach groiszer sterche 
33 sage ich dich starcher 34 ich (roter strich) eyn muir ist 35 dass 
sy mich lieff leyt 36 myt kraflft sie mich yo wedersteit 37 der muil 
ouch zo sprach 38 ich han leit vnd vn gemach 39 vnd arbeyt ich nyt 
en spair 40 eir ich vnd vorvair 41 ich myn 42 möge eyne fin 
43 ich han Jiyr vnd 44 nyt ich geliches myner 



108 78. 



sunne, wölken unde wint, 45 

de weldich und van sterke sint, 

de hebben mi alle sant to di 

und seggen, dat nicht starkers si 

dan du hir an dissem levejide: 

darum din dochter mi wal evende. 50 

kalkkule, de vil söte rene, 

de wal kan mit edelem stene 

ümmegan to aller tit, 

de gif mi, vrunt, so werde ik quit 

aller sorge und kome mede 55 

to säte und to godem vrede.' 

de mure sprak: ,nu du to mi 

um vrien kumst, so segge ik di, 

dat du starker nicht enmöchtest 

noch van weide, de du söchtest, 60 

vinden nergen, dan de mus 

is: dat tüget di min hus. 

sint dar ik allerstarkest bin, 

wo klene se is, se graft darin: 

wan ik mene, dat se si 65 

neden, boven so möjet se mi. 

to der so sette dinen sin: 

dat dünkt mi wesen din gewin. [53b] 

vriestu höger, dat mach di 

to schaden komen, löve mi.' 70 



45 simnen wolchen vnd wind 46 die vod sterche sind 47 die 
hant mich gesant zo dy 48 vnd sagen nyt starchei-s sy 49 hyr 
leuende 50 dar vm mich wall euende 51 kalchkuile du vill soisze 
(am rande nachgetragen) reyne 52 die myt edelen steyne 53 vm 
gain (roter strich) zo zyd 54 die giff mich frund ich quyd 55 roter 
strich nach sorge vnd 56 zo satze (roter strich) vnd zo gülden 

57 der sprach zo mich 58 vm kumpst sage ich dich 59 star- 
cher nyd cn mochst 60 sochst 61 der muis 62 roter strich nach 
is dass tzuget dich myn huiss 63 ich aller starchest 64 we cleyne 
sie sie grafft dar in 65 ich meyne sie sy 66 roter strich nach 
neden bouen moyet sie my 67 zo setze 68 dunckt mich 69 hoger 
dich 70 zo roter strich nach komen geloue mich 



78. 79. 109 

do sprak de mul: ,se is min nichte: 

neme ik se, dat möchte lichte 

US hindern an dem echten orden, 

darum we danne scheden worden. 

er ik doch sunder gaden blive, 75 

so wil ik nemen se to wive.' 

Aldüs schüt mannigem dünkelgoden, 
de sik grotes wil vormoden: 
to lesten mot he gripen an 
en klene, dat em werden kan. 80 

79. Der mistkäfer und der adlcr. 

En schamwevel vlegen sach 
den adeler. aldüs he sprak 
an hogem mode to den sinen: 
,wo kome we to dissen pinen, 
dat we düs utermelet sint 5 

vor andern vögelen, de men vint 
so klene vlegen alse we? 
under sint we, seggen se, 
so dat we wörme noch vögele sin: 
dat ekelt ser dem herten min. 10 

den högesten van erer schar 
sen ik hoge vlegen dar. 
ik wet nicht, wes he priset si 
vorder, dan men vint an mi: 
nicht stolter, söter sine sin [54a] 15 

vedern, slemne, dan de min. 



71 sprach der inuil sie myn 72 ich sie (roter strich) mochte 73 vns 
hioderea 74 dar vm wir dan gescheiden 75 eir ich bliuo 76 ich nach so 
rot gestrichen ich sie zo wiue 77 aldus geschuit mannigen dunckelguiden 
78 der sich gi-oisszes 79 zon moiss hie griffen 80 eyn cleyne dass 

79. 1 eyn scharaweucll 2 aldus hie sprach 3 hogen zo 4 wir zo 
5 wir dus vszermelt sind 6 anderen vogelen die vind 7 deine wy 
8 vndere sind wir (roter strich) sagen sie 9 wir worm vögele ' 10 echelt 
seire hertzen niyn 11 högesten schair 12 sein ich dair 13 ich 
weiss nyt hie piyset sy 14 vorder my 15 nyt stoltzer soiszer 16 ve- 
doren (roter strich) stemme die myn 



HO 79. 80. 



mer en gebrek rai neder jo 

holt: wan ik en se vlegen ho 

vor andern vögelen in den wint, 

in perdemesse men mi dan vint.' 20 

süs hof he sik mit siner tucht 

und wulde sik naken mit siner vlucht 

dem adeler, aldar he vloch: 

sin art en doch torügge toch. 

krepens he begunde weder 25 

side, dal, jo lenk jo neder, 

na dem messe, den dat arme wicht 

van krancheit künde vinden nicht. 

he sprak: , nicht achte ik, wat ik were, 

vogel, worm of ander der, 30 

wo ik den kreien möchte entkomen 

und nicht van en wörde npgenomen 

und spreken dan: hir is de wevel 

hungers storven, de arme schevel.' 

Dem övermödigen dicke schüt, 35 

dat en sin homot nedertüt 
van dem groten, des he gert: 
des klenen he dan ok entbert. 

80. Der eber und der csel. 

Enen ever an der dwenge 
enes weges, de was enge, 
entmotte en esel, de nicht wolde 
dem ever rumen, als he solde: [54b] 



17 eyn gebrech mich yo 18 halt (roter strich) ich sie 19 vur 
anderen vogelen 20 peirdo messe mich vind 21 sus hoiff hie sich myt 
syner tzucht 22 vnd sich nachen myt syner 23 al dar hie vloich 
24 ard em zo rugge zoich 25 krefens hie 26 syde dail io lench io 
27 nach armer 29 hie sprach nyt ich ich wer 30 vogell off 31 we 
ich kreyen mochte 32 vnd nyt wurde uff genomen 33 vnd sprechen 
schicarxer strich fiach dan hyr der weuel 34 gestoruen der armer 
scheueil 35 ouermodigen geschuit 3G das yn houwet neder tzuit 
37 groiszen hie begeirt 38 deinen hie ouch ontbeirt 

80. 1 eynen euer 2 eynes schicarxer strich nach weges der 
3 entmottze eyn esell der nyt 4 euer hie 



80. 81. 111 

aldüs de ever erae wek. 5 

tohant de esel ümmestrek: 

vor sin hövet he en slocl^. 

mit dult de ever dat vordroch. 

dama gaf he em mannigen slach 

an sin lif. de ever sprak: 10 

,queme it minen eren even, 

din rechte Ion wulde ik di geven.' 

Der doget is en rik bejach: 
nicht wreken willen, wan he mach, 
wes kan en ok sik dar enthalen, 15 

an dem gin ere is to betalen? 

81. Die Schweine und der igel. 

An enem holte mäste was, 
dar mannich swin dat eckem las. 
en egel, de des wart enwar, 
vlech sik bi der swine schar, 
he sprak: ,ik bin van juwer art: 5 

darum ik bin to gik gekart, 
dat gi mi liden, juwen mach, 
als gi JQwe siechte plach.' 
darna quam de worsteman 

der swine grep en itlik an: 10 

dat ene hir, dat ander dar 
wart geslagen sunder spar, 
dat perlement de egel sach. 
aldüs he to den lüden sprak: 



5 aldus der euer weech 6 zo liant der esell vm streech 7 vur 
sinen houfft hio ene sloich 8 myt der euer vordroich 9 dar na gaff 
hie 10 lyff der euer sprach 11 mynen euen 12 ioin ich dich geuen 
13 eyn lych beiach 14 nyt wrechen roter strich nach wiRen ichnach 
wan schwarz gestrichen hie (am rande nachgetragen) 15 eyn euch sich 
16 ghin eer zo betzalen 

81. 1 eynen holtzo 2 echeren lass 3 eyn egell die gewair 
4 vleech sich by schair 5 hie sprach icli vrer ard 6 dar vm ich 
zo uch gekard 7 yr mich lyden vren 8 ye vre 9 dar na der worste 
mau 10 die sine greff eyn ytlich 11 eine hyr dass 13 perlament 
der egell 14 aldus hie zo dem luden sprach 



112 81. 82. 

, schonet miner, vründe min! [ssa] 15 

ik bin en egel und nicht en swin: 

egelesnuf it wiset, wat 

ik bin, und mach tilgen dat 

alsüs min vlesch kumt gik nicht even 

noch den jenen, de dar leven.' 20 

Vil der lüde nu men vint, 
de girich unde swinde sint: 
an den wert er drögene war, 
wan de sik wenden hir und dar. 

83. Der wolf und der igel. 

Wulf und egel weren worden 
seilen got an enem orden. 
darna de wulf gevangen lach 
an euer dru. de egel sach, 
dat sin kumpan an der not 5 

was: sinen denest he em bot. 
de wulf an em ok trüwe sochte, 
dat he em hülpe, wes he mochte, 
de egel sprak: , nicht wal kan ik 
ut dissen nöden helpen dik, JO 

er du hefst genade vunden 
an den hilligen, de bunden 
di hebben dorch de löfte din, 
dar se an bedrogen sin, 

so dat du woldest eten nicht 15 

vlesch noch toriten kranke wicht, 

15 myner f runde myn 16 ich eyn egell vnd nyt oyn 17 egele 
snuffot wiset 18 ich roter strich nach bin vnd tzugen 19 alsus myn 
vleisch kumpt uch nyd euen 20 gennen die leuen 21 lüde vind 
22 die gyrich vnd sind 23 wart eir drogene wair 24 die sich hyr ind dair 

82. 1 Wulff vnd egeli geworden 2 gesellen guid einen • 3 dar na 
der Wulff geuangen 4 eyner roter strich nach dru der egell 5 kam- 
pain noit () roter strich nach was denst hie ene boit 7 der wulff 
eme ouoh truwe 8 das hie holffe hie 9 der egell sprach nyt ich 
10 vssz neiden helffen dich 11 eir hast gevunden 12 die gebunden 
13 dich haut (roter strich) durch die geloffte 14 sie bedroigen 15 das 
esszen 16 vleisch (roter strich) zo rytzen kranche 



82. 83. 113 

de sik mit nichte künden weren, [55 b] 

dat du de nicht wuldest vorheren: 

« 

dorch dit brek so hebben di 

se hir vangen, dünket mi. 20 

saltu van hir komen drade, 

so mostu hebben er genade: 

darto so wil ik gerne di 

mit trüwen denen, löve mi. 

mer wes des gans van mi berieht: 25 

tegen eren willen don ik nicht.' 

Seilen let is ungemak 
dem seilen sin, de mester sprak: 
docli gode seilen men seiden vint, 
de van horten trüwe sint. 30 

83. Der hlrt und die schafe. 

En herde quam an sülken sin, 
dat he wulde sinen win 
hebben van der schape schar: 
düs enen wedder nam he dar. 
den sülven he to dode brachte 5 

und alsüs vorhat an sik dachte: 
dit geschefte disset ve 
wrekt noch andet nümmerme; 
se künnen noch willen weren sik, 
des sülen se vet erneren mik. 10 

do he des de warheit sach, 
jo de mer he des do plach. 



17 die sich myt 18 das der nyt 19 dui'ch gebrech hauen dich 
20 se fehlt hyr geuangen dunckt mich 21 hyr 22 han eir 23 dar 
zo ich dich 24 myt truwen (g rot gestrichen) deynen geloue mich 
25 mich 26 tzegen roter strich nach willen doin ich 27 gesollen 
ieydes vngemach 28 den gesellen sin is (roter strich) der meister sprach 
29 guide gesellen vind 30 die hertzen truwe sind 

83. 1 oyn heirde sulohen 2 hie gewin 3 hauen (roter strich) 
schaiffe schair 4 dus einen hie dair 5 siluen hie zo 6 vnd alsus 
vorbatz sich 7 geschaffte vee 8 wrechet nummermee 9 sie 
kunnen sich 10 sullen sie mich 11 hie die wairheit 12 hie 

Leitzmann, Die fabeln Gerhards von Minden . 3 



114 83. 84. 

do des de schape worden inne, 
mit ernste worden se to sinne, lo6d\ 

er he se alle so vorheren 15 

solde, se wulden dat erweren. 
do dit vor den herde quam, 
den enen vor dem andern nam 
he der wedder sunder spar, 
er se des künden werden enwar: 20 

up enen na he morde de. 
aldüs vorhat negde he 
sik to dem sülven, de do sprak: 
,dit grote let und ungemak 
möchte we mit were keret han: 25 

des enhebbe we leder nicht gedan.' 
Süs unvorsichtigem volke schüt, 
dat ander volkes schaden süt 
und sik des nicht weren wil, 
er it behaft dat sülve spil. 30 

84. Der lesende wolf. 

En gestlik man beseten was 
an enem dorpe, als ik las: 
enen -wulf, den hadde he 
getemet als en ander ve. 

de sülve prester vor sik nam, 5 

dat de wulf were so tarn, 
dat he em wulde leren kennen 
bokstave und de ernennen. 

13 die schaiffe wurden ynne 14 niyt wurden sie zo 15 eir hie 
sie 16 roter strich nach solde sie 17 vur 18 einen vur den an- 
deren 19 hie {roter strich) spair 20 eir sie gewair 21 vff eynen hie 
mordede die 22 aldus vorbatz negede hie 23 sich zo siluen der 
sprach 24 groisze leit vnd vngemach 25 mochten wir myt weere gekert 
26 vnd des en hauen wir leider nyt 27 sus vnuersichtzigen volche schult 
28 voUres suit 29 vnd sich nyt will 30 eir id behafft silue spill 

84. 1 eyn geistlich besesszen 2 einen dorffe ich 3 einen wulff 
hie 4 getzemet eyn vee 5 der silue vur sich 6 das der wulff 
tzam 7 das hie 8 bochstaue vnd die 



84. 85. 115 

tom ersten sprak de prester ,a': 

dat sülve sprak de wulf na. 10 

dama sprak de prester ,be': [56 b] 

den sülven bokstaf norade he. 

,ce' de prester vorhat sprak: 

de wulf ok so sülves sprak. 

,de hringe tosamene', sprak de man. 15 

de wulf sprak: ,ik des nicht enkan: 

sal ik nicht sehenden minen stam, 

so dünket mi, se spreken: lam.' 

de prester sprak: ,de sülve klank 

was ok dines vader sank. 20 

dat gesproken heft din munt, 

dat meldet dines horten grünt.' 

Men sprekt, dat de tunge dicke ropt, 
dat in dem herten is bestopt: 
dtis enkan noch grot noch klene krede 25 

dat lam dem wulve maken lede. 

85. Der wolf und der scliI£Per. 

En wulf wulde in en ander lant, 
dar he were nicht bekant: 
he quam vor ene grote bach. 
dem vorman he alsüs tosprak: 
,vrunt, vor mi över dissen rin: 5 

din vrunt wil ik jümmer sin.' 
de man sprak: ,ik vöre di 
hiröver, wo du seggest mi 

9 zom eii-sten sprach der 10 silue sprach der wulff 11 dai* na 
sprach der b 12 siluen bochstaff nomede hie 13 c der vorbatz sprach 
14 der wulff euch silues sprach 15 die zo saraende sprach der 

16 der wulff sprach ich nyd en kan 17 ich nyd mynen 18 duncket 
mich sie sprechen 19 der sprach der silue clanck 20 ouch dyns 
sanck 21 gesprochen hat 22 dynes hertzen 23 sprecht der 
tzunge refft 24 hertzen ist bestofft 25 dus en kan groiss cleyne 
crede 26 wulue machen 

85. 1 eyn wulff eyn land 2 hie nyd 3 hie vur eine groisze 
4 den voirmanne hie aJsus zo sprach 5 ffi*und voir mich euer ryn 6 frund 
ich iummer 7 der sprach ich vore dich 8 hyi* euer sagest mich 

8* 



116 85. 



dre wäre dink, de ik mit eren 

seggen möge vor allen heren.' 10 

de wulf wart der rede vro. 

he sprak: ,wo gerne ik dat do.' [57a] 

den wulf de man süs to sik nam. 

tohant als he an dat water quam, 

sprak de man: ,dorch dinen pris 15 

make mi des ersten wis.' 

de wulf sprak: ,ik segge di, 

dat ik wet: des löve mi. 

got und de werlt den minschen priset, 

de sik in aller doget wiset.' 20 

de man sprak: ,dat is jümmer war: 

gin man dartegen spreken dar. 

nu Wille we vorhat,' sprak de man, 

,varen. du salt seggen an, 

wat dat ander stücke si, 25 

des ik söle löven di.' 

do sprak de wulf: ,süs is min mot: 

so wat men dem goden dot, 

dank wet he des und is bewant.' 

und als se queraen bi dat laut, 30 

de man sprak: ,du sechst jümmer recht: 

dat dridde segge ut, leve knecht' 

do sprak de wulf: ,des weges lenge 

bringt minen sin in mannige dwenge. 

de dridden warheit saltu prisen: 35 

in kort wil ik di dat bewisen, 



9 drey wairß dinck die ich myd 10 sagen möge vur 11 der wulff 12 hie 
sprach we ichdass 13wiilffder suszosich 14zohant hie daswaszer 
15 sprach der durch prj's 16 mache mich eirsten wys 17 der (sp rot 
gestrichen) wulff sprach ich sage dyr 18 ich weyt geloue myr 19 vnd 
der mynschen piyset 20 der sich ^^7^set 21 der man sprach ist iummer 
wair 22 ghin dar yegen sprechen dair 23 wir vorbatz sprach der 24 roter 
strich tiach varen sagen 25 stucke sy 26 ich sole gelouen dy 27 sprach 
der Wulff sus myn meid 28 den guiden doit 29 danck weyt hie schtoarTisr 
strich nach des ind ist 30 vnd sie queme by 31 der sprach sagest 
man iummer 32 saghe usz lieue 33 sprach der wulff 34 bringet 
myncn 35 die wairheit prysen 36 kurt ich dich dass bewy^sen 



85. 86. 117 

dat du des jen salt, er icht lank.' 

darmede he ut dem scheppe sprank. 

up dem lande, dar he stunt, 

he sprak: ,höre dissen vunt. [57b] 40 

dat dridde, dat du merken salt, 

is war: junk it redet und alt. 

wat men dem bösen godes dot, 

is al verloren: darum ik mot 

di des bewisen.' darmede he grep 45 

des mannes gans, darmede he lep 

to wolde wart alsunder pin: 

alsüs londe he den vorman sin. 

Den sin hirup de wulf di lert: 
wat men an den bösen kert, 50 

dat is Vorloren, dat is wis, 
sint nicht dan droch sin egen is. 

86. Die schlänge und die feile. 

En adder dorch hunger slank 
in en hus up ene bank. 
dar vant se ene vilen, in de se bet 
mit nide, dat dat rode swet 
er ut dem munde vlot vil sere: 5 

se mende, dat it der vile were. 
se bet daran jo deste mer, 
so vele, dat er de munt wart ser. 
do sprak de vile: ,unhüre worm, 
wat helpet di disse storm, 10 

37 das gheen lanck 38 dar myd hie vsz scheeffe spranck 
39 vfp hie 40 hie sprach hoir 41 dridde du merchen 42 wair (roter 
strich) iunck id alt nach redet rot gestrichen vnd 43 den boisen guides 
doet 44 all vorlorn (roter strich) dar vni ich moet 45 dich bewysen 
(roter strich) dar myd hie greeff 46 dar myd hie leeff 47 zo walde 
all sunder 48 alsus loinde hie voirman 49 hyr vff der wulff dich leirt 
50 boesen keii*t 51 vorlorn ist wys 52 sind oyt egene 

86. 1 eyn durch slanck 2 eyn huiss vff eyne banck 3 sie eyne 
bylen die sie beiss 4 myt nyde (roter strich) das roide sweiss 5 eir 
vsz den yloess seer 6 sie id weer 7 sie beiss dar an io meer 8 vil 
das eir die seer 9 sprach der byl vngehuir 10 helffet dich 



118 86. 87. 

dat du nicht wult vorsinnen? 

went du kanst mi nicht afwinnen: 

al vordervet di de raunt, 

nochtan blive ik ungewunt' 

do moste se dorch not vortien, 15 

went it enkonde er nicht gedien. [58a] 

We den jenen vechtet an, 
van dem he nicht winnen enkan 
raen schaden und sins sülves ser, 
de möchte it laten alse mer. 20 

• 

87. Der unzufriedene hase. 

Mit grotem torne und undult 
gaf sinem schepper disse schult 
en hase klagde, dat he were 
sunder wer vor alle dere. 

sin schepper dorch den sülven krich 5 

gaf em enes hertes twich: 
hirvan so wart he stolt genoch. 
men do he vlen sulde, vorwoch 
dat twich em dat hövet sin: 
do kroch he sorge unde pin. 10 

entheven hadde he gerne wesen 
alsülker last, sint he nicht nesen 
do mer künde vor den hunden: 
em duchte, wo he were bunden. 
do gerde he naturen art, 15 

de em doch nicht geven enwart, 

11 dass nit vorsynnen 12 mich nit äff gewynnen 13 all vor- 
deruet dich der mund 14 bliue ich vngewunt 15 sie durch noet vertzien 
16 id en konde eir nyt gedyen 17 wer gennen 18 hie nyt wynnen 
en kan 19 ind synes silues seer 20 der mochte id laiszen meer 

87, 1 myt groiszen tzome vnd vndult 2 gaff synen Schiffer 3 eyn 
roter strich nach hase clagede hie 4 weer vur deere 5 schiffer 
durch siluen 6 gaff yn eyns hertzes tzwich 7 hyr van hie genoieh 
8 hie vlein roter strich nach sulde vorwoich 9 tzwich houf t 10 kreich 
hie ind 11 entheueuhadhie gewesen 12alsulcher roter strich nach 
last hie nit (mer rot gestrichen) genesen 13 nyt künde vur 14 hie 
gebunden 15 begerde hie ard 16 die eme nyt gegeuen en wart 



87. 88. 119 

dat he mit snelheit siner ben 
sunder alle were mochte entvlen. 
Macht und ere sik underwint 
vil mannich, de undrechtlik sint 20 

siner achte, dar he wal van 
vordervet als en dumme man. 

88. Der wolf und die taube. 

En wulf an enem holte was, [58 b] 

dar klene sprok en duve las, 
dar se wulde nesten mede, 
als se dar vil dicke dede. 

de wulf sprak: ,vil leve deme, 5 

ik wiste utermaten gerne, 
des du mi wal berichten soldest, 
wat du mit dissem sprocke woldest, 
dat du hir sameist al den dach, 
sint ik dar vür ne van ensach 10 

di maken of alsodan hus, 
darbinnen schulen möchte en mus.' 
se sprak to em: ,du sechst alwar: 
so hefstu ok vil mannich jar 
de schape vorstolen und de rinder, 15 

doch sach ik di noch dine kinder 
ne de bat dar kledet af.' 
dem wulve se dit wedergaf. 



17 hie myt snellicheyt syner beyn 18 weer machte entfleyn 19 vnd 
eire sich vnderwint 20 vill roter strich nach mannich die vndrechtlioh 
sind 21 syner roter strich nach achte dar wal 22 vorderuet (roter 
strich) alse eyn dummer 

88, 1 eyn wulff eyme holtze 2 cleyne sproch eyn duue 3 sie 
4 sie vill 5 der wnlff sprach vill lieue 6 ich vsszermasszen 7 mich 
8 myd dissen spreche 9 hyr sammelst all 10 ich vuir en sach 

11 dich machen (roter strich) off huiss 12 dar bynnen mochte eyn muiss 
13 sie sprach zo sachst all wair 14 hast du ouch vill iar 15 die 
schaiffe vnd die 16 ich dich dyne 17 batz cleidet äff 18 wulue 
sie weder gaff 



120 88. 89. 



Den rövem und den gingen wil 
ik toleggen disset spil: 20 

nicht dien se noch ere mage, 
wal dat se roven alle dage. 

89. Die katze und der ftaehs. 

En kat up enem velde genk, 
dar se bewilen müse venk: 
des quam gegangen dar en vos, 
des se nicht konde wesen los. 
en hagedorn stunt darbi. 5 

he sprak to er: ,got gröte di! [59a] 

du geist so vere van dissen husen. 
ik mene, dat du künnest musen: 
dat hebbe ik wal van di gesen.' 
de kat sprak: ,ik mot des jen, 10 

ik vange des jares mannige mus 
bede up dem velde und in dem hus.' 
de vos sprak: ,so bistu min nichte, 
nu ik der warheit di berichte, 
ik wil di loven kumpanie, 15 

so dat ik diner nicht vortie, 
wo du mit mi willest bliven: 
so wille we mannige mus entliven.' 
do sprak de kat: ,leve neve,' 
min gelöfte ik di geve: 20 

und wat ik müse möge van, 
de solen to dinem bode stan. 



19 rouoren ind gyrigen (roter strich) 20 ich zo legghen spül 
21 nyt dyen sie (roter strich) 22 wall sie reuen 

89. 1 eyn kattze vff eynen genck 2 sie bywilen muise venck 

3 eyn voss 4 sie nyt loss 5 eyn hoich dom dar by 6 hie sprach 
zo eir god groisze dyr 7 veer 8 ich meyne kunnest 9 han ich dich 
geseen 10 der katz sprach ich moit gheen 11 ich yaiis muiss 12 beide 
vff den vnd den huiss 13 der voss sprach myn 14 ich wairheit dich 
15 ich dich gelouen kumpanye 16 ich dyner nyt vortzie 17 myd myr 
bliuen 18 wü* muiss entliuen 19 sprach der kattze lieue neue 20 myn 
geloffte ich dich geue 21 vnd ich muse mach vain 22 die sollen zo 

dinen boden stain 



89. 121 

nu wulde ik gerne vragen di, 

wo du wuldest don bi mi, 

of US lives not anga, 25 

wo malk sin dink dan aneva, 

dat we to hus jo komen weder/ 

de vos sprak: ,den angst lech neder. 

ik wil dat di an trüwen loven: 

hundert künste und darenboven 30 

hebbe ik, de us solen waren, 

dat US gin let mach wedervaren. 

darum so late dinen snak. 

darboven hebbe ik noch enen sak [59b] 

vui, de nicht wert upgedan, 35 

er al de andern sint vorgan: 

daran der künste ik vele vinde, 

wen ik den sülven sak upbinde, 

dar ik mi der hunde löse mede.' 

de kat sprak: ,stolt sint dine rede. 40 

wo mach dit tomale wesen, 

dat du mi hefet vörelesen? 

ik bin, de di der künste gan, 

sint ik der nin ene kan. 

süs unlik is disse kumpanie: 45 

of ik in nöden di vortie, 

des saltu mi dan nicht vorwiten, 

went ik mi nöde late biten.' 

do disse snak en ende nam, 

en man dar mit twen winden quam: 50 



23 ich dich 24 doin by mych 25 off vns lyffs noit an gha 
26 mallch dinck an va 27 wir zo huiss yo 28 der voss sprach 
anxst lecge 29 ich dyr truwen Iquen 30 künste ind dar en bouen 
31 han ich (roter strich) die vns 32 vns ghin leyt 33 dar vm laiss suack 
34 dar bouen han ich einen sack 35 roter strich nach vul der nyt 
vff gedain 36 eir all die anderen sind vurgain 37 dar an künste ich 
38 ich siluen sack vff binde 39 ich mich lose 40 der kattze sprach 
sind 41 war zo maill 42 mich hast vur gelesen 43 ich der dich 
künste 44 ich nien eyne 45 sus vngelych disse 46 off ich neiden 
dich vortzie 47 mych nyt vorwyszen 48 ich mich noide laisze byszen 
49 snack eyn 50 eyn tzwen 



122 89. 90. 

de let he to dem vosse springen. 

dorch den dorn begunde he slingen, 

de was dünne, mate grot: 

daran he quam in grote not. 

de kat sprank do up den dorn: 55 

dat was dem vosse michel tom. 

de kat do to dem vosse sprak: 

,nu is de tit, löse up den sak. 

wultu entkomen dissen pinen, 

so lat al dine kunst nu schinen.^ 60 

de vos do blef: de kat entquara. 

darmede de selschop ende nam. [60ä\ 

En nütte kunst vil dicke wervet, 
van mannigen künsten vil vordervet: 
darum ik beters nicht kan vinden 65 

men swinder dink nicht underwinden. 

90. Der kater als bisehof. 

Ene krönen und enen staf 
de louwe enem kater gaf 
dorch machschop, de he em bekande. 
darmede sande he en to lande 
vor enen groten bischop rik: 5 

he mende, nicht enwere em lik. 
sin gesinne und sin beholt 
en brachte an en bakhus olt: 
he wart gesät up enen oven. 
vif hundert katten und darenboven 10 

51 die leiss hie zo 52 durch hie 53 der dünne maisz groiss 54 dar 
an hie groisze noit 55 der kattze spranck vff 56 dass michell 
tzorn 57 der kattze zo sprach 58 der zyd leise vff saoh 60 laiss 
all dyne 61 der voss bleff der kattze 62 dar myd die seischaff 63 eyn 
nuttze vill eruet 64 kunsten vill vorderuet 65 dar vm ich besszers nyt 
66 dinck nyt vnder zo winden 

90. 1 eyne vnd oynen staff 2 der lewe eyner kattzen gaff 3 durch 
maichschoff die hie eir 4 dar myd hie sie zo 5 vur eynen groiszen 
bisscoff rych 6 sie nyt en were eir gelych 7 gesynne vnd 8 ene 
eyn bachus 9 hie vff einen ouen 10 vunff kattzen ind dar en bouen 



90. 123 

vor den sülven bischop quemen, 

de en alle to heren nemen. 

eren rat se daran satten, 

dat se mit müsen unde ratten 

plegen wulden eren heren, 15 

als dar temde sinen eren, 

want he sülven nicht ensolde 

musen, als he lichte wolde. 

darna sochten se den orden, 

wo dat en underdanich worden 20 

mit den müsen ok de ratten, 

de dissen sin do vor sik satten, 

dat se lever wulden bliven leob] 

heden, dan dat se sik schriven 

solden in der katten bok: 25 

düs sachten se dem kater vlok. 

sinen kresam wulden se vlen 

und sik van sinem bode ten, 

dar se süs möchten komeii an 

und dar mit leve nümmer van. 30 

gekrönet sat de kater boven 

vil schone up dem sülven oven: 

dar wart he sichtich euer mus 

lopen dorch dat sülve hus. 

gar bolde sprank he do daraf: 35 

he vorlet krönen unde staf. 

he grep de mus na siner art: 

darvan allet bedrövet wart, 

^ . 

11 vur silueu bisschoff 12 die ene zo 13 raid sie dar an 

saszen 14 sie myt muise vnd raszen 16 tzemede 17 hie siluen nyt 
en solde 18 rauisen (roter strich) hie 19 dar na sie 20 we dass 
ene vnderdanich 21 myt muisen vnd euch die rattzen 22 die vur 
sich sattzen 23 dass sie leuer bliuen 24 heyden (roter strich) dass 
sie sich scriuen 25 roter strich nach solden kattzen boich 26 dus 
sie den kattzer vloich 27 sie vlein 28 vnd sich sinen tzein 29 sie 
sus mochten 30 vnd myd lieue nummer 31 gekronet der kattzer bouen 
32 vill vff siluen ouen 33 hie eyner muiss 34 loiffen durch silue 
huiss 35 balde spranck hie dar äff 36 hie vorleis vnd staff 37 hie 
greeff die muiss syner ard 38 dar van bedrouet ward 



124 90. 91. 



dat van sinem siechte was. 

van disser sake ik vörbat las: 40 

en allen müde, dat se koren 

hadden, de nicht was geboren 

tor herschop noch de hadde sede, 

darvan se weren alle mede 

geschent und er ganse siechte. 45 

darvan wart na schrevenem rechte 

de arme bischop do afgesat 

und blef na siner art en kat. 

Unart höget ne endech, [6ia] 

disse mere nicht envorswech. 50 

ok wo du heren kesen salt, 
leret di de ratte alt. 

91. Die frau und die henne. 

Lef hadde en vrouwe ene hennen, 
dorch dat se konde an er kennen, 
wo dat se eier lachte gerne, 
se sprak to er: ,rain leve deme, 
wuldestu din sökent maten 5 

und darto din scharrent laten, 
en schepel wetes wulde ik di geven, 
so lange du jtimmer möchtest leven.' 
do sprak de henne to der vrouwen: 
,ens dinges gi mi solen trouwen, 10 

dat ik min scharrent nicht enlete, 
of gi mi geven al den wete, 



39 siueu gosl echte 40 sache ich vorbatz 41 moyde dass sie 

gokoivn 4- mter strich Mach liadden der nyd 43 zo der heersohofP 
der had 44 dar van sie 45 rötet strich nach gescheut vnd eir 

geslechto 46 dar van gescreuenen 47 der armer bisschofF äff gesät 
48 vnd Wooff nach syner ard eyn katz 49 vnard gehoget en deech 50 meere 
nyd en vorsweooh 51 ouch wo keisen 52 dich die ratzen 

9L 1 lieff had ene vrowe eyne 2 dun.*h dass sie eir 3 sie eyger 
4 sie sprach zo eir myn Heue 5 sochent maiszen G vnd dar zo laiszen 
7 ein schoffell weiszes ich dich geuen S iummer mochtest leuen 9 sprach 
der zo lOeyns yrmich truwen 11 dass ich myn nyd en leisie 
12 off yr mich geuen all weisze 



91. 92. 125 

den gi hebben und gi gewannen: 

darum sole gi mi des gunnen, 

dat ik scharre na minem sede, 15 

went dat is allen hönem mede.' 

De Schrift us lert, naturen nöge 
si tomale an dingen vöge. 
mer wes des seker und bericht: 
giricheit ensat di nicht. 20 

93. Der wolf und der faelis. 

Esopus secht us ene schiebt, 
wo wulf und vos vordregen nicht 
konden: er en dem andern vorwet, [6ib] 

des he sülven nicht enlet. 

do se dit dreven mannigen dach, 5 

to ener tit darna geschach, 
dat se den apen beden bede, 
dat he in vruntschop se vorschede. 
do sprak de ape: ,ik enkan: 
da höret to en starke man. 10 

dat is de louwe, use here.' 
de wulf vragde, wo dat were, 
dat de darto komen sulde, 
sint se wal deden, wat se wiilden, 
um de twidracht, wat se hete, 15 

und er gin dat nümmer enlete. 
de ape to dem wulve sprak: 
,du hefst an di so mannich lak, 

13 yr hauen vnd ye 14 dar vm yr mich 15 dass ich nach 
mynen 16 dass ist honren 17 die scrifft vns leirt genoge 18 sy 
zo maill geuogo 19 secher vnd 20 gyricheyt en sadet dich 

92. 1 vns eyne geschieht 2 wulff ind voss vordragen 3 roter strich 
nach konden eir eyn den anderen vorweyt 4 hie siluen nyt en (schwarx 
korrigiert aus eyn) leyt 5 sie dreuen 6 zo eyner zyd dar na 7 sie 
dem af en beide 8 hie vmntschoff sie vorscheide 9 sprach der afe 
ich en kan 10 hoirt zo eyn starcher 11 ist der lewe vnse 12 der wulff 
vragede we 13 die dar zo 14 sint wat sie sie wulde 15 vnd vm 
die tzwygedracht sie hesze 16 vnd eir ghin nummer en lesze 17 der 
äffe zo Wulfe sprach 18 hast dich lach 



126 92. 



dat mi dat seker is unmere, 

dat du dost na miner lere. 20 

de vos künde di nicht vorwiten, 

wuldestu gine rinder biten 

und nicht söken vremde got, 

als ander gode dere dot 

her vos, wulde gi ok dufte lan 25 

und de höner laten gan 

und de mtise in dem velde, 

de wulf mit nichte ju dan melde. 

dissen et ik van gik beden 

nemen wil und ju vorscheden [62a] 30 

und gik des geven mine breve, 

dat gi vortmer sin an goder leve.' 

de wulf to dem vosse sprak: 

,dat were us grot ungemak. 

de ape wil, dat we vorsweren 35 

rof: we sal us dan erneren? 

he late us bliven, de we sin: 

darto segge den willen din. 

dat lantvolk wet wal, we ik bin: 

ok weten se wal dinen sin. 40 

ok hebben se wal, we du bist, 

lange kant bi diner list, 

de du en dicke hefst vörgetogen. 

hebbe ik nu icht up di gelogen 



19 dass mich secher vnmeere 20 dass doest nach myner leere 
21 der voss künde dich nyd vorwiszen 22 ghine byszen 23 vnd nyt 
seichen guid 24 guide deere doid 25 voss ir euch diufifte 26 vnd 
die honre laiszen ghain 27 vnd die muise den 28 der wulff myt uch 
29 eyt ich uch beiden 30 vnd uch (rot korrigiert aus ouch^ vorscheiden 
31 vnd uch geuen myne breue 32 yr vort mer guder lieue 33 der 
Wulff zo sprach 34 vns groiss vngemach 35 der afe (am rande nach- 
getragen) dass wir 36 roiff (roter strich) wer vns 37 hie laisse vns 
bliuen die wir 38 dar zo sage 39 lantvolck weiss wer ich 40 ouch 
weisszen sie 41 ouch hant sie wall wer 42 gekant (roter strick) by 

dyner lyst 43 die dicke rot korrigiert aus dickes hast voir getzogen 
44 han ich ycht vff dich 



92. 93. 127 

of du up mi, dat si vorgeten. 45 

lik wil ik den schepel meten: 

des gelik saltu mi don. 

gank du hin und söke en hon: 

gar klene helpet di en mus. 

ik wil ok gan bi en hus, 50 

dat dar bi dem holte steit: 

wo licht dar wat enbuten geit, 

darvan ik möchte werden vro/ 

düs scheden sik de twene do. 

To vrede möchte mannich spreken, 55 

könde men der bösen willen breken: 
süs def und röver vredet sik [62b] 

wal sunder scheden, löve mik. 

93. Die kSnlgswahl der bäume. 

Enen rat de böme nemen, 
darümme se tosamene quemen, 
wo dat se enen könink wulden 
kesen, dem se wesen sulden 
underdanich: alsüs schach. 5 

togader quemen up enen dach 
vil der böme van hoger art: 
de hof alsüs holden wart, 
de olden böme und dewisen 
begunden mannigen bom to prisen, 10 

de disser herschop werdich were 
und aller köninkliker ere: 

45 off vff mich das sy vorgessen 46 gelych ich scheffel messzen 
47 gelych mych doin 48 ganck hen ind solche eyn hoin 49 cleyne 
helffet dich eyn muiss 50 ich ouch gain by eyn huiss 51 by holtze steyt 
52 we lichte en buiszen geit 53 dar van ich mochte 54 dus scheiden 
sich die tzwe 55 zo mochte sprechen 56 konde boisen brechen 
57 sus dieff ind rouer sich 58 scheiden (roter strich) geloue mich 

93. 1 eynen raid die boeme 2 dar vm sie zo samene 3 we 
sie einen koniog 4 Weisen (roter strich) sie 5 vnderdanich alsus geschach 
6 zo gadder vff 7 vill boeme hoiger ard 8 der hoff alsus ge- 
holden 9 die boeme vnd die 10 zo 11 die herschoff 12 vnd 
koninglicher 



128 93. 



dannen, böken, linden stolt 

men prisde dar vor edel holt 

der krönen wulde der nergen en: 15 

do mosten se vort ümmesen. 

dem notbom men de ere bot, 

de dar stunt lank unde grot. 

he sprak: ,got lone gik leven heran, 

dat gi mi süs wulden eren 20 

boven gik allen und min siechte: 

besunnen hebbe gi dat unrechte. 

al wasse ik hoge in de lucht, 

jo doch enmach ik nümmer vrucht 

van nöten willichliken dregen, [63a] 25 

men dat were mit groten siegen. 

wo möchte dat enem köninge vögen, 

dat en sine kerle slögen?' 

to lösten se dat alle reden, 

dat men dem hagedorne beden 30 

solde de krönen, sint men vünde 

nicht sinen lik in aller künde: 

he were scharp, hart und swinde 

und nicht vorsaget vor dem winde. 

do se alle up dissen ram 35 

spreken, do quam de gele bram 

dar mit strüken manniger hande, 

der men en del ok nicht enkande, 

de böme namen ne gewunnen 

und em der herschop wulden gunnen. 40 



13 bochen 14 prisede vur 15 wuldon eyn 16 sio voh't vm 
sein 17 nosboem die boit 18 die lanck vnd groit 19 hie 

sprack uch lieuen 20 dass yr mich sus 21 bouen uch vnd myn 
gesiechte 22 hauen yr vnrechte 23 all ich hoige die 24 en 
mach ich nummer 25 noissen willichlichen 26 dass myt groissen 

27 mochte dass eyme koninge voegen 28 eme keirle sloigen 29 zon sie 
30 dass hogedorn 31 die roter strich nach krönen vunde 32 nyt 
gelich künde 33 hie schai-ff vnd 34 vnd nid vorszaget vur 35 sie 
vff raem 36 spreche (roter strich) der ghele braim 37 myt struchen 
mannigerhande 38 eyn deil ouch nit 39 die bome 40 vnd hersooff 
wulde (am rande nachgetragen) 



93. 129 

do hof up und sprak de bram: 

,gi hebbet mannigen harden ram 

um enen könink und enen heren: 

nu wulde ik ju en klene leren, 

des ik nicht wil to hone jen. 45 

nümment sal de gröte ansen, 

de schöne noch dat hoge siechte: 

nier en iklik merke rechte, 

dat men den to vörsten neme, 

de sik der swake nicht enscheme, 50 

und dat em alle wege si 

warheit und genade bi, [63b] 

de sik to aller doget sire 

und dorch gave nümment vire. 

dit allet möge gl sen an mi, 55 

dat ik de rechte here si, 

dem disse herschop is beschert. 

ik mene, ik si der wal wert: 

hirüm günnet mi der ere.' 

den bömen was dat gar unmere. 60 

se repen alle överlut: 

,du stinkende unrene krut, 

dörstu di ton bömen nömen? 

dat di got möte vordömen! 

we kennen alle dine sede, 65 

dar du dat vordendest mede, 

dat di de gebure bindet 

und dorch de tüne mit siegen windet. 



41 lioiff vff vnd sprach der braem 42 yr haut raem 43 vm 
eynen koning vnd einen 44 ich uch eyn cleyne 45 ich wil zo hoene 
geen 46 nyman sali die groisse an sein 47 die scheine die hoige 
48 eyn iclich merche 49 zo foirsten 50 der sich swaohe nyt en 
scheme .51 vnd wege rot korrigiert aus gewegen sy 52 wairheit 
ind by 53 die sich zo syre 54 vnd durch gaue nmnmende vyre 
55 möge yr sein myr 56 das ich der sy 57 heirschoff ist bescheert 
58 ich meyne ich sy weerd 59 hyr vm gunnet mich 60 boemen vnmere 
61 sie reiffen euer luid 62 stinckende vnreyne kruid 63 doirstu dich 
zo den boemen nomen 64 dich mosze vordoemen 65 wyr 66 dass vor- 
deynedest 67 dass dich die gebuir gebindet 68 vnd durch die tzune myd 

Leitzmann, Die fabeln Gerhards von Minden. 9 



130 93. 94. 



vlü van US, du böse wicht! 

dines klappens wille we nicht' 70 

de bram sprak mit hone do: 

,nu gi mi vorspreken also, 

nu wil ik mannigem bome don 

in natiden dissen hon 

boven ofte neden mi, 75 

we eventüre he jümmer si: 

gin vrucht dar sal men emen 

van en, sulde ik ok sülves beraen.' 

jo doch wart em van schemde lede, 

dat he vor weder in de hede, [64 a] 80 

dar he went au sinen ende blef: 

dat was den bömen allen lef. 

to disser endracht se do quemen: 

den hagedom se to köninge nemen. 

Bi dissem brame ik bedüde 85 

valsche dünkelgode lüde: 
up dat se Sterken eren mot, 
so krenken se dat mene got 

94. Der ISwe und die bärcn. 

Dri söne hadde en louwe grot, 
der moder överlank was dot. 
he wulde ut an vremde vörde, 
dar em en ander vrouwe wörde: 



69 vlui vns boese 70 dynes clafFens wir 71 der braim 
sprach myd hoene 72 yr mich vorsprechen 73 ich mannigen bocme 
doin 74 na zyden hoin 75 bouen offte myr 76 euentuir hie 
iuramer sy 77 gyn 78 roter strich nach en ich ouch siiffs 79 waiii 
schaimde leide 80 das hie voir die beide 81 hie bleiff 82 boemen 
alle lieff 83 zo eindracht sie 84 hagedorne sie zo koninge 85 by 
braeme ich bedude 86 dunckelgude lüde 87 vff sie sterchen yren 

moit 88 krencken sie gemeine guid 

94, 1 dry sone had eyn lewe groiss 2 euer lanck doit 3 hie 

viss fremde (land rot gestrichen) voirde nach 3 dem oldesten sone hie 
dat rot gestrichen 4 eyn woirde 



94. 131 

dem öldesten sone he dat lant 5 

bevol, de sik des underwant. 

he vor darhin: de sone dachte, 

in welker wis he vullenbrachte, 

dat he sik möchte also bewiven, 

dat en sin vader nicht vordriven 10 

könde, of he wederqueme 

und sin rike to sik neme. 

sine broder und sine neven 

dit sülve mit dem louwen dreven. 

to enes beren dochter quam 15 

de vrie, de sik undernam 

mit sinen vründen unde magen, 

sin swager sulde nicht vorsagen, [64 b] 

bi dem rike wulde he 

en beholden sunder we. 20 

en wif ok de vader nam 

butenlandes. darmede he quam 

to lande und des sones dat 

ervor: tohant he sochte rat 

an den sinen, wo he ankleve 25 

sin dink, dat en nicht vordre ve 

aldüs sin sone mit den beren, 

und wo he sik der möchte weren. 

do sprak de vos: ,ik segge gik, here, 

beholden süle gi juwe ere, 30 

wo gi na minem rade leven, 

den ik gik wil mit trüwen geven, 

5 öldesten hie land 6 beuoil (roter strich) der sich vnderwant 
7 hie voir dar hen der 8 wellcher wys hie 9 hie sich mochte bewiuen 
10 yn nyt vordriuen 11 konde (roter strich) off hie weder queme 12 vnd 
lyche zo sich 13 syne brodere vnd neuen 14 silue myd lewen 
dreuen 15 zo eynes baren 16 die roter strich nach vne die sich vnder 
nam 17 myt fmnden vnd 18 nyt vorszagen • 19 by lyche hie 
21 eyn wyff euch der 22 buisszen landes dar myd hie 23 zo roter strich 
nach lande vnd sonis daet 24 eruoir zo hant (roter strich) hie 

raet 25 we hie an cleue 26 dinck (roter strich) dass nyd vordreue 
27 aldus myd 28 vnd we hie sich mochte 29 sprach der voss ich sage uch 
30 suUe yr vre 31 yr nach mynen leuen 32 ich uch will myd truwen geuen 

9* 



132 94. 



und dai-to juwen sone vorheren, 

dat it were let allen beren. 

ik wil na minen vründen draven 35 

und wil en ene kulen graven, 

boven enge und neden wit. 

vörnemen söle gi enen strit, 

des se sik nümmer sölen vrouwen: 

mit strüken sal men gans bestrouwen 40 

de kulen, dat se se nicht enblicken. 

mit hanige wil we de bestriken: 

dat sal en werden al to gallen, 

so wan se an den graven vallen. 

dit is min rat und is min wille: 45 

hindene süle gi holden stille. [65d] 

wan we de beren komen sen, 

so beret, of gi willen vlen: 

dan söle gi bolde werden enwar 

der art der brummenden berenschar.' 50 

to stride quemen se allegader. 

de söne treckden up den vader: 

en iklik up enem beren ret, 

dem weren sine vöte bret. 

do se des haniges röke vörnemen, 55 

tohant se to dem graven quemen: 

darin se vellen allegader. 

do treckde boven se de vader 

und lede an se so mannige plage, 

dat nümmer beren of er mage 60 



33 vnd dar zo vren 34 id leyt 35 ich niynen frunden dräuen 
36 vnd em grauen 37 bouen vnd wyd 38 voir nemen sole 

yr stryd 39 sie sich nümmer solen 40 myt struchen 41 die 7'oter 
strich nach kulen dat sie nyt en blichen 42 myt wir die bestrichen 
43 sali em all zo 44 sie die grauen 45 myn rait vnd myn 46 sulle yi 
47 wir baren sein 48 gebeirt off yr vlein 49 sole ir balde gewair 
50 ard der der baren schair 51 zo stiyde sie alle gader 52 der sone 
treckde vff 53 eynen iclich vff einen baren reit 54 voisse brey t 55 sie 
röche 56 zo hant sie zo grauen 57 dar in sie alle gader 58 bouen 
sie der 59 vnd sie 60 dass nümmer bare off eir 



94. 95. 133 

dören jenigem louwen möten 
of mit jenigem argen gröten. 
de söne he dar ok to brachte, 
dat erer gin dar mer up dachte, 
wo he den vader sin vordreve 65 

noch unrecht tegen en ankleve. 
Got is: de wile en iklik man 
sülven mach dat sine vorstan, 
dat he de ere nümmende geve, 
he si sin broder, vedder of neve. 70 

95. Der streit der glieder. 

Als ik in Esopo las, 
krich und scheldinge was 

twischen höfte unde live, [65b] 

banden, voten, de to kive 

quemen. bände und vöte seden 5 

to höfte und büke an dissen reden: 
,van user wegen gi leven solt: 
doch werde gi us nümmer holt, 
al juwe walvart we bekarmet: 
use arbet ju doch nicht entbarmet. 10 

an mannigem schaden möte we leven 
und dicke um juwen willen beven.' 
to ende quemen disse rede, 
de twe geven sik to vrede: 

gines Werkes dar mer plach 15 

haut und vot hör, wat geschach. 

61 doren yenigen lewen moissen 62 off myd yenigen groissen 

63 den sone hie ouch zo 64 ghin vff 65 hie d nach sin schwarx 
gestrichen vordreue 66 yegen vnrecht en an cleue neben 67 Nobn in 
roter einfassung 67 guid ist der eyn iclich 68 suluen vorstain 69 hie 
der eii'e nümmende gheue 70 hie sy off neue 

95. 1 ich lass 2 krych vnd wass 3 twisschen houffte ind 
liue 4 voissen (roter strich) die zokiue 5 roter strich wacÄ quemen 
ind voisse 6 zo houffte ind buiche 7 vnser yr leuen 8 yr vns 
nummer 9 all vre waluard wir 10 vnse arbeyt uch nid 11 man- 
nigen moisse wir leuen 12 vnd vm vren beuen 13 zo 14 die 
tzwe geuen sich zo 15 ghines werches 16 ind voiss (schwarxer strich) hoir 



134 95. 96. 

dem büke gink de hunger an: 
krank wart dat hövet ok darvan. 
als se disses kriges plegen, 

schach, dat se alle nederlegen, 20 

hande, vöte, hövet, lif: 
dat makde disse sülve kif. 
den arsten leten se halen do: 
de quam to spade und nicht to vro. 
höft und lif alsüs vordarf, 25 

do haut und vot em nicht vorwarf. 
We den nicht dat beste endeit, 
dar lives herginge em uppesteit, 
wil de vornichten und vorsman, [66 a] 

unsalde mot em övergan. 30 

96. Der schwangere dieb. 

De schamwevel an ener nacht 
darto hadde enen def gebracht, 
dat he sik siner suntMbegaf. 
vorwar de sake was daraf, 

in euer wisch dat he slep: 5 

en söte drom en dar begrep. 
en wevel vant en binden biet: 
he krop in en, he dede em not. 
gin sake wiste he, warvan 

em disse not was komen an. 10 

de arsten let he sik besen: 
engestlik begunden se jen, 

17 buiche ginck der 18 kranck houfft ouch dar van 19 sie 
kryges 20 geschach dass sie neder legen 21 voisse houfPt lyff 22 das 
macbede silue kyff 23 leissen sie 24 der zo spaid ind nyd zo 
25 houfft ind lyff alsus vordarff 26 band ind voiss nit vorwarff 27 wer 
nyt en deyt 28 liues vffe steyt 29 der ind vorsmain 30 vnsalde 
moiss euer gbain 

96. 1 der scharnweuel eyner 2 dar zo bad einen deiff 3 bie sich 
syner gesuntbeyt begaff 4 vorwair die saobe dar äff 5 eyner hie sleiff 
6 eyn soisse droem em begreeff 7 eyn weuel bloet 8 hie croiff em 
(roter strich) hie noet 9 ghin sache hie war van 10 noit gekomen 
11 die leiss bie sich 12 engestlicben sie zo gen 



96. 97. 135 

dat sin not und sin gebere, 

vorwar de melden, dat he were 

mit enem kinde. dat quam vort 15 

vor nie mere up mannigen ort: 

dit wunder wulden sen gemene 

grote lüde unde klene. 

to lesten do vormödet wart 

de wevel do na siner art 20 

gink, als ik in der mere las, 

den wech, den he inkomen was. 

To nien dingen is mannigem ga, 
dat doch der warheit nergen na 
is: alsüs profeteret ok [66b] 25 

mannich, de dar is en gok. 

97. Der betrogene ehemann. 

Esopus secht, dat ens geschach, 
dat sin wif en got man sach 
rouwen an ens andern armen, 
lüde he sprak: ,dat möte entbarmen, 
got here, di, went ik nu se 5 

in minem bedde rouwen twe, 
min wif und en böse wicht, 
des ik hadde hopet nicht' 
tohant disse jamerliken wort 
worden van der vrouwen hört: 10 

bolde quam se an den man. 
mit gotlicheit sprak se en an: 

13 noit ind gebeere 14 vorwair die meldeden hie 15 myt einen 
roter strich nach kinde uoirt 16 vur meer vif oirt 17 wolden sien 
gemeyne 18 groisse lüde vnd cleyne 19 zon vormödet 20 der weuel 
syner ard 21 ginck ich lass 22 hie in gekomen 23 zo nyen man- 
nigen gha 25 roter strich nach is vnd alsus so prophetyrt ouch 26 der 
ist eyn gouch 

97. 1 Eesopus eyns 2 wyffeynguid 3 eyns anderen 4 hie 
sprach moisse intbarmen 5 dich ich see 6 mynen tzwe 7 myn 
wyff ind eyn boese 8 ich had gehoffet 9 zo hant yemerlichen word 
10 wurden gehord 11 balde sie 12 myt guitlicheit sprach sie 



136 97. 

jlefete vrunt, wat is din klage? 

des were voch, dat dine mage 

weren alle storven dot, 15 

als ik di höre an diner not/ 

he sprak: ,vrouwe, ik hebbe sen, 

des ik nu mot leder jen, 

enen andern an mins beddes stede. 

gi weren bede also to vrede: 20 

dat sen geit vor allen wan.' 

se sprak: ,och, olde papuan! 

altit was di de dorheit mede, 

dat dröme und alsülke rede, 

de ik nu hebbe van di hört, 25 

van wane di hebben gi bedört [67ä] 

und bedrogen als en kint. 

mit senden ogen bistu blint: 

bistu des noch nicht worden inne, 

dat alle vif des minschen sinne, 30 

tasten, hören, ruken, smecken, 

ok sen, dicke mannigen gecken? 

als di nu sülven is gesehen: 

twe hefstu vor enen sen.' 

se genk boven en water stan. 35 

mit em se sprak: ,nu sü hiran: 

süstu bi mi den vremden knecht, 

so wil ik löven, du sechst recht.' 

de gabbart in dat water sach. 

,ik sen mi sülven', he do sprak, 40 

13 lieffster vnind clage 14 geuoich dat all 15 weren gestoruen 
doit 16 ich dich hoire noit 17 hie sprach ich han 18 ich moit 
leider ghen 19 einen anderen mynes 20 gy beide zo 21 sein 
vur wain 22 sie sprach euch aide 23 alzyd dich die 24 droeme 
ind alsuiche 25 die ich han dich gehord 26 dich han ye bedoirt 
27 vnd eyn 28 myt seinden engen 29 nit ynne 30 wynff menschen 
synne 31 hören ruichen smechen 32 euch sein (7'oter strich) 33 dich 
siluen ist geschein 34 tzwey hastu vur eynen gesein 35 sie genck 

bouen eyn waiszer stain 36 myt sie sprach su hyr an 37 sichstu by 
mych 38 ich gelouen sagest 39 der waiszer 40 ich sein mich 
siluen hie ^ sprach 



97. 98. 137 

,iind nümment anders sen ik bi di: 

bedrogen heft dat sichte mi/ 

des scherses wart de vrouwe vro. 

se sprak: ,nu vörbat löve jo 

dinen ogen, Hillebrant, 45 

de di süs sülven hebbet schant/ 

ünschemige wif mannigen schövet 
und als enen narren övet. 
darum en sprak, de nicht enloch: 
wis was de, den ne wif bedroch. 50 

98. Der betrogene ehemann. 

An meitit sik dat geschach, [67 b] 

dat en man sine vrouwen sach 
mit enem knapen, de nicht olt 
was, gan an enen grönen wolt. 
de knape wart des mannes enwar 5 

und wart darvan al missevar. 
he sprak to er: ,hir kumt de wert, 
he heft en spet, darto en swert: 
bi wane wil he mit mi striden. 
nu tor tit wil ik di miden.' 10 

se sprak: ,vrunt, gi sit vorsaget: 
hirna wert it van gik beklaget, 
döre gi jümmer siner beden, 
mit liste wil ik en beleden 



41 vnd nummende sein ich by dich 42 bedroigen hat gesiebte 
mich 43 schertzes die 44 sie sprach vorbatz geloue yo 45 ougen 
hillebrant 46 die dich sus siluen hant geschant 47 vnschamige wiff scheuet 
48 vnd eynen ouet 49 dar vm eyn sprach der nyt en loich 50 wyss 
der (roter strich) wyff bedroich 

98. 1 meytzyd sich 2 eyn 3 myt einen knaffen der nyt alt 4 ge- 
gain einen groDen walt 5 der knaffe mannis gewair 6 vnd darvan 
all myssvair 7 hie sprach zo eir hyr kumpt der weird *8 hie hat eyn 
speyt dar zo eyn sweird 9 by will her myd dich stiyden 10 zor zyd 
will ich dich myden 11 sie sprach yr syt vorzaget 12 hyr na id 
uch beclaget 13 doir yr iummer syner beiden 14 myt lyste ich ene 
beleiden 



138 98. 

und Seggen em so söte rede, 15 

dat he ju laten sal mit vrede.' 
de knape sprak: ,de wort sin got. 
men, vrouwe, dit is nu min mot: 
mit juwem manne wil ik nicht vechten, 
went he is in dem rechten. 20 

an gik heft he de öldesten wer: 
darum ik strides nicht beger. 
mer künne gi nu schöne rede, 
so makt gik sülven ersten vrede. 
. is kunst an gik, der bruket nu: 25 

ik vare hin. got segene ju!' 
vil bolde he to holte quam, 
tohant de vrouwe den man vornam [68 a] 

to sik komen an grimmiger var: 
.mit söten reden grotte se dar 30 

und entvenk den sülven man. 
mit gotlicheit süs hof se an: 
, güldene vrunt, wo lange her 
heft gewesen min beger, 

dat du ens wuldest mit mi gan 35 

dorch lust an disses meies plan, 
mit vröuden disse blomen schouwen 
und der vögele söte douwen. 
disser blomen mot ik bringen: 
ok möchte mi gelingen, 40 

dat ik enen vogel vünde, 
den ik to speie temen künde.' 

15 vnd sagen en eoisse 16 hie uch laissen myt 17 der knaffe 
sprach die word goed 18 myn moed 19 myt vreii will ich nyt 

20 hie 21 uch hat hie die öldesten were 22 dar vm ich nyt begere 
23 kunne yr schoene 24 machet uch siluen eii^sten 25 uch gebruchit 
26 ich vair hen v 27 balde hie zo 28 zo haut die 29 zo sich 
grymmiger vair 30 soissen grotze sie en dair 31 vnd entfenck siluen 
32 myt guidlicheyt sus hoiff sie 33 guldener frund 34 hat myn 

35 eyns myd mich ghain 36 durch meyes piain 37 myt vrouden 
38 vnd voisze nach der rot gestrichen vögele soisze 39 bloemen moiss ich 
40 ouch mochte mich 41 dass ich einen vogell vunde 42 ich zo speele 
tzemen künde 



98. 139 

mit grimmicheit sprak do de man: 

,en böse jar sal di bestan! 

we was de man, de mit di gink?' 45 

se sprak: ,is dit gin selsen dink 

unde jümmer en selsen wort, 

van juwer wisheit ungehort! 

segget dorch aller vrouwen ere, 

duchte gijk, dat we mit mi were?' 50 

he sprak: ,dat mine ogen segen, 

kan mi nicht of nümment dregen. 

ik sach hir enen bi di stan 

und na dissem wolde gan. 

van di he sprank, do he mi sach.' [68b] 55 

do schreide de vrouwe: ,o wi, o wach! 

gi hebbet minen dot gesen, 

als minen öldem is gesehen. 

de segen den dot up enen dach 

sik openbaren: darna schach, 60 

in korter tit se bede storven 

und na der schiebt ne vröude worven. 

rechter warheit wil ik jen: 

bi mi hebbe gi ne minschen sen. 

mer als ik erst geredet han, 65 

den leden dot hebbe gi gan 

sen mit mi to disser tit. 

des wet ik, dat ik werde quit 



43 myt giymmyoheit sprach der 44 eyn boese iar dir 45. 46 
in umgekehrter reikenfolge; am rande b a und eine schwarxe kand mit 
rotem ermel und ausgestrecktem xeigefinger 45 wer der der myd 
dich ginck 46 sie sprach ghin seltzen dinck 47 vnd iummer eyn 
seltzen word 48 vrer wysheyt vngehord 49 saget durch 50 uch 
das wer myt mich 51 hie sprach das myne ougen 52 mich off nimant 
53 ich hyr einen by dich stain 54 vnd nach dissen walde gain 55 dich 
hie spranck hie mich 56 die wy 57 yr hauet mynen doit gesein 
58 mynen olderen ist geschein 59 die doit vff eynen 60 sich offen- 
baren (schwarxer strich) dar na geschach 61 kurtzer zyd sie beide 
storuen 62 vnd vroude women 63warheyt ichgeen 64 by mir haue 
yr menschen gesein 65 ich eirst 66 leiden doit hat yr gegan 
67 seyn (roter strich) myd mich zo zyd 68 weit ich ich quyd 



140 98. 



des levendes min in korter vrist: 

dat si di klaget, here Krist! 70 

hirüm bidde ik ju, min leve man, 

latet dar nicht vöregan: 

bolde latet use vründe 

weten disses ledes künde, 

dat se US scheden na der e. 75 

se weten, dat ik godes me 

to gik brachte, danne gi 

hadden. des gelövet mi, 

dat ik vare an ene klus 

und late gik hof unde hus: 80 

alene des godes minen part, 

dat gik mit mi geven wart, 

söle gi sunder vortoch mi geven, [69d] 

went ik sal nicht lange leven. 

vor mine sele wil ik dat keren 85 

und bevelen se got dem heren. 

bolde wil ik dat vuUenvören 

und gine sake dartegen hören.' 

dem manne vorverden disse wort: 

he dachte hir, he dachte dort, 90 

wo he sik dan möchte erneren, 

siilde he sines godes entberen, 

darto des wives. he tohant 

sprak: ,vrouwe, nu dot mi bekant 



69 leuendes myn kortzer vryst 70 sy dich geclaget crist 

71 hyr vm bid ich uch myn lieue 72 laiszet nid voir gain 73 balde 
laiszet vnse frunde 74 weissen leides künde 75 dass sie vns scheiden E 
76 sie weissen ich guides niee 77 zo uch dan yr 78 roter strich 
nach hadden gelouet mir 79 dass ich vair eine cluis 80 vnd 

laisse uch hoff vnd huiss 81 alleyne guides mynen 82 uch myt 

mich gegeuen 83 sole yr mich sunder vortzoich geuen 84 ich nid 
lange rot korrigiert aus langen leuen 85 vur myne siele ich 86 vnd 
beuelen sie god 87 balde ich vuUen voren 88 vnd ghine sache 
dar tzegen hören 89 voruerden word 90 hie hyr hie 91 we 
hie sich mochte 92 hie syns guides enberen 93 dar zo wiues (roter 
strich) hie zo hant 94 sprach (roter strich) vrowe doet mich 



98. 141 

in warheit: schach dat juwem vader 95 

imde moder allegader? 
storven se van sülker schiebt, 
als gi hebben mi beriebt?' 
se sprak: ,ik segge gik vor war, 
vor erem dode mannieb jar 100 

vil dieke badden se dat sen: 
jo docb enwulden se nicbt jen 
der scbicbt dorcb der lüde spot.' 
do sprak de man: ,lat af dorcb got! 
der rede saltu di begeven: 105 

mannieb jar macbstu nocb leven. 
der warbeit mot ik di nocb jen: 
bi di enhebbe ik nümment sen.' 
do dacbte de vrouwe an erem mot, 
dat al er dink do wörde got. [69b] iio 

se sprak: ,min vrunt, min leve gade, 
gerne ik wil na dinem rade 
don und wandeln dissen sin.' 
be nam de vrouwen mit sik in 
an vröuden und an blidem mode: 115 

be let se vörbat sunder bode. 
En oltsproken wort gemene 
is dat: de wascbet tegelstene 
und de sines wives bot, 
set, de wert der lüde spot. 120 

95 geschach vren 96 vnd alle gader 97 storuen sie 

sulcher 98 yr hauen mich 99 sie sprach ich sage uch voi*wair 

100 vur eiren iar 101 sie gesein 102 en wulden sie dat nyt 
geen 103 roter strich nach Schicht durch lüde 104 sprach der 
laiss äff durch 105 dich begeuen 106 iar leuen 107 moiss ich 
dich geen 108 by dich en han ich nummende seen 109 der eren 
moed 110 all dinck woirde goet 111 sie sprach myn frunt myn 
lieue 112 ich will dinen 113 doen (roter strich) ind wandelen 

114 hie die mydsich 115 vrouden vnd blidenmoede 1161eisssie 
vorbass hoede 117 eyn olt gesprochen word gemeyne 118 roter 

strich nach is dass der wasschet teygelsteyne 119 vnd dar wiues 
120 siet die werd lüde 



142 99. 



99. Der bauer als arzt. 

En ackerman, de hadde en wif, 
darmede he hadde mannigen kif. 
wederstref was se genoch: 
darümme he se dicke sloch. 
so wat he sprak, se sprak darweder: 5 

darum he gerde er dat leder 
mit branden, stölen unde staken, 
doch konde he ginen vrede maken: 
de hillige tit was ne so grot, 
dat se en lete siinder not 10 

he sloch se dicke to der erden: 
doch künde de sege sin ne werden, 
so dat se en wulde leven. 
an disser var se lange bleven. 
to ener tit mit siner ploch 15 

to hus he quam noch gin gevoch [70a] 

an siner wer mit nichte he vant, 
wal dat dem wive wal bekant 
was manniges kummers sware dach, 
des he dorch se bede plach. 20 

he sprak: ,du rechte böse hut, 
mochtestu mi nicht koken en krut 
of Yor spise ichteswat, 
it were dröge ofte nat, 

darmede ik stilde den hunger min? 25 

des mötestu vorvloket sin.' 

99. 1 eyn der had eyn wiff 2 dar myd hie kyff 3 weder- 
streef sie genoich 4 dar vm hie sie sloich 5 hie sprach sie sprach 
dar weder 6 dar vm hie geirde eir 7 myt stoelen vnd stachen 

8 hie ghinen machen 9 die zyd groit 10 dass sie leisze 
noit 11 hie sloich sie zo 12 der seege gewerden 13 sie ene 
leuen 14 vair sie bleuen 15 zo eyner zyd myt syner ploich 16 zo 
huiss he fehlt ghin geuoech 17 syner were myt hie 18 wiue 19 roter 
strich nach was swairer 20 hie durch sie beide 21 hie sprach 
boese huid 22 mich nyd koechen eyn kruid 23 oif vur spyse ichteswas 
24 id dmge offte nass 25 dar myd ich stillede myn 26 motestu 

voruloechet 



99. 143 

se beide weder als en hunt. 

se sprak: ,gi slat mi mannige stunt: 

ik achte juwer nicht en har, 

al lege gi in dem slike dar.' 30 

van grimme de man nam enen staken 

und sloch se ser an ere baken. 

unwroken se des nicht enlet: 

sine ben se em tobet. 

kleien, biten, ropen und slan, 35 

de mosten dar to speie gan. 

de man sach, dat sin strit vordarf 

und mit siegen nicht vorwarf. 

brodes klene de gorige man, 

darmede he wulde to velde gan, 4G 

nam he van jamer to sik do. 

dat wif em na schreide: ,wapen jo!' 

se rep an dem sülven mode: [7oi/\ 

,schalk, it enwert di nicht to gode. 

ik vorgelde di dat alsunder wan, 45 

sulde ik darum van di gan.' 

hör nu, wat darnaest schach. 

ens köninges borch darenboven lach, 

under dem de bur beseten was, 

als ik in Esopo las. 50 

des heren dochter de hals toswal: 

he sande boden överal 

um enen arsten. de dar döchte 

und siner dochter helpen möchte. 

27 sie bellede eyn hund 28 sie sprach yr slait mir stund 

29 ich vrer nyd eyn hair 30 all yr sliche 31 giymme der 
einen stachen 32 vnd sloich sie seere eir bachen 33 gewrochen sie 
nyd en leyss 34 beyn sie zo beiss 35 cleyen byszen roiffen vnd slaiH 
36 die zo gain 37 der stiyd vordarff 38 vnd myd nyd vorwarff 
39 cleyne der gorge 40 dar mede hie zo 41 hie yamer zo sich 
42 wyff yn waffen yo 43 sie reiff siluen 44 id en wert dich nyt zo 
45 ich dich all sunder wain 46 ich dar vm dich gain 47 hoir dar naist 
geschach 48 eyns köninges dar en bouen 49 vnder der buir besessen 
50 ich lass 51 der zo swal 52 hie sande {sehwarx korrigiert aus sanden) 
boeden ouer all 53 vm eynen die dochte 54 vnd syner helffen mochte 



144 99. 

der boden twene van eventüre 55 

quemen an dit wif unhüre. 

se vragden: ,is hir jenich man, 

de icht van arsedien kan? 

de sulde sik usem heren nalen: 

mit werdicheit süle we den halen.' 60 

se sprak: ,hir is min echteman. 

beter arste wif ne wan: 

he is en mester vuUenkomen, 

jo doch ennimt he des ginen vromen. 

sine sede sint also dan: 65 

men mot en swinde sere slan, 

er he der kunst icht wille jen. 

dat süle gi in der warheit sen.' 

to dissen worden wart en ga: 

se gingen, dat wif wisde na. [7ia] 70 

se spreken: , mester, goden dach!' 

de bur antworde, so he plach. 

,des köninges bot we to di werven: 

sin enige dochter, de wil sterven. 

eren hals heft ümmedan 75 

en ser: des möte gi mit us gan. 

he wil gik grote gave geven 

und rike maken, de wile gi leven. 

gi sint na künsten walgestalt, 

nicht junk, raen wal to mate alt, 80 

sint men nicht gemene seit, 

dat künste und vorvarenheit 

55 boeden tzwe euentuire 56 wyff vngehuire 57 sie vrageden 
hyr ienich 58 der arsediens 59 der sich vnsen 60 myt solle 
wir 61 sie sprach hyr myn echte man 62 besser ne wyff gewan 
63 hie ist eyn meister 64 en nympt hie ghinen 65 gedain 66 moiss 
seere slain 67 eir hie geen 68 sulle yr seen 69 zo wau't gba 
70 sie gingen hen (roter strich) wyff wisede 71 sie sprechen meister 
guden 72 der buir hie 73 köninges wir zo dich weinen 74 eynige 
der Sternen 75 ciren hat vm gedain 76 ejTi seer (roter strich) 
moisse yr myd vns gain 77 hie uch gi'oisse gaue geuen 78 vnd ryche 
machen der wyl yr leuen 79 yr sind nach kunsten wal gestalt 80 nyt iunck 
20 maisze 81 nit gemeyne seyt 82 dass kunste ind voruarenheit 



99. 145 

jo viüt men an den goden olden: 

got möte des, mester, an gik wolden.' 

de bur wart krum um sinen hart. 85 

he sprak: ,we heft mi kunst gelart? 

were ik en mester, got were dat: 

ik ete er mi bries sat 

dan ik vigen ofte ris. 

we heft mi maket künste wis? 90 

den acker kan ik wal arsedien 

und mit messe benedien.' 

se vellen up en und slogen an. 

he rep: ,lat mi armen gan! 

warümme sla gi mi so ser?' 95 

se slogen en jo lenk jo mer. [7ib] 

,ik bin en mester,' rep he do: 

se beiden up, se worden vro. 

mit em quemen se to hove: 

he stunt an des köninges love. 100 

he sprak en an: de bur vorsak. 

se slogen aver up sinen bak. 

,latet af! en mester ik bin,' 

he sprak: ,lat mi tor seken in.' 

van perdehar makde he en spil. 105 

he sprak: ,mit kunst ik vordriven wil 

der junkvrouwen er swel.' 

schemigen allen dat bevel: 



83 guiden alden 84 nioisse moisters uch walden 85 der buir 
waiii vni bairt 86 hie sprach wer hat mich gelairt 87 wer ich 
eyn meister guid 88 ich esse mer bries 89 ich offte lys 90 wer hat 
mich gemachet kunste wys 91 ich 92 vnd rayt bendien 93 sie 
vff vnd sloigen 94 hie reiff laissz myr armen man 95 wair vm 
yr mich seire 96 sie io lenck io 97 ich eyn meister reiff 
hie 98 sie vff sie wurden 99 myt ene sie zo hone 100 hie 
köninges loue 101 hie sprach roter strich nach an der buir voreack 
102 sie sloigen ouer ufi back 103 laisszet äff eyn meister ich 

104 hie sprach laisset mich zon seichen 105 peiixie hair machede hie 
eyn 106 hie sprach myd ich vordriuen will 107 iuncferen eir swell 
108 schäm igen beuell 

Leitzmann, Die fabeln Gerhards von Minden. 1 Q 



146 99. 



sülk gescherse and des gelik 

dref de mester künsterik. 110 

de junkver sik nicht entholden künde, 

lachende se ser begunde, 

so dat dat swel mit allem brak: 

YÖr was se stam, tohant se sprak. 

de könink gaf dem mester pris: 115 

he mende, he were tomale wis. 

perde, kleder, sülver und golt 

dem mester wart vor riken solt: 

de vor quam gande ut dem slike, 

tor heme ret he weder rike. 120 

jo doch er he tor heme quam, 

de könink dit vor sik nam, 

dat he sulde laten nesen [72a] 

de seken, de dar möchten wesen 

ümme sines landes trent 125 

boden worden utgesent: 

de seken quemen alle dar 

up en velt an groter schar. 

de bur het de seken delen. 

he sprak: ,biddet vor de seien: 130 

de jene, de hir sekest sint, 

de wil ik bernen als en rint 

dat pulver wil ik drinken geven 

den andern, dat se mögen leven.' 



109 sullich geschertze ind gelych 110 dreeff der meister kunsten- 
lyoh 111 ilio iuncfi*ouw sieh nyt intholden 112 lachgende sie sere 
113 so di\ss swell myt allen brach 114 voir sie zo hant sie sprach 
115 der kouing gaff meister prys 116 hie hie zo mael \rys 

117 peii*de eleider suliier vnd 118 meister vur rjchen tzolt 119 der 
voir vss suche 120 zo der heyme reet hie riche 121 eir hie 
xor hoymo 122 der kouing sich 123 hie laissen genesen 124 die 
siH^hen mochten 125 vm synes trend 126 boeden wurden vss gesent 
127 die seichen 128 vff eyn uelt groszer 129 der bnir heit die 

seichen 130 hie sprach vur die 131 die gene die hyr seichest sind 
132 die will ich ejTi rind 133 puluer ich drincken geuen 134 an- 
deren sie moin?n srenesen 



99. 100. 147 

do disse wort de seken yornemen, 135 

vil snel se up de krücken quemen: 
de lamen wachten der stave nicht, 
tor vlucht hadde sik de blinde vorplicht. 
gin ünimesen wart dar torügge: 
se worden altomale vlügge. 140 

do se den dot van em vornemen, 
bolde se van dem velde quemen. 
dit gescherse segen an 
de könink und al sine man:, 
to dissem bure, was en here, 145 

se spreken, dat he en mester were 
und vil wiser, wan he was, 
de sülve gode Olias. 
ere lede em de könink an 

mer, dan he erst hadde dan. isO 

mit grotem gode quam he to lande: [72b] 

vil wal he sine siege bewande. 
Dem unschuldigen dicke got 
schüt tegen des bösen mot. 

siege dem wive vor er gunst, 155 

got wart dem bur vor sine kunst. 

100. Der einäugige als richter. 

En man to markte brachte en pert, 
dat was ener mark gewert, 
und lovde it men ener mark, 
en kopman sprak: ,dat is to stark. 

135 woird die siechen 136 snell sie vff die kruchen 137 die 
wachteden staue 138 zor vluicht had sich der 139 ghin vm seen zo 
rugge 140 sie wurden alte mail vlugge 141 sie doit 142 balde sie 
143 geschei-tze siegen 144 der koning vnd all 145 zo buir em 
146 sie sprechen das hie eyn meister 147 vnd vill wyser hie 148 der 
silue gude olias 149 der koning 150 hie eirst had gedain 151 myt 
groisszen gude hie zo 152 vill hie 153 deme vnschuldigen ge- 
sehnt nach dicke rot gestrichen guid 154 schut (roter strich) yegen 
boesen moid 155 deme wiue vur-eir 156 guid buir vur 

100. 1 eyn zo marckte eyn perd 2 eyner marck gewerd 

3 vnd louede eyne marck 4 eyn koepman sprach zo starck 

10* 



148 100. 



men lat af den dridden del: 5 

ik wil it köpen up en hei 

und betalen an disser stat' 

des wedersprak de ander, dat 

de kopman sprak: ,behagt it ju, 

ik wil US vornögen nu.' 10 

de jene sprak: ,nu redet an!' 

de kopman sprak: ,so welik man, 

de erst hir to us körnende wert, 

de sette gelt und achte dat pert.' 

de rede behagde en beden: 15 

se bevesten de mit eden. 

do se en stunt dar hadden stan, 

quam en man darto gegan 

mit enem oge, den se beden, 

dat he wulde de warheit reden 20 

mit körten worden, wes dat pert [75 aj 

to kope were wal gewert. 

he sprak: ,ik wet nicht, wer it telt 

hebbe of drave: men sin gelt 

en half mark is und nicht enboven.' 25 

de rede begunde de kopman loven 

und sprak, it were recht gedelt: 

de ander ser dartegen helt 

und strafde des enögeden wort, 

de dar weren also hört. 30 



5 laiss äff deil 6 ich will id koeffen vff eyn heil 7 vnd betzalen 
8 weder sprach der 9 der koepman sprach behaget id w 10 ich vns 
vomogen 11 der genne sprach 12 der koepman sprach wellich 

13 der eiret hyr zo vns weixi 14 der settze vnd perd 15 die 
behageden beiden 16 sie bevesteden die myd (rot korrigiert aics myde) 
eiden 17 sie eyn stund gestain 18 eyn dar zo gegain 19 myt 
einen ouge sie 20 hie die wairheit 21 myt kortzen perd 

22 zo koepe gewerd 23 hie sprach ich weiss nit id tzelt 24 hebbe 
fehlt off draue (roter strich) 25 eyn halff marck roter strich nach is 
ind nyt en bouen 26 die der koepman zo louen 27 vnd sprach 

id gedeilt 28 der sere dar yegen heilt 29 vnd straffede eynou- 
geden woird 30 die gehoirt 



100. 101. 149 

he sprak: ,wo sulde he kopes jen? 
he h*eft dat pert rnen half gesen: 
hadde he bede ogen hat, 
tom kope hadde he sproken bat' 

Gin man sal up vrömden man, 35 

des he künde ne gewan, 
laten, dat he up sine sele, 
got of ere era afendele. 

101. Der dieb und der teufel. 

An enem dorne slep en def, 
den de düvel hadde lef: 
de quam to em, aldar he lach, 
do he entwakde und en sach, 
em enwas nicht alto leve. 5 

düs sprak de düvel to dem deve: 
, vorsage nicht, went ik bin komen 
to di dorch dinen groten vromen. 
lange hefstu denet ml: 

des enhebbe ik nicht gelonet di, [73b] 10 

als ik di wal plichtich bin. 
des nim vorhat in dinen sin: 
du Salt sunder angest stelen 
und Salt di hüde mi bevelen, 
went ik wil diner achte han. 15 

boven alle röver saltu gan: 
hebbe hande und wes en man, 
went di nümment gripen enkan. 



31 hie sprach hie koefes gen 32 hie hat perd halff 33 hie beide 
ougen gehat 34 zon koeffe had hie gesprochen 35 ghin sali vff vromden 
36 hie künde 37 laissen hie vff 38 guid off eme äff en dele 

101. 1 einen sleeff eyn deiff 2 der duuel leiff 3 der zo 
eme dar hie 4 hie entwachede vnd ene 5 en was nit altzo lieue 

6 dus sprach der duuel zom dieue 7 vorzage nit ich gekomen 8 zo 
dich durch groiszen 9 hast du gedenet mich 10 en han ich nit dich 
11 ich dich plichtzich 12 nym vorbass 14 vnd dich hüte mich. 
beuelen 15 ich dyner 16 bouen rouere gain 17 haue ind 
eyn 18 dich numment gryffen en kan 



150 101. 

wan ik di geve minen segen. 

vrolik saltu stelens plegen. 20 

schaden sal di dat mit nichte: 

al kumstu vor en heget richte, 

ik helpe di bi minem waren. 

darum ensaltu nümment sparen, 

arme, rike, kerken of klus: 25 

werp ok risch sinkedus. 

din kanse sal di nicht vorderven: 

unendich got saltu vorwerven. 

wedersteit di ichtes gicht, 

so mane mi bi disser bicht.' 30 

to dissen reden dissem deve 

wart wal und tomale leve 

und wart darto getröstet mede, 

dat he mannige dufte dede. 

to lösten wart an ener nacht 35 

he över ener klederdracht 

grepen, de up en gebunden [T4a] 

worden to den sülven stunden. 

do he in der hechte sat, 

sin here en dar nicht envorgat. 40 

he sprak: ,wes vro und gemeit: 

min hülpe sal di sin bereit.' 

de def sprak: , Satan, leve hero, 

dine kunst nu an mi kere. 

help mi nu to disser tit, 45 

dat ik möge werden quit.' 

19 ich dich gheue mynen 20 vrolich 21 dich myt 22 all 
kumpstu vur eyn gerichte 23 ich helffe dich by mynen 24 dar vra 
en saltu nuinmende 25 rvche kerchen off kluiss 26 werff ouch 

zinckeduiss 27 Scoll dich nyt vorderuen 28 vnendich guid vorweruen 
29 weder steyt dich 30 mich by 31 zo dieue 32 ind zo mail 
lieue 33 vnd dar zo getröstet 34 hie duffte 35 zon eyner nacht 
rot und schwarx korrigiert aus lacht 36 hie ouer eyner cleider dracht 
37 gegreffen (roter strich) die vff ene banden 38 roter strich nach 

worden zo dem siluen 39 hie 40 nit en vorgat 41 hie sprach ind 
42 myn hulffe dich 43 der dieff sprach sathan lieue 44 din mich 
45 helff mir zo zyd 46 ich möge quyd 



101. 151 

de düvel sprak: ,nu wachte en klene: 

du Salt wal sen, wo ik di mene.' 

de def darna quam up de vart, 

dat he tor galgen vorordelt wart. 50 

he rep: ,nu help noch, leve here: 

dine kunst nu an nii kere. - 

help mi nu to disser tit, 

dat ik möge werden quit. 

help mi noch, min leve here: 55 

dit bedent schadet alto sere 

mi, dinem trüwen knechte: 

help mi nu ut disser hechte. 

ik mane di diner stolten wort, 

de ik van di hebbe hört, 60 

dat du an nöden wuldest helpen mi.' 

de düvel sprak: ,nu trösten di 

de knapen, de dar bi di stan: 

de willen di nicht laten gan. 

lat di lian mit godem willen, [74b] 65 

so machstu mannich röchte stillen, 

dat di noch möchte volgen na. 

min knecht, din Ion alsüs entva.' 

alsüs wart de def bedrogen 

und boven an de galgen togen. 70 

We dem düvel löven wil, 
dem wedervart alsodan spil: 
ok vormeldet us de schrift, 
dat drögene droch to lone gift. 

47 der duuel sprach eyn cleyne 48 seyn ich dich meyne 49 der 
dieff dar na uff die vaiii 50 dass zon wairt 51 hie reeff helff lieue 
52 mich 53 helff mir zo zyd 54 ich möge quyd 55 helff mir 
myn lieue 56 beident altzo 57 myt dinen truwen 58 helff mir uss 
59 ich dich stoltzen word 60 die ich dich han gehord 61 noden 
helffen mich 62 der duuel sprach troisten dich 63 die knaffen die by 
dich stain 64 die dir nit laissen gain 65 laiss dich hain myd guiden 
66 rechte 67 dich mochte uolgen 68 myn loin alsus entfa 

69 alsus der dieff 70 vnd bouen an die getzogen 71 wer duuel 
louen will 72 weder uairt spill 73 euch vns die scrifft 74 drö- 
gene zo loine gifft 



152 102. 

102. Der wolf und der widder. 

Dem wulve rüwden sine sünde, 
up dat he genade vünde 
bi den lüden, den he vil 
bewiset hadde schalkes spil 
an holte, an velde und an koven. 5 

alsüs wulde he dat vlesch vorloven 
und wulde dat ewichlik vorraiden: 
dorch got wulde he den hunger liden. 
he sprak: ,dat lantvolk sal mi vöden, 
sulde ik ok er schape höden. 10 

ik ete wal kese unde brot, 
wan mi angeit des hungers not. 
er ik dit löfte breken wolde, 
min lif ik er vorlesen solde: 
den jenen, de mi willen meden, 15 

den love ik dat bi minen eden.' 
ungemedet blef de sage. 

hungerich genk he alle dage: [75a] 

to lesten genk he bi den diken 
unde bi dem water sliken, 20 

dar he hopde vische vinden, 
de sin mage möchte vorslinden 
und sik des hungers mede botte. 
aldüs em en wedder entmotte, 
vordwolen vere van den schapen. 25 

överlut de wulf rep: ,wapen, 

102, 1 deine wulue ruweden sunde 2 vff hie vunde 3 by 
dem luden hie vill 4 spill 5 vnd kauen 6 alsus hie vleisch 
vorlauen 7 vnd ewichlichen vormyden 8 durch hie 9 hie sprach, 
lantvolok mich uoden 10 ich onch eir schaiffe hoiden 11 ich. esse 
vnd broit 12 mir an geit noit 13 eir ich loffte brechen 14 myn 
lyff ich eir 15 gennen die mich 16 loue ich dass by mynen 17 vn- 
gemedot bleff der zage 18 genck hie 19 zon ginck hie by dyken 
20 ind by wasszer slichen 21 hie hoffede vysche zo 22 die mochte 
23 vnd sich bottze 24 aldus eme eyn groisse nach wedder schwarx 
gestrichen entmottze 25 veer dem schaiffen 26 ouer luit reeff 
der Wulff waiffen 



102. 153 

dat ik de löfte gi bedachte! 

nu möchte ik eten also sachte 

dit schap, dat ik hebbe vunden, 

were ik mit löfte nicht vorbunden. 30 

doch erret mi en ander not: 

kurat it van mi, so is it dot. 

so were ik dan sins dodes schüldich: 

ok möchte ik wesen alto düldich. 

we wil min löfte also vorstan, 35 

dat ik möchte vische van? 

ok secht de schritt, dat men berede 

si, wan dat gelücke bede. 

sulde ok en sin löfte breken 

dorch not, we mach darümme spreken? 40 

ok sprak min vader, dat gi was 

en wedder beter" dan en las. 

nümment heft min löfte hört. 

ok wedder veler sworener wort 

untrüwe löfte dicke breken, 45 

dat to lesten wart vorspreken. [75b] 

ok, dat en lovet sunder rat, 

brekt en dat, dat enis nicht quat. 

en löfte sünte Peter dan, 

dat mach man wandeln sunder wan.' 50 

süs lep de wulf to dem weder 

und warp en bi dem halse darneder 

und at en ro vor enen las, 

sint also sin löfte was. 

27 ich die gelofifte ye 28 mochte ich esszen 29 schaiff ich han 
gevunden 30 wer ich myt geloffte nyt 31 mich eyn noit 32 kumpt id 
mich id doit 33 wer ich sines dodis schüldich 34 euch mochte ich 
altzo duldich 35 wer will myn geloffte vorstain 36 ich mochte vissche 
vain 37 euch die scrifft dass 38 sy (roter strich) gelucke 39 euch 
eyn gelucke brechen 40 durch noit (roter strich) wer dar vm sprechen 
41 euch sprach myn ye 42 eyn besszer eynlass 43 numment hat myn 
loffte gehört 44 euch weder geswomer word 45 vntruwe loffte brechen 
46 zon versprochen 47 euch eynlouet raid 48 brechet eyn enisnitquaid 
49 eyn geloffte sunte peter dain 50 wandelen wain 51 sus leiff der wulff zo 
52 vnd warff yn by dar neder 53 vnd ass roe vur einen lass 54 geloffte 



154 102. loa. 

Love, de an dem wulve is, 55 

is bi dem ungetrüwen wis: 
lovet de ok wat in bicht, 
löves mi, he enholt it nicht 

103. Die affin und ihr Und. 

En ape was van sinne blint: 
de begunde er kint 
loven, dat it schöner were 
wan jenich jeniger andern dere. 
desser narren schemige rede 5 

dorch spot begunden loven mede 
ander dere, de dat horden. 
düs spreken se to eren worden, 
dat crem heren dede sachte, 
dem louwen, dat se em brachte 10 

und enttögde den helant vin: 
dat möchte ere vrome sin. 
se quam, aldar se sprak: ,min here, 
dorch juwe köninkliken ere, [76ä] 

darum ju alle derte ert, 15 

min kint, is dat nicht loves wert 
dorch sine schöne? dat segget mi. 
dat got des juwe loner sü' 
he sprak: ,din kint were loves wert, 
hadde it enen krummen stert. 20 

so spreken arm unde rik, 
dem düvel were it wal gelik, 

55 geloue der wulue ys 56 by vngetruwen 57 gelouet der 
euch 58 geloues mich hie en holt es 

103. 1 eyu afe blind 2 die ere kind 3 zo louen id schoin 
4 yenich yeniger anderen 5 schamige 6 durch zo louen 7 andere 
die das hoirden 8 dus sprechen sie zo woirden 9 eren 10 lewen 
(roter strich) das sie 11 vnd entzogede heiland fin 12 mochte 13 sie 
al dar sie sprach myn 14 durch vre koninglichen 15 dar vm uch 
deerte eii*t 16 myn kind nid loues weird 17 durch syne schone saget my 
18 vre sy 19 sprach kind loues weird 20 id einen 21 sprechen 
ind rych 22 duuel gelych 



103. 155 

als men en malet in en laken. 

wes wultu van dem apen maken? 

doch lovt de vos den sagel sin: 25 

also deistu de kinder din.' 

der rede wart de ape unvro 

und genk to dem beren do 

und klagde em des louwen wort. 

de bere hadde ok er gebort, 30 

dat se Spottes were bewone 

van allen deren, de eren sone 

schöne sachten unde vin. 

do sprak he: ,leve vrouwe min, 

schöner kint ik ne bekande 35 

hir of in jenigem lande. 

ik bidde ju, leve vrouwe söte, 

dat ik den schönen helant möte 

dorch leve küssen vor sinen munt.' 

,dar neme ik nicht vor dusent punt,' 40 

de ape sprak: ,dat sodan here [76b] 

kuste min kint, is mi grot ere.' 

düs vroude se sik des beren rede. 

in sine klawen se em dat dede: 

van vröuden schrakde se överlut. 45 

an sinen hals alsam en krut 

de sülve bere dat kint do stak. 

se rep: ,got geve di ungemak!' 

över em se sclireide: ,wapen jo!' 

des sprak de bere der apen to: 50 

23 mailt yn eyn lachen 24 afen machen 25 louet der voss 
tzagel 26 deystu die kindere 27 der afe vnvro 28 vnd genck zo 
baren 29 vnd clagede lewen word 30 der bair had ouch eer 

31 sie 32 die 33 schone ind fin 34 sprach hie lieue vrowe myn 
35 schöner kind ich 36 hyr off yenigen 37 ich bid uch lieue vrowe 
soisse 38 das ich schonen heiland moisse 39 durch lieue küssen vur 
40 ich nit voir 41 der afe sprach 42 myn kind myn groisser 43 dus 
sie sich baren 44 syne clawen sie 45 vrouden schrachede sie 
euer luit 46 eyn kruid 47 der silue lewe stach 48 sie reff 
geue dich vngemach 49 ouer sie schreyde waffen yo 50 sprach 

der bair afen zo 



156 103. 104. 

,vrouwe, gi sint en rechte diitte, 

dat gi gingen mit disser kutte 

dorch sinen pris to allen deren, 

war de an dem lande weren. 

wat sal men loven an dem apen? 55 

vor allen deren is he vorschapen. 

wo möchte en der up disser erden 

eisliker van gode werden?' 

Den valschen nim up bi dem beren, 
de kan sik valsches loves neren: 60 

ok mannich pris und loves gert, 
de nüramer loves is gewert. 

104. Der mann und der drache. 

Mit enem manne wonde en drake 
mit vrede und mit godera make 
an kumpanie mannigen dach, 
to hödene ok de drake plach 
na olden reden enen schat, 5 

dar he stedes uppe sat. I77a] 

to lesten he vorsöken wulde 
den man, wo he em löven sulde. 
he sprak to em: ,ik bin di holt, 
ik hebbe sülver unde golt: 10 

dat saltu mi mit trüwen waren, 
ik mot ut dissem lande varen, 
dar ik schat hebbe dissem lik: 
hirüm du dissem nicht enwik. 

51 vrowo yr eyn rechter duttze 52 das yr niyt 53 durch 
prys zo 54 die 55 louen den afen 56 vur hie vorechaffen 
57 mochte eyn deir vff 58 eyslicher 59 nym vff by den 60 der 
sich loues generen 61 euch prys ind loues geerd 62 der nummer 
loues geweerd 

104. 1 myt einen woinde eyn drache 2 niyt ind myt guidea 
gemache 4 zo hodene euch der drache 5 nach eynen 6 hie vffö 
7 zo dem hie vorsoichen 8 hie louen 9 hie sprach zo ich. 
dich 10 ich han suluer ind 11 mich myt truwen 12 ich moiss uiss 
13 ich han gelych 14 hyr vm dissen nyt en wych 



104. 157 

men of du vreschdest dat van mi, 15 

ddtt ik si dot, so hebbe it di, 

went ik di des beste gan.' 

trüwe löfte dede de man 

dem draken, dat he laten wulde 

also den schat und vinden sulde, 20 

so dat he en sulde prisen. 

en ei begunde de drake wisen 

dem manne unde sprak also: 

,vrunt, dit ei, dat ik di do, 

dat beware bi den trüwen din 25 

wal gelik dem schatte min: 

brekstu dat dorch jenige not, 

so were ik sunder twivel dot.' 

to trüwer wäre sik över an 

mit löften, eden bot de man. 30 

na dissen reden de drake vloch 

bolde enwech: nicht vere he entoch. 

• • • • 

sin kumpan, als de valschen dot, 

begunde denken an sinem mot, [776] 

wo he möchte laten sterven 35 

also den draken und vorwerven 

den schat. darna he dat ei 

to sik nam und sloch entwei. 

de drake quam weder altohant: 

dat ei he tobroken vant. 40 

he sprak: , geselle, nu sen ik wal, 

wo ik di mer löven sal. 

15 off vreisschedest dat schwarx korrigiert aus dsmi mich 16 ich 
sy doit hebbet dich 17 ich dich best 18 tiiiwe loffte der 19 drachen 
bie laissen 20 ind 21 hie ene prysen 22 eyn eyg der drache zo 
wysen 23 ind sprach 24 eig das ich dich 25 bewair by trawen 
26 wal fehlt gelych schattze myn 27 brechstu durch yenige noit 
28 ich zwiuel doit 29 zo truwer wair sich ouer 30 myt lofften bait der 
31 der drache vloich 32 balde en wech nit veir en zoich 33 kurapain 
der doit 34 zo dencken sinen moot 35 hie mochte laissen steruen 
36 drachen vnd vorweruen 37 roter strich nach schat dar na hie eyg 
38 zo sich ind sloich ontzwey 39 der drache altzo hant 40 eyg 
hio zo brechen 41 hie sprach sein ich 42 ich dich loaen 



158 104. 105. 

nu var hin und wete dat: 
nümmermer wert di min schal 
geven, lovet noch bevaien. 45 

enem trüwen wii ik mi naien.' 
Pröve, wem du löven wult, 
so heft din love gine schult 
we dem jenen, de bedrücht 
sinen vrunt! de schrift nicht enlücht 50 

105. Der neugierige knecht. 

En klusenere sinen knecht 
besochte, of he were recht 
he sachte em hemeliken dat, 
he wulde gan an ene stat 

dorch sin werf: he sulde waren 5 

en dink, darbi he wuide vorvaren 
sine trüwe. aidüs en vat 
bewisde he em. ,ware dat!', 
he sprak: ,bi dem live din 

sal it niclit verloren sin 10 

und bidde di des an rechter bicht: [78a] 

des vates des envorheve nicht 
di sülven möchte it schaden wis. 
men allent anders, dat hir is, 
dat sal stan to dinem bode: 15 

darmede ik di bevele gode.' 
dem knechte gengen danken an, 
warümme disse gode man 

43 vair hen vnd wesse 44 nummer mer dich myn 45 gegeuen 
(roter strich) gelouet (roter strich) beualen 46 eynen truwen ich mich 
47 proue louen 48 hat geloue ghine 49 wie den gennen die be- 
drücht 50 roter strich nach vrunt scrifft nit en lacht 

105. 1 eyn clusener 2 off hie 3 hie en heymelichen 4 hie 
gain eyne 5 durch werff hie 6 eyn dinck dat by hie voruaren 
7 truwe aldus eyn 8 bewisede eme 9 hie sprach liue 10 nit verlorn 
11 vnd bid dich 12 vaszes en vorheue 13 dich suluen mochte id 
14 hyr 15 stain zo dinen gebode 16 dar myd ich dich beuele 

17 dancken 18 war vm guido 



105. 106. 159 

so düre em dat vat bevol, 

siüt he gm dink em gi vorhol. 20 

aldüs he dat weten milde, 

wal dat it em schaden sulde. 

hirmede he dat vat angrep: 

bolde dar en mus utlep. 

de klusener tor heme quam 25 

linde disse dat vornam. 

he sprak: ,enttöge ml dat vat! 

darunder was vorborgen schat, 

den ik bevol dem loven din: 

lat dine trüwe werden schin.' 30 

do sprak de knecht: ,ik mot des jeii, 

it were van mi bat ungesehen: 

ik bin bedrogen van der mus, 

wo klene se was an disser klus. 

disser schult bekenne ik di: 35 

dorch got, bidde ik, vorgif it mi.' 

En wis man mot vorsöken wal [786] 

den knecht, dem he trüwen sah 
we trüwe is över klene got, 
bi grotem he nicht övele endot. 40 

106. Der Gestohlene bauer. 

En gebure hadde en pert: 
matiges schattes was it wert, 
de bat gode spade und vro, 
dat he em geve en pert darto, 



19dureeme vas beuoel 20 liie ghin dinck ye vorhoel 21 aldus 
hie wessen 22 eme 23 hyr myd hie vas an greff 24 balde 
eyn muiss uss leff 25 der clusener zor heyme 26 vnd dayt 27 hie 
sprach entzoige mich vass 28 dar vnder 29 ich beuoel den gelouen 
30 laiss ti'uwe 31 sprach der ich moiss geen 32 id mich beth 
vngeschein 33 ich mniss 34 cleyne sie cluiss 35 ich dich 
36 durch bid ich vorgiff mich 37 eyn wys moiss vorsoichen 

38 den hie tmwen 39 wer truwe ist euer cleyne goid 40 by groissen 

hie nit ouel en doit 

106. 1 eyn buir had eyn peird 2 matziges Schatzes id werd 

3 der vnd 4 hie geue eyn perd dar zo 



160 106. 107. 



darmede he plögen möchte iind seien 5 

und darna sin körn meien. 

do wart dat pert dem sülven stolen 

und na der deve sede vorholen: 

grote bede he iede neder. 

he bat alene, dat got em weder 10 

geve de genomenen have: 

he wulde gerne laten ave 

und sik in enem laten nögen, 

darmede he seien wulde und plögen. 

En minsche grot van gode gert: 15 

he gift em, des he is gewert, 
vorlöre he dat sülve got, 
dar weder na stünde al sin mot 

• 

107. Der selbstsüchtige beter. 

En man in der kerken lach: 
sin bet he to spreken plach 
so lüde, dat men hören mochte, 
wan he sine venjen sochte. 

he sprak: ,got, ik bidde di, 5 

wes, leve here, genedich mi. [79a] 

gif mi hei an minem live, 
darto minem leven wive. 
vor mine kinder ok twide mi: 
vor anders nümment bidde ik di.' 10 

dit möde enen, de dat horde. 
de bat gode an dissem werde: 



5 dar myd hio mochte plögen vnd seycD 6 vnd dar na meyen 
7 poird siluon gestolen 8 vnd nach doue 9 groisse hie 10 hie 
alloyne 11 gcuo die haue 12 hie laissen aue 13 vnd sich 
oinou laissen genogen 14 dar myd hie seyen vnd plögen 15 ejn 
mynsühe groiss gwrt 16 hie güft hie geweert 17 verlöre hie silue 
guid 18 stunde all meid 

107, 1 eyu keix^hen 2 gebet hie zo sprechen 3 heilen 4 hie 
venion 5 liie sprach ich dich 6 Heue mich 7 gyff mych heil 
myoen liuo 8 dar zo mynen Heuen wiue 9 myne kindere euch tzwide 
nücli 10 nummende ich dich 11 moy de einen der 12 der dissen 



107. 108. 161 

,ok, got, do dorch mine bede: 
gif allen kristenen dinen vrede 
und vordöme dissen man, 15 

de diner genade nicht engan 
der werlt, dat he unsalich blive 
bede mit kindern und mit wive.' 
En vor den andern bidden sal, 
got lert US sülven överal: 20 

we biddet got vor sik alene, 
vor gode is sin bet unrene. 

108. Der prozess um den toten YOgcl. 

En man an ener stat wonde 
und hadde enen vogel, de spreken konde, 
singen und ok worde vornam. 
dat schach, dat de to dode quam 
van enem, den to richte lot 5 

de man dorch des vogels dot. 
de richter to dem manne sprak: 
,mi is let din ungemak. 
schade is it um den vogel din, 
so war dine rede sin.' 10 

de kieger to dem richter sprak: 
,des vogels lik ne minsche ensach: [79b] 

he künde spreken und sote singen 
und wunder vor de lüde bringen.' 
de schuldige vor gerichte quam 15 

und dorch vrüchten to sik nam 



13 ouch durch myne 14 giff cristenen 15 vnd vordome 

16 die dyner nit en gan 17 roter strich nach werlt hie vnsalich bliue 
18 beyde mytkinderen vndinyd wiue 19eynvur anderen sali 201eret 
VHS siluen ouer all 21 wer vur sich alleyne 22 vur vnreyne 

108. 1 eyn eyner 2 vnd had einen der sprechen 3 ind 

ouch woirde 4 geschach der zo 5 eynen (roter strich) zo gerichte loet 
6 der roter strich nach man durch doet 7 der zo sprach 8 myr 
leyt vngemach 9 vm 11 der clegor zo sprach 12 uogels gelych 
mynsche en sach 13 hie sprechen ind soisse 14 vnd vur die lüde 
15 die schuldige vur 16 vnd durch fruchten zo sich 

Leitzmann, Die fabeln Gerhards von Minden. 1 1 



162 108. 109. 

under sinen mantel vuUensnel 

van enem ramme en blodich vel. 

de richter vuUendrade kende, 

wat he mit dem velle mende, 20 

und wart des sülven tekens vro. 

to dem kleger sprak he do: 

,8egge mi dorch richtes dwank: 

wo ludden de wort, wat was sin sank, 

des din leve vogel plaoh?' 25 

de kleger unberaden sprak: 

,noch wort noch sank is mi bekant' 

do sprak de richter aitohant: 

.levendich brachte he klene vort: 

noch min schadet disse mort.^ 30 

Vor gerichte seiden brekt, 
de vorbedachte rede sprekt 
men sal ok strafen överlut 
den richter, den bedroch de hat. 

109. Die drei wünsche. 

En man quam an enen berch: 
dar grep he enen klenen dwerch. 
up dat he lete lopen bolde 
den dwerch, he gaf em wünsche wolde 
drier hande, wo dat he [soa] 5 

jümmer wolde nömen de. 
darna wart disser mere vro 
des mannes wif. se sprak also: 

17 vndor mantell vullen snell 18 einen eyn vell 19 der 

20 liie myt den 21 vnd siluen Zeichens 22 zo cleger sprach hie 

23 sage mich durch dwanck 24 we die word sanck 25 lieue 
26 der cleger vnberaden sprach 27 word sanck mir 28 sprach der 
altzo hant 29 leuendich hie clevne 30 myn word 31 seidene 
brecht 32 der vorbedachte sprecht 33 ouch straffen ouer luit 34 dem 
richter bedroich (sin scktcarx gestrichen) die huit 

109. 1 eyn einen 2 gi*eff hie einen cIejTien 3 vff hie eisse 
loffen balde 4 roter strich nach dwerch hie gaff wünsche walde 5 we 
dass liio G iummer nomen die 7 dar na 8 wyff sie spi*ach 



109. 163 

,Schüdclewrans, min leve man, 

3u west wal, dat ik wünschen kan 10 

vele bat dan jümmer du: 

twier wünsche günne mi nu.' 

övergaf de gumpelman 

dat, des em sin wif ansan. 

binnen kortes dat geschach, 15 

dat se erem manne vorplach 

över dische spise got. 

dat wif, so se gerne dot, 

ansichtich wart en lecker ben: 

dat march to laste darut ersehen. 20 

er erste wünschen lede se an. 

se sprak: ,nu wünsche ik, leve man, 

dat du krigest enen snavel 

to disser miner wünsche kavel 

van stale, dat ik möge sen 25 

dat march hirut van di mi ten.' 

van stunt dem manne dat geschach. 

dar de narre dat besach, 

dat vorschippet was also 

sin angesichte, he wunschde do, 30 

dat he vor alle wünsche neme, 

dat em sin forme wederqueme. 

Men sprekt, dat si en wise man, [sob] 

de gelückes bruken kan. 

wo lef di ok din vrouwe si, 35 

du boven rat: dat rade ik di. 



9 schuddcwrans myn lieue 10 ich wünschen 11 villbass iummer 
12 tzwier wünsche gunne mich 13 euer gaff der 14 wyff an san 

15 bynnen kortzes 16 sie eren 17 euer dissche spyse (genoch schwarx 
gesU'ichen) goed 18 wyff sie doit 19 ansichtzich eyn lechor bein 
20 zo lust dar uss yrschein 21 eir eirsten wünschen sie 22 sie sprach 
wünsche ich leue 23 dattu eyncn snauel 24 zo myner wünsche kauel 
25 das ich möge sein 26 das hyr vss dich mich tzein 27 den 
28 dat der 29 dat hie 30 hie wunschede 31 hie vur wünsche 

32 weder quenie 33 sprecht sy eyn wiser 34 der gelückes gebnichen 
35 lieff dich euch sy 36 bouen raid raide ich dy 

11* 



164 110. 111. 



HO. Der gierige fuchs. 

De mane sehen an ene bach, 
daran ene Schemen sach 
de vos. ein dachte an siner bere, 
dat it en got kese were, 

und up dat he en möchte drapen, 5 

de beke begunde he uttolapen, 
wan dat water van em querae, 
dat he dan sunder hinder neme 
den kese van der drögen grünt, 
dat schach dorch dissen girigen vunt: iO 

des waters he to vele nara, 
dat he darvan to dode quam. 

De girige na gode strevet 
al de wile, de he levet. 

we titlik got vor levent küst, 15 

er siner tit he dat vorlüst. 

111. Der wolf und der rabe. 

De wulf up enem wedder sach 
den raven sitten. aldüs he sprak: 
,hir mach men selsen wunder schon wen, 
den raven up dem wedder rouwen. 
an seliger tit he boren is; 5 

dede ik also, dat were wis, 
den olden sank ,wer ho, wer ho!' 
sünge men mi na und ,wapen jo!'' [8ia] 



110. 1 der schein eine 2 dar an eyne 3 der voss (roter strich) 
syner 4 id eyn guid keyse 5 vnd vff dass hie mochte draffen 6 die 
beche hie vss zo laffen 7 waisser 8 dass hie den 9 keise drugen 
10 durch gyrigen 11 waissers hie zo vill 12 hie dar van zo 13 der 
gyrige guide streuet 14 der wyle die hie leuet 15 wer zytlich guid 
vur leuent kust 16 zyt hie vorlust 

111. 1 der Wulff vff einen weder 2 rauen sisszen aldus hie sprach 
3 hyr seltzen 4 rauen vif den weder 5 zyd hie geborn C ich 
7 sanck 8 sunge myr vud waffen yo 



111. 112. 165 

De hetesche nicht liden kau 
got, des meii enem andern gan: 10 

und dat men enen andern me 
dan en lovt, dat dot em we. 

113. Der hahn und der füehs. 

Up enem volde en hane was. 
to siner weide sochte he gras: 
he sach sik um, he enhadde gin los, 
sint harde bi em stunt en vos. 
he sprak: ,her hane, goden dach! 5 

schöner vogel ik ne gesach, 
de gik lik an schöne were. 
des heft en gans hus jur ere 
dorch juwe hode und juwen sank: 
de gift mannigen söten klank. 10 

vögele, de gi lif gewunnen, 
möten gik des prises gunnen. 
juwe vader des ok plach, 
als ik dicke van em sach: 

men wan he sank, spade und vro, 15 

altit dede he de ogen to, 
up dat en nicht in sinem sänge 
möde noch an sinem klänge, 
helde gi dat na sinem sede, 
stoit wörde juwe sank darmede.' 20 

dem hanen was tom love leve: 
up dat he hagde dissem deve, 



9 der hetessche oyt lyden lOguid eioen anderen 11 vnd dass 
einen anderen mee 12 ene louet doet 

112. 1 vff einen valde eyn 2 zo syner hie 3 hie sich vm 
hie en had ghin 4 by stont eyn 5 hie sprach guiden 6 schöner 
vogell ich 7 der uch gelycli scheine 8 hat eyn frot korrigiert aus 

Gyns) huiss vre 9 durch vrer hoide vnd vren sanck 10 der gifft 
soissen clanck 1 1 vögele die ye lyff 12moissenuch pryses 13 vre 
ouch 14 ich 15 hie sanck vnd 16 alzyd hie die ougen zo 

17 vff dass ene nyt sinen 18 moyde (roter strich) synen clange 

19 yr sinen 20 wurde vre sanck dar raede 21 deme zom loue 

lieue 22 vif hie behagede dieue 



166 112. 



mit vordeckden ogen he do sank. [sib] 

bolde de vos do an en sprank: 

in- sinen munt he en so grep 25 

und mit era to holte lep. 

des worden siner de herde enwar: 

mit den hunden lepen se dar. 

se vorieten al er ve: 

den hanen wulden redden se. 30 

de hane to dem vosse sprak: 

,mi is let din ungemak, 

dat di disse lüde jaget. 

des sprek, of it di behaget, 

dat ik erer nicht ensi, 35 

sint du hefst vorgolden mi.' 

des dede de vos, so he em ret 

de hane em ut dem munde glet 

und vloch gar bolde up en struk: 

he rep lüde: ,kukerlukuk!' 40 

de vos mit jamer na em saeh. 

mit rüwen he do to em sprak: 

,her hane, vrunt, hadde ik swegen, 

so were min kunst wal gedegen. 

we spreket, wan he swigen sal, 45 

dat is sin egen imgeval.' 

de hane sprak: ,du redest recht. 

we dan ok to winkene plecht, 

wan he van rechte sulde sen, 

darvan mach em wal lede sehen. 50 



23 myt vordecheden ougen hie sanck 24 balde der voss em 
spranck 25 hie greiff 26 vnd myt zo leiff 27 wurden syner 
die heirde gewair 28 myt leiffen sie dair 29 sie vorleissen all eir vee 
30 sie 31 der zo sprach 32 mir leyt vngemach 33 dich 
lüde yaget 34 Sprech off dich 35 ich erere nyt en sy 36 hast 
vorgulden my 37 der uoss hie reit 38 der vss gleit 39 vnd 
vloich balde vff eyn struch 40 hie reiff kucherlukuch 41 der 
myt yaraer 42 myt ruwen hie zo sprach 43 frunt had yr geswegen 
44 myn 45 wer sprechet hie 46 vngeual 47 der sprach 48 wer 
euch zo winckene 49 hie sein 50 dar van leide schein 



112. 113. • 167 

mit lögene haddestii mi nomen, [82a] 

mit drögene bin ik van di komen. 
hef di snel na dinem siechte: 
kriget di de lopeneh knechte, 
des ennimstu ginen win. 55 

sunder angest bringen se mi wal in.' 
De wisen in den boken schriven: 
mit drögene sal men droch vordriven. 
valsch lof ok dicke mannigen drücht: 
dat Kato sprekt und nicht enlücht. 60 

113. Der fuchs und die taube. 

An wintertit sik dat geschach, 
en vos ene duven sach, 
dar se up enem kruse sat: 
he hadde se gerne neger hat. 
alsüs he to der duven sprak: 5 

jVrouwe, gi liden ungemak: 
wint und vorst sint gik to swar. 
it is gik beter hir dan dar. 
ik wil gik seggen gode mer: 
in godes vrede komet her! 10 

mit kolse wil we de tit vordriven 
und bi godem mode bliven.' 
de duve sprak: ,vos, diner tucht 
ik danke ser, mer disse lucht 
mi even kumt na miner art, 15 

went ik ne also driste wart, 

51 niyt logene mich genomen 52 myt drögene ich dich gekomen 
53 heff dich snell dinen 54 dich die loffenen 55 en nimpstu 56 anxst 
sie mich 57 die dem boichen scriuen 58 myt drögene vordriuen 
59 loff ouch drucht 60 cato sprecht ind nyd en lucht 

113. 1 winter zyd sich 2 eyn voss eine duuen 3 sie uff einen 
cruce 4 hie sie neiger gehat 5 alsus hie zo duuen sprach 

6 vrowe yr vngemach 7 vnd uch zo swair 8 id uch besszer 
hyr dair 9 ich uch sagen guide meer 10 heer 11 myt kolsse 
wir die zyd vordriuen 12 vnd by guden bliuen 13 der duue sprach 

VOSS dyner tzucht 14 ich dancke seir (schwarxer strich) 15 mich euen 
kumpt myner ard 16 ich diyste 



168 113. 

dat ik dörste löven gik.' 

do sprak de vos: ,ik kündige dik, [82b] 

dat en mene vrede is 

allen deren geven wis. 20 

dem keser segge ik dat to love: 

jutto quam ik ut sinem hove, 

dar ik louwen unde beren 

sach dissen vrede sweren. 

de breve brachte ik in dat lant 25 

allen deren, de ik vant. 

sülven moste ik sweren mede, 

dat ik doch ungeme dede. 

hirümme machstu seker vlegen 

to mi: ik enmach di nicht bedregen 30 

noch mit schelen ogen ansen. 

der warheit mot ik jümmer jen.' 

de duve sprak: ,de mere sint got. 

jo doch alhir ik sitten mot, 

sint enen jeger sen ik dar 35 

mit hunden komen: dat is war. 

bolde se alle to us jaget/ 

de vos dit horde, he wart vorsaget. 

he sprak: ,vrouwe, ik bidde di, 

segge in rechtem loven rai: 40 

wo na hefstu se gesen 

of ik enkünde noch entvlen 

dar an den busch of in en hol?' 

de duve sprak: ,nu höre ik wol, 

17 ich dorste gelouen vch 18 sprach der voss ich vorkundige dich 

19 eyn gemeyne 20 gegeuen 21 keyser sage ich zo loue 22 itzunt 
ich iiss sinen houe 23 ich lowen vnd 25 die breue ich . 26 die ich 
27 siiuen ich 28 ich vngerne 29 hyr vm secher 30 zo mir 
ich en mach dich nit 31 myt scheelen ougen an sein 32 moiss ich 
iummer gein 33 der duue sprach die guid 34 al hyr ich sisszen moet 
35 einen yeger sein ich dair 36 myt ist wair 37 balde die zo vns 
yaget 38 der vos hoirde hie vorzaget 39 hie sprach ich bid 

dich 40 sage rechten golouen mich 41 we hastu sie gesein 42 off 
ich en künde intvlein 43 off eyn holl 44 der duue sprach 

hoir ich 



113. 114. 169 

dat du mi mit den reden schövest, 45 

sint du den vrede nicht enlövest' [ssa] 

,nen', sprak de vos, ,der hunde det 

van dissem vrede klene wet 

noch van den breven, so ik vorniode: 

des mot ik mi schapen hode. 50 

wilt de den vrede holden nicht, 

so bin ik en arme wicht. 

mer wo it si um dissen vrede, 

ik mot körten disse rede 

und mi richten na der viucht. 55 

du hefst dar vrede in der lucht, 

de mi nicht kan up der erden 

van jegern noch van hunden werden.' 

de jeger mit den hunden quemen. 

bolde se den vos vomemen: 60 

dorch sinen pels he van en starf. 

dem vosse düs sin kunst vordarf. 

Di leret olt und nie dicht: 
dinem viande trüwe nicht. 

wal heft he vredesame rede, 65 

löves, dar is drögene mede. 

114. Der haMcht und die tauben. 

Us segget olde und nie mere, 
de am si aller vögele here: 
so is ok de havik bi wane 
sin voget und sin underdane. 
düs de somer hertrat: 5 

de arn up enem eke sat. 



45 mich myt schouest 46 nit en louest 47 neyn sprach der 
deyt 48 deine weit 49 breuen ich 50 moiss ich mich schaffen 
51 die 52 ich eyn armer 53 sy vm 54 ich moiss kortzen 55 vnd 
mich 56 hast 57 der mich kan nit vff 58 yegeren 59 die yegere 
myt 60 balde sie voss 61 durch hie em starff 62 dus vordarff 
63 dich vnd nye 64 dinen truwe 65 hat hie 66 geloues dar drogene 

114. 1 vns saget aide ind 2 der sy vögele 3 ouch der hauich 
by 4 vnd vnder dane 5 dus der her trat 6 der vff eynen eiche 



170 114. 115. 

neden em stunt besunder [83b] 

en bavik und dar duven under 

eres wonden speles plegen: 

de twe se boven nicht ensegen. 10 

de havik süs ton duven sprak: 

,gi dot nii grot ungemak 

und möjet mi gar dicke ser. 

dede de am, de könink ber, 

ik wulde gik an trüwen loven 15 

und wulde gik so beipen doven 

und mit gik ens andern speles 

beginnen, dat gi disses weles 

vorgeten sulden vuUenscbir 

und weten, dat ik were bir.' 20 

En tiranne mannicb were 
över den armen, dede en bere, 
den en voget vrücbten mot, 

de anders nümmer dede got 

« 

115. Der kämpf der tiere und käfer. 

Den wulf en wevel slapen vant 
mit siner list be altobant 
in den binder be em krop und quam: 
de wulf vil drade dat vornam. 
he begunde hülen unde suchten 5 

und den dot so sere vrücbten. 
he schreide ,wapen!' överlut: 
,wat is dat jamerlike krut, 



7 by sunder 8 eyn hauich vnd duuen vnder 9 ge wonden 10 die 
tzwe sie bouen nit en sagen 11 der hauich sus zon duuen sprach 12 yr 
doet mich groiss vngemach 13 ind moyet mich sere 14 der am koning 
here 15 ich uch tmwen gelouen 16 vnd uch helffen douen 
17 vnd myt uch eyns anderen 18 begynnen (roter strich) yr 19 ver- 
gessen vullenschyr 20 vnd wessen ich hyr 21 eyn ty ranne 
22 euer eyn 23 eyn vrücbten nioet 24 der nummer goed 

115. 1 Wulff eyn weuel slafen 2 myt syner hie altzo haut 3 hie 
croiff ind 4 der wulff vill 5 hie hiüen ind suchten 6 vnd doit 
vruchten 7 hie waffen euer luit 8 yamerliche kruid 



115. 171 

dat mi düs krevelt an dem live? 

ik vrüchte, dat ik jutto blive [84d] 10 

van disses dravels plage dot: 

ne quam ik in so grote not.' 

[tohant darna en v\^evel quam: 

van dem vsrulve de voraam.] 

de vsrevel, als he snellest mochte 15 

den sülven v\^ech he weder sochte, 

den he v\^as gekomen in: 

de vlucht darut nam he vorhin. 

de wulf den wevel krupen sach. 

höre, wo he to em sprak. 20 

,phi di an, du schemige ve! 

dat di nümmer got gesche! 

dar bistu jo to klene to, 

dat du mi hefst plaget so. 

du vorvlokde snöde v\^orm, , 25 

du haddest an mi enen storm 

makt mit diner klenen kraft, 

dat ik ne so vsrart behaft. 

du utermelet snöde vsricht, 

let ik dat dorch de vare nicht, 30 

dat du mi vörest in de kelen, 

ik wulde di sülkes dodes quelen 

vor allen wevelen, dinen magen, 

dat se di alle sulden beklagen.' 

de wevel sprak: ,mi were ief, 35 

dat du, snöde pagendef. 



9 mir dus kreuelt den liue 10 ich vnichte ich ittzunt bliue 

11 drauels doyt 12 ich groisse noit 13 zo hant dar na eyn weuel 

14 wulue der 15 der weuel hie 16 siluen hie 17 hie 18 die 
dar vss roter strich nach nam hie voir hin 19 der wulff weuel krufen 
20 hoir hie zo sprach 21 phy dich schamyger 22 dich nummer guid 
23 yo zo deine zo 24 mich hast geplaget 25 voruloichede snoide 

26 mir einen 27 gemachet myt dyner deinen crafft 28 ich behafft 
29 vsszer mede snoide 30 leisse ich durch die vair 31 mich vorest 
32 ich dich sulches 33 vur weuelen 34 sie dich beclagen 

35 der weuel sprach mir lieff 36 snoide pagen dieff 



172 115. 



mi to stride komen \^oldest: 

mine macht du erst daii soldest \84b] 

vorvaren, dat de sterke min 

gröter were dan de din.' 40 

do wulde de wulf van danne gan: 

de wevel het en stille stan. 

he stunt, he endorste sinem heren 

nicht dat echterdel tokeren. 

he sprak: ,her wevel, hebbet vrede. 45 

tomale grot sint juwe rede: 

Sit gi klene, doch sit gi stel/ 

de wevel sprak: ,noch is min hei 

starker, dan du günnest mi, 

wo klene dat ik anders si. 50 

angan wil ik mit di en dink 

unde komen an enen rink 

hir up dissem velde wit 

und annamen enen strit, 

hirup nemen enen dach, 55 

darup en iklik bringen mach: 

du nemen machst de vründe din, 

ik klene wicht de vründe min. 

wellik user dar winnen kan, 

des werden de andern sine man 60 

mit al sinem siechte 

und bliven des ewige knechte.^ 

annamet wart de sülve strit 

van dem wulve. na der tit 



37 mich zo stn'de 38 mviie eii*st 39 voraaren die sterche 
myii 40 groisser die 41 der wulff gain 42 der weuel heyt em 
staiii 43 hie stont hie en dorste sinen 44 nyt echter deil zo keren 
4b hie sprach wulff hebt 46 zo mail groiss vre 47 sint yr cleyne 
syt yr steil 48 der weuel sprach iiiyn heil 49 starcher gunnest 

{mich schwarx gestrichefi) my 50 we (rot korrigiert aus \SQy) cleyne 

ich sy 51 an gain ich myd dich eyn dinck 52 vnd ejTien rinck 
53 hyr vffdissen wyt 54 vnd annomen eyneu stryd 55hyrvff einen 
56 dar vff eyn iclich 57 die vründe dyn 58 ich cleyne die vründe myn 
59 wellich vnser der 60 die anderen syne 61 niyt all sinen 62 vnd bliuen 
63 der silue stiyd 64 roter strich nach dem wulue zyd 



115. 173 

tohant de wevel to dem stride 65 

saraelde vere unde wide 

sines volkes en grote schar: 

brömesen, wespen quemen dar; [85a] 

hörnten, kever unde ben 

mochte men an der schar dar sen; 70 

müggen, miten und grote vlegen 

de viande dar vorgadert segen. 

do de wulf dat her vornam, 

vil drade an sine vluten quam 

herte, beren unde binden 75 

und wat men könes mochte vinden, 

märten, grevink unde vos, 

bever, otter unde los, 

merkatten und waltapen 

und wat to stride was geschapen, 80 

esel unde wilde swin 

und wat des vandes mochte sin. 

de tit genk hin: de dach was komen 

des strides, de dar angenomen. 

mit sinen hupen quam aldar 85 

de wulf. do wevel mit siner schar 

enttögde als en vörste grot: 

den sinen riken solt he bot. 

he bestelde sine spissen, 

dat he nümmendes wulde missen. 90 

do sprak de wulf, des strides vader: 

,gi heren, ik bidde ju allegader. 



65 zo hant der weuel zo stiyde 66 sammelde veir vnd 67 eyn 
groisse 68 bromese 69 keuer vnde beyn 70scliair sein 71 muggen 
niytzen vnd groisse 72 die vorgaddert 73 der wulJff 74 fluitzen 
75 hertze vnd 76 vnd kones 77 martzen greuinck vnd 78 beuer 
ottzer vnd loss 79 merkattzen vnd walt afen 80 vnd zo stryde 

geschafen 81 eselle vnd swyn 82 vnd fantes 83 der zyd genck 
hen der zyd 84 strydes (roter strich) die 85 myt huiJffen 86 der 
Wulff (roter strich) der weuel myt schair 87 entzogede eyn forste groiss 
88 synen rychen tzolt hie boit 80 hie spyssen 90 hie nümmendes 
myssen 91 sprach der wulff strydes 92 yr ich bid uch alle gader 



174 115. 

dat gi ju in manheit vliten. 

dat gi dar sen, wil we toriten 

und vorstüren als en wint 95 

de schüren, de he bernende vint 

des seges sin we alle wis. 

en angst, de doch bi mi is, [85b] 

billik late ik ju den vorstan, 

er dan we to dem stride gan 100 

und de spissen schicken so. 

dem herte ik dat banner do: 

menlik und en vörste got 

is he und gift bogen mot. 

doch enen sede heft dat hert, 105 

dat he upricht ho den stert, 

wan he jeniges angstes plecht: 

he jo it nicht vor den hinder lecht. 

wert de wevel des enwar, 

wan he kumt mit siner schar, HO 

he varet em alin dat hol: 

schüt em dat, so wet ik wol, 

dat he tohant en vlüchtich maket, 

of he den rechten wech inraket. 

de warheit, de ik dar wet van, 115 

wil ik laten hennegan. 

ok is der mer in usem her, 

de binden sint al ane wer: 

beren, apen unde binden, 

de plecht men al open vinden. 120 

93 yr uch manheyt vlysszen 94 yr sein will wir zo rysszen 

95 vnd vorsturen eyn wind 96 die schüren (roter strich) die hie 

97 Sieges wir gewis 98 eyn anxst der by mir 99 billieh laisse 
ich uch vorstain 100 eir wir zo stryde gain 101 vnd die 

102 hertze ich bannere 103 menlich vnd eyn forste goed 104 hie 
(roter strich) vnd gifift moed 105 einen hat hei*tz 106 hie vff 
richtet hoch stertz 107 hie ieniges anxstes 108 hie yo nit vur dem 
109 der weuel gewair 110 hie kumpt myt syner schair 111 hie 

vairt all in 112schuit weiss ich llShiezohant vluichtich machet 
114 ojff hie in rächet 115 die die ich weiss 116 will ich laiszen 
hennen gain 117 euch meere vnsem here 118 die sind all 

were 119afenvnd 120 die all ofeu 



115. 175 

darto segen unde bücke 

komen us to ginem lücke. 

user viande strit is dat, 

dat se US vlegen in dat gat. 

were dar en mosblat vorgebunden, 125 

so enkünden se us nergen wunden. 

ok vrüchte ik ser vor dissen sege. [86 a] 

hir is bück, scbap und sege, 

de hebben enen bösen sede: 

vlüt er en, se vlet al mede. 130 

hir is de osse, hir is de ko: 

dar darf men godes rades to. 

kumt dar en brömese of en mügge 

up der sülver twier rügge, 

tohant se richten up den stert: 135 

se lopen, of se hebbe vorvert 

de düvel mit ens dornes klapen. 

nu is mi lede vor de apen: 

de is binden also sucht 

und heft doch deger altes nicht, 140 

dat se hange vor dat gat. 

jo doch so wet ik enen rat: 

se is van schicke also dan, 

se heft twe hande als en man. 

se holde de enen vor dat hol: 145 

se vechtet mit der andern wol. 

we laten disse rede steken 

und sen, wo we de spissen breken. 

121 dar zo vnd bücke 122 vns zo ghinen gelucke 123 vnser 
stryd 124 sie vns 125 wer eyn muisblat vui* gebunden 126 en künden 
sie vns 127 euch vruchte ich sere vur dissem 128 hyr schaiff vnd zege 
129 die hant eynen bolsen 130 vluit eyn sie vleyt all 131 hyr 

der hyr die 132 dai-flf guides zo 133 kumpt eyn bromese off 
eyn mugge 134 vff siluer zwier rugge 135 zo hant sie richtent vff 
stertz 136 sie loiffen off sie hauen voruert 137 der duuel myt eynis dornis 
Olafen 138 mich leide vur die afen 139 die 140 vnd hat altesnicht 
141 sie vur 142 weiss ich einen raid 143 sie gedain 144 sie hat 
tzwe eyn 145 sie die einen vur 146 sie myt anderen 147 wir 
laissen stechen 148 vnd sein we wir die brechen 



176 115. 



dat herte sal den banner dregen 
und als en vörete des heres plegen: 150 

vor sal he des strides wolden. 
de hinderhode wil ik us holden.' 
do sprak dat hert: ,her wulf, so nicht! 
dissen strit hebbe gi gestiebt 
gi sölen so en hövetman i^^*] 155 

linder dissem banner bi mi stan: 
dat temet juwer herlicheit. 
hirvör, gi wulf, und sit gemeit!' 
to sinne nemen se de wort, 

de se van dem wulve hadden bort: 160 

se lepen utermaten bolde 
allegader na dem wolde. 
de en grep en bret, de ander en span 
und wulden vor den hinder han 
de ene dit, de ander dat 165 

hengen binden vor dat gat. 
do disse spisse schicket so 
was, se weren alle vro. 
»bangen und trumpeten dar 

horde men in der beder schär: ITO 

hert und wulf begunden dringen, 
brömesen, ben begunden singen, 
de hörnten begunden turren 
und de groten vlegen murren, 
dar gink it an en muten: 175 

se vollen an de snuten 



149 hei*tz 150 vnd eyn voi-ste 151 voir hie strydes walden 
152 die hindor holde ich vns halden 153 sprach hertz wulff 

154 stryd haue yr 155 yr solen eyn houetman 156viider by mich 
157 tzeinet vrer heirlicheit 158 hyr voir yr wulff vnd syt 159 zo 

synne sie die word 160 die sie wulue gehord 161 sie lieffen 
vsser maissen balde 162 alle gader walde 163 der eyn greiff eyn 
der eyn spain 164 vnd vur hain 165 der eyne der 166 vur 
168 roter strich nach was sie 169 vnd trumpetzen dair 170 beyder 
schair 171 hertz vnd wulff zo dringen 172 brömesen beyn zo 
singen 173 die homtzen zo turren 174 vnd die groissen vleigen 

175ginckid eyn muitzen 176 sie die snuitzen 



115. 177 

dem herte, den andern an dat har. 

en grot gebrechte wart aldar. 

to lesten uüdei^enfc de vane 

des wulves up des strides bane 180 

van groter plage, dat dat hert 

ümme snuten unde ste'rt 

van den vianden also let I87a] 

gar grüwelik em do entglet 

en wint: darvan tobarst de vilt, 185 

den he hadde vor enen schilt 

vor sinen hinder prünet vast. 

des leten eme ginen rast 

de viande also em setten to, 

dat he uter spissen vlo. 190 

als de wulf en vlende sach 

und de banner underlach, 

,wapen!' rep he lüde do. 

to den sinen sprak he so: 

,gi heren, wan en man dat süt, 195 

dat en bannervörer vlüt, 

so mach he wal mit eren vlen. 

gar övele is us armen sehen: 

strit und velt we möten miden. 

de düvel künde nicht bestriden 200 

dat gent, darmede we sint behaft: 

en iklik bruke siner kraft. 

we lif und got nu wille erneren, 

de mach sik mit den versenen weren.' 



177 hertz anderen hair 178 eyn groiss aldair 179 zon 
vndergenck die 180 wulfes (roter strich) vff strydes 181 grosser 
hertz 182 vni snuitzen vnd stertz 183 leyt 184 gruwlich entgleyt 
185 eyn schwarxer strich nach wint dar van zo barst der 186 hie 
vur einen 187 viir geprunet 188 leissen ene ghinen 189 die settzen zo 
190 hie vsser 191 der wulff ene 192 vnd der vnder lach 193 waffen 
rieft* hie 194 zo dem sprach hie 195 yr eyn suit 196 dass eyn 
banner vorer vluit 197 hie myd vleyn 198 ouel vns geschein \ 
199 stryd vnd wir moissen 200 der duuel künde nyt bestiyden 201 dar 
myd wir behafft 202 eyn iclich biniicho syner krafft 203 wer lyff 
ind guid irneren 204 der sich myt 

Loitzmann, Dio fabeln Gerhards von Minden . \ 2 



178 115. 116. 



8Ü8 nümment up den andern warde: 205 

en iklik sik to holte karde. 
alsüs bebelt dat velt de worm: 
darmede sik lachte des strides storm. 

Disse mere us bericht: 
de sege licht an sterke nicht 210 

blift ok en vörste eder vltit, [S7*] 

dat her vorschächtert, wan it schüt 

116. Der kahlkopf und die fliege. 

En kal man an somertit, 
mit ener vlegen helt he strit: 
up sin bövet se en stak 
und dede em grot ungemak. 
dorch dat süive ungevoch 5 

he dicke na der vlegen sloch: 
dem slage jo de viege entvlo. 
to iesten sprak he to er also: 
,dins bitens makestu to vil. 

vorwar ik di dat seggen wil: 10 

wultu des nicht vortien, 
it ensal de lenge di nicht dien, 
wal deistu mi disse not, 
rake ik di ens, so bistu dot' 
er bosheit se to Iesten droch, 15 

dat se to spade van em vloch: 
also gaf he er enen slach, 
dat se dot vor em lach. 



205 sus numment uff anderen wairde 206 eyn iclich sich zo kairde 
207 alsus der 208 dar myd sich strydes 209 vns 210 der siege 
sterche 211 euch eyn forste vluit 212 heer verschüchtert schoit 

116. 1 eyn kail soimer zyd 2 myt eyner vleigen hie stryd 

3 vff houfft sie ene stach 4 vnd groiss vngeraach 5 durch silue unge- 
uoich 6 hie vleigen sloich 7 io der vleige intvlo 8 zom sprach 
hie zo 9 djTies bysszen machstu zo vill 10 ich dich sagen will 11 nyt 
vortzion 12 id en sal die dich nit dyen 13 deystu mich noit 

14 raiche ich dich eyns doit 15 eir boisheyt sie zon droich 16 das 
sie zo spaide vloich 17 gaff hie eir eynen 18 sie doit vur 



116. 117. 179 

Manniges bösen wichtes storm 
betekent disse vlegenworm, 20 

de na sins heran argeste ringet, 
de doch to lesten en bedwinget. 

117. Der wolf und der bock. 

De wulf van older vede 
quam tom bücke sunder lede. 
de wulf sprak: , broder, goden dach! \88a\ 

de di nu wal werden mach, 
sint dat ik di ens vinde stan: 5 

des saltu nu din Ion entvan, 
dat du mi gevest mannigen stot, 
do ik en welpen was nicht grot' 
de bück wart erschricket sere. 
tom wulve sprak he: ,leve here, 10 

wat is it, des ik hebbe schult 
tegen gik? hebbet doch dult 
und twidet disser bede mi 
(dat got juwe loner sil), 

dat ik erst twe misse singe 15 

und de mit hele vullenbringe, 
ene vor gik und ene vor mi. 
juwe lif des jümmer selich sü' 
de wulf do tom bücke sprak: 
,ik hebbe levet so mannigen dach, 20 

dat ik ne horde papensank: 
mer war der bure kele klank, 

19 boisen 20 betzeichent vleigen worm 21 die nach sines 22 der 
zon em 

117. 1 der Wulff alderveide 2zodem leyde 3 der wulff sprach 
gniden 4 der dich 5 ich dich eyns stain 6 loin entfain 7 dattu 
mich geuest stoit 8 ich eyn weifen nit groit der erschrichet seire 
10 zo dem wulue sprach hie lieue heire 11 id das ich haue 12 tzegen 
uch hauet 13 vnd tzwydet my 14 das vre sy 15 dass ich eirst 
tzwe 16 vnd die myt heil vuUebringe 17 eyne vur uch vnd eyne 

vur my 18 vre lyff iummer sy 19 der wulff zon sprach 

20 ich han geleuet 21 ich hoirde pafen sanck 22 wair buir clanck 

12* 



i 



180 117. 



wan se mi do segen gan 

ofte bi dem dorpe stan, 

des sanges dicke mi vordrot 25 

vortie disser misse grof 

do sprak de bück: ,mi is ser let 

dat gi suDder underscbet 

hasten und nicht weten enwilt: 

wan en bück wert mager vilt, 30 

dat vlesch is arger dan de hut. [88b] 

men wan de missen komen ut, 

so wert it beter dan en lam, 

dat gistem van dem söge quam/ 

de wulf sprak: ,buck, dat mach wal wesen. 35 

wultu ene misse lesen, 

den sank saltu laten stan: 

in tit mot ik to holte gan/ 

do sprak de bück: , misse ane sank, 

der wet got gar klenen dank. 40 

wan men de misse singet ho, 

so werdet alle de bure vro. 

den kreden wil ik övervaren: 

dat oflfer söle gi mi be waren. ^ 

de wulf sprak: ,hef up und sink!' 45 

de bück gink stan up enen brink. 

ho hof ho up unde sank: 

in (U\t dorp sin stemme klank. 

daran bekande des buckes here, 

(hit de buek in nöden were. 50 



2^ sii» mich sit^gt'ii jrain 24 off by doi-flFe staiu 25 mich vordroit 
2() vort/.io ^Yo\t 27 sjn-ach der mir seirt^ leyt 28 dass yr 

vndorsohoit 29 viul nyt wessen ou wilt BOeyn maiger gevilt 31 vleisch 
dio huit B2 dit» myssen vss 33 besszer eyn 34 gysteru 35 der 
Wulff spraeh 3(> eym» 37 saiuk hiissen stain 38 zyd moiss ich 
7.0 gain 30 sprach der sanck 40 weiss god deinen danck 

41 die 42 buir 43 ereden ich euer varen 44 sola yr mich 

4r> der wulff sprach hefT uff vnd sinck 40 der giuck stain vff eyoen 

brinok 47 hie hoiff hoioh uff vnd sanck 48 dorff clanek 49 dar an 
50 der neiden 



117. 181 

utquam de man mit raschen seilen, 

mit hunden, speten und mit grellen: 

rasch setten se dem wulve to 

und quemen em an also vro, 

dat he künde nicht entvlen 55 

noch ümme na dem bücke sen. 

de hunde begunden en antospringen. 

tor erden enkunden se en nicht bringen, 

den "def: went he was sere grot. [89a] 

de tande he den hunden bot. 60 

men do de knechte mit den grellen 

tolepen und en wulden vollen, 

do sprak de bück: ,lat en leven! 

ik mot em erst de pese geven 

van der misse, de ik sank, 65 

dar mi to sin schalkheit dwank.' 

he stotte en gruwlik vor den grint, 

dat he wart dof unde blint. 

mit lede do tom bücke sprak 

de wulf: ,got geve dem ungemak, 70 

de sodane pese gi bedachte 

und de in de misse brachte, 

de mi an dissen mistrost 

und di van angste heft erlost.' 

de wulf dar blef, de bück entquam: 75 

aldüs de krich en ende nam. 

In not vi! mannich minsche lücht, 
de ungerne doch bedrücht. 

51 vss quam der myt rasschen gesellen 52 myt speiszen vnd 
myt 53 settzen sie wulue zo 54 vnd 55 hie nit entvleen 
56 vm Seen 57 die an zo springen 58 zo der sie nyt gebringen 
59 dieff (roter strich) hie seire groit 60 zande hie boit 61 die 
myt 62 zo lieffen (roter strich) vnd ene 63 sprach der laisset ene 
lieuen 64 ich moiss eirst die pesze geuen 65 die ich sanck 66 mich 
zo schalcheit dwanck (57 hie stotze ene gruwlich vur 68 hie wairt 
doiff vnd 69 myt leide zon spracli 70 der wulff geue vngemack 
71 die sodanne pesze y 72 ind die die 73 der mich mystroist 
74 vnd dich anxste hat erloist 75 der wulff der bleiff der 76 aldus 
der krych eyn 77 noit mynsche lucht 78 der vngerne bedrücht 



182 117. 118. 

dorch lives not de bück düs loch, 

darmede he den wulf bedroch. 80 

118. Die naehtfgall und der habfcht. 

En nachtegal bekümmert was, 
als ik in Esopo las, 
dorch er jungen, dat also 
toquam: up enem bome ho 

en havik hadde sik gevest 5 

boven der nachtegalen nest 
mit vrochten se den havik bat, [89 h] 

dar he up dem bome sat, 
dat he dorch sine herlichet 

er noch den eren dede let 10 

de havik sprak: ,ik twide di 
diner bede, singestu mi 
döne na dem sede din: 
genedich wil ik di dan sin.' 
se sprak: ,dins willen bin ik vro 15 

und gerne na diner bede do. 
wuldestu noch ener bede mi 
entwiden unde setten di 
vorder, sint de vrochte din 

mi benimt de stemne min, 20 

so wil ik singen ane var 
söter döne dusent par.' 

De. nachtegal den wisen man 
betekent, de wal reden kan. 

79 durch liues noyt der dus loich 80 dar myd hie wulff be- 
droich 

118, 1 eyn nachtegail bekümmert 2 ich lass 3 durch eir iungen 
4 zo quam (roter strich) vff einen 5 eyn hauich had sich genest 6 bouen 
7 myt vruchten sie hauich 8 hie vff boeme 9 hie durch herlicheyt 
10 eir leyt 11 der hauich sprach ich getzwide dich 12 dyner mich. 
13 doene 14 ich dich 15 sie sprach dines ich 16 vnd dyner 
17 nach eyner mich 18 entzwiden vnd setzen dich 19 vorder (roter 
strich) die vruchte 20 mi fehlt benympt die myn 21 ich vair 
22 soisser deine pair 23 die nachtegail 24 betzeichent der 



118. 119. 183 

dorch vrochte, de doch boven e;n is, 25 

entvrüGht he dicke: dat is wis. 

119. Die Urten und die wölfe. 

Disse wonheit hadden gi 
de herde, dat se weren vri 
van den wülven dorch den vrede, 
den de hunde brachten mede. 
up dat de vrede bleve hart, 5 

en middeler des de minsche wart, 
de wülve dorch den olden sede, 
de den bösen gi was mede, 
dat en de vrede dede we, [90ä] 

van den herden eschden se 10 

to gisele ere schapehunde, 
to Sterken des vredes bunde. 
up dat de vrede bleve also, 
de herde övergeven do 

to gisele den wülven dar 15 

de hunde, doch to enem jar. 
als disse tit sik henneslet, 
er art bedroch der wülve det: 
de herde do se vochten an 
mer, dan se vor gi hadden dan. 20 

Wal dat en got besorget si 
mit aller vöge, sint nicht darbi 
heren mit vorsichticheit, 
vorwar dat got torügge geit. 

25 durch vruchten der bouen 26 entfruchtet hie 
119, 1 woinheyt y 2 die sie vry 3 wuluen durch 4 die 
5 vjff der bleue 6 eyn inyddeler roter strich nach des der 
mynsche 7 die wulue durch alden 8 die boisen ye 9 der lOheirden 
esscheden sie 11 zo gysele eire schaiffe hunde 12 zo sterohen 13 vff 
der bleue 14 die heirde euer geuen 15 zo gysele wuluen 16 die 
roter strich nach hunde zo eynen iar 17 zyd sich henne sleit 18 eir 
ai'd bedroich wulue deyt 19 die heirde sie uochten 20 sie voir 
y gedain 21 eyn gud sy 22 myt geuoge (roter strich) nit 
dar by 23 myt vorsichtzicheyt 24 vor wair guid zo rugge geyt 



184 120. 

120. Der rabe in pfauenfedem . 

Pawenvedem en rave vant: 
he dachte an sinem mot tohant, 
wo he darmede siren wulde 
sik sülven und nicht erkennen sulde 
sin siechte, dar he van was boren, 5 

dat he vor en were uterkoren. 
aldüs gekledet quam he, dar 
gesamelt was der pawen schar: 
lik en modich wulde he gan. 
se gingen en lim und segen en an. 10 

se merkden alle sine sede: 

unardicheit de was em mede. [90b] 

mer do se segen, dat en as 
ernerde dat vorvlokde dwas, 
se houwen en und beten 15 

den narren und gans toreten 
van em dat gestolen want: 
düs wart he van den pawen schant 
als he disse smaheit dar 

entvangen hadde, to siner schar 20 

he wederquam dorch disse pin: 
he nakde sik dem siechte sin. 
al sinen vründen und sinen magen 
wulde he dissen kummer klagen, 
de raven spreken algemene: 25 

,sit wilkome, Junker Hene! 

120. 1 pawen vedderen eyn raue vand 2 hie sinen moit zo hant 
3 hie dar mede syren 4 sich siluen (roter strich) vnd nyt 5 sin nach 
sloohtü rot gestrichen hie was van geborn 6 dass hie vur vsszerkom 
7 aldus gecleidet hie 8 gesammelt schair 9 gelych em hie (sin 
schwarx gestrichen) gain 10 sie vm vnd siegen 11 sie mercheden 
en sine 12 vnardioheit der 13 sie siegen das eyn ais 14 vomloichde 
dwais 15 sie vnd beisszen 16 roter strich nach narren vnd gass 
zo reisszen 17 eme cleyt nach gestolen rot gestrichen 18 dus 
hie geschant 19 hie smaheyt 20 entfangen roter strich nach 
hadde zo 21 hie weder quam durch 22 hie nachede sich 23 all 
vmnden vnd 24 hie clagen 25 die rauen sprechen allgemeyne 

20 syt iuncher hevne 



120. 121. 185 

war is nu din övermot, 
' daran du di also got 

duchtest lik den pawen sin? 

nicht achtestu dat siechte din. 30 

dat wort was di noch nicht kunt: 

gestolen klet ne wal enstunt. 

nu steistu schemich als en def: 

US allen is din kummer lef. 

var weder hin ton pawen dar! 35 

nicht kumstu mer an use schar.' 

Disse mere di bericht: 
we sik sülven kennet nicht, 
de varet lik dem raven vort; 
vorsmat is he hir und dort. [9ia] 40 

121. Der kranke löwe und der fuehs. 

De louwe als en vörste grot 
dorch rat allen deren bot, 
dat se alle up enen dach 
vor em quemen, dar he lach 
van siner krankheit, unde so 5 

sik bewisden, dat he jo 
nesen möchte in korter stunt 
dorch eres trüwen rades vunt. 
allegader se dar quemen 

und dissen rat se alle nemen, 10 

dat de louwe sulde laden 
den vos, sint he künde raden 



27 ouermoid 28 dar an dich goid 29 gelych 30 nyt ge- 
siechte 31 word dich nit kund 32 cleyt en stunt 33 steystu 
schamich eyn dieff 34 vns lieff 35 vair hen zon 36 nit 
kumpstu vnse 37 dich 38 wer sich siluen 39 die gelych den 
rauen 40 vorsmayt hie hyr vnd 

121. 1 der lewe eyn forste groit 2 durch rait geboit 3 sie 
vff 4 vur hie 5 krancheyt vnd 6 sich bewyseden hie yo 
7 genesen mochte kortzer 8 durch eirs truwen 9 alle gader sie 
10 vnd rait sie 11 der lewe 12 voss ("roter strich) hie künde 



186 121. 



boven se alle to der not. 

de louwe dit dem wulve bot, 

dat he dit to herten neme, 15 

so dat de vos vil drade queme. 

ens twie drie dat geschacb, 

dat de vos dit bot vorsak. 

als de wulf dat voraam, 

bolde he vor den loawen quam, 20 

dar andere dere mede weren. 

de wulf to dem louwen sprak: 

,here, dins lives ungemak 

is let US allen, de hir stat, 25 

und geven di gerne goden rat 

nu drücht dem vosse sin olde kunst, 

dat he nicht achtet diner gunst [91 b\ 

noch vrüchtet dine majestat 

und heft alsüs din bot vorsmat: 30 

mit drouwen noch mit ginen dingen 

konde ik en hir vor di bringen. 

an dissem vrevele he besit: 

hirüm machstu van nöden dit 

also richten, dat daran 35 

denken alle dine man.' 

de louwe sprak: ,her wulf, dat si! 

den ersten bröke geve ik di. 

lat en noch ens hirboven laden, 

of he noch jümmer künde raden.' 40 



13 bouen sie zo noyt 14 der lewe wulfe boit 15 hie zo 
hertzen 16 der voss 17 eyns tzwie 18 der voss vorsach 19 dat 
der Wulff 20 balde hie vur lewen 21 fehlt j)hne lücke 22 deire 
myd 23 der wulff zo lewen sprach 24 dyns hues vngemach 25 leyt 
vns die hyr stait 26 vnd geuen dich guden rait 27 dmcht 28 hie 
nit dyner 29 fruchtet maiestait 30 vnd hat alsus both vorsmait 
31 myt druwen myt ghinen 32 ich hyr dich gebringen 33 wre- 
uele hie 34 hyr vm noden 35 dar an 36 dencken 37 der lew 
sprach wulff sy 38 eirsten broiche geue ich dy 39 laiss ene eyns 
hyr bouen 40 off hie iummer künde 



121. 187 

de vos darbi an ener stede, 

hemelik horde he disse rede, 

des wiüves, sines viandes wroch. 

krankmödich he sik hennetoch 

to dem louwen, dar he lach. 45 

höre, wo de loawe sprak. 

,wo dörstu, uDgetrüwe wicht, 

körnen vor min angesicht? 

alle de mine hebbet mi 

mit trüwen vandet sunder di. 50 

du hefst vorsmat min gebot: 

dat sal di rüwen, helpt mi got' 

otmödigen sprak do de vos: 

,genedige here, ik hebbe en los 

van dem sülven bode diu, 55 

dat schir an di sal werden schiii. [92a] 

vor dine sunt hebbe ik mer 

gesorget danne alle der, 

de in nouwem rade dar 

buten stan an groter schar: 60 

ik was lopen to Paris, 

dat ik der süke wörde wis.' 

,bistu en mester diner kunst,' 

sprak do de louwe, ,mine gunst 

saltu vorwerven und mine genade, 65 

kanstu mi helpen vullendrade.' 

de vos sprak: ,here, wultu nesen, 

so hebb3 ik in den boken lesen: 



41 der dar by eyner 42 hemelich hoirde hie 43 wulfes 
44 krauckmodich hie sich henne toech 45 zo lewen hie 46 hoir der 
lewe spi'ach 47 dorstu vngetru\\ e 48 vur myn 49 die myne hauet mich 
50 myt truwon ge vandet dich 51 hast vorsmait myn 52 dich ruwen 
helfft mir god 53 otmödigen sprach der 54 geuediger ich han eyn loss 
55 siluen gebode 56 schyr dich 57 vur gesuntheyt han ich 58 dan 
dier 59 die nouwen 60 buissen stain groisser schair 61 ich geloiffen 
zo parys 62 ich suiche wui'de wys 63 eyn meister dyner 64 sprach 
der lewe myne 65 vorweruen vnd myne 66 mich helffen vulien drade 
67 der sprach genesen 68 han ich boichen gelesen 



188 121. 



des da machst, bere, löTen mi, 

sint de love helpet di 70 

nicht min dan arsedie deit 

birümme sal di sin bereit 

dins lives sunt in korter vrist: 

dat segge ik di sunder arge list 

dorch dat, min here, sal men stillen 75 

din we, so mot men levendicb villen 

den wulf, de darbuten steit: 

gin arsedie darboven geit. 

de bete but sal ümmevan 

dine borst und de beslan. 80 

so bolde als dat is gesehen, 

so saltu, here, mi des jen, 

dat du völest sachticheit, 

sint de di wert darvan bereit, [92b] 

als ik in dem boke las, 85 

dat schreven hadde mester Ipokras.' 

de louwe do dem wulve bot, 

dat he em geve to siner not 

de hut sin, dat he möchte nesen. 

went anders nicht it mochte wesen, 90 

solde do de wulf den heren stillen. 



69 gelouen mich 70 der geloue helffet dich 71 nyt myn die 
deyt 72 hyr vm dich 73 dines lyffs gesuntheit kortzer 74 sage 
ich dich argelist 75 durch myn 76 roter strich nach we nioit 
leuendich 77 wulff die dar buissen steyt 78 ghin dar bouen geyt 
79 beginnt M die W heisse W huid TF, hvd M schal v . . . Jlf 
vm vain W 80 dyne M vnd TF, vnde M die W beslain W 
81 balde TF. bald . . , M geschein TF, ghescheyn M 82 scholtu M 
here . . . M mich W gein W 83 vornemest TF, volest M sach- 
tzicheyt W^ zacht , . .i M 84 sind M die wart dich TF, de dy dar 
van . . , M dar van bereyt W 85 ich W boiche lass W 86 ge- 
macht PF, schreuen M had PF, hadde . , . M meister ypooras W 

87 der PF lewe TF, lowe M zo PF dem w . 1 . . . M wulffe geholt W 

88 hie PF geuen PF, gheue M zo W syner PFM noit PF, nod M 

89 die PF huit PF, hud M syn M hie mochte genesen PF, he m . . . te 
nezen M 90 wente M id nit anders PF is mochte wea . . . Jf 
91 scheide M der PF wulff PFM den h . . . M 



121. 189 

ane sinen dank let he sik villen. 

dem vosse wart de hut gesant: 

daran he do den louwen want 

so lange, dat he wal genas, 95 

des de vos gepriset was. 

de wulf sat drövich unde blot 

de vlegen deden em grote not: 

hörnten, brömesen unde müggen 

bekümmert hadden sinen rüggen. 100 

de vos den wulf do wulde sen 

unde siner kunst em Jen, 

wo he na des wulves vunt 

den louwen hadde maket sunt. 

he sprak: ,her vogt, got gröte gik! 105 

wo stan gi düs? dat wundert mik. 

ens groten vörsten ammetman, 

sal de düs vor den vlegen stan? 

up blotem live en kogel gra, 

twe ruwe scho, twe hanschen bla, HO 

de stiebtet jümmer enen nien orden, [93a] 

92 synen M danck W leit TF, led M hie sich W villen aus 
willen schwarz korrigiert W 93 ward W huid TF, hud M gesand W^ 
ghesand M 94 dar yn TF, dar an 3f hie PF lewen TF, lowen M 
wand WM 95 langhe M hie W wol M genass TF, ghenas M 
96 der voss W gepryset TF, ghepriset M w . . . M 97 der W 
Wulff WM zad M drouich vnd WM bloit TF, blöd M 98 die TF 
vleigen TF, vleghen M groisse TF noit TF, nod M 99 bromese TF, 
bromes M vnd TF, vnde M niugge TF, muggen M 100 bekümmert 
WM synen M rugge TF, ruggen M 101 der TF voss wulde dem 
Wulff do TF Wulff M wolde M sein TF, seen M 102 vnd TF, 
vnde M syner TF eme TFM gein TT'^, gheit M 103 we hie TF 
wulf es TF, wulues M vund M 104 lewen TF, lowen M machet TF 
gesunt TF, zund M 105 hie sprach TF wnlff TF, voghet M god TFM 
groisse TF, grote M uch TF, iuk M 106 we TF stain TF, sta M 
yr TF, gy JW dus TF, zus M . das TF, des M vorwundert TF, wun- 
dert M mich TF, muk M 107 eyns TF, eynes M groissen TF 
vursten TF, vorsten M amptman TF 108 schal M der TF dus TF, 
zus M vur TF, an M vleigen stain TF 109 vff TF, vp M bloissen 
W liue WM eyn TF graw TFAf 110 zwe TF inighe M zwe TF 
hende M blaw TFM 111 die TF iummer WM eynen TF nuwen TF, 
nygen M 



190 121. 122. 

dar gi sint inne prior worden.' 

do sprak de wulf: ,ik merke wol 

an dinen reden, de sint dol, 

dal da bist to hove komen: J15 

des enneme ik ginen vromen. 

spot volget gerne jo dem schaden: 

mit beden bin ik nu vorladen.' 

Dicke en dem andern stricke stelt, 
de sülven in de kulen velt. 120 

ok merke an disser twier plicbt: 
valsch rat to lösten diet nicht. 

122. Die amelse und die fliege. 

Mit ener emeten begimde 
en vlege strit to ener stunde, 
mit vrevele se tor emeten sprak: 
,wat helpet di din ungemak, 
du arme wicht, dat du so lise 5 

dat jar alut na diner spise 
krüpst und de tosamene drechst 
und mit drögene den lüden entlechst 

112 dar ynne ir prior syt geworden W gy zind ynne M ge 
worden M 113 sprach der W wulff WM ich merche W 

114 dynen M die sin so W zind M 115 zo TF houe WM ge- 
komen W 116 en neme WM ich W nenen vrome M 117 spod 
volghet gherne yo M jo fehlt W den W 118 myt W beiden WM 
yo nach beiden M ich W nu fehlt M vor laden M vor 119 De syn 
darup M 119 eyn W anderen WM 120 der W siluen TT, sulven M 
die TF 121 euch merche ich W desser M zwier TT, twyer M 

122 raid TT, rad M zon W dyet WM 

122, Vor 1 Wo sik de vleghe vnde emete vnderspreken M 1 myt 
eyner ametzen W 2 eyn W vleige TF, vleghe M stryd TF, 

strid M zo eyner W 3 myt W wreuele TF, vreuele M sie 
zor ametzen sprach W 4 helffet W dir TF, dy M dyn M 
g nach din schwarx gestrichen W vngemach TF, vnghemak M 5 ar- 
mer TF lyse TF, lize 3f 6 dass TF iar TF, yar M al vss TF, al 
ud M dyner TF 7 krufst TF, krupst M vnd TFif die TF zo Sa- 
men e TF, to samende M 8 vnd TF, vnde M myt TF3/ drogene TF^ 
droghen M luden TF3f 



. 122. 191 

an de hede of an de erden? 

wat rat sal diner, arme, werden, 10 

wan nu kumt des winters tit? 

so bistu aller vröude quit. 

kumt dan an di de scharpe regen, 

we sal di dan to schüre dregen? 

so bin ik in den husen vri: 15 

den riken dan ik wone bi. [93b] 

ik drinke win, ik drinke ber, 

des nicht endot en ander der: 

min talicheit so böget mi. 

du arme krup, wat vrouwet di? 20 

so stolt is nicht noch so her 

en vrouwe, ik vlege an er 1er. 

ens vörsten klet is nicht so got, 

tor korken it mi dregen mot: 

sin stol, bedde, spise und drank 25 

is min sunder jemandes dank.' 

de emete sprak: ,du sechst alwar, 

ik hebbe spise al dat jar: 

körn, dat nümment kan uplesen, 

dat mot min van rechte wesen. 30 



9 die W beide TT, heyde M off TF, efte M in M die W 
10 raid TF, rad M schal M dyner W armen WM 11 nv Jlf kiimpt 
WM wintzers W zyd W, tid M 12 vroude WM quyd TF", quid M 
13 kumpt WM den M dich der scharfe W reghen M 14 wer W 
schal M dich TF, dy M den M zoW schuire TF, schure W dreghen M 
15 ich W dem huse M hülsen W vry WM 16 der M rychen W 
dar M ich W by WM 17 ich W wyn M ich W, vnd M drincke 
beer W 18 nit W en doyt TF, deit M eyn W deer W 19 myn 
WM talicheyt PF, tallicheit M so fehlt M hoiget T^ hogher M 
mich W 20 armer kruiff W vrowet WM dich W 21 stoltzes nyt W 
beer W 22 eyn W vrowe M ich W vlegbe M ere M leer W 
23 eyns W vursten PF, vorsten M cleyt PF, cled M nit W goid TF, 
gud M 24 zor TF, to M kirchen W id M mich W^ my M dra- 
gen TFi dragben M moit TF, mud M 25 stoil W bedde bedde Jf, 
fehlt W vnd TF, fehlt M dranck TF 2G myn WM iemandes TT^, 
yemendes M danck TF 27 der ametze sprach TF al wair TF, al war M 
28 ich han TF all TF, a ... Jlf iar TF 29 numment TF, nemen ... Jlf 
uff lesen TF 30 moit TF, mod Jlf myn TFJlf van ... Jlf 



192 122. 



SÜ8 bebbe ik allet, des ik behove, 

und Sitte vri in miner grove. 

düre is di al, des du di nerest 

und mit vrochten also vorterest 

van dem minsehen up den bunt 35 

makestu di to aller stunt, 

van dem roden up de ko 

des avendes und des morgens vro. 

in somertit din beste wert 

is enes vulen pagen stert. 40 

du bist dat unreneste der, 

dat nu is und gi wart er. 

unreniebeit du mit di vörest: [94 a] 

unrene wert al, dat du berörest. 

al de werlt, de is di hat: 45 

din unart, de vordenet dat 

wan du diner weide römest, 

di sülven erst du dan vordömest. 

winters tit, de nouwet di 

altit mere danne mi: 50 

so klevestu an der kökenwant 



31 sus WM han ich W alle ...M ich behoue W 32 vnd W, 
vndü M sisse W vrig W^ vry . . . M myner groue TT, my . . . M 33 duir 
W, dure M dich W, dy M al fehlt W al d . . . il/ dich W 34 vnd W, 
dat du M myt WM fruchten W^ \ . . chte . . . M voi-tzerest W 35 den 
W mynschen ir, minsehen . . . M vff W hund W 36 machestu dich TF, 
dik makestu M zo W aller st . . . M stund W 37 hunde TT^, roden M 
vff W die W, de ... 3/ 38 auendes WM vnd TF, vnde M des ... 3f 
3i) somer zyd TF, somer tud M des M 40 in ilf eynes WM paghcn M 
41 vnreyneste doer WM 42 nv M ind IT, vnde M iu IF, y ^ 
eer WM 43 vnrcinicheit TF, vnreynicheit M myd TF, myt M dich FF, 
dy M vorest WM 44 vnreyne IF, vnd vnreyne M wart W allet W 
rorost TT', bero ... M 45 all die TT" alle wcrld M die TF dich TF, 
dy M hatt TT', had M 46 vnart TT", vnard M die TT" vor denet M 
47 dyner WM wuldc M vorromest TF, romest M 48 dich W 
siluon TT", suluen M eirst TF deno vor dornest M vordömest TF 
49 Winter M zyd TT', tid 3/ die TF nowet 3/ dich TT>' 50 alzyd FF, 
alle tid M d nach alzyd schicarx gestrichen TT" dan TF, denne M 
mich W 7)1 kleuestu TT', cleuestu M kochen want TF, koken 

wand M 



122. 123. 193 

en iklik nimt di in de hant 

und settet di dorch dinen mot 

darsülves up de heten glot 

so sitte ik dar an miner grove 55 

und hebbe al, des ik behove. 

ok mannich di to dode bringet, 

dar min kele lüde klinget.' 

We kriget unde gerne stelt, 
sin egen brek den dicke melt. 60 

ok leret us de olde schrift: 
got grot gern sin gelike gift. 

\ 123. Der afiPe und der ftichs. 

De ape was to hove laden 
mit andern deren und eren gaden: 
to den vossen se sik dede. 
mit den se quam up disse rede: 
,mi wundert der naturen dat, 5 

de di und mi gemaket hat. 
din sagel is lank, din hut is slicht: 
mer ik und mine kinder nicht [94 b] 

52 eyn W iclich TF, islik M nimpt WM dich W die W 
band M 53 vnd WM sesszen dich durch W moet TT, mod M 

54 dar silues TF, dar sulues .M vjff TF", in ilf die heissen W 

gloet PT, glod M 55 sisse ich W dort M myner TF", myne M 
groue WM 56 vnd TF, vnde M han W ich W behoue WM 
57 euch W mennich M dich zo W bringhet M 58 myn WM 
cUnget TF, klinghet M vor 59 De zyn darup M 59 wer W krigbet M 
ind PF, vnd M gberne steld M 60 egben M gebrecb W den fehlt W 
meld M 61 oucb W vns WM der W aide M scrifft TF, scbiifft M 
62 guid TF, gud M groisse W gerne ilf , fehlt W syn M geliche TF, 
ge lik M giff TF, gbift M 

123. Vor 1 "Wo de ape den vos bad vmme eyn deel synes stertes M 
1 der äffe TF, d . . . ape , . . M zo houe geladen TF 2 myt TF an- 
deren TFM vnd yren TF 3 zo TF, t . . . vossen s . . . Jf sie sich TF 
4 myt TF sie TF uff TF 5 micb wundert TF, mik wu . . . M daet TF, 
, . . en d . . . Jlf 6 die dich TF vnd TFM" mich TF, m . . . M ge- 
macbet TF, mak . . . Jlf haet TF, b . d ilf 7 dyn M tzagel TF, tzaghel M 
is . . . JW lanck TF buit TF . . . ob . Jf 8 icb TF vnd TF, vnde M 
myne TF, my , . , M kindere TF 

Loitzmann, Die fabeln Gerhards von Minden. 13 



194 123. 

hebben leder vor den lüden, 

dar we den hinder mede behüden. 10 

ane sagel sint we schapen 

vor allen deren, we armen apen. 

to dissem hove sal ik gan 

und dar vor usen heren stan 

an ringem klede hindene blot. 15 

des belp mi nu ut disser not 

und euer bede twide mi, 

dat mit nichte schadet di: 

günne, dat des sageis din • 

en del min decke möte sin, 20 

so dat ik um den heren grot 

nicht binden ensi so rechte blot. 

mit allen den minen wil ik dat 

vorschülden sunder underlat' 

düs sprak de vos do to der apen: 25 

,unnütte rede nicht endrapen 

noch enkomen nergen to. 

um di ik des mit nichte do, 

9 hauen (roter strich) leider TF, hebben 1 . . . Jf vnr W luden W 

10 d . r M wyr TF, wy M hind . . n . . . M myd behuden W 

11 tzagel TF, . . . ghel M . ind wy M wir geschafen W 12 vur W 
. . all . . . M dieren wir TF, . . . en wy Jlf afen W 13 zo TF, . . . 3f 

houe WM schal . , , M ich gain TF, . . . gan M 14 vnd TF, . . . d . . . Jf 
vur W vnsen PF, . . . sen M he . en if stain TF, s . . . 3/ 15 lingen 
TF, an r . . . ghen M cleide TF, clede M binden M bloisz TF, bl . . . ilf 
16 helff mich TF uiss TF ... desser M noit TF, nod M nach 16 Myt 
alle den mynen wil ich dat Vorschulden sunder vnderlat Dus sprach der 
VOSS zo der afen Vnnuttze rede nit endrafen Noch komen nergen zo 
Vm dich ich des myt nichte do Des ich iummer hadde vorwyt rot und 
schwarz gestrichen 17 (van rot gestrichen) vnd eyner TF, v . . . M 
getzwide mich TF, . . . my M IS d . . . M myt TF . . Ae M dich TF, 
dy M 19 gunne TF, gh . . . M tzagels TF, . . . ghels M dyn M 20 eyn 
deil mjTi TF dechen TF, de . . . M moisse TF, mote -M 21 dat , . , M 
ich vm TF groiss TF 22 nyt TF hindene TF, hind . , . M en sy TF 
bloiss TF, . lod M 23 myt TF alle WM mynen WM wil das TF, wil . . . 
dat M 24 vorschulden TF, vorschul . . . en 3f sn . . . M vnderlass TF, 
vnd . . . M 25 dus TF, sus M sprach der voss zo W afen TF 26 vn- 
nuttze TF, vnnutte M nit TF endrafen TF, en drapen M 27 en komen JVM 
nerge TF, nerghen M zo TF 28 vm TF, vmme M dich ich es TF myt WM 



123. 124. 195 

des ik jümmer hadde vorwit [95a] 

van minem siechte lange tit. 30 

al were min sagel mi to lank, 
mit dem kumstu nicht in den dwank, 
und were darto mi alto swar, 
van em enkrichstu nicht en har. 
ik wil en minen kindern erven, 35 

al sege ik di darümme sterven.' 
Hirbi nim up den riken man, 
de enem andern nicht engan, 
dat he ok ichtes möge werven: 
he lete en er darümme sterven. 40 

• 

124. Die krähe und der widder. 

En kreie up enen wedder vloch: 
de wullen sin se em aftoch. 
de wedder sprak: ,wat hebbe ik di 
gedan, dat du jümmer mi 

berovest düs und sunder vrist 5 

alene up minem rügge sist? 
den hunt, den du dar slapen süst, 
vor dinen dreger du nümmer küst: 
he heft doch sterke mer dan ik.' 
, sodaner rede nümmer sprik,' 10 

29 ich W iummer WM hedde M vorwyt PT, vor wud M 
30 mynen WM mannige zyt W^ langhe tid M 31 wer W myn 
tzagel WM mir TF, my M zo W lanck PF, lang M 32 myt WM 
den W kumpstu WM nit W dwanck TT, drank M 33 vnd TT, 
vnde M wer W dar zo TF, dar to M mir TF, my M altzo 
swair M 34 eme WM en krichstu TF, krichstu M nit eyn hair W 
35 ich W ene W mynen kinderen eruen WM 36 seghe M ich W 
dich TF, dy M dar vm TF, dar vmme M steruen WM nach 36 De 
syn hirup J/, das dann abbricht 37 hyr by nym vff rychen 38 der 
einen anderen nit en gan 39 hie euch möge weruen 40 hie leisse 
eir dar vm steruen 

124. 1 eyn kreye vff einen vloich 2 die sie äff tzoich 
3 der sprach han ich dich 4 gedain das iummer mich 5 be- 
reuest dus vnd vryst 6 alleine vff mynen rugge 7 slaiffen sust 
8 vur du aus dun schwarx korrigiert nümmer kust 9 hie hat 
sterche ich 10 sodanner nümmer sprich 

13* 



196 124. 125. 

to dem wedder sprak de kra: 
,ik wet wal, war ik wollen entva. 
ok wet ik, wen ik riden sal: 
1er mi des nicht överal!' 

War de wise sinen win \ß6h\ 15 

wet, darf he nicht ens andern sin, 
sint sodan kunst, de schritt us seit, 
den vorvarenen is bereit 

125. Das gestohlene hirsehherz. 

Vor den louwen worden laden 
alle der, de sulden raden 
eme to der krankheit sin. 
de wisen spreken: ,disse pin, 
de di entholt, hebbe we betracht 5 

und disse wise bedacht: 
en hert gar bolde sal men slan, 
dat van naturen also dan 
is, wan du van dem horten sin 
hefst gegeten, alle pin, 10 

de du an disser süke list, 
de vorlat di an korter vrist' 
dat schach: en dat herte nam, 
de vor den louwen dicke quam, 
und lede it, dar de louwe slep. 15 

de vos mit list dat herte grep 
und sik sülven spisde mede, 
dat mit nichte nümment dede. 

11 zo sprach der 12 ich weiss wair ich entfa 13 euch 
weiss ich wan ich 14 leer mich nji; euer all 15 der sin gewin 
weiss nach gewin schwarx gestrichen 16 weiss (roter strich) darff hie 
nit eyns anderen 17 sodanne scrifft vns seyt 18 vorvaren bereyt 

125. 1 dem lewen wurden geladen 2 dier die 3 ene zo krancheyt 
4 die wyson sprechen 5 die dich han wir 6 vud wyse 7 eyn 
hertz balde slain 8 also am rande nachgetragen gedain 9 roter 
strich nach is hertze 10 hest gegessen 11 die suiche 12 die 
vorlait dich kurtzer 13 geschach eyn fehlt hertze 14 die vur 
dem lewen 15 vnd der lewe sleiff 16 der voss myt hertze greiff 
17 vnd sich siluen spisede 18 myt nuramende 



125. 197 

tohant dama de louwe sprak: 

,ik pröve wal, min ungemak 20 

vil klene gik to herten geit 

war is dat herte, dat bereit 

mi was van gik tor plage min?' 

se spreken: ,here, den gnaden din 

we sanden dat an din gemak.' [96a] 25 

aldüs en to dem andern sprak: 

,vorwar dit herte is gestolen: 

nicht mach it j (immer sin vorholen.' 

disse Schicht en ende nam. 

up den vos de ticht quam: 30 

mit ernste spreken se en an. 

he sprak: ,den mot ik ne gewan, 

dat ik so ungetrüwe were 

minem heren vor ander dere: 

hirüm dorch got hebbet dult 35 

und nicht tolegget mi de schult, 

sint ik wil entledigen mik 

disser tichte, so dat ik 

van em ungestrafet blive 

und ju mit rechte van mi drive.' 40 

se spreken alle, it were en lef. 

nicht lange he do bi en blef 

und genk, dar he den louwen sach, 

aldar he in dem danne lach: 

mit grimme sprak de louwe en an, 45 

recht als de andern hadden dan. 

19 zo hant dar na der lewe sprach 20 ich proue myn vngemach 
21 deine uch zo hertzen geyt 22 wair hertze bereyt 23 mich 
uch zor myn 24 sie sprechen genaden 25 wir gemach 26 aldus 
eyn zo anderen sprach 27 vorwair hertze 28 nyt iummer 
29 eyn 30 vff dem voss der tzicht 31 myt sprechen sie 32 hie 
sprach moyt ich 33 ich vngetruwe 34 mynem vur andere 
35 hyr vm durch hauet 36 vnd nyt zo legget mich die 37 ich 
mich 38 tzicht ich 39 eme vngestraffet bliue 40 vnd uch myt 
mich driue 41 sie sprechen id em leiff 42 nyt hie by em bleiff 
43 vnd genck hie lewen 44 al dar hie 45 myt grymme sprach 
der lewe . 46 die anderen gedain 



198 125. 



dar worden de rede bir und dort 

to lesten vel up disse wort 

de Yos: he sprak: ,mi wundert ser, 

dat da, grote könink her, 50 

di bringen last up sülken wan, 

dat herte an erem live han 

horten so en ander der. 

here, löve des nümmermer! [96 b] 

de warheit machstu weten so: 55 

dorcb di we weren alle vro, 

dat we dem herte mochten stellen 

und en also to dode vollen. 

do we dat bort süs tasten an^ 

bina was, dat he us entran 60 

imd hadde vor us jümmer nesen: 

hadde an sinem live wesen 

en herte als en bone grot, 

he were komen ut aller not. 

se Seggen, sin herte si vorloren: 65 

ane herte wart de sage boren. 

doch wart gesocht an em genoch 

en herte, des he ne gedroch. 

here, des saltu löven mi.' 

de louwe sprak: ,ik löve di, 70 

dat disse rede mögen wesen. 

denk anders, wo ik möge nesen.' 



47 die hyr vnd 48 zon vif word 49 der roter strich 
nach vos hie sprach mich wundert seir 50 dass groisse koning here 
51 dich vff sulchen wain 52 hertze eren liue hain 53 hertze 
(roter strich) eyn dier 54 geloue nummer mer 55 der war- 
heyt wessen 56 durch dich wir 57 wir hertze 58 vnd ene 
ZG 59 wir hertze sus tasteden 60 by na hie vns 61 vnd 
had vur vns iummer genesen 62 had sinen liue gewesen 63 eyn 
hertze eyn boine groiss 64 hie gekomen vss noit 65 sie 
sagen hertze sy verlorn 66 hertze der tzage gebom 67 wairt 
gesoicht genoich 68 eyu hertze hie gedroich 69 gelouen mich 
70 der lewe sprach ich geloue dich 71 mögen 72 gedenck we ich 
möge genesen 



125. 199 

Eecht wo de vos en snöde helt 
mit lögene sine drögene melt, 
wan he bedrücht den lövigen man, 75 

de der valscheit nicht enkan. 

[Rat ens knechtes, de bestan 
mit vromen mach, den nicht vorsman 
en here sal, sint dicke rat 
de swake, dat en starke lat] 80 

73 we der voss eyn snoide 74 myt logene drogene 75 hie 
bedrücht gelouigen 76 die nit en kan nach 76 Aliud rot unter- 
strichen 77 rait eines die bestain 78 myt roter strich nach 
mach nyt vorsmain 79 here fehlt roter strich nach sal 80 der 
Swaiche (^oter strich) dass eyn starche lass 



ANMERKUNGEN. 



Prolog. 

2. Die form Äthenas muö^B wohl auf der lateinischen akkusativ- 
endung beruhen, gewöhnlich wird wie im mittelhochdeutschen (z. b. 
Athis E 13. F 27) die endung germanisiert: Athenen Stephan 422. 
1781. 3940. 

3. klok van sinnen dieb von Brügge 306. Reinke 6164; klok 
und wis an sinnen dieb von Brügge 584. 

sinne unde mitte holsteinische reimchronik 74; radbuch 6,19. 
11, 81; Tunnicius 909; Yeghe 139,36. 144, 10. umgekehrt «<;i«e 
unde sinne holsteinische reimchronik 468; radbuch 10, 51; reden- 
tinet osterspiel 936; Valentin 1872. 

Für fli=4yTiHfttis che aufr eihung a uch nur zweier werte hat G^er- 
hard wie das mittelniederdeutsche überhaupt eine besondere verliebe: 
sie begegnet bei ihm noch 3, 24. 10, 6. 64. 11,16. 26,20. 28,31. 
35,7. 44,7. 46,47. 51,30. 53,42. 70,25. 79,15. 16. 26. 89,53. 
95,4. 101,25. 104,30. 115,68. 172. im allgemeinen vgl. darüber 
Seelmann zu magdeburger Aesop 87, 99 und zu Valentin 389. bei- 
spiele: bordesholmer Marienklage 812; Claus bur 281. 326. 653; 
Daniel von Soest, gemeine bicht 2649; Demantin 8686. 10659; 
dieb von Brügge 352; Eberhard von Wampen prolog 6. 57. 64. 
66. 67. 1,5. 9. 10. 58. 312. 392. 4,4. 5. 33; Eschenburg, denk- 
mäler s. 252. 259; Jungfrauenlehre 65; kranichshals 57; magde- 
burger Aesop 39, 94. 51, 29; radbuch 3, 37; Stephan 24. 4475; 
Talentin 845; Waldis, verlorener söhn 1844. 1846. 1848. 

klok^ das später häufiger ist (Mnd. Wörterbuch 2,487 b), hat 
Oerhard nur hier und 61,2, beidemal im reim; vgl. über das wort 
Steinmeyer, Über einige epitheta der mhd. poesie s. 11. 

4. künstich (Mnd. Wörterbuch 2, 600 a) steht auch dieb von 
Brügge 260; Yeghe 127, 5. 

5. bispel (noch 67, 53) wie im mittelhochdeutschen im sinne 
von „fabel" (Mnd. Wörterbuch 1, 341b): magdeburger Aesop 7, 7. 31; 
Stephan 419. 804. 2144. 3189. 3247. 3622. 

11. wal dat ist beliebte konzessivkonjunktion bei Gerhard (1, 6. 
52,13. 17. 64,40. 66,49. 88,22. 99,18. 105,22. 119,21) ebenso 
wie bei seinem landsmann Eberhard von Cersne (minneregel 1059 



204 Prolog. 1. 

1451. 2061. 2484. 2628. 3401 ; lieder 15, 4), sonst nidit allzu häofig 
(z. b. Eberhard toh Wampen 1,75; lübecker totentanz 101. 556; 
radbueh 5,10; sündenfall 1324; Zeno 867). im allgemeinen vgL 
Mnd« wOrterbuch 5, 760b; Nissen, Forsög til ^i middelnedeitysk 
Syntax s. 136. 

fabd (21,17. 32,35. 34,13) fehlt im Mnd. Wörterbuch: Claus 
bur 923. 926; Daniel von Soest, dialogon 978; Reinke 6835; 
Stricker 1565; Waldis, verlorener söhn 215. 

13. spröke wie bei uns „sprQche^^ oder ,,zitate^', sehr hAufig 
für bibelsprüche (Mnd. Wörterbuch 4,347 b): bordesholmer Marien- 
klage 618. 839; kaland 100. 145. 743. 1029. 1159; laiendoktrinal 
s. 14; lübecker totentanz 1616; reimbfichlein 3346 (auch im titel); 
Reinke 226; Stricker 5443. 

1. 

1. perle (9) fehlt im Mnd. Wörterbuch: Daniel von Soest, ge- 
meine bicht 2165; Demantin 10139; fastnachtsspiele 1,473. 3, 123; 
köker s. 327; Lauremberg 4,312; nd. Jahrbuch 8,71; radbuch 
5,148. 11,110; steinbuch 393; Stricker 554; Tunnicius 6. 302. 
1112. das verbum perlen (Mnd. Wörterbuch 3, 320b) steht noch 
Stephan 1422. 

2. altohant begegnet bei Grerhard noch 10. 60, 5. 65, 29. 104, 
39. 108,28. 115, 2. das einfache tohant hat er 4,7. 17, 10. 18, 
46. 29, 20. 22. 32, 21. 42, 2. 47, 43. 53. 53, 13. 22. 37. 55, 62. 
05,25. 66,59. 67,38. 70,23. 80,6. 85,14. 94,24.97,9.98,28. 
98. 99, 114. 115, 13. 65. 113. 185. 120, 2, 125, 19. beide be- 
({uemo reimworte sind im allgemeinen in der mittelniederdeutschen 
I)oesie (noch Lauremberg hat tohant schlussrede 16) ebenso beliebt 
imd häufig wie in der mittelhochdeutschen; doch ist der usus ver- 
schiedener (lichter verschieden, verliältnismässig häufig begegnen 
])cido Worte in folgenden dichtimgen: Anseimus, Berthold von Holle, 
Dorothea, magdebiu'ger Margarete, steinbuch, Stephan, Stockholmer 
und helmstädtor Theophilus, Valentin, verlorener söhn, Waldis' ver- 
lorener aohn, Zeno; verhältnismässig selten in: Barbara, Brandan, 
('laus bur, dieb von Brügge, Flos, gandersheimer reimchronik, vom 
holze, kaland, lübecker totentanz, magdeburger Aesop, fürsten walder 
Margarete, radbuch, redentincr osterspiel, Reinke, sündenfall, trierer 
Theophilus. 

4. ere anleggeyi (99, 149) auch Stephan 800; vgl. Mnd. Wörter- 
buch 1, 9Ga, 19. 

6. glans felüt im Mnd. Wörterbuch: farbenkranz 24. 170; Höl- 
schcr, geistliche lieder 11, 8, 1. 68, 10, 10; Lübben, mnd. gedichte 



1. 2. 205 

5, 43. 6, 19. 53. 18, 3; nd. jalirbuch 8, 71; redentiner osterspiel 
457; Stockholmer vogelsprache 21,3; Waldis, verlorener söhn 129. 

G^erhard liebt die Verstärkung der adjektiva und adverbia durch 
vul-j vullen-, so hat er: vullendrade 54, 18. 108, 19. 121, 66; 
vullenho 47,32. 61,11; vullenschir 114, 19; vulseköne 1,6; vullen- 
snel 35,2. 67,24. 108,17. im allgemeinen vgl. Mnd. Wörterbuch 
5, 548 b. 555 b. häufig sind diese kompositionen femer bei Eberhard 
von Wampen (vullendieke 1,138; vuldünne 1,313; vuüeneven 1,50; 
vullenlichte 1, 56; vullensnel 1, 143; vultrage 1, 383; vullenvul 4, 23), 
im magdeburger Aesop (vullengot 10, 9; vtüleninniehlike 9, 5; vullen- 
lede 19,11; vulna 33,33. 41,6. 101,30; vullmsöte 30,21-, vullen' 
stolt 61,37; vullenswar 67,25; vulhnver 57,48; vullenvro 40,39; 
vullemois 30,17; vulhnwol 49,152^, im redentiner osterspiel (vul- 
drade 631. 646; vulsnelle 556. 982) und bei Stephan (vullendieke 
3794; vullendrade 2027. 3765. 5880; vullmduldich 3279; mcllen- 
hart 4050; vullenho 352; vullenkostelike 3233; vullenlise 1361; 
vullenna 3624. 4441; vullenrike 3397. 4437; vullen^sere 1607; 
vullenspe 4953; vullenstede 1903; vulstille 168; vullenvaste 4776). 
in den übrigen gedichten sind diese büdungen selten: vuldicke helm- 
städter Theophilus 89; vullenerre Anseimus 659; vulnöde Keinke 
2096. 4633; vullenschone trinker 100; vulsere trinker 221. 

7. scharren von hühnem (91, 6. 11. 15) auch magdeburger 
Aesop 46, 4; vgl. auch Mnd. Wörterbuch 4, 52b. 

gener (noch 29, 15. 34, 2. 48, 4. 52, 16) fehlt im Mnd. Wörter- 
buch. 

9. 10. Sune groxen schätz der töre vant, der was des unsen 
sä xehant Freidank 81, 9. 

11. Neben vras „schlemmerei" (Mnd. Wörterbuch 5,518b) steht 
vrat = mhd. vräx „fresser" (fehlt im Mnd. Wörterbuch : Keinke 1666. 
2229. 2351), die mittelhochdeutsch zusammengefallen sind. 

3. 

2. lam (7. 14. 45, 1. 13. 84, 18. 26. 117, 33) fehlt im Mnd. 
Wörterbuch. 

3. 4. Derselbe reim water : vader magdeburger Margarete 687. 
3. wlömen (13) „trübe machen", im magdeburger Aesop 2, 24 

„trübe sein'' (vgl. Seelmanns anmerkung). die grundbedeutung 
scheint „in bewegung setzen" zu sein, womit bei stehenden ge- 
wässem durch aufrühren des grundes ja notwendig eine trübimg 
verbunden ist: wlöminge braucht die sächsische weltchronik 124,3 
von der bewegung des teichs Bethesda. vgl. Mnd. Wörterbuch 5, 
756 a; Versuch eines bremisch -niedersächsischen Wörterbuchs 1,428; 



206 2. 3. 

Kichey, Idiotieon hamburgense s. 9; Woeste Nd. Jahrbuch 9, 71; 
Jellinghaus s. 120. 126. 

6. böte entvän auch klosterallegorie 65. 79. 107. 123. 175; 
magdeburger Aesop 92, 113; Marina 158; Reinke s. 58 Lübben. 

7. Lies otmödich, 

8. weidige here als anrede noch sündenfall 2272; verlorener 
söhn 475. 

9. över drückt nicht nur ein zukünftiges, sondern auch, ein 
vergangenes zeitliches Verhältnis aus (Mnd. Wörterbuch 3, 251a). 
wie in unsrer stelle steht es z. b. noch Brandan 235. 

10. arme toicht ist bei Gerhard sehr beliebt: 3, 24. 16, 42. 
41,7. 79,27. 113,52. 122,5. sonst finde ich es nur Daniel von 
Soest, gemeine bicht 1441. 2146. dialogon 1506; lübecker toten- 
tanz 69. 388; Reinke 1531. 2670. 3814. 3967; Stephan 2068. 
im selben sinne braucht er kranke tvicht 39, 11. 82, 16. 

13. Lies möchte imd in den lesarten mochte, 

15. Ygl. die ähnliche wendung 64, 10. wedersnacken ist im 
Mnd. Wörterbuch 5, 635 a nur durch imsre stelle belegt. 

16. Die konjektur liegt gi-aphisch am nächsten, vielleichit ge- 
nügte schon das einfache wan: aber lif vnnnen bedeutet 112, 11 
etwas andres und der sinn scheint mir diu*ch das kompositum klarer, 
obwohl ich auch für lif vorwinnen keine parallelstelle beibringen kann. 

20. tom dode bringen (83,5. 122,57) noch bordesholmer Marien- 
klage 26. 267; Dorothea 315; gandersheimer reimchronik 1169. 
1230; magdeburger Margarete 644; Reinke 1891. 3198. 4528; 
Statwech 880. 914; Waldis, verlorener söhn 123. 

3. 

1. io sik nemen braucht Gerhard in derselben bedeutung noch 
53, 25. 85, 13. 94, 12. 104, 38. 108, 16. sonst finde ich es: Bmndan 
786; Flos 966; redentiner osterspiel 238. 294. 855; Statwech 34; 
Stephan 3717; sündenfaU 2124; Valentin 1270; Zeno 477. im 
sinne von „essen" wie neuhochdeutsch steht es bei Gerhard 99,41 

und Reinke 190. 5960. 

« 

4. Lies se, 

t^Qv plegen mit dem dativ vgi. Mnd. Wörterbuch 3,343 a. 

5. 6. Charakteristisch für Geriiard sind zahlreiche, oft recht 
harte konstruktionen CLTtb y^OLVod^ die ich eben wegen ihrer anzahl 

' nicht habe antasten mögen; ausser unsrer stelle vgl. 4, 15. 6, 9. 

'; 32,22. 47,5. 78,11. 81,9. 87,2. 96,19. 115,104. 188. ich habe 

mü* sonst aus mittelniederdeutschen dichtem nur drei leichtere fälle 



3. 207 

notiert: Demantin 5794. 6323 (vgl. Bartschs amnerkung); Stock- 
holmer Theophilus 297. 

7. vin, ein äusserst bequemes reimwort, ist bei den nieder- 
deutschen dichtem ungemein häufig, bei manchen das beliebteste 
epiiheion ornans, über das aufkommen und^ die geschichte des 
wertes handelt Steinmeyer Zeitschrift für deutsches altertum 34, 
282. Gerhard ist demnach mit Berthold von HoUe einer der ersten, 
die das wort anwenden: er hat es noch 3, 14. 47, 51. 50, 6. 51, 15. 
78, 42. 103, 11. 33, stets im reim, auch sein landsmann Eberhard 
von Cersne liebt es sehr (in der minneregel 2 7 mal, in den liedem 
7 mal), stark bevorzugt wird es in folgenden gedichten: Mos, hahn- 
reierei, Hölschers geistliche lieder, Stricker, Valentin, selten be- 
gegnet es bei Daniel von Soest (4 mal, nur im reim), im kaland 
(2 mal), im köker (1 mal, im reim), im lübecker totentanz (3 mal), 
im radbuch (4 mal, nur im reim), im redentrner osterspiel (1 mal, 
im reim) , im Eeinke (5 mal) , bei Stephan (4 mal) , im sündenfaU 
(2 mal, im reim), im Theophilus (in jeder der drei redaktionen 1 mal), 
in Waldis' verlorenem söhn (5 mal, nur im reim), der magdeburger 
Aesop kennt es nicht. 

8. In den konjunktivformen luulde und sulde habe ich den 
Umlaut absichtlich nicht zum ausdruck gebracht j da derselbe, wenn 
auch in den heutigen dialekten fast ausnahmslos vorhanden, neuerer 
analogischer einführung sein dasein zu verdanken scheint. 

9. sweven fehlt im Mnd. Wörterbuch: Brandan 556. 605. 705. 
848. 878; magdeburger Aesop 25, 30. 

16. voch und gevoch (5, 3. 10, 5. 65, 7. 21. 97, 14. 99, 16) 
„das genügende, passende, gebührende" haben gern ihre persönliche 
beziehung im possessiviim neben sich (Mnd. Wörterbuch 2, 96 a. 
5, 290b): dieb von Brügge 351. 438; Eberhard von Wampen 1,46. 
2, 83; Facetus 26,4; kaland 43. 322; laiendoktrinal s. 108; mühlen- 
lied 9, 5; redentiner osterspiel 1479. 1816; reimbüchlein 1745. 
3108; Stephan 327. 1183. 1698. 1879. 3139. 3306. 4810; Ya- 
lentin 386; Stockholmer vogelsprache 72, 3; Waldis, verlorener söhn 
902; Zeno 193. selten steht die person im dativ wie Valentin 
2222. 

17. angripen im übertragenen sinne (Mnd. Wörterbuch 1, 91a) 
noch 27. 78, 79. 

19. regenwater fehlt im Mnd. Wörterbuch. 

23. mer fehlt im Mnd. Wörterbuch: magdeburger Aesop 18, 17. 
vgl. zu 66, 8. 

28. kumpan (noch 24, 12. 40,6. 56,9. 73,52. 82,5. 104,33; 
vgl. IVInd. Wörterbuch 2, 595a) begegnet häufiger im magdeburger 



208 3. 

Aeur/p (4, 42. 69, 52. 81, 73. 91, 1. 15. 100, 11. 23. 95. 133. 
101, 5. 25. 310. 103, 69), im redentmer oeterspiel (98. 386. 665. 
093. 1200. 1203. 1389. 1509. 1984), im Reinke (61. 1984. 3124. 
4205. 4520. 6663), bei Stephan (915. 1605. 1609. 1612. 1628. 
2768. 3218. 3222. 3226. 3245. 3259. 3273. 3275. 3297. 3946. 
5240) und im sfindenfall (96. 595. 713. 736. 2725. 3242). sonst 
wird 68 nur vereinzelt gefunden: dieb von BrOgge 221. 227. 390; 
fantnachtBHpiele 2, 55. 135; leberreime 120, 12; lübecker totentanz 
1363. 1373; scriba 478; Stricker 2939; münchener vogelspiache 
49, 4; Waldi», verlorener söhn 599; Zeno 830. 

30. Ik ga vor, volge du mi na Daniel von Soest, gemeine bicht 
2463. 

31. drade (7, 10. 8, 10. 17, 6. 29, 6. 25. 54, 18. 82, 21. 
108, 19. 115, 4. 74. 121, 16. 66), ein bequemes reimwort (Mnd. 
Wörterbuch 1, 562b), ist in folgenden dichtungen beliebt: ganders- 
hoimor roimchronik, holsteinische reimchronik, köker, lübecker toten- 
tanz, reden tiner osterspiel, Reinke, Stephan, Stricker, sündenfaU, 
Valentin, Zeno. die andern dichter brauchen es nur vereinzelt. 

32. vorsagen (noch 93, 34. 94, 18. 98, 11. 101, 7. 113, 38) 
fehlt im Mnd. Wörterbuch. 

34. qiuit (Mnd. Wörterbuch 3, 397b) hat Gerhard noch: 9, 14. 

14.20. 30. 19,30. 20,36. 21,10. 29,47. 32,32. 30,47. 44,31. 
45, 21. 58, 32. 06, 78. 67, 56. 75, 18. 102, 48. 

39. Vgl. na sinem sede 16, 6. 24, 15. 48, 3. 91, 15. 112, 19 
(ahnlich 32, 20. 118, 13); magdeburger Aesop 16, 17. 43, 17. 46,. 35. 

54.21. 101,7 (ähnlich 31,15); Steplian 482. 855. 2588. 5631 
(llhnlkih 869); na sinen seden Eschenburg, denkmäler s. 268. 

42. W(^iton> appello an die aufmerksamkeit der zuhörer: 49, 
52. 00, 8. 77, 48. 95, 16. 99, 47. 115, 20. 121, 46. 

44. dicke in der bedeutung „oft" (Mnd. Wörterbuch 1, 515a) 
ist in (lor niodoixlout sehen dichtung ziemlich selten, in einzelnen 
dcMikmJllorn, wio z. b. im Reinke, kommt es nicht vor. der magde- 
burgiM' Ai\^()]) liebt os sehr, ebenso Gerhai*d (5, 9. 16, 41. 17, 17. 
23. 41, 12. la, 28. 50, lo! 55,10. 50,43. 70,92. 71,35. 74,24. 
79, a5. 84, 2a. 88, 4. 89, 03. 92, 43. 95, 12. 97, 32. 98, 101. 
99,4. 11. 158. 102,45. 112,14. 59. 114,13. 116,0. 117,25. 
118, 20. 121, 119. 122, 00. 125, 14. 79). 

dat sühr spil auch 88, 30: illuüich alsodan spü 101, 72 und 
(/<vf schaden spil 28, 12. 

45, an der sührn schrift i^xlentiner ostei'spiel 489. 

40. Fast wörtlich oIkmiso 101,74: vd. auch 112, 58. 



4. 5. 209 

4. 

1. to richte laden noch 108, 5; Claus bur 580. 

2. Zu schulden vgl. Mnd. Wörterbuch 4, 146 a. 

4. Zwischen vor und vor als präposition habe ich nicht ge- 
schieden, da sich im einzelnen faUe eine sichere wähl oft nicht 
treffen Hess und die gebiete beider werte sich vielleicht anders ab- 
grenzten, als es die heutigen diale^tverhältnisse erschliessen lassen. 

8. bekant sin mit dem genetiv „bekennen, eingestehen" (Mnd. 
Wörterbuch 1, 207b); ähnlich bekant don „wissend machen" 55,49. 
98, 94. 

9. rechte iicht noch 43,11; der gegensatz unrechte ticht z. b. 
sächsische weltchronik 258, 23. 

14. vorwinnen im juristischen sinne „überführen" (Mnd. Wörter- 
buch 5, 506 b). 

19. winters tit noch 122, 11. 49. winter fehlt im Mnd. Wörter- 
buch; vgl. noch 9, 9. 15. 10, 18. 74, 2. 75, 1. 

Eine übertragene bedeutung von hlot, das Gerhard immer (noch 
96, 7. 121, 97. 109. 123, 15. 22) im eigentlichen sinne braucht, 
bespricht Lübben zu seinen mnd. gedichten 1, 258; vgl. auch Mnd. 
Wörterbuch 1, 363 b. 

22. ingewede (Mnd. Wörterbuch 2, 362b) auch magdeburger 
Aesop 4, 41. 

23. Ein valschir, bösir wicht Eberhard von Cersne, minne- 
regel 2144. 

24. künnen mit „sich auf etwas verstehen" wie mittelhoch- 
deutsch (Sommer zu Flore 6634); vgl. Mnd. Wörterbuch 2, 598a. 

25. de gode rechtverdige man Hölscher, geistliche lieder 2, 2, 4; 
got unde rechtverdich Reinke 3946. 

26. valsche tilgen noch 43,24. 28; Lübben, mnd. gedichte 5, 11. 

5. 

3. forme (noch 36, 7. 50, 3. 71, 7. 109, 32) fehlt im Mnd. 
Wörterbuch: Eberhard von Wampen 1, 386; Hölscher, geistliche 
lieder 34, 2, 4; vom holze 10; minners anklagen 252; radbuch 7, 21; 
reimbüchlein 679. 681. 1895; Stephan 2906; sündenfall 943. da- 
von abgeleitete verba, im Wörterbuch gleichfalls fehlend: formen 
Stephan 4364; formeren radbuch 4, 87. 5, 2. 

8. biten „essen", welche bedeutung im Mnd. Wörterbuch nicht 
belegt ist, noch 92, 22; magdeburger Aesop 10,65. 49,11. 86,66. 

9. girieh (noch 81, 22. 88, 19. 110, 10. 13) fehlt im Mnd. 
Wörterbuch. 

Leitzmann, Dio fabeln Gerhards von Minden . \ 4 



210 5. 6. 

12. pin (Mnd. Wörterbuch 3, 327b) ist bei Gerhard sehr be- 
liebt: 11, 32. 14, 28. 19, 26. 30, 4. 12. 31, 4. 13. 33, 16. 48, 16. 
37. 51, 4. 56, 24. 57, 22. 67, 52. 69, 14. 21. 74, 18. 75, 13. 
77, 52. 56. 79,4. 85,47. 87,10. 89,59. 120,21. 125,4. 10-, 
ausser 56, 24 stets im reim. 

6. 

2. Mer spreki dat und is ok alwar laiendoktrinal s. 32; men 
sprekt ok und is war s. 112. 

3. an ener jackt auch 22, 1; Krane 692. 736. 3654. 3659. 
daneben in ener jacht 47, 1 wie Demantin 3726. 

7. sunder fei (Mnd. Wörterbuch 5, 221b) liebt Eberhard von. 
Cersne, imiper im reim : minneregel 123. 177. 1078. 1118. 1121; 
lieder 13, 37. sonst finde ich es nur bei Lübben, mnd. gedichte 
5, 51 und im lübecker totentanz 45. 188. vgl. auch Bartsch, Über 
Karlmeinet s. 336; Jeroschin s. 253. 

9. 10. „Diesen teilungsgelüsten machte der löwe mit diesen 
werten ein ende." 

9. til ist niederdeutsch selten und ungebräuchlich; vgl. Mnd. 
Wörterbuch 4,521b. Eberhard von Cersne hat es minneregel 438. 
571. 771. 2323; sonst finde ich es: fai'bendeutimg 424; hamburger 
fi'auenlob 252; laiendoktiinal s. 158; reimbüchlein s. xxii. xxvi. 
704. 1001. 

11. sunder nit dieb von Brügge 214; Reinke 1601. ane nit 
Yalentin 1441. sunder niden Stephan 1040. 

Inhaltlich ist keine lücke bemerklich, doch ist der reim, wie 
er überliefert ist, für Gerhard unmöglich. 

14. kumpanie (56,2. 16. 37. 67, 14. 73,1. 77,3. 89,15. 45. 
104,3; vgl. Mnd. Wörterbuch 2, 595b) finde ich in derselben be- 
deutung noch: kaland 135. 431. 498. 644; laiendoktrinal s. 60; 
magdeburger Aesop 6, 47. 24, 28. 41, 3. 50. 47, 101. 69, 2. 67. 
81,5. 49. 67. 79. 90, 19. 53. 92, 77. 100, 117. 101, 206. 301; 
Stephan 4224. „gelage" bedeutet es lübecker totentanz 784. 

Lies dünket 

15. Zu na sik ten vgl. Mnd. Wörterbuch 4, 528a, 21. 

16. Wer daz bexxir hät^ da% wil ich sen Demantin 1828. 

17. gans (Mnd. Wörterbuch 2, IIa) hat Gerhard noch 10, 7. 
17. 27, 18. 46, 16. 65, 44. 70, 84. 73, 34. 76, 8. 82, 25. 85, 46. 
90, 45. 94, 40. 112, 8. 120, 16. 

21. sik kumpanien fehlt im Mnd. Wörterbuch. 



6. 7. 211 

22. „Um gunst hoher herren werben bringt keinen nutzen." 
wie (Mnd. Wörterbuch 5, 532 a) ist zunächst wie 7, 11. 94, 16 „frei- 
werbung"; den übertragenen gebrauch kann ich sonst nicht nach' 
weisen, an dat vrie högeste (Mnd. Wörterbuch 5, 530b) wird man 
dem Zusammenhang der stelle nack schwerlich denken können. 



7. 

I. vor sik nemen hat Gerhard noch 36, 12. 43, 8. 75, 8. 84, 5. 
99, 122. sonst finde ich es: Barbara 168; Dorothea 263; fast- 
nachtsspiele 5, 189; lübecker toten tanz 595. 1404; magdeburger 
Margarete 508. 

3. to siner ere wie 70, 2. 

4. „Eine frau, die Urheberin sein sollte." neben den gewöhn- 
lichen bedeutungen „Sache" (55,69. 76,43. 90,40), „rechtshandel" 
(4, 6. 14. 16) und „grund" (10, 22. 36, 3. 65, 61. 96,4. 9. 98,88) 
braucht Gerhard sake auch persönlich im sinne, von „Urheber" hier 
und 57, 12. vgl. dazu noch laiendoktrinal s. 47; Marien rosenkranz 
263; Zeno 948. 1311. 1358. eigenartig ist der gebrauch von de 
sake ohne zugefügtes were holsteinische reimchronik 41. 

6. kraft fehlt im Mnd. Wörterbuch. Gerhard hat es noch: 
15. 20, 16. 33, 15. 34, 16. 39,12. 18. 46,12. 48,8. 54,32 (hier 
habe ich das handschriftliche kracht verändert, da das wort stets 
auf -ft reimt). 71, 36. 73, 61. 78, 36. 115, 27. 202. 

7. kreatur fehlt, obwohl es in der mittelniederdeutschen dich- 
tung sehr häufig begegnet (z. b. laiendoktrinal s. 3. 43. 206; magde- 
burger Aesop prolog 13. 13,29. 28, 69. 40, 52. 59,12. 79,16.27; 
Reinke 801; sündenfall 85. 87. 132. 135. 140. 157. 254. 317. 
480. 545. 640. 1404. 1706. 1762. 1777. 3025), im Mnd. Wörterbuch. 

II. Lies möchten und in den lesarten mochten. 

18. Lies deiget und in den lesarten deligeL 

Weitere belege für deigen (Mnd. Wörterbuch 1, 501a) sind 
Lübben, mnd; gedichte 6,42; Stockholmer Theophilus 751. 963 
helmstädter Theophilus 502. das kompositum vordelgen (53, 44 
vgl. Mnd. Wörterbuch 5, 331b) begegnet noch bücher der könige 
s. 92; Stephan 1212; helmstädter Theophilus 695; Yeghe 95, 17. 
der magdeburger Aesop kennt das wort nicht. 

19. planete fehlt im Mnd. Wörterbuch, ich finde es noch: Eber- 
hard von Wampen prolog 35. 37. 72. 1, 111. 2, 34. 39; fast- 
nachtsspiele 5, 328. 330. 

20. alsunder gaden Marien rosenkranz 271. 

21. mesterbok fehlt im Mnd. Wörterbuch. 

14* 



212 7. 8. 

les ist wolil nicht „gesetz" wie sündenfall 25 (Mnd. wörter- 
blich 2, 670b), sondern entspricht mhd. lecxe (Lexer 1, 1852), in 
allgemeinerer bedeutiing „text, schrift''. Lübbens etymologische an- 
knüpfung an lesen (Mnd. handwörterbuch s. 203 b) scheint mir falsch. 

22. Weitere zitate des Aristoteles: Cato 2a, 25; Eberhard von 
Cersne, minneregel 552; Eberhard von Wampen 1, 97 und nd. 
Jahrbuch 11,123; laiendoktrinal s. 40. 66. 106. 150. 170. 172. 
178. 202; lübecker totentanz 8. 

23. 24. En here is ok beter denne twe magdeburger Aesop 7,35. 

8. 

Dieselbe fabel Anrd Keinke 5213 erzählt, die behauptung 
Prions (ausgäbe s. 246), dass Romulus, von dessen verschiedenen 
redaktionen er keine näher bezeichnet, die queUe der im Reinke 
mitgeteilten fabehi sei, ist, wenn es sich um die unmittelbare quelle 
handeln soll, durcliaus unbe^iviesen. auch der von ihm für möglich 
gehaltene einfluss des niederländischen Esopet bedürfte erst ge- 
nauerer begründung. 

3. sinken (Mnd. Wörterbuch 4, 251b) begegnet ferner: köker 
s. 329; Lauremberg 1,248. 4,111; Lübben, mnd. gedichte 16, 19; 
magdeburger Aesop 49,15. 101,86; magdeburger Margarete 548; 
redentiner osterspiel 1982; sündenfall 1312. 

5. grot „fi*eundschaftliche behandlung" wie gröte 29, 13 „fround- 
schaftliche werte". 

1^ Mannigem Jiehhe ik geholpen mit miner kunst lübecker toten- 
tanz 739. 

ku7ist ist bei Gerhard sehr beliebt: 20,24. 34,3. 11. 14. 15. 
38, 12. 13. 61, 6. 76, 25. 34. 38. 89, 30. 37. 43. 60. 63. 64. 
98,25. 99, 67. 79. 82. 86. 90. 106. 156. 101,44. 52. 112,44. 
113, 62. 121, 27. 63. 102. 124, 17. 

12. sunder we (noch 94, 20) freuden Marias 190. 202; Hölscher, 
geisthche lieder 2, 6, 6; londoner Marienklage B 29; Stephan 452. 
5369. ane we Braudan 61; Marien rosenkranz 36; radbuch 8,23; 
Stephan 2558. 

13. spreken mit Ü7n konstruiert (noch 53, 12. 55, 7) ist sonst 
nicht belegt. 

14. dünken mit dem Infinitiv steht noch 15. 70, 76. 78, 68. 
120, 29; vgl. Mnd. Wörterbuch 1, 597b und Nissen § 119. 

17. ungeseret (11, 27) fehlt im Mnd. Wörterbuch. 
22. Zur konstruktion (noch 64, 18) vgl. Nissen § 103. 
26. Von dieser bequem reimenden und deshalb beliebten phrase 
hat Gerhard folgende formen: des wes (si) bericht 27, 9. 31, 16 



8. 9. 213 

(sonst z. b. Facetus 102,2. 119,4; Mos 861. 1167; Segler 36.46; 
Stephan 5747; sündenfall 1081. 1492; Stockholmer Theophilus 880; 
Valentin 2572); des sit hericht 65, 70 (sonst z. b. dieb von Brügge 
172. 442; Flos 60. 129. 279. 593. 640. 1427; fuchs und hahn 
184; Krane 4037; laiendoktrinal s. 42. 46. 57. 104. 108. 137. 
186. 190. 199; lübecker totentanz 108.1517; magdebiirger Aesop 
29,111; radbuch 5,139. 8,71; Eeinke 85. 627. 1005. 2089. 
3757. 5330; segler 102; Stephan 4132. 5483; Stockholmer Theo- 
philus 638; hehnstädter Theophilus 393. 616. 630; trinker 67. 
101. 244; Valentin 192. 208. 313. 318); des wes van mi berieht 
71, 32. 82, 25 (sonst z. b. Daniel von Soest, gemeine bicht 3628; 
redentiner osterspiel 1384; sündenfall 1304. 1342). 

9. 

I. Über teve (35) vgl. Mnd. Wörterbuch 4, 537a; Grimm, Ge- 
schichte der deutschen spräche s. 38; Grimms Wörterbuch 11,230; 
Woeste s. 271a; Schambach s. 229b; EchterHng s. 488; Die deut- 
schen mundarten 2, 134. 5, 298; Schiller, Zum tier- und kräuter- 
buche 3, 3. 

5. Über telen (21, 13. 71, 6) vgl. Mnd. Wörterbuch 4, 522a; 
Ettmüller zu Theophilus 654; Eegel Zeitschrift für deutsches alter- 
tum 3, 92. ich finde es noch: Barbarahymnus 77; Daniel von 
Soest s. 398; Facetus 134, 4; holsteinische reimchronik 158. 166. 
267; kieler Marienlied 1,8; köker s. 365; lübecker totentanz 1619; 
Eeinke s. 42 Lübben; Statwech 87. 91. 95. 107. 844; simdenfall 
3497; Yeghe 81,24. 300,31. 32; Waldis, verlorener söhn 290; 
Wiggert, scherflein 1,51. auch die heutigen dialekte kennen es: vgl. 
Versuch 5, 50 ; Greverus s. 349 ; Jellinghaus s. 152 ; Echterling s. 488. 

6. were „besitz" (Mnd. Wörterbuch 5,678b) wie 99,17; „be- 
sitztitel" bedeutet es 98, 21. 

9. Dieser wie ein hauptsatz aussehender nebensatz ist auffällig 
wie das darin gebrauchte praesens ; vielleicht ist do ü was zu lesen. 

II. hiLcht (Mnd. Wörterbuch 6,88 b) braucht Gerhard hier von 
der himdehütte, 29, 34 vom versteck eines wolfes, 32, 15 vom 
ochsenstall, 44,17 vom saustall, also überall im sinne einer engen 
behausung. diese grundbedeutung hat sich in den heutigen mund- 
arten mannigfach spezialisiert: vgl. Versuch 1, 108; Echterling s. 55; 
Hoffmann s. 19; Grimms Wörterbuch 2,483. 

13. sik vorheven (Mnd. Wörterbuch 5, 366b) auch 27, 24. 45, 11 ; 
Barbara 501; laiendoktrinal s. 16; lübecker totentanz 764. 1625; 
magdeburger Margarete 375; Eeinke s. 108 Lübben; sündenfall 414. 



2U 9. 10. 

14. dorch got „um gottes wiUen" 98, 104. 102, 8. 105, 36. 
125, 35; Facetus 123, 1; kaland 866; magdeburger Aesop 39, 11; 
reimbüchlein 3182; trierer Theophilus 288; Waldis, verlorener 
söhn 887. 

Wes nicht quat Waldis, verlorener söhn 1410; vgl. Mnd. Wörter- 
buch 3, 397 b. 

15. winters not noch 75, 1; Reinke 169. wintemot magde- 
burger Aesop 62, 2. 

16. dot sterven (97, 15) noch Anseimus 1098. 1122. 1202. 
1231; Dorothea 234; lübecker totentanz 18; Stephan 3848; sünden- 
faU 1132; Valentin 1756. 

21. vnntertit (Mnd. Wörterbuch 5,735 a) noch 113,1; köker 
s. 336: magdeburger Aesop 47,1; osterlied 31. 

22. Der lustigen somertit fastnachtsspiele 2,164. 

23. vorrede „frühere Verabredung"; vgl. Mnd. wörterbuchi 5, 
422b und Lübben zu Zeno 994. 

27. Unde sprek an disser wise redentiner osterspiel 344; vgL 
auch 61, 4. 

28. lise, sonst in der niederdeutschen dichtung sehr selten 
(vgl. Mnd. Wörterbuch 2,702a), ist bei Q-erhard beliebt: er hat es 
noch 29, 33. 62, 21. 77, 44. 122, 5. ich finde es nur noch ham- 
burger frauenlob 219. 221; Steplian 1361. der magdeburger Aesop 
kennt es nicht. 

30. bosheit (noch 20, 13. 23, 9. 63, 20. 116, 15) fehlt im Mnd. 
Wörterbuch. 

33. „Durch erlogene demut". 

simpeUieit (Mnd. Avörterbuch 4, 208a) steht femer Claus bur 445; 
Daniel von Soest, gemeine bicht 3436; Reinke 515. 2799. 

10. 

1. sik vorandern geht hier Avie bei Eberhard von Cersne, minne- 
regel 1964 auf den Wohnungswechsel, eine auch neuhochdeutsch 
dialektisch vorkommende bedeutung, die im Mnd. Wörterbuch 5, 308 a 
nicht erwähnt ist. in andrem sinne steht es vitulus 798. 

2. wandern komen auch sündenfall 2502. 

6. und der genöch Demantin 2060. 4542; Krane 793. 2583; 
dieb von Brügge 352. 

14. pris und prise^i, sonst in der niederdeutschen dichtung 
verhältnismässig selten, sind bei Gerhard beliebt: pris 18, 19. 46, 6- 
49,5. 61,3. 69,18. 72,26. 85,15. 99,115. 103,53.61. 112,12; 



10. 215 

prisen 50, 19. 61, 20. 64, 5. 79, 13. 85, 19. 35. 93, 10. 14. 104, 
21. 121, 96. 

19. dorpmtts (nocli 34) fehlt im Mnd. Wörterbuch. 

24. En man sal jümmer wesen vro kranichshals 118. 

31. sik heven (18, 21. 46, 21. 69, 27. 79, 21. 112, 53) fehlt 
im Mnd. Wörterbuch, es steht noch Eschenburg, denkmäler s. 271; 
kranichshals 51. 

32. Für bitter in dieser übertragenen bedeutung kenne ich 
keinen beleg weiter, nicht ganz so hart ist die übeiiragung bei 
scharpe wege Yeghe 157,39. 

33. klus (Mnd. Wörterbuch 2, 494a) bedeutet bei Q-erhard „ein- 
sam stehendes haus" (hier), „einsiedelei" (98, 79. 101, 25) und 
„verschlossener ort" (105,34). es steht femer: lübecker totentanz 
1535; magdeburger Margarete 175. 326. 566; redentiner osterspiel 
714. der magdeburger Aesop kennt es nicht. 

35. schüre (Mnd. Wörterbuch 4, 153 b) steht noch 43. 47. 26, 9. 
55, 23. 115, 96. 122, 14. 

mit hast (65,47) Cato Id, 29; vom holze 716; köker s. 304; 
laiendoktrinal s. 70; Lübben, mnd. gedichte 1, 470; magdeburger 
Aesop 13, 18. 29,47. 76. 41,38. 53,67; reimbüchlein 1909; Ste- 
phan 4830. 4853. 5276. häufiger ist mit der hast: Lauremberg 
2,110; lübecker totentanz 1413; reimbüchlein 2970; Reinke 635. 
646. 696. 794. 1040. 1072. 1154. 1177. 1479. 2627. 2876. 6347; 
Stephan 5828; Valentin 250. 541. 637. 2477. vereinzelt findet 
sich in der hast: hahnreierei 1237; Lübben, mnd. gedichte 11,10. 

37. spiker (Mnd. Wörterbuch 4,324a) steht femer Daniel von 
Soest, dialogon 1214; Eeinke 1456. 1459. 1498. 

39. Iwge mot auch 79,3. 115, 104; vgl. hoge van 7not Reinke 
2142. 

42. sik geven (noch 49,43. 70,16), fast immer mit der prae- 
position to (Mnd. Wörterbuch 2,93a), findet sich noch Mos 978. 
982; holsteinische reimchronik 366; Marina 28; Valentin 1133; 
Waldis, verlorener söhn 1516. 

44. gral hat Gerhard noch 18, 21. 68, 20. 70, 8. ausser an 
den im Mnd. Wörterbuch 2, 138a angeführten stellen steht es noch: 
Eberhard von Cersne, lieder 10, 4. 14, 16; farbendeutung 365; köker 
s. 313; Lübben, mnd. gedichte 6,24. 31; Marien rosenkranz 349. 
Zusammenhang des wertes mit der sage vom heiligen gral, wie er 
bisher vielfach angenommen wurde und noch neuerdings wieder von 
Hertz (Wolframs Parzival s. 464) behauptet wird, scheint mir für 
die mehrzahl der vorkommenden fäUe gänzlich abzuweisen, einzig 



216 10. 

die im Wörterbuch aasgehobene stelle der magdebnrger schöppen- 
Chronik und die aus der farbendeutung, vielleicht auch die aus dem 
köker, l^en eine mit den gepflogenheiten der gialiitterschaft all^i- 
faÜB zu vereinigende bedeutung des wortes nahe, die im wörter- 
buche vorgenommene Scheidung von gral und grdl ist, wie schon 
Walther Nd. Jahrbuch 1, 99 gesehen hat, unstatthaft: wohl aber 
werden wir jene auf die niederdeutschen graltumiere sich beziehen- 
den stellen von der grösseren masse der andern belege abtrennen 
müssen, bei diesen genügt überall die bedeutung „larm^% die dann 
nach den beiden richtungen „freudenlärm, festlichkeit" und „kriegs- 
lärm" auseinandergeht, um sich noch weiter zu spezialisieren. vgL 
auch Versuch 2,532. ich glaube, dass das wort von Noreen (Ab- 
riss der lu-genn, lautlehre s. 221) richtig zu mhd. grellen, ags. 
yüüan gestellt ist 

45. walvar (Mnd. Wörterbuch 5, 765b) steht noch 28,46; Y^he 
53, 13. 

50. Lies alle. 

m 

grote var (48, 5) ist im mittelniederdeutschen formelhaft: dieb 
von Brügge 402; engelsunterweisung 16; holsteinische reimchronik 
562; nd. Jahrbuch 17, 76; radbuch 11, 1; Beinke 1070. 1439. 3686. 
4644; Stephan 734. 3998. 4570.4702; Stricker 10. 1822. 2010. 
2416. 2867. 3086. 3508. 4280. 4497. 5318. 5500; Valentin 1207. 
1388. 1515. 1885. 1914; Stockholmer vogelsprache 12, 3. weitere 
beispiele im Mnd. Wörterbuch 5, 200a, 14. 

53. Für diese alliterierende Verbindung kenne ich weder nieder- 
deutsche noch mittelhochdeutsche beispiele. 

55. lopende komen auch Anseimus 238; bücher der könige 
s. 8; Stephan 3777. 

57. grim fehlt im Mnd. Wörterbuch. Gerhard hat es noch 23, 3. 
53, 39. 77, 31. 99, 31. 125, 45. 

stumen ist im Mnd. Wörterbuch 6,275a nur durch diese stelle 
und 21,11 belegt. 

58. „So lange bis er reine bahn gemacht hatte." das absolute 
rumen, bei dem der objektsakkusativ als selbstverständlich fort^ 
gelassen ist, ist im Mnd. Wörterbuch nicht belegt. 

67. harde leven Lübben, mnd. gedichte 1,35; Waldis, ver- 
lorener solm 1534. 1960. 

68. ade felüt im Mnd. Wörterbuch: Daniel von Soest, gemeine 
bicht 3080. 3084. 

72. voi'derven dort „umkommen lassen" auch magdeburger Aesop 
7, 24. 



11. 217 

11- 

3. tucht „jugendlicher anwuchs" (Mnd. Wörterbuch 4, 625b) 
noch 45,4. als „an ständigkeit, lebensart" braucht es der dichter 
11,8. 40,2. 44,9. 18. 58,26. 79,21. 113,13. besondere beach- 
tung verdienen die stellen 21, 15 und 29,33, wo die sinnliche be- 
deutung von ien noch durchscheint, vgl. auch Seelnrann zu Va- 
lentin 111. 

4. wel „Übermut" (Mnd. Wörterbuch 5, 660b) hat Gerhard noch 
114,18, das verbum weUn „guter dinge sein" (ebenda 5,662b) 
21,14. wel steht femer: Claus bur 73. 470. 8C9; lübecker toten- 
tanz 261; Stephan 4537. die häufigste ableitung dieses Stammes 
ist das adjektiv welich: ausser den im Wörterbuch 5, 663a zitierten 
stellen findet es sich bauemkomödien s. 237; fastnachtsspiele 6, 36; 
hahnreierei 202. 203; Lauremberg 1,205. 3,464; scriba 66. 262. 
478; vitulus 222. noch in den heutigen dialekten ist der stamm 
vorhanden: vgl. Versuch 5,223; Eichey s. 45; Jellinghaus s. 155; 
Hoffmann s. 2; Woeste s. 319 a. 

5. Nach der handschriftlichen Überlieferung in 45, 6. 53, 10. 
69, 1 habe ich überall enwar werden durchgeführt: ausser imsrer 
steUe noch 15, 3. 18, 26. 28, 28. 47, 30. 50, 11. 58, 19. 67, 5. 
26. 70, 45. 72, 14. 77, 91. 81, 3. 83, 20. 94, 49. 98, 5. 112, 27. 
115, 109. 

8. Oven „ausüben" (Mnd. Wörterbuch 3,249a) steht noch sün- 
denfall 1704; Valentin 877. 2485. 2488. 2551. eine andre be- 
deutung des wertes ist zu 14, 18 besprochen. 

9. Lies vösse und in den lesarten vosse. 

15. vorthringen „erreichen" (Mnd. Wörterbuch 5,471b) steht 
noch 108,29; Daniel von Soest, gemeine bicht 616. dialogon 14; 
fuchs und hahn 14; gandersheimer reimchronik 110; Eeinke 332. 
1804. 3489; sündenfall 1189. 

18. Stammt aus diesem zuge der fabel die wendimg Men sotde 
ju dat nest rösten redentiner osterspiel 827? 

21. michel (37,5. 53,22. 89,56) ist hochdeutsches lehnwort 
und erscheint daher stets mit ch; vgl. Mnd. Wörterbuch 3, 85 b. 
das wort ist überhaupt in der niederdeutschen dichtung selten. 
Reinke und der magdeburger Aesop kennen es nicht. 

en michel del noch 53,22; Demantin 141. 3643. 8767. 11226; 
Krane 3166. 

24. Vgl. bi minen eden 102,16 und Ettmüller zu Theophilus 
63. dieselbe fonnel begegnet: Daniel von Soest, gemeine bicht 3370; 
Eberhard von Cersne, minneregel 960. 1948. 2390. 3582; Eschen- 



218 11. 12. 

burg, denkmäler s. 273; Flos 1234. 1441; Reinke 2503. 2505. 
5545. 6399; Stephan 4541; sündenfall 2712. daneben mit glei- 
chem sinne up minen et: Eberhard von Cersne, minneregel 2363. 
3252. 4054; Eschenburg, denkmäler s. 234; Flos 318. 1114. 1161. 
1264; fuchs und hahn 22; minners anklagen 242. 831; reimbüchlein 
3434; Reinke 3661; Stephan 785. 3060. 4560; sündenfaU 1641'; 
helmstädter Theophilus 61; trinker 212. 

29 — 32. „Unter dem adler sollst du den übermütigen reichen 
verstehen, den sein übennut nicht reut, imter jenem bedrängenden 
feuer die höllenstrafen." in en nouwe steckt vielleicht irgend ein 
fehler. 

32. hdlepin fehlt im Mnd. Wörterbuch: Daniel von Soest, ge- 
meine bicht 3410. 

13. 

1. hungere not noch 74, 1. 8. 19. 102, 12; Reinke 4648. 4692; 
Stephan 2096. 2512. 4040. 4681; Valentin 516. vgl. auch dordi 
hunger 55,19. 65,36. 86,1. hunger fehlt im Mnd. Wörterbuch. 

4. kch „niedrig, schlecht" (Mnd. Wörterbuch 2,641b) steht 
noch bauemkomödien s. 211; Daniel von Soest s. 396; hahnreierei 
30. auch der heutige dialekt kennt das wort noch: vgl. Versuch 
3,35; Richey s. 21; Grreverus s. 347; Jellinghaus s. 136; Echiter- 
ling s. 3ö2; Woeste s. 158b; Schambach s. 120b; Die deutschen 
mundarten 5,154; Wrede Anzeiger für deutsches altertum 21,166. 

7. Über dravel als Schimpfwort (noch 28,9. 115, 11) vgl. Mnd. 
Wörterbuch 1,570 b und HofFmann zu 4,11; doch scheint mir die 
Verbindung mit drelle nicht über allen zweifei erhaben zu sein, darf 
man an westfälisch drewel „frech" (Woeste s. 57b) denken? Gre- 
venis s. 349 führt drawweln „albern reden" auf; vgl. Versuch 1, 241. 

8. Für die aufsparung des Possessivpronomens auf das zweite 
glied hat Haupt zu Erec ^ 8239 mittelhochdeutsche beispiele zu- 
sammengestellt. Gerhard liebt sie: vgl. noch 28,20. 66,62. sonst 
weiss icli aus niederdeutschen dichtem ausser magdeburger Aesop 
27,47. 28,2 keinen beleg. 

18. vörste fehlt im Mnd. Wörterbuch. Gerhard hat es noch 
IG, 9. 49,11. 70,4.56. 72,27. 73,30. 93,49. 115,87.103. 150. 
211. 121, 1. 107. 122, 23. 

22. hungerich bliven auch 24, 8. 

24. snedickeit „list" (Mud. Wörterbuch 4, 272b) wird im glossar 
zu den Chroniken s. 693b fälsclüich als „Schlechtigkeit" erklärt. 

26. we dat auch magdeburger Aesop 26, 50. 



13 219 

13. 

2. na siner ari noch 24, 6. 49, 29. 90, 37. 48. 96, 20; na erer 
art 53,35; na miner art 113,15; na user art 63,14. vgl. ferner 
kranichshals 130; laiendoktrinal s. 53. 177; magdeburger Aesop 
65,105. 83,34; Eeinke 1168; Stephan 2379. 

6. schrach {erschrach 15,13) von schrien ist wohl analogische 
neubildung zu sach schaeh, hervorgerufen durch den gleichklang von 
3chr€gen und segen schegen. Wörterbücher und grammatiken ver- 
zeichnen die form nicht. 

7. stoten im sinne von „stürzen, eilen" ist im Mnd. Wörter- 
buch nicht belegt; doch vgl. Lexer 2,1219. 

9. Diese dem mhd. wizze Krist entsprechende beteuerungsformel 
steht in der niederdeutschen dichtung ganz vereinzelt. 

10. stolt ist bei G-erhard beliebt: es steht noch 28,4. 16. 39. 
30, 14. 36, 7. 68, 1. 5. 17. 70, 19. 73, 41. 79, 15. 87, 7. 89, 40. 
93, 13. 101, 59. 112, 20. 122, 21. 

13. Über den gebrauch von klar vgl. im allgemeinen Stein- 
meyer, Über einige epitheta der mhd. poesie s. 7. als epitheton 
der äugen liebt es besonders Berthold von Holle: Demantin 442. 
1851. 2100. 2669. 4320. 4647. 4784. 5886.. 6166. 8009. 8016. 
11285. 11727; Krane 1339.* 3371. 4438. 4739. 4743; Darifant 
236. vgl. ferner Kölscher, geistliche lieder 34, 4, 1. 49, 4, 3; 
minners anklagen 167. 218; Stephan 3370; verlorener söhn 850. 
der magdeburger Aesop kennt es nicht. 

14. Se lüchtet wo de morgensterne ist wohl auch in Hölschers 
geistlichen liedern 10, 6, 1 zu bessern. 

morgensterne in eigentlicher bedeutung fehlt im Mnd. Wörter- 
buch: Hölscher, geistliche lieder 49, 1, 1; kieler Marienlied 1, 1; 
kieler tageweise 5, 13; köker s. 346; Lübben, mnd. gedichte 3, 73; 
magdeburger Aesop 92,15; Marien rosenkranz 107; minners an- 
klagen 368; redentiner osterspiel 756. 

16. övertreden „übertreffen" (Mnd. Wörterbuch 3,282a) noch 
Eberhard von Cersne, minneregel 357. 2488. 

17. „Über dies lob wurde er so übermütig"; diese bedeutung 
von her, die auch ich sonst nicht nachweisen kann, fehlt im Mnd. 
Wörterbuch. 

21. enislipen fehlt im Mnd. Wörterbuch. 

22. De gelik den vossen ut oren holen quemen geshken ganders- 
heimer reimchronik 1016; se sleken gelik den vossen to hole 1263. 

23. lichtverdich ßlnd. Wörterbuch 2, 686a) noch Daniel von 
Soest, gemeine bicht 354. 1432; dialogon 446. 556. 

24. valsche /o/* auch 103,60. 112,59. 



220 14; 

14. 

1. an sin older komen magdeburger Aesop 27,25; tarn older 
komen leberreime 69,10. 

3. sik vormannen (Mnd. Wörterbuch 5,403b) noch 43, 16. 53, 
38; Zeno 260. 

4. vanden (noch 29, 10. 32, 21. 40, 3. 121, 50; vgL Mnd. 
Wörterbuch 5, 197a) auch magdeburger Aesop 68, 7. vgl. Hoefer 
Germania 15, 416. 

9. honspraken (Mnd. Wörterbuch 2, 296 b) auch Daniel von Soest, 
dialogon 414; Wiggert, scherflein 1,43. 

12. Volk (Mnd. Wörterbuch 5,303a) hat Gerhard noch 18,55. 
35,3. 15. 70,73. 83,27. 28. 115,67. 

13. hunteren (Mnd. Wörterbuch 2, 195b) steht femer: Hölscher, 
geistliche lieder 24, 1, 1; laiendoktrinal s. 38. 62. 112. 113. 147. 
162. 178; Marien rosenkranz 334; radbuch 7, 70; Stephan 26. 
515. 1945. 2960. 2986. 4606. 

14. ichteswanner (Mnd. Wörterbuch 2, 348a) noch 19, 27. ichtes- 
wanne magdeburger Aesop 13,49. 36,1. 68,1. 14. 93,89. 98,30. 
101, 27. 

15. junk unde vrot Valentin 1319. 

vrot (Mnd. Wörterbuch 5,539 b) kommt im magdeburger Aesop 
nicht vor. 

17. höveden wie mhd. houbeien „anhangen" (Mnd. Wörterbuch 
2,312b) steht noch Yeghe 415,20. 

18. cwen „quälen, necken, vexieren" (97, 48; vgl Mnd. Wörter- 
buch 3,249b) steht ferner: bauernkomödien s. 112; Eberhard von 
Cersne, lieder 1,27; fastnachtsspiele 2,49; lübecker totentanz 994; 
nd. Jahrbuch 3, 61; reimbüchlein 2167; scriba 178. 448; Stricker 
1321. 1366; Sündenfall 704. der magdeburger Aesop kennt es 
nicht, für den modernen dialektischen gebrauch des Wortes zitiere 
ich: Jellinghaus s. 140; HofFmann s. 13. 25. 45; Greverus s. 349; 
Echterling s. 360; Schambach s. 147a; Die deutschen mundarten 
2, 208. 210. 

20. sines weges varen Zeno 821. 

24. Zu quit vgl. Ettmüller zu upstandinge 12. Gerhard bildet 
damit folgende Wendungen: quit maken 29,27; quit werden 28,18. 
43, 10. 51, 8. 18. 78, 54. 98, 68. 101, 46. 54 (vgl. Mnd. Wörter- 
buch 3, 407 a); quit wesen 30, 6. 122, 12. 

25. „Vorausgesetzt ich litte es nur von jenen." Nissen hat 
diesen gebrauch von dat (vgl. z. b. magdeburger Aesop 11, 56) in 



14 15. 221 

seiner syntax nicht behandelt, am nächsten stehen die von ihm 
s. 134 besprochenen konditionalsätze mit isset dat, weret dat. 

27. „Als ich in der zeit meines auf Schwungs war." ein paar 
prosabeispiele für diese phrase im Mnd. Wörterbuch 5, 277a. Stephan 
braucht das wort vom gange der Schachfiguren (Schlüters Wörter- 
buch s. 104). 

29. anhacken fehlt im Mnd. Wörterbuch, ich finde es noch 
"Valentin 1330. in der anmerkung zu dieser stelle giebt Seelmann 
dem Worte inchoative bedeutung „loszuhauen beginnen": es nötigt 
nichts die zunächstliegende bedeutung „draufloshauen" durch eine 
andre zu ersetzen. 

33. Ein prosabeispiel für diese Wendung giebt das Mnd. Wörter- 
buch 5, 771b. äJinlich: de wörpel lieft nu anders gelopen Daniel 
von Soest, gemeine bicht 833. 

34. „So gehen freund und fremder um ihn herimi, lassen ihn 
links liegen." vgl. Mnd. Wörterbuch 5, 5b. 

15. 

Dieselbe fabel wird Eeinke 5101 erzählt. 

1. HofFmanns deutung von xohhe (s. 83) genügt nicht, meine 
herstellimg beruht auf dem heute im lippischen üblichen sibh „ stuben- 
hund", das Greverus s. 344 und Echterling s. 483 verzeichnen. 
vgl. femer Versuch 4, 780. 793j Schiller, Zum tier- und kräuter- 
buche 3, 3. 

4. to euer tit noch 53, 35. 61, 9. 62,5. 64,3. 66,1. 97. 70, 
31. 77, 11. 92, 6. 99, 15; magdeburger Aesop 28,9. 36, 5. 67,2; 
Stephan 113. 215. 420. 853. 3939. 4730. 

10. denst beden (18. 47,45. 74, 16. 82, 6) noch Demantin 3248. 
8343; Flos 1089; holsteinische reimchronik 624. auszug 225; 
Reinke 6796. 

14. bolde „schnell" (Mnd. Wörterbuch 1, 377b) ist in der nieder- 
deutschen dichtung verhältnismässig selten. Gerhard liebt das wort 
sehr: 16,26. 35. 29,38. 32,24. 45,11. 50,14. 53,15.26. 54,7. 
58,16. 66,60. 67,8. 77,41. 90,35. 94,49. 97,11. 98,27. 73. 
87. 99,142. 104,32. 105,24. 109,3. 112,24.39. 113,37. 60. 
115, 161. 121, 20. 81. 125, 7; ebenso der magdeburger Aesop. 
andre wie der Eeinke kennen es gar nicht. 

17. mortlik bei „schlagen" auch bordesholmer Marienklage 60. 

siege slagen (vgl. 31, 2) auch Demantin 2611. 4541. 8546; 
proverbia communia 353; Eeinke 1190. 1596; Valentin 478. 917. 
1455. 1633. 2116. 



222 15. 16. 

19. behechlik (Mnd Wörterbuch 1,192 b) noch Claus bur 334; 
Facetus 13, 3. 

21. 22. „Dass niemand sich an das mache, was seinem stände 
nicht zukommt'' to na sian ist in dieser bedeutimg selten: ich 
finde es nur noch Yeghe 54, 26. häufiger ist to na gan (fast- 
nachtsspiele 2, 146; magdeburger Aesop 52, 50) und to na sin 
(Beinke 1749. 3414. 5708); vgl Mnd. Wörterbuch 3, 144b. to tia 
don braucht Stricker 4584. 

16. 

3. alümme lank Marien rosenkranz 94. 

10. van unschicht Reinke 5655. 5736; vgL Mnd. Wörterbuch 
5, 52a. 

11. dult hebben „ruhig hinnehmen, ruhig sein" ist bei Grerhard 
sehi' beliebt: 35, 11. 54, 46. 61,16. 117,12. 125,35. sonst findet 
es sich: Eberhard von Cersne, minneregel 1529. 1547. lieder 11, 24; 
Daniel von Soest, gemeine bicht 454. 2446; Facetus 31, 8; fast- 
nachtsspiele 5, 270. 300; Lübben, mitteilungen s. 8; magdeburger 
Aesop 16, 65. 53, 22. 77, 14. 101, 287; Marina 166. 237. 261; 
nd. Jahrbuch 2,25; Reinke 4011; Stephan 2244; sündenfall 3418. 

17. an (in) harter tit noch 24, 9. 35, 23. 98, 61; Facetus 
105,3; Flos 287; Hölscher, geistliche lieder 46, 8, 3; holsteinische 
reimchronik 115. auszug 27; laiendoktrinal s. 8. 196; lübecker 
totentanz 251; radbuch 4,61; reimbüchlein 2912; Reinke 1907. 
2417. 3440. 5065. 5088; steinbuch U6; Valentin 616. in karten 
tiden dieb von Brügge 651; Flos 87; lübecker totentanz 1656; 
nd. Jahrbuch 3, 62; reimbüchlein 2019; Reinke 4920; bi karten 
tiden Zeno 49. 

18. kule (Mnd. Wörterbuch 2, 592a) noch 29, 49. 35, 1. 4. 41. 
47, 23. 29. 94, 36. 41. 121, 120; Reinke 1523. der magdeburger 
Aesop kennt das wort nicht. 

21. entwalden „der gewalt berauben" fehlt im Mnd. Wörterbuch. 

22. denken up (Mnd. Wörterbuch 1, 504a) noch 38,7. 66,21. 
75. 94, 64; lübecker totentanz 508. 695. 974. 980; Reinke 1946. 
2227. 2231. 3439. 4329. 4993: Stricker 676. 1678. 2684. 3286; 
Stockholmer Theophüus 130; Waldis, verlorener söhn 1910. 

30. Sterke, das im Mnd. Wörterbuch fehlt, ist bei G-erhard 
äusserst behebt: 18, 9. 35, 19. 38, 12. 14. 54, 34. 68, 18. 71, 7. 
73, 8. 10. 17. 28. 61. 78, 5. 32. 46. 115, 39. 210. 124, 9. sonst 
ist es sehr selten. 

33. Ich verstehe: „an die erde, wo die klaue sie zu erreichen 
vermag." ob aber alles in Ordnung ist? 



16. 17. 18. 223 

34. vorhegen (Mnd. Wörterbuch 5, 363 a) noch redentiner oster- 
spiel 1912; verlorener söhn 809. 909. 

mit sinne Brandan 900; Daniel von Soest, gemeine bicht 665; 
laiendoktrinal s. 18. 

37. dru (Mnd. Wörterbuch 1, 587a) noch 26, 17. 34, 12. 43, 
23. 82, 4; Eberhard von Cersne, minneregel 1905. 3324. 

42. En arm man und en unmechtich magdeburger Aesop 6, 45. 

17. 

3. Derselbe vers Eeinke 1560. die gleiche phrase begegnet 
noch 37,12; Demantin 904; holsteinische reimchronik 46 ; Reinke570. 
7. rades vunt auch 121,8. 

11. siam (84, 17) fehlt im Mnd. Wörterbuch. 

12. rat nemen noch 46, 1. 93, 1. 121, 10. 

14. io hits und ok to kerken Claus bur 825; in kerken, husen 
Daniel von Soest, dialogon 128. 

18. Oelik als men de vische vat mit dem nette, dat vwstat^ 
und de vögele mit dem stricke laiendoktrinal s. 197. 

20. ungelogen (20, 38. 76, 20) fehlt im Mnd. Wörterbuch. 

21. vromen bringen noch 20, 8. 72, 28; kaland 374; Stock- 
holmer vogelsprache 63, 2. 

23. Etwas anders ist die bedeutung von dorenspil (Mnd. Wörter- 
buch 1, 551a) in stellen wie Stockholmer Theophilus 124 und. 
trinker 40. 

24. Lies vründen und in den lesarten vrunden. 



18. 

Anspielungen auf diese fabel finden sich reimbüchlein 943 und 
ßeinke 2201. 

1. sik vordregen (Mnd. Wörterbuch 5,342 b) noch 36,2. 92,2. 

2. hrok (Mnd. Wörterbuch 1,427 b) noch 27, 1. 67, 19. 24; 
bücher der könige s. 147; Chroniken s. 669; magdeburger Aesop 
88, 15; redentiner osterspiel 1861. 1880. 

dar he (se) lach (legen) und ähnliches (67,41. 52. 68,26, 72, 7. 
101, 3. 121,4. 45) ist formelhafte versfüllung: bordesholmer Marien- 
klage 696; magdeburger Aesop 23,8. 38,3; visio Philiberti 213. 
299; Reinke 47. 720. niederländische beispiele giebt Martin zu 
ßeinaert 1, 75. 

5. blök (34; vgl. Mnd. Wörterbuch 1, 360a) auch bücher der 
könige s. 9; farbendeutung 498. 



224 18. . 

ungehüre (Mnd. Wörterbuch 5,45a) noch 47,3. 86, 9. 99, 56; 
magdeburger Aesop 28,70. 59,11. 86,77; magdeburger Margarete 
360; Valentin 282. 1559. 1805. 2242. 

9. sik bemannen (15) in dieser bedeutung fehlt im Mnd. Wörter- 
buch. 

10. tokomen (Mnd. Wörterbuch 4, 567a) hat Gerhard in ver- 
schiedenen bedeutungen: „herzukommen" an unsrer stelle und 84; 
„ hervorkommen "33,11; „ sich ereignen " 118,4; „ zurechtkommen " 
123, 27. 

14. Zu hult „erdhaufen" (Mnd. Wörterbuch 1,449 b) vgl. Ver- 
such 1, 160; Eichey s. 4; JeUinghaus s. 121; Woeste s. 44 b; Scham- 
bach s. 35 b; Grimms Wörterbuch 2,514; Die deutschen mundarten 
5, 53. 

16. \JhQv bekennen {4.1 , U:. 54,28. 57,17. 71,33. 90,3. 103, 
35. 105, 35. 117, 49) vgl. Ettmüller zu Theophilus 106. 

18. vro und gemeit noch 101,41; Demantin 10064. 

gemmt (noch 115, 158; vgl. Mnd. Wörterbuch 2, 53 b) ist in 
der niederdeutschen dichtimg sehr häufig: Brandan 967; dieb von 
Brügge 20. 104. 181. 484; Claus bur 74; Eberhard von Cersne, 
lieder 7, 17; Eberhard von Wampen 1, 87. 305; fastnachtsspiele 
2,185; Flos 1451; Kölscher, geistliche lieder 63, 3, 8; vom holze 
210. 347; kaland 183; köker s. 324; kranichshals 61; laiendoktrinal 
s. 49. 64. 153; minners anklagen 278; nd. Jahrbuch 2,30; reden- 
tiner osterspiel 210. 952; reimbüchlein 2246; Reinke 6259. 6783; 
Segler 106; Stephan 3167; Stricker 90; sündenfall 1854. 3811. 
3912. 3922; Valentin 280. 1053. 1091. 1213. 1317. 1359. 1503. 
1610. 1662. 1684. 1986. 2082. 2423. 2456; verlorcDcr söhn 191. 
358. 528. 700. 710. der magdeburger Aesop kennt es nicht. 

24. begaven (Mnd. Wörterbuch 1, 182a) findet sich noch bücher 
der könige s. 147. 152; holsteinische reimchronik 413. 527; magde- 
burger Mai'garete 141; Maiina 6; sündenfall 2607; Waldis, ver- 
lorener söhn 845. 1976. 

27. stuke (Mnd. Wörterbuch 4, 448a) findet sich noch Claus bur 
191 (vgl. Woeste Zeitschrift für deutsche philologie 5,77); magde- 
burger Aesop 56,8. 89,28; Veghe^50, 21 (vgl. Jostes' anmerkung). 
für den heutigen dialekt vgl. Versuch 4, 1075; JeUinghaus s. 150; 
Woeste s.260b; Schambach s. 2 1 6 a ; Die deutschen mundarten 5, 297. 

29. unere, obwohl ein sehr häufiges wort, fehlt im Mnd. Wörter- 
buch: gandersheimer reimclux)nik 1096; köker s. 309. 340; laien- 
doktrinal s. 124. 127. 152. 186; magdeburger Aesop 18,46. 28, 19; 
reimbüchlein 1991; Reinke 1586. 2130. 4126; Stephan 310. 2135. 
2689. 3996. 4173. 4309. 4931; Stricker 1692. 



IS. 19. 225 

31. storm (Mnd. Wörterbuch 4, 415 a) hat Gerhard noch 41. 
32,1. 46,27. 86,10. 115,26. 208. 116,19; störmen 35,7. 

33. wapen als interjektion (Mnd. Wörterbuch 5, 597 a) noch 
99, 42. 102, 26. 103, 49. 111, 8. 115, 7. 193; Anseimus 469; 
bauernkomödien s. 129; Daniel von Soest, gemeine bicht 1444. 
dialogon 1143; Flos 991; magdeburger Aesop 3,106. 39,52; magde- 
burger Margarete 843 ; > redentiner osterspiel 657. 766. 1932. 

37. dansen unde springen Daniel von Soest, gemeine bicht 
1068. 2213. 2662; Eberhard von Wampen 1,67; Jungfrauenlehre 
87; leberreime 89,18; lübecker totentanz 347. 639. 793. 1329. 

44. hulde (noch 66,96. 72,23. 73,54. 77,30. 74; vgl. Mnd. 
Wörterbuch 2, 329a) ist in den niederdeutschen dichtungen selten. 

47. snou, dem sinne nach zweifellos „dumm", ist nur hier 
imd 25,7 belegt (Mnd. Wörterbuch 6,265 b). auch der heutige 
dialekt scheint es nicht mehr zu kennen: die Versuch 4,884 be- 
sprochene Wortfamilie ist doch wohl davon zu trennen. 

49. It werde kort efte lank Stephan 922. 

51. na köninges sede magdeburger Aesop 85,5. 103,59. 

52. vrede maken noch 70, 58. 98, 24. 99, 8; magdebiu'ger Aesop 
17, 24. 58, 58. 

53. sachtmödich unde vredesam Yeghe 349,2; en heftDe, vrede- 
sam, sachtmödich man 249, 26. 

sachtmödich (Mnd. Wörterbuch 4, 3b) noch Cato Id, 15. 19; 
Lübben, mnd. gedichte 8,2. 19,19; reimbüchlein s. xxvn. 659. 
1217. 1539; Eeinke s. 119. 160 Lübben; Stephan 411. 442. 

vredesam (Mnd. Wörterbuch 5,524a) noch 113,65; fastnachts- 
spiele 1,465; laiendoktrinal s. 188. 189. 

54. lovesam (Mnd. Wörterbuch 2,739a) noch 22, 13. 47,48; 
Hölscher, geistliche lieder 18, 11, 4; kieler Marienlied 4, 5; Lübben, 
mnd. gedichte 1,480; osterspier 18; redentiner osterspiel 487; 
Zeno 15. 

56. tiranne (114, 21) fehlt im Mnd. Wörterbuch: Daniel von 
Soest, gemeine bicht 3454. dialogon 229. 303; laiendoktrinal s. 19. 
146; lübecker totentanz 95. 104. 162. 167. 217. 353. 549; rad- 
buch 1,40; Stephaa 1816; Stricker 427. 

schären „zerreissen" (Mnd. Wörterbuch 4,119a) hat hier wohl 
die übertragene bedeutung „zu gründe richten". 

19. 

6. stede vrede auch redentiner osterspiel 995. 1012. 
8. Se is doch de leveste aller mulke mank andern vögelen so 
de valke Eberhard von Wampen 1, 69. 

Leitzmann, Die fabeln Gerhards von Minden. 15 



226 19. 20. 

10. sik vlien bi „sich an jemand machen" (81, 4; vgl. Mnd. 
wörterbucli 5,275a) findet sich noch: bücher der könige s. 151; 
Daniel von Soest, gemeine bicht 2396; Marien rosenkranz 299; 
nd. Jahrbuch 2,30; sündenfall 2068; trierer Theophilus 207; Stock- 
holmer Theophilns 531. 543; Veghe 145, 30. 222, 4. 8. 343, 26. 

16. gent ist zweifellos 'ans dem lat. gens herübergenommen, 
übrigens ohne dass der text des Komulus an den betreffenden stellen 
es hat. das sonst nicht belegte und daher im Mnd. Wörterbuch 
fehlende wort wird von der handschrift noch 115,201 überliefert; 
35, 35 habe ich es nach einem verschlag von Michels hergestellt. 

17. övel varen auch lübecker totentanz 402; Eeinke 6703. 

19. tirannie fehlt im Mnd. Wörterbuch: Stricker 4596. 

20. slicht braucht Gerhard in zwei bedeutungen, die das Mnd. 
Wörterbuch 4,236a nicht verzeichnet: „offenbar" an unsrer stelle; 
„glatt" von der haut 55, 11. 115, 139. 123, 7 (hierzu vgl. magde- 
burger Aesop 57,21. 85,22). 

23. Zu duvam (noch magdeburger Aesop 46,19; sündenfall 
1801) vgl. Mnd. Wörterbuch 1,604b und Schönemanns glossar zum 
sündenfall s. 171b. 

24. Derselbe vers 48,36. 

ungemak (Mnd. Wörterbuch 5,49 a) ist bei Gerhard äusserst be- 
Hebt; er hat es noch: 23,2. 31,9. 35,24.40. 39,10. 40,9. 41,5. 
45,8. 48,36. 54,40. 55,70. 82. 74,22. 78,38. 82,27. 83,24. 
92,34. 103,48. 108,8. 112,32. 113,6. 114,12. 116,4. 117,70. 
121,24. 122,4. 125,20. der magdeburger Aesop liebt die phrase 
migemak do7i: 2,38. 8,6. 26,40. 48,14. 49,27. 71,41. 101,232. 

30. quade nabei's Tunnicius 810. 

33. lif und got (115,203) magdeburger Aesop 8, 19. 16,70. 
78. 27,47; Eeinke 3606. 5392. 6134; Stephan 568. imigekehrt 
got und Z^/ magdeburger Aesop 27, 69; Reinke 1300. got und levent 
77, 32. 

34. böse untrüwe magdeburger Aesop 8, 61. 93, 88. 

20. 

1. Unde he do ut ümme stelen gink Reinke 1744. 

2. Gerhard gebraucht neben einander sichtich werden (32,19. 
07, 7. 90, 33) imd ansichtich werden (109, 19), wobei die beiden 
bestandteile des adjektivs getrennt stehen können (noch 35, 10); einen 
weiteren beleg für diese letztere ersclieinimg kenne ich nicht. 

6. Ich verstehe „nun nimm doch belohnung an!", doch wäre 
Buch „mach doch mit mir gemeinsame Sache!" möglich. 



20. 21. 227 

13. 14. Derselbe reim trierer Theophilus 290. 

13. tocken (Mnd. Wörterbuch 4, 558b) ist von Michels gebessert; 
das wort findet sich auch köker s. 375. 

14. locken (34, 10) fehlt im Mnd. Wörterbuch: köker s. 371; 
Reinke 6480; trierer Theopliilus 291. 

15. geschefte (Mnd. Wörterbuch 2,75b) hat Gerhard noch 17. 
32, 18. 83, 7. es steht auch Waldis, verlorener söhn 41. 

27. gin hichi ist wohl zu verstehen: „kein beichtgeheimnis, 
aller weit bekannt." 

28. ungeirüwe fehlt im Mnd. Wörterbuch; Gerhard hat es noch 
40, 14. 53, 45. 58, 30. 59, 12. 102, 56. 121, 47. 125, 33. 

30. Iöve7ni 70,90. 73,68. 77,82. 85. 78,70. 82,24. 85,18. 
92, 58; Anseimus 578; Eberhard von Wampen 2, 30; Facetus 36, 2; 
lübecker totentanz 322. 478; redentiner osterspiel 408; Reinke 
5023; Stricker 1960; sündenfall 3793. 3929. lövet mi 46,35. 
05, 20. 98, 78; vom holze 393; laiendoktrinal s. 79. 80. 91. 141. 
163. 166. 173. 204. 206; redentiner osterspiel 813; Reinke 584; 
Stephan 4981; sündenfall 2226. 2603. 3095. 3605. der magde- 
bm^ger Aesop kennt beide formein nicht. 

41. Über mer vgl. Mnd. Wörterbuch 3,72b; Ettmüller zu up- 
standinge 639; Nissen s. 120; Grinmis grammatik 3,245. Gerhard 
hat es noch 32, 16. 62, 16. 67,35. 77,21. 67. 83. 79,17. 82,25. 
91, 19. 93, 48. 98, 23. 65. 113, 14. 53. 117, 22. 120,13, 123,8. 

överlut (Mnd. Wörterbuch 3,269b), das bei Gerhard noch 46, 
10. 93,61. 102,26. 103,45. 108,33. 115,7 .vorkommt, ist in der 
niederdeutschen dichtung selir häufig : dieb von Brügge 715; Eschen- 
biu"g, denkmäler s. 240. 250; fastnachtsspiele 1,427. 2,122; gan- 
dersheimer reimchronik 174; Hölscher, geistliche lieder 2, 4, 8. 
7, 1, 5; holsteinische reimchronik 347; klosterallegorie 102; köker 
s. 364; magdebiu-ger Aesop 23, 50. 32, 4. 43, 12. 82, 27. 102, 
143; magdeburger Margarete 144. 803; Marienklage 10. 56. 387; 
Marina 259; mdbuch 7, 40; redentiner osterspiel 52. 455. 984; 
Reinke 1204. 1568. 3126. 3951. 5236. 5759; Stephan 3221. 
5284; Stricker 2955; sündenfaU 3225; trinker 216; Valentin 291. 
1249; Zeno 591. 997. 

46. Über seldeji (29,48. 82,29. 108,31) vgl. Jellinghaus zu 
pvoverbia communia 335. 

21. 

9. selsenheit fehlt im Mnd. Wörterbuch. 

10. 7nerk „zeichen" (Mnd. Wörterbuch 3,75a) steht noch vom 
holze 551. 

15* 



228 21. 22. 23. 24. 

11. brest „lärm^' belegt das Mnd. Wörterbuch 6,85b nur mit 
unsrer stelle, verwant ist Nikolaus von Jeroschins geprasie (s. 159). 

19. ffrot loven trinker 103; vek unde grot loven Henselin 19, 21. 

20. teken don auch Anseimus 573. 1040; laiendoktrinal s. 19; 
Lübben, nind. gedichte 4,173. 203. 7,19. 9,23. vgl. auch IMnd. 
Wörterbuch 4, 520a, 23. 

22. 

8. wandages (Mnd. Wörterbuch 5,585b) auch Daniel von Soest, 
gemeine bicht 289. dialogon 83. 895. vgl. Hoefer Germania 23, 8. 

10. vorslagen in der bedeutung „durch beissen abnutzen" fehlt 
im ^Ind. Wörterbuch. 

12. to tiden (32, 34. 46, 20) Eschenburg, denkmäler s. 239; 
Facetus 24,4; gandersheimer reimchronik 754; köker s. 326; magde- 
burger Aesop 49,212; Stephan 805. 1765. 2621. 3574. 5647. 

20. gra eder gris Daniel von Soest, gemeine bicht 500. 

23. 

1. A;a/ (116, 1) fehlt im Mnd. Wörterbuch. 

7. ungekrt (47, 10) fehlt im Mnd. Wörterbuch: Facetus 4,3; 
gandersheimer reimchronik 45. 83; Hölscher, geistliche lieder 7, 2, 6; 
köker s. 320; laiendoktrinal s. 8. 144. 174. 205; magdebiu^ger Aesop 
31,48. 84,28; reimbüchlein 2540; Reinke s. 160 Lübben; Stephan 
981; Tunnicius 146. 234. 287; münchener vogelsprache 17, 2. 

Lies alungelert. 

24. 

7. slef ist praeteritum zu einem sonst nicht belegten *sliven 
„schlucken, löffeln", das auch in den heutigen mundarten nicht 
mehr vorhanden zu sein scheint, dazu gehört wolil das Substantiv 
s/e/*„kochlöffel": Mnd. Wörterbuch 4, 235b; Versuch 4, 819; Scham- 
bacli s. 193 a. 

9. Älmliche in die erzählimg eingestreute fragen finden sich 
noch 28, 17. 47, 29. 48. 49, 14. 

13. enthalen (80, 15) in dieser bedeutung fehlt im ^Vlnd. Wörter- 
buch, obwohl das dort 1, 674a, 32 gegebene beispiel nahe zu 
unsem stellen gehört. 

16. kruke (21) ist im Mnd. Wörterbuch nur aus Vokabularen 
belegt, es steht noch: fastnachtsspiele 1, 279; hahnreierei 311; 
magdeburger Aesop 76,7; proverbia communia 41; radbuch 11,38. 
für den heutigen gebrauch vgl. Yersuch 2, 884; Jellinghaus s. 135; 
Woeste s. 146b; Schambach s. 114a; Grimms Wörterbuch 5,2437. 



24 25. 26. 229 

19. in gastes mise auch 29, 7; zwei weitere beispiele im Mnd. 
Wörterbuch 5, 741a, 17. 

21. dwenge (Mnd. Wörterbuch 1, 612b) noch 26, 1. 28, 5. 80, 1 ; 
in übertragener bedeutung 85, 34. 

22. enge fehlt im Mnd. Wörterbuch. 

23. mit hone noch 93,71; sündenfall 3499. 

26. dat rade ik di 109^ 36. dat rade ik 28,46; reimbüch- 
lein 776. 

27. Vgl. 47,55 und Schröder zu redentiner osterspiel 150. 

28. „Schlechte behandlung dagegen fordert das gehörige ein, 
rächt sich." 

25. 

I. kare (]VInd. Wörterbuch 2, 429b) begegnet noch dieb von 
Brügge 485. 490. 494. 508. 540; köker s.377; Marina 100. 108. 
119. 135. 303; reimbüchlein 2856. 2943; Eeinke 172. 179. 185. 
188. 191. 2282; Stephan 4493. 

4. Über prekel (noch 12. 57,3; vgl. Mnd. Wörterbuch 3,373a) 
im heutigen dialekt vgl. Versuch 3,362; Eichey s. 25; Echterling 
s. 363; Hoffmann s. 37; Woeste s. 205b; Schambach s. 159b; Die 
deutschen mundarten 2, 449. 

14. Das handschriftliche schäme hätte vielleicht im hinblick 
auf die prosabelege im !Mnd. Wörterbuch 4,42 a beibehalten werden 
sollen; ich habe das gewöhnlichere schamel „arm" eingesetzt. 

15. schanthake wird vom Mnd. Wörterbuch 4,45a als identisch 
mit schanthoike „ schandmantel (als strafe zu tragen)" aufgefasst. 
Sprenger Nd. Jahrbuch 13, 74, der übrigens fälschlich behauptet, 
dass die fliege in imsrer fabel so genannt sei, denkt an westfölisch 
'hacke „dime" in Schimpfnamen (vgl. Nd. Jahrbuch 3, 118). die 
letztere deutung hat mancherlei für sich; über das erste kompo- 
sitionsglied vgl. Versuch 4, 605. die bedeutung ist zweifellos „ schmäh- 
süchtige person". 

18. stümijer (]\Ind. Wörterbuch 4,450a) begegnet noch Laurem- 
berg 4,117; lübecker totentanz 1100; redentiner osterspiel 1006; 
Veghe 136, 12. 

36. 

6. gnedich (noch 63, 7. 107, 6. 118, 14. 121, 54) fehlt im Mnd. 
Wörterbuch. 

II. heme (Mnd. Wörterbuch 2, 227a) hat Gerhard noch 35,22. 
30. 36,40. 73,47. 99,120.121. 105,25. der magdeburger Aesop 
kennt das wort nicht. 



230 26. 27. 

19. sik undenvitiden (Mnd. Wörterbuch 5,39b) noch 29, 40. 
58, 6. 87, 19. 89, 66. 94, 6. 

20. koste (Mnd. Wörterbuch 2,433 a) begegnet noch Daniel von 
Soest, gemeine bicht 1265. 1267. dialogon 1215. 

mime „lattengerüst zum aufhängen des fleischvorrats'^ (Mnd. 
Wörterbuch 5, 723a) steht noch bauemkomödien s. 226; köker s. 339; 
Eeinke 201. für den heutigen dialekt vgl. Versuch 5, 259; Richey 
s. 46; Gfreverus s. 345; Jellinghaus s. 156; Woeste s. 325a, Scham- 
bach s. 298a; Die deutschen mundarten 5, 300. 

21. 22. Des om de pils sere untgaÜ magdeburger Aesop 2, 40; 
schal warliken ok din pils untgelden 44. 

23. 24. „Glaube es, treue handelt zur Zufriedenheit, Undank- 
barkeit geht stets zu gründe." trotzdem das einen guten sinn giebt, 
ist es leicht möglich, dass ich die der handschriftlichen lesart zu 
gründe liegenden reimworte nicht richtig erkannt habe: dyt könnte 
auch dit oder diet sein, vorghyt auch von vorgeten oder vorjen 
kommen. 

23. löves noch 102, 58. 113, 66; redentiner osterspiel 930. 

27. 

3. weiden (Mnd. Wörterbuch 5, 654b) steht noch magdeburger 
Aesop 83, 11 intransitiv; im Wörterbuch stehen mu* beispiele für 
transitiven gebrauch, das Substantiv weide (ebenda 5,653 b) steht 
48,1. 60,3. 112,2; magdeburger Aesop 22, 14. 23,9. 53,1. 61,1. 
83,15. 89,10; Eeinke 1640; Stricker 376. 

5. Das reflexive upblasen fehlt im ^Ind. Wörterbuch 5, 104 b. 

12. dan kann nichts andres sein als praeteritum eines sonst 
nicht belegten starken verbums "^ denen, unsre stelle bestätigt also 
den ansatz in Grimms grammatik 2, 56. 

18. torisen ist im Mnd. Wörterbuch 4, 580a nur als „zufallen" 
belegt, hier kann es dem sinne nach nur die steigende bewegung 
der sich aufblähenden haut bezeichnen, wie ja auch das simplex 
risen und das kompositum vorrisen „steigen" bedeuten können, risen 
„aufquillen" giebt Richey s. 29 an. 

19. toriten (Mnd. Wörterbuch 4,580a) ist bei Gerhard häufig: 
noch 22. 35, 34. 47, 34. 53, 28. 70, 84. 73, 34. 82, 16. 115, 94. 
120, 16. der magdeburger Aesop kennt es nicht. 

21. biwort (Mnd, Wörterbuch 1, 348 b) noch magdeburger Aesop 
82, 24. 

dicht „Schrift" oder „Satzung" (Mnd. Wörterbuch 1, 513b. 2, 28b) 
noch prolog 10. 40,13. 113,63; lübecker totentanz 1053. 



27. 28. 231 

22. Entstammt dieser fabel unsre vulgäre wendung „sich zer- 
reissen" im sinne von „sich übermässig bemülien"? 

24. naiure (36, 9. 45, 20. 46, 11. 14. 41. 45. 68, 30. 32. 35. 
87, 15. 91, 17. 123, 5. 125, 8) fehlt im Mnd. Wörterbuch: fastnachts- 
spiele 3, 24: Flos 496. 573; vom holze 192; laiendoktrinal s. 3. 41. 
81. 105. 110. 116. 121. 123. 124. 147. 152. 157. 160. 167. 
183; Lübben, mitteilungen s. 2. 7; magdeburgei^ Aesop prolog 14. 
53. 79,23. 28. 83,49; Marina 254; proverbia communia 520. 521; 
Stephan 613. 1341. 1654. 2103. 2578. 2584. 2723. 2733. 2735. 
2736. 2743. 2983. 3356. 4014. 4126. 4132. 4137. 5326. 5534; 
Sündenfall 155. 158. 546. 1463. 1571. 1897; Valentin 1067. 1137. 
1192. 1426. 1473. 1619. 1783. 2069; verlorener söhn 88. ein 
diminutiv naiureken steht in Hölschers geistlichen Hedem 53, 2, 2. 
5, 3. 6, 1. 

28. 

1. recht geschicket Yeghe 165, 31 ; geschicket wol Stephan 5071 ; 
wol geschicJcei Eberhard von Wampen 1, 43. geschicket Stricker 2599. 
vgl. Älnd. Wörterbuch 2, 77 a. 

2. gerede „reitzeug" (Mnd. Wörterbuch 2, 67 b) noch Yalen- 
tin 894. 

so 7nen plechi msLgdehwcgei Aesoi^ 4,30. als men pUcht 70,4; 
Yalentin 2605. 

3. siren (Mnd. Wörterbuch 4, 216b) noch 50, 7. 93, 53. 120, 3; 
Brandan 483. 892. 895. 1154; magdeburger Aesop 59,2. 

4. sinteren fehlt im Mnd. Wörterbuch. Berthold von Holle hat 
das aus mhd. zimieren entlehnte wort häufig (im Demantin 9 mal, 
im Darifant 3 mal, im Krane 36 mal), sonst habe ich in der nieder- 
deutschen dichtung kein beispiel gefunden. 

8. grove hur auch radbuch 5, 9. 

13. erschrecken (an unsrer stelle) und erschricken (28, 33. 43, 6. 
53, 12. 117, 9) fehlen im Mnd. Wörterbuch und kommen sonst in 
niederdeutscher dichtung nicht vor. wahrscheinlich sind es ein- 
dringlinge aus der hochdeutschen lektüre Gerhards: seia dialekt bot 
ihm nur vorveren, das er auch häufig anwendet, unsre stelle lässt 
allerdings auch die auffassung erschrach zu (vgl. zu 13, 6). 

18. Schönheit (noch 31. 36. 70,22) fehlt im Mnd. Wörterbuch. 

20. Im lach dat Uf gestrecket ind der rücke inxwe gebrochen 
Krane 2936; des wart de rügge om und de siden tobroken magde- 
burger Aesop 59,49. ähnlich wird tobreken noch gebraucht ebenda 
63,3. 82,4; Tunnicius 730; Yalentin 136. 



232 28. 

21. tomden, stehen lübecker totentanz 347. 639. ein paar 
prosabelege für die Verbindung von steken und hreken im ]klnd. Wörter- 
buch 4, 380a, 44. 

30. got gföte ju (dik) ist die beliebteste grussformel bei den 
niederdeutschen dichtem: 71, 3. 89, 6. 121, 105; Anseimus 241 
Claus bur 1; Daniel von Soest, gemeine bicht 545. 1245. 1961 
2549. 2569; Eschenburg, denkmäler s. 241; fastnachtsspiele 1, 1 
63. 296. 2, 1. 3, 1. 5, 211; Flos 782; Hölscher, geistliche lieder 
10, 2, 1; leberreime 99, 7; Lübben, mnd. gedichte 1, 373. 493 
redentiner osterspiel 41. 898; reimbüchlein 1678. 1697. 2205 
2685; Simson 1,11. 2,23; Stricker 485. 937. 1371. 3040. 3429 
Stockholmer Theophilus 171; ^'aldis, verlorener söhn 268. 382. 967 

So jümmer vrof ist der Wahlspruch des Schlemmers Stricker 
1295. 

37. doven (Mnd. Wörterbuch 1, 559b) begegnet noch 66, 70. 
114,16; kaland 1140; magdeburger Aesop 20,12. 32,50. 48,18. 
65,87. 81,70. 95,31. 101,160; nd. Jahrbuch 8,71; reimbüchlein 
560. 1088. 1202; Stephan 92. 3418. 

38. äverhöveden „von oben herab behandeln'' fehlt im Mnd. 
Wörterbuch. 

39. Ich fasse sirde = mhd. zier de; doch könnte man bei der 
handschiifthchen form syrode auch an sirat (vgl. Mnd. Wörterbuch 
4, 216a, ferner Daniel von Soest, dialogon 1278; fastnachtsspiele 
1,133; Stricker 557) denken. 

42. Dat he in dinen arden vare farbendeutimg 392. 

orden (Mnd. Wörterbuch 3, 231b) noch 78, 73. 82, 2. 90, 19. 
121, 111. 

43. dat is ivis 37,14. 40,16. 45,20. 78,34. 85,51. 118,26; 
Cato la, 11; Daniel von Soest, gemeine bicht 181. 338. 2426: 
dieb von Brügge 292; Eberhard von Cersne, minneregel 2706; 
Facetus 14,4. 53,4. 110,4. 134,2; farbenkranz 151; fastnachts- 
spiele 5,80. 230. 240; fuchs und "hahn 111; hahnreierei 272. 
1002; kaland 102. 990. 996; laiendoktrinal s. 20. 54; lübecker 
totentanz 90. 139. 209. 1016. 14G1; magdeburger Aesop 24,46. 
29,80. 71,80. 90,79; radbuch 5,60. 11,44; reimbüchlein 2010. 
2084. 2384; Reinke 2106. 2723. 2834. 3006. 3922. 6574; scriba 
581; steinbuch 328; Stockholmer vogelsprache 17,4; münchener 
vogelsprache 24,4; Waldis, verlorener söhn 241. 1413. 

44. to mode sin (Mnd. Wörterbuch 3,125b, 12) noch magde- 
burger Aesop 8,20; sündenfall 1646. 2576. 

47. kennen (Mnd. Wörterbuch 2,444b) steht noch 40, 11. 71,31. 
84, 7. 91, 2. 92, 42. 93, 38. 65. 108, 19. 120, 38. 



28. 29. 233 

48. Lies enwerstu. 

der lüde spot 98,103. 120; leberreime 6,11; magdeburger 
Aesop 77,30. 87,74; nd. Jahrbuch 11,121; trinker 152; Waldis, 
verlorener söhn 154. 888. 

39. 

2. über bereit vgl. einleitung s. xLvni. Gerhard hat es stets 
im reim (39, 16. 49, 4. 50, 22. 53, 14. 65, 5. 70, 72. 101, 42. 
121, 72. 84. 124, 18. 125, 22). fast alle niederdeutschen dichter 
brauchen das bequeme reimwort so massenhaft, dass ich mir er- 
sparen kann beispiele zu zitieren, trotzdem fehlt es im Mnd. Wörter- 
buch. 

3. Die sonst im mittelalter nicht weiter belegte wendung sin 
hus bestellen kehrt dann in Luthers bibelübersetzimg wieder. 

18. Diese ironische wendung scheint formelhaft zu sein: 65, 30; 
holsteinische reimchronik 28 («= auszug 10); reimbüchlein 3337. 

19. schemich (Mnd. Wörterbuch 4,43 b) ist nur aus Gerhard 
(noch 71, 19. 99, 108. 103, 5. 115, 21. 120, 33) zu belegen. 

an grimmiger var 98,29; vgl. Mnd. Wörterbuch 5,199a und 
Sprenger Nd. Jahrbuch 13, 72. unrichtig ist die auffassung Woestes 
Zeitschrift für deutsche philologie 9, 225. ähnliche Wendungen 
finden sich noch: frauenlob 23. 105; Lübben, nmd. gedichte 8,14. 
9,20; magdeburger Aesop 94,78; Valentin 304. 1230. 2593; ver- 
lorener söhn 362. 511. 715. 

28. to ewiger tit lübecker totentanz 22. 184. 492. 1408. to 
ewigen tiden holsteinische reimchronik 536. 634. auszug 235; 
kaland 1158; EeinJce s. 55 Lübben; "Waldis, verlorener söhn 1473. 
1708. 2020. 

31. up eventüre heisst hier nicht wie gewöhnlich „auf gut 
glück" (Mnd. Wörterbuch 1,753b), sondern „im falle eines glück- 
lichen ausgangs". Sprengers erklärung, eventüre sei hier imd 
93, 76 ein adjektiv mit der bedeutung „froh" (Nd. Jahrbuch 13, 69), 
ist nichts als ein grundloser einfall. 

32. De toile dat ik leve up der erden Stockholmer Theophilus 
327; de wile dat se levede up der erde magdeburger Margarete 335; 
de wile he hir noch levet up erden Waldis, verlorener söhn 1693; 
de wile he mochte up erden leven Stephan 3307. 

35. Eder ik steke ju dorch juwe lif verlorener söhn 186; ik 
wil ju to desser stede steken dorch juwe egene lif Yalentin 458; de 
steket di denne dorch diu lif en swert trinker 149. 

38. sik maken (Mnd. Wörterbuch 3,9 b) steht noch 70,31. 
122,36; Brandan 50. 1101; hahnreierei 1284; redentiner osterspiel 



234 29. 30. 31. 

1147. 1151. 1164. 1753; Keinke 1343; Yalentin 1929. dermagde- 
burger Aesop kennt die^ wendung nicht. 

44. los geven steht noch 47, 52; los wesen 89, 4; los hebben 
112, 3. 121, 54. nur für die erste dieser phrasen hat das Mnd. 
Wörterbuch 2, 723a, 21 ein prosabeispiel. die letzte, die Hoffmann 
(zu 7, 3) falsch auffasste, ist von Woeste Zeitschrift für deutsche 
Philologie 9, 225 richtig erklärt worden. 

48. Ein beispiel für diese konstruktion von vöregan im sinne 
von „nützen" steht im Mnd. Wörterbuch 5, 352b, 25. 

30. 

Zu dieser fabel vgl. Facetus 66, 3 Werde ek seiden hebbe gesen, 
dat nnlike ossen enen wagen wol ten. 

I. ossen en par Marina 99. 

3. körn (noch 32, 23. 36, 17. 50, 17) fehlt im Mnd. Wörterbuch. 

II. Vielleicht ist bewone zu lesen, wie die handschrift 58,2. 
103, 31 hat. 

15. gesede, das dem mhd. gesite entspricht, fehlt im Mnd. 
Wörterbuch. 

16. ungelik ist substantivum, „imgleichheit''; vgl. Mnd. Wörter- 
buch 5,47a und Lübben zu Zeno 280. 

iorügge gan in übertragener bedeutung (noch 119,24) fehlt im 
Mnd. Wörterbuch. 

31. 

5. Here, owe, were ik dot Anseimus 1146; were ik men alrede 
dot Reinke 4816. 

11. So schote gi ene binden unde slan ene mit rangen Stock- 
holmer Theophilus 915. 

Zu runge vgl. Mnd. Wörterbuch 3,532a; Versuch 3,558; Gre- 
verus s. 346; Woeste s. 221a; Schambach s. 176b. 

12. bunge „trommel" (noch 115, 169; vgl. Mnd. Wörterbuch 
1, 451a) findet sich femer: Eberhard von Wampen 1, 162. 300; 
köker s. 348; laiendoktrinal s. 59; magdeburger Aesop 63, 18. 33; 
proverbia communia 533. 611; radbuch 10,45; Stricker 1508. vgl. 
auch Versuch 1,163 imd Grimms Wörterbuch 2,524. 

13. 14. „Wen hier (in diesem leben) die pein seiner trägheit 
und seines ruchlosen lebens nicht straft." meine herstellung hält 
sich möglichst nahe an das überlieferte, vorlaten belegt das Mnd. 
Wörterbuch 5, 387 a. 



31. 32. 33. 235 

15. 16. Zu der hier angedeuteten Vorstellung der schlage des 
teuf eis vgl. magdeburger Aesop 73, 22 De hellesmet mot de blüwen 
und vüren ore seh in der esen. 

83. 

6. sah muss hier etwa „enger stall'' bedeuten, was ich sonst 
nicht nachweisen kann, in der gewöhnlichen bedeutung (Mnd. Wörter- 
buch 4, 4a) hat Gerhard das wort 69, 25. 28. 33. 89, 34. 38. 58. 

8. rum als adjektiv (Mnd. Wörterbuch 3, 526b) auch Yeghe 
289,23. 290,3. 

seligen heisst hier und Yeghe 53, 18 „nützen"; das Mnd. Wörter- 
buch 4, 183b hat diese bedeutung nicht. 

9. melden (Mnd. Wörterbuch 3, 61a) hat Gerhard häufig: 54, 34. 
67, 11. 22. 76, 38. 40. 84, 22. 92, 28. 96, 14. 122, 60. 125, 74. 
sonst finde ich es noch magdeburger Aesop 56, 55. 

17. Mit velen ogen is beter sen dan mit enem Tunnicius 1104. 

22. Stande vinden noch magdeburger Aesop 26, 18; Reinke 
4530; Stephan 3276. 4548. 

31. schickt (Mnd. Wörterbuch 2, 76b. 4, 85b) hat Gerhard noch 
47,41. 51,33. 65,46. 77,65. 92,1. 98,62. 97. 103. 125,29. 49,53 
dagegen bedeutet es „kämpfende partei", eine bedeutung, die im 
Wörterbuch fehlt. 

33. men sprekt 84, 23, 109, 33; men secht 56, 1; secht m^n 
6, 2. 68, 35. 

33. 

I. dorch lust noch 73,26. 98,36; Valentin 243. 

3. ranke ist im Mnd. Wörterbuch 3, 420b nur aus Vokabularen 
belegt. 

5. here fehlt im Mnd. Wörterbuch. 

II. an disser tit magdeburger Aesop 49, 128. to disser tit 
98,67. 101,45. 53; Reinke 6199; Stephan 4529; Stricker 317. 
1015. 5306. 

12. Ich enmac noch enwil Demantin 11252. 
y 13. wrangen (Mnd. Wörterbuch 5, 777a) steht noch bauern- 
komödien s. 114. 237. 257. für den heutigen dialekt vgl. Versuch 
5, 296; Jellinghaus s. 127; Schambach s. 306a; Die deutschen mund- 
arten 5, 304. 

14. aßangen (Mnd. Wörterbuch 1, 27 b) steht noch bordesholmer 
Marienklage 744; lübecker totentanz 72; magdeburger Aesop 60,2; 
Yeghe 157,12. 202,11. 



236 34. 35. 

34. 

3. knipe ist im Mnd. Wörterbuch 2, 502a nur diux^h. unsre stelle 
belegt; vgl. auch musbnipe 6,221a. für den heutigen dialekt vgl. 
Versuch 2,826; Woeste s. 135a; Grimms Wörterbuch 5,1404. 

5. herginge (^Ind. Wörterbuch 1, 245 a) habe ich im hinblick 
auf 95,28 hergestellt 

35. 

I. panier (Mnd. Wörterbuch 3,299a) noch 5. 10. 24. 39; Bran- 
dan 870; fastnachtsspiele 3,21. 4,2; Lübben, mnd. gedichte 3, 135; 
Reinke 93. 

3. 4. Volk kann als kollektivum (wie del 15) den plural nach 
sich haben: vgl. Nissen § 27. weitere belege giebt Bartsch zu 
Krane 581; vgl. auch Demantin 204. 576. 625. 9466. 9470. 9636; 
Darifant 36. 

6. schimp (Mnd. Wörterbuch 4, 94 a) heisst bei Gerhard so- 
wohl „höhn" (noch 41, 3) als „scherz" (70, 6). der magdebiu-ger 
Aesop kennt das woi*t nicht. 

II. Lies viiindes und in den lesarten vrundes. 

Der plural vründes (Mnd. Wörterbuch 5, 545 b) ist namentlich 
in der anrede beliebt: bordesholmer 3Iarienklage 39. 755. 875; 
Claus bur 47; fastnachtsspiele 1,309. 391; Simson 2,8. über die 
bildungen auf s vgl. Franck Anzeiger für deutsches altertum 8, 321. 

14. über heseggen „überreden" vgl. Mnd. Wörterbuch 1,267a. 
die gewöhnliche bedeutung des wertes, die aber bei Gerhard nicht 
vorkommt, ist „verleumden"; so hat es der magdeburger Aesop 23,39. 

20. AhnKch mit snellen sprängen 36, 31. 

27. sunder schult (noch 61, 15) Marienklage 192; Valentin 
1755. ane schult Marienklage 168. 171; Marina 262; redentiner 
ostersi)iel 269; sündenfall 348. 

28. an siner dult muss hier und 50, 18 dem zusammenhange 
nach heissen „ohne etwas dagegen tun zu können". 

32. Derselbe vers 46,23. 81,11. 

33. ümmekomen in der auch uns geläufigen bedeutung „um- 
kommen" ist im Mnd. Wörterbuch 5,7 a nicht belegt. 

34. quek (Mnd. Wörterbuch 3,400a) steht noch 77,56; köker 
s. 336; magdeburger Aesop 39,6. 93,8. 12. 21. 101,66; Stephaji 
2456. 2504. 2565. 2631. 4258. 

37. sunder kif vitulus 80; Stockholmer vogelsprache 81, 3. 
ane kif köker s. 312; Stephan 1083. 3552. 3741; Stockholmer 
Theophilus 425; Valentin 2574. sunder kiven Stephan 332. 362. 



35. 36. 37. 237 

44. ik wet ok wal magdebiirger Aesop 27, 108. 

49. vordömen (Mnd. Wörterbuch 5,340 a) steht noch 51,26. 
93,64. 107,15. 122,48; magdeburger Aesop prolog 72. 2,23.53. 
4,14. 7,41. 18,40. 27,78. 30,56. 34,24. 42,10. 44,15. 65,45. 
73,10. 100,64. 101, 135. 147. 102, 124. 146. 

50. In dem und steckt zweifellos ein fehler, wenn man es 
nicht relativ, wofür ich keine weiteren belege habe, oder im sinne 
der von Nissen s. 118 angeführten beispiele fassen will. 

36. 

Dieselbe fabel wird Eeinke 5073 erzählt. 

6. gröjen (Mnd. Wörterbuch 2,151a) steht femer Germania 
2, 165; Lübben, mitteilungen s. 4; lübecker totentanz 1591; Stephan 
962. 2745; Yeghe 24,11. 312,36. 313,2. 

10. strafe „tadel^ fehlt im Mnd. Wörterbuch. 

16. walgedan (noch 50, 3) fehlt im Mnd. Wörterbuch, weitere 
beispiele: Dorothea 141. 180. 200. 250; farbendeutung 257; Flos 
290. 561; holsteinische reimchronik 91; magdeburger Aesop 100, 
24; magdeburger Margarete 73; minners anklagen 486. 551; Ste- 
phan 690. 838. 1378. 1910. 2305. 3875. 4456. 4547. 5147. 
5246. 5290; Yalentin 334. 887. 2006. 2636. 

28. de vlucht nemen (Mnd. Wörterbuch 5, 287b, 3) noch 115, 
18; Demantin 10478; holsteinische reimchronik 183. 498. aus- 
zug 63; Lauremberg 3,187; magdeburger Aesop 21,34; Stephan 
1501; verlorener söhn 446. 

29. gebrechte (Mnd. Wörterbuch 2, 23 a) findet sich weiter 115, 
178; Brandan 486; Eberhard von Cersne, minneregel 304. 4314; 
magdeburger Aesop 16, 32. bracht in derselben bedeutung steht 
sächsische weltchronik 84, 34. vgl. auch Bartsch, über Karlmeinet 
s. 285. 

39. aflaten (Mnd. Wörterbuch 1, 28a) steht noch 56, 25. 98, 
104. 99,103. 106,12; redentiner osterspiel 1075. 1295. 1706; 
trierer Theophilus 502. 699. 

45. 46. Welk enen andern jaget ^ wenich de sik sülven rouwet 
köker s. 305; de den andern jaget, de rouwet sik nicht proverbia 
communia 268; de enen andern jaget, de enrestet sik nicht Tim- 
nicius 354. 

87. 

8. tosluten (noch 60,4) felüt im Mnd. Wörterbuch: redentiner 
osterspiel 486; Reinke 509; Stricker 3227. 5291. 5323. 5505; 
Zeno 1079. 



238 38. 39. 40. 

38. 

8. stente ist im Mnd. Wörterbuch 4, 389 b nur in der bedeu- 
tung „edelgestein" belegt, gestente in eigentlicher bedeutung finde 
ich noch bei Eberhard von Cersne, minneregel 1145. 

39. 

4. Werne sine bene sin stedes sere köker s. 326. 

5. Die sinnliche grundbedeutung von streven^ in der es nieder- 
deutsch gewöhnlich ist (Mnd. Wörterbuch 4,432 b), ist bei Gerhard 
(noch 55, 82. 110, 13) nicht mehr zu fühlen, der es ganz wie mhd. 
streben braucht. 

6. erheven in der sinnlichen bedeutmig „hochheben" fehlt im 
Mnd. Wörterbuch 1,720b. 

13. erren (Mnd. Wörterbuch 1, 727b. 2, 391a) steht noch 48, 28. 
102,31; magdeburger Aesop 14,13. 29,42. über das zugehörige 
adjektiv erre „zornig" vgl. Lübben zu Anseimus 659. 

15. dumme sin magdeburger Aesop 25,1. 74,46. 

18. toicht „schwer" wird im Mnd. Wörterbuch 5, 705a nur 
durch unsre stelle belegt, ich finde es noch im lübecker toten- 
tanz 310. 

40. 

1. sucht als Substantiv fehlt im Mnd. Wörterbuch und dürfte 
wohl nachklang hochdeutscher lektüi^e bei Gerhard sein; echt nieder- 
deutsch ist süke, das er auch gewöhnlich (8,21. 63,8. 121,62. 
125,11) braucht. 

5. tasten (Mnd. Wörterbuch 4, 513b) steht noch 65, 36. 48. 
97,31. 

Das lateinische corpus steht, nur im ersten falle durch die 
lateinische (quelle unmittelbar vemnlasst, hierund 76,10 mitten im 
deutschen kontext, einmal mit lateinischem, einmal mit deutschem 
genus. ich kenne ausser dem vorkommen des gleichen wertes bücher 
der könige s. 207 nur noch einen ähnlichen fall von sprachmengerei : 
dat he desseme vulen canis also rechte vruntlik is Eeinke 5115. 

6. schelen (Mnd. Wörterbuch 4,63a) ist hier „fehlen", 49,8 
„streiten", zum heutigen dialektischen vorkommen des woiiies vgl. 
Versuch 4,628; Richey s. 30; Jellinghaus s. 125. 146; Woeste 
s. 227a; Schambach s. 182a; Regel Zeitschrift für deutsches alter- 
tum 3,94. 

8. ane var noch 118,21; Eberliard von Cersne, minneregel 
2660. 3939. 4531; Facetus 49,2; kranichshals 164; nd. Jahrbuch 



40. 41. 42. 239 

10,102; redentiner osterspiel 1243; Reinke 6753; Simson 1,29; 
Stephan 1493. 2785. 2811. 3958. 5216; Stricker 4946. sunder 
var Hennenberg 117; kaland 77. 1246; nd. Jahrbuch 8,67; oster- 
spiel 32; visio Philiberti 109; redentiner osterspiel 810. 1178; 
Reinke 3825; Valentin 1183. 1748. 2080. 2392. 2608. vgl. auch 
Mnd. Wörterbuch 5, 200 a. 

12. sunt (Mnd. Wörterbuch 4,475b) habe ich ausser an unsrer 
stelle noch 96,3. 121,57. 73 aus längeren formen der handschrift 
hergestellt. 

anden (Mnd. Wörterbuch 1,81a) ist sowohl „andeuten" (noch 
43,15) als „strafen" (49,47. 83,8). 

15. angeboren fehlt im Mnd. Wörterbuch. 

41. 

I. höken (Mnd. Wörterbuch 2, 284a) steht noch 45, 5. 9. 60, 
10. 11. für den heutigen dialekt vgl. Versuch 2, 645; Richey s. 13; 
Chytraeus, Nomenciator s. 360; Schambach s. 84a; Nd. Jahrbuch 
11, 111; Schiller, Zum tier- und kräuterbuche 3, 9. auch im nieder- 
ländischen ist das wort vorhanden (Martin zu Reinaert 1, 2083). 
Hoffmann (s. 81) setzt für unsre stelle ein unmögliches hoch „ver- 
gnügt" an. 

4. ungelimp (Mnd. Wörterbuch 5,47 a) ist von Schönemaim im 
glossar zum sündenMl s. 177 fälschlich als „lärm" erklärt. 

9. 10. najuchten und anwuchten sind praeterita zu den ebenso 
lautenden, sonst nicht belegten und also auch im Mnd. Wörterbuch 
fehlenden verben najuchten und anumchten, jenes entspricht laut- 
lich genau mhd. jüchexen und ist mit dem Substantiv jucht (ver- 
lorener söhn 445), das gleichfalls im Wörterbuch fehlt, zusammen- 
zustellen, dieses hat seine hochdeutschen verwanten in mhd. wüch- 
xen (Alexander 5083; Herbort 18076), geumchxe, umchx (Jeroschin 
s. 165. 284). 

II. swak (Mnd. Wörterbuch 4,481b) steht noch 44, 19. 125, 80. 
swake als Substantiv (93, 50) fehlt im Wörterbuch. 

13. io manniger tit magdeburger Aesop 25,4. 

42. 

8. wete dai (noch 104, 43) Eberhard von Wampen 1, 359: 
Flos 442. 522. 968; laiendoktrinal s. 118. 127. 147. wetet dat 
Flos 138. 700. 1230. 1585; kaland 1264; laiendoktrinal s. 23. 63. 
74. 97. 100. 105. 131. 138. 142. 146. 152. 154. 156. 164. 
185. 191. 



240 43. 44. 45. 

48. 

5. jegenwördicket (Mnd. Wörterbuch 2, 406a) steht noch Köl- 
scher, geistliche lieder 70,1,4; Lübbeii,iimd. gedichte 6,48; Waldis, 
verlorener söhn 1470. 

7. dram (Mnd. Wörterbuch 1, 565 b) finde ich noch Stephan 
959. 2848. 3665. 4631. mhd. dram ist häufig bei Jeroschin (s. 138). 
für den heutigen dialekt vgl. Versuch 1,239; Woeste s. 56 b. 

11. anklage fehlt im Mnd. Wörterbuch. 

26. 27. simpel (Mnd. Wörterbuch 4,207b) findet sich noch 
Daniel von Soest, gemeine bicht 257. 352. 859. 1264. 1792. 
2207. 3434. dialogon 214. 464. 949; fastnachtsspiele 2,11. 21. 
26. 51; Kölscher, geistliche lieder 12, 10, 1. 44, 5, 1; Lübben, mnd. 
gedichte 1, 19. 178; lübecker totentanz 1255; radbuch 6, 15; Reinke 
2823. s. 101. 108. 150. 160 Lübben. 

44. 

2. ränge (noch 13) wird im Mnd. Wörterbuch 3, 420 a nur 
durch unsre stelle belegt, für den heutigen dialekt vgl. Versuch 
3,432; Grimms Wörterbuch 8,95. 

4. anger (Mnd. Wörterbuch 6,17 b) dürfte reminiszenz hoch- 
deutscher lektüre sein, ich finde es nur noch Marien rosenkranz 47. 

7. anken (Mnd. Wörterbuch 1,93a) steht noch frauenlob 28; 
lübecker totentanz 758; magdeburger Aesop 51, 1. 18; Eeinke 5455. 
vgl. auch Jellinghaus s. 118; Grimms Wörterbuch 1,379. 

9. Ich halte meine herstellimg nur für einen provisorischcD 
notbehelf. statt samfter wäre bei Gerhard sachter zu erwarten, wit 
das wort sonst auch bei ihm heisst (46, 32. 77, 29. 102, 28. 103, 9). 

11. klenlik steht mit verliebe vom zartesten kindesalter: vgL 
Mnd. Wörterbuch 2,478b, wo Anseimus 193. 508 und visio Phili- 
berti 219 nachzutragen sind. 

21. vrouwelik (Mnd. Wörterbuch 5,541b) finde ich noch De- 
mantin 6022; frauenlob 265; freuden Marias 127; Stephan 667. 
5384. 

27. 7nisstalt als Substantiv fehlt im Mnd. Wörterbuch. 
31. Doch was sin meninge quat Valentin 539. 

45. 

1. sege (noch 15. 60,2. 9. 115, 121. 128) ist im Mnd. Wörter- 
buch 4, lG6a ohne beleg aufgefühii;. der magdeburger Aesop kennt 
das wort nicht. 



45. 46. 241 

4. lemkin (7) fehlt im Mnd. Wörterbuch, ich finde es nur noch 
Sündenfall 2121. die letztere stelle fehlt bei Behaghel, Schrift- 
sprache und mundart s. 17. 

7. scharp im übertragenen sinne von der rede ist im Mnd. 
Wörterbuch 4, 52a nicht belegt, weitere beispiele: Daniel von Soest, 
gemeine bicht 3645; magdeburger Aesop 49, 214. 251; redentiner 
osterspiel 1915. 

8. Dieselbe Wendung 103,48. 117,70. 

Über vasel vgl. Mnd. Wörterbuch 5,208 b; Versuch 1,354; 
Jellinghaus s. 125; Woeste s. 287a; Schambach s. 257a; Schiller, 
Zum tier- und kräuterbuche 2, 7. 

19. 20. Wente lange wonheit, secht de Skriptur e, kan wal maken 
andere naiure laiendoktrinal s. 41. vgl. auch 46, 13. 

46. 

1. 2. Derselbe eingang 93, 1. 2. 
, 5. Derartiger doppelter ausdruck des begriffs „weise" ist nieder- 
deutsch verhältnismässig selten: nener leie vns radbuch 4, 153. 7, 1; 
steinbuch 367; manniger kande tois bordesholmer Marienklage 75. 

18. vlüchtich (noch 21. 24. 115,113) ist in dieser bedeutung 
niederdeutsch weit seltener als vorvlüchtich; vgl. Mnd. Wörterbuch 
5, 288a. 

19. Weitere beispiele für das participium pmesentis riden 
(Mnd. Wörterbuch 3, 478b) sind: Eschenburg, denkmäler s. 252; 
Lübben, mnd. gedichte 3,76; Valentin 763. 1712; verlorener söhn 
164. ähnlich steht denken Dorothea 335. 

29. sik annemen mit dem genetiv (Mnd. Wörterbuch 1, 98 b) 
steht noch verlorener söhn 610. 

32. Gewöhnlicher ist den mot sachten (Flos 1204. 1375) oder 
entsachten (Flos 1481); vgl. Mnd. Wörterbuch 1, 687a, 2. 4, 3a, 1. 

34. dat (Mnd. Wörterbuch 1,488 a) ist bei beiden fabeldichtern 
beliebt: Gerhard 47, 50. 57, 16. 63, 19. 66, 77. 67. 55. 69, 38. 
73,27.56. 75,17. 77,64. 94,23. 105,26. 123,5; magdeburger 
Aesop 27,109. 169. 177. 36,11.53. 69,69. 74,49. 89,55. 91, 
15. 93, 65. 85. 95, 39. 101, 145. 195. 198. 273. sonst ist das wort 
bei den dichtem recht selten, häufiger nur im laiendoktrinal (s. 49. 
57. 62. 80. 95. 111. 136. 171. 202). 

40. Dat he en enen könink wolde geven, dat se in dwange 
möchten leven Eeinke 2203. 

43. Des depen waters grünt holsteinische reimchronik 152. 

L i t z m a n n , Die Taboln Gerhards von Minden. 16 



242 46. 47. 48. 

46. mis' vom verbum getrennt (Mnd. Wörterbuch 3, 95a) finde 
ich noch Demantin 3741 sal ich nu misse haben gesen und. fast- 
nachtsspiele 3, 287 des dodes gan toi 7iicht mis. 

47. der werlde rink finde ich sonst nur noch bei Jeroschin 
(s. 211). 

48. överlink ist im Mnd. Wörterbuch 3, 268a nur durch unsre 
stelle belegt. 

47. 

Eine anspielung auf diese fabel bildet vielleicht minners an- 
klagen 210 Du wult in minen vot den dorn stehen gar ane tnine schult. 

4. plage (Mnd. Wörterbuch 3, 335a) hat Gerhard noch 64, 33. 
78,24. 94,59. 115,11. 181; plagen (ebenda 3,335b) 115,24. 

8. Lies otmödich. 

13. to sinne komen steht gewöhnlich unpersönlich in andrer 
bedeutung: vgl. Mnd. Wörterbuch 4, 209 a und lübecker totentanz 369. 

15. in suchter mote „in krankem angang, herankommend w4e 
ein kranker", ein allenfalls vergleichbares beispiel steht im Mnd. 
Wörterbuch 3, 126a, 50. erhörter wäre sicher mode, was ich aber 
der Überlieferung und des reims wegen trotz 2, 3. 4 nicht ein- 
setzen mochte. 

16. scre vot auch magdeburger Aesop 23,14. 

17. jamers teken minners anklagen 345; tekene des levendes 
Eeinke 3377. 

18. sik vorsinnen fehlt im Mnd. Wörterbuch: magdeburger 
Aesop 54,30. 81,84. 85,28. 

23. Eine königliche löwengrube wird auch 73, 29 und Mos 
480 erwähnt. 

25. vorverlicheit fehlt im Mnd. Wörterbuch. 

34. spar „Schonung" (in derselben Verbindung noch 81, 12. 
83, 19) fehlt im Mnd. Wörterbuch, auch hochdeutsch ist das wort 
nicht vorhanden. 

37. ernsthachtich (Mnd. Wörterbuch 1, 725b) noch Reinke 5554. 
s. 63 Lübben. 

grimmich (noch 98, 29) fehlt im Mnd. Wörterbuch. 

39. bilde ist hier wohl „vorbild, vorbildliche handlungsweise" 
(Mnd. Wörterbuch 1, 220 a). 

41. ivunderwerk (noch 70,17) fehlt im Mnd. Wörterbuch. 

48. 

7. behaften in diesem sinne (noch 73, 62. 83, 30. 115, 28. 201) 
fehlt im Mnd. Wörterbuch 6,38 b. • 



48. 49. 243 

10. ane were Än&ehrms 1205; magdeburger Aesop 25,34. 26, 
38. 36, 6. 84, 6. 26. 103, 6. 37; Stephan 1076. 4923. sunder 
were (54,26. 87, 4) gandersheimer reimchronik 1141; magdebiirger 
Aesop 32,33. 58,50. 69,50; redentiner osterspiel 1425; Stephan 
651. 1492. 4846; trierer Theophilus 360; Valentin 1120; verlorener 
söhn 746. 

jo iovoren „gleich von vornherein" steht noch radbuch 5, 115. 
8,18; Reinke^ 4948. 5403; helmstädter Theophilus 414. 

12. milde (Mnd. Wörterbuch 3,91a) ist in der niederdeutschen 
dichtung verhältnismässig selten, es steht noch: 30; Facetus 118, 1; 
vom holze 566; Lübben, mitteilungen s. 4. 5; magdeburger Marga- 
rete 132; Marina 11; redentiner osterspiel 302. 

15. krassen (Mnd. Wörterbuch 2, 560 a) steht auch Claus bur 
189. 752. 

24. barme y das noch im Stockholmer Theophilus 746 vorkommt 
(Mnd. Wörterbuch 1, 153b), wird vom metrum gebieterisch verlangt. 

25. 26. „Er versprach es gesund zu machen und den dorn 
sicher zu finden.'^ 

28. Dieselbe wendung Anseimus 162; bordesholmer Marien- 
klage 127. 882; magdeburger Margarete 738; Yeghe 428,40. 

29. mit vlite (noch 74, 30) oder häufiger mit vlit ist eine der 
häufigsten, weil reimbequemen füllformeln in der niederdeutschen 
dichtung. nur wenige beispiele: Facetus 50, 1; gandersheimer reim- 
chronik 322. 470. 492. 520. 809. 1320. 1657. 1826; laiendoktrinal 
s. 150; lübecker totentanz 21. 132. 183. 240. 315. 455. 774. 
1073. 1113. 1245. 1407. 1459. 1568; magdeburger Aesop 7,20. 
29,74. 47,30. 62,42; reimbüchlein 583. 1181. 1223. 1339. 2732. 
2997. 3412; Reinke 459. 566. 1419. 1614. 1621. 3439. 3607. 
4014. 4042. 4967. 5229. 5574. 5956. 6222; Stephan 343. 1137. 
3172. 4143. 4885. 5608. 5712; Stricker 79. 167. 593. 963. 1060. 
2097. 2119. 2283. 2305. 2408. 2602. 2672. 2678. 2836. 2899. 
2914. 3118. 3710. 3736. 4484. 4487. 4614. 4646. 4896. 5305. 
5542; Sündenfall 2759; trierer Theophilus 285. 

31. unbarmich fehlt im Mnd. Wörterbuch. 



49. 

1. dere unde vögele Reinke 356. gewöhnlich umgekehrt vögele 
unde dere fexbendeutimg 155; laiendoktrinal s. 52; magdeburger 
Aesop 25, 6. 54. 94,32; Reinke 1799. 2578; sündenfall 1738. 

dert (Mnd. Wörterbuch 1, 507a) findet sich noch 103, 15; hahii- 
reierei 1341; scriba 49; sündenfall 1865; vitulus 582. 735. 

16* 



244 49. 

5. hf, pris und ere köker s. 326; Stricker 2092. 3501. 5116. 
pris, lof und ere Stricker 5167. 

8. dusent par noch 118, 22; Eberhard von Cersne, minne- 
regel 99. mannich par 50,12. 70,17. 73,41; Reinke 3292. der 
magdeburger Aesop kennt das wort nicht, vgl. im allgemeinen Mnd. 
Wörterbuch 3,302b, wo Marina 99, reimbüchlein 2858 und sünden- 
fall 1738 nachzutragen sind. 

10. her (noch 26. 56. 115,73. 117. 150. 212) fehlt im Mnd. 
Wörterbuch. 

11. vörsie rik ist das Hebüngsepitheton Bertholds von Holle 
ftlr seine beiden: Demantin 910. 1176. 1190. 1960. 2562. 2630. 
2690. 3083. 4620. 5102. 6280. 6826. 7241. 7246. 11116. 11265. 
11411; Darifant 63. 204; Krane 741. 1203. 1314. 1420. 1683. 
1873. 2110. 2155. 2712. 3152. 3611. 3724. 3864. 4055. 4279. 
4449. 

14. tor sülven tit holsteinische reiraclironik auszug 39; Lübben, 
mnd. gedichte 6,45; Reinke 347; Stephan 4507. 4938; Stricker 
2381. an der sülven tit (51, 7) habe ich sonst nicht gefunden. 

16. perlement (Mnd. Wörterbuch 3,303b) noch 70,48. 81,13; 
hahnreierei 510; laiendoktrinal s. 38. 

20. sik iekenen fehlt im Mnd. Wörterbuch 4, 520a. 

32. vlege ist hier „Unterwerfung" (Mnd. Wörterbuch 5, 268b). 

35. spisse „schlachtreihe" (Mnd. Wörterbuch 4, 331b) hat Ger- 
hard noch 115,89. 101. 148. 167. 190. vgl. ferner bücher der 
könige s. 7. 8. 9. 33. 34. 82. 83; schlacht bei Hemmingstedt 112; 
Hennenberg 125. 146; reimbüchlein 3219; sächsische weltchronik 
359,27; Stephan 5852. 

36. missen (Mnd. wöi-terbuch 3, 101b) findet sich noch 115,90; 
Daniel von Soest, gemeine bicht 360; vom holze 59; scriba 319. 

44. Reflexives ie7i hat Gerhard noch 90,28, beidemal in an- 
dern bedeutungen als die im Mnd. Wörterbuch 4,528 b angegebene. 

47. tor sülven stunt Anseimus 1030; Barbam 326; Daniel 
von Soest, dialogon 1630; Eschenburg, denkmäler s. 264; Flos 99. 
121. 337. 877; kranichshals 54; Lübben, mitteüungen s. 5; magde- 
burger Margarete 298; Reinke 124. 1094. 3666. 3904. 4389. 4904. 
6720; Stephan 3548; Stricker 3594; sündenfall 1500; Valentin 
277. 609. 745. 996. 1087. 1165. 2315. 2433. 2569. 2589. to 
den sülven stunden 101, 38; Barbara 292; Eschenburg, denkmäler 
s. 236; vom holze 354; laiendoktrinal s. 96; Reinke 131; Valentin 
1130. an disser sülven stunt 55, 34; diese form der phrase habe 
ick sonst nicht gefunden. 



49. 50. 51. 245 

48. Mit losen vünden ser behende Reinke 4297. 

behende (Mnd. Wörterbuch 1, 196a) finde ich noch Dorothea 28; 
köker s. 356; magdeburger Aesop prolog 3. 30,32. 67,30. 87,27. 
101,6. 102,77. 90. 114; redentiner osterspiel 101; sündenfaU 
1683. zur bedeutung vgl. Seelmann zu magdeburger Aesop prolog 3. 

51. Reflexives wesseln fehlt im Mnd. Wörterbuch 5,698a. 

55. afnemen „foitnehmen" ist im Mnd. Wörterbuch 1, 30a nicht 
belegt. 

62. up beden schuldern dregen noch reimbüchlein 1153. 2334. 

50. 

2. dorch dorsies not auch magdeburger Aesop 92,37; dorstes 
not Lübben, nmd. gedichte 5,25. 

5. klenheit fehlt im Mnd. Wörterbuch, gebräuchlicher ist kle- 
nicheit (ebenda 2,478b), das vielleicht auch hier einzusetzen ist. 

6. Der Singular tünch steht im selben sinne 87, 6. 9. 

16. dorn ,,dombusch" (Mnd. Wörterbuch 1, 551b) steht noch 
89,52. 55. 101,1; magdeburger Aesop 26,31. 38,1. 90,61. 

btisch (Mnd. Wörterbuch 1, 458a) finde ich noch 113, 43; 
magdeburger Aesop 81,45. 86,12. 90,62. 102,69; Stephan 2843; 
Tunnicius 30. 347. 349. 653. 

21. slan up „beachten" (Mnd. Wörterbuch 4, 228a) auch 65, 16; 
Yeghe 43,22. 110,29. 

51. 

2. afsterven (Mnd. Wörterbuch 1, 38 a) findet sich noch Eber- 
hard von Cersne, minneregel 3594; holsteinische reimchronik 266; 
köker s. 303; Stricker 4208. 

sorge (noch .54,7. 78,55. 87,10) und sorgen (76, 29. 121,58) 
fehlen, obwolü ziemlich häufig, im Mnd. Wörterbuch. 

4. bitfer pin noch bordesholmer Marienklage 189; Lübben, 
mnd. gedichte 17,64; sündenfall 1628. 3252. 

11. lives not noch 89, 25. 117,79; Daniel von Soest, gemeine 
bicht 3260. dialogon 671; Eberhard von Wampen prolog 87.4,7; 
köker s. 318; magdeburger Aesop 53, 97. 90, 32. 101, 111 ; nd. Jahr- 
buch 11,120; redentiner osterspiel 819; Reinke 4615. 

12. Lies nümment und in den lesarten nemant, 
14. minschengraf fehlt im Mnd. Wörterbuch. 

17. vorwarer (Mnd. Wörterbuch 5, 497 b) steht noch Yeghe 4, 29. 
19. vründe unde mage noch 94, 17. 120, 23; Daniel von Soest, 

dialogon 841; Eschenburg, denkmäler s. 239; kaland 275; köker 



246 51. 52. 

s. 372; laiendoktrinal s. 64. 100; Lübben, mitteilungen s. 10; magde- 
burger Aesop 94,37. 100,60; Reinke 2177; trierer TheopMlus 92. 
umgekehrt mage unde vründe Demantin 1941 ; Lübben, mitteilungen 
8.8; magdeburger Aesop 65,9. 100,150; Reinke 1899; trierer 
TheopMus 173. 

22. na der vründe sede noch 73,5; Stephan 3144. 

30. sinnen (Mnd. Wörterbuch 4, 2l3b) ist 63, 18 mit van kon- 
stniiert. 

37. redden (Mnd. Wörterbuch 3, 438a) finde ich mu* noch 66, 91. 
112,30. 

42. De lüisen in den hohen schHven 112,57. 

44. leve nicht „lieber", sondern „lebendiger", die form ist 
entweder ein nach niederdeutscher weise verkürztes participium 
praesentis oder eine neubildung nach dem muster von dode. eine 
genaue parallele ist redentiner osterspiel 84 We waket so lef den 
doden also den leven; vgl. Schröders anmerkung. 

kunt fehlt im Mnd. Wörterbuch, obwohl die damit gebildeten 
phrasen recht häufig sind, kunt don Brandan 958; Claus bur 223; 
dieb von Brügge 707; Eschenburg, denkmäler s. 240; Flos 1436; 
Hölscher, geistliche Heder 10, 8, 1. 18,2; laiendoktrinal s. 52. 64. 
89; Marina 110; reimbüchlein 2213; Stricker 5235; Sündenfall 79. 
264. 282G; Valentin 2234. 2257. kunt sin 120,31; Marienklage 
247; Reinke 165; Valentin 1109. 1722. A:mw< Twa/re/i laiendoktrinal 
s. 54; radbuch 7, 6; sündenfall 1454. kunt werden 76, 43; dieb 
von Brügge 674; Eschenburg, denkmäler s. 260. 264; farbenkranz 
147; Hölscher, geistliche lieder 10,3,2. 39,5,5; vom holze 458. 
488. 584; Marina 255; reimbüclüein 1200. 1414; sündenfaU 1992; 
Valentin 610. 746. 2434. 2590; Stockholmer vogelsprache prolog 10. 

53. 

3. Küscheit is er Ze/* klosterallegorie 179; dat se küscheit hebben 
lef Stephan 1107. das wort fehlt im Mnd. Wörterbuch. 

6. laden in diesem prägnanten sinne scheint sonst nicht weiter 
belegt zu sein (Mnd. Wörterbuch 2,611b). 

9. Lies gi, 

12 — 14. Ich verstehe: „zwar kenne ich eiu*e Sinnesart (näm- 
lich: ihr wollt mit einem liebhaber nicht zufrieden sein); obwohl 
ihr mehr liebhaber habt, soll doch euer herz, herrin, an mir fest- 
halten." der sinn ist etwas gezwungen; vielleicht hilft einmal eine 
konjektur weiter, die sich nicht so nah an die Überlieferung hält. 

15. begeren (noch 98, 22) fehlt im Mnd. Wörterbuch. 



52. 53. 247 

18. wankelmot fehlt im Mnd. Wörterbuch. 
20. Derselbe vers 97, 50. ich kann das echt volkstümlich - 
sprichwörtlich klingende diktum sonst nicht nachweisen. 

53. 

1. up ene tu Reinke 2247. 3737. 

2. vornomen (Mnd. Wörterbuch 5,414 a) steht noch redentiner 
osterspiel 956; vgl. auch glossar zu den Chroniken s. 702 c. 

5. Lies weddem und in den lesarten wedderen. 

7. bilde (Mnd. Wörterbuch 1,357b) steht ferner 98,115; dieb 
von Brügge 125; gandersheimer reimchronik 716. 1578; magde- 
burger Aesop 31,35; Eeinke 3246. 

13. lesüheit „freundlichkeit" ist im Mnd. Wörterbuch 6, 198a 
nur durch unsre steUe belegt. die dabei versuchte konjektur 
(leidicheit) ist müssig, denn das wort ist richtig überliefert, wie 
lesich bei Yeghe 43, 26. 145, 26 (vgl. Jostes' amnerkung zu der 
ersten stelle) beweist, für das heutige vorkommen des wertes vgl. 
femer Greverus s. 348; Jellinghaus s. 137; Echterling s. 353. 

14. Lies gi. 

16. vunt vinden noch Daniel von Soest s. 399; laiendoktrinal 
s. 153; Reinke 1333. 1942; Stephan 3948. 3974. 

23. sone, vrede 42. umgekehrt vrede und alle sone sünden- 
faU 616. 

26. holt „wald" (Mnd. Wörterbuch 2, 289a) lieben beide f abel- 
dichter: Gerhard 55, 80. 56,8.29. 58,22. 71,12.20. 81,1. 88,1. 
92,51. 98,27. 102,5. 112,26. 115,206. 117,38; magdeburger 
Aesop 4, 44. 32, 32. 46, 42. 53, 46. 64, 40. 67, 36. 83, 48. 

28. Beide f abeldichter brauchen häufig -gader in den verbin- 
dimgen allegader und togader (Mnd. Wörterbuch 1,53b. 2,4b). bei- 
spiele: allegader Gerhard 70,73. 94,51. 57. 98, 96. 115,92. 162. 
121,9; magdeburger Aesop 7,40. 22,36. 46,28. 54,6. 71,82. 
95,22. 100,9. 101,30. 139.242. 102,137. 103,71; togader Gev- 
hard 93,6; magdeburger Aesop 25,7. 28,11. 47,12. 49,55. 187. 
231. 62, 7. 69, 3. auch sonst bietet fast jede dichtung ein paar 
belege. 

33. Weitere belege für sU'ken (Mnd. Wörterbuch 4, 239a): 102, 
20; Daniel von Soest, gemeine bicht 1126. 1766. 3264. dialogon 
1242; fastnachtsspiele 4, 64. 6, 101; hahnreierei 1231; köker s.341. 
351. 367; lübecker totentanz 113. 144; redentiner osterspiel 379. 
1076. 1869. 1985; reimbüchlein 2343. 3579; Stephan 4390; 
Stricker 2819. 2907; sündenfall 948. 1221. der magdeburger Aesop 
kennt das wort nicht. 



248 53. 54. 

36. hülen (Mnd. Wörterbuch 2,330a) noch 115,5; magdeburger 
Aesop 32,47; Reinke 4683. 5444. 6059. 6501. 6522. 
46. unirüweliken fehlt im Mnd. Wörterbuch. 

54. 

(«= Hoffmann 2.) 

2. schick (Mnd. Wörterbuch 4,87 a) auch 115,143. 

walgeraket Stephan 210. 1267. 1283; vgl. Mnd. Wörterbuch 
3, 415b, 44. 

4. Zu helve (noch 13. 31) vgl. Mnd. Wörterbuch 2,235b; Yer- 
such 2, 617; Greverus s. 345; Hoffmann s. 9; Echterling s. 211; 
Woeste 8. 97b; Schambach s. 78a. 

8. Der grüne woU ist formelhaft: 98,4; fuchs und hahn 162; 
Hölscher, geistliche lieder 35,1,1; redentiner osterspiel 474; Va- 
lentm 421. 1893. 

11. alhom (Mnd. Wörterbuch 1,53 b) ist hier wohl schwerlich 
„flieder", wie Hoffmann erklärt, sondern „ahom". 

linde (noch 93, 13) fehlt im Mnd. Wörterbuch. 

14. evene komen (Mnd. Wörterbuch 1, 751a) noch 80, 11. 81,19. 
113,15; Claus bur 785; Henselin 20,8; reimbüchlein 1270; Ste- 
phan 3841. 

15. Das de geht nicht, wie Hoffmann will, auf die bäume, son- 
dern auf die axt, wie Woeste (Zeitschrift für deutsche philologie 9, 225) 
ausführt imd Sprenger (Nd. Jahrbuch 13, 69) nochmals entdeckt hat 

21. Die wähl des hagedoms wird in fabel 93 erzählt, es ist 
das der einzige bei Gerhard vorkommende fall einer beziehung 
einer fabel auf eine andre. 

22. hagedom „Weissdorn" (noch 27. 89, 5. 93, 30. 84) fehlt 
im Mnd. Wörterbuch: bücher der könige s. 153. 105; magdeburger 
Aesop 33,25. 38,00. 90,5. 102,80. 160; radbuch 3,18. 20. 31. 
zur botanischen bestimmung vgl. Woeste Zeitschrift fiir deutsche 
phüologie 10,119. 

23. den hat schon Hoffmann eingesetzt. 

40. 41. Umgekehrt let und ungemak 78,38. 83,24; Demantin 
4962. 9415; Bi-andan 144; Eschenburg, denkmäler s. 258. 

42. exentüch ist im Mnd. Wörterbuch 1, 756 b nur durch unsre 
stelle belegt. Sprenger (s. 73) nimmt wohl mit recht einen ver- 
ächtlichen nebensinn in dem werte an und erinnert an kroptüch, 

vorheren (Mnd. Wörterbuch 5, 365a) noch 66,41. 82, 18. 83, 15. 
94,33; Schlacht bei Hemmingstedt 163; magdebiu-ger Aesop 33,46. 
61,12. 65,53. 71,72. 81,15. 93, 54. 101, 66; reimbüchlein s.xvn. 



54. 55. 249 

43. beven (Mnd. Wörterbuch 1, 308b) findet sich femer 95, 12; 
bordesholmer Marienklage 108. 670. 696; holsteinische reimchronik 
76; magdeburger Aesop 2, 15. 51, 3.^93, 26; Keinke 1374. 2110; 
Stephau 4588; Stricker 3477; trierer Theophilus 760; Stockholmer 
Theophilus 483; helmstädter Theophilus 278. 294. 

48. Umgekehrt schaden unde let reimbüchlein 2710. 

49. Massenhaft wird Salomo im laiendoktrinal zitiert. 



55. 

1. io ener stunt magdeburger Aesop 5,6. 15,1. 18,42. 20^2; 
Reinke 5710; Stephan 510. 3480. 

2. möten (Mnd. Wörterbuch 3, 126b) steht noch 94, 61 ; Stephan 
3742. 4938. daneben hat Gerhard entknoten (Mnd. Wörterbuch 1, 
682b) 71,1. 80,3. 102,24. weitere belege für dies compositum: 
magdeburger Aesop 15,21. 39,50. 59,6. 67,1. 87,71; Yeghe 
248, 32. 366, 36. 391, 5. ziun heutigen dialekt vgl. Yersuch 3, 190; 
Eichey s. 22; Jellinghaus s. 139; Hoffmann s. 13. 25; Greverus 
s. 350; Echterling s. 59; Woeste s. 67 b; Schambach s. 137a. 

4. halsbant (Mnd. Wörterbuch 2,178b) steht noch 46. 50. 74; 
magdeburger Aesop 103,19. 74; steinbuch 588. 

5. tacke (Mnd. Wörterbuch 4,503b) findet sich noch Hölscher, 
geistliche lieder 16, 3, 1; radbuch 10, 20. 73. zum heutigen ge- 
brauch vgl. Yersuch 5,7; Grevenis s. 347 ; Hoffmann s. 49 ; Echter- 
ling s. 487; Woeste s. 266b; Schambach s. 224a. 

9. sunder spot (noch 68, 36) Daniel von Soest, gemeine bicht 
3022; Dorothea 197; Eschenburg, denkmälei- s. 263; farbendeutung 
336.456; Hölscher, geistliche lieder 2,4,4. 13,9,1; laiendoktrinal 
s. 52. 54; lübecker totentanz 910; magdeburger Margarete 579; 
reimbüchlein 2205. 2657; Zeno 632. 

10. wal gevot magdeburger Aesop 39,12; Reinke 6195. 

12. mager fehlt im Mnd. Wörterbuch: 117, 30; magdeburger 
Aesop 53, 38. 59, 49. 63, 3. 

13. Dieselbe wendung 52. dat si di gesecht Anseimus 363; 
fastnachtsspiele 2,172; Stricker 328; Waldis, verlorener söhn 832. 

15. Über diese ellipse eines Subjektspronomens nach voraus- 
gegangenem obliquen casus (noch 101,33) handeln ausführlich Seel- 
mann zu magdeburger Aesop s. 166 und zu Yalentin 36 sowie 
Prien zu Reinke 127. zu den dort gegebenen reichlichen beispielen 
ist hinzuzufügen: Demantin 2251. 6523; Brandan 507; Claus bur 
69; Flos 37. 221. 1466; magdeburger Margarete 866; redentiner 
osterspiel 296; sündenfall 3822. 



250 55. 50. 

18. dort im sinne von „geben'' (Miid. wörterbucli 1,538a) ist 
im niederdeutschen ungemein liäufig: 104,24. 115,102; Deniantin 
6714. 8353; Krane 471. 759; Facetus 67,1. 68,4; fastnachtsspiele 
1,213; Flos 1316; magdeburger Aesop 4,10. 49,102. 87,62; 
Reinke 2719. 2749. 3008. 4825; scriba 564; Stephan 3514. 3630. 
3695. 3701. 3726. 3728. 3733. 5002; Stricker 3695; sündenfaU 
2707; Stockholmer Theopliilus 860; Valentin 970. 

21. naschen ist im Mnd. Wörterbuch 3, 160a niu* aus Voka- 
bularen belegt, ich finde es noch Steplian 4186. die bedeutiing 
ist „stehlen" oder „betteln". 

22. waschen (Mnd. Wörterbuch 5, 610 a) scheint hier euphe- 
mistisch vom auslecken gebraucht zu sein, im eigentlichen sinne 
steht vate waschen fastnachtsspiele 1, 113. 

24. mit stive ist sonst nirgends belegt, nach dem sonstigen 
gebrauch von stive (Mnd. Wörterbuch 4,405 b) wird es adverbiell 
„tüchtig, anhaltend" bedeuten. 

bestoppen (Mnd. Wörterbuch 1, 290b) steht ferner 84, 24; bücher 
der könige s. 3; Yeghe 102,17. 172,4. 199,6. 215,12. 264,17. 

25. dat kolde kennt das Mnd. Wörterbuch 2,516 b niu* in der 
bedeutung „kaltes fieber". hier wie auch noch an andern stellen 
(75, 4; gandersheimer reimchronik 208; Hennenberg 14; magde- 
burger Aesop 10,6) ist es einfach „kälte". 

26. sik wolden fehlt im Mnd. Wörterbuch 5,762 a. 
28. en selich leven trierer Theophilus 267. 

32. 7nit trüwen menen bordesholmer IVlarienklage 783; fai'ben- 
deutung 314; leberreime 30,5; lübecker totentanz 1143. 1663; 
radbuch 3,62; Stephan 1629. 2886.3110; sündenfaU 2794; tier- 
parlament 11. 

37. Vil dicke kumt he to groien dingen Stephan 4723. 

45. süs efte so reimbüchlein 2798; vgl. auch Tunnicius 378, 
ferner Haupt zu Erec ^ 1125 und Sievers Pauls und Braunes bei- 
trage 12, 498. 

53. wret (Mnd. Wörterbuch 5, 780a) findet sich ferner fast- 
nachtsspiele 3,160. 177. 257; laiendoktrinal s. 164. 187; magde- 
biuger Aesop 3, 43. 24, 2. 29, 104. 49, 196. 216. 56, 61. 69, 55; 
Eeinke 724; Stephan 99. 522. 1223. 

73. velich gan Yeghe 2,17; Mnd. Wörterbuch 5, 225a, 21. 

56. 

1. Über ti „gemeindeplatz" (Mnd. Wörterbuch 4,541b; Ver- 
such 5, 06; Woeste s. 271a; Schambach s. 229b; JeUinghaus s. 153) 



56. 57. 58. 251 

und seine örtliche Verbreitung vgl. Woeste Zeitschrift für deutsche 
Philologie 9, 224; Jellinghaus Nd. korrespondenzblatt 5, G3; "Weither 
'Nd. Jahrbuch 6, 7; Damköhler und Walther Nd. korrespondenzblatt 
19,61. ich finde es noch Daniel von Soest s. 398; Eberhard von 
Oersne, minneregel 484. 

22 en böse hunt ane schemde magdeburger Margarete 266. 

27. Dat is getrüwer lüde reckt magdeburger Aesop 23, 65. 

28. Derselbe vers magdeburger Aesop 81, 62. 

30. beholt (Mnd. Wörterbuch 1,201a) noch 90,7; magdeburger 
Aesop 81,64. 92,66. 112. 

36. bleken „bellen'' (Mnd. Wörterbuch 1, 355 a) steht noch Daniel 
von Soest s. 394; magdeburger Aesop 81,78; redentiner osterspiel 
218. 1897; reimbüchlein 1803; scriba 281; Tunnicius 29. 45. 682. 
848. 1271. 1351. zum heutigen gebrauch des wertes vgl. Yer- 
such 1, 94; Greverus s. 350 (wo bieten wohl druckfehler ist); Echter- 
ling s. 53; Woeste s. 34a; Die deutschen mundarten 2, 135. 

57. 

5. Über driven (Mnd. Wörterbuch 1, 577a) vgl. Ettmüller zu 
Theophüus 625. 

9. unvledicheit (Mnd. Wörterbuch 5, 85 b) finde ich noch kaland 
1094. 

19. bedüden und düden im sinne moralischer auslegung (Mnd. 
Wörterbuch 1,178a. 591a) haben beide fabeldichter: Gerhard 59, 11. 
67,53. 93,85; magdeburger Aesop 1,19. 2,55. 3,132.4,52. 
39,85. 58,39. 69,66. 73,15. 78,23. 84,27. 88,51.67. 93,60. 
61. 101, 304. 306. 310. 102, 161. 

20. Schalk (Mnd. Wörterbuch 4,41a) hat Gerhard noch 99,44. 
102,4. 

unbescheden (Mnd. Wörterbuch 5, 19 b) steht noch magdeburger 
Aesop 15,58. 79,44. 82,30; reimbüchlein 1261. 

21. It is en gek, de neu strafen liden mach Tunnicius 1210. 

68. 
(= Hofl'mann 10.) 

7. arii als maskuliniun kann ich sonst nicht nachweisen; über 
das femininum, das noch Jellinghaus s. 118, Woeste s. 12 a imd 
Schambach s. 13a anführen, vgl. Mnd. Wörterbuch 1,128b. 

8. Dieselbe phrase (Mnd. Wörterbuch 3, 3 a) finde ich noch 
Daniel von Soest, gemeine bicht 3241; köker s. 336; magdeburger 



252 58. 59. 60. 

Aesop 27, 136; Reinke 4478: Stricker 732. 1012; sündenfall 3238. 
3726: Tunnicius 1020. 

9. in böser iicht sündenfall 210. 

10. gicht ist natürlich nicht, wie Hoffmann wiU, „bekenntnis^, 
sondern „in irgend etwas, einmal''. 

14. Diese alliterierende Verbindung scheint sonst nicht vorzu- 
kommen. 

wacker (Mnd. Wörterbuch 5, 571b) finde ich noch Stephan 2628. 

15. nederwerpen fehlt im Mnd. Wörterbuch, in andrer bedeu- 
tung steht es 66,94. 102,52; magdeburger Aesop 4,45. 39,82. 

garve (Mnd. Wörterbuch 2, 15 b) steht noch 17; lübecker toten- 
tanz 1166; magdeburger Aesop 64,29. 35; sündenfall 1201. 1215. 
1229. 

18. menne steht im reim radbuch 5, 146. 

20. vorke (Mnd. Wörterbuch 5,375a) steht femer magdeburger 
Aesop 64,38; Reinke 676. 1194; Veghe 128,18. für den heutigen 
dialekt vgl. Versuch 1,441; Woeste s. 306a; Schambach s. 276b; 
Die deutschen mimdarten 5, 56. 

25. Die phrase (noch 113,55) wie überhaupt reflexives richten 
in diesem sinne fehlen im Mnd. Wörterbuch 3,473a. 

59. 

3. enes wort spreken ist „seine sache führen": vgl. Mnd. Wörter- 
buch 5,773a. 

13. ernst (Mnd. Wörterbuch 1, 725a) ist in der niederdeutschen 
dichtung sehr selten. Gerhard hat es noch 70,6. 83,14. 125,31. 

60. 

Auf diese fabel wird angespielt minners anklagen 686 Dai 
secht dat schaj): nu se di vor und holt den wulf hüten der dar, 

9. lut maken Reinke 045. 1513; gelut maken 1472. 

12. er kernten hat Gerhard in drei bedeutungen: „ansehen" 
(hier), „erkennen" (70, 6) und „anerkennen" (120, 4); die beiden 
ersten sind im Mnd. Wörterbuch 1,721b nicht belegt. 

15. 16. „Meiner mutter stinune höre ich zwar, doch können 
mich fttsse und köpf (da ich sie sehe) nicht betiügen." die ein- 
setzung der nogation ist notwendig. 

20. vormörden (Mnd. Wörterbuch 5, 408a) steht femer Flos 
405; vom holze 24; Lübben, mnd. gedichte 4, 122; Stricker 5478; 
Valentin 211. 1586. 1729. 



61. 62. 63. 64. 253 

61. 

7. striken vom maier fehlt im Mnd. Wörterbuch 4, 435 b. 
14. entwerpen (Mnd. Wörterbuch G, 1 27b) finde ich noch farben- 
deutung 179. 237. 234; reimbüchlein 1935. 

63. 

3. in dem velde efie in dem wolde Keinke 2242. umgekehrt 
in dem wolde eder up dem velt 3216; wolde unde velde 2. 

22. selich is de (noch 68, 37) ist häufiger eingang von Sprich- 
wörtern: Henselin 18, 18; magdeburger Aesop 10, 105. 68, 25; 
Tunnicius 771. 824. 845. 1285. 

63. 

(= Hofi'mann 5.) 

2. iempel (noch 3. 13) fehlt im Mnd. Wörterbuch. 

3. afgot steht im Mnd. Wörterbuch 1, 24a ohne beleg. 

4. Über bidden mit dem dativ vgl. Lübben zu mnd. gedichte 
1, 210. 

12. Die naheliegende bessenmg hat schon HofEmann. 

14. Diese mittelhochdeutsch so häufige wendung kommt auch 
niederdeutsch nicht gar so selten vor. weitere beispiele: dieb von 
Brügge 608; fuchs und hahn 104; kranichshals 22a; Reinke 454. 
3192. 4131; Stephan 2331; sündenfall 154; Yalentin 113; ver- 
lorener söhn 533. 913; Zeno 509. 

17. dumm>e man noch 68,9. 87,22; Krane 832; magdeburger 
Aesop 36, 21. 80, 66. 

18. Altohant do he gnade sinnende was Stockholmer Theo- 
philus 591; tohant do se gnade san helmstädter Theophilus 344. 

64. 

4. vrisch (Mnd. Wörterbuch 5, 535 a) ist hochdeutsches lehn- 
wort; das echt niederdeutsche versch (ebenda 5, 243 b) hat Ger- 
hard 72, 5. 

9. „Das ist deine alte art zu leben", diese bedeutung von 
lif fehlt im Mnd. Wörterbuch 2, 705 b. 

11, up den wan magdeburger Aesop 5,12. 45, 9. 71,51; up 
düssen wan 39,39; uppe wan 36,32. 

17. Dieser fluch (genau so noch 98, 44; vgl. Hof&nann zu 
19, 44) ist in der niederdeutschen dichtung häufig und hat ver- 
schiedene formen: Schlacht bei Hemmingstedt 16; Henselin 20,18; 



254 64. 65. 

lübecker totentanz 1183; radbuch 8, 66. 9,60; reimbüchlein 1336; 
Reinke 1130 (vgl. HofPmanns und Lübbens anmerkung). 6028; 
Stockholmer vogelsprache 32,4; münchener vogelsprache 26,7. 

18. „Wenn du nicht meiner ansieht nachfolgst, vgl. zu 8, 22. 

19. Darmit he mi tor erden warp Reinke 3334. 

22. utbreken (Mnd. Wörterbuch 5, 143 b) ist „ herausreissen " 
wie magdeburger Aesop 8,44; Reinke 635. 5298. 

24. Man könnte auch en schere bessern. 

29. Die besserung nach der gleichlautenden zeile magdeburger 
Aesop 28, 49. weitere beispiele für weke geven im Mnd. Wörter- 
buch 5, 657 a, 20. 22. 40. häufiger ist weke nemen: zu den bei- 
spielen im Wörterbuch kommen hinzu Stephan 3161. 4259, Valentin 
944 und verlorener söhn 650. 

33. kaf ist im niederdeutschen die häufigste bildliche Verstär- 
kung der negation (Mnd. Wörterbuch 2, 416a). ausser den im Wörter- 
buch angeführten stellen vgl. Daniel von Soest, gemeine bicht 627. 
2048; fastnachtspiele 5, 87; Hölscher, geistliche lieder 43, 7, 3; 
magdeburger Aesop 13,30. 58,20. 63,22; Stephan 3518; Valentin 
444. 1655. 

37. enkrigich (im Mnd. Wörterbuch 1, 643a nur durch unsre 
stelle belegt) will Sprenger (Nd. Jahrbuch 13, 74) durch annähme 
einer dittographie beseitigen und krigich dafür lesen, das geht 
nicht nur aus metrischen gründen nicht an, sondern wir haben 
auch in dem gleichbedeutenden as. enstrtdich in den Prudentius- 
glossen (Heyne, Kleinere and. denkmäler s. 116b) eine genaue 
parallele. 

39. 40. „Eine hoffnung ist immer (bei dem kämpfen) dabei, 
(nämlich die, dass der maim die frau zu seiner meinung bringt), 
wenn sie auch (manchmal) ein böses resultat erzielt '^. 



65. 

1. vlet (Mnd. Wörterbuch 5, 271b) steht noch 27. 68; magde- 
burger Aesop 2,4. 24. 3,1. 78. 5,1. 26,3. 29,05. 87. 91. 39,24. 
88, 13; Stockholmer vogelsprache 76, 4; münchener vogelsprache 
15, 4. 

3. dik (Mnd. Wörterbuch 1, 516 b) bedeutet niederdeutsch so- 
wohl „teich" als „deich", was nicht immer genau zu entscheiden 
ist. Gerhard hat es noch 102, 19. weitere beispiele: vom holze 
668. 085; magdeburger Aesop 6,11. 13. 28. 39,47. 94,6; Reinke 
5674; Stephan 1166; Valentin 168; münchener vogelsprache 24,1. 



65. 255 

6. Ich verstehe: „das macht mühe", womit die speisef orde- 
rung der arbeiter begründet werden soll, allerdings fehlt es an 
parallelen für diesen gebrauch von arbeden (vgl. Mnd. Wörterbuch 
1, 122a. 6, 23b). dorch (die handschrift hat sonst überall durch) 
zu belassen scheint mir nicht angängig, da ich keinen weiteren 
beleg für solche trennung der praeposition von ihrem zugehörigen 
Substantiv habe. 

12. Über över (noch 104,29) vgl. Nissen s. 120. 

16. bone als bildliche Verstärkung der negation (Mnd. Wörter- 
buch 1,384b) noch 125,63; lübecker totentanz 1300; visio Phili- 
berti 551; Keinke 1698. 3579; Stephan 5430. 

19. „Macht euch ungehindert ans werk!" ich hätte aus- 
rufungszeichen nach vri setzen sollen. 

22. kuckuk (Mnd. Wörterbuch 2, 591a) ist sonst nur name des 
Vogels, hier steht es ganz im sinne des mhd. gouch. 

25. up enen dach noch 66, 5. 93, 6. 98,59. 121,3; magde- 
burger Aesop 14, 8. 47, 3. 59, 51. 65, 5. 85, 7. 102, 6; Keinke 1451. 
1797. 4580. 

33. to allen iiden bordesholmer Marienklage 874; Eschenburg, 
denkmäler s. 237. 240. 252. 260. 262; Facetus 19,1; ganders- 
heimer reimchronik 328; kaland 439. 526; laiendoktrinal s. 3. 41. 
70. 131; lübecker totentanz 364. 1454; magdeburger Aesop 8,66. 
25, 57. 29, 55. 58, 23. 74,57. 95,33; radbuch 10, 71; reimbüch- 
lein 2263; Keinke 5345. 6838; Stephan 318. 949. 1915. 4015. 
4933; Stockholmer Theophilus 286; Valentin 640; verlorener söhn 
379; Waldis, verlorener söhn 180; Zeno 194. to aller tit 78,53; 
Facetus 12,2. 20,1; kaland 171; laiendoktrinal s. 76. 85; minners 
anklagen 744; magdeburger Aesop 24, 47. 29, 83. 56, 66. 77, 26. 
102, 83; reimbüchlein 1214. 1324; Keinke 530. 5410; Stephan 461; 
Waldis, verlorener söhn 981. 1082. 

39. spok ist im Mnd. Wörterbuch 4, 335 b nur als „gespenst" 
belegt, was auch sonst überall die bedeutimg des wortes ist. hier 
muss es etwa „scherz" oder „lärmendes spiel" oder „unangenehmes 
aufsehen" oder etwas ähnliches heissen; vgl. Versuch 4, 961; Woeste 
s. 251a; Schambach s. 205b; Paul, Deutsches Wörterbuch s. 430a. 

43. Weitere belege für over (Mnd. wöi-terbuch 3,250b): Eber- 
hard von Cersne, minneregel 1638. 4128. 4131; fastnachtsspiele 
5,306; magdeburger Aesop 29,45. 62; Keinke 5737; Timnidus 
1092; Veghe 45, 30. 

45. schricht (Mnd. Wörterbuch 4, 135 b) noch laiendoktrinal 
s. 130; magdeburger Aesop 27, 72. 



i 



256 65. 66. 

47. mit alle juwer macht Reinke 3220. häufiger ist mit macht: 
dieb von Brügge 476; Schlacht bei Hemmingstedt 214; visio Phili- 
berti 377; Reinke 2076. 2967. 6201; Stephan 573; Waldis, ver- 
lorener söhn 122. 

51. sökehake fehlt im Mnd. Wörterbuch. 

52. hoppenstäke fehlt im Mnd. Wörterbuch: bauemkomödien 
s. 214; Lauremberg 4, 200. 

60. mannigen dach noch 75,6. 76,22. 92,5. 104,3. 117,20; 
magdeburger Aesop 15,6. 29,17. 41,3. 71,15. 93,32. 94,5. 

71. Dass Simson durch eine frau betört wurde, erwähnt auch 
Stricker 920. 

72. den dot nemen ist ein liebÜngsausdruck Bertholds von 
HoUe: Demantin 2646. 2730. 3268. 3286. 3364. 3897. 3913. 
4026. 4070. 4188. 4214. 4232. 4249. 4634. 4693. 5290. 5511. 
6788. 7264. 9272. 9412. 9609. 10460. 11018. 11071. 11089; 
Krane 227. 298. 338. 1903. 2348. 3787. 4352. sonst finde ich 
ihn nur Reinke 1932 imd Zeno 1240. 

66. 

8. över mer entspricht genau mhd. über mer: Demantin 2145. 
10212; Hennenberg 157; magdeburger Aesop 49, 72. 65, 8; Reinke 
2547; Segler 20; trierer Theophilus 321; stockliolmer Theophilus 
638; helmstädter Theophilus 393. 

10. Vormünder (Mnd. Wörterbuch 5, 408b) steht noch Krane 
3983; dieb von Brügge 348; lübecker totentanz 1154; Stephan 
4698; Zeno 1478. 

12. Iielt (noch 125, 73) ist im niederdeutschen nicht so selten, 
wie es nach Mnd, Wörterbuch 2, 235 b scheinen könnte, belege: 
holsteinische reimclironik 456; köker s. 341. 369; Marien rosen- 
kranz 153; redentiner osterspiel 103. 111. 195. 866. 956. 957. 
960; Stephan 2309; Stricker 147. 208. 509. 761. 1283. 1503. 
1815. 4496; trinker 224. der magdeburger Aesop kennt das 
wort nicht. 

13. an herten unvor saget magdeburger Aesop 65, 12. 
20. Hier scheint ein wort zu fehlen; etwa jümmer? 

23. ankliven (Mnd. Wörterbuch 1, 94a) steht noch 94, 25. 66; 
Daniel von Soest, gemeine bicht 416. 793; magdeburger Aesop 
21, 36. 25, 47. 27, 153. 164. 28, 65. 64, 53. 65, 18. 71, 29. 
86, 85. 89, 46; redentiner osterspiel 95; Stephan 3441. 50Q1. 

28. van stunt noch 109, 27; van stunden an 67, 3G; vgl. 
3l72d. wöi-terbuch 4, 450 b. 



66. 67. 257 

36. sckrul (Mnd. Wörterbuch 4, 142b) findet sich noch 75, 8; 
fastnachtsspiele 1, 23 (vgl. Seelmanns anmerkung). 172. 256. 302. 
358; köker s. 318; lübecker totentanz 1271; reimbüchlein 3425. 

40. entliven (Mnd. Wörterbuch 1, 681b) noch 89, 18; magde- 
burger Aesop 52, 54. 65, 52. 75, 20. 90, 22. 

43. loven unde sweren Keinke 4596. 
vhsch vorloven Reinke 363. 

44. schapekoven fehlt im Mnd. Wörterbuch: magdeburger Aesop 
65, 58. 

57. Derselbe vergleich Henselin 17, 18; kaland 822; lübecker 
totentanz 916; magdeburger Aesop 65, 71; redentiner osterspiel 1489 
(vgl. Schröders anmerkung); scriba 36; Stockholmer Theophilus 784; 
helmstädter Theophilus 532. 

58. dwas (Mnd. Wörterbuch 1, 610a) ist ungemein häufig bei 
den niederdeutschen dichtem, weitere belege: 120, 14; vom holze 
484; laiendoktrinal s. 84. 172; Laiu'emberg 3, 48 (der das wort 
als holländisch bezeichnet), epilog 75; magdeburger Aesop 54, 24. 
38. 65, 72; proverbia communia 216. 279. 282. 321. 464. 465.466. 
467. 468. 469. 525; radbuch 5, 170; redentiner osterspiel 1488; 
reimbüchlein 2968. 3392; Reinke 2878. 5142; Stockholmer Theo- 
philus 857; helmstädter Theophilus 607. 624; Tunnicius 382. 385; 
Valentin 1864; Yeghe 34, 22. 48, 15. 108, 31. 128, 29. 156, 19. 
22. 196, 16. 230, 18. 234, 34. 259, 36; vitulus 90; Stockholmer 
vogelsprache 71, 3. 79, 2; münchener vogelsprache 5, 2. vgL auch 
Hoefer zu Claus bm* 190; Ettmüller zu Theophilus 602; Bartsch, 
Über Karlmeinet s. 278. 

68. re felüt im Mnd. Wörterbuch. 

76. to valle bringen noch Stephan 3950. 4149. 

78. Diese stelle gehört zu den mittelhochdeutschen beispielen 
verschobener verba, die Haupt zu Erec^ 5812 zusammengestellt hat. 

92. apenvlesch fehlt im Mnd. Wörterbuch. 

100. „Mag ich sprechen oder mag ich schweigen, stets be- 
:gehe ich einen fehler", breken in dieser bedeutung (Mnd. Wörter- 
buch 1, 419 b) steht noch 108, 31; Lübben, mitteilungen s. 7; reden- 
üner osterspiel 596. 609; Stephan 946; sündenfall 2096. 

2. to woneneplegen (73, 39. 77, 2) noch Facetus 138, 3; gan- 
•dersheimer reimchronik 905; vom holze 482; magdeburger Aesop 
27, 56. 77, 5. 102, 80. 

4. up en M „auf gut glück" noch 100, 6; Krane 2992; 
magdeburger Aesop 37, 6. 

Leitzmann, Die fabeln Gerhards von Minden . *^ 



258 67. 68. 

11. melde mi nicht Daniel von Soest, gemeine bicht 2518; 
woldestu mi melden nicht dialogon 592. 

12. an rechter bicht noch 105, 11. in rechtei' bicht Daniel von 
Soest, gemeine bicht 2092. 2517; dat wil ik recht bichten dialogon 
1206. über ähnliche formein vgl. Schröder zu redentiner oster- 
spiel 1856. 

20. domehusch fehlt im Mnd. Wörterbuch. 

31. pels (Mnd. Wörterbuch 3, 315 b) steht noch 113, 61; köker 
s. 333. 334. 371; magdeburger Aesop 47, 96. 53, 72. 101, 177; 
redentiner osterspiel 1839; Tunnicius 520. 

enem dat wamß neien ^ einen brav prügeln" Versuch 3, 215. 

32. vorweien ist im Mnd. Wörterbuch 5, 499 b nur in eigent- 
licher bedeutung belegt, afweien in übeiiragenem sinne im magde- 
burger Aesop 87, 108 kann man nicht vergleichen, da es aus dem 
vorstellungskreise der vorhergehenden fabel verständlich wird. 

45. Man könnte zweifelhaft sein, ob bane „mordbusse, tod", 
wie Hoflinann s. 80 wiU, oder „bahn" bezeichnen soU (Mnd. Wörter- 
buch 1, 147b). die stelle 115, 180, wo das wort nochmals vor- 
kommt, legt die letztere auffassung als wahrscheinlich nahe, dann 
hätten wir das genaue gegenteil unsrer phrase in den leberreimen 
45, 7 nemant helpest up de ban. 

51. ogen utbreken ist der gewöhnliche ausdruck: magdebm^ger 
Aesop 25, 36. 100, 130. 132; Stephan 1276. 1277. 3377; ein 
prosabeispiel im Mnd. Wörterbuch 5, 143b, 36. 

55. Die besserung stammt von Michels. 

68. 

(= Hoffmann 8.) 
1. 2. Vgl. magdeburger Aesop 84, 3. 4. 

4. spotten ist im Mnd. Wörterbuch 4, 340 b nur aus Vokabu- 
laren belegt. 

13. Ich verstehe im engsten anschluss an die Überlieferung: 
„bis auf dich allein, wirfst du mir nun vor". HofPmanns lesimg 
men du alene du strafest mi entfernt sich zu weit von der hand- 
schrift. Sprenger (Nd. Jahrbuch 13, 71) fasst alene als konjunktion: 
ane dt, alene du strafest mi; auch diese geringere änderung ist,, 
glaube ich, unnötig. 

14. Sprenger (ebenda) liest alle doch, aldach und aJ, den dach 
(88, 9; magdeburger Aesop 71, 69. 96, 9; reimbüchlein 2374) sind 
zwar bei weitem häufiger, doch ist auch allen dach nicht unerhört 
(Lübben, mitteilungen s. 2; magdeburger Aesop 2, 26) und hätte 
belassen werden können. 



68. 69. 70. 259 

19. drossel fehlt im Mnd. Wörterbuch: köker s. 365; magde- 
burger Aesop 79, 20. 

22. Doch ko9'de ik gerne juwen sank, de, so mi duckte, soie 
klank sagt der fuchs zum raben im magdeburger Aesop 13, 31. 

söte sank laiendoktrinal s. 206; Yalentin 2595. 

26. Hoffmanns behauptung, schulen bedeute „sich versteckt 
halten aus bösem gewissen", ist, wie ein blick auf die belege im 
Mnd. Wörterbuch 4, 147b lehrt, gänzlich aus der luft gegriffen. 

69. 

13. tränen (Mnd. Wörterbuch 4, 606b) noch 22; köker s. 310; 
visio PhiHberti 23; Keinke 6331; trinker 187; Yeghe 376,37. 

24. heslan (Mnd. Wörterbuch 1, 274 a) vom fangen der vögel 
im netz auch lübisch-revalscher totentanz 368. 

31. Man kann an verde „gefährlicher ort" und „gang, weg" 
(Mnd. Wörterbuch 5, 236b) denken; beides kann gemeint sein, ich 
stehe nicht an auch in der gleichlautenden stelle im magdeburger 
Aesop 74, 42, wo dasselbe wort überliefert ist, Seelmanns kon- 
jektur hert zurückzuweisen, was uns geläufiger oder passender 
scheint, braucht darum nicht es auch für den alten dichter zu 
sein, zudem sehe man vers 14 der magdeburger fabel und be- 
denke, dass es für hert sonst keinen beleg giebt. 

35. vortvaren (Mnd. Wörterbuch 5, 480a) noch Stephan 2037. 

70. 

(= HofPmann 14.) 

3. Hoffmann schreibt unnötigerweise sinem, 

6 . ernst unde schimp reimbüchlein 1210; schimp eder ernst 2661. 

11. smide, kleder magdeburger Aesop 87, 17. 

sülver und golt (noch 77, 7. 99, 117. 104, 10), meist in dieser 
Verbindung, selten umgekehrt, gehört zu den häufigsten formein 
der niederdeutschen poesie, die man fast in jeder dichtung einigemale 
antrifft, eine beispielsammlung zu geben ist überfl.üssig. 

12. urit als praedikat des waldes auch 73, 37. 

20. Mit Sprenger (Nd. Jahrbuch 13, 71) en zu lesen ist un- 
nötig. 

25. kertogen, greven Yalentm 53; heriogen unde greven lübecker 
totentanz 201. 

26. apenve fehlt im Mnd. Wörterbuch. 

34. Gegen Hoffmanns unnötige konjektur hopen golt hat schon 
Sprenger (s. 73) opponiert, hövetgolt (Mnd. N^^Tte^xsj^ '^^'^V^^ 



260 70. 

steht anch in dem von Hoffmann selbst herausgegebenen osteireim 
Germania 2, 167. ähnliche bildungen sind as. halsgold in den 
Pnidentiusglossen (Heyne, Kleinere and. denkmäler* s. 128b) und 
mnd. kalsgoU (gandersheimer reimchronik 1191. 1207; magdeburger 
Aesop 103, 27; sächsische weltchronik 260,4) und org(M (säc^ische 
weltchronik 260,5). 

36. vörspan (Mnd. Wörterbuch 5, 454a) noch Krane 57. 115. 
2233; frauenlob 95. 

39. van eveniüre (Mnd. Wörterbuch 1, 753 b) noch 99, 55; Eber- 
hard von Wampen 1,182; lübecker totentanz 987. 

42. dicÄ/ „wahrhaftig" (Mnd. Wörterbuch 1,513b). schon Hoff- 
mann verweist auf Grimms Wörterbuch 2, 1056. 

57. sunder wan (noch 99, 45. 102, 50) ist wie mittelhoch- 
deutsch häufige, besonders im reim beliebte flick- und füllformel, 
die die meisten niederdeutschen dichter in gleicher weise anwenden; 
vgl. im allgemeinen Seelmann zu magdeburger Aesop prolog 39. 
ausser Reinke und dem lübecker totentanz, die Seelmann anführt, 
enthalten sich ihrer auch noch der sündenfall, Daniel von Soest, 
Stricker, Zeno, der trierer und helmstädter Theophilus, der kaland, 
das radbuch und einige kleinere, eine Stellensammlung ist unnötig. 

Ol. geien (Mnd. Wörterbuch 2, 88 b) ist hier eigenartig gebraucht, 
zur erläuterung dienen zwei stellen aus Berthold von Holle: un- 
gezalte vingerltn, de got her an de hande stn Krane 59; ich mil 
üch hegexen einen man mit gesteine ind dax ros sm 2828. 

62. Die sieben zahl ist ähnlich verwendet trierer Theophilus 
479; Tunnicius 795; Waldis, verlorener söhn 866. vgl. auch Martin 
zu Eeinaert 1, 240 imd Euling Germania 35, 398. 

64. Hoffmanns erklärung „sich freimachte" ist trotz Sprengers 
Opposition (s. 71) richtig, mir scheint seine Übersetzung, bei der er 
wes für wo liest, „was er sich von dem äffen auswirken möchte" 
nicht nur nicht sprachgemäss, was er der hoffmannschen vorwirft, 
sondern gänzlich unmöglich innerhalb des gedankenzusammenhangs. 

08. apender felüt im Mnd. Wörterbuch. 

83. kleien (Mnd. Wörterbuch 2, 476a) steht noch 99, 35; bauem- 
koniödien s. 238; magdeburger Aesop 103,85; Reinke 6521. zum 
heutigen dialekt vgl. Versuch 2, 799; Eichey s. 17; Jellinghaus 
s. 133; Woeste s. 128a; Schambach s. 102b; Grimms Wörterbuch 
5, 1085. 

86. to mechiich sin Reinke 3884. 

87. dot bliven ist eine sehr beliebte Wendung: Anseimus 962; 
Demantin 5407. 7959. 8659. 10481-, Krane 2728. 3523; Daniel 



70. 71. 72. 261 

von Soest, gemeine bicht 1481; dieb von Brügge 331. 343. .363; 
Hölseher, geistliche lieder 16, 6, 1; holsteinische reimchronik 504. 
509. auszug 150; vom holze 604; laiendoktrinal s. 130. 189; 
Lübben, mnd. gedichte 1, 297. 305. 313; magdeburger Aesop 29, 
108. 49, 177. 101, 257; redentiner osterspiel 96; reimbüchlein 
2971; Reinke 3018. 3345. 3390. 5689; Stricker 2116; Valentin 
155. 347. 525. 590. 596. 734. 742. 813. 1304; vitulus 121. 

90. sik parreren fehlt im Mnd. Wörterbuch. Gerhard muss das 
mhd. sich parrieren herübergenommen haben, das Wolfram liebt, 
auch "Wizlaw hat das wort in seinen liedem 1, 1 (vgl. Ettmüllers 
anmerkung). 

91. dat veli bekolden noch 115,207; holsteinische reimchronik 
455; laiendoktrinal s. 176. 

71. 

(= HofiPmann 15.) 

14. HofiPmann schreibt so volge, wodurch ein glatterer vers 
entsteht. 

18. Über mit leve (noch 90,30) vgl. EttmüUer zu upstandinge 
1267. 

24. Zu raren vgl. Mnd. Wörterbuch 3,422b; Versuch 3,437; 
Woeste s. 211a; Die deutschen mundarten 5,289; Grimms Wörter- 
buch 8,71. 

26. HofFmann ändert unnötigerweise in disse vleiende, 

33. Die besserung se hat schon HofFmann. 

73. 

4. lögensek fehlt im Mnd. Wörterbuch, wo dagegen {6,204a) 
aus Josefs gedieht von den todsünden losensek „schalkskrank*' an- 
geführt wird, statt dieser etwas merkwürdigen bildung ist wahr- 
scheinlich ebenfalls lögensek einzusetzen, auch mhd. lügensiech (Eil- 
harts Tristan 9, 18, also ebenfalls aus niederdeutschem gebiete) ist 
heranzuziehen. 

12. ungeladen fehlt im Mnd, Wörterbuch. 

plas (Mnd. Wörterbuch 3, 337 b) steht noch 73, 29; Siatwech 60- 
HofFmann (s. 81) nimmt fälschlich „höhle" als bedeutung an. ich 
sehe nicht ein , warum dieses wort im Wörterbuch von der im Reinke 
so häufigen wendung to plasse bringen (vgL darüber Walther Nd. 
Jahrbuch 1, 100) lexikalisch getrennt ist. vielleicht ist es ein jäger- 
ausdnick wie unser „zur strecke bringen". 



262 73. 74. 

78. 

3. Reflexives sen mit dem genetiv im sinne von „sich ver- 
sehen" fehlt im Mnd. Wörterbuch 4, 188a. 

13. Neben der hier erwähnten Wandmalerei scheint 103, 23 
auf maierei auf leinwand zu deuten. 

15. Mit nennung Simsons, der natürlich gemeint ist, erzählt 
diesen zug der geschichte der magdeburger Aesop 69, 19. 

de7i munt upbreken auch visio Philiberti 654. 

18. m^lse fehlt im Mnd. Wörterbuch, es ist wohl aus melelse 
kontrahiert, das z. b. schaumburger clironik § 142 vorkommt. 

26. plan (noch 98, 36) ist im Mnd. Wörterbuch 6, 234 b nur 
durch eine prosastelle belegt, obwohl es in den dichtimgen gar 
nicht selten ist. beispiele: Dorothea 324; Eschenburg, denkmäler 
s. 258; vom holze 138; kökers. 327; magdeburger Aesop 49,203. 
87,52; magdeburger Margarete 636. 660; radbuch 9,10; Reinke 
6245; Stephan 5884; sündenfall 65. 1805; Valentin 173. 375. 
631. 1348. 2230; Zeno 516. 

32. Aus dieser wendung bildete sich der gebrauch des iso- 
lierten Partizipiums twtvracht im sinne von „sein leben verwirkt 
habend*' heraus (Mnd. Wörterbuch 5,502b). 

33. tospliten (Mnd. wörterbucli 4, 590 b) noch magdeburger 
Aesop 75,22, 81,20. 103,86. 

38. greselik (Mnd. Wörterbuch 2, 144b) begegnet noch Barbara 
324; holsteinische reimchronik 8; kaland 1133. 1196; Lübben, 
mnd. gedichte 4, 146. 12,14; Lübben, mitteilimgen s. 4; lübecker 
totentanz 7; Reinke 2870; sündonfaU 574. 1049. 

42. Die Wendung kann ich sonst nicht belegen. 

46. miiischender , in diesem zusammenhange eine prächtige bil- 
dung, fehlt im Mnd. Wörterbuch. 

48. kerle (Mnd. w^örterbuch 2, 453 a) begegnet noch 93, 28; 
magdeburger Aesop 53,32. 91,21; Steplian 5851; Stricker 1115. 
1226. 1461, 2500. 2505. 2573. 2728. 2735. 2951. 3337; Tun- 
nicius 105. 147. 901. 985. 1234; Valentin 2146. für den heu- 
tigen gebrauch vgl. AVrede 19, 200. 

49. vorspen (Mnd. Wörterbuch 5, 454a) findet sich noch dieb 
von Brügge 286. 386; Stephan 4397. 5041; Valentin 110. 2352. 

61. Mittelhochdeutsche beispiele für die aufsparung eines Sub- 
stantivs im genetiv giebt Haupt zu Erec ^ 8239. 

74. 

2. Des winters Milde is so grot magdeburger Aesop 9, 25. 

3. emetenhol felilt im Mivd. ^ÖYterbMch. 



74. 75. 76. 263 

6. dröge of nat ist juristische fonnel (Mnd. Wörterbuch 1, 579b). 
sie steht noch 99,24; Eberhard von Wampen 1, 12. 14; laiendok- 
trinal s. 114; raagdeburger Aesop 39,29. 

11. somertit (Mnd. Wörterbuch 4,290b) noch 116,1. 122,39; 
fastnachtsspiele 2,164; magdeburger Aesop 50,1. 62,5. 

12. vlit don (vgl. Mnd, Wörterbuch 5, 276a, 30), häufig mit dem 
possessivum, begegnet noch Barbara 473; Brandan 522; Daniel von 
Soest, gemeine bicht 319. 1139; holsteinische reimchronik 308. 
363. 378; lllbecker totentanz 1424; reimbüchlein 3176; Reinke 
6329; Stricker 1261. 1809. 1979. 3955. 

19. an vorste eder an hunger magdeburger Aesop 101,36. 
21. Zu ledich gan vgl. Mnd. Wörterbuch 2,645 a. 

25. Höre gi, wo se (die mause) van welicheit pipen? sagt Reinke 
zu Hinze Reinke 1046. pipen als en krön Stricker 4845. 

29. sik begän „sich behelfen, auskommen" wie in den prosa- 
beispielen im Mnd. Wörterbuch 1, 182a, 5. 

75. 

Eine anspielung auf diese fabel liegt vielleicht gandersheimer 
reimchronik 1186 vor. 

76. 

1. utlaten (Mnd. Wörterbuch 5,159 b) vom blut noch Eberhard 
von Wampen 2, 79. 

14. derne (Mnd. Wörterbuch 1, 508a) bedeutet '.sowohl „Jung- 
frau" als wie hier „dienerin". weitere belege: 88, 5, 91, 4; ganders- 
heimer reimchronik 262; Meier Marienlied 1, 3; köker s. 379; 
lübecker totentanz 1311; magdeburger Aesop 10,84. 60,47. 63, 19. 
77,9. 96,5; magdeburger Margarete 663; Marina 56. 127. 172. 
187; reimbüchlein 1925. 2264; Stephan 4915; sündenfall 2554. 
3023. 3935; Waldis, verlorener söhn 484. 

18. Dat sal jümmer wesen (sin) redentiner osterspiel 1001. 
1308. 

24. bi der warheit min Demantin 1274. 5128. 6362. 6508. 
7114. 8981. 9525. 9860; Krane 798. 1436. 2382. vgl. Mnd. 
Wörterbuch 5,604b. 

26. mit enem kinde sin 96, 15; magdeburger Aesop 35, 14. 
mit kinden sin magdeburger Aesop 51,2. mit kinde gan Hölscher, 
geistliche lieder 2, 2, 1. 

27. sunder twivel (noch 104, 28) kaland 373; laiendoktrinal 
s.37; lübecker totentanz 1102. 1206. 1254; trier^Y TVÄ's^XjSeö&^V^, 



264 76. 77. 

h&ufiger ist ane iwivel: köker s. 313. 327. 359; leberreime 55,4; 
magdeburger Aesop 9, 28. 28, 59. 38, 74. 40, 17. 41, 34. 47, 40. 
103, 101; reimbüchlein 2365. 3199. 3304. 3653; Eeinke 1620; 
Stricker 2868. 3713; Zeno 1578. im allgemeinen vgL auch Seel- 
mann zu magdeburger Aesop pi-olog 39. 

30. Derselbe vers gandersheimer reimchronik 1427. ixxn dem 
avende to dem morgen Hölscher, geistliche lieder 44, 8, 3. 

38. bieht melden „gestehen" noch redentiner osterspiel 831; 
Tunnicius 764; Yalentin 317. 

43. Yielleicht hätte ich hier und 45 lieber das praesens toert 
herstellen sollen, das in der handschrift häufig in tvari verändert ist 

77. 

6. m>elik wird häufig in niederdeutschen dichtungen statt melkj 
welche form das Mnd. Wörterbuch 3, 61b allein kennt, als rhyth- 
misch notwendig verlangt: noch 41. 71. (79 ist dies nicht der feil); 
redentiner osterspiel 652; Yalentin 255 (vgl. Seelmanns anmerkung). 
auch Woeste s. 173a kennt das wort als zweisilbig. 

vorplegen in gleicher konstruktion (Mnd. Wörterbuch 5, 417 b) 
noch 109,16; magdeburger Aesop 39,63. 

10. an körten jaren magdeburger Aesop 52,39. 101,211; in 
körten jaren reimbüchlein 3277; körte jar lübecker totentanz 63. 

16. Ähnlich sagt in der fabel vom löwen und mann im magde- 
burger Aesop 69, 38 jemand ziun löwen, he wolde sin egen werden, 

36. wp disser erden noch 103,57; Barbara 150; bordesholmer 
Marienklage 14. 514. 829; engelsunterweisung 14; farbendeutung 
260; Hennenberg 3; holsteinische reimchronik 688; Johannesminne 
81; laiendoktrinal s. 196; Lübben, mnd. gedichte 17,14; lübecker 
totentanz^ 60. 1500. 1646; fürstenwalder Margarete 175; Marien- 
klage 223. 842; minners anklagen 502; nd. Jahrbuch 3, 63. 11, 
120. 17, 75; radbuch 4, 91. 11, 160; reimbüchlein 618. 1735. 2546. 
2658; Eeinke 4941; Stephan 1004; Stricker 4116; Sündenfall 
2011; Waldis, verlorener söhn 1766. 1918. 1991; Zeno 743. 1196. 
an disser erden trierer Theophilus 542. 

43. na siner xvise magdeburger Aesop 1,1. 13,38. 69,2. 

57. Do ik noch in der wegen lach AValdis, verlorener söhn 292. 

64. 65. Diese art aufsparung hat Haupt zu Erec^ 8239 nicht 
belegt. 

86. hik fehlt im Mnd. Wörterbuch; vgl. Grimms Wörterbuch 
1, 1808. 



77. 78. 79. 265 

89. Die unmittelbare Wiederholung von vrunt ohne artikel ist 
in derlei sprichwörtlichen Wendungen formelhait: vgl. Krane 640. 
2040.2186.4525; magdeburger Aesop 2, 34. 57,40. 69,68. auch 
hierin scheint ein reflex hochdeutscher lektüre vorzuliegen: aus 
niederdeutschen dichtungen kenne ich sonst kein beispieL 

92. Dieselbe phrase magdeburger Aesop 65,95. 86,20; reim- 
büchlein 2549; Reinke 2099. 

78. 
(= HofTmann 17.) 

I. Hier und 99, 145 nehme ich auslassung des relativprono- 
mens an, wofür ich allerdings nur noch einen bisher nicht an- 
geführten beleg aus andern dichtungen habe (und ioch hen in en 
lant, was ver "Waldis, verlorener söhn 1104). alle drei falle sind 
leicht und betreffen kurze, rasch angefügte erläuterungssätzchen. 
Nissens syntax erwähnt die erscheinung nicht; doch vgl. Lübben 
und Prion zu Reinke 163. 

II. HofFmann liest ik di und zerstört damit das d/td y.oivof). 
20. Hoffmann setzt sint statt vrunt ^ wodiu:ch die konstniktion 

flüssiger wird, man könnte auch beide werte setzen : vrunt, sint usw. 
doch ist der satzbau auch ohne änderung der überliefenmg ver- 
ständlich. 

49. Hir an düssem levent kaland 1256. 

51. kalkkuk fehlt im Mnd. Wörterbuch. 
Die besserung hat schon Hoffmann. 

vil söie rene auch magdeburger Aesop 27, 130. 

52. 53. De mit stenen kan wal ümrnegan magdeburger Aesop 
1, 10. 

55. mede ist „dadiu-ch", nicht, wie Hoffmann erklärt, „zu- 
gleich". 

77. dünkelgot (Mnd. Wörterbuch 1, 597a) steht noch 93, 86; 
magdebm^ger Aesop 102,164; i-adbuch 8,65; Reinke s. 35 Lübben; 
Stephan 3363; Yeghe 147,36. 

79. 

Eine anspielung auf imsre fabel liegt im Status mundi (Nd. 
Jahrbuch 9, 108) vor, wo es heisst: De schernewevel uril en am 
wesen, darümme is dat lant sunder underschet, 

1. Zu scharnwevel (noch 96, 1) vgl. Mnd. Wörterbuch 4, 52a; 
Versuch 4, 610; Chytraeus, Nomendator s. 393; Schiller, Zum tier- 
und kräuterbuche 1,11; Nd. Jahrbuch 11,1 IS. 



266 79. 80. 81. 

5. utennelet, das ich auch 115, 29 richtig erkannt zu haben 
glaube, fehlt im Mnd. Wörterbuch, es ist eine ableitung von meleuj 
mhd. malen, und deckt sich in bildung und bedeutung genau mit 
unsrem „ausgezeichnet", eine ganz ähnliche bildung ist üxgemäü 
in Eberhards von Cersne minneregel 3888 imd in der braunschwei- 
gischen reimchronik 8322; vgl. auch üxmcdic bei Lexer 2, 2043. 

8. under fehlt im Mnd. ^vörterbuch ; doch vgL 5, 37 b. ich 
finde es nur noch bei Veghe 316, 12. 

10. Lies echelt und streiche das wert in den lesarten. 

Zu echeln vgl. Mnd. Wörterbuch 1, G19b; Kluge, Etymologisches 
Wörterbuch^ s. 87a. 

20. perdemes fehlt im Mnd. Wörterbuch: sächsische vi'eltchronik 
102, 11. 

22. vlucht „flug" (Mnd. Wörterbuch 5,287a) noch magdeburger 
Aesop 25,30; sächsische weltchronik 264,13; Sündenfall 1829. 

34. hungers sierven noch Waldis, verlorener söhn 950. 996. 

schevel ist im Mnd. Wörterbuch 4, 84 a nur durch unsre stelle 
belegt, der magdeburger Aesop hat 95, 30 schevelink, gleichfells 
im sinne von „tropf, dummkopf". schevel ist genau mhd. schebel 
(Neidhart xix, 20). die aufgestellten etymologieen genügen nicht 

80. 

1. ever (noch 4. 5. 8. 10) fehlt im Mnd. Wörterbuch. 

2. Ygl. magdeburger Aesop 59, 8. 

6. ümmesiriken felüt im Mnd. Wörterbuch. 

16. hetalen in dem bei AVolfi-am so beliebten sinne „erwerben" 
fehlt im Mnd. Wörterbuch 1,296a. 

81. 

1. 7naste fehlt im Mnd. Wörterbuch: köker s. 361. 

2. eckern (]^lnd. Wörterbuch 1, 624b) noch köker s. 361. vgl. 
Die deutschen mundarten 6,58; Grimms Wörterbuch 3,24. 

9. worsteman „fleischer'' fehlt im Mnd. Wörterbuch. 
12. Über slan „ sclilachten " vgl. Lübben zu Zeno 76. 

17. egelesnuf fehlt im Mnd. Wörterbuch, doch ist das einfache 
snuf daselbst 4, 281a verzeichnet, gemeint ist der Speichel, den 
der igel auf dem marsch fortwährend aus mund imd nase iliessen 
lässt. 

22. swinde (Mnd. Wörterbuch 4,498b) findet sich noch 89, 66. 
93, 33; gandersheimer reimchronik 1312; Zeno 697. 



82. 83. 84. 267 



82. 



83. 

14. to sinne werden fehlt im Mnd. Wörterbuch 4,208 a. 

21. ujp enen na, das im Mnd. Wörterbuch fehlt, ist „bis auf 
eiuen". ich kenne nur noch einen neuhochdeutschen beleg, der 
allerdings auch bei einem Niederdeutschen sich findet: Shakespeares 
excepting one übersetzt Schlegel in Eichard IL 4, 1 zweimal „auf 
einen nach". 

26. Des hebbe ik leider nicht gedan sündenfall 3437. 

84. 
(= HofFmann 13.) 

Eine anspielung auf unsre fabel liegt wohl vor bei Eberhard 
Yon Wampen 1, 340: Den wulf mach men maken tarn; wert em de 
stede, he bit dat lam. 

1 . gesilik fehlt im Mnd. Wörterbuch : magdeburger Aesop 102, 180. 

7. 8. Derselbe reim gandersheimer reimchronik 183. 197. 

8 ernennen fehlt im Mnd. Wörterbuch. 

19. 20. Vgl. in derselben fabel im Reinhart fuchs kleine stücke 
1298: man mac in darxuo bringen, dax er singe den selben klanc, 
den ouch stn alier vater sanc. 

22. des herten grünt ist formelhaft: Anseimus 336; bordes- 
holmer Marienklage 367; dieb von Brügge 338; engelsunterweisung 
28; Hölscher, geistHche lieder 10,3,1. 18,21,4. 19,4,3. 26, 
6, 4. 39, 3, 2. 44, 4, 4. 8, 2. 9, 2; kaland 191. 220; kranichshals 
102; laiendoktrinal s. 50. 52; Lauremberg 2, 20; Lübben, mit- 
teilungen s. 9; Lübben, mnd. gedichte 1,325. 6,35; lübecker toten- 
tanz 88; magdeburger Aesop 86, 90; magdeburger Margarete 752; 
nd. Jahrbuch 8, 70; radbuch 3, 100. 5, 70. 189; reimbüchlein s. xxvi; 
Reinke 967; Simson 1,19; Stephan 460. 4076; Stricker 77. 1316. 
1520. 2077. 3090. 3425. 5435; Tunnicius 442. 1330; Valentin 
2187; Waldis, verlorener söhn 168. 1050. 1307. 1318. 

25. Nach Hoff mann ist das athanasianische und das aposto- 
lische symbolum gemeint. 

Icrede (Mnd. Wörterbuch 2,560a) begegnet noch 117,43; pro- 
verbia communia 388. 735; Reinke 114; Tunnicius 543. vgL auch 
Martin zu Reinaert 1, 142. 



268 85. 86. 87. 88. 

85. 
(= Hoffmann 12.) 

5. Ich habe rin klein geschrieben, weil ich vermute, dass es 
„fluss'' im allgemeinen bedeutet und nicht der Rhein gemeint ist. 
Hoifmanns erklärung „wie das volk in jedem flusse den ihm be- 
kannten wiederfindet imd benennt, so macht es hier der wolf , denn 
der Rhein ist ihm der bekannteste" ist zweifellos gezwungen imd 
durch nichts weiter gestützt, dass der Rhein sprichwortlich indi- 
vidualisierend vorkommt, beweist für unsre stelle weniger als dass 
Rhin und Rhein als flussnamen z. b. in Brandenbui*g und noch 
andern orts begegnen, schon Müllenhoff (Deutsche altertumskunde 
2, 219 anm.) hat diese namen so gedeutet, ähnlich fasse ich rin, 
obwohl von den herausgebern gross gesclirieben, im gedieht auf den 
filzhut 19 und im köker s. 342. 

29. bewant ist soviel wie wal hewant 47, 58 (Mnd. Wörterbuch 
1,317 b); zu den belegen im Wörterbuch kommt noch magdeburger 
Aesop 20, 33. HofFmanns erklärung aus bewanen „verdächtigen'^ 
ist schon von Sprenger (Nd. Jahrbuch 13, 71) zurückgewiesen worden. 

32. leve kriecht als anrede für fabeltiere liebt der magdeburger 
Aesop (3,118. 57,39. 79,15. 101,143). parallel steht leve deme 
Gerhard 88, 5, 91, 4; magdeburger Aesop 10, 84. 77, 9. 96, 5. 

36. in kort (Mnd. Wörterbuch 2,541a) noch sündenfall 2227. 

37. er icht lank „über kurz oder lang'' (Hoffmanri). 

46. Der genetiv bei gripen ist auffällig, denn er kann nicht 
gut von gans abhängig sein. 

47. sunder pin laiendoktrinal s. 174; Valentin 1590. 
49. Wille gi den sin hir dl wp weien sündenfaU 2855. 

86. 

1. slingen (Mnd. Wörterbuch 4, 240 a) steht noch 89, 52; Eber- 
hard von Cersne, lieder 7,38. 14,18; magdeburger Aesop 90,60. 

4. Ein prosabeispiel für rode swet im Mnd. Wörterbuch 4, 
494a, 38. 

14. ungetvunt fehlt im Mnd. Wörterbuch: Valentin 1108. 

87. 



88. 

2. sprok (Mnd. Wörterbuch 4, 347a) noch 8; magdeburger 
Aesop 96, 2. 8. für den heutigen dialekt vgl. Versuch 4, 975; 



88. 89. 90. 269 

Jellinghaus s. 149; Woeste s. 252a; Schambach s. 206b; Die deut- 
schen mundarten 5, 330. 

3. nesten (Mnd. Wörterbuch 3, 179a) noch radbuch 4, 16. 6, 70; 
münchener vogelsprache 7, 1. 16, 1. 

20. toleggen (Mnd. Wörterbuch 4, 570a) im gleichen sinne 
braucht Yeghe 75, 33. 99, 2. 124, 31. 

89. 

Dieselbe fabel wird Reinke 5159 erzählt. 

35. updon im eigentlichen sinne (Mnd. Wörterbuch 5, 107a) 
steht noch Reinke 3063. 3123. 4890. 5100. s. 109 Lübben. 

38. upbinden in diesem sinne fehlt im Mnd. Wörterbuch 5,104 b. 

50. mnt „Windhund*' (Mnd. Wörterbuch 5, 733 b) steht noch 
fuchs und hahn 203; magdeburger Aesop 47,63. 52,1. 15.28. 54. 
61, 55. 

53. maie (Mnd. Wörterbuch 3, 44 a) liebt besonders der magde- 
biu^er Aesop: 5, 2. 10, 79. 11, 52. 16, 49. 24, 48. 30, 40. 76, 6. 
80, 32. 86, 54. 87, 67. 90, 62. sonst ist es verhältnismässig selten: 
Lübben, mitteilungen s. 8; visio Philiberti 282. 

64. Mir verderbe danne mine kunst Krane 492. 

90. 

Zu dieser fabel vgl. gandersheimer reimchronik 173: Und töge 
ok an de kalte ene xabelshut (dat ket mek spreken de warheü överlut), 
na kaitenart se sekerliken dede; gerne eie se müse, weret dal se se 
hedde; se vorgete gar des khdes werdicheil] lübecker totentanz 975: 
Wente na gelde unde na gode steil al min mot, liker tois alse der 
kalten na der nvus dot. 

1. 2. He gaf eme de krönen holsteinische reimchronik 263. 

8. bakkus (Mnd. Wörterbuch 1,139a) steht auch köker s. 309. 

24. 25. Liegt hier parodische anwendung der Vorstellung vom 
eintragen ins buch der seligen oder des ewigen lebens (z. b. Lübben, 
mnd. gedichte 16,35; lübecker totentanz 573. 872. 1038) vor oder 
handelt es sich um einen technisch -juristischen terminus der ge- 
meinde Verwaltung? das Mnd. Wörterbuch giebt keine auskunft. 

27. kresam ist hier übertragen „bischöfliche botmässigkeit" 
(Mnd. Wörterbuch 2, 564b). das wort begegnet noch Hennenberg 79; 
Johannesminne 47; radbuch 2, 109. 

28. sik len in diesem sinne fehlt im Mnd. Wörterbuch 4, 528b; 
es findet sich noch magdeburger Aesop 1,21. 25,42. 58 xmd tier- 
parlament 59. eigenartig ist die bedeutimg magdeburger Aesop 
14, 36. 16, 64. 50, 29. 75, 24. 



270 90. 91. 92 

45. Über formelhaft beigefügtes und al min siechte (noch 93, 
21. 115, 61) handelt Seelmann zu magdeburger Aesop 6,35. wei- 
tere beispiele: Reinke 919. 9G2. 3202. 4549. 4767. 6295. 6806. 

46. It is en olt recht geschreven Claus bur 641. 
49. unart (noch 122,46) fehlt im Mnd. Wörterbuch. 

91. 

19. Sit seker des berickt Valentin 585; verlorener söhn 764. 

20. Nemant kan den gingen saden reimbüchlein 1852. 

93. 

12 — 16. Ich verstehe: „der wolf fragte, wie es zusammen- 
hinge, dass der löwe dazu benifen sein sollte, da sie doch wohl 
tun würden, was sie wollten, in betreff ihres Streitfalles, wie er 
immer heisse (worum er sich auch immer drehe), imd keiner von 
ihnen je davon (nämlich von der freien Selbstbestimmung) abweichen 
würde." also beide wollen zwar den wahrspruch des äffen aner- 
kennen, den sie selbst ziun Schiedsrichter sich holen, nicht aber 
den des löwen, den sie vielmehr energisch abweisen. 

15. wat se hete genau wie Magdeburger Aesop 2, 3, wo Seel- 
mann unnötigerweise in wo geändert hat (vgl. schon Tamm Pauls 
und Braunes beitrage 9, 362). 

18. lak (Mnd. Wörterbuch 2, 613a) steht noch Stephan 2513. 
2903; Wizlaw, lieder 9, 15 (vgl. Ettmüllers anmerkung). zimi 
heutigen dialekt vgl. Versuch 3, 4; Woeste s. 154b. 

32. vortmer ist nicht so häufig, wie es nach dem Mnd. w^örter- 
buch 5, 475a scheinen könnte, ich finde es noch: holsteinische 
reimchronik 153. 168. 239. 268. 568. 581. 603; laiendoktrinal 
s. 70. 143; fürstenwalder Margarete 75; redentiner osterspiel 1013. 
1021; Reinke 6686; Stephan 2369. 4158. 4705. 4743. 5074. 
5332; Zeno 1398. 

39. lantvolk fehlt im Mnd. Wörterbuch, ich finde es noch 
102, 9; magdeburger Aesop 38, 66. 39, 13. 

43. vörten muss hier „vor äugen führen" bedeuten; diese be- 
deutung fehlt im Mnd. Wörterbuch 5, 472 b. 

46. Ahnliche Wendungen mit schepel (im Mnd. Wörterbuch 4, 
73b nicht erwähnt): mit dem sülven schepel mil he weder meien 
lübecker totentanz 1152; en islik hebbe enen liken schepel münchener 
Vogelsprache 25, 2; maket den schepel like radbuch 4, 144. 

56. willen breken sieht aus wie ein tenninus der predigt; so 
finde ich ihn bei Yeghe 217, 15. 235, 40. 



93. 271 

93. 

(= Hoffmann 1.) 

7. van hoger art Hennenberg 138; kieler Marienlied 5, 6; 
magdeburger Aesop 30, 16. 85, 2. 88, 64. 102, 8. 132; sündenfall 790. 

17. notbom fehlt im Mnd. Wörterbuch. 

24 — 26. Weitere belege für den Volksglauben, dass der nuss- 
baum geschlagen werden muss, um fruchte zu tragen, haben Sprenger 
(Nd. korrespondenzblatt 8, 45. 16, 89. 18, 80) und Strauch (ebenda 
17, 14) zusammengestellt, dazu kommt noch leberreime 16, 5. 

32. künde ist natürlich „bekanntschaft", nicht, wie Hoffmann 
will, „geschlecht, verwantschaft". 

36. bram (noch 41. 71. 85; laiendoktrinal s. 115; magde- 
burger Aesop 26,33. 102,95. 99. 129. 161; nd. Jahrbuch 11,114; 
proTcrbia communia 647; radbuch 6, 13) ist, wie schon das zu- 
gesetzte adjektiv beweist, das gelbblühende pfriemenkraut (spartium 
scoparium). vgl. darüber Hoffmann zur stelle; Mnd. Wörterbuch 1, 
420 b; Versuch 1, 135; Jellinghaus s. 121; Woeste s. 39 a; Schiller, 
Zum tier- und kräuterbuche 2, 25; Bartsch, Über Karlmeinet s. 274. 
schon altsächsisch ist hidbrdmion in den Prudentiusglossen belegt 
(Heyne, Kleinere and. denkraäler^ s. 132a). 

37. struk (Mnd. Wörterbuch 4,442a) begegnet noch 94,40. 
112,39; magdeburger Aesop 46,57. 102,95; redentiner osterspiel 
1315; Reinke 1521. 

45. to hone Anseimus 482. 735; Claus bur 203; köker s. 304; 
redentiner osterspiel 2012; Reinke 4811. 5871. 

53. 54. „Die sich mit aller tugend ziere und niemand, weil 
er etwa ein geschenk bringt, (aus Parteilichkeit) zu gelinde be- 
handele". Sprengers konjekturen (Nd. Jahrbuch 13, 69) sind un- 
nötig: er will teren und hoveren lesen, wie viren zu der hier ge- 
forderten bedeutimg „gelinde traktieren", die Richey s. 7 belegt^ 
kommen kann, lehrt eine stelle wie leberreime 91, 5. 

62. En unrene stinkende hunt lübisch-revalscher totentanz 84. 

unrene (noch 107, 22. 122,41. 44) fehlt im Mnd. Wörterbuch: 
magdeburger Aesop 1,8. 9,59. 35,20. 44,24. 49,28.38. 50,23. 
54,45. 50,37. 58,47. 102,144; Stephan 1073; Stockholmer Theo- 
philus 706. 857; Zeno 1608. 

68. Sprengers besserung slagen (s. 73) ist unnötig, da auch 
slach die hier erforderliche bedeutung „riegelartiger verschluss" hat 
(Mnd. Wörterbuch 4, 221a). 

74. natides Claus bur 363; in vöriiden Yeghe 34,29; bivm- 
tiden Germania 17, 182; vgl. Mnd. Wörterbuch. S^ l^'iNi. 



272 93. 94. 95. 96. 97. 

70. eventüre scheint hier „zufällig, etwa" zu bedeuten. Hoff- 
mann setzt, um diesen sinn deutlicher zu machen, van ein; über 
Sprengers erklärung vgl. zu 29, 31. 

87. mot „anspruch, anmassung" (Hoffmann). 

88. dat mene got noch radbuch 4, 122. 5, 138. 6, 51. 63. 7, 98'; 
Tunnicius 481. 

94. 

2. överlank (Mnd. Wörterbuch 3, 266a) steht noch Anseimus 
1203; magdeburger Aesop 60, 11; reimbüchlein s. xx. 

9. sik beunven fehlt im Mnd. Wörterbuch. 

13. hroder unde neve magdeburger Aesop 67, 3. 

22. butenlandes, gewöhnlich mit elidiertem e, adverbial noch 
Henselin 9, 23. 17, 2; Reinke 238. 

50. brummen oder eine der nebenformen mit anderm vokal 
(Mnd. Wörterbuch 1,423 b) findet sich noch Barbara 342; Eberhard 
von.AVampen 1,326; fastnachtsspiele 4, 2 ; holsteinische reimchronik 8. 

52. Intransitives trecken (Mnd. Wörterbuch 4, 607b) finde ich 
noch 58; Eberhard von Cersne, minneregel 1178. 2105. Iieder2,31. 
12, 11; magdeburger Aesop 32, 18. 61, 58. 

54. vöte bret Valentin 1807; brede vöte magdeburger Aesop 
34, 2. 

95. 

3. követ unde lif (noch 25) Reinke 1870. 

9. bekarmen (Mnd. Wörterbuch 1, 208b) finde ich nur noch 
proverbia communia 165. 

96. 

7. Vgl. 123, 15. 22. 

19. vormöden (Mnd. Wörterbuch 5, 407 a) steht noch bilcher 
der könige s. 64. 98; magdeburger Aesop 61, 80; Valentin 2131. 

25. pro feieren (Mnd. Wörterbuch 3, 379 a) findet sich femer 
bordesholmer Marienklage 714; bücher der könige s. 172; Daniel 
von Soest, gemeine bicht 2400. dialogon 73; vom holze 343; 
reden tiner osterspiel 365; Sündenfall 2195; Wiggert, scherflein 1, 46. 

26. gok in übertragenem sinne (Mnd. Wörterbuch 2, 126 b) steht 
noch Hölscher, geistliche lieder 54, 14, 4; reimbüchlein 2868; Ste- 
phan 5210. 

97. 

22. Hoffmann (s. 81) las fälschlich paprian und so ging das 
wort, für das es keinen andern beleg giebt, in das Mnd. Wörter- 



97. 273 

buch 3, 302a und in das Mnd. handwörterbuch s. 270a über, die 
handschrift hat deutlich papitan, das, dem sinne nach offenbar 
„dämelack", seiner form nach gewiss irgendwie mit „papagei^' etwas 
zu tun hat. die bezeichnung des mechanisch und ohne wissen vom 
sinn der werte schwatzenden vogels könnte sich ganz gut zu der 
eines plappernden dummkopfs entwickelt haben, eine genauere laut- 
liche erklärung kann ich freilich nicht geben: doch erinnere ich an 
mhd. papegän imd papüne (Lexer 2, 202. 204) sowie an nnd. pape 
(Yersuch 3,292). 

31. Ruhen, smaken, tasten, hören und sen Kölscher, geistliche 
lieder 63, 18, 9; se ensen, t'uken, smecken noch hören Claus bur 197. 

32. oA; im sinne von „und" finde ich noch radbuch 8, 83. 
gecken (Mnd. Wörterbuch 2, 26b) steht ferner köker s. 358. 366. 

379; Lauremberg 2, 711; proverbia communia 466; redentiner oster- 
spiel 1475. 1587; Stephan .4291 ; Stockholmer vogelsprache 17,4; 
münchener vogelsprache *24, 4. 

39. gabhart habe ich nicht ändern mögen, da die erklärung 
des sonst nicht vorkommenden wertes unsicher ist. mit Hoffmann 
(s. 80) an ital. gabbaiore zu denken ist natürlich ausgeschlossen. 
Michels denkt an hochdeutsches Oebhari, das sich aus der bedeu- 
tung „der immer giebt" zu „der sich übers ohr hauen lässt" ent- 
wickelt haben könnte, und vergleicht die bedeutungsentwicklung 
bei gäbisch (Grimms Wörterbuch 4, 1, 1, 1125). obwohl im Yersuch 
5, 380 gobberi „dicker, grober mensch" belegt ist, was unsrem 
werte sehr nahe stünde, halte ich doch Verderbnis aus gapert „der 
gafft, maulaffen feil hat" (Mnd. Wörterbuch 2, 12a) oder dem gleich- 
bedeutenden gaffert (Woeste Die deutschen mundarten 5, 357; Nd. 
Jahrbuch 3, 110) nicht für ausgeschlossen. 

43. Sehers fehlt im Mnd. Wörterbuch. 

44 — 46. Die richtige erklärung dieser stelle verdanke ich 
Michels, es liegt hier wohl eine anspielimg auf jüngeres Hilde- 
brandslied 43 Du mult mi jungen lielden mit senden ogen maken 
hlint (Germania 7,287; vgl. MüUenhoff und Scherer, denkmäler^ 2, 
27) oder doch auf eine ältere ähnliche wendimg vor, die dieser 
stelle zu gründe liegt, die verse könnten geradezu eine art zitat 
aus einem damals gangbaren Hildebrandsliede sein, zumal auch der 
schluss jener zeile sich deutlich in vers 28 reflektiert, auch sonst 
ist der name des alten Hildebrand volkstümlich mit novellen, die 
die gelungenen listen einer untreuen gattin zum gegenstände haben, 
mehrfach verknüpft: vgl. Jellinghaus Nd. korrespondenzblatt 4,12; 
Latendorf und Mielck ebenda 4, 50; Spee ebenda 4, 79; Köhler 
ebenda 6, 46. 

Leitzmaon, Die fabeln Oerhards von Minden . IB 



274 97. 98. 

47. schöven (Miid. Wörterbuch 4, 130a) finde ich noch 113, 45; 
reünbüchlein 1421. 

48. narre (noch 103, 5. 109, 28. 120, 16) fehlt im Mnd. Wörter- 
buch. 

98. 

(= Hoffmann 19.) 

1. meitit fehlt im Mnd. Wörterbuch: reimbüchlein 1161; Tun- 
nicius 427. ebenso meieniii: Eberhard von AVampen 2, 94 ; magde- 
burger Aesop 31, 40. vgL auch in des meien tu Demantin 11418. 

Weitere belege für sik gesehen (noch 113, 1) im Mnd. Wörter- 
buch 2,76b; vgl. Grimm, Deutsche grammatik 4,36. 

6. missevar (Mnd. Wörterbuch 3, 104a) steht noch magdeburger 
Margarete 363. 

9. hi wane (Mnd. Wörterbuch 5, 584b) steht noch 114,3; 
Lübben, mnd. gedichte 4,175; verlorener söhn 908. besonders be- 
liebt ist es im magdeburger Aesop: 4, 49. 7, 8. 8, 14. 20, 22. 21, 
30. 25,22. 28,23. 31,36. 32,10. 41,56. 52,39. 81,77. 83,33. 
86, 77. 87, 96. 114. 93, 52. 95, 9. 101, 299. 

16. Statt des häufigeren to vrede steht mit vrede (Mnd. Wörter- 
buch 5,521a): 104,2; Anseimus 868. 1191; Brandan 928; Claus 
bur 27; hahnreierei 1349. 1373; magdeburger Aesop 9,54. 80,37; 
nd. Jahrbuch 3,62; visio Philiberti 424; redentiner osterspiel 540; 
Stockholmer vogelsprache 39, 2. 

20. in dem rechten sin auch magdeburger Aesop 50, 32. 

26. Dieselbe segensformel Eschenburg, denkmäler s. 243; far- 
bendeutung 86. 395; visio Philiberti 286; Valentin 2363. 

33. gülden fehlt im Mnd. Wörterbuch und ist selten, für diesen 
gebrauch des wortes kenne ich keine parallele. 

38. douwen mit Hofimann gleich doven (vgl. zu 28, 37) zu 
setzen verbietet schon der reim; trotzdem ist diese deutimg im 
Mnd. Wörterbuch 1, 560 a akzeptiert. Woeste (Zeitschrift für deutsche 
Philologie 9,226) denkt, nachdem er anknüpfung an mhd. toubieren 
abgewiesen, an den plural eines schwachen maskulinums *douto& 
„Sitte, weise", das as. ßoM (Heliand 306.2055), ags. dSato (Sievers^ 
Ags. grammatik ^ § 250, 1) entspräche, diese erklärung trifft das rich- 
tige und dies erschlossene wort ist z. b. bei Yeghe in der form duwe 
mehrfach belegt (116, 27. 322, 31. 357, 1. 14; vgl. Jostes' anmer- 
kung zur ersten stelle), daueln „die zeit vertreiben" (Versuch 1,. 
241; Eichey s, 5) ist wohl fernzuhalten. 

46. Dit is selisen dink Eeinke 2619; dcU isjo en seUsen dmk 
3683, 



98. 99. 275 

48. ungehort fehlt im Mnd. Wörterbuch. 

56. tm (we), o wach Eberhard von Cersne, minneregel 4517 
fastnachtsspiele 1, 217. 396; londoner Marienklage A 9. 71. 86 
B 3. 19; Lübben, mitteilungen s. 3; Lübben, mnd. gedichte 17, 120 
redentiner osterspiel 1369. 1945; Reinke 3368; Stephan 2393 
Stricker 3383. vgl. auch Reinke 312 und Mnd. Wörterbuch 5, 569a 

69. in (an) korier vrist (noch 121, 73. 125, 12) Krane 700 
Dorothea 184; Eschenburg, denkmäler s. 269; farbendeutung 229 
Mos 364. 517; lübecker totentanz 1563. 1630; nd. Jahrbuch 8,72 
osterspiel 252; reimbüchlein 3583; Stockholmer Theophilus 489. 
in körten vristen Zeno 1064. 

81. pari (Mnd. Wörterbuch 3,304b) findet sich noch Eberhard 
von Cersne, minneregel 463; Henselin 15, 14. 

83. ane vortoch reimbüchlein 881. 

102. Hof&nann verwandelt das dat der handschrift in dar\ ich 
habe es, wie schon Sprenger (Nd. Jahrbuch 13, 72) vorschlug, ge- 
strichen. 

109. Sprenger liest (s. 72) duckte der vrouwen, 

113. Oi solt juwen mot wandeln fuchs und hahn 134; vgL 
auch bücher der könige s. 60. 118. 

114. mit $ik in nemen auch Reinke 2840; ähnlich to $ik in 
nemen Daniel von Soest, gemeine bicht 1593. dialogon 994. 

115. an blidem mode magdeburger Aesop 31, 35. vro und 
hlide dieb von Brügge 125. 353. 

117 — 120. De waschet den tegelsten wal todegen, de sine vrou- 
wen wachtet in allen wegen reimbüchlein 2779. vgl. auch Freidank 
88,15 (HofFmann) und Grimms einleitung ^ s. cv. 

117. Beide werte sind geläufige bezeichnungen für Sprich- 
wörter; vgl. Schulze Zeitschrift für deutsches altertum 8, 377. oU- 
sproken findet sich noch Reinke 154; sündenfaU 2679; trinker 86; 
Yeghe 307, 34. gemene: laiendoktrinal s. 89; leberreime 56,4; 
magdeburger Aesop 29,98; reimbüchlein 785. 

118. Sprenger (s. 72) interpungiert etwas anders. 

119. Die naheliegende besserung giebt schon Sprenger (s. 72). 

99. 

(= Hoffmann 20.) 

3. wedersiref fehlt im Mnd. Wörterbuch; doch vgl. das einfache 
stref (4,431b). 

6. Wo gerde ek em sine kut hahnreierei 1329. 



276 99. 

leder (Mnd. Wörterbuch 2, 643 b) im gleichen sinne noch vitulus 
164. 940. 

9. de hülige iii ist -vie bei Stephan 2554 die arbeitsfreie zeit, 
der zu hause zugebrachte sonn- und f eiertag, sonst gewöhnlich de 
hillige dach (köker s. 364; lübecker totentanz 277. 961. 978. 1397. 
1399. 1402; reimbüchlein 3234; Reinke 1614; Tunnicius 973; 
Zeno 169); vgl auch Mnd. Wörterbuch 2, 267b, 28. 

11. io der erden slan auch redentiner osterspiel 88. 142. 817. 

14. Über var vgl. zu 29, 19. 

15. Sprenger (Nd. Jahrbuch 13, 72) liest do] doch vgL zu 53, 35. 

16. Äe ist schon von Sprenger (s. 72) richtig eingesetzt. 

21. Über hut als Schimpfwort vgl. Mnd. Wörterbuch 2, 344a. 

26. wederhellen felüt im Mnd. Wörterbuch. 

30. slik (Mnd. Wörterbuch 4,238 b) steht noch 119; laien- 
doktrinal s. 164. 195; Stricker 3896. der magdeburger Aesop kennt 
das wort nicht, vgl. auch Bartsch, Über Karlmeinet s. 323. 

33. umoroken fehlt im Mnd. Wörterbuch: Demantin 1728. 8661. 
9009; Brandan 163; Reinke 68; Stephan 549; Stricker 5526; 
sündentall 1313. die selbstverständliche beeserung hat schon Hoff- 
mann. 

36. to speie gan „in tätigkeit treten" („ihre tätigkeit beginnen" 
Mnd. Wörterbuch 4,310 b). parallelstellen für diese phraee habe ich 
nicht finden können. 

39. gorich fasst Hoffmann als görich „kindisch", was natürlich 
nicht zutrifft, es ist das got. gaurs^ ahd. görag^ und noch heute 
im westfälischen als guorig erhalten (vgl. Nd. korrespondenzblatt 
12,42. 76), wie schon Sprenger (ebenda 12,57) gesehen hat. der 
sinn ist hier zweifellos „ausgehungert". 

58. Dieselbe wendung magdebiu-ger Aesop 24,27. 55,22. 35. 
63. 72, 21. 80, 5. 94, 82. 

62. So grot let ne wif gewan bordesholmer Marienklage 360. 

64. vromen neynen noch 121, 116; Hennenberg 189; kaland 
316; redentiner osterspiel 124. 334. 530. 1872. 

70. Was he otich tman hekant, di wiseie on vil schtre nach 
Demantin 4358. 

71. Vgl. 112, 5. 117, 3; magdebiu-ger Aesop 46, 7. 53, 7. 80,45. 
82. vorvarenheit (Mnd. Wörterbuch 5, 486a) findet sich noch 

radbuch 2, 93. 

84. Die besserung hat schon Sprenger (s. 74) angegeben. 

des möte got gewolden oder ähnliche Wendungen noch Daniel 
von Soest, gemeine bicht 2641; Flos 1312; Stephan 2120. 4030; 



99. 277 

sündenfall 1365. 3732. ähnlich vom teufel: dieb von Brügge 563; 
Reinke 4448; trinker 104. 

85. HofPmann versteht zu wörtlich: „sein barthaar krümmte 
sich", hart ist wie so häufig (köker s. 303; magdeburger Aesop 
101,118; Reinke 6204) „mund"; vgl. Grimms Wörterbuch 5,776. 
2445. 

88. mi hat schon Hoffonann eingesetzt. 

89. Hoffmann setzt eie hinter ik ein, was die konstruktion er- 
leichtert, aber den vers beschwert, ich halte die ellipse nicht für 
imerhört, wenn sie auch etwas hart ist. 

vige (Mnd. Wörterbuch 5,251a) auch Reinke 2916. 

92. henedien fehlt im Mnd. Wörterbuch: bordesholmer Marien- 
klage 787; fuchs und hahn 85; holsteinische reimchronik 647; Lüb- 
ben, mnd.gedichte 1, 392. 3, 9. 71. 81. 103. 113. 19, 1. 23. 51. 59; 
Stockholmer Theophilus 797. das Substantiv benediunge^ das gleich- 
falls im Wörterbuch fehlt, findet sich Lübben, mnd. gedichte 11, 13; 
reimbüchlein 577; Reinke 2709. 2732; Waldis, verlorener söhn 
1506. 

93. Hoffmann liest en für an und muss dann im nächsten verse 
das sonst bei Gerhard nicht belegte gen einsetzen, anslan scheint 
„drauflosschlagen" zu bedeuten; vgl. auch zu 14,29. 

101. Lies vorsach, vorsen „unbeachtet lassen'' (Mnd. Wörter- 
buch 5,441b) steht noch 121, 18. 

105. perdehar fehlt im Mnd. Wörterbuch. 

spil ist, wie Hof&nann richtig erklärt, „Spielzeug, Spielerei". 
Sprenger (s. 74) denkt an das bei Schambach s. 204 b belegte 5^*Ze 
„pflock am wurstende", was schon des reimes wegen unmöglich 
ist. wie denkt er sich ausserdem einen pflock aus pferdehaar? 

109. gescherse (noch 143) ist im Mnd. Wörterbuch 2,76b nur 
durch unsre stelle belegt. 

110. Mester ho, van künsten rik mühlenlied 4, 1. 
114. stum fehlt im Mnd. Wörterbuch. 

118. rike solt ist formelhaft: 115, 88; dieb von Brügge 41; 
freuden Marias 125; Hölscher, geistliche lieder 10, 19, 6. 13,7,1. 
14, 6, 3. 7, 1; Lübben, mnd. gedichte 3, 77; magdeburger Aesop 
70, 26; mühlenlied 21, 5; redentiner osterspiel 148. 

119. „Der vorher aus dem schlämme (aus armen, niedrigen 
Verhältnissen) gekommen war." Sprenger findet (s. 74) das auch 
bei Hoffmann stehende ut „unpassend"; weit unpassender scheint 
mir seine eigene lesung wp, deren sinn ich nicht zu verstehen vermag. 

133. pulver (Mnd. Wörterbuch 3,386a) finde ich noch bücher 
der könige s. 159. 223. 



278 99. 100. 101. 

138. sik vorplichten ist hier sehr frei gebraucht, gegenüber 
Hof&nanns deutung „versichert" erklärt das Mnd. Wörterbuch 5,418b 
richtiger: „fand sich genötigt, musste fliehen". 

145. „Zu diesem bauem, der ein herr geworden war.'' Sprenger 
(s. 74) übersetzt: „über diesen bauem waren sie erfreut." ich glaube 
kaum, dass here in diesem sinne stehen kann. 

148. Hof&nann denkt an den namen Elias. 

155. Sprenger (s. 73) liest Ungunst, gunst hat hier ironisch 
den gegenteiligen sinn, daher ist die änderung unnötig. 

100. 

4. De wert de sprak, ü u?ere io stark Zeno 497; dat were to 
stark magdeburger Aesop 100, 104. 

16. mit eden bevesten auch Henselin 20, 19; reimbüchlein 278. 

21. mit körten worden Keinke 4860; in körten worden Daniel 
von Soest, dialogon 680; mit kortem worde magdeburger Aesop 
44, 12. 

23. 24. Derselbe gegensatz proverbia communia 293. 

23. telt (Mnd. Wörterbuch 4,525a) begegnet noch dieb von 
Bmgge 426; Valentin 1093. 

24. Meine besserung beruht auf magdeburger Aesop 37, 29 
wer ot draf heft eder telt. 

101. 

13. sunder angest noch 112, 56; magdeburger Aesop 38, 15. 

46, 73. ane angest magdeburger Aesop 58, 24. 

19. segen felilt im Mnd. Wörterbuch. 

22. Über heget richte vgl. Mnd. Wörterbuch 2,223 b. 

25. kerken u?ide klusen schlacht bei Hemmingstedt 60; rad- 
buch 2, 105; reden tiner osterspiel 1625. umgekehrt klusen unde 
kerken Daniel von Soest, gemeine bicht 439; kaland 280. 

27. kanse (Mnd. Wörterbuch 2,425 b) steht noch Eberhard von 
Cersne, minneregel 4220. noch im heutigen dialekt ist es vor- 
handen (Jellinghaus s. 132). 

36. klederdracht fehlt im Mnd. Wörterbuch: magdeburger Aesop 
38, 34. 

39. Jiechte (Mnd. Wörterbuch 2, 220a) findet sich noch 58; Eber- 
hard von Cei-sne, lieder 8, 6; redentiner osterspiel 438; Stephan 
1242. 2504. 4657. 5451; sündenfall 3075. 3276. 

47. wachte en kkne bücher der könige s. 16; magdeburger 
Aesop 38 j 51. 



102. 103. 279 



103. 



5. koven (Mnd. wörterbucli 2, 553a) steht noch magdeburger 
Aesop 32, 49. 39, 7. 

17. ungemedet fehlt im Mnd. Wörterbuch. 

sage (Mnd. Wörterbuch 4, 10 a) ist zunächst „feigling", dann 
überhaupt „böse wicht, narr", die von Seelmann zu Valentin 12 
angesetzte bedeutung „der sich von etwas fern hält*^ passt als Um- 
schreibung auf die dort zitierten stellen, drückt aber den eigent- 
lichen sinn des wertes nicht aus; vgl. auch EttmüUer zu Theophilus 
602. weitere belege: 125,66; magdeburger Margarete 537; reim- 
büchlein s. xxvi; helmstädter Theophilus 607. 624. 

23. Dat he hotte des hungers not Stephan 1364. 

25. vordwelen (Mnd. Wörterbuch 5, 347 b) steht noch bauem- 
komödien s. 32. 43. 173; reimbüchlein 3128; Yeghe 316,25. vgl. 
auch bedwoelen Jellinghaus s. 119. 

33. Gi sint schüldich sinen dot laiendoktrinal s. 29. 

37. berede (Mnd. Wörterbuch 1, 241a) findet sich noch ganders- 
heimer reimchronik 268. 450. 1144. 

44 — 46. „Auch widder brechen oft vieler geschworener werte 
untreue gelübde, denen schliesslich doch absolution erteilt wurde." 

47. sunder rat wohl „ohne Überlegung". 

49. Warum wird hier und fuchs und hahn 29 gerade der heilige 
Petrus genannt? 

53. De tüülve eten de gänse stedes ro köker s. 311. 

103. 

Auf unsre fabel spielt Lauremberg 4, 659 an: Fruw Bükenow 
ment ok, dat ere apenkinder weren schöner als Venus eder jo nicht 
vele minder, 

I. an sinnen hlint magdeburger Aesop 85,49; mit sinnen blint 
bordesholmer Marienklage 393; der sinne blint fürstenwalder Mar- 
garete 162. 

II. Diesar ironische gebrauch von helant (noch 38) ist höchst 
merkwürdig, das wort ist im Mnd. Wörterbuch nur als pflanzen- 
name belegt; ich finde es nur noch Lübben, mitteilungen s. 10. 

18. Derselbe vers 117, 14. des wil got din beloner wesen fast- 
nachtsspiele 5,214. ähnliche segensformeln: Demantin 10100. 10606. 
11269; Flos 319. 714. 891. 931. 1011; Stricker 2128; verlorener 
söhn 826. 

loner fehlt im Mnd. Wörterbuch: 117, 14; Demantin 6E1^« 



280 103. 104. 105. 

22. Ebenfalls von äffen: se sen alse de düvel ut der hellen 
Keinke 5874; de alse de düvel was geschapen 6022. 

23. De dit up en lakeri malde Reinke 1517. 

33. schöne unde vin Eschenburg, denkmäler s. 234; vom holze 
319; Segler 30; Valentin 1838. 

46. 47. Unde loch darut en krüdelin, he stak dat der maget 
in den mtint Zeno 1028. 

46. Als ift it were en ripe sie magdeburger Aesop 40,41; 
alse artheren 101, 38. 

51. dutte ^albemes frauenzimmer" ist im Mnd. Wörterbuch 1, 
604b nur durch unsre stelle belegt; vgl. Hofiftnann s. 80 und Grimms 
Wörterbuch 2, 1768. 

52. In kutte^ das im Mnd. Wörterbuch fehlt, glaube ich das 
jetzige westfälische kutte = kante „weibliche schäm" (Woeste s. 1 50 b. 
151a) zu erkennen. 

56. vorschapen (Mnd. Wörterbuch 5, 432a) begegnet noch dieb 
von Brügge 580; magdeburger Aesop 40, 18. 50. 57,24. 86,35. 
103, 80; münchener vogelsprache 51, 1. 

58. eislik (^Ind. Wörterbuch 1, 647 b) begegnet noch vom holze 
171; köker s. 336. 343. 378; laiendoktrinal s. 144; Lübben, mnd. 
gedichte 5, 49; magdeburger Aesop 34,1. 85, 32; magdebiu-ger 
Margarete 346; visio Philiberti 62; proverbia communia 397; rad- 
buch 11,76; Reinke 6075; sächsische weltchronik 83,20. 24; 
sündenfaU 1442. 1559; Valentin 1795: Veghe 239,31. für den 
heutigen dialekt vgl. Versuch 1, 8; Richey s. 7; JeUinghaus s. 117; 
Hoffmann s. 58; Greverus s. 347; Echterling s. 59; Woeste s. 3b; 
Schambach s. 6a; Die deutschen mundarten 5, 49. 

59. upnemen in diesem sinne (Mnd. Wörterbuch 5,119b) noch 
123,37; Stephan 5352. 

104. 

2. got gemak noch Barbara 304; dieb von Brügge 141; fuchs 
und hahn 98; leberreime 54,7; magdeburger Aesop 10, 60. 41,2. 
81,2; reimbüchlein 3102; Reinke 3093. 3612; Stephan 4516. 

30. löfte unde ede Daniel von Soest, gemeine bicht 2096; 
holsteinische reimchronik 439. 

105. 

19. düre hevelen noch Brandan 601; magdeburger Aesop 42, 17. 
28. Der artikel fehlt wie im mittelhochdeutschen, wemi ein 
relativsatz folgt; vgl. Paul, Mhd. grammatik ^ § 223, 7. 
32. ungesehen fehlt im Mnd. Wörterbuch. 



106. 107. 108. 109. 281 



106. 



107. 

4. venje (Mnd. Wörterbuch 5, 233a) steht noch Anseimus 8; 
sächsische weltchronik 127, 25. 194, 24. 299, 18. die phrase sine 
venje söken stammt aus mhd. s^ne venje suochen^ das Wolfram aus 
der älteren Hteratur (vgl. Mhd. Wörterbuch 3, 298) aufgenommen 
hat, dem es wieder Berthold von HoUe abborgt (vgl. meine Zusammen- 
stellung in Pauls und Braunes beitragen 16, 357). von Gerhard 
übernimmt es dann wieder der magdeburger Aesop 44, 3. 

9. Über twiden (noch 117, 13. 123, 17; entwiden 118, 18; 
vgl. Mnd. Wörterbuch 1, 709 a. 4,645 b) handelt Woeste Zeitschrift 
für deutsche philologie 6, 341. 

108. 

7. richier (11. 19. 28. 34) fehlt im Mnd. Wörterbuch. 

8. Derselbe vers 112, 32. 

9. schade um kann ich sonet nicht nachweisen; im Mnd. Wörter- 
buch steht kein beispiel. 

32. vorbedacht fehlt im Mnd. Wörterbuch. 

109. 

(= Hoffmann 18.) 

2. dwerch (Mnd. Wörterbuch 1, 614a) steht noch 4; trierer 
Theophilus 394. 

4. wünsch (noch 12. 24. 31) fehlt im Mnd. Wörterbuch. 

9. Den namen Schüddevmrans vermag ich nicht zu deuten noch 
auch zu bessern, der erste bestandteil ist natürlich schüdden „schüt- 
teln"; über damit zusammengesetzte namen vgl. Sprenger Nd. kor- 
respondenzblatt 16, 29. aber welcher körperteil steckt in dem zweiten 
bestandteil? vielleicht ist der name obszön? oder kann man an mhd. 
rans „bauch" denken (vgl. Woeste s. 210 b)? 

13. Zu gumpelman vgl. Mnd. Wörterbuch 6, 146 b. 

24. „Nach dem mir zugefallenen anteil dieser wünsche" (Mnd. 
Wörterbuch 2,436 b); vgl. auch Grimms Wörterbuch 5, 7. 

26. Warum Sprenger (Nd. Jahrbuch 13, 72) den ethischen dativ 
mi in noch ändern will, ist nicht einzusehen. 

28. Hof&nann liest da für dar, 

29. Das hie kann ohne weiteres gqstrichen werden; Hoffmann 
setzt statt dessen em ein. 



282 109. 110. 111. 112. 

36. Hoffmann erklärt boven roden als „im raten übertreffen^, 
nach den sonstigen parallelen, bei denen allerdings boven stets noch 
ein Objekt bei sich hat (lübecker totentanz 1448; radbuch 6, 87. 
95. 8, 37. 39), muss es aber „herrschen über*' heissen; vgl. auch 
Mnd. Wörterbuch 3, 413 b. Sprenger (s. 73) hebt das richtig her- 
vor; mit ihm er einzusetzen scheint mir trotzdem unnötig, da fflch 
das Objekt leicht aus vers 35 ergänzt. 

110. 

2. scheme (Mnd. Wörterbuch 4,67 b) findet sich noch Lübben, 
mnd. gedichte 7, 20; magdeburger Aesop 5, 8. 16. 26, 2. 36, 34. 
38. 39. 41. 45, 4; Stricker 4455. 

13. Derselbe vers magdeburger Aesop 45, 19. 

111. 

(= Hoffmann 9.) 

7. Über wer ho handelt unter Zurückweisung von Hoffinanns 
erklärung Woeste Zeitschrift für deutsche philologie 9, 225. 

9. hetesch (Mnd. Wörterbuch 2, 261b) finde ich noch Daniel 
von Soest, dialogon 251; Yeghe 410, 20. 

113. 

(= Hoffmann 7.) 

Auf unsre fabel geht doch wohl im letzten gründe auch die 
bearbeitung desselben Stoffes in der jütischen, jetzt Stockholmer 
Sammlung „fuchs imd hahn" (Zeitschrift für deutsches altertum 5, 
406) zurück, wenn auch stil und Charakter der erzählung ein ganz 
andrer geworden ist. der vergleich ist lehrreich für die Wandlung 
des geschmacks an tiergeschichten. 

I. volde „hofplatz" (Mnd. Wörterbuch 5,192a) findet sich noch 
bauernkomödien s. 125; magdeburger Aesop 65,58. 

3. Vgl. zu 29, 44. 

6. Sprenger (Nd. Jahrbuch 13, 73) will statt schöner lesen noch 
den] es liegt kaum grund zu einer änderung vor. 

II. över al^ dat ju lif gewan Demantin 7473; osterspiel 211. 
38. gliden (Mnd. Wörterbuch 2, 120 b) auch Facetus 44, 1. 
40. kukuluk magdeburger Aesop 46, 58. eine ähnliche bildung 

ist puperlupup hahnreierei 808. 

48. winken (Mnd. Wörterbuch 5, 728b) noch Eschenburg, denk- 
mäler s. 269. 



112. 113. 114. 283 

54. Hoffmanns lesung ist dem sinne nach richtig, während 
Sprenger (s. 73) eine falsche handschriftliche lesart vergeblich durch 
konjektnr zu bessern sucht. 

59. In den deutschen bearbeitungen des Cato findet sich dieser 
Spruch nicht. 

60. Cato wird femer zitiert: Eberhard von Wampen 4,63; 
Facetus 2,2; laiendoktrinal 8.3. 7. 12. 39. 45. 54. 56. 57. 58. 
82. 91. 96. 101. 102. 106. 116. 119. 128. 132. 168. 185. 194. 
200. 203; magdeburger Aesop prolog 50; Stephan 4109. 

113. 

2. 3. Hat die auf einem kreuz sitzende taube in der fürsten- 
walder Margarete 251 hierzu beziehung? 

3. Lies krüse. 

7. swar in übertragenem sinne (Mnd. Wörterbuch 4, 485 a) liebt 
der magdeburger Aesop: 16, 20. 47, 15. 53, 87. 58, 18. 

10. in godes vrede Stephan 864. 1471; sündenfall 1427. 

11. kols (Mnd. Wörterbuch 2, 519 b) steht noch magdeburger 
Aesop 31, 44. 

de tu vordriven Eschenburg, denkmäler s. 258; redentiner oster- 
spiel 1600; Sündenfall 97; Waldis, verlorener söhn 586. 1373. 

19. 20. Dat gi leten kündigen vasten vrede allen deren unde 
vögelen mede Keinke 355. 

22. X^hQTJutto (noch 115, 10) vgl. Woeste Zeitschrift für deutsche 
phüologie 6, 84. 8, 241. 

28. ungeme (noch 117, 78) fehlt im Mnd. Wörterbuch. 

31. sehet (Mnd. Wörterbuch 4, 62a) steht noch köker s. 327. 
338; Tunnicius 805. 

36. dat is war ist in den niederdeutschen dichtungen verhältnis- 
mässig seltene flick- und reünformel. der magdeburger Aesop hat 
es gar nicht, die meisten dichtungen nicht häufiger ak ein- oder 
zweimal, etwas öfter steht es im Flos, im Yalentin und im laien- 
doktrinal, sehr häufig in den epen Bertholds von Holle (im Demantin 
74 mal, im Darifant und Krane nur je zweimal). 

114. 

(« HofPmann 6.) 

2. vörste^ aller vögel here magdeburger Aesop 11, 7. 

5. hertreden fehlt im Mnd. Wörterbuch (doch vgl. 4, 608b, 9): 
Daniel von Soest, gemeine bicht 1683; magdeburger Aesop 3, 39. 
27, 172. 48, 8. 



284 114. 115. 

14. Das hier und 22 vorkommende dede haben sowohl Hoff- 
mann als Sprenger (Nd. Jahrbuch 13, 73) fcüsch beurteilt; auch 
Woestes bemerkimg (Zeitschrift für deutsche philologie 9, 226) hilft 
nicht viel weiter, dass es dem im frühen neuhochdeutschen so 
häufig belegten thät genau entspricht imd „wäre nicht, gäbe es 
nicht" bedeutet, hat erst Mensing (Zeitschrift für deutsche philo- 
logie 27, 533) erkannt, für diesen gebrauch von dede (imd im 
gleichen sinne hedde dan)^ zuweilen mit zugesetzter negation en-, 
giebt es noch eine reihe niederdeutscher beispiele, die von den 
herausgebem sämmtMch durch eine gezwimgene Interpretation des 
verbums don erklärt weiden: Kölscher, geistliche lieder 54, 15,4; 
laiendoktrinal s. 5. 8. 9. 136. 151. 153; Stephan 5131; Valentin 
1839 (vgl. die lesarten und Seelmanns anmerkung, die den kern 
der Sache auch nicht trifft), auch im mittelniederländischen ist 
dieser gebrauch häufig; vgl. Franck zu Flandrijs 1, 71. demnach 
scheint mir Mensing durchaus im rechte zu sein, wenn er den Ur- 
sprung dieser wendung auf niederdeutschem boden sucht, reiche 
belege aus mitteldeutschen quellen führt Dittmar an (Zeitschrift für 
deutsche • Philologie ergänzungsband s. 227). 

16. über das doveti der tauben vgl. Seelmann zu fastnachts- 
spiele 2, 158. 1 

17. Du wer st noch tval sen en ander spil Daniel von Soest, 
gemeine bicht 1424. 

115. 

(= HofPmann 4.) 

3. kinder in diesem sinne (noch 108. 164. 187. 123, 10) fehlt 
im Mnd. Wörterbuch 2, 269 b. es steht noch magdeburger Aesop 
35, 6. 49, 4; hinderste Daniel von Soest, dialogon 1230. 

9. kreveln (Mnd. Wörterbuch 2,566b) steht noch Eberhard von 
Cersne , minneregel 4193; Y eghe 127,25. 

13. 14. Diese verse halte ich für unecht, wenigstens an dieser 
stelle; aber auch diu-ch imistellung ist kein rechter platz für sie 
ausfindig zu machen. 

18. vorhin „weg" fehlt im ]tfnd. Wörterbuch. 
22. Almliche formein bespricht Schröder zu redentiner oster- 
spiel 1612. 

29. snöde wicht auch magdebm^ger Aesop 54, 49. 

36. pagendef ist im Mnd. Wörterbuch 3,292a nur durch unsre 
stelle belegt, warum der wolf so genannt wü*d, ist auch durch 
Hoffmanns bemerkung nicht erklärt. 



115. 285 

41 — ^45. Vgl. zu dieser stelle Hoffmanns anmerkung, dessen 
änderungen Sprenger (Zu Gerhard von Minden s. 7) mit recht zu- 
rückweist, in vers 45 habe ich eine einfachere besserung vorgezogen. 

44. echterdel in diesem sinne ist im Mnd. Wörterbuch 1, 8 b 
nicht belegt. 

47. Über stel vgl. Mnd. Wörterbuch 4, 377b. noch Richey 
s. 39 belegt sik steilen „sich stolz beweisen"; vgl. auch Versuch 
4, 1017. 

55. Dieselbe wendung Demantin 942. 1030. 3754; eneti dach 
upnemen Reinke 52. 

56. Hier fällt der dichter aus der konstruktion: statt des zu er-, 
wartenden objekts sine vründe folgt ein neuer satz mit neuem verbum. 

59. Hoffmann liest unnötigerweise gewinnen. 

68. wespe fehlt im Mnd. Wörterbuch: magdeburger Aesop 49, 167. 

69. kever fehlt im Mnd. Wörterbuch. 

71. mite „schnake" (Hoffmann schreibt mitse) fehlt im Mnd. 
Wörterbuch, wenn man Grimm, Deutsche grammatik 3, 733 ver- 
gleicht, so kann es keinem zweifei unterliegen, dass auch in der 
negierenden formel nicht ene mite (Claus bur 754; fastnachtsspiele 
1,420; scriba 376) das wort die obige bedeutung hat und nicht, 
wie das Mnd. Wörterbuch 3, 105b will, „kleine kupfermünze" heisst. 
für den heutigen dialekt vgl. Versuch 3, 168; Woeste s. 176b; 
Nd. Jahrbuch 11, 112. 

74. Die sonstige gepflogenheit des Schreibers lässt vluten in 
der vorläge vermuten, das sonst nicht belegt ist. Hoffmann und das 
Mnd. Wörterbuch 5,290a schreiben flutse. es bedeutet „schwärm"; 
vgl. Grimms Wörterbuch 3, 1862. 

78. Otter ^ bever unde lossen filzhut 81; ottere, bevere Keinke 
4258. 6560. 

Otter fehlt im Mnd. Wörterbuch. 

79. merkatte (Mnd. Wörterbuch 3, 75a) steht noch Reinke 5864. 
5866. 5870. 5875. 6035. 

Lies woltapen. 

82. vant „kriegsschar" ist im Mnd. Wörterbuch 5, 198b nur 
durch imsre stelle belegt, es gehört zu ahd. fendeo^ mhd. vende] 
vgl. Grimms Wörterbuch 3, 1318. 

87. Lies enttogde. das wort, das mhd. *en^«o^ew entsprechen 
würde, fehlt im Mnd. Wörterbuch. Hoffm^in liest heniogede, 

107. angstes phgen auch gandersheimer reimchronik 698. 705. 

108. Streiche it und verstehe: „er legt dann nichts vor den 
hintern." Sprengers vorschlage (Nd. Jahrbuch 13, 70) sind gänzlich 
müssig. 



286 115. 

111. hol in diesem sinne (noch 145) ist im Mnd. 'Wörterbuch 
2, 285a nicht belegt: köker s. 335; magdeburger Aesop 49, 132. 
145. 57, 37. 

120. Ähnlich steht open noch magdeburger Aesop 49, 119. 
138. gehören liierher die von Jostes nicht genügend erklarten 
junfem vor apen bei Daniel von Soest, gemeine bicht 1723, 2826? 

124. gat in diesem sinne (Mnd. Wörterbuch 2,17 b) steht noch 
141. 166; hahnreierei 366; Lauremberg 2,688. 770; magdeburger 
Aesop 35, 7. 

125. mosblcU ist im Mnd. Wörterbuch 3, 123 b nur durch unsre 
stelle belegt. 

137. Weder Hoffmann noch Sprenger (s. 70) erklären die stelle 
richtig, jener liest dornes Jdaven (das aus lat. clava entlehnt sein 
soll) und versteht „mit einer domenkeule'^, was schon des unmög- 
lichen reims wegen nicht angeht; dieser will donres klapen „krach 
des donners" lesen, was ein unglaublich komischer imd ungeschickter 
vergleich für einen mückenstich wäre, die Überlieferung giebt einen 
guten und passenden sinn: „mit dem schlag eines dornes". über 
klapen in diesem sinne vgl. Mnd. Wörterbuch 2,471b; man denke 
femer an den prekel (zu 25, 4), den mhd. gart, 

152. hinderhode ist im Mnd. Wörterbuch 2, 270b nur durch 
unsre stelle belegt; ich finde es noch Hennenberg 180. vielleicht 
stand aber achterhode (Mnd. Wörterbuch 1, 9 a) im original. 

158. Hoffmann liest her nmlf, 

159. to sinne nemen (Mnd. Wörterbuch 4, 208 b) noch sünden- 
faU 2204. 2977. 

163. span ist „dachsparren" (Mnd. Wörterbuch 4, 301a). 

173. Zu turren (Mnd. Wörterbuch 4,633 a) vgl. noch Versuch 
5, 133; Die deutschen mundarten 5, 300. 

174. murren ist im Mnd. Wörterbuch 3, 138 b nur durch unsre 
stelle belegt. 

175. Die Wendung it gat an findet sich noch Barbara 280; 
Daniel von Soest, gemeine bicht 1449; Reinke 5675. 

Hoffmann (vgl. auch Mnd. Wörterbuch 3, 142b) liest mtäsen 
und denkt an ital. moxzare „verstümmeln'', was schon des reimes 
wegen unmöglich ist, der t und langes u verlangt, wie ist das 
sicher so anzusetzende muten zu verstehen? ich glaube ironisch als 
„das gesicht putzen", in dieser bedeutung ist das wort nicht nur 
im mittelniederdeutschen (bauernkomödien s. 256; hahnreierei 737 
im reim auf snuten] köker s. 340), sondern auch im modernen 
dialekt (vgl. Versuch 3,193; Woeste s. 181a) mehrfach belegt 



115. 116. 117. 287 

176. snute (Mnd. Wörterbuch 4, 280b) finde ich ausser 182 
noch: hahnreierei 20. 401. 602. 738. 753. 1130. 1186. 1381. 1474 
1536; köker s. 319; proverbia communia 555; scriba 16. 122 
Tunnicius 822; verlorener söhn 934; Waldis, verlorener söhn 1034 

179. undergan in diesem sinne fehlt im Mnd. Wörterbuch 5,27b 

184. entglickn fehlt im Mnd. Wörterbuch. 

185. tmnt in diesem sinne fehlt im Mnd. Wörterbuch 5, 733b; 
ich finde es nur noch hahnreierei 1140. 

187. Zu prünen „schlecht nähen" (Mnd. Wörterbuch 3,382a) 
vgl. Yersuch 3,366; Kichey s. 26; Greverus s. 346. 349; Jelling- 
haus s. 140; Echterling s. 304; Schambach s. 160b; Die deutschen 
mundarten 5, 159. 

204. Dieselbe wendung im magdeburger Aesop 49, 223. ähn- 
lich versengelt geven reimbüchlein 307 ; sächsische weltchronik 298, 5. 

212. Zu vorschüchiern (Mnd. Wörterbuch 5, 438 b) vgl. auch 
Lübben zu Zeno 1537. 



116. 

2. strit holden auch magdeburger Aesop 49, 96; Yeghe 150,8.9. 
14. Vgl. lübecker totentanz 423 So lange went ik echt ens hi 
se konde rdken, 

20. beiekenen (Mnd. Wörterbuch 1, 297a) ist der spezifische aus- 
druck für allegorische ausdeutungen: 118, 24; Facetus 25,4; färben- 
kränz 95; frauenlob 65; vom holze 347; Lübben, mnd. gedichte 
3,85. 87; Reinke s. 55. 56. 132. 160 Lübben; Stephan 3829. 
4690. 5061. 5193; sündenfall 1513. 1832. 

vlegenworm fehlt im Mnd. Wörterbuch. 

117. 

(= Hofftnann 11.) 

1. olde vede auch köker s. 351. 

2. sunder lede dieb von Brügge 158; holsteinische reimchronik 
52; magdeburger Aesop 22, 13; verlorener söhn 86. 670. 788. 799; 
Zeno 1276. sunder let Facetus 88,4; ane lei Stephan 4463. 4561. 

4. Vgl. magdeburger Aesop 53, 8. 55, 113. 
7. stot (Mnd. Wörterbuch 4, 417 a) noch magdeburger Aesop 
6, 26. 88, 5. 89, 25. 

21. papensank fehlt im Mnd. Wörterbuch. 

22. kele klinget scheint formelhaft zu sein: 122, 58; Brandan 
141; magdeburger Aesop 53, 32. 59; visio Philiberti 484, 



288 117. 118. 

28. sunder underschet „unbedingt" (Hoffinann); vgl. Mnd. Wörter- 
buch 5, 34a, 3. 

43. 44. Hoffmann erklärt: „das credo will ich übergehen; der 
bock konnte so sagen, weil er sich schon als märtyrer betrachtete 
und an den märtyrertagen in der messe das cxedo wegfällt, das 
opfer sollst du mir aufheben, d. h. dann fällt auch das offertorium 
weg, weil du mich als hostie opferst." 

46. brink (Mnd. Wörterbuch 1, 424a) finde ich noch bauem- 
komödien s. 29. 166; magdeburger Aesop 53,56. zum heutigen ge- 
brauch des Wortes vgl. Yersuch 1,140; Oreverus s. 345; Jelling- 
haus s. 121; Echterling s. 54; "Woeste s. 40b; Schambach s. 33b; 
Grimms Wörterbuch 2,391. 

52. grelle (Mnd. Wörterbuch 2, 142b) findet sich noch 61; 
magdeburger Aesop 53,62. 101, 73; Stephan 517'*. Hoffimann ver- 
gleicht noch "Weigand Zeitschrift für deutsches . ^rtum 6, 486. 

57. anspringen fehlt im Mnd. Wörterbuch. 

64. pese (Mnd. Wörterbuch 3,323 a) steht noch 71; magde- 
burger Aesop 53, 52. 78. 82. 87. 89; proverbia communia 410. 

67. grint (Mnd. Wörterbuch 2, 148 a) finde ich nur noch Stricker 
1511; vgl. Sanders' Wörterbuch 1, 628 b. 

68. dof unde blint Barbara 335; Daniel von Soest, gemeine 
bicht 435. 876. 1037. 2753. dialogon 1694; fürstenwalder Mar- 
garete 434. umgekehrt blint, dof Lübben, mnd. gedichte 16, 14. 

73. Hoffmann liest unde mi^ Sprenger (Nd. Jahrbuch 13, 73) 
de mi brot^hL ich halte es nicht für unmöglich, dass eine ellipse 
des leicht zu ergänzenden verbums hier vorliegt, und mochte ausser- 
dem den vers durch ein eingesetztes wort nicht belasten. 

74. erlösen fehlt im Mnd. Wörterbuch. 



118. 

4. iokomen „sich ereignen" (Mnd. Wörterbuch 4,567a) findet 
sich noch: Brandan 48; dieb von Brügge 689; laiendoktrinal s. 198; 
lübecker totentanz 1463. 1549; magdeburger Aesop 52,38; reden- 
tiner osterspiel 922; Keinke 3164. 4804; Stephan 3294; Valentin 
1595. 1598; Zeno 292. 1371. vgl. auch zu 18,10. 

25. 26. „Vor dem, der doch (in jedem falle) über ihm ist (ihn 
in seiner gewalt hat), fürchtet er sich oft." ich halte dorch vrochie 
für einen tautologischen zusatz, um die anknüpfung des relativ- 
satzes zu ermöglichen, der sonst in der luft hinge. 



119. 120. 121. 289 

119. 

11. schapehunt fehlt im Mnd. Wörterbuch. 

12. bunt fehlt im Mnd. Wörterbuch. 

17. hennesliten fehlt im Mnd. Wörterbuch: reimbüchlein 2995. 
reflexiv finde ich es sonst nicht gebraucht. 

120. 

Eine anspielung auf unsre fabel macht Stephan 2551 Den 
mach men holden alse enen raven, mit pawenvederen wal vorhaven, 

1. pawenveder fehlt im Mnd. Wörterbuch: Brandan 406; magde- 
burger Aesop 54, 53; Stephan 2552. 

26. Diese .^^zeichnung kann ich sonst nicht nachweisen, es 
scheint eine ne'^ nform zu Heino (Mnd. Wörterbuch 2,228b; Yer- 
öuch 2, 614) zu -oia; doch helfen auch die mundartlichen Samm- 
lungen nicht weiter. 

32. Ygl. magdeburger Aesop 54, 59. 

131. 

(= Hoffmann 16.) 

Eine ähnliche löwenheilung wird Keinke 5283 erzählt. 

7. in korter stuni dieb von Brügge 373; Kölscher, geistliche 
lieder 22,9,3. 44,9,4; laiendoktrinal s. 63. 157; minners anklagen 
399; reimbüchlein 1645; steinbuch 26; Valentin 964. 1224. 2077. 
2365. in körten stunden Barbara 340; Stephan 1487; sündenfall 
2974. an korter stunt kranichshals 23; magdeburger Aesop 59, 39. 
91, 50; steinbuch 509. 

15. to h&rten nemen noch bücher der könige s. 91; Dorothea 
158; laiendoktrinal s. 181; Zeno 1182. 

17. Der gebrauch ist wie neuhochdeutsch „eins zwei drei" 
in vulgären Wendungen; ich kenne sonst kein altes beispiel. 

18. Lies vorsach und streiche das wort in den lesarten. 

21. Der fehlende vers kann natürlich auch der 22. sein, man 
kann verschiedene Vermutungen über das ausgelassene haben; aber 
keine ergänzung schien mir sicher genug, um sie in den text zu 
setzen. 

27. „Nun betrügt (foppt) uns des fuchses altbekannte kunst." 
ich weiss nicht, ob diese jetzt in den niederdeutschen mundarten 
weit verbreitete Umschreibung des genetivs sonst in älteren denk- 
mälern vorkommt. 

Leitzmann, Die fabeln Gerhards von Minden . V^ 



290 121. 

29. majestat fehlt im Mnd. Wörterbuch: radbuch 3,52. 55. 60. 
4,39. 8,63. 11,102; Remke 2794; Stephan 4452; Stricker 41. 
1436. 1805. 1847. 2414. 2881. 3845. 4058. 4309. 

44. krankmödich fehlt im Mnd. Wörterbuch. 

59. nouwe rat auch Reinke 514. 1800. 2352. 

61. Paris als medizinische fakultät wird weiter erwähnt: Da- 
niel von Soest, gemeine bicht 1586; Eschenburg, denkmäler s. 288. 
239. 253; fastnachtsspiele 1, 10. Montpellier nennt der magde- 
burger Aesop 94, 31. 

74. sunder arge list lübecker totentanz 579; magdeburger Aesop 
91, 79; verlorener söhn 536. ane arge list forbendeutung 230; 
Henselin 4, 2; Simson 2, 23. 

76. levendich viUen auch Lübben, mnd. gedichte 13, 8; magde- 
burger Aesop 55, 74. 

79. Ygl. die ähnliche hautkur fastnachtsspiele 1, 267. 320. 410. 

80. beslan in ähnlichem sinne (Mnd. Wörterbuch 1, 273 b) steht 
noch magdeburger Aesop 55,81; redentiner osterspiel 1562. 

83. völen ist weit häufiger, als es nach dem Mnd. >«rörterbuch 
5, 298a scheinen könnte: Daniel von Soest, gemeine bicht 2054. 
3343. dialogon 702. 1172; dieb von Brügge 663; hahnreierei 797; 
Kölscher, geistliche lieder 53, 4, 1. 69, 1, 13. 2, 6. 70, 9, 2; laien- 
doktrinal s. 99. 149. 150; Lauremberg 2, 126. beschluss 65; 
lübecker totentanz 249. 1104. 1367; Marina 251; osterspiel 250; 
radbuch 5,39. 10,69; Reinke 1134. 5096. 6142; Stricker 2068. 
2090. 2422. 4044. 4672. 4990. 5057. 5094. 5422; sündenfaU 
2409; Valentin 577; vitulus 435; Waldis, verlorener söhn 1592. 

sachtich&it „lindening" ist im Mnd. Wörterbuch 4,3 a nur durch 
unsre stelle belegt. 

86. Weiter wird Hippokrates genannt: Eberhard von Cersne, 
minneregel 554; laiendoktrinal s. 183; Lauremberg 1, 238 (vgl. 
Braunes anmerkung); Stephan 3935. 3953. 3961. 

104. sunt maken noch Ansehnus 266. 873; bücher der könige 
s. 55. 180. 187. 218; Claus bur 291; Eberhard von Cersne, minne- 
regel 2601. lieder 13,44; laiendoktrinal s. 19. 197; Lübben, mnd. 
gedichte 4,132. 7,20. 12,20; lübecker totentanz 761; fürsten- 
walder Margarete 356; Marien rosenkranz 370; osterspiel G9; reim- 
büchlein 166; Reinke 4903; Valentin 1161. 

105. de grötste voget heisst der wolf auch Reinke 5504. 
109. kogel (Mnd. wöiierbuch 2, 512a) „hier nicht bloss die 

kapuze, sondern das ganze damit versehene gewand" {Hoffmann). 
111. Vgl. die ähnliche ironische stelle Reinke 850. 
en nie orden auch Claus bur 716; vitulus 675. 



121. 122. 291 

112. prior fehlt im Mnd. Wörterbuch : Reinke 365. 4057; segler 
28; Stephan 4838. 4854. 

114. dol (Mnd. Wörterbuch 1, 535 a) finde ich noch Eberhard 
von Cersne, minneregel 786; lieder 9, 28. 

118. vorladen (Mnd. Wörterbuch 5, 384 b) ist sehr beliebt bei 
den niederdeutschen dichtem: köker s. 313. 326; magdeburger Aesop 
2,59. 57,44. 101,166. 261; Stephan 824. 1120. 2451. 3748. 
5289; Sündenfall 660. 907. 1196; Stockholmer vogelsprache 55,2. 

121. Hoffmanns erklärung von plicht als „bosheit" ist im Mnd. 
Wörterbuch 3, 347b mit recht zurückgewiesen worden; dort steht 
auch die richtige erklärung: „wie diese beiden mit einander um- 
gingen." 

123. 

(= Hoffmann 3.) 

13. scharp regen köker s. 314. regen fehlt im Mnd. Wörterbuch. 

19. talicheit erklärt Hoffmann als „liebenswürdigkeit" und ver- 
gleicht leßalich (Tunnicius 810; verlorener söhn 148) und Ufgetal 
(Reinke 6757). Walthers konjektur (Mnd. Wörterbuch 4,508a) ist 
unnötig, man kann Hoffmanns deutung beistimmen, aber auch an 
tolle „munter, wacker" denken, das ravensbergisch (JeUinghaus 
s. 152) imd diepholzisch (Müller Annalen der braunschweigisch- 
lüneburgischen kurlande 8, 601) belegt ist. . 

20. Über krup vgl. Mnd. Wörterbuch 2, 583 b. 

22. ler „wange" (Mnd. Wörterbuch 2, 669aj steht noch hahn- 
reierei 32. 740. 1264. 1278; magdeburger Aesop 56,18; Wizlaw, 
lieder 13, 16. vgl. für den heutigen dialekt Versuch 3,54; JeUing- 
haus s. 136. 

29. uplesen in diesem sinne fehlt Mnd. Wörterbuch 5, 117a; 
ich finde es noch Reinke 396. 3630. 

33. Ich sehe nicht ein, warum Sprenger (Nd. Jahrbuch 13, 70), 
da doch düre einen guten sinn giebt, düve einsetzen will; zudem 
kennt Gerhard dies wort gar nicht, sondern nur dufte (92, 25. 
101, 34). 

36. to aller stunt Anseimus 655; farbendeutung 382; Hölscher, 
geistliche lieder 44,4,2; laiendoktrinal s. 8. 45. 50. 54. 121; Lüb- 
ben, mnd. gedichte 13,15; magdeburger Aesop 56,31. 58,52; 
reimbüchlein 285. 319; Reinke 6398; Stricker 3426; trierer Theo- 
philus 416; tierparlament 18; Waldis, verlorener söhn 190; Zeno 
85. to allen stunden gandersheimer reimchronik 600. 1611; Höl- 
scher, geistliche lieder 26, 6, 2. 47,2,3. 69^1^14^ 5ciW\vT^<^'^\sxi^ 



292 122. 123. 124. 

68; kaland 152. 223. 937; laiendoktrinal s. 29. 38. 39. 43. 68. 
73. 74. 92; Lübben, mnd. gedickte 17,120; magdeburger Aesop 
10, 110; fürsten walder Margarete 418; visio Philiberti 482; rad- 
buch 7,52; Reinke 6177. 6686; Stephan 1579. 

37. rode (Mnd. Wörterbuch 3,495 a) steht noch köker s. 354; 
magdeburger Aesop 15, 12. 20, 28; redentiner osterspiel 1890; reim- 
büchlein s. xvni. 3379; Yeghe 55,4. das wort hat heute in man- 
chen westfälischen gegenden hunt gänzlich verdrängt: vgl. Jelling- 
haus s. 144; Echterling s. 367; Wrede 19,106; Bremer, Beiträge 
zur geographie der deutschen mundarten s. 112. 

40. page (Mnd. Wörterbuch 3,291b) steht femer bauemkomö- 
dien s. 18. 221; köker s. 318. 353. 363; lübecker totentanz 1276; 
redentiner osterspiel 1683. 1907. 1982: scriba251; Tunnicius 1328. 

43. unrenicheit fehlt im Mnd. Wörterbuch : Facetus36, 8; magde- 
burger Aesop 54,20. 24. 56,39. 82,13; Stephan 2196; tierparla- 
ment 62. 

47. weide ist hier wohl einfach „gewalt", nicht, wie Hoff- 
mann will, „ergötzliches leben". 

51. kökenwant fehlt im Mnd. Wörterbuch. 

53. mot „mutwiUen" (Hoffmann). 

54. heize glüt Demantin 2012. 

60. gebrek melden Yeghe 407, 21. 24. 

62. Got grot maket got antwert proverbia communia 363; vgl. 
auch magdeburger Aesop 56, 59. 

133. 

5. Lies wundert und in den lesarten wundert 
20. decke fehlt im Mnd. Wörterbuch. 

24. sunder underlat dieb von Brügge 312; engelsunterweisung 
34; Lübben, mitteilungen s. 5; Stockholmer vogelsprache 54, 2. 
ane underlat magdeburger Aesop 61,83; nd. Jahrbuch 8,71; reim- 
büchlein 263; Stricker 1172; Zeno 738. 

29. vorwit (l^Ind. Wörterbuch 5,508b) steht noch laiendoktrinal 
s. 8. 12; Reinke 2558. 5409; Stricker 5023; vitulus 924. 

35. sinen kindern erven auch magdeburger Aesop 90, 78. 

134. 

6. Dieselbe form sist (vgl. list 125, 11) begegnet Facetus 60, 2. 
80 j 4 (im reim). 124, 1* e\)ei\^'3t l'i^^Y ^\.<^\iV rist im reim. 



125. 293 

135. 

5. Weitere belege für betrachten (Mnd. Wörterbuch 1, 302 b): 
Facetus 38,4; Lübben, mitteüungen s. 9; Eeinke 2238; Stephan 
1357. 3296; süiidenfall 884. 3378; Waldis, verlorener söhn 1394. 

18. Yielleicht ist mit rechte zu lesen: „was doch rechtmässiger- 
weise niemand hätte tun dürfen." 

21. to herten gan noch bordesholmer Marienklage 121. 320. 
460. 476; IVIarienklage 3; Marina 213; reimbüchlein 1518. 3291; 
Reinke 404; Simson 2,30; Stricker 2069. 3903; Zeno 350. 

39. ungestrafet fehlt im Mnd. Wörterbuch: unhestrafet steht im 
redentiner osterspiel 194. 

44. dan (Mnd. Wörterbuch 1, 479b) steht noch magdeburger 
Aesop 55, 8. 68, 2. 13; 69, 34. 71, 18. 80, 44. 

57. stellen „nachstellen" fehlt im Mnd. Wörterbuch 4, 382b. 

59. ayitasten (Mnd. Wörterbuch 1, 108a) finde ich ferner: An- 
selmus 147; Brandan 417; Daniel von Soest, gemeine bicht 696. 
1120. 1879; Eberhard von Wampen 1,183. 2,60; fai^benkranz 62; 
fastnachtsspiele 1, 392; leberreime 29, 1; magdebiu-ger Aesop 23,45. 
26,37. 80,49; Sündenfall 972. 

77 — 80. Ich halte die verse für unecht: vgl. einleitimg s. xxi. 

79. Die besserung verdanke ich Michels. 



Register. 



Ade 10, 68. 

äffe dem teufel ähnlich 103, 22. 

afgot 63, 3. 

af langen 33, 14. 

aflaten 36, 39. 

afnemen 49, 55. 

afsterven 51,2. 

aldach, al den dach, allen dachQ8, 14. 

alhom 54, 11. 

anakoluth 115, 56. 

anden 40, 12. 

angeboren 40, 15. 

anger 44, 4. 

angest: a. plegen 115, 107; sunder 

a. 101, 13. 
angripen 3, 17. 
anhacken 14, 29. 
anken 44, 7. 
anklage 43, 11. 
ankliven 66, 23. 
annemen, sik 46, 29. 
anslan 99, 93. 
anspringen 117, 57. 
antasten 125, 59. 
amvuchten 41, 10. 
apender 70, 68. 
apenve 70, 26. 
apenvlesch 66 , 92. 
«TTO xoivoö 3, 5. 
arbeden „mühe machen" 65, 11. 
Aristoteles 7, 22. 
ar?i 58, 7. 

arsedien künnen, van 99, 58. 
ar^; ?ia smer a. 1 3, 2 ; t^aw Äo^er a. 93,7. 
as 66, 57. 
asyndeton prolog 3. 
Athenas prolog 2. 
aufsparung 12, 8. 66,78. 73,61. 77,64. 



Bakhus 90, 8. 

bane 67, 45. 

bartne 48, 24. 

6ar^ „mund'' 99, 85. 

began, sik 74, 29. 

begaven 18, 24. 

begeren 52, 15. 

behaften 48, 7. 

behechlik 15, 19. 

behende 49, 48. 

5eÄo/< 56, 30. 

bekant, phrasen mit 4, 8. 

bekarmen 95, 9. 

bekemien 18, 16. 

bemannen f sik 18, 9. 

benedien 99, 92. 

6ere 33, 5. 

fcererfe 102, 37. 

6erei7 29, 2. 

berginge 34, 5. 

bericht, wes und ähnliches 8, 26. 

beseggen 35, 14. 

fcesZan 69, 24. 121,80. 

bestoppen 55, 24. 

betalen „erwerben'^ 80, 16. 

betekenen 116, 20. 

betrachten 125, 5. 

beven 54, 43. 

bever, otter unde los 115, 78. 

bewant 85, 29. 

bewiven^ sik 94, 9. 

bewone 30, 11. 

iicÄ^; aw rechter b. 67, 12; ^m 5. 

20, 27; 6. weWm 76, 38. 
bidden mit dativ 63, 4. 
bik 77,86. 

6*7rfe „Vorbild" 47, 39. 
bispel prolog 5. 



Register. 



295 



biten „essen'' 5, 8. 

bitter: b. pinbl, 4; b. wege 10, 32. 

biwort 27, 21. 

bleken 56, 36. 

bilde 53, 7. 98, 115. 

blök 18, 5. 

blot 4, 19. 

boden senden y ginen 29, 18. 

böse hunt 56, 22. 

6öYm 102, 23. 

bok schriven, in enes 90, 24. 

bolde 15, 14. 

bone bildliche negation 65, 16. 

bosheit 9, 30. 

böte entvan 2, 6. 

bram 93, 36. 

brede vöte 94, 54. 

breken: „sündigen'' 66, 100; willen 

br. 92, 56. 
brest 21, 11. 
brink 117, 46. 
broder und neve 94, 13. 
6roA; 18, 2. 
brummen 94, 50. 
fcwcÄ^ 9, 11. 
5w/< 18, 14. 
bunge 31, 12. 
^)ww^ 119, 12. 
busch 50, 16. 
butenlandes 94, 22. 

Cato 112, 60. 

Dach: goden d. 99, 71; mannigen 
d. 65, 60; d nemen 115, 55; «fp 
enew d. 65, 25. 

rfa?^ 125, 44. 

dansen unde springen 18, 37. 

dat „vorausgesetzt dass" 14, 25. 

dat „tat" 46, 34. 

decke 123, 20. 

dede 114, 14. 

deigen, vordelgen 7, 18. 

denen 27, 12. 

denken up 16, 22. 

denst beden 15, 10. 



tfere i^wrfe vögele 49, 1. 
(ierne 76, 14; /et;e c?. 85, 32. 
dert 49, 1. 

e^icÄ^ „Schrift" 27, 21. 
dicht „wahrhaftig" 70, 42. 
dicke 3, 44. 
dik 65 , 3. 

dof unde blint 117 , 68. 
dal 121, 114. 
don „geben" 55, 18. 
dorenspil 17, 23. 
dorn 50, 16. 
domebusch 67, 20. 
dorpmtis 10, 19. 
dorstes not 50, 2. 

(io^; d. bliven 70, 87; c?. sterven 9, 16. 
c?o^; rfen d. nemen 65, 72; io d. brin- 
gen 2, 20. 
douwen 98, 38. 
doven 28, 37. 114, 16. 
drade 3, 31. 
dram 43, 7. 
dravel 12, 7. 
driven b7y 6. 
dröge of nat 74, 6. 
c?ro55e/ 68, 19. 
rfrw 16, 37. 

diiden, bedüden 57, 19. 
dufte 122, 33. 
dünkelgot 78, 77. 
dünken mit Infinitiv 8, 14. 
rfwre bevelen 105, 19. 
rfw/^ 35, 28; c?. hebben 16, 11. 
ö?«^m; rf. man 63, 17; d sm 39, 15. 
dutte 103, 51. 
duvam 19, 23. 
c^tro« 66, 58. 
dwenge 14, 21. 
dwerch 109, 2. 

Eberhard von Wampen 84. 
ccÄeZw 79, 10. 
echterdel 115, 44. 
eckern 81, 2. 
egelesnuf 81, 17. 
ew/i)fc 103, 58. 



296 



Register. 



ellipse: des artikels 105; 28; des rela- 

tiyproDomens 78, 1; des Subjekts- 

proDomens 55 , 15; des verbums 

99, 89. 117, 73. 
emetenhol 74, 3. 
enge 24, 22. 
enkrigich 64, 37. 
entgliden 115, 184. 
enthalen 24, 13. 
entliven 66, 40. 
entslipen 13, 21. 
entiogen 115, 87. 
entwerpen 61, 14. 
entwolden 16, 21. 
enwar werden 11, 5. 
erde: leven up e. 29, 32; tor e. 

sland9, 11; tor e. werpen 64, 19; 

up disser e. 11 , 36. 
ere anleggen 1, 4. 
erheven 39, 6. 
erkennen 60, 12. 
erlösen 117, 74. 
emcnne?^ 84, 8. 

ernst 59, 13; e. unde schimplOj 6. 
eriisthachtich 47, 37. 
erren 39, 13. 

erschrecken, erschrieken 28, 13. 
e^; 6i (up) minen e, 11, 24; mit e, 

bevesten 100, 16. 
evene komen 54, 14. 
eventüre: „etwa'' 93, 76; up e. 29,31 ; 

van e. 70, 39. 
ever 80, 1. 
exentüch 54, 42. 

Fabel prolog 11. 
Facetus 30. 
fei, sunder 6, 7. 
forme 5,3. 
Freidank 1, 9. 

fuchs und bahn (jütische Sammlung) 
112. 

Oabbart 97, 39. 
gaden, alsunder 7, 20. 
-gader 53, 28. 



^an; tV gat an 115, 175. 

gandersheimer reimohronik 75. 90. 

gans 6, 17. 

garve 58, 15. 

gat „after'' 115, 124. 

gebrechte 36, 29. 

gecken 97, 32. 

gemak, got 104, 2. 

gemeit 18, 18. 

^cner 1, 7. 

genetiv umschrieben 121, 27. 

genoch, und der 10, 6. 

gent 19, 16. 

geraket 54, 2. 

gerede 28, 2. 

geschefte 20, 15. 

gesehen, sik 98, 1. 

gescher se 99, 109. 

geschicket 28, 1. 

gesede 30, 15. 

gestlik 84, 1. 

^re^en 70, 61. 

geven, sik 10, 42. 

girich 5, 9. 

^r/aws 1, 6. 

^rZi'rfe« 112, 38. 

gnedich 26, 6. 

5roÄ; 96, 26. 

gorich 99, 39. 

^ro^; dorch g. 9, 14; cfes /wöYe g. ge- 

tvolden99, 84; ^. ^rröYe Ju 28, 30; 

g. loner 103, 18; g. segene ju 98, 

26; in g. vrede 113, 10. 
got: dat di g. gesche 115, 22; g. 

unde rechtverdich 4, 25. 
gral 10, 44. 
grelle 117, 52. 
greselik 73, 38. 
grim 10, 57. 
grimmich 47, 37. 
^rrm^ „köpf 117, 67. 
gripen mit genetiv 85, 46. 
gris unde gra 22, 20. 
gr'öje7i 36, 6. 
^rro^; ^rr. dinge 55, 37; ^r. fot?^^ 

21, 19. 



Register. 



297 



grot „gruss" 8, 5. 
grove bur 28, 8. 
gülden 98, 33. 
gunipelman 109, 13. 

Hagedom 54, 22. 

halshant 55, 4. 

hanteren 14, 13. 

harde leven 10, 67. 

Äas^, mit 10, 35. 

hautkur 121 , 79. 

keekie 101, 39. 

kel, up en 67, 4. 

helant 103, 11. 

hellepin 11, 32. 

ÄeZ^ 66, 12. 

Äe/i;e 54, 4. 

he7ne 26, 11. 

Hene 120, 26. 

hennesliten 119, 17. 

Äer „heer'^ 49, 10. 

her „freundlich'' 13, 17. 99, 145. 

herte: to h. gan 125, 21; h. grünt 
84, 22; to h. nemen 121, 15; van 
h. unvorsagetQQ, 13; k. wert swar 
77, 92. 

hertogen unde greven 70, 25. 

hertreden 114, 5. 

hete glot 122, 54. 

heten: wat se hete 92, 15. 

hetesch 111, 9. 

heven, sik 10, 31. 

Hildebrandslied, jüngeres 97,44. 

hinder „arsch'^ 115, 3. 

hmderhode 115, 152. 

Hippokrates 121 , 86. 

höken 41, 1. 

höveden 14, 17. 

hövet unde lif 95, 3. 

hövetgolt 70, 34. 

hol „after" 115, 111. 

holt „wald" 53, 26. 

hon: mit k. 24, 23; to h. 93, 45. 

honspraken 14, 9. 

hoppenstake 65, 52. 

Äom 30, 3. 



hülen 53, 36. 

Äw/cfe 18, 44. 

hunger 12, 1 ; hungers sterven 79, 34. 

hungerich bliven 12, 22. 

Ä«^5: Ä. bestellen 29, 3; Ä. wnrfe 

A^erAre 17, 14. 
kut als Schimpfwort 99, 21. 

Ichteswanne j ichteswanner 14, 14. 
ingewede 4, 22. 

Jacht, an ener 6, 3. 

yar; e^^ böse j. 64, 17; aw körten 

y. 77, 10. 
jegenwördichet 43, 5. 
yo tovoren 48, 10. 
jümmer vro 10, 24. 28, 30. 
ywwÄ; ww^e t?ro^ 14, 15. 
jutto 113, 22. 

Kaf bildliche nogation 64, 33. 

kal 23, 1. 

kalkkule 78, 51. 

kanse 101 , 27. 

Ä:are 25, 1. 

käste 26, 20. 

kavel 109, 24. 

A:eZe Är^tw^re/ 117, 22. 

kennen 28, 47. 

kerke unde Mus 101, 25. 

kerle 73, 48. 

kever 115, 69. 

kify sunder 35, 37. 

kinde^ mit 76, 26. 

klapen^ domes 115, 137. 

Ä:/ar 13, 13. 

klederdracht 101, 36. 

kleien 70, 83. 

klenheit 50, 5. 

klenlik 44, 11. 

^7oÄ; prolog 3. 

Ä:/w5 10, 33. 

Ärwe selten, sik up sine 48, 28. 

knecht, leve 85, 32. 

Aviipe 34, 1. 



298 



Register. 



kökenwant 122, 51. 

köninges sede 18, 51. 

kogel 121, 109. 

kolde, dat 55, 25. 

koUektiva mit plaral 35, 3. 

kols 113, 11. 

kort: in k. 85, 36; an k. jaren 11, 
10; in k. stunt 121, 7; in k. vrist 
98, 69; mit k. worden 100, 21. 

koven 102, 5. 

kraft 1 , 6. 

krankmödich 121, 44. 

krassen 48, 15. 

kreatur 1,1. 

krede 84, 25. 

kresam 90, 27. 

kreveln 115, 9. 

Krist, wet 13, 9. 

ArwAre 24, 16. 

Ä-rw;) 122, 20. 

kuckuk = mhd. gouch 65, 22. 

künnen mit 4, 24. 

künstich proIog 4. 

küscheit 52, 3. 

kukerlukuk und ähnliches 112, 40. 

kule 16, 18. 

kumpan 3, 28. 

kumpanie 6, 14. 

kumpanien, sik 6, 21. 

kunst 8,1. 

kunt, phrasen mit 51', 44. 

kutte 103, 52. 

Lach, dar he und ähnliches 18, 2. 

laden 52, 6. 

lak 92, 18. 

lam 2, 2. 

lank, alümme 16, 3. 

lantvolk 92, 39. 

lateinische worte 40, 5. 

taten, nicht 63, 14. 

Lauremberg 103. 

lech 12, 4. 

lede, sunder 117, 2. 

/crfer 99, 6. 

ledich gan 74, 21. 



leie wis 46, 5. 

lemkin 45, 4. 

fcr 122. 22. 

les 1, 21. 

lesicheit 53, 13. 

/e^ t«ru;^ schaden 54, 48. 

fcpe „lebendig** 51, 44. 

leve, mit 71, 18. 

levendich viüen 121, 76. 

lichtverdich 13, 23. 

lif: „lebensart** 64, 9; Itves not ol, 

11; /. unde got 19, 33. 
lifide 54, 11. 
Ose 9, 28. 

/t«<, sunder arge 121, 74. 
locken 20, 14. 
/ö/Ue t^ncfß ccfe 104, 30. 
lögensek 72, 4. 

/öpc mi und ähnliches 20, 30. 
löves 26, 23. 
löwengrube 47, 23. 
lof, pris und ere 49, 5. 
loner 103, 18. 
lopende körnen 10, 55. 
Zos, phrasen mit 29, 44. 
lovesam 18, 54. 
tust, dorch 33, 1. 
lut maken 60, 9. 

Macht: m. licht an 58, 8; mit w. 

65, 47. 
mager 55, 12. 
majestat 121, 29. 
maken, sik 29, 38. 
maierei 73, 13. 103, 23. 
wan; plui'al menne 58, 18. 
mäste 81, 1. 
wa^e 89, 53. 
meitit, meientit 98, 1. 
melden 32, 9; gebrek m. 122, 60. 
melik 11 , 6. 
weZse 73, 18. 
mene got 93, 88. 
menen, 7nit trüwen 55, 32. 
mer „aber" 20, 41. 
mer „meer" 3, 23; över m. 66, 8. 



Register. 



299 



merk 21, 10. 

rnerkatte 115, 79. 

mesterhok 7, 21. 

michel 11, 21; m. del 11, 21. 

milde 48, 12. 

minners anklagen 47. 60. 

minschender 73, 46. 

minschengraf 51, 14. 

missen 49, 36. 

missevar 98, 6. 

misstalt 44, 27. 

?wi7e 115, 71. 

möten, entmöten 55, 2. 

morgensterne 13, 14. 

mortlik 15, 17. 

mosblat 115, 125. 

wo^; Äo^e w. 10, 39; m. sachteji 

46, 32; ^0 tw. sin 28, 44; w. 

wandeln 98, 113. 
wo^e 47, 15. 
murren 115, 174. 
muten 115, 175. 

iVa; ^0 w., phrasen mit 15, 21; up 

enen n. 83, 21. 
najuchten 41, 9. 
narre 97, 48. 
naschen „stehlen" 55, 21. 
natit, vörtit 93, 74. 
nature 27, 24. 
nawisen 99, 70. 
nedertcerpen 58, 15. 
nemen: mit sik in n. 98, 114; ^o 

stA; n. 3, 1; «?or Sit w. 7, 1. 
nesten 88, 3. 
m^, sunder 6, 11. 
nothom 93, 17. 
nussbaum muss geschlagen werden 

93, 24. 

Övel varen 19, 17. 
Oven 11,8. 14, 18. 
örer 2, 9. 65, 12. 
överhöveden 28, 38. 
överlank 94, 2. 



överlink 46, 48. 

överlut 20, 41. 

övertreden 13, 16. 

o^re«; 0. uthreken 67, 51; t'e/e o. 

32, 17. 
oÄ „und" 97, 32. 
o/c?er komen, an sin 14, 1. 
O/ms 99, 148. 
ope« obszön 115, 120. 
Orden 28, 42; nie o. 121, 111. 
Otter 115, 78. 
over 65, 43. 
wi, icaeh 98, 56. 

Page 122, 40. 

pagendef 115, 36. 

panier 35, 1. 

papensank 117, 21. 

papiian 97, 22. 

par 49, 8. 

Paris, Montpellier als medizinische 

fakultäten 121, 61. 
parrerenj sik 70, 90. 
par^ 98, 81. 
patcenveder 120, 1. 
|)e/s 67, 31. 
perdehar 99, 105. 
perdemes 79, 20. 
joer/e 1, 1. 
perlement 49, 16. 
;)ese 117, 64. 
Petrus, heiliger 102, 49. 
pin 5, 12; sunder p. 85, 47. 
pipen 74, 25. 
plage 47, 4. 
plan 73, 26. 
planete 7, 19. 
pto 72, 12. 
pleehtj so men 28, 2. 
plicht 121, 121. 
prekel 25, 4. 
prior 121, 112. 
jpWs, prisen 10, 14. 
pro feieren 96, 25. 
prünen 115, 187. 
;)z*/e7er 99, 133. 



300 



Register. 



Quat 3, 34. 9, 14; qu. memn 4Aj 

31; qu. ndbur 19,30. 
quek 35, 34. 
quit, phrasen mit 14, 24. 

Raden: boven r, 109,36; dat r. ik 

24, 26. 
ränge 24, 2. 
ranke 33, 3. 
raren 71,24. 
rat: r. Giemen 17 ,12\ nouice r. 121, 

59; aunder r. 102, 47. 
re 66, 68. 
recht: in dem r. sm98,20; sckre- 

ven r. 90,46. 
redden 51, 37. 
redentiner osterspiel 11, 18. 
regen 122,13. 
regenwater 3, 19. 
reimbüchlein 18. 

Reinke de vos 8. 15. 18.36.89. 121. 
richte : heget r. 101 , 22 ; tor. laden ij 1. 
richter 108, 7. 
ride7i 46, 19. 
rike solt 99, 118. 
rin 85, 5. 
rode 122,37. 
rum 32 , 8. 
rumen 10, 58. 
runge 31, 11. 

Sachte 44, 9. 

sachticheit „lindemng" 121,83. 

sachtmödich 18, 53; s. U7ide vrede- 

sam 18, 53. 
sage 102, 17. 
sak 32, 6. 
sake 7 , 4. 
Salomo 54 , 49. 
schade um 108, 9. 
Schalk 57, 20. 
schäme 25, 14. 
schanthake 25, 15. 
schapehmit 119, 11. 
schapekoven 66, 44. 
scharnwevel 79, 1. 



scharp 45,7. 

scharren 1 , 7. 

scÄe/ 113,31. 

schelen 40, 6. 

scheme 110, 2. 

schemich 29, 19. 

schepely phrasen mit 92,46. 

Sehers 97,43. 

schevel 79, 34. 

Schicht 32, 31. 

schick 54, 2. 

schimp 35, 6. 

schöne unde vin 103, 33. 

schären 18, 56. 

schövefi 97 , 47. 

Schönheit 28, 18. 

schrach 13, 6. 

sehricht 65, 45. 

schrill 66, 36. 

Schüddeicrans 109,9. 

schüre 10,35. 

schuldem dregen, up beden 49, 62. 

schulen 68,26. 

schult y sujider 35, 27. 

seö?e, na sinem 3, 39. 

^e^re 45, 1. 

se^ew 101, 19. 

Seggen: dat si di secht 55, 13. 

sc/f/ßn 20, 46. 

selich isj rfe62,22; s. leveiibb, 28, 

seligen 32 , 8. 

sehen dink 98 , 46. 

selsenheit 21, 9. 

•se;i, siA; mit genetiv 73, 3. 

seren, ben 39, 4. 

sibbenhunt 15, 1. 

sichtich, ansichtich werden 20, 2. 

siebenzahl 70, 62. 

sinteren 28, 4. 

simpel 43, 26. 

simpelheit 9, 33. 

Simson 65,71. 73, 15. 

sm; e^an s. blint 103, 1; ?w*7 s. 16, 
34; ^0 s. komen 47, 13; ^o 5. 
nemen 115,159; to s. werden 83, 
14; s. unde wüte prolog 3. 



Register. 



301 



sinnen 51, 30; gnade s, 63, 18. 

sirde 28,39. 

siren 28, 3. 

sist, Hst, rist 124, 6. 

slach 93,68; siege slan 15,17. 

slan: „schlachten" 81, 12; sl. up 

50, 21. 
siechte, und al min 90, 45. 
slicht „glatt'' 19,20. 
slik 99, 30. 
sliken 53, 33. 
slingen 86, 1. 
sliven 24, 7. 
sinken 8, 3. 
smide 70, 11. 
snedicheit 12, 24. 
snou 18, 47. 
snute 115, 176. 
sökehake 65 , 51. 
söte sank 68 , 22. 
somertit 9, 22. 74, 11. 
sone unde vrede 53, 23. 
sorge, sorgen 51,2. 
sjpan 115, 163. 
spar 47 , 34. 
spiker 10, 37. 
spil 3, 44. 99, 105. 114, 17; to sp. 

gan 99,36. 
spisse 49 , 35. 
spok 65, 39. 
spoty der lüde 28, 48; sunder sp. 

55, 9. 
spotten 68, 4. 
spreken: man spr. 32,33; spr. Um 

8,13. 
sprich wöi-ter, ausdrücke für 98, 117. 
spröke prolog 13. 
sprok 88, 2. 
stam 17, 11. 
Stande vinden 32, 22. 
stark 100,4. 
Status mundi 79. 
steken: dorch den Hf 29, 35; in den 

munt 103, 46; torneien, st., breken 

28, 21. 
stel 115,47. 



Stelen gan 20, 1. 

stellen „ nachstellen ** 125,57.. 

stente 38 , 8. 

Stephans schachhuch 120. 

Sterke 16, 30. 

stilistisches 3,42. 24,9. 

stive, mit 55, 24. 

stolt 13,10. 

storm 18, 31. 

stot 117,7. 

stoten „stürzen" 13, 7. 

strafe 36, 10. 

streven 39, 5. 

striken 61, 7. 

strit holden 116, 2. 

struk 93, 37. 

Stümper 25, 18. 

stuke 18, 27. 

stum 99, 114. 

stumen 10, 57. 

stunt: in korter st. 121, 7; to aller 
st. 122,36; to ener st. 55,1; tor 
sülven st. 49, 47; van st. 66, 28. 

sucht 40, 1. 

sülver unde golt 70, 11. 

süs unde so 55 , 45. 

sunt „gesundheit" 40, 12. 

sunt maken 121, 104. 

swak^ sivake 41, 11. 

swar 113, 7. 

sweren unde loven 66, 43. 

swet, dat rode 86, 4. 

sweven 3, 9. 

swinde 81, 22. 

Tacke 55, 5. 

talicheit 122, 19. 

tasten 40, 5. 

teken mit genetiv47, 17; ^ don 21, 20. 

tekenen, sik 49, 20. 

telen 9,5. 

telt 100,23. 

tempel 63, 2. 

^ew, sik 49,44. 90,28. 

teufel schicigt 31,15. 

teve 9, \. 



302 



Register. 



ti 56, 1. 

ticht, böse 58, 9; rechte ^ unrechte 
t. 4,9. 

tu 6,9. 

tiranne 18, 56. 

tirannie 19, 19. 

tit: an disser t. 33, 11; an korter 
L 16, 17; hillige t. 99, 9; to 
euer t. 15,4; to ewiger t. 29,28; 
io manniger t.il, 13; tor siilven 
t. 49, 14; to tiden 22, 12; to allen 
t. 65, 33; up ene ^. 53, 1; t. vor- 
driven 113, 11. 

tmesis 46, 46. • 

tohreken 28, 20. 

locken 20, 13. 

tohantj altohant 1,2. 

tokomen 18, 10. 118, 4. . 

toleggen 88, 20. 

torisen 27, 18. 

toriten 27, 19. 

torügge gan 30, 16. 

tosluten 37, 8. 

tospliten 73, 33. 

tränen 69, 13. 

trecken 94, 52. 

tucht 11, 3. 

tilgen , valsche 4, 26. 

tiirren 115, 173. 

ttvidenj etitwiden 107,9. 

twivel, sunder 76, 27. 

Ümmekomen 35, 33. 
ümmestriken 80, 6. 
Umlaut 3,8. 4, 4. 
unart 90, 49. 
unharmich 48, 31. 
unbescheden 57 , 20. 
und relativisch 35, 50. 
under 79,8. 
undergan 115, 179. 
underlaty sunder 123, 24. 
underschety sunder 117,28. 
undertvinden, sik 26, 19. 
unere 18, 29. 
ungehort 98, 48. 



ungehüre 18, 5. 

ungeladen 72, 12. 

ungeleri 23,7. 

ungelik „Ungleichheit** 30, 16. - 

ungelimp 41,4. 

ungelogen 17, 20. 

ungemak 19, 24; u, und let 54 > 40. 

ungeniedet 102, 17. 

ungeme 113, 28. 

ungesehen 105, 32. 

ungeseret 8, 17. 

ungestrafct 125, 39. 

ungetrüice 20, 28. 

ungeicunt 86, 14. 

unrene 93, 62. 

unrenicheit 122,43. 

unschtcht, van 16, 10. 

untrüwe böse 19, 34. 

untrüweliken 53, 46. 

unvledicheit 57 , 9. 

ufiwroken 99 , 33, 

upbinden 89 , 38. 

upblasen, sik 27,5. 

upbreken^ den munt 73, 15. 

updon 89, 35. 

uplesen 122, 29. 

upnernen 103 , 59. 

utbreken 64,22. 67,51. 

utermelet 79, 5. 

utlaten 76, 1. 

Fa//e bringen^ to 66, 76. 

valsche lof 13, 24. 

vafiden 14,4. 

tjaw^ 115,82. 

rar mit adjektiven 29, 19. 99, 14. 

rar, ane 40,8; grote v, 10,50. 

vasel 45, 8. 

rede, olde 117, 1. 

velich gan 55, 73. 

velt: dat v. beholden 70, 91 ; v, unde 

wolt 62,3. 
venje 107, 4. 
verde 69, 31. 
verseilen weren, sik mit den und 

ähnliches 115, 204. 



. 



\ 



j 



Register. 



303 



vige 99,89. 

vin 3, 7. 

viren „gelinde behandeln'' 93,53. 

vlege 49,32. 

vlegenworm 116,20. 

vlet 65, 1. . 

vlien hi^ sik 19, 10. 

vlit don 74,12; ?nit vi. 48,29. 

vloge 14:^ 27. 

vlueht: „flug'' 79,22; de vi, nemen 

36, 28; sik na der vL richten 

58,25. 
vlüchtich 46, 18. 
vlute 115,74. 
voch, gevoch 3, 16. 
völen 121,83. 
vorbedacht 108, 32. 
vöregan 29, 48. 
vorhin 115, 18. 
Vormünder 66, 10. 
vorrede 9, 23. 
vörspan 70, 36. 
«;ör5^e 12, 18; v. rik 49, 11. 
vörten 92, 43. 
volde 112, 1. 
Volk 14, 12. 
vor andern, sik 10, 1. 
vorderven don 10, 72. 
vordömen 35, 49. 
vordregen, sik 18, 1. 
vordwelen 102, 25. 
vorhegen 16, 34. 
vorheren 54, 42. 
vorheven, sik 9, 13. 
wrA» 58, 20. 
vorladen 121, 118. 
vorlaten 31, 13. 
«7or>wanwew, 5«^ 14, 3. 
vormöden 96, 19. 
vormörden 60, 20. 
vornomen 53, 2. 
vorliegen 11^^. 
vorplichten, sik 99, 138. 
vorsagen 3, 32. 
vorsehapen 103, 56. 
vorschüchtern 115, 212. 



vorsen 99, 101. 
' vorsinnen, sik 47, 18. 
vorslagen „durch boissen abnutzen'' 

22, 10. 
vorspen 73, 49. 
rorthringen 11,15. 
vortmer 92, 32. 
vortoch^ sunder 98,83. 
vortvaren 69, 35. 
vorvarenheit 99,82. 
vorverlicheit 47, 25. 
vorwar er 51, 17. 
e;or«'C*e/i 67, 32. 
vorwinnen 2, 16. 4, 14. 
tjorm^ 123, 29. 
vorwracht 73, 32. 
t?ras, vrat 1, ll.- 
wec^e; z;r. maken 18, 52; mtV t?r. 

98,16; stede vr. 19,6. 
rredesam 18, 53. 
t?r*e 6, 22. 
vrisch 64, 4. 
«?rt5^, iw A;or^er 98, 69. 
vro unde gemeit 18, 18. 
vrometi bringen 17,21; vr. nemen 

99,64; vr. schapen 17,3. 
vrot 14, 15. 
vrouwelik 44, 21. 
vrunt wiederholt 77, 89; na der 

vründe sede 51, 22; vr. undemage 

51,19; vründes 35,11. 
vul-, vullen- 1, 6. 
vunt: behende v. 49, 48; rades v. 

17,7; V, vinden 53,16. 

Wachten, en klene 101,47. 

wacker 58, 14. 

wal dat prolog 11. 

walgedan 36, 16. 

walgevot 55, 10. 

walvar 10,45. 

wan: bi w. 98, 9; sunder w. 70, 57; 

up den w. 64, 11. 
wandages 22,8. 
wandern Icomen 10, 2. 
wankelmot 52, 18. 



304 



Register. 



tvapen 18, 33. 
war, dat is 113, 36. 
warheit, bi der 76, 24. 
waschen „auslecken'' 55, 22. 
waters grünt 46, 43. 
we, simder 8, 12. 
we dat 12, 26. 
wederhellen 99, 26. 
wedersnacken 2, 15. 
wederstref 99, 3. 
weide, weiden 27, 3. 
weke geven, Giemen 64,29. 
wel^ welen^ welich 11,4. 
weidige here 2 , 8. 
wer ho 111., 7. 
were^ ane 48, 10. 
teere „besitz'' 9, 6.' 
werlde riiik 46,47. 
wespe 115, 68. 
wesseln, sik 49,51. 
tcete dat 42 , 8. 

leicht^ arme 2, 10; kranke w. 2, 10; 
snöde w. 115, 29. 



wicht „schwer*^ 39, 18. 

Wime 26, 20. 

winken 112,48. 

wint ^^flatus rentri**' 115, 185. 

wi7it „Windhund* 89,50. 

Winter 4,19. 9,15. 

wintertit 9/21. 

iri>, (fa< is 28,43. 

wise^ in gastes 24, 19; na stnerw. 

77 , 43. 
wlömen 2, 3. 

wörpel^ phrasen mit 14,33. 
wolde?i^ sik 55,26. 
Wolf als voget 121 , 105. 
wolt, grüne 54,8; wide to. 70,12. 
wonene plegen , to 67 , 2. 
worsteman 81,9. 
wort spreken^ enes 59,3. 
wrangen 33, 13. 
wret 55 , 53. 
Wunderwerk 47,41. 
wünsch 109 , 4. 



ßuchdruckeroi dos Waisenhauses in Halle a. S. 



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